Aktuelles aus den VdZ-Zoos

Nachwuchs im März 2017

Nachwuchs bei den Kaiserschnurrbarttamarinen Nachwuchs bei den Kaiserschnurrbarttamarinen
© Tierpark Bern

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Geburt einer Sitatunga-Antilope im Kölner Zoo

Köln, 17.3.17. Ende Februar hat sich die Antilopen-Herde im Kölner Zoo vergrößert. Kalb „Jala“ ist zur Welt gekommen. „Jala“ ist Swahili und bedeutet „die Besondere“. Das Weibchen ist das zweite Kalb der dreijährigen „Suri“, die im Dezember 2014 aus der Zoom-Erlebniswelt Gelsenkirchen nach Köln gekommen ist. Vater ist der im vergangenen Oktober gestorbene Bock „Buddy“, der im Zoo Prag geboren wurde. „Jala“ ist bereits die 44. Nachzucht der Sitatungas im Kölner Zoo, wo mit der Haltung dieser Art 1983 begonnen wurde. Das letzte Sitatunga-Kalb, das Männchen „Togo“, wurde 2016 in Köln geboren.
Sitatungas, auch als Wasserkudu, Sumpfbock oder Sumpfantilope bekannt, sind Paarhufer. Sie zählen zur Familie der Hornträger (Bovidae). Der Lebensraum dieser Antilopenart erstreckt sich entlang der Flüsse und Seen des westlichen, zentralen Afrikas. Die südlichsten Vertreter kommen im Okavango-Delta des nördlichen Botswana vor. Die Weibchen dieser Art sind leuchtend rotbraun bis kastanienbraun und tragen an der Seite und an den Flanken weiße Querstreifen und Sprenkel. Ausgewachsene Männchen sind zottelig grau- bis schokoladenbraun und tragen ein Gehörn, das eine Länge von annähernd einem Meter erreichen kann. Mit 50 bis 100 Kilogramm Körpergewicht und einer Schulterhöhe von 80 bis 100 Zentimetern haben sie als Erwachsene eine recht imposante Erscheinung.
Zumeist leben die Tiere in Haremsgruppen mit mehreren Weibchen und einem Bock. Sitatungas werden mit weniger als einem Jahr geschlechtsreif. Weibchen können alle neun Monate ein Jungtier gebären. Die Tragzeit beträgt im Mittel 250 Tage. Beide Geschlechter haben besonders lange und weit spreizbare Hufe. Diese sind perfekt auf ihren sumpfigen Lebensraum abgestimmt, um ein Einsinken zu verhindern. Die Sitatungas verbringen ihr Leben in den Papyrus-Dickichten rund um Sümpfe, Seen und Flüsse. Sie sind gute Schwimmer und können sogar tauchen. Nahrung sind Schilf und alle Arten von Wasserpflanzen. Zu den Fressfeinden gehören Großkatzen, Krokodile und Riesenschlangen. Momentan werden Sitatungas, die in vier Unterarten eingeteilt werden, zwar von der Internationalen Naturschutzunion (IUCN) als „nicht bedroht“ geführt, aber die Populationen in freier Wildbahn nehmen durch Bejagung und Lebensraumzerstörung stetig ab. Die Populationen in Togo und Niger sind wahrscheinlich bereits ausgerottet.
Die in den Zoologischen Gärten Europas gehaltenen Tiere gehören alle der westlichen Unterart an, die bereits in einigen Teilen ihres Verbreitungsgebiets ausgerottet wurde. Das Europäische Zuchtbuch (ESB) für diese Unterart wird vom Kölner Zoo geführt. Derzeit sind etwa 600 der ausgesprochen grazilen Tiere in über 60 Zoos in Europa verzeichnet. Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie man durch enge Kooperation zwischen den Zoos einen gesunden Bestand aufrechterhalten kann. 

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Nashorn im Tiergarten Nürnberg geboren

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Panzernashornbulle © Tiergarten Nürnberg
Nürnberg, 2.3.17. Ein kleines, männliches Panzernashorn ist am Mittwoch, 1. März 2017, um 16.30 Uhr im Tiergarten Nürnberg zur Welt gekommen. Schon 20 Minuten nach dem Platzen der Fruchtblase war das 60 Kilogramm schwere Kalb geboren und nach weiteren fünf Stunden hat es zum ersten Mal getrunken. Da das Hauptverbreitungsgebiet der Panzernashörner in Indien liegt, wurde der Nachwuchs Sanjai getauft. Das ist ein in Indien beliebter Name für Jungs und bedeutet „Der Siegreiche“. Die 11-jährige Mutter Sofie kam am 17. September 2015 im Tausch mit Seto Paitala aus dem britischen West Midland Safari Park nach Nürnberg. Schon nach einer kurzen Eingewöhnungsphase kam sie mit Ropen, dem jetzt 28-jährigen Bullen zusammen. Die erste Paarung war offensichtlich erfolgreich, so dass nach der 481 Tage langen Tragzeit die Geburt im erwarteten Zeitraum erfolgte. Die Mutter kümmert sich vorbildlich um ihren Nachwuchs und ist für eine Erstgebärende erstaunlich ruhig und
entspannt.

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Royaler Nachwuchs bei den Kaiserschnurrbarttamarinen

Bern, 3.3.17. Das „kaiserliche“ Empfangskomitee im Dählhölzli hat Nachwuchs. Pünktlich zum Wochenanfang erblickte der kleine „Prinz“ – oder die kleine „Prinzessin“ – nach einer Tragzeit von fast fünf Monaten das Licht der Welt.
Mit einem Gewicht von zirka 40 Gramm und einer Grösse von rund 5 cm (ohne Schwanz) ist der Affennachwuchs bereits kräftig genug, um sich bei Mutter und Vater gut festzuklammern. Grosse Sprünge machen dies nötig. Obwohl sie zum ersten Mal Nachwuchs haben, ansonsten kümmern sich sowohl Vater und Mutter „vorbildlich“ um das erste Jungtier.
Der Name dieser Tamarinart soll an Kaiser Willhelm den Zweiten erinnern, obwohl bei genauer Betrachtung dessen Bartspitzen nach oben zeigten. Der namensgebende imposante Bart ziert nicht nur die erwachsenen Männchen sondern auch die Weibchen. Selbst bei dem kleinen Affennachwuchs erkennt man bereits den charakteristischen Bartansatz.
Kaiserschnurrbarttamarine sind seit März 2015 im Dählhölzli, das Weibchen ist aber erst im Juni 2016 dazu gestossen. Umso erfreulicher, dass es so bald mit dem Nachwuchs geklappt hat.

 

Junge Wilde in Yukon Bay Nachwuchs bei den Nördlichen Seebären und den Karibus Pünktlich zum Ferienbeginn geht es in Yukon Bay so richtig wild zu. Zwei kleine Seebären und ein Karibu-Jungtier erobern die Außenanlagen und die Herzen der Besucher.Im Hafenbecken schlagen die Wellen zurzeit besonders hoch. Der Nachwuchs der Nördlichen Seebären hat das Schwimmtraining aufgenommen und stürzt sich wagemutig in die tosende Brandung. Täglich zwischen 9 und 12 Uhr sind Bud (*26.05.2015, Mutter: Donna(8)) und Hilla (07.06.2015, Mutter: Smilla (8)) im Hafenbecken vor dem Yukon Stadium zu sehen. Und zu hören! Pausenlos wird gebrüllt und gekeckert. Im Vergleich zu der tiefen Stimme von Vater Roger (8), klingen die beiden Jungtiere ein bisschen heiser und manchmal klingen die Rufe eher nach einem – Pardon – kräftigen Rülpsen. Das hat die beiden aber noch nie davon abgehalten, lautstark auf sich aufmerksam zu machen. Die ersten Wochen haben die beiden Jungtiere hinter den Kulissen verbracht, wo es entsprechend laut zu ging. Weil Seebärenbabys ihre Mutter an der Stimme erkennen, brüllen sich Mutter und Kind die ersten Tage beständig an. Ein Konzert der schiefen Töne unterhielt ganz Yukon Bay.Etwa vier Wochen nach der Geburt trauen sich Seebärenjungtiere zum ersten Mal ins Wasser und daran mussten Bud und Hilla hinter den Kulissen gewöhnt werden. Um ganz sicher zu gehen, dass die Kleinen sich über Wasser halten und alleine wieder an Land klettern können, verlegten die Tierpfleger die ersten Schwimmstunden in ein flaches Übungsbecken. Die Seepferdchen-Prüfung ist bestanden, Bud und Hilla sind kräftig genug für die Wellen im Hafenbecken.Nachwuchs bei den KaribusEin Stück weiter, in Kanadas Wildnis, wirbelt Karibu-Jungtier Ambrosius (*01.07.2015) mächtig Staub auf, wenn es auf den noch etwas wackeligen Beinen durch die Außenanlage läuft. So samtweich wie sein Fell sind seine Bewegungen nämlich noch nicht. Doch das wird sich schnell ändern. Beinahe täglich wird er kräftiger, ausdauernder und bewegt sich schon bald genau so elegant wie sein Vater Carter (7).Schon bei der Geburt sind Karibu-Jungtiere gut entwickelt. Sie wiegen zwischen 5 und 12 kg, können schon nach kurzer Zeit ihrer Mutter folgen und bleiben auch die meiste Zeit in ihrer Nähe. Sollten sich Mutter Takkini (8) und der kleine Ambrosius doch einmal aus den Augen verlieren, ruft das Jungtier nach seiner Mutter. Die wiederum erwidert den Ruf und das Kalb folgt der Stimme, bis sich beide wieder gefunden haben.SteckbriefeNördlicher Seebär (Callorhinus ursinus)Jedes Jahr im Mai warten unzählige Seebärbullen an bestimmten Küstenstreifen in Nord-Amerika auf die eintreffenden Weibchen. An Land streiten sie mit ihren Artgenossen um das beste Grundstück. Wenn die Weibchen eingetroffen sind, müssen sich die Bullen noch etwas gedulden. Wenige Stunden nach ihrer Ankunft bringen die Weibchen nämlich erst mal ihre Jungtiere zur Welt. Bereits kurze Zeit später paaren sie sich erneut. Etwa 51 Wochen später bringen sie die nächsten Jungtiere zur Welt und zwar genau dort, wo sie es schon immer getan haben: An ihren eigenen Geburtsstätten.
Herkunft: Nord-Amerika
Nahrung: Fisch, Tintenfisch
Größe: Männchen ca. 210 cm, Weibchen ca. 140 cm
Tragzeit: 357 Tage
Erreichbares Alter: Bis 25 Jahre in menschlicher Obhut
Gewicht: Männchen bis 270 kg, Weibchen bis 50 kg
Karibu (Rangifer tarandus caribou)Karibus sind eine nordamerikanische Wildform der Rentiere und leben im Norden Amerikas, von Kanada bis hoch nach Alaska. Die Brunftzeit der Karibus beginnt im Herbst. Während der Brunftzeit geben die Hirsche orgelnd-grunzende Laute von sich, um die Hirschkühe anzulocken. Im Streit um die Weibchen kämpfen die Männchen mit den Geweihen. Sofort nach der Brunft werfen die Hirsche ihr Geweih ab. Die trächtigen Hirschkühe tragen ihr Geweih weiter und können sich so im Kampf um die besten Futterstellen gegen die Hirsche behaupten.
Herkunft: Nord-Amerika
Nahrung: Flechten, Blätter, Kräuter, Pilze
Größe: 220 cm lang und 140 cm hoch
Tragzeit: 225 bis 235 Tage
Erreichbares Alter: Bis 16 Jahre in menschlicher Obhut
Gewicht: 275 kg
Gelesen 629 mal Letzte Änderung am Freitag, 31 März 2017 12:20
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