Krallenaffen

Springtamarin

Springtamarin (Callimico goeldii), Zoo Frankfurt Springtamarin (Callimico goeldii), Zoo Frankfurt
© Klaus Rudloff, Berlin

Ordnung: Affen und Halbaffen (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorrhini)
Teilordnung: Eigentliche Affen (Simiiformes)
Überfamilie: Neuwelt- oder Breitnasenaffen (Platyrrhini)
Familie: Krallenaffen (Callitrichidae)

Callimico ist eine monotypische Gattung.

D VU 650

Springtamarin

Callimico goeldii
Engl.: The Goeldi's Monkey or Goeldi's Tamarin
Franz.: Le tamarin de Goeldi ou tamarin sauteur

Junger Springtamarin (Callimico goeldii), Tiergarten Schönbrunn © Norbert Potensky / Tiergarten Schönbrunn
Junger Springtamarin (Callimico goeldii), Tiergarten Schönbrunn © Norbert Potensky / Tiergarten Schönbrunn

Der Springtamarin hat recht spezifische Ansprüche an seinen Lebensraum. Die Art hat daher an sich schon eine lückenhafte Verbreitung und ist relativ selten.  Da der Lebensraum abnimmt, schwinden auch die Bestände. Die Art gilt als daher gefährdet (Rote Liste: VULNERABLE)

Der internationale Handel ist durch CITES-Anhang I eingeschränkt.

Verbreitung: Oberlauf des Amazonas und dessen 106-007-001-001 callimico goeldii map
Verbreitung des Springtamarins (Callimico goeldii)
Nebenflüsse in Bolivien, Brasilien (Bundesstaaten Acre, Amazonas, Rondônia), Kolumbien und Peru

Haltung in VdZ-Zoos: Augsburg, Berlin-Zoo, Bern, Chemnitz, Frankfurt, Gossau, Halle, Hoyerswerda, Karlsruhe, Kerzers, Marlow, Münster, Neuwied, Stuttgart, Wien-Schönbrunn, Zürich

Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) seit 1992.

Besonderes: Der Springtamarin wurde nach dem Schweizer Naturforscher Emil August GÖLDI (1859-1917) benannt, der von 1880 bis 1905 in Brasilien tärig war, wo er das heute nach ihm benannte Museum für Naturkunde und Volkskunde des Bundesstaates Pará in Belém (Museu Paraense Emílio Goeldi) leitete. 1904 erhielt Göldi einen bislang unbekannten, kleinen, schwarzen Affen, den er in dem dem Museum angegliederten Zoo unterbrachte. Springtamarin im Zoo Halle © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Springtamarin im Zoo Halle © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Nach dem Tod des Tieres sandte er das Fell an das Britische Museum in London, wo es dem Säugetierkundler Michael Rogers OLDFIELD THOMAS als Grundlage für die Beschreibung einer neuen Art diente, die er nach GÖLDI benannte.

Der Gattungsname Callimico stammt von der brasilianischen Zoologin Miranda RIBEIRO, die 1912 den Kadaver eines weiteren Springtamarins aus GÖLDIs Museum untersuchen konnte und zum Schluss kam, es handle sich um eine Zwischenform zwischen Krallenaffen und Kapuzinerartigen (WENDT, H. 1970a). Zeitweilig wurde die Art denn auch einer eigenen Familie, den Callimiconidae, zugeordnet (BERGER & TYLINEK, 1984)

Literatur:
BERGER, G. & TYLINEK, E. (1984)
SCHRÖPEL, M. (2010)

WENDT, H. (1970a)

PD - 11.10.2009; mehrfach aktualisiert

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Gelesen 3544 mal Letzte Änderung am Samstag, 15 Oktober 2016 15:07
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