Hunde

Wolf

Skandinavischer Wolf ( Canis lupus lupus) Im Tierpark Berlin Skandinavischer Wolf ( Canis lupus lupus) Im Tierpark Berlin
© KR, Berlin

Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)
Familie: Hunde (Canidae)

Zur Gattung Canis gehören sieben wilde Arten. Die gelegentlich in Zoos gezeigten Dingo und Urwalddingo sind verwilderte Haushunde. Eine Art ist stark gefährdet und eine ist vom Aussterben bedroht. Eine weitere, der Falklandfuchs (Dusicyon australis) wurde 1876 ausgerottet. In VdZ-Zoos werden nur noch zwei Arten gezeigt, nachdem alle Zoos die Haltung der früher häufigen Kojoten, Streifen-  und Schabrackenschakale aufgegeben haben.

D LC 650

Wolf

Canis lupus 
Engl.: The Wolf
Franz.: Le loup

Europäischer Wolf im Tierpark Thale (DTG-Mitglied) © Peter Dollinger, VdZ
Europäischer Wolf im Tierpark Thale (DTG-Mitglied) © Peter Dollinger, VdZ
Wegen seiner weiten Verbreitung ist der Wolf nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN), obwohl er in Teilen seines ehemaligen Verbreitungsgebiets ausgestorben ist.

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt. Die Wolfspopulationen von Afghanistan, Bhutan, Burma, Indien, Nepal und Pakistan sind in CITES-Anhang I aufgeführt. Geschützte Tierart im Rahmen des Berner Übereinkommens und demzufolge mit Ausnahme definierter Populationen streng geschützte Art nach Anhang II und IV der FFH-Richtlinie, 92/43/EWG. Diese Schutzmassnahmen haben dazu geführt, dass sich der Wolf heute wieder ausbreitet.

haltung 10-2-1-5 verbreitung wolf
Heutige und ehemalige Verbreitung des Wolfs
Verbreitung: Afghanistan, Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Bhutan, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, China, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Grönland, Indien, Irak, Iran, Israel, Italien, Jordanien, Kanada, Kasachstan, Republik Korea, Volksrepublik Korea, Kirgistan, Kroatien, Lettland, Libyen, Litauen, ehem. Jug. Rep. Mazedonien, Mexiko, Moldawien, Mongolei, Montenegro, Myanmar, Nepal, Norwegen, Oman, Pakistan, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Saudi Arabien, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz, Syrien, Tadschikistan, Tschechien, Türkei, Turkmenistan, Ukraine, Ungarn, Usbekistan, Vereinigte Arabische Emirate, Vereinigte Staaten, Weißrussland, Yemen.

Kanadischer Wolf im Zoo Basel © Peter Dollinger, VdZ
Kanadischer Wolf (Canis lupus occidentalis, schwarze Phase) im Zoo Basel © Peter Dollinger, VdZ
Ausgestorben in Österreich (gelegentlich Einzeltiere, aber noch kein Standwild), Belgien, Großbritannien, Irland, Japan, Liechtenstein, Luxemburg, Niederlande.

Haltung in VdZ-Zoos:
Canis lupus arctos: Berlin-Zoo, Herberstein, Stralsund, Wien
Canis lupus chanco: Zürich
Canis lupus hudsonicus: Duisburg, Wuppertal
Canis lupus lupus: Altschönau, Berlin-Tierpark, Bern, Bernburg, Chemnitz (Wildgatter), Eberswalde, Goldau, Innsbruck, Langenberg, München, Münster, Neumünster, Nordhorn, Salzburg, Schwerin, Ueckermünde, Wingst
Canis lupus lupaster: Rheine
Gemeinschaftshaltung von Wolf und Braunbär im Zoo Eberswalde © Peter Dollinger, VdZ
Gemeinschaftshaltung von Wolf und Braunbär im Zoo Eberswalde © Peter Dollinger, VdZ
Canis lupus occidentalis: Basel, Gelsenkirchen, Herberstein, Hannover

Wie Wölfe gehalten werden (Beispiele):
Himalaya-Anlage im Zoo Zürich ZOOLEX Gallery
Braunbären und Wölfe im Zoo Schwerin ZOOLEX Gallery

Besonderes: In Deutschland starb die permanente Wolfspopulation auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik um 1850 aus. Dies war das Ergebnis einer Jahrhunderte langen, staatlich geförderten Verfolgung. So hatte z.B. 1662 Herzog Gustaf Adolph zu Mecklenburg ein Schreiben zur Ausrottung der 112-001-003-005 canis lupus signatus nuernbg
Iberischer Wolf (Canis lupus signatus), bis 2013 im Tiergarten Nürnberg © Thomas Eckert
Wölfe erlassen, worin er für jeden abgelieferten Wolfskopf einen Reichstaler und für jeden jungen Wolf einen halben Reichstaler Prämie in Aussicht stellte. In der Folge kamen allein in Mecklenburg jährlich etwa 1000 Wölfe zur Strecke bis die Population ausgerottet war (ZESSIN, 2004). 1865/66 verübte ein Wolfsrudel im Odenwald "einige Mordthaten an Hunden und Schafen" und richtete "außerordentlich großen Schaden an, indem sie in die Hürden einbrachen, die Schafe in großen Mengen niederrissen und zersprengten". 1865 wurde "bei Sillingen ein kleines Exemplar von 32 Pfund getödtet". Nachdem nicht nur die Regierung, sondern auch der Fürst von LEININGEN "wegen der Beschädigung seines Wildparks" Abschussprämien ausgesetzt hatten, wurde der "hauptsächlichste Missethäter", ein 78 Pfund schwerer Rüde, vom früheren Forstgehülfen KRAFT aus Stümpfelbrunn am 11. März 1866 112-001-003-005 canis lupus MMueller 1886
Wolfsjagd mit Trojka, M. Müller, München (1886) www.billerantik.de
angeschossen und am folgenden Tag im Rahmen einer Treibjagd vom Rathschreiber und Wirth DIEMER aus Schöllbrunn erlegt (PAGENSTECHER, H. A., 1866). Der allerletzte Abschuss ereignete sich 27. Februar 1904 bei Hoyerswerda, als dort auf einer Treibjagd der "Tiger von Sabrodt" erlegt wurde. Der Schütze wurde mit einer Prämie von 100 RM belohnt. Der zu Lebzeiten 41 kg schwere Rüde ist heute als Präparat im Naturkundemuseum von Hoyerswerda zu besichtigen. Die Freiwillige Feuerwehr Sabrodt (Gemeinde Elsterheide) hat in Anlehnung an den "Tiger von Sabrodt" den Wolf als Wappentier erkoren.

Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.Polarwölfe im Tiergarten Schönbrunn © DZ, Wien
Polarwölfe (Canis lupus arctos) im Tiergarten Schönbrunn © DZ, Wien
Nach dem 2. Weltkrieg wanderten immer wieder Wölfe aus Polen ein, bis 1990 wurden in der Bundesrepublik 9 und in der DDR 13 erlegt, zumeist junge Rüden. Nach Unterschutzstellung konnte sich in der Lausitz ein festes Vorkommen bilden. 1996 wurde auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz in der Muskauer Heide der erste Wolf gesichtet. 1998 kam ein zweiter dazu, und im Jahr 2000 wurden die ersten vier Welpen geboren. Danach kam es jährlich zu Geburten und die Jungwölfe wanderten jeweils im Alter von zwei Jahren ab. Im Winter 2008/09 gab es im sächsischen Teil der Lausitz fünf Rudel, im brandenburgischen Teil ein Paar. 2014 war die Zahl der Wolfsrudeln in Sachsen auf 12 gestiegen, ein weiteres hielt sich hauptsächlich in Sachsen-Anhalt auf. Im Mittel besetzte ein Rudel ein Territorium von ungefähr 300 km². Einzelne 112-001-003-005 wolfsrudel sachsen 2014
Territorien der Wolfsrudel in Sachsen, 2014, nach http://www.wolfsregion-lausitz.de
Wölfe wurden auch in anderen Bundesländern (Niedersachsen, Schleswig-Holstein) festgestellt. An 112-001-003-005 canis lupus gesner
"Der Wolff ist ein räubig, schäflich, fresig Thier", das "im Winter gar viel gevangen" wird, Aus Conrad GESNERs Thierbuch, Ausgabe 1645
manchen Orten haben sich mittlerweile feste Vorkommen etabliert, so z.B. in der Lüneburger Heide. Der Naturschutz-Tierpark Görlitz kam 2007 in die Lage, einen aufgefundenen Jungwolf aufzunehmen. Er engagiert sich auch in seiner Öffentlichkeitsarbeiten zugunsten des Wolfes.

In der Schweiz war der Wolf, trotz intensiver Verfolgung, bis ins 17. Jahrhundert allgemein verbreitet. Mit dem Aufkommen effektiverer Schusswaffen konnte er sich nur noch in den Alpen und im Jura halten. Die letzten Abschüsse erfolgten 1684 im Kanton Zürich, 1695 in Appenzell, 1707 in Zug, 1712 in Schaffhausen, 1731 in Schwyz, 1793 in Glarus, 1808 im Aargau, 1834 in Obwalden, 1837 in Freiburg, 1842 in der Waadt, 1845 in Neuenburg, 1853 in Uri und 1865 in Luzern. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 vermehrten sich die Wölfe im Jura stark und wurden Albin Brunner, der vermeintliche Schütze, posiert im Herbst 1947 mit dem toten "Untier" auf den Schultern für die Presse
Albin Brunner, der vermeintliche Schütze, posiert im Herbst 1947 mit dem toten "Untier" auf den Schultern für die Presse
in Neuenburg, dem Berner und Solothurner Jura und im Baselbiet gespürt und erfolglos bejagt. Im Tessin waren von 1852-59 im Verzasca- und Maggiatal noch 53 Wölfe erlegt worden. Auch im Bündner Misox waren Wölfe Mitte des 19. Jahrhunderts noch rudelweise vorhanden. Der letzte Schweizer Wolf der ursprünglichen Population fiel 1872 bei Irana am Monte Ceneri im Kanton Tessin (BAUMANN, 1949).

Nach dem Zweiten Weltkrieg trat im Kanton Wallis ein "Untier" auf. In der Presse war die Rede von einem Luchs, einer Pantherfamilie, die in Turin aus einem Zirkus entkommen sein soll, oder gar einem "Tibetanischen Tiger". Die Sache begann damit, dass am 26. April 1946 auf einem Bauernhof bei Pfyn 13 Schafe mit aufgerissenen Hälsen gefunden worden waren. Ein verdächtiger Hund wurde erschossen, aber die Verluste an Kleinvieh und Kälbern hörten nicht auf. Die Walliser Polizei schaltete sich ein. Es wurden Treibjagden organisiert, eine Wahrsagerin und ein Pendler konsultiert, und der Zoologische Garten Basel musste auf Ersuchen des Eidgenössischen Oberforstinspektorats Fussabdrücke seines Mähnenlöwen "Bobby" zu Vergleichszwecken liefern. Da das Monster nicht geortet werden konnte, versicherte sich die Walliser Polizei der Dienste eines Dompteurs namens Fernando, der behauptete, den Panther mit eigenen Augen gesehen zu haben. Fernando wollte das Monster lebend fangen, um es anschließend zur Schau stellen zu können. Er stellte zu diesem Zweck Fallen auf, die er mit einer geheimnisvollen 112-001-003-005 canis lupus goms blick
In der Nacht auf den 23.08.2013 tötete ein Wolf 14 Schafe auf einer umzäunten Wiese in Münster VS. (SonntagsBlick). Zur Entschärfung des Schafhalter-Wolf-Konflikts förderte zooschweiz ein Herdenschutzprojekt.
Flüssigkeit bestrich, welche angeblich jedes Raubtier aus einer Distanz von zwei Kilometern unfehlbar anziehen würde. Allerdings ohne Erfolg. Das Rätsel löste sich am 27. November 1947, als sich der Jäger Albin BRUNNER mit einem erlegten Wolf meldete, um die ausgesetzte Abschussprämie von 500 Franken zu kassieren. Die wahre Geschichte war allerdings, dass der Wolf nicht von Albin, sondern von seinem Onkel Marinus BRUNNER erlegt worden war, der, ohne im Besitz eines Jagdpatents zu sein, bei Eischoll einen Luderplatz für Füchse eingerichtet und dort zufällig den Wolf geschossen hatte. Um einer Bestrafung wegen Wilderei zu entgehen, schob er seinen Neffen vor. Diesem fiel somit die Ehre zu, das Untier erlegt zu haben, und Marinus kassierte die Abschussprämie. Im Herbst 1948 war der Wolf von Eischoll ausgestopft und wurde – begleitet 112-001-003-005 canis lupus gigergraphics
Namentlich seitens der Schafhalter und der Bergregionen wurde eine - letztlich erfolgreiche - Lockerung des Wolfsschutzes gefordert. Cartoon: http://www.gigergraphics.ch, Leuk
von der Schweizerischen Filmwochenschau – ins Naturhistorische Museum Sitten überführt (HEDIGER, H., 1951; MEICHTRY, 2010), wo nach Meinung mancher Walliser alle Wölfe hingehören. Am 9. September 1954 wurde im bündnerischen Puschlav ein weiterer aus Italien zugewanderter Wolf erlegt, ferner 1978 und 1991 bei Lenz und im solothurner Mittelland je einer, bei denen es sich aber um ausgesetzte oder entkommene Tiere aus Privathaltungen gehandelt haben dürfte (HAUSSER et al., Hrsg., 1995).

Eurasischer Wolf (Canis lupus lups) im Zoo Wingst © RW, Wingst
Eurasischer Wolf (Canis lupus lups) im Zoo Wingst © RW, Wingst
In Italien war der Wolf bis auf einen kleinen Restbestand in den Abruzzen zusammengeschmolzen. Nach Unterschutzstellung wuchs die Population, dehnte sich im Apennin aus und erreichte schliesslich die Alpi Marittime, von wo aus sie sich nach Frankreich und der Schweiz ausdehnte. Im Frühjahr 2010 lebten etwa 15-20 Wölfe in einem Gebiet, das den Alpen- und Voralpenraum der Kantone Wallis, Tessin, Graubünden, Waadt, Freiburg und Bern umfasste. 2012 gab es am bündnerischen Calanda-Gebirgsstock erstmals Nachwuchs. Im Mai 2013 wurde erstmals wieder ein Wolf im Neuenburger Jura nachgewiesen (PM Staatskanzlei Neuenburg). Ab 2014 wanderten Wölfe bis in die Gegend von Zürich, den Bodensee und ins österreichische Vorarlberg. 2015 bildete sich in der Valle Morobbia im Tessin ein zweites Rudel. Im Frühjahr 2016 wurde der schweizerische Wolfsbestand auf 35-40 Tiere geschätzt (SCHNIDRIG mündl. Mitt., 2016).

Kanadische Wölfin mit Welpen, ehemals im Zoo Zürich © Peter Dollinger, VdZ
Kanadische Wölfin mit Welpen, ehemals im Zoo Zürich © Peter Dollinger, VdZ
Da in den Schweizer Bergregionen während des Sommers rund eine Viertelmillion Schafe weiden - in der Regel ohne Hirten und Hütehunde - war und ist hier der Mensch-Wolf-Konflikt besonder ausgeprägt. Mehrere Wölfe wurden illegal oder, nachdem sie eine bestimmte Zahl Haustiere gerissen hatten, mit Genehmigung abgeschossen. zooschweiz (Zoo Basel, Natur- und Tierpark Goldau, Walter-Zoo Gossau, Papiliorama Kerzers, Wildnispark Zürich-Langenberg und Zoo Zürich) engagiert sich deshalb in einem Wolfsschutzprojekt und nutzte die Europäische Raubtierkampagne der EAZA (2009) einen "Theater mit Wölfen"-Wettbewerb auszuschreiben.

Die Wiederbesiedlung in Österreich ist weniger weit 112-001-003-005  jungwoelfe wien dZupanc(1)
Polarwolfwelpen (Canis lupus arctos) im Tiergarten Schönbrunn © Daniel Zupanc, Wien
fortgeschritten. Es wandern aber immer wieder einzelne Wölfe aus Slowenien nach Kärnten und der Steiermark ein und werd112-001-003-005 briefmarke wolf belarus
Briefmarke mit Wolfsmotiv, Weissrussland
en gelegentlich auch in anderen Bundesländern gesichtet.

In Schweden, wo der Wolf um 1960 praktisch ausgerottet war, wurde er 1966 geschützt. Heute gibt es wieder eine Population von rund 260 Tieren. Um den Berstand temporär auf einer Höhe von 210 Tieren zu stabilisieren, wurde ab 2010 der Abschuss von 27 Tieren / Jahr beschlossen (CHAPRON, G., 2010)

112-001-003-005 briefmarke wolf estland
Briefmarke mit Wolfsmotiv, Estland
Kulturelle Bedeutung
: Im Griechenland des 2. Jahrtausends vor Christus wurde Zeus als Wolf verehrt. (VOLMAR, 1940). Der Arkadierkönig LYKAON soll von Zeus in einen Wolf verwandelt worden sein.

Der germanische Gott Wotan, der Odin der Nordgermanen, war als Toten- und Schlachtengott von zwei Raben und zwei Wölfen begleitet, wenn er im Sturmwind auf seinem Hengst „Sleipnir“ mit den Seelen der Gefallenen unterwegs war. Wotan galt auch als Gott der Runenweisheit und der Heilkunde und selber dem Schicksal unterworfen, wird er beim Weltuntergang vom „Fenriswolf“ verschlungen. (ZESSIN, 2004)

Auch als Held von Kinderliedern, Gedichten, Fabeln, Sagen und Märchen ist der Wolf von grosser kultureller Bedeutung. Oft tritt er dabei in Kombination mit Fuchs oder Bär auf.

Äsop: Der Wolf und der Kranich
Jean de Lafontaine: Le loup et l'agneau (mit deutscher Übersetzung)

112-001-003-005 briefmarke wolf rotkaeppchen DE
Rotkäppchen und der Wolf. Briefmarke Deutschland
Märchen der Gebrüder Grimm:
Der Wolf und die sieben jungen Geißlein
Rotkäppchen
Der Fuchs und die Frau Gevatterin
Der Wolf und der Fuchs
Der Zaunkönig und der Bär        
Der Wolf und der Mensch
Die zwei Brüder

Wilhelm Busch: Die Teilung (aus: Zu guter Letzt)

Im Tierepos "Reineke Fuchs" ist er der Ankläger, der dem König der Tiere des Fuchses Missetaten vorträgt.

Wappen Wolfratshausen
Wappen Wolfrathshausen
Viele Flur- und Ortsnamen verweisen auf den Wolf, so in der Schweiz: Wolfgang, Wolfhalden, Wolfhausen, Wolfisberg, Wölflinswil und Wolfwil. In Deutschland und Österreich gibt es zahlreiche Orte, Schlösser, Burgen und Berge mit der Bezeichnung "Wolfsberg". Bekannte deutsche "Wolfs-Städte", die auch den Wolf im Wappen führen, sind Wolfsburg und Wolfratshausen, daneben gibt es 34466 Wolfhagen, 38300 Wolfenbüttel, 55578 Wolfsheim, 67752 Wolfstein, 72649 Wolfschlugen, 77709 Wolfach, 85395 Wolfersdorf, 86709 Wolferstadt, 87787 Wolfertschwenden, 88364 Wolfegg, 93195 Wolfsegg, 98704 Wolfsberg, 99713 Wolferschwenda und 06542 Wolferstedt.

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Wolfshut (Aconitum napellus), Bären-Wolfsanlage im Natur- und Tierpark Goldau © Peter Dollinger, VdZ
Meister Isegrimm stand auch zahlreichen Pflanzenarten Gevatter: so für Wolfsmilch (Wolfsmilchgewächse; Euphorbiaceae; Euphorbia spp.), Wolfsschwertel (Hermodactylus (Iris) tuberosus), Wolfstrapp (u.a. Ufer-Wolfstrapp; Lycopus europaeus), Wolfsbast (Gemeiner Seidelbast; Daphne mezereum), Wolfsbeere (Vierblättrige Einbeere; Paris quadrifolia), Wolfsbohne (Gelbe Lupine; Lupinus luteus), Wolfskirsche (Tollkirsche; Atropa belladonna), Wolfshut (Blauer Eisenhut; Aconitum napellus), Wolfskraut (Osterluzei; Aristolochia sipho), Wolfskraut oder Wolfszahn (Stinkende Nieswurz, Helleborus foetidus), Wolfsranken oder Wolfsholz (=Gemeine Waldrebe, Clematis vitalba), Wolfsgras (= Behaarte Hainsimse, Luzula pilosa), Wolfsklauen (Gewöhnlicher Waldbärlapp, Lycopodium annotinum), Wolfsschweif (auch Bärenschweif, Löwenschwanz, Leonurus cardiaca), Wolfsblume, Wolfstod oder Wolferlei (Arnica montana), Wolfskamm (Wilde Karde, Dipsacus fullonum), Wolfsschote (Bärenschote, Süsser Tragant, Astragalus glycyphyllos), Wolfsdistel (Silberdistel, Carlina acaulis).

Bären-Wolfsanlage im Tierpark Goldau: Rotkäppchen
Bären-Wolfsanlage im Tierpark Goldau: Rotkäppchen

Dem Werwolf, einem Fabelwesen, das tagsüber menschliche Gestalt hat, sich in Vollmondnächten aber in einen blutrünstigen Wolf verwandeln kann, begegnen wir nicht nur in Horrorfilmen sondern auch in den skurrilen Galgenliedern von Christian Morgenstern:

Der Werwolf

Bis zur Aufklärung wurden Werwölfe als real angesehen. In Europa wurden mehrere hundert Prozesse geführt gegen Personen, die beschuldigt wurden, sich in Werwölfe verwandelt, auf Wölfen geritten oder Wölfe "gebannt" und für ihre kriminellen Zwecke verwendet zu haben. Viele dieser Prozesse, deren letzte um 1720-25 in Österreich stattfanden, endeten mit dem Tod der Beschuldigten.

Auch Menschen mit übermäßiger Körperbehaarung, insbesondere an sonst unbehaarten Stellen (Hypertrichose), wurden als Wolfsmenschen bezeichnet und als Werwölfe verfolgt oder auf Jahrmärkten oder im Zirkus zur Schau gestellt.

Artenschutzprojekte:
Theater mit Wölfen

Doktor-, Diplom- und Examensarbeiten:
AMBROSCH, J. (2009)
MARKOWSKI, S. (2013)

MÖSLINGER, H. (2009)
MUNDIGER, C. (2008)
PULST, J. (2009)  
SCHÜRMER, C. (2011)
SOMMER, C. (1990)
WIESE, C. (2014)
BOGUSCH, C. (2002)

Literatur und Internetquellen:
BAUMANN, F. (1949)
CHAPRON, G. (2010)
GRIMMBERGER, E. & RUDLOFF, K. (2009)

HAUSSER, J. et al. (Hrsg., 1995)
HEDIGER, H. (1951)
MEICHTRY, W. (2010)
PAGENSTECHER, H. A. (1866)
VOLMAR, F. A. (1940)
WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2009)
ZESSIN, W. (2004)

Wolfsregion Lausitz
Gruppe Wolf Schweiz

KORA

PD - 25.01.2009; mehrfach aktualisiert

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