Fasane und Perlhühner

Haubenperlhühner

Ostafrikanisches Kräuselhauben-Perlhuhn (Guttera puicherani) im Zoo Magdeburg Ostafrikanisches Kräuselhauben-Perlhuhn (Guttera puicherani) im Zoo Magdeburg
Claudia Frank, Pro Zoo

Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
Unterordnung: Fasanenverwandte (Phasiani)
Familie: Perlhühner (Numididae)

Die Gattung Guttera umfasst traditionell zwei, nach aktueller Systematik vier nicht-gefährdete Arten, von denen eine in VdZ-Zoos gezeigt wird:

D LC 650 

Kräuselhauben-Perlhuhn

Guttera pucherani
Engl.: The Eastern Crested Guineafowl
Franz.: La pintade de Pucheran

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Ostafrikanisches Kräuselhauben-Perlhuhn (Guttera puicherani) in Privathaltung © Klaus Rudloff, Berlin
Das Kräuselhauben-Perlhuhn hat eine sehr weite Verbreitung und der Bestand scheint stabil zu sein. Es ist daher nicht als gefährdet eingestuft (Rote Liste: LEAST CONCERN), ist aber eine gute Botschafterart für Naturschutz in Waldgebieten und Trockenwäldern.

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Approximative Verbreitung des Kräuselhauben-Perlhuhns. Dunkelblau: pucherani sensu stricto, gelb: verreauxi; rot: edouardi
Der internationale Handel ist nicht unter CITES geregelt.

Verbreitung: pucherani im engern Sinn: Ostafrika: Kenia, Somalia, Tansania (einschließlich Sansibar)

Haltung in VdZ-Zoos: Magdeburg, Osnabrück, Walsrode

Besonderes: Das Kräuselhauben-Perlhuhn wird etwa 50 cm lang. Hähne erreichen ein Gewicht von über 1.3 kg. Die schwarze Kräuselfederhaube auf dem Scheitel besteht aus bis zu 26.4 mm langen Federn. Ansonsten sind Kopf und der obere Teil des Halses unbefiedert und je nach Art oder Unterart unterschiedlich gefärbt (RAETHEL, 1988).

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Westafrikanisches Kräuselhauben-Perlhuhn (Guttera (p.) verreauxi) auf Briefmarke, Liberia 45 Lib$
Das Kräuselhauben-Perlhuhn besiedelt Waldränder, Galeriewälder, Sekundärwälder und Miombo-Trockenwald (Brachystegia, Cryptosepalum, Julbernardia, Isoberlinia) bis auf eine Höhe von 2'200 m. Es ist ein Allesfresser, der Sämereien, Wurzeln, Zwiebeln und unterschiedlichste Wirbellose zu sich nimmt (DEL HOYO, 1994).

Gebrütet wird hauptsächlich während der Regenzeit. Das Gelege besteht normalerweise aus 4-5 Eiern, gelegentlich mehr (wobei eventuell zwei Hennen in dasselbe Nest legen). Die Brutzeit dauert 23 Tage (DEL HOYO, 1994).

Der alte Hamburger Zoo hat Kräuselhauben-Perlhühner bereits zu Beginn der 1870er-Jahre besessen, in den Londoner Zoo gelangte die Art 1879 und etwas später auch nach Berlin (RAETHEL, 1988).

Taxonomie und Nomenklatur: Das Kräuselhaubenperlhuhn wurde 1861 von Carl Johann Gustav HARTLAUB aufgrund eines aus Sansibar stammenden Exemplars beschrieben, welches er vom Naturhistorischen Museum Paris erhalten hatte, und das er zu Ehren des am Museum tätigen französischen Ornithologen Jacques PUCHERAN (1817-1895) Numida pucherani nannte. Nachdem G. edouardi eine zeitlang als eine eigene Art angesehen wurde, galten bis vor Kurzem alle Kräuselhauben-Perlhühner als Unterarten von pucherani (DEL HOYO er al., 1994). Aufgrund morphologischer Unterschiede werden heute aber drei Arten stipuliert: pucherani (Ostafrika, monotypisch), edouardi (Südostafrika) mit zwei und verreauxi (West-, Zentral und Südwestafrika) mit vier Unterarten (DEL HOYO et al., 2014). Die Aufsplittung ist den Vögeln allerdings entgangen, die sich im Zoo wie im Freiland fröhlich über "Art"grenzen vermischen.
    
Literatur:
DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1994)  
DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)
RAETHEL, H. S. (1988)

PD - 09.08.2016

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Gelesen 442 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 10 August 2016 12:47
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