Krallenaffen

Kaiserschnurrbart-tamarin

Kaiserschnurrbarttamarin (Saguinus imperator) in Hagenbecks Tierpark Kaiserschnurrbarttamarin (Saguinus imperator) in Hagenbecks Tierpark
© LS, Hamburg

Ordnung: Affen und Halbaffen (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorrhini)
Teilordnung: Eigentliche Affen (Simiiformes)
Überfamilie: Neuwelt- oder Breitnasenaffen (Platyrrhini)
Familie: Krallenaffen (Callitrichidae)

Zur Gattung Saguinus gehören 17 Arten, von denen je eine als vom Aussterben bedroht, stark gefährdet, gefährdet und potenziell gefährdet gilt. In VdZ-Zoos werden rund die Hälfte der Arten gezeigt.

D LC 650

Kaiserschnurrbarttamarin

Saguinus imperator
Engl.: The Emperor Tamarin
Franz.: Le tamarin empereur

Kaiserschnurrbarttamarin im Zoo Halle © © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Kaiserschnurrbarttamarin im Zoo Halle © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Die Bestände nehmen zwar ab, aber angesichts ihrer recht weiten Verbreitung wird die Art als nicht gefährdet eingestuft (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Verbreitung: Oberlauf des Amazonas und seine Nebenflüsse in Bolivien, Brasilien und Peru.

Haltung in VdZ-Zoos: Berlin-Tierpark, Bern, Cottbus, Dortmund, Dresden, Eberswalde, Frankfurt, Halle, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Hoyerswerda, Leipzig, Magdeburg, Neuwied, Salzburg, Stuttgart, Tallin, Teneriffa-Puerto-de-la-Cruz, Wien-Schönbrunn, Zürich

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Verbreitung des Kaiserschnurrbarttamarins (Saguinus imperator)
Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) seit 1994.

Besonderes: Kaiserschnurrbarttamarine haben eine mittlere Kopf-Rumpflänge von rund 25 cm und ein Schwanzlänge von rund 37 cm. Das Gewicht liegt bei ungefähr 400-500 g  (SCHRÖPEL, 2010).

Seinen Namen verdankt der Kaiserschnurrbarttamarin fälschlicherweise seinem auffälligsten Merkmal, dem langen, weißen Schnurrbart. Da man die erst 1907 entdeckten Äffchen nur von erlegten Exemplaren her kannte, zwirbelten die Museumspräparatoren in Europa den Bart der kaiserlichen Mode entsprechend, nach oben anstatt nach unten. Erst Jahre später wurde der Irrtum entdeckt und berichtigt. Der Name allerdings blieb. (Text nach PM Zoo Frankfurt)

Kaiserschnurrbarttamarin im Zoo Halle © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Kaiserschnurrbarttamarin im Zoo Halle © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Kaiserschnurrbarttamarine ernähren sich von Früchten, Insekten und Baumsäften, nehmen aber auch Vogeleier und kleine Wirbeltiere (Echsen und Baumfrösche) zu sich. Bei der Futtersuche in den dichten Regenwäldern Südamerikas, dient der lange Schwanz den tagaktiven Tieren bei ihren weiten Sprüngen durch die Bäume zur Balance.

Freilanduntersuchungen haben ergeben, dass über 50 % der Tagesaktivität von der Nahrungssuche eingenommen werden. Davon entfallen ein Drittel auf Pflanzennahrung und zwei Drittel auf die Suche nach tierischer Nahrung. (TERBORGH, 1983, zit. in SCHRÖPEL, 2010)

Untereinander verständigen sich Kaiserschnurrbarttamarine durch schrille Schreie und warnen sich somit frühzeitig vor Räubern.

Der älteste bekannte Kaiserschnurrbarttamarin kam im Juni 1980 in den Zoo Osnabrück  und starb am 5.3.2004 im Zoo Frankfurt nach einer Haltungsdauer von 23 Jahren und 8 Monaten (WEIGL, 2005).

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten:
ECKERN, S. (2011)

Literatur:
SCHRÖPEL, M. (2010)
WEIGL, R. (2005)

PD - 11.10.2009; mehrfach aktualisiert

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