Halbaffen

Schwarzweißer Vari

Gürtelvari im Kölner Zoo Gürtelvari im Kölner Zoo
© WS, Kölner Zoo

Ordnung: Affen und Halbaffen (Primates)
Unterordnung: Halbaffen (Prosimia) = Feuchtnasenaffen (Strepsirrhini)
Familie: Makis (Lemuridae) 

Zur Gattung Varecia gehören zwei Arten, die stark gefährdet bzw. vom Aussterben bedroht sind. Beide Arten werden in VDZ-Zoos gezeigt.

D CR 650

Schwarzweißer Vari Schwarzweisser Vari

Varecia variegata
Engl.: The Black-and-white Ruffed Lemur
Franz.: Le maki vari noir et blanc

Schwarzweisser Vari im Kölner Zoo © RS, Kölner Zoo
Schwarzweisser Vari im Kölner Zoo © RS, Kölner Zoo
Da die Bestände dramatisch abgenommen haben und das Verbreitungsgebiet stark fragmentiert ist, gilt die Art seit 2008 als stark von der Ausrottung bedroht (Rote Liste: CRITICALLY ENDANGERED).

Der internationale Handel ist durch CITES.Anhang I eingeschränkt.

Verbreitung: Madagaskar. Es gibt drei Unterarten:
Schwarzweißer Vari (Varecia variegata variegata) - Zentrales Ostmadagaskar
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Verbreitung der Schwarzweißen Varis (Varecia variegata). Rot: V v. subcincta; dunkelblau: V. v. variegata / editorum

Gürtelvari (Varecia variegata subcincta) im Zoo Heidelberg - Pressefoto zoo Heidelberg
Gürtelvari (Varecia variegata subcincta) im Zoo Heidelberg - Pressefoto zoo Heidelberg
Südlicher Schwarzweißer Vari (Varecia variegata editorum) - südliches Ostmadagaskar

Gürtelvari (Varecia variegata subcincta) - nördliches Ostmadagaskar, angesiedelt auf der Insel Nosy Mangabe


Haltung in VdZ-Zoos:
Varecia v. subcincta: Heidelberg, Köln, Magdeburg
Varecia v. variegata: Berlin-Tierpark, Duisburg, Eberswalde, Herberstein, Münster, Rheine, Saarbrücken, Schmiding,

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Schwarzweißer Vari (Varecia v. variegata) im Allwetterzoo Münster © Peter Dollinge, VdZ
Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) seit 1990, für die Unterart subcincta seit 2008.

Besonderes: Varis werden den Pflegern gegenüber sehr zutraulich und fressen gerne auch aus der Hand. Die neugierigen Tiere halten sich gerne in Besuchernähe auf, so dass sie schön beobachtet werden können. Ihre Rufe, die sie mit Vorliebe gemeinsam vortragen, sind in einem weiten Umkreis zu hören.

Der älteste bekannte Schwarzweiße Vari wurde im Freiland geboren und kam im 106-001-002-005 varecia v stamp
Briefmarke mit Schwarzweißem-Vari-Motiv, Madagaskar
Alter von etwa 2 Jahren in den Zoo Basel. Er starb mit rund 36 Jahren im Duke University Primate Center, USA (WEIGL, 2005).

Das Säugetiergutachten 2014 des BMEL gibt vor, dass Makis mindestens dreimal täglich zu füttern sind, wobei zusätzlich zu Obst und Gemüse u.a. auch Nüsse angeboten werden sollen. Dies sollte man besser nicht tun, denn sonst verfetten die Tiere mit Sicherheit. Untersuchungen der Diät in drei Zoos ergab, dass den Tieren überall zuviel Futter angeboten wurde. Im Kölner Zoo wurde reagiert und in einer zweiten Beobachtungsperiode war dort die Futteraufnahme normal (SCHWITZER, 2003).

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten:
ECKERN, S., LINN, S., STRUHALLA, D. (2010)
EHRET, S.A. (2014)
SCHWITZER, C. (2003)

Literatur und Internetquellen:
MITTERMEIER, R.A., RYLANDS, A.B. & WILSON, D.E. (2013)
WEIGL, R. (2005)

EDGE

PD/SN - 27.12.2008; mahrfach aktualisiert

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Gelesen 3225 mal Letzte Änderung am Freitag, 22 Januar 2016 15:19
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