Marder

Baummarder

Baummarder (Martes martes),Tierpark Goldau Baummarder (Martes martes),Tierpark Goldau
© NTP Goldau

Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)
Familie: Marder (Mustelidae)
Unterfamilie: Eigentliche Marder (Mustelinae)

Zu den Mardern im engsten Sinne (Gattung Martes) gehören 8 Arten (WILSON. & REEDER, 2005), davon werden 2-3 in VdZ-Zoos gehalten.

D LC 650

Baummarder

Martes martes
Engl.: The Pine Marten
Franz.: Le martre des pins

Baummarder (Martes martes) im Wildpark Oberrabenstein des Tierparks Chemnitz © TP Chemnitz
Baummarder (Martes martes) im Wildpark Oberrabenstein des Tierparks Chemnitz © TP Chemnitz
Die Bestände des früher auch "Edelmarder" genannten Baummarders sind global gesehen stabil und groß, obwohl regional einige Unterschiede im Populationstrend bestehen. In den nördlicheren und östlicheren Regionen seines Verbreitungsgebiets ist der Baummarder nach wie vor weit verbreitet. Deshalb wird diese Art nicht als gefährdet eingestuft (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist nicht unter CITES geregelt.

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Baummarder (Martes martes), Tierpark Goldau © èrzrt Dollinger, VdZ
Verbreitung: Europa, Kleinasien und die westlichen Regionen Russlands

Baummarder (Martes martes), Tierpark Goldau © NTP Goldau
Baummarder (Martes martes), Tierpark Goldau © NTP Goldau
Haltung in VdZ-Zoos: Altschönau, Chemnitz (Wildpark Oberrabenstein), Goldau, Innsbruck

Besonderes: Der Baummarder ist ein hauptsächlich nachtaktiver Einzelgänger, der Wälder aller Art, vom Tiefland bis hinauf zur Baumgrenze bewohnt. Da er sehr weitläufige Reviere hat, Fähen ab etwa 100 ha, Rüden in der Regel zwischen 1000 und 3000 ha, ist seine Populationsdichte tief und ist er in Gegenden, wo ehemals zusammenhängende Waldgebiete durch menschliche 112-stamp ch martes
Briefmarke mit Baummarder-Motiv. Schweiz
Siedlungen und Verkehrsträger zerstückelt worden sind, selten geworden. In den Niederlanden ist er am Aussterben. In der Schweiz wurden im in der Periode 1989-2008 im Mittel 157 Baummarder erlegt, wobei der Trend nach unten zeigt. In Baden-Württemberg ergab das Jagdjahr 2009/10 eine Strecke von 510 Baummardern, in Bayern waren es im Jahr 2008/09 1'476 Stück, in Nordrhein-Westfalen, wo die Art ganzjährig geschont ist, werden zwischen 100 und 200 pro Jahr als Fallwild gezählt.

Der Baummarder wandert hauptsächlich am Boden, schläft aber hoch in den Bäumen in alten Krähennestern oder Spechthöhlen. Seine Nahrung setzt sich aus Kleinsäugern, Vögeln, Käfern, Regenwürmern, Waldbeeren und Hagebutten etc. zusammen. Die Paarung findet im Sommer statt. Da der Embryo eine Keimruhe durchmacht, dauert die Trächtigkeit neun Monate. Die 1-6 (im Mittel 3) Jungen werden zwischen Mitte März und Ende Mai geboren. Sie werden mit 2-3 Jahren geschlechtsreif, wobei etwa ein Drittel vorher zugrunde geht. (HAUSSER, J., 1995) In Sibirien trifft der Baummarder auf den Zobel, mit dem er sich erfolgreich paaren kann. Die Nachkommen aus solchen Kreuzungen werden "Kidas" genannt. Im nördlichen Ural sind Hybriden offenbar häufig. (ROZHNOVA, V.V. et al. 2010)

Literatur:
GRIMMBERGER, E. & RUDLOFF, K. (2009)
HAUSSER, J. et al. (Hrsg., 1995)
MOSLER-BERGER, C. (2001)
ROZHNOVA, V.V., MESCHERSKYA, I. G., PISHCHULINAA, S. L. & SIMAKINB, L. V. (2010)
WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2009)

PD/SN - 24.03.2010; mehrfach aktualisiert

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