Antilopen

Sitatunga

Sitatungas (Tragelaphus spekei) im Kölner Zoo Sitatungas (Tragelaphus spekei) im Kölner Zoo
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Paarzeher (Artiodactyla)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Echte Rinder (Bovinae),
früher Waldböcke (Tragelaphinae)

Zur Gattung Tragelaphus zählen sieben Arten, darunter eine stark und zwei potenziell gefährdete. In VdZ-Zoos werden fünf Arten gehalten.

Red list status least concern

Sitatunga, Sumpfantilope

Tragelaphus spekei bzw. spekii 
Engl.: The Sitatunga or Marsh Buck
Franz.: Le sitatunga ou guib d'eau
    
Sitatungaweibchen (Tragelaphus spekei) im Berliner Zoo © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Sitatungaweibchen (Tragelaphus spekei) im Berliner Zoo © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Der Gesamtbestand der Sitatunga nimmt wegen Lebensraumzerstörung und Bejagung für den lokalen Fleischmarkt ab. In Westafrika ist die Art bereits selten und ihre Verbreitung fragmentiert. In den übrigen Teilen des Verbreitungsgebiets ist sie noch häufiger und gilt dehalb als nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

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Approximative Verbreitung der Sitatung (Tragelaphus spekei)
Der internationale Handel fällt nicht mehr unter CITES (Die Art war früher in Anhang III - Ghana). Die Einfuhr aus den Ursprungsländern ist aber wegen der restriktiven Veterinärbestimmungen der EU so gut wie ausgeschlossen.

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Sitatungabock (Tragelaphus spekei) im Berliner Zoo © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Verbreitung: Afrika südlich der Sahara : Angola, Benin, Botswana, Burundi, Kamerun, Kongo, Kongo Dem., Äquatorialguinea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kenia, Mosambik, Namibia, Nigeria, Ruanda, Sambia, Senegal, Simbabwe, Sudan, Tansania, Tschad, Uganda,  Zentralafrikanische Republik. In Niger und ev. Togo ausgerottet.
    
Haltung in VdZ-Zoos: Tragelaphus spekii gratus - Berlin-Zoo, Erfurt, Gelsenkirchen, Köln, Neuwied, Rheine, Salzburg, Schmiding.

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Die Sambesi-Sitatunga (T. sp. selousi) wurde während der letzten Jahrzehnte in VdZ-Zoos nicht gehalten. Aufnahme im Naturhistorischen Museum Bern, Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Das Europäische Zuchtbuch (ESB) wird am Kölner Zoo geführt.

Besonderes: Währenddem WILSON & REEDER (2005) von einer Sitatunga-Art mit fünf Unterarten ausgehen, wertet die inflationäre Taxonomie des Handbook of the Mammals of the World diese zu vollen Arten auf. Grundlage ist wiederum GROVES & GRUBB (2011). Diese basieren ihre Erkenntnisse auf kraniometrischen Untersuchungen von Schädeln aus 11 unterschiedlichen Lokalitäten. Bei sechs Herkünften stand ihnen jeweils ein (!) Schädel zur Verfügung, bei zwei weiteren deren zwei, bei einer drei, nur aus Kamerun hatten sie sechs und aus Uganda zehn Schädel.
    
Die aus diesem Material gewonnene Daten sind zweifellos statistisch hochsignifikant.....

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Briefmarke mit Sitatunga-Motiv. Angola
Sitatungas leben in Sumpfwäldern, in sumpfigen Gebieten, die sich an Galeriewald anlehnen und in Gegenden mit tiefem Wasser und dichtem Schilfbewuchs. Bei der Unterart gratus erreichen die Böcke ein Adultgewicht von 85-100 kg, die Weibchen von 40-50 kg. Die Weibchen können ab etwa 14 Monaten erfolgreich gedeckt werden. Die Tragzeit beträgt 8 Monate und 4-15 Tage. Die Kälber wiegen bei der Geburt etwa 4 kg. Sie werden von der Mutter in Deckung abgelegt und nur zum Säugen aufgesucht. Ihr Geburtsgewicht verdoppelt sich innert 4-5 Wochen. Gesäugt werden sie bis zu einem Alter von 5-6 Monaten. Unter den ehemaligen Haltungsbedingungen im Basler Zoo (Außengehege von 550 m² mit Wassergraben, bis zu drei Innenboxen zu 13.3 m²) kam es zu erhöhter Jungtiersterblichkeit, sobald eine Gruppe von mehr als 1.2 Adulttieren gehalten wurde (LANG, 1979).

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten:
YEREMENKO, O. (2008)

Literatur:
GROVES, C.P. & GRUBB, P. (2011)
LANG, E. M. (1979)
MILLS, G & HES, L. (1999)
WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds.
WILSON, D. E. & REEDER, D. M. (2005)

PD - 11.08.2009; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 4109 mal Letzte Änderung am Dienstag, 11 Oktober 2016 13:45
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