Schlank- und Stummelaffen

Guereza

Kikuyu-Guereza in der begehbaren Affenanlage des Zoo Münster Kikuyu-Guereza in der begehbaren Affenanlage des Zoo Münster
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Affen und Halbaffen (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorrhini)
Teilordnung: Eigentliche Affen (Simiiformes)
Überfamilie: Altwelt- oder  Schmalnasenaffen  (Catarrhini)
Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Unterfamilie: Schlank- und Stummelaffen (Colobinae)
Tribus: Stummelaffen (Colobini)

Die Schwarz-weißen Stummelaffen (Colobus) werden heute in fünf verschiedene Arten aufgeteilt, von denen drei als gefährdet gelten. In VdZ-Zoos werden drei Arten gehalten.

D LC 650

Guereza, Mantelaffe

Colobus guereza kikuyensis
Engl.: The Eastern Black-and-white Colobus or Guereza
Franz.: Le colobe à épaules blanches ou colobe guéréza

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Guereza (Colobus guereza) im Allwetterzoo Münster © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Der Guereza gilt nicht als gefährdet, obwohl einzelne Bestände abnehmen und die in Europa hauptsächlich gehaltene Unterart kikuyensis nur ein kleines Verbreitungsgebiet hat (Rote Liste: LEAST CONCERN)

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Verbreitung: Kenia

Haltung in VdZ-Zoos: Dresden, Frankfurt, 106-008-006-002 guereza map
Verbreitung des Guerezas (Colobus guereza). Rot: C. g. kikuyensis
Köln, Krefeld, Münster, Osnabrück

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Guerezas (Colobus guereza) bei sozialer Fellpflege im Allwetterzoo Münster © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Europäisches Zuchtbuch (ESB) seit 2006.

Beschreibung einer Anlage (Beispiel): Guereza-Insel im Allwetterzoo Münster:

Besonderes: Guerezas gehören zu den Stummelaffen. Der Name bezieht sich auf den verkürzten, stummelartigen Daumen, eine Anpassung an die Fortbewegungsweise in den Bäumen. Guerezas bewegen sich mit weiten Sprüngen von Baum zu Baum. Sie setzen ihre Hände dabei wie Haken ein. Ein Daumen wäre da nur im Wege.

Guerezas ernähren sich weitgehend von Laub, dessen Zellulosestärke nur schwer verdaulich ist. Sie besitzen daher, ähnlich wie Wiederkäuer, einen gekammerten Magen, in dessen ersten beiden Kammern sich Zellulose spaltende Bakterien befinden, die den Blattbrei vorverdauen.

DDR-Briefmarke Zoo Dresden
DDR-Briefmarke Zoo Dresden
Guerezas leben in Gruppen bestehend aus einem oder mehreren erwachsenen Männchen und mehreren Weibchen. Die Männchen sind wahrscheinlich erst mit etwa sechs Jahren zeugungsfähig, die meisten Weibchen bekommen ihren ersten Nachwuchs mit etwa fünf Jahren. Nach einer Tragzeit von durchschnittlich 170 Tagen wird ein einzelnes Jungtier geboren. Die Jungen kommen schneeweiß zur Welt. Diese weiße Farbe zieht die Aufmerksamkeit aller Weibchen auf sich. Sobald im Alter von 3-4 Monaten die Umfärbung einsetzt, lässt das Interesse deutlich nach.

Die europäische Erstzucht gelang dem Zoo Frankfurt im Jahr 1959. 1961 folgte der Zoo Basel und 1964 der Zoo Berlin.

Literatur:
BERGER, G. & TYLINEK, E. (1984)
KREBS, E. (2008)

PD - 01.01.2009; mehrfach aktualisiert

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Angola-Stummelaffe (Colobus angolensis)

Gelesen 3561 mal Letzte Änderung am Montag, 17 Oktober 2016 07:56
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