Aktuelles vom VdZ

EU Verordnung zu Invasivarten: VdZ und Politiker werben für den Erhalt der Artenvielfalt in Zoos

v.l.: Achim Winkler (Zoo Duisburg), Renate Sommer (MdEP), Julia Kögler (VdZ)  und Thomas Mahlberg (MdB) im Zoo Duisburg v.l.: Achim Winkler (Zoo Duisburg), Renate Sommer (MdEP), Julia Kögler (VdZ) und Thomas Mahlberg (MdB) im Zoo Duisburg
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Berlin, 8. Mai 2017. Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) begrüßt die EU Verordnung 1143/2014 zum Schutz einheimischer Tier- und Pflanzenarten im Hinblick auf wildlebende Tierpopulationen. Gleichzeitig setzt sich der VdZ ein für die umfassende Umsetzung der Ausnahmeoptionen, die die EU Verordnung den Europäischen Zoos einräumt (Artikel 8): Danach dürfen Zoos invasive Tierarten, die auf der Unionsliste gelistet wurden, per Antrag weiterhin halten, züchten und transportieren. Die Ausnahmeoptionen sind dementsprechend wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt in Europäischen Zoos.

Durch die Sonderstellung von Zoos annerkennt die EU Verordnung:
(a) Zoos stellen im Gegensatz zu globalen Handelswegen, Frachtschiffen, etc. keine signifikanten Einfuhrpfade für gebietsfremde Arten dar, sind also keine markanten Verursacher des Invasivarten-Problems in der EU .
(b) Zoos sind bedeutende naturnahe Bildungsorte: Das Bildungsangebot Europäischer Zoos erreicht jährlich über 140 Millionen Besucher und beinhaltet unter anderem Informationen über Invasivarten und deren negative Einflüsse auf die europäische Biodiversität. Diese Aufklärung der Bevölkerung ist ein wichtiges Anliegen der EU Kommission und des EU Parlaments.

 

Der VdZ erfährt breite Rückendeckung von EU Politikern, Bundespolitikern und Landtagen

2017 02 01 VdZ IGW Backhaus

27. Januar: Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern, fordert: "Ich erwarte, dass der anstehende Gesetzentwurf die Belange unserer Zoos in Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus natürlich auch der Zoos in Deutschland hinreichend berücksichtigt. Die Zoos sind landesweit unverzichtbare Bildungsstandorte sowie bedeutsame Naturschutzzentren und haben damit eine herausragende gesamtgesellschaftliche Bedeutung, deren wichtige Arbeit gemäß der EU-Zoorichtlinie nicht erschwert werden darf."  Zur Pressemitteilung.

 

2017 05 05 Sommer Bochum6. März: Die Europaabgeordnete Dr. Renate Sommer betont bei ihrem Besuch im Zoo Bochum: "Wir wollen, dass Zoos auch in Zukunft Tiere halten dürfen, die auf der Unionsliste stehen. Dazu gehört auch die Erhaltungszucht, unabhängig vom Schutzstatus dieser Arten. Das heißt, auch wenn die betreffende Art in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet nicht gefährdet ist, muss eine Bestandssicherung im Rahmen der biologischen Vielfalt im Zoo gewährleistet sein. Es ist jetzt Aufgabe des Bundestages, in dieser Richtung tätig zu werden.“ Zur Pressemitteilung.

15. März: Der Landtag Sachsen stimmt dem Antrag zu: "Erhalt und Fortentwicklung  der Artenvielfalt in der sächsischen Zoolandschaft" (Sammeldrucksache 6/8790)

2017 05 05 Münte17. März: Die Bundestagsabgeordneten Axel Schäfer und Michelle Müntefering bei ihrem Besuch im Zoo Bochum: "Zoologische Einrichtungen dürfen durch die EU Verordnung nicht an der Erfüllung ihrer Aufgaben im Rahmen der EU-Zoorichtlinien gehindert werden".

 

 

31. März: Der Bundesrat übersendet den nationalen Gesetzentwurf mit Kommentaren an das Bundeskabinett (Drucksache 184/1/17). Es wird anerkannt, dass Invasivarten in Zoos:
(a) der Bildung der Bevölkerung dienen;
(b) keine Gefahr für die wildlebende einheimische Flora und Fauna darstellen;
(c) zukünftig ohne Genehmigungsverfahren gehalten werden sollen, wenn die Tiere vor dem Inkrafttreten der Unionsliste (3.8.2016) im Bestand waren und wenn es sich um eine Haltung ohne Vermehrung handelt; und
(d) im Falle einer Haltung mit Vermehrung zukünftig zwar genehmigungspflichtig sind, der hierfür entstehende Verwaltungsaufwand aber möglichst gering und sachangemessen auszufallen hat.

3. April: Die Europaabgeordnete Ulrike Rodust besucht den Tierpark Neumünster und sichert Zoos bzgl. der Invasivarten Verordnung ihre Unterstützung zu.

7. April: Das Minsterium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten in Rheinland-Pfalz bekräftigt in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage (Drucksache 17/2546): "Die Landesregierung setzt sich bereits für die Umsetgzung eines angepassten Genehmigungssystems nach Artikel 8 der EU VO ein, das die artgerechte Haltung von Arten der Unionosliste in anerkannten Zoos unter den Maßgaben europäischer Vorgaben weiterhin ermöglicht."

12. April: Der Europaabgeordnete Markus Ferber bekräftigt bei seinem Besuch im Zoo Augsburg: "Der europäische Gesetzgeber hat den EU-Mitgliedstaaten bei der EU Verordnung über Invasivarten die Möglichkeit eingeräumt, Ausnahmegenehmigungen für Zoos zu erteilen". Zur Pressemitteilung

2017 05 05 dUISBURG neu5. Mai: Die Europaabgeordnete Dr. Renate Sommer und der Bundestagsabgeodnete Thomas Mahlberg nach ihrem Besuch im Zoo Duisburg: "Die EU VO fokussiert auf gebietsfremde invasive Arten im Freiland. Daher hat das EU Parlament Ausnahmen für Zoos in der EU VO vorgesehen". "Zootierbestände stören die einheimische Biodiversität nicht. Im Gegenteil, durch die Haltung invasiver gebietsfremder Arten und die vielfältigen Bildungsangebote hierzu fördern Zoos die Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema".

 16. Mai: Der Arbeitskreis Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten der SPD-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz 2017 05 05 Neuwiedhat in einem Gespräch mit Vertretern des Zoo Neuwied und des Zoo Landau zugesagt, die Zoos bei der Umsetzung der Ausnahmegenehmigungen für Zoos zu unterstützen. So waren sich die MdLs Nico Steinbach, Nina Klinkel, Michael Hüttner und Andreas Rahm einig: "Den Zoos fällt mit ihrem Beitrag für den Natur- und Artenschutz eine exponierte Rolle zu. Der VdZ hat ein eindrucksvolles Portfolio an Erfolgen im Bereich der art- und tierschutzgerechten Haltung und auch im Bereich verschiedener Zuchtprogramme vorzuweisen. Außerdem können die Zoos helfen, das Thema in der Öffentlichkeit zu thematisieren und die Bevölkerung aufzuklären.“

 

Hintergrund der EU Verordnung

01. Januar 2015: Die EU Verordnung 1143/2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten tritt in Kraft. Die EU VO soll den Schutz und Erhalt einheimischer Biodiversität im Europäischen Freiland fördern. Sie verbietet gemäß Artikel 7 die Einbringung in die EU, die Haltung und Zucht sowie den Transport, Verkauf, Erwerb oder Tausch von invasiven gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig gewährt die EU VO gemäß Artikel 8 Einrichtungen, welche „Ex-situ-Erhaltung“ durchführen (Zoos), Ausnahmegenehmigungen von Artikel 7 zu beantragen.

13. Juli 2016: Die EU Kommission nimmt per Durchführungsverordnung 2016/1141 eine erste Liste ("Unionsliste") mit 37 invasiven gebietsfremden Arten von unionsweiter Bedeutung an, ungeachtet der Ablehnung der Liste durch das EU Parlament. Viele der gelisteten Tierarten werden in bedeutender Anzahl in Europäischen Zoos gehalten, darunter Waschbären, Chinesische Muntjaks, Südamerikanische Nasenbären, Nutrias, Heilige Ibisse, Rotwangen-Schuckschildkröten und diverse Hörnchenarten. Die Unionsliste soll jedes Jahr um weitere Tierarten erweitert werden.

 28. Februar: Im Hinblick auf das nationale Gesetzgebungsverfahren veröffentlicht der VdZ seine Position zur EU Verordnung in einem Statement.

Gelesen 449 mal Letzte Änderung am Dienstag, 15 August 2017 08:52
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