Aktuelles aus den VdZ-Zoos

Todesfälle im August 2016

Schimpanse Karlchen Schimpanse Karlchen
© Zoo Magdeburg

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Amurleopard-Jungtier im Zoo Leipzig gestorben

23.8.16. Traurige Nachrichten gibt es aus dem Leoparden-Tal: Der im Juli geborene Amurleopard ist in der Vorwoche überraschend gestorben. Die pathologische Untersuchung hat jetzt ergeben, dass die unerfahrene Mutter das Jungtier nicht ausreichend versorgt hat.

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Tigerin Natascha in Hannover gestorben

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Sibirischer Tiger. © Zoo Hannover
Hannover, 4.8.16. Der Erlebnis-Zoo Hannover trauert um das Sibirische Tigerweibchen Natascha. Sie musste am Mittwochnachmittag im hohen Alter von knapp 19 Jahren eingeschläfert werden. Die Lebenserwartung Sibirischer Tiger liegt zwischen 15 und 20 Jahren. Die betagte Tigerkatze hatte seit Tagen wenig gefressen. Gestern entschlossen sich die Tierärzte dazu, sie in Narkose zu legen, um sie untersuchen zu können. Dabei wurde sehr viel Flüssigkeit im Brustraum entdeckt, die auf einen Tumor hindeutete und bereits gegen die Lungenflügel drückte. Da auch eine Operation der Katze keine Chance auf Heilung hatte und um ihr Qualen zu ersparen, wurde sie eingeschläfert. Der Befund der Pathologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule bestätigte den Anfangsverdacht. „In der Natur liegen Freud und Leid dicht beieinander. Anfang der Woche konnten wir uns daran erfreuen, wie das Flusspferd-Baby zum ersten Mal sein Reich am Sambesi inspizierte, gestern verloren wir die Tigerin. 18 Jahre lang lebte sie in Hannover und hat in dieser Zeit unzählige Zoobesucher fasziniert“, so Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff, „es war immer eine Freude, dieses stolze Tier zu beobachten.“ Natascha wurde am 29. August 1997 in Moskau geboren und lebte seit Juli 1998 in Hannover. Im Januar bekam sie von Kater Kolja Gesellschaft mit dem sie zweimal für Nachwuchs sorgte. Im März 2015 war der 17 Jahre alte Kolja verstorben. Seither lebte die Tigerkatze allein in ihrem Gehege.

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Syrische Braunbärin Safa mit 28 Jahren gestorben

Stuttgart, 3.8.16. Im Alter von 28 Jahren ist die Syrische Braunbärin Safa gestern, 2. August 2016, in der Wilhelma in Stuttgart gestorben. Sie hatte in den vergangenen Wochen kaum noch gefressen. Bei einer Untersuchung wurde nun Darmkrebs festgestellt. Deshalb haben die Tierärzte sie aus der Narkose nicht mehr zurückgeholt. „Wir gehen von einer altersbedingten Erkrankung aus“, sagte die Bären-Kuratorin der Wilhelma, Ulrike Rademacher. „In der Natur werden die Bären im Schnitt 30 Jahre alt, in Zoohaltung etwas älter. Safa war also schon eine betagte Bärin.“ Safas Partner Raschid, der bereits 31 Jahre alt ist, erfreut sich noch guter Gesundheit. Als Einzelgänger trauern Bären nicht. Safa war 1991 aus dem Tierpark Bern in die Wilhelma gekommen. Safa war dort im Dezember 1988 geboren worden. Raschid stammt aus Nürnberg, wo er im Januar 1985 auf die Welt kam. Gemeinsam hatten sie im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart 2001 doppelten Nachwuchs bekommen. Die beiden Jungtiere Eddi und Salina sind 2002 in den Tierpark Sendaviva in Arguedas im Nordosten Spaniens abgegeben worden. Syrische Braunbären sind etwas kleiner und heller als der Europäische Braunbär. Diese Unterart ist selten. In europäischen Zoos leben nur noch weniger als 20 Tiere. Ihr natürlicher Lebensraum liegt im Kaukasus und im Nahen Osten in Bergregionen, die gering bewaldet oder baumlos sind.

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Große Trauer im Zoo: Schimpansenchef „Karlchen“ gestorben 

Magdeburg, 2.8.16. „Wir sind unendlich traurig über den plötzlichen Tod von Karlchen“, äußerte sich Zoodirektor Dr. Kai Perret heute auch im Namen des gesamten Zooteams. „Karlchen“, der 1979 im Allwetterzoo Münster geboren ist, hatte mehr als zwei Jahrzehnte dort die sog. „Alphaposition“ inne und führte souverän die Gruppe nicht nur in Münster, sondern seit dem Umzug nach Magdeburg auch zwei Jahre in unserem Zoo. „Karlchen“ ist am 1.08. in der Nacht auf Dienstag gestorben. Tierpfleger fanden ihn heute früh, wie schlafend in seinem Nest auf der Innenanlage. Genaueres werden wir erst erfahren, wenn Karlchen von Spezialisten des IZW (Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Berlin) untersucht worden ist“, so Dr. Perret. Mit 37 Jahren war Karlchen noch im besten Alter, denn Schimpansen können durchaus über 50 Jahre alt werden. Die entscheidende Todesursache wird wohl seine Herzerkrankung gewesen sein. Dr. Perret kannte „Karlchen“ seit 20 Jahren noch aus seiner Münsteraner Zeit als Assistent im Allwetterzoo. „Für mich persönlich ist es ein schmerzlicher Abschied von einem ganz besonderen Schimpansen. „Karlchen“ begleitete mich fast mein ganzes bisherige Berufsleben. Ich bin sehr, sehr traurig“, so Dr. Perret. Nach dem Verlust gilt es nun verstärkt die Gruppe zu beobachten und welche neuen Konstellationen sich ergeben. Der Verlust des Gruppenchefs wird wohlmöglich eine Dynamik ergeben, die heute noch nicht absehbar ist. Wer übernimmt die Position von „Karlchen“, wer hat den meisten Rückhalt in der Gruppe?

Gelesen 988 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 24 August 2016 06:54
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