Aktuelles aus den VdZ-Zoos

Politik und Gesellschaft im April 2017

Markus Ferber, MdEP, links, und Barbara Jantschke, Direktorin Zoo Augsburg, rechts. Markus Ferber, MdEP, links, und Barbara Jantschke, Direktorin Zoo Augsburg, rechts.
© Zoo Augsburg

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Markus Ferber zu Gast im Augsburger Zoo

Augsburg, 13.4.17. Dürfen Nasenbären und andere gebietsfremde invasive Tierarten bald nicht mehr im Augsburger Zoo gehalten werden? Die EU-Kommission hat eine Liste mit 37 Tier- und Pflanzenarten veröffentlicht, die nicht mehr in die EU eingeführt, dort gehalten, gezüchtet, transportiert, gekauft, verkauft, getauscht oder freigesetzt werden dürfen. Auch ein Publikumsliebling des Augsburger Zoos, der Nasenbär, steht auf der Liste.
Auf Einladung von Zoodirektorin Dr. Barbara Jantschke besuchte der Europaabgeordneter Markus Ferber deswegen den Augsburger Zoo, um sich die Situation vor Ort anzuschauen. Beide sind sich einig, dass zoologische Einrichtungen durch die EU-Verordnung nicht an der Erfüllung ihrer Aufgaben im Rahmen der EU-Zoorichtlinien gehindert werden dürfen. „Die Zootierbestände sind nicht ursächlich für die Invasivarten-Problematik in Europa. Wir sind gesetzlich ohnehin dazu verpflichtet, die Tiere am Entweichen in die Umwelt zu hindern“, erklärte die Zoodirektorin.
Der Europaabgeordnete plädiert deshalb dafür, dass es für Tiere, die in Zoos gehalten werden, unabhängig vom Schutzstatus dieser Arten, Ausnahmeregelungen geben müsse. „Der europäische Gesetzgeber hat den EU-Mitgliedstaaten bei der ‚Aliens-Verordnung‘ die Möglichkeit eingeräumt, Ausnahmegenehmigungen für Zoos zu erteilen. Die Ausgestaltung in Deutschland hängt aktuell noch vom zuständigen Bundesumweltministerium ab“, so Markus Ferber. „Auch wenn der Nasenbär in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet nicht gefährdet ist, muss eine Bestandssicherung der Tiergruppe im Rahmen der biologischen Vielfalt im Zoo gewährleistet sein. So wollte es auch das Europäische Parlament“, erklärt der Europaabgeordnete. „Jetzt geht es darum eine praktikable Lösung zu finden die mit der EU-Verordnung vereinbar ist.“ Deshalb steht der Europaabgeordnete auch in engem Austausch mit den Kollegen im Bundestag, die Ende April über die Ausnahmegenehmigung beraten werden.
Bis zu einer finalen Entscheidung in Berlin hat die Zoodirektorin jedoch die eigentlich schon lange geplante Anschaffung eines männlichen Nasenbären zunächst auf Eis gelegt. „Wir hoffen sehr, dass die politischen Gremien in Deutschland der Argumentation der Zoologischen Gärten folgen werden, damit weiterhin diese Arten zu sehen sind, und wir unseren Umweltbildungsauftrag erfüllen können“.

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Minister Meyer übernimmt Schirmherrschaft für 360 Grad- "Poitou-view"- Esel Kamera

Warder, 6.4.17. Am 5.April 2017 um 9 Uhr wird Minister Meyer die Schirmherrschaft für das neueste Marketingprojekt der Arche Warder übernehmen. Eine 360 Grad Kamera auf dem Rücken eines Poitou-Esels zeigt dann ganz besondere bewegte Bilder aus tierischer Sicht von der Arche Warder. Gefilmt aus der Perspektive eines Esels sollen Besucher durch das Projekt "Poitou-view" Esel Kamera über die Sozialen Medien einen Eindruck über die tiergerechten, weitläufigen Anlagen des Landschaftstierparks Arche Warder erhalten. Dank der Aufnahmen der 360 Grad Kamera erhalten Besucher einen Rundumblick – per Mouseklick können sie die Perspektive verändern. Die Poitou-Esel sind beliebte Motive vieler Besucher und filmen nun erstmal selbst – aus ihrer Sicht. Die Arche Warder erhofft sich durch das Projekt "Poitou-view" Esel Kamera einen Zugang zu Menschen, die vor allem die Sozialen Medien und das Internet nutzen um sich zu informieren. Mit Hilfe der Poitou-Esel sollen so mehrere kurze 360 Grad Filme entstehen, die die einzelnen Bereiche und Arbeitsabläufe in der Arche Warder vorstellen.

Gelesen 64 mal Letzte Änderung am Dienstag, 18 April 2017 09:52
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