Aktuelles aus den VdZ-Zoos

Planung und Bau im August 2016

Dr. Andreas Knieriem, Direktor Tierpark Berlin, Matthias Kollatz-Ahnen, Senator für Finanzen des Landes Berlin, und Frank Bruckmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Zoo Berlin AG, eröffnen den Spielplatz Dr. Andreas Knieriem, Direktor Tierpark Berlin, Matthias Kollatz-Ahnen, Senator für Finanzen des Landes Berlin, und Frank Bruckmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Zoo Berlin AG, eröffnen den Spielplatz
© Tierpark Berlin

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Vorbereitungen für den Umbau des denkmalgeschützten Alfred-Brehm-Hauses laufen auf Hochtouren

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Künftiges Alfred-Brehm-Haus © dan pearlman
Berlin, 26.8.16. Im Jahre 1963 wurde in Europas größtem Landschaftstierpark das, nach dem bekannten Zoologen Alfred Brehm benannte, Raubtierhaus errichtet. Mit einer Fläche von rund 5.300 m² war das vom Architekten Heinz Graffunder entworfene Gebäude, das größte und modernste Raubtierhaus der damaligen Zeit. Inzwischen steht das Haus unter Denkmalschutz. Bei der Anpassung an eine moderne Tierhaltung stellt das eine besondere Herausforderung dar. Ein Umbau ist jedoch dringend notwendig, da auch ein Gutachten zur Haltung von Säugetieren festgestellt hat, dass das historische Alfred-Brehm-Haus den dort lebenden Großkatzen keine zeitgemäße Unterkunft mehr bieten kann. An einem denkmalgeschützten Gebäude sind bauliche Veränderungen jedoch nur bedingt umsetzbar. Eine Möglichkeit, um den Tieren mehr Fläche und Abwechslung zu verschaffen, besteht darin, die Anzahl der Tiere gezielt zu reduzieren und Gehege zusammenzulegen. Für einen Großteil der Tiere bedeutet dies eine Verdoppelung ihrer bisherigen Gehegegröße. Für andere Tierarten wiederum werden neue, vergrößerte Außenanlagen errichtet.
Qualität statt Quantität: Was für Besucher auf den ersten Blick nach einem Verlust klingen mag, ist jedoch eine wertvolle Bereicherung für Mensch und Tier. Im Zuge des Umbaus soll das Haus nicht nur architektonisch an die Ansprüche eines modernen Zoos angepasst werden. Auch dem Bildungsauftrag soll im neuen Regenwaldhaus eine größere Bedeutung zukommen. Ein Schwerpunkt wird dabei auf die Aufklärung über die Bedrohung von Tigern gelegt. Den Besuchern sollen nicht nur die Ursachen, sondern auch Lösungsansätze verdeutlicht werden.
Auch wenn für den Außenstehenden der Eindruck entsteht, als seien die Umbaupläne bisher noch nicht vorangekommen, so laufen die Vorbereitungen hinter den Kulissen in Wirklichkeit auf Hochtouren. Arbeitssicherheit und Brandschutz müssen bei den Planungen genau so berücksichtigt werden wie defekte Grundleitungen. Alte Gebäude halten für die Bauherren oft viele Überraschungen bereit, die erst bei genauer fachlicher Prüfung zutage treten. Der Baubeginn ist für Anfang 2017 geplant und für das Projekt sind rund 6 Millionen Euro vorgesehen. Bevor die Bauarbeiten richtig starten können, muss zunächst jedoch ein Teil der bisherigen Bewohner ausquartiert werden. Weil sie nicht nur übergangsweise in einem anderen Zoo untergebracht werden sollen, müssen die Koordinatoren der jeweiligen Erhaltungszuchtprogramme einen geeigneten Ort mit passendem Partner für die Großkatzen finden, um sicherzustellen, dass sie auch zukünftig einen Beitrag zur Erhaltung ihrer bedrohten Art leisten können. Auch das war eine Aufgabe, die in den letzten beiden Jahren erledigt wurde.
„Bei der Auswahl der Tierarten war der Grad ihrer Bedrohung in der Wildbahn ein entscheidender Faktor, so wie es von europäischen und deutschen Richtlinien auch gefordert wird", erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem die Entscheidung. „Mittelfristig sind im Rahmen des Ziel- und Entwicklungsplans neue Anlagen für Löwen und China-Leoparden an einer anderen Stelle im Tierpark vorgesehen.“

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Zwei auf einen Streich - Wasserspielplatz und Fabelwald eröffnen im Tierpark Berlin

Berlin, 4.8.16. Doppeltes Kinder-Glück: Mitten in den Sommerferien wartet der Tierpark mit zwei neuen Höhepunkten für die kleinen Besucher auf. Am 4. August wurde der alte Wasserspielplatz neu eröffnet und im mystischen Fabelwald neben dem Restaurant Patagona erwarten die Kinder viele neue Abenteuer. Badespaß mit Tradition: Als Zeitdokument für die Architektur der 1950er Jahre steht der alte Kinderspielplatz direkt neben dem Streichelzoo unter Denkmalschutz. Bei der Modernisierung war somit viel Fingerspitzengefühl gefragt. Neue Sicherheitsvorschriften bereiteten dem Badevergnügen 1994 vorerst ein Ende. Zum Ententeich umfunktioniert, lockte das Becken mehr als zwei Jahrzehnte lang nur Tiere zum Bade. Nun feiert der Tierpark das große Comeback der Plansche. Unter dem Motto „Ein Tag am Meer“ entstand ein moderner Wasserspielplatz für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren, der die ursprüngliche Strand-Idee aufgreift und zeitgemäß interpretiert. Wasser marsch: Wo früher Enten plantschten, sorgen nun in den Boden eingelassene Wasserdüsen für sprudelnde Freude und quietschvergnügte Kinder. Auf mehr als 4.000m² erinnern zahlreiche maritime Elemente Groß und Klein an einen Urlaub an der Ostsee. Doch hier hört der Spaß noch nicht auf: Während die Erwachsenen sich auf der Terrasse des kürzlich neu eröffneten Restaurants Patagona im Schatten der großen Bäume bei einer Tasse südamerikanischem Kaffee erholen, stürzen sich die Kinder frisch gestärkt schon wieder ins nächste Abenteuer. Der mystische Fabelwald nebenan lockt auf 4.500m² mit unerforschten Geheimnissen. Für die Kleinsten liegt ein, wie aus dem Märchenbuch gefallener, Buchstabensalat in einer weichen Sandfläche direkt neben der Terrasse des neuen Restaurants. Hier, im Vorgarten von Fabelwesenforscher Dr. Linde, haben die Eltern ihre Kinder bestens im Blick. Gleich dahinter beginnt das Abenteuer für die größeren Eroberer ab 6 Jahren. Ein überdimensionales Büchertor führt in eine verwunschene Zauberwelt und ist gleichzeitig der Schlüssel zum Entdecken des märchenhaften Waldspielplatzes. Die Reise führt hinab in ein Flusstal durch eine Gerölllandschaft, in der Trolle zu tollen Kletterfelsen versteinert sind. Hinter jeder Ecke dieser verzauberten Landschaft wartet ein neues Abenteuer darauf entdeckt zu werden. Verstecken, klettern und balancieren – hier können Kinder ihren Bewegungsdrang voll ausleben! Ein Weidentunnel führt zum grünen Kronenhain, wo die tapferen Abenteurer ab September ihre Kletterkünste unter Beweis stellen können - das Kletternetz ist eine Spezialanfertigung für den Tierpark und wird derzeit noch nach individuellen Vorgaben gefertigt.  Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem ist zufrieden mit dem neuen Angebot für die jüngsten Besucher: „Es wurde hier eine phantastische Welt für große und kleine Kinder geschaffen, die Lust auf Natur und Abenteuer macht. Die Begeisterung in den Augen der Kinder spricht für sich!“

Krokodilanlage erhält neuen Bewohner
Männliche Panzerechse aus Leipzig wird im November erwartet
In der seit dem Tod von Leistenkrokodil Max ungenutzten Anlage im Prof. Brandes-Haus wird
voraussichtlich im November dieses Jahres ein neues Krokodil einziehen. Derzeit laufen die letzten Arbeiten
an den Absperrvorrichtungen der Anlage. Anschließend wird der zur seltenen Art der Sunda-Gaviale
zählende "De Gaulle" aus dem Zoo Leipzig nach Dresden umziehen.
De Gaulle, welcher 2012 aus dem Tierpark Berlin nach Leipzig gekommen war, ist ca. 1971 geschlüpft und
etwa 4 Meter lang. Sunda-Gaviale können eine Länge von bis zu 5 Meter erreichen und kommen
ursprünglich in den Süß- und Brackwassergebieten der malaiischen Halbinsel sowie Sumatra, Borneo und
Java vor. Charakteristisch für diese Art ist ihre lange, schmale Schnauze. Mit etwa 2.500 verbliebenen
Exemplaren weltweit gelten die sich von Fisch, Reptilien, Vögeln und Säugern ernährenden Sunda-Gaviale
als vom Aussterben bedroht.
Gelesen 844 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 31 August 2016 06:24
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