Hirsche

Chinesischer Muntjak

Chinesischer Muntjak, Bock, im Opel-Zoo Kronberg Chinesischer Muntjak, Bock, im Opel-Zoo Kronberg
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Paarzeher (Artiodactyla)
Familie: Geweihträger (Cervidae)
Unterfamilie: Echthirsche (Cervinae)
Tribus: Muntjaks (Muntiacini)

Von den 11 Arten der Gattung Muntiacus sind vier seit dem 18. /19. Jahrhundert bekannt, fünf wurden seit 1990 beschrieben, allerdings ist der Artstatus bei vieren davon umstritten. In VdZ-Zoos wird nur eine Art gezegt.

Red list status least concern

Chinesischer Muntjak, Zwergmuntjak

Muntiacus reevesi
Engl.: The Chinese Muntjac or Chinese Barking Deer
Franz.: Le muntjac de Reeve ou muntjac de Formose
    
Chinesischer Muntjak, Weibchen, im Zoo Augsburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Chinesischer Muntjak, Weibchen, im Zoo Augsburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, verliert aber laufend geeignete Lebensräume. Sie wird stark genutzt und die Bestände nehmen ab. Trotzdem wird sie noch als nicht gefährdet angesehen, Siehe dazu auch unter "Besonderes" (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt. Erwerb und Abgabe, Haltung, Zucht, Aufzucht, Transport und Freilassen von Chinesischen Muntjaks sind nach Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Oktober 2014 betreffend invasive Arten verboten.

Verbreitung: Ostasien: Südostchina und Taiwan

Haltung in VdZ-Zoos: Aachen, Augsburg, Basel, Berlin-Zoo, 119-006-003-004 muntiacus reevesii landau
Chinesische Muntjaks (Muntiacus reevesii) im Zoo Landau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Cottbus, Duisburg, Frankfurt, Görlitz, Hamburg, Hannover, Herberstein, Krefeld, Kronberg, Landau, Leipzig, Magdeburg, München, Münster, Neuwied, Nürnberg, Rostock, Saarbrücken, Salzburg, Stralsund, Tallinn, Wien.
    
Besonderes: In England und Wales gibt es eine große Population des Chinesischen Muntjaks, die weiter im Zunehmen begriffen ist. Kleinere Bestände existieren auch schon in Schottland. Die Tiere gehen zurück auf einen Import, den der 11. Duke of Bedford im Jahr 1901 tätigte. Die ursprünglich elf Tiere wurden im Hirschpark des Grafen in Woburn Abbey gehalten, von wo sie zum Teil entwichen, zum Teil absichtlich 119-006-003-004 muntiacus reevesii muenster
Chinesische Muntjak-Paar (Muntiacus reevesii) im Zoo Münster © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
freigesetzt wurden. Ebenfalls 1901 wurden 31 Indische Muntjaks (Muntiacus muntiac) in Woburn Abbey eingesetzt. Diese starben aber wieder aus. Über Jahrzehnte galt der Muntjak als eine unbedenkliche Ansiedlung einer fremdländischen Hirschart. Nachdem die möglichen hohen Wilddichten erreicht sind, speziell in Zentralsüdengland, gibt es mittlerweile Bedenken wegen der potenziellen Auswirkungen auf die heimische Flora und eine stärkere Bejagung wird in vielen Vorkommen als notwendig angesehen. (CHAPMAN, 1996). Aussetzungen erfolgten auch in Frankreich, wo die Art wieder verschwunden ist, und in den Niederlanden, wo sie nicht richtig Fuß fassen konnte und in den letzten Jahren eine rückläufige Bestandestendenz zeigt (Nederlands Soortenregister).

Wie Chinesische Muntjaks gehalten werden (Beispiel):
Rote Pandas und Weiße Ohrfasanen im Tierpark Görlitz ZOOLEX Gallery

Das Säugetiergutachtens 2014 des BMEL besagt pauschal, dass Hirsche in Sozialverbänden leben. Dies trifft aber für den Chinesischen Muntjak nicht zu. Dieser lebt solitär, allenfalls paarweise oder in kleinen Familiengruppen (WILSON & MITTERMEIER 2011) und ist auch so zu halten.

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten:
FELLENDORF, S. (2012)
SCHERPE, W-P. (1971)

Literatur:
CHAPMAN N.G. (1996)
WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2011)

PD/SN - 18.06.2009; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 7548 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 26 Oktober 2016 09:15
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