Warane

Weisskehl-Steppenwaran

Weißkehl- oder Kapwaran (Varanus albigularis) im Zoo Magdeburg Weißkehl- oder Kapwaran (Varanus albigularis) im Zoo Magdeburg
Zoo Magdeburg

Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen (Sauria)
Zwischenordnung: Waranartige (Platynota)
Familie: Warane (Varanidae)

D NB 650

Weißkehl-Steppenwaran, Kap-Waran

Varanus (Polydaedalus) albigularis
Engl.: The Rock, or White-throated Monitor
Franz.: Le varan des steppes d'Afrique orientale,

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Weißkehl- oder Kapwaran (Varanus albigularis) im Zoo Magdeburg © Zoo Magdeburg
Die Art ist auf der für Warane revisionsbedürftigen Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

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Sehr approximative Verbreitung des Kapwarans (Varanus albuigularis)
Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Verbreitung: Ost- und Südafrika
albigularis: Angola, Botswana, Lesotho, Mosambik, Namibia, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Swasiland
angolensis: Angola, Kongo Dem. (Katanga), Sambia
microstictus: Äthiopien, Dschibuti, Kenia, Somalia, Tansania

Haltung in VdZ-Zoos: Magdeburg, Schmiding, Stuttgart

Besonderes: albigularis ist ein großer, plumper Waran. Für die Nominatform wird eine Gesamtlängen bis 132 cm angegeben (BRANCH, 1988), für andere Unterarten bis über 2 m (EIDENMÜLLER, 2009). Die schlitzförmigen Nasenlöcher befinden sich nicht an der Nasenspitze, sondern kurz vor dem Auge. Der Schwanz ist etwas länger als Kopf und Körper, an der Basis ist er rund, gegen hinten wird er hochoval (BRANCH, 1988).

Der Kapwaran ist nicht an Wasser gebunden. Er besiedelt hauptsächlich trockene und halbtrockene Gebiete, wie Trockenwälder, Savannen und Karoolandschaften, meidet aber Wüsten. Kleinere Individuen ernähren sich hauptsächlich von Insekten, größere nehmen alles, was sie überwältigen können, vorzugsweise Schlangen, einschließlich Kobras und Puffottern, gerne werden auch junge Schildkröten sowie  Eier und Küken von bodenbrütenden Vögel gefressen  und es wird Aas angenommen(EIDENMÜLLER, 2009; PATTERSON et al., 1988).

Nach einer im Halbschlaf zugebrachten Winterruhe kommt es zur Paarungszeit, im südlichen Afrika in August/September. Die je nach Größe des Weibchens sehr unterschiedlich großen Gelege werden meist in einer selbst gegrabenen Höhle, gelegentlich in Termitenbauten abgelegt. Bei 28-30°C schlüpfen die Jungen nach etwa 120-190 Tagen, im Freiland bisweilen erst nach einem Jahr. Viele Eier werden von Zebramangusten (Mungos mungo) gefressen, wichtigster Fressfeind adulter Tiere ist der Kampfadler (Polemaetus bellicosus) (BRANCH, 1988; WARANWELT).

Taxonomie und Nomenklatur: Der Kapwaran wurde bis in die 1990er-Jahre als Unterart von Varanus exanthematicus angesehen (z.B. BRANCH, 1988) und figuriert deshalb z.B. in älteren CITES-Handelsstatistiken unter jener Art. Zeitweilig wurde er zusammen mit Varanus flavescens der Untergattung Empagusia zugerechnet (ROTTER, 1963). Heute gilt er als eigene Art mit drei Unterarten und wird in die Untergattung Polydaedalus gestellt.

Literatur und Internetquellen:
BRANCH, B. (1988)
EIDENMÜLLER, B. (2009)
PATTERSON, R. & BANNISTER, A. (1988)
ROTTER, J. (1963)

REPTILE DATA BASE
WARANWELT

PD  - 12.08.2016

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Kapwaran (Varanus albigularis albigularis) im natürlichen Lebensraum. Ostkap, Südafrika, zwischen Cradock und Addo © Peter Dollinger, Zoo office Bern

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Gelesen 410 mal Letzte Änderung am Freitag, 16 Dezember 2016 14:26
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