Hunde

Polarfuchs

Polarfuchs, weisse Phase, im Tierpark Bern Polarfuchs, weisse Phase, im Tierpark Bern
© PD, VDZ

Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)
Familie: Hunde (Canidae)

Alopex  gilt aktuell als eine monospezifische Gattung. Zeitweilig war ihr auch der Korsak zugeschlagen worden und manche Autoren integrierten den Polarfuchs in die Gattung Vulpes.

D LC 650

Polarfuchs, Eisfuchs

Alopex lagopus 
Engl.: The Arctic Fox
Franz.: Le renard polaire

Polarfuchs, weisse Phase © Ute Magiera, Zoo Osnabrück
Polarfuchs, weisse Phase © Ute Magiera, Zoo Osnabrück
Wegen seiner weiten zirkumpolaren Verbreitung gilt der Polarfuchs weltweit nicht als gefährdet (Rote Liste:: LEAST CONCERN). In Skandinavien und Finnland ist er aber bedroht . Er steht unter nationalem Schutz und es gibt Schutzmassnahmen der EU. Insbesondere fällt der Polarfuchs unter die Anhänge II und IV der FFH-Richtline (92/43/EWG) u7nd ist eine streng geschützte Tierart nach Anhang II des Berner Übereinkommens.

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Approximative Verbreitung des Polarfuchses (Alopex lagopus)
Verbreitung; Finnland, Grönland, Island, Kanada, Norwegen (mit Spitzbergen), Russland Schweden, USA (Alaska, Aleuten)

Der internationale Handel ist nicht durch CITES geregelt.Polarfuchs, blaue Phase, im Tierpark Bern © Peter Dollinger, VdZ
Polarfuchs, blaue Phase, im Tierpark Bern © Peter Dollinger, VdZ

Haltung in VdZ-Zoos: Berlin-Zoo, Bern, Bremerhaven, Chemnitz, Duisburg, Kronberg, München, Neumünster, Osnabrück, Rostock

Bei den meisten Polarfüchsen in Zoos handelt es sich nicht um die Wildform, sondern um Farmfüchse.

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Polarfüchsin (Alopex lagopus) der blauen Phase im Zoo Osnabrück © Hanna Rickert, Zoo Osnabrück
Besonderes: Es gibt beim Polarfuchs zwei verschiedene konstante Farbschläge, die nach dem Aussehen der Wintertracht Weißfuchs und Blaufuchs genannt werden. Der Weißfuchs ist im Winter einfarbig weiß mit einigen wenigen schwarzen Haaren an der äussersten Spitze des Schwanzes.

Das Winterfell besteht zu 97 % aus Wollhaaren. Das kurzhaariges Sommerfell des Weißfuchses ist an der Oberseite graublau, an der Unterseite weiß mit gelblichem Schimmer. Beim Blaufuchs gibt es mehrere Farbnuancen des Winterfells: fast schwarz, stahlblau, kastanienbraun und hellgrau. Fast alle Tiere haben einen weißen Fleck auf der Brust. Im Sommer sind sie einfarbig dunkelgrau (PEDERSEN, 1959).

Es handelt sich dabei nicht um zwei verschiedene Unterarten. Vielmehr können Welpen beider Farbschläge im selben Wurf vorkommen, auch wenn beide Eltern weiß bzw. beide blau sind (PEDERSEN, 1959).

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Polarfuchsmotiv auf Briefmarke. Finnland
Wegen dieser Farbvarianten und zur Illustration der ökogeografischen Proportionsregel (Regel von J. A. Allen: bei gleichwarmen Tieren einer Art und Arten eines Verwandtschaftskreises ist die relative Länge der Beine, Schwänze, Ohren und Schnauze in kälteren Regionen geringer als in wärmeren Gebieten. Beispiel: Fennek - Rotfuchs - Polarfuchs) ist der Polarfuchs von großem zoopädagogischem Interesse. Ferner ist er ein guter Aufhänger um Fragen der globalen Erwärmung zu diskutieren. Mit seinen dicht behaarten Pfoten läuft der Polarfuchs problemlos über Eis und Schnee, denn selbst die Sohlen sind mit Haarebn bewachsen. Die rundum pelzigen Pfoten haben ihm denn auch seinen wissenschaftlichen Artnamen lagopus 112-001-001-001 stamp usa alopex
Polarfuchsmotiv auf Briefmarke. USA
eingetragen, wobei lagopus soviel wie Hasenfuss bedeutet.

Polarfüchse werden - hauptsächlich in Finnland - zur Pelzprduktion in Farmen gezüchtet. Dort werden sie normalerweise in Standardkäfigen von 0,6 bis  2 m² Grundfläche und 60 bis 75 cm Höhe gehalten. Die Käfige weisen in in der Regel Drahtgitterböden auf und sind  nicht strukturiert (Zürcher Tierschutz). Im Zoo muss für ein Paar Polarfüchse nach Säugetiergutachten des BMEL und alter schweizerischer Tierschutzverordnung 30 m², nach neuer schweizerischer Tierschutzverodnung 40 m² (wobei es für die Erhöhung keine Begründung gibt) bereitgestellt werden, nach österreIchischer Tierhaltungsverordnung gar 100 m². In VdZ-Zoos sind Polarfuchsgehege meistens größer als 100 m².

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten:
SOMMER, C. (1990)
WAGNER, F. (2012)

Zürcher Tierschutz - Pelzinfo

Literatur und Internetquellen:
GRIMMBERGER, E. & RUDLOFF, K. (2009)  
PEDERSEN, A. (1970)
SCHATANEK, V. (2001)
WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2009)

PD - 24.01.2009

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Gelesen 3794 mal Letzte Änderung am Samstag, 21 November 2015 12:17
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