Schildkröten

Scharnierschildkröten - Cuora

Gelbrand-Scharnierschildkröte (Cuora marginata) im Tierpark Berlin Gelbrand-Scharnierschildkröte (Cuora marginata) im Tierpark Berlin
© Klaus Rudloff, Berlin

Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
Unterordnung: Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)
Familie: Altwelt-Wasserschildkröten (Geoemydidae)

Die früher in der Familie Sumpfschildkröten (Emydidae) geführte Gattung Cuora besteht aus zwölf Arten, von denen eine gefährdet ist, zwei stark gefährdet sind und neun als von der Ausrottung bedroht gelten. In VdZ-Zoos werden zehn Arten gehalten. Der Allwetterzoo Münster weist in seinem Schilkröten-Zentrum die artenreichste Kollektion auf.

D VU 650

Amboina-Scharnierschildkröte

Cuora amboinensis
Engl.: The Amboina (or Southeast Asian) Box Turtle
Franz.: La tortue-boîte d'Asie orientale

301 007 009 001 cuora amboinensis TPB KR1
Amboina-Scharnierschildkröte (Cuora amboinensis) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin
Die Art gilt in vier Ursprungsländern als gefährdet, in vier weiteren als stark gefährdet, die kleine Population in Singapur ist stabil und aus einem Land gibt es keine Daten. Zusammenfassen wurde die Art deshalb im Jahr 2000 als gefährdet eingestuft (Rote Liste: VULNERABLE).

Der internationaler Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Verbreitung: Bangladesch, China (Jünnan), Indien (Bundesstaaten östlich von Bangladesch, Andamanen, Nikobaren), Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand, Vietnam

Haltung in VDZ-Zoos: Berlin-Tierpark, Duisburg, Erfurt-Aquarium, Gelsenkirchen, Gossau, Hamburg, Straubing

Besonderes: Die Amboina-Scharnierschildkröte erreicht eine Carapaxlänge von 20-22 cm. Der dunkelbraune, fast schwarze Rückenpanzer der Adulttiere hat einen nur schwach ausgeprägten Mittelkiel, bei Jungtieren noch drei Längskiele. Kopf dunkelbraun und gelb gezeichnet. Die Tiere besiedeln lansam fließende oder stehende Gewässer mit reichlicher Unterasservegetation, einschließlich Sümpfe, verbringen aber einen erheblichen Teil der Zeit an Land und werden auch recht weit vom nächsten Gewässer entfernt angetroffen. Sie ernähren sich überwiegend von Pflanzen, nehmen aber auch animalische Kosten. Die Weibchen legen mehrmals im Jahr 1-3(-5) Eier (ROGNER, 2008).

Taxonomie und Nomenklatur: Es werden vier Unterarten anerkannt: amboinensis im östlichen Indonesien und den Philippinen, couro im westlichen Indonesien (ohne Borneo), lineata in der Kachin-Provinz Burmas und im angrenzenden Jünnan sowie kamaroma mit den restlichen Festlandvorkommen und auf Borneo, den Andamanen und Nikobaren (REPTILE DATA BASE)

Literatur: 
ROGNER, M. (2008)

REPTiLE DATA BASE

 PD - 23.08.2016

D EN 650

Gelbrand-Scharnierschildkröte

Cuora flavomarginata
Engl.: The Vellow-margned (or Blackbellied) Box Turtle
Franz.: La tortue-boîte à bord jaune

301 007 009 004 cuora flavomarginata TPB KR2
Gelbrand-Scharnierschildkröte (Cuora flavomarginata) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin
Die Art gilt auf dem chinesischen Festland als von der Ausrottung bedroht und die Inselvorkommen werden als gefährdet betrachtet. Zusammenfassen wurde die Art deshalb im Jahr 2000 als stark gefährdet eingestuft (Rote Liste: ENDANGERED).

301 007 009 004 cuora flavomarginata map
Approximative Verbreitung der Gelbrand-Scharnierschildkröte (Cuora flavomarginata)
Der internationaler Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt. Für Wildfänge gilt eine Nullquote.

Verbreitung: China (Provinz Hunan und autonomes Gebiet Guangxi), Taiwan sowie die zwischen Taiwan und Kyushu gelegenen japanischen Nansei-Inseln

Haltung in VDZ-Zoos: Berlin-Tierpark, Erfurt-Aquarium, Köln, Münster

Besonderes: Die Gelbrand-Scharnierschildkröte erreicht eine Carapaxlänge von 18-20 cm. Der dunkelbraune Rückenpanzer hat einen schwach ausgeprägten gelben Mittelkiel. Das größtenteils schwarz oder dunkelbraun gefärbte Plastron-Ränder und Brücken sind gelb - ist sehr flexibel und erlaubt der Schildkröte, den Panzer vorne und hinten vollständig zu verschließen. Vom Auge verläuft ein leuchtend zitronengelber, schwarz eingefasster Schläfenstreifen bis in den Nacken, auch auf der Oberseite des Schwanzes hat es einen gelben Streifen. Ansonsten sind die Weichteile olivbraun bis schwarz gefärbt (ROGNER, 2008).

Die Art ist landlebend und nicht von Gewässern abhängig. Die Tiere sind hauptsächlich von anfangs April bis in den November aktiv und überdauern den Winter in natürlichen Höhlen oder eingraben unter Laub. Die Gelege bestehen aus 1-3 Eiern, die nur locker mit Substrat abgedeckt werden. Je nach Temperatur schlüpfen die Jungen nach 69-101 Tagen (ROGNER, 2008).

Taxonomie und Nomenklatur: Die Art wurde von manchen Autoren den Gattungen Cyclemys oder Cistoclemmys zugeteilt. Es gibt drei Unterarten: evelynae auf den Nansei-Inseln die Nominatform auf Taiwan und sinensis auf dem chinesischen Festland (REPTILE DATA BASE).

Literatur und Internetquellen:

ROGNER, M. (2008)

REPTILE DATA BASE

PD - 23.08.2016

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Gelesen 807 mal Letzte Änderung am Freitag, 26 August 2016 13:20
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