Kloaken- und Beuteltiere

Östl. Graues Riesenkänguru

Östliches Graues Riesenkänguru (Macropus giganteus) im Zoo Neuwied Östliches Graues Riesenkänguru (Macropus giganteus) im Zoo Neuwied
Pressefoto Zoo Neuwied

Ordnung Beuteltiere (Marsupialia - Diprodontia)
Familie: Kängurus (Macropodidae)

Von den Eigentlichen Kängurus werden 11 Gattungen mit 61-64 noch lebenden Arten unterschieden. Zur Gattung Macropus, die sowohl die kleinsten, wie die größten Vertreter der Familie umfasst, gehören 16 Arten, von denen die Hälfte in VdZ-Zoos gezeigt werden.

D LC 650

Östliches Graues Riesenkänguru

Macropus giganteus
Engl.: The Eastern Grey Kangaroo
Franz.: Le kangourou géant

Östliches Graues Riesenkänguru (Macropus giganteus) im ZooPark Erfurt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Östliches Graues Riesenkänguru (Macropus giganteus), Jungtier, im ZooPark Erfurt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Die Bestände des Östlichen Grauen Riesenkängurus sind stabil, die Gesamtpopulation und das Verbreitungsgebiet sind groß. Die Art an sich ist deshalb nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN). Allerdings leiden die Bestände der tasmanischen Unterart (Macropus giganteus tasmaniensis) unter der Lebensraumzerstörung durch die Agrarwirtschaft. Als Prototyp der Beuteltiere und gute Botschafterart für Naturschutz in Australien ist die Art von zoopädagogischem Interesse.

Der internationale Handel ist nicht durch CITES geregelt. Für lebende Tiere gelten Ausfuhrbeschränkungen Australiens.

Verbreitung von Westl. und Östl. Grauem Riesenkänguru (CURTIS, 2006)
Verbreitung von Westl. und Östl. Grauem Riesenkänguru (CURTIS, 2006)
Verbeitung: Im ganzen Osten von Australien sowie Osttasmanien

Haltung in VdZ-Zoos: Erfurt, Görlitz, Krefeld, Neuwied, Nürnberg, Saarbrücken, Wuppertal

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Östliches Graues Riesenkänguru (Macropus giganteus), Weibchen, im Naturschutz-Tierpark Görlitz © Catrin Hammer, Görlitz
Das Säugetiergutachten 2014 des BMEL gibt für große Kängurus ein Innengehege vor, das für 5 Tiere eine Fläche von 30 m², für jedes weitere zusätzlich 4 m² aufweisen muss. Praxiserfahrung mehrerer Riesenkängurus haltender Zoos zeigt, dass eine Stallfläche von 4 m² pro Tier, wie sie z.B. die schweizerische Tierschutzverordnung vorschreibt, ausreichend ist. Darüber hinaus sind in klimatisch günstigen Regionen Deutschlands Östliche Graue Riesenkängurus weitgehend winterhart (die gemittelte Monats-Nachttemperatur liegt in Teilen des natürlichen Areals im Winter bei 0°C) und suchen die Stallungen nur kurzzeitig auf. Die natürliche Verbreitung der Grauen Riesenkängurus deckt sich im Übrigen auf Tasmanien mit jener des Bennettkängurus, für das kein Innenstall verlangt wird. 

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Östliches Graues Riesenkänguru (Macropus giganteus), Beuteljunges, im Naturschutz-Tierpark Görlitz © Catrin Hammer, Görlitz
Besonderes: Noch in Grzimeks Tierleben (GRZIMEK, 1970) werden die Östlichen und Westlichen Grauen Riesenkängurus als Unterarten derselben Art (Macropus giganteus) angesehen. Tatsächlich sind es gute Arten, wie Untersuchungen von KIRSCH & POOLE (1967, 1972) ergeben haben, deren Verbreitungsgebiete sich erheblich überlappen (CURTIS, 2006).

Literatur:
CURTIS, L. K. (2006)
GRZIMEK, B. (1970a)
KIRSCH, J.A.W. & POOLE, W.E. (1967)  
KIRSCH, J.A. W. & POOLE, W. E. (1972)

PD/SN - 29.05.2010; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 6583 mal Letzte Änderung am Sonntag, 04 September 2016 18:08
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