Aktuelles aus den VdZ-Zoos

Tierankünfte und -abgaben im August 2016

Neu in der Tierwelt Herberstein: Vielfraße Neu in der Tierwelt Herberstein: Vielfraße
© Christa Buchberger

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Neuzugang im Bison-Gehege des Kölner Zoos

PM 2016 08 25 KOE Bison
Bisonkuh im Kölner Zoo © Werner Scheurer
Köln, 25.8.16. Seit dieser Woche Dienstag gibt es Zuwachs bei den Bisons im Kölner Zoo. Die dreijährige Kuh „Lakota“ vergrößert die Gruppe auf nun 4 Tiere. Sie stammt aus dem Serengeti-Park Hodenhagen. Zu ihren neuen Gruppenmitgliedern, die alle aus der Kölner Zucht stammen, nahm „Lakota“ sofort Kontakt auf. Sogar „Cheyenne“, die 22-jährige Leitkuh, duldet ihre Nähe. „Lakota“, was bei den nordamerikanischen Indianern so viel wie „Freundin“ bedeutet, scheint damit ihrem Namen alle Ehre zu machen. Am meisten interessiert sich der ebenfalls dreijährige Bulle „Cherokee“ für den Neuzugang. Das sind gute Aussichten, um mit „Lakota“ die in Köln sehr erfolgreiche Zucht dieser eindrucksvollen Art fortzusetzen.
Das Verbreitungsgebiet der Bisons reicht von den trockenen Steppen Nordmexikos über die Prärien des mittleren Westens bis zu den Weiden entlang der Flüsse Alaskas. Bisons werden bis zu einer Tonne schwer. Sie sind damit die größten Landsäuger Nordamerikas. Die Tiere bildeten einst die Lebensgrundlage der nordamerikanischen Indianer, die von und mit den Bisons lebten. Sie töteten nur für den Eigenbedarf und verwerteten die Tiere komplett. Fell, Sehnen und Knochen wurden zur Herstellung von Kleidung, Decken, Sätteln, Zaumzeug, Schilden, Seilen, Leim, Kissenfüllungen, Geschirr, Rasseln, Schmuck, Werkzeugen und Tipis genutzt. Der Büffelmist diente als Brennmaterial.
Erst mit der Erschließung des Kontinents durch weiße Siedler und Jäger kam es zum Massenschlachten. Die Bisonjagd wurde zum Volkssport. In der kurzen Zeitspanne zwischen 1870 und 1876 wurden die einstmaligen Millionenbestände auf wenige tausend Tiere dezimiert. Dies geschah auf staatliche Anordnung, um den Indianern die Lebensgrundlage zu nehmen. Schutz- und Erhaltungsbemühungen starteten 1905. Mittlerweile leben wieder mehr als eine halbe Million Bisons in Nordamerika, die meisten davon in Farmen. Nur 5 Prozent sind wildlebend. Andere werden zu Erhaltungszuchtzwecken in umzäunten Reservaten gemanagt.
In diesem Jahr wurden die Bisons zum „Nationalen Säugetier“ der USA erhoben. Ziel ist es, die Bestände weiter zu vergrößern, ihre kulturelle und auch wirtschaftliche Bedeutung für die Indianer wiederherzustellen und den Bisons die ursprüngliche Rolle im Ökosystem der Steppen wiederzugeben. Bisons sind nicht nur wichtige Beutetiere, sondern auch Landschaftsgestalter. Als Grasfresser verhindern sie die Ausbreitung von Büschen und Bäumen und sorgen für offene Landschaften. Diese bilden wiederum den Lebensraum für viele Pflanzen, Insekten, Vögel und kleinere Säugetiere.
Im Kölner Zoo besteht die Hauptnahrung aus Gras, das im Sommer frisch geschnitten und im Winter getrocknet als Heu angeboten wird. Kraftfutter aus Getreide wird täglich dazugegeben. Im Winter bekommen die Bisons Rüben und gelegentlich Äste zum Beknabbern der Rinde, in der sich viele Mineralien befinden.

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Neue Schimpansen aus Leipzig in Gelsenkirchen

Gelsenkirchen, 19.8.16. Die ZOOM Erlebniswelt freut sich über neue Bewohner: Jahaga und Alexandra. Die zwei Schimpansendamen aus Leipzig sind am Mittwoch nach Gelsenkirchen gekommen. Nach viereinhalb Stunden Fahrt mit zwei Pausen, in denen sich die Schimpansen mit Bananen, Äpfeln und Tee gestärkt haben, sind sie gegen Mittag in der ZOOM Erlebniswelt fit und munter eingetroffen.
Die 17-jährige Alexandra wurde in Leipzig von vier Frauen mit der Flasche aufgezogen und kann vielleicht deshalb gerade gegenüber weiblichen Pflegern etwas zickig werden. Dann scheut sie sich auch nicht ihre schlechte Laune zu zeigen. Ist sie allerdings alleine, ist sie eher etwas feige. Zu Besuchern ist sie nett, und hat sogar die Stammbesucher im Zoo Leipzig regelmäßig begrüßt. Man erkennt Alexandra an ihrem dunklen Gesicht und im Vergleich zu ihren Artgenossen ist sie relativ klein.
Jahaga wurde 1993 in Rijswijk, Niederlande, geboren und galt als der klügste Schimpanse im Leipziger Zoo. Sie ist dort aufgrund ihres intelligenten Verhaltens auch als „Star des Max-Planck-Instituts" bekannt. Jahaga fällt neben ihrer Intelligenz besonders durch ihre freundliche und soziale Art auf. Sie ist schon etwas grau und hatte in der Leipziger Schimpansen-Gruppe einen sehr hohen Rang.
Wie sich die beiden Neuzugänge in der ZOOM Erlebniswelt einleben, wird sich noch zeigen. Damit sie sich erst einmal in Ruhe an ihre neue Umgebung gewöhnen können, bleiben sie vorerst hinter den Kulissen der afrikanischen Dschungelhalle in Quarantäne. Um die Umstellung noch etwas leichter zu machen, bleibt Daniel, ihr ehemaliger Tierpfleger aus Leipzig, noch bis Sonntag an der Seite seiner Schützlinge.

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Zwei neue Löwen im Zoo angekommen

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Neue Löwen im Zoo Leipzig Zoo Basel. © Torben Weber
Leipzig, 16.8.16. Sie sind da: Motshegetsi und Majo haben den Zoo Leipzig in der vergangenen Nacht wohlbehalten erreicht. Die beiden einjährigen Etoschalöwen aus dem Baseler Zoo (geb. am 28. Mai 2015) sind nach der Ankunft schnell aus den Transportkisten gekommen und haben begonnen, den rückwärtigen Bereich der Löwensavanne Makasi Simba zu erkunden. Die beiden Neuankömmlinge werden Stück für Stück die Abläufe und Areale kennenlernen. Nach der Eingewöhnung hinter den Kulissen werden sie sich zunächst in der Besucherhöhle zeigen, bevor sie dann die weitläufige Außenanlage kennenlernen, die der 15 Jahre alte Kater Matadi zuletzt allein bewohnt hat. Er ist am Donnerstag wohlbehalten im Tierpark Jaderberg angekommen, wo er auf eine neue Partnerin, die zehnjährige Zuri,trifft. „Wir danken den Kollegen in Basel und dem Jaderpark, dass die Zusammenarbeit im Sinne der Tiere so gut funktioniert hat und sich alle beteiligten Löwen bereits in ihrer neuen Heimat einleben können“, sagt Zoodirektor Prof. Jörg Junhold und ergänzt: „Mit der Ankunft der beiden Löwen bei uns im Zoo Leipzig ist der nächste Schritt in einem größer angelegten Löwenprojekt in Europa getan.“ In Abstimmung mit dem Europäischen Zooverband EAZA führte der Zoo Leipzig bereits seit 2010 zusammen mit dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin genetische Untersuchungen an Proben von Zoo- und afrikanischen Freilandlöwen durch, um eine reinblütige Population afrikanischer Löwen in einem neuen Europäischen Erhaltungszuchtbuch managen zu können. Im Rahmen dieses Projektes soll auch um die beiden neuen Leipziger Löwen Motshegetsi und Majo perspektivisch ein neues Löwenrudel aufgebaut werden, um mit der Zucht der Etoschalöwen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der bedrohten Art leisten zu können.

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Junger Leopard zieht nach Berlin

PM 2016 08 12 NORDH Leopard
Leopard © Franz Frieling
Nordhorn, 12.8.16. Am Dienstag hieß es für Jungleopard „Emil“ im Tierpark Nordhorn Abschied nehmen. Neue Heimat für den in Nordhorn geborenen seltenen NordpersischenLeoparden ist der Zoo Berlin. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP) mit der Koordinierungsstelle in Spanien soll „Emil“ hier in Zukunft für die Arterhaltung dieser faszinierenden Großkatzen wirken.

„Wir sind froh, dass der Transport so gut geklappt hat und unser Leopard gut in Berlin angekommen ist!“ so Zootierärztin Dr. Heike Weber. Nach jahrelangen Forschungen war es im Tierpark Nordhorn zum ersten Mal überhaupt weltweit gelungen, mittels künstlicher Besamung im Sommer 2014 zwei kerngesunde junge Nordpersische Leoparden auf die Welt zu bringen. Ein riesiger Erfolg für die Arterhaltung, gibt es doch von dieser letzten noch lebenden Großkatze Europas in freier Wildbahn gerade einmal ca. 1000 Exemplare. Durch Rückgang und Zerstörung der Lebensräume wird diese Art in Zukunft noch stärker bedroht werden. Mit dem neuen Zuchtverfahren wird die Überlebenschance dieser Art verbessert. „Nur durch die Erhaltungszucht in Menschenhand haben die Nordpersischen Leoparden eine Überlebenschance! Wir freuen uns, dass wir unseren Teil dazu beitragen konnten!“ so Tierparkleiter Dr. Nils Kramer. „Mit Projekten wie dem „Zootier des Jahres“ setzen wir uns auch konkret für den Schutz der Lebensräume dieser Tiere ein!“

Das 2016 zum ersten Mal gekürte und in Nordhorn bekannt gegebene „Zootier des Jahres“ ist der Leopard. Schon über 60.000 Euro sind zum Schutz dieser Tiere vor Ort zusammen gekommen. Ein völlig überraschender Erfolg, so der Tierpark Nordhorn.
Auch im Familienzoo läuft die „Leopardenkampagne“ auf Hochtouren. Zusammen mit dem Förderverein sammelt der Tierpark mit verschiedenen Aktionen Geld, um in Zukunft eine neue Leopardenanlage zu errichten. Die ersten Aktionen haben gezeigt, dass die Besucher dieses Projekt unterstützen. Einige Spenden konnten bereits gesammelt werden. Seit nunmehr drei Wochen läuft zum Beispiel eine große Autoverlosung. Insgesamt 5.000 Lose möchte der Verein zugunsten der Leoparden in den kommenden Wochen verkaufen. Dem Gewinner winkt als Hauptpreis ein Toyota Aygo. Der zweite und dritte Preis sind ein Reisegutschein und Kaffe Maschine sowie Toaster im Porschedesign. Mitmachen lohnt sich auf alle Fälle, denn die Einnahmen des Fördervereins kommen direkt der Leopardenkampagne des Zoos zu Gute.

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Aus Rheine nach Italien – Blutbrustpaviane auf Reisen

PM 2016 08 12 RHEIN Dscheladas
Dscheladas. © Naturzoo Rheine
Rheine, 12.8.16. Nicht weniger als 15 Dscheladas oder Blutbrustpaviane reisten in den vergangenen Tage iaus Rheine n verschieden Zoos in Frankreich, den Niederlanden und Italien. Es handelt sich dabei um die umfangreichste Abgabe dieser in Zoos seltenen Affenart in der Geschichte ihrer Haltung im NaturZoo.

Anfang der 90er begründete der NaturZoo das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Dscheladas, das seither von Zoodirektor Achim Johann koordiniert wird. Zu Beginn wurden gerade einmal 56 Dscheladas in 7 europäischen Zoos in Europa gehalten. Durch das „Zucht-Management“, die Zusammenarbeit und stetige Haltungsverbesserungen ist der Bestand auf heute über 350 Tiere in 22 Zoos in Europa und in New York angewachsen und gilt als „gesichert“ für die Zukunft.
Bis vor wenigen Tagen lebten alleine im NaturZoo 76 Dscheladas – also deutlich mehr, als es zu Beginn des Zuchtprogramms überhaupt in  allen europäischen Zoos gab. Dies war der mit Abstand größte Bestand, der jemals in einem Zoo gehalten wurde. Das Verhalten der Tiere in einer solch großen Gruppe entspricht den natürlich Verhältnissen, aber die Gehegestruktur hat unter dem „Populationsruck“ arg gelitten. Zudem stellt eine solche Konzentration von Tieren an einem Ort ein Risiko für ein Zuchtprogramm dar: Im Fall einer seuchenartigen Erkrankung wäre ein Fünftel des Zoobestandes weltweit bedroht.
Es war also höchste Zeit für eine Umstrukturierung und die Abgabe von Tieren geworden. Gleich sechs Zoos traten als zukünftige Halter in diesem Jahr dem Dschelada-EEP bei. Für Achim Johann war es ein rechtes Puzzlespiel (mit 360 Teilen…, für diese neue Gruppen zusammen zu stellen, für eine Weiterzucht mit blutsfremden Tieren in den bestehenden Zuchtgruppen zu sorgen und schließlich auch noch „termingerecht“ zu den Fertigstellungen der Gehege in den Zoos die Tiere zu „liefern“ bzw. aus weiteren kooperierenden Zoos liefern zu lassen.

Für den NaturZoo bedeutete die Abgabe von 15 Tieren ein beträchtlicher logistischer Aufwand. In Vorbereitung mussten alle Dscheladas gefangen, kontrolliert und gegebenenfalls markiert werden, um sicher zu stellen, dass unter Berücksichtigung der sozialen Beziehungen auch die „richtigen“ Tiere aus den Gruppen separiert werden. Der Tierarzt musste Gesundheitschecks und –tests durchführen, und mit professionellen Tierspediteuren wurden Ausstattungen der Fahrzeuge und Anzahl und Größe der Transportkisten verabredet. Und so verließen in den vergangenen Tagen zwei junge Dschelada-Männer Rheine nach Nesles in Frankreich, wo sie mit Weibchen aus Stuttgart eine neue Zucht begründen sollen. Eine ganze Haremsgruppe aus einem erwachsenen Mann, drei Weibchen und ihren drei Kindern zog in den Zoo Rotterdam in den Niederlanden um.
Sechs Männer reisten schließlich in den Parco Natura Viva in Bussolengo in der Nähe des Garda Sees, darunter der stattliche Mann „Dominick“. Dieser war im Jahr 2008 aus dem Bronx Zoo New York in Rheine angekommen und bedeutete damals „frisches Blut“ für den europäischen Dschelada-Bestand. Nach sage und schreibe 26 lebenden Nachkommen war es nun höchste Zeit, dass Dominick Platz machte für einen neuen Zuchtmann. Fortan lebt er also in Norditalien zusammen mit fünf seiner Söhne in einer Junggesellengruppe. Seine Nachfolge werden zwei junge Männer aus dem Tierpark Berlin antreten, die in den nächsten Wochen erwartet werden.
Mit derzeit „nur“ noch 61 Dscheladas lebt übrigens immer noch der größte Bestand dieser Art in allen Zoos weltweit in Rheine.

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Gesellschaft für Brenda: Braunbärin Siddy aus Berlin in Wuppertal eingetroffen

PM 2016 08 09 WUP BaerSiddy
Braunbär "Siddy" © Zoo Berlin
Wuppertal, 9.8.16. Aus dem Zoo Berlin ist die 25jährige Braunbärin Siddy im Grünen Zoo Wuppertal eingetroffen. Mit Siddy und der 23jährige Brenda leben nun zwei Bärin-nen im fortgeschrittenen Alter bei uns, die hier auf unserer großen, sehr naturnahen Anlage ihren „Ruhestand“ genießen können.
Siddy wurde am 6. Januar 1991 im Zoo Berlin geboren und ist somit eine waschechte Berlinerin. Ihre Berliner Tierpfleger haben sie gut auf den Transport vorbereitet, indem sie zum Beispiel die Transportkiste schon eine Zeitlang in ihrer Anlage aufgestellt haben, so dass sich Siddy an diese gewöhnen konnte. So konnte der Transport für die Bärin möglichst stressfrei gestaltet werden.
Nach einem reibungslos verlaufenen Transport hat Siddy nun erst einmal Zeit, sich von der Reise auszuruhen und sich an ihr neues Zuhause zu gewöhnen. Wenn sie ihre neue Anlage ausreichend erkundet hat, wird vorsichtig mit der Zusammengewöhnung der beiden Bärinnen begonnen. Ein Zusammentreffen mit den benachbarten Wölfen wird es vorerst nicht geben, die Verbindungs-röhren zwischen den Anlagen wurden geschlossen. Erst wenn Siddy sich gut eingelebt und ihr neues Zuhause und ihre neue Gefährtin angenommen hat, kann ein Zusammenlassen von Wöl-fen und Bären ins Auge gefasst werden. Da sich Siddy zur Zeit noch im Innenstall aufhält, müssen sich Besucher noch ein wenig gedulden, bis sie die neue Zoobewohnerin zu sehen bekommen.

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Abschied von Löwenkater Matadi - Neue Löwenhaltung im Zoo Leipzig

PM 2016 08 09 LEI Loewe
Löwenkater im Zoo Leipzig © Zoo Leipzig
Leipzig, 9.8.16. Abschied von Matadi: Der knapp 15-jährige Löwenkater (seit Oktober 2002 in Leipzig) wird am Donnerstag den Zoo Leipzig verlassen und im Tierpark Jaderpark in Niedersachsen ein neues Zuhause bekommen. Seit dem Tod von Löwenweibchen Luena im letzten Jahr bemühte sich der Zoo Leipzig, für Matadi eine neue Partnerin zu finden, auch wenn ältere Löwenmännchen generell - wie in der Natur vorkommend - einzeln gehalten werden können. Im Tierpark angekommen wird er auf die zehnjährige Katze Zuri treffen, mit der er vergesellschaftet werden soll. Der Jaderpark hatte erst kürzlich seinen Kater verloren und wandte sich deshalb an den Zoo Leipzig. „Die Entscheidung, Matadi abzugeben, ist uns nicht leichtgefallen, wissen wir doch um seine Beliebtheit hier in Leipzig. Allerdings steht das Wohl des Tieres im Vordergrund, und mit 15 Jahren hat Matadi mit etwas Glück noch einige Lebensjahre vor sich. Die Abgabe eröffnet uns aber auch die Möglichkeit, das seit 2010 vorangetriebene Projekt der Haltung einer neuen afrikanischen Löwenunterart in Leipzig und Europa umsetzen zu können“, erklärt Zoodirektor Prof. Jörg Junhold. Nach erfolgtem Transfer von Matadi werden in den nächsten Tagen zwei junge männliche Löwen nach Leipzig kommen. Die beiden Löwenjungen sollen in Leipzig künftig in einem neu aufzubauenden Rudel gehalten werden und die Zucht ermöglichen.

Seit dem Jahr 2010 führte der Zoo Leipzig federführend und mit Unterstützung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung Berlin genetische Untersuchungen an Zoolöwen und Proben von Löwen verschiedener geographischer Herkünfte in Afrika durch. Das in Abstimmung mit dem Europäischen Zooverband EAZA verfolgte Ziel ist der Aufbau einer reinblütigen afrikanischen Löwenpopulation bekannter geographischer Herkunft in Europa. „Als bekannter Löwenzoo ist es uns ein Herzensanliegen, das Wappentier der Stadt weiterhin zu halten und mit dem Aufbau einer neuen Zuchtlinie unseren Auftrag als Zoo für den Erhalt und den Schutz von Tierarten umzusetzen“, führt Junhold an. Die Umsetzung des Projektes inklusive des Aufbaus eines Zuchtbuches für Afrikanische Löwen wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Gegenwärtig werden nur Asiatische Löwen in einem europäischen Zuchtbuch gemanagt.

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Krefelder Zoo baut neue Zwergesel-Zuchtgruppe auf – Zwei junge Eselstuten aus Aachen eingetroffen

Krefeld, 5.8.16. Besonders bei den jungen Gästen sind die Zwergesel sehr beliebt, die im Zoo Krefeld schon kurz hinter dem Eingang auf die Zoobesucher warten. Doch zuletzt war es in ihrem Gehege ruhig geworden. Nach dem Tod des langjährigen Zuchthengstes Benny im Januar baut der Zoo nun aber eine neue Zuchtgruppe der Zwergesel auf. Dazu kamen jetzt aus dem Tierpark Aachen die beiden fast einjährigen Nachwuchstiere Conny und Christa nach Krefeld. Die zuständigen Revierpfleger Yvonne Wicht und Ronald Melcher freuen sich über die Ankunft der kleinen Grautiere. Die beiden sind acht (Conny) und zwölf Monate (Christa) alt. Sie werden in den nächsten Wochen in ihr neues Umfeld eingewöhnt und mit den beiden älteren Krefelder Eselstuten Desiree und Lina zusammen gebracht. So kommt nun wieder frischer Schwung ins Gehege. Ab sofort begibt sich der Zoo noch auf die Suche nach einem neuen geeigneten Zuchthengst, damit die Zoobesucher demnächst auch wieder Eselnachwuchs in Krefeld bewundern dürfen.

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Umzug für die Arterhaltung - Indische Löwendame Shakira ist nach Budapest umgezogen

Berlin, 5.8.16. Ferienzeit bedeutet Umzugszeit: Gestern früh hieß es Abschied nehmen für die Indische Löwin Shakira (10 Jahre). Morgens um 8 Uhr startete die große Reise in ihre neue Heimat in den Zoo Budapest. Der Umzug in die Hauptstadt Ungarns hat einen wichtigen Hintergrund: Shakira und ihre beiden Artgenossen Boris (7 Jahre) und Churchilla (10 Jahre) sind Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP) für diese Tierart. Die letzten fünf Jahre hatte man im Tierpark vergeblich auf Nachwuchs gehofft. Der ausbleibende Babysegen hat laut Experten keine körperlichen Gründe, Untersuchungen am Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) haben ergeben, dass die drei Tiere fortpflanzungsfähig und bei bester Gesundheit sind. Damit das Trio doch noch für Nachwuchs sorgt, soll es mit anderen Indischen Löwen in Europa zusammengebracht werden. In Zusammenarbeit mit dem EEP wurde daher der Zoo Budapest als neues Zuhause für Shakira ausgewählt. „Ein wesentlicher Teil für die Erhaltung bedrohter Tierarten ist die Zusammenarbeit von Zoos auf nationaler und internationaler Ebene. Als Reservepopulation haben Indische Löwen in Zoos daher einen unermesslichen Wert für den internationalen Artenschutz “, erklärt Tierpark- und Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem. „Wir halten die Daumen gedrückt, die Hoffnung auf Nachwuchs bei den vom Aussterben bedrohten Indischen Löwen haben wir nicht aufgegeben“, ergänzt Dr. Knieriem. In freier Wildbahn waren die Tiere einst von Griechenland über den ganzen Nahen Osten bis nach Ostindien zu finden. Die drastische Bejagung führte dazu, dass sie Anfang des 20. Jahrhunderts beinahe ausgerottet wurden. Gerade mal 20 Tieren überlebte im indischen Bundesstaat Gujarat, heute findet man Indische Löwen nur noch im Gir-Wald-Nationalpark im westlichen Indien. Die Population der streng unter Schutz stehenden Indischen Löwen wird auf etwa 350 Tiere geschätzt. Nach insgesamt 13 Stunden Fahrtzeit kam Shakira in den Abendstunden im Budapester Zoo an. Tierpark-Kurator Christian Kern verkündet: „Der Transport nach Budapest verlief ohne Probleme. In den letzen zwei Wochen haben wir mit Shakira das Betreten des Laufgangs zur Transportbox geübt, sie hat das ganze routiniert gemeistert und war während des gesamten Transports entspannt.“ Die im Tiergarten Nürnberg geborene Löwendame Shakira war 2007 gemeinsam mit ihrer Schwester Churchilla in den Tierpark Berlin gekommen. Löwenmännchen Boris, geboren im Zoo Helsinki, wird als nächstes sprichwörtlich seine Koffer packen: Voraussichtlich im September wird er in den Zoo Besancon im Osten Frankreichs umziehen, anschließend wird Churchilla in den Zoo Rotterdam reisen. In naher Zukunft soll auch das in die Jahre gekommene Alfred-Brehm-Haus tiergerecht umgebaut werden, fast sechs Millionen Euro sollen dabei auch in den Umbau der Innen- und Außenanlagen investiert werden. Um anderen Großkatzen wie Tigern und Leoparden mehr Platz zur Verfügung zu stellen, werden in das Alfred-Brehm-Haus selbst keine Löwen zurückkehren. Mittelfristig soll im Rahmen des Ziel- und Entwicklungsplans jedoch eine weitläufige und naturnahe Anlage für Löwen im Tierpark entstehen.

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Neuzugang in der Tierwelt Herberstein – Vielfraße ziehen ein

Stubenberg/See, 3.8.16. Der Spatenstich für das Gehege erfolgte im März dieses Jahres; nun war es soweit. Ein Vielfraß Pärchen aus Schweden hat ein neues zu Hause in der Tierwelt Herberstein gefunden.
Das Männchen hört auf den Namen Malcolm und kommt aus Nordens Ark. Sunna, das Weibchen wurde im Skansen Zoo in Stockholm geboren. Beide Tiere sind knapp 1,5 Jahre alt.
Das neue „Tierhotel“ wurde von Dr. Reinhard Pichler, Tierarzt und Zoologischer Leiter nach den Bedürfnissen der Tiere geplant und von den technischen Mitarbeitern der Tierwelt Herberstein umgesetzt. „Mit einem angelegten Schwimmteich, Kletterbäumen und einer großzügigen Wiesenfläche, ist auch die Möglichkeit einer räumlichen Trennung der Tiere gegeben. Das Gehege ist langfristig für eine Züchtung ausgerichtet“, so der zoologische Leiter. „Das Investitionsvolumen für die neue Anlage betrug EUR 30.000“, ergänzt Geschäftsführerin Doris Wolkner-Steinberger.

In der Eingewöhnungsphase sind die Tiere noch voneinander getrennt. „Über einen Schuber können sie sich schon gegenseitig beschnuppern und kennenlernen. Während das Männchen das Gehege erkundet, will Weibchen Sunna bereits hoch hinaus“, berichtet Zoologin Mag. Beate Übelleitner. Sie hat den Einzug der neuen Tierart zum Thema ihrer Masterarbeit gemacht und wird in den nächsten Monaten die Entwicklung der Tiere analysieren und in einer wissenschaftlichen Arbeit festhalten.

Krokodilanlage erhält neuen Bewohner
Männliche Panzerechse aus Leipzig wird im November erwartet
In der seit dem Tod von Leistenkrokodil Max ungenutzten Anlage im Prof. Brandes-Haus wird
voraussichtlich im November dieses Jahres ein neues Krokodil einziehen. Derzeit laufen die letzten Arbeiten
an den Absperrvorrichtungen der Anlage. Anschließend wird der zur seltenen Art der Sunda-Gaviale
zählende "De Gaulle" aus dem Zoo Leipzig nach Dresden umziehen.
De Gaulle, welcher 2012 aus dem Tierpark Berlin nach Leipzig gekommen war, ist ca. 1971 geschlüpft und
etwa 4 Meter lang. Sunda-Gaviale können eine Länge von bis zu 5 Meter erreichen und kommen
ursprünglich in den Süß- und Brackwassergebieten der malaiischen Halbinsel sowie Sumatra, Borneo und
Java vor. Charakteristisch für diese Art ist ihre lange, schmale Schnauze. Mit etwa 2.500 verbliebenen
Exemplaren weltweit gelten die sich von Fisch, Reptilien, Vögeln und Säugern ernährenden Sunda-Gaviale
als vom Aussterben bedroht.
Gelesen 683 mal Letzte Änderung am Freitag, 26 August 2016 07:47
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