Halbaffen

Roter Vari

Roter Vari (Varecia variegata) im Zoo Zürich Roter Vari (Varecia variegata) im Zoo Zürich
© Zoo Zürich

Ordnung: Affen und Halbaffen (Primates)
Unterordnung: Halbaffen (Prosimia) = Feuchtnasenaffen (Strepsirrhini)
Familie: Makis (Lemuridae)

Zur Gattung Varecia gehören zwei Arten, die beide vom Aussterben bedroht sind. Beide Arten werden in VdZ-Zoos gezeigt.

D CR 650

Roter Vari

Varecia rubra
Engl.: The Red Ruffed Lemur
Franz.: Le maki vari roux

Junge Rote Varis (Varecia v. rubra) im Tiergarten Schönbrunn © DZ, Wien
Junge Rote Varis (Varecia v. rubra) im Tiergarten Schönbrunn © DZ, Wien
Der Rote Vari hat eine limitierte Verbreitung und obwohl sein Lebensraum im Prinzip geschützt ist, gibt es illegale Rodungs- und Jagdaktiviäten. Er galt deshalb als stark gefährdet und wurde 2014 in die Kategorie "unmittelbar vom Aussterben bedroht" hochgestuft, weil davon ausgegangen wurde, dass der Bestand innerhalb von 24 Jahren um mehr als 80% abgenommen hat (Rote Liste: CRITICALLY ENDANGERED).

Früher galt der Rote Vari als Unterart von Lemur variegata.

Verbreitung: Masoalahabinsel in Nordost-Madagaskar.

Haltung in VdZ-Zoos: Berlin-Tierpark, 106-001-002-005b v v rubra map
Verbreitung des Roten Varis (Varecia rubra)
Eberswalde, Gelsenkirchen, Hannover, Köln, Marlow, München, Neuwied, Rheine, Rostock, Schmiding, Stuttgart, Wien-Schönbrunn, Wuppertal, Zürich

Roter Vari im Kölner Zoo © RS, Kölner Zoo
Roter Vari im Kölner Zoo © RS, Kölner Zoo
Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) seit 1990

Besonderes (für beide Arten): Varis waren bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in europäischen Zoos zu sehen, so in London, Berlin und Köln. Der heutige Zoobestand wurde ab 1970 aufgebaut, als der Basler "Zolli" und der Kölner Zoo vier bzw. einen Schwarzweißen Vari erhielten. Diesen folgten einige weitere Importe, vorerst von Junger Roter Vari (Varecia v. rubra) im Tiergarten Schönbrunn © DZ, Wien
Junger Roter Vari (Varecia v. rubra) im Tiergarten Schönbrunn © DZ, Wien
Schwarzweißen, dann von Roten und schliesslich von Gürtelvaris. Die heutige europäische Population geht zurück auf 18 Gründertiere des Schwarzweißen, 10 des Roten und 4 des Gürtelvaris. Beim Schwarzweißen Vari waren Ende 2000 noch 94.5 % der ursprünglichen genetischen Variabilität vorhanden und der Inzuchtkoeffizient war tief (0.059). Damit sind die Voraussetzungen für eine langfristige Erhaltungszucht gegeben. Um bei den beiden anderen Unterarten die für dieses Ziel ausreichende genetische Variabilität zu gewährleistein, müssten dagegen noch einige blutsfremde Tiere importiert werden. (SCHWITZER, 2003)

Da weibliche Varis unter sich oft unverträglich sind, müssten vermehrt Großanlagen, wie jene in Münster, gebaut werden, in denen die Haltung gemischter, aus mehrerern Männchen und Weibchen bestehender Gruppen oder von von reinen Weibchengruppen möglich ist. In Münster leben die Varis auf einer großen, von Wasser umgebenen Anlage, ähnlich der Katta-Insel, die allerdings im Gegensatz zu jener von den Besuchern nicht betreten werden kann.

Der Altersrekord für Rote Varis in Menschenobhut liegt bei 28 Jahren und 8 Monaten. er wurde im Tioerpark Berlin erreicht (PAULY, 2009),

Wie Varis gehalten werden (Beispiele):
Lemureninsel im Allwetterzoo Münster
Masoala-Regenwald im Zoo Zürich

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten:
BÖLLING, A. (2015)
DÖRING, A. (2015)
TRABER, S. (2004)
ZEITRÄG, C. (2014)

Literatur:
MITTERMEIER, R.A., RYLANDS, A.B. & WILSON, D.E. (2013)
PAULY, A. (2009)
SCHWITZER, C. (2003)

PD - 27.12.2008; mehrfach aktualisiert

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