Feldprojekte in Süd- und Mittelamerika

Zwergameisenbär

Zwergameisenbär (Cyclopes didactylus). Nach den Untersuchungen wird das Tier freigelassen und verschwindet schnell auf dem nöchsten Baum Zwergameisenbär (Cyclopes didactylus). Nach den Untersuchungen wird das Tier freigelassen und verschwindet schnell auf dem nöchsten Baum
© Projecto Tamanduá

Schutz des Zwergameisenbären in Brasilien

Zoo Dortmund

SAM 2016 2 cyclopes delta
Landschaft im Mündungsdelta des Rio Parnaíba © Projecto Tamanduá
Der Zwergameisenbär (Cyclopes didactylus) ist die kleinste Art der Ameisenbären und auch die am wenigsten erforschte. Die Art hat ein weites Verbreitungsgebiet von Mexiko über Mittelamerika, Kolumbien, Venezuela, Ecuador, Guyana, Surinam, Französisch Guyana bis Brasilien. Obwohl von der IUCN als „nicht gefährdet“ eingestuft, stehen isolierte Vorkommen durch Abholzung und Habitatverlust unter starkem Druck. So auch die Population im Nordosten von Brasilien. Diese ist wahrscheinlich seit dem Pleistozän durch die Caatinga (Savannen- und Waldgebiet mit semiaridem Klima) von der Amazonaspopulation getrennt.

SAM 2016 2 cyclopes landschaft
Blick von der Feldstation ins Untersuchungsgebiet © Projecto Tamanduá
Das vom Zoo Dortmund unterstütze Projekt „Brazilian Northeast Pygmy Anteater‘s (Cyclopes didactylus) Conservation Project“ wird vom Instituto de pesquisa e Conservação de tamanduás no Brasil als Projeto Tamanduaí unter der Federführung von Flavia Miranda durchgeführt.

Das Projekt wird im Mangrovenwald am Delta des Rio Parnaíba, im Nordosten von Brasilien zwischen den Bundesstaaten Piauí und Maranhão durchgeführt. Ein Mix aus Lagunen, Dünen, Sümpfen und Überschwemmungsland kennzeichnet das Projektgebiet. Die ca. 70 Inseln sind durch Kanäle und Lagunen voneinander isoliert.

SAM 2016 2 cyclopes tamanduai1
Blutabnahme beim Zwergameisenbären © Projecto Tamanduá
Das Projekt beinhaltet die Erfassung des Bestandes und Dokumentation der Lebensweise sowie medizinische Untersuchungen der Tiere, um Krankheiten, Parasitenbefall und Gesundheitszustand zu ermitteln.

Die gewonnenen Erkenntnisse dienen als Grundlage, um einen Gesundheits-Aktionsplan (health improvement action plan for conservation) für diese Tierart zu erstellen. Diese Grundlagen können dann auf andere Populationen übertragen werden. Gleichzeitig wird angestrebt, genetisches Material zu sammeln, um Unterschiede zu der Amazonaspopulation aufzuzeigen.

SAM 2016 2 cyclopes tamanduai2
Zwergameisenbär in Nahansicht. Wie bei seinen großen Verwandten (Tamandua, Großer Ameisenbär) ist ein Finger mit einer starken Kralle besetzt, die zur Nahrungssuche (Ameisen, Termiten) eingesetzt wird © Projecto Tamanduá
Die gewonnenen Erkenntnisse können auch hilfreich sein, um eine zukünftige stabile  Zoopopulation aufzubauen, die auch ex-situ Forschung ermöglichte. Gegenwärtig wird die Art in Europa nicht gehalten.

IS - 25.11.2016

Zurück zu Feldprojekte

Gelesen 675 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 14 Dezember 2016 07:37
© Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) e.V. hyperworx