Zur Geschichte der Zoos

Fürstliche Wildparks

Damwild in Tiergarten Weilburg vor der alten Umfassungsmauer Damwild in Tiergarten Weilburg vor der alten Umfassungsmauer
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Soweit die zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert errichteten Fürstlichen Wildparks heute noch existieren oder auf dem ursprünglichen Gelände neu als öffentlich zugängliche Tierhaltungen errichtet wurden, sinmd sie zumeist im Deutschen Wildgehegeverband e.V. organisiert. In dessen Internetauftritt sind weitere Information zu diesen Parks sowie Links zu ihren Internetseiten zu finden.

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Thiergarten Sababurg

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Alte Eiche im Tierpark Sababurg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Der über 130 ha große "Thiergarten" Sababurg wurde 1571 vom damaligen Landgrafen, Wilhelm IV. am Fuße seines Jagdschlosses Sababurg eingerichtet. Hier wurden u.a. Auerochsen, weiße Hirsche, Damwild, Gemsen, Elche und Rentiere gehalten. Für Wilhelm IV. war der Tierpark nicht nur Jagdrevier. "Der Gelehrte auf dem Fürstenthron", wie er oft genannt wurde, hielt sich viele Forscher an seinem Hofe. Darunter auch einige Naturforscher, für die er die "fremden" Tierarten in seinem Park hielt. Ab etwa 1770 wurde der Park,HistZoo 1-7-3-2 sababurg
Kontaktgehege im Tierpark Sababurg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
zuvor eine Waldfläche, auf Geheiß des Landgrafen Friedrich II. barock umgestaltet.
 
Ab Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Tierparkgelände zunehmend für die Pferdezucht genutzt und Wild wurde in immer geringerem Umfang gehalten. Dies ging einher mit einer Abholzung der Wälder. Nur einzelne Eichen ließ man als Hutbäume auf den Weideflächen stehen. Damit erhielt das Gelände seinen heutigen parkartigen Charakter. Zu Beginn der 1970er Jahr begann der Landkreis Kassel damit, den Tierpark zu reaktivieren. 1973 wurde er offiziell eingeweiht. Der Park ist somit in seinem ursprünglichen Areal als Tierpark Sababurg bis heute erhalten und präsentiert etwa 650 Tiere in 80 Arten. (Tierparkführer/Internetseite des Parks)

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Wildgehege Moritzburg

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Monströse Trophäe eines 66-Enders und Speisesaal mit 65 Geweihen im Schloss Moritzburg
Das in eine Wald- und Teichlandschaft eingebettete Jagdschloss Moritzburg wurde von dem sächsischen Kurfürsten Moritz im Jahr 1542 errichtet und unter Kurfürst Christian I. im Jahr 1589 fertig gestellt. Das Schloss beherbergt eine Trophäensammlung, darunter das Geweih eines Rothirschs mit 66 Enden. Der für seine Jagdleidenschaft bekannte Kurfürst Johann Georg IV. ließ 1693/ 94 in der Nähe seines Schlosses den „Alten Thiergarten“ anlegen. Das hier gehaltene Wild bot dem Hofadel die Voraussetzung für erfolgreiche Jagden. Von diesem Tiergarten sind alte Bruchsteinmauern bis heute erhalten geblieben. Sie werden teilweise heute noch zur Abtrennung der Tiere genutzt.

Die Haltung weißen Rotwildes für repräsentative Zwecke des Adelshauses Wettin geht in Sachsen zurück bis in das 16. Jahrhundert. Noch bis 1945 gehörten weiße Hirsche zu den exklusivsten Bewohnern im Alten Thiergarten zu Moritzburg.

Im 19.Jahrhundert diente der Tiergarten für diplomatische Gastjagden. Bereits 1893 wurde er für Besucher geöffnet. Bis zum Jahre 1895 konnte die tägliche Schaufütterung unentgeltlich besucht werden. Danach wurde sie abgesperrt und dem Publikum, das sich Ausschreitungen hatte zu Schulden kommen lassen, verschlossen. Im selben Jahr aber wurde sie den Besuchern wieder eröffnet, freilich nur gegen Entrichtung eines Eintrittsgeldes von 10 Pfennig pro Person. Diese Eintrittsgelder wurden auf Vorschlag des Oberforstmeisters Scherel von seiner Majestät dem König dem Kirchenbaufonds überwiesen. Sie haben bis heute (wohl 1900) 15'265 Mark 74 Pfennig erbracht. (Frieder Merkel (2007): Geschichte der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Moritzburg und ihrer Kirche in Daten und Fakten von 1862 – 1900. Auf: www.kunst-und-spass.de). Daraus kann man schließen, dass die Schaufütterungen von etwa 30'000 Personen pro Jahr besucht wurden.

Heute ist das Wildgehege Moritzburg eine Einrichtung des Staatsbetriebes Sachsenforst, Forstbezirk Dresden. Es beherbergt in naturnahen Gehegen über 30 verschiedene heimische Tierarten wie Rotwild, Damwild, Schwarzwild, Elche, Rehe und Wölfe. Jahrzehnte lange Erfahrungen in Haltung und Zucht von besonders geschützten Tieren wie Luchs, Fischotter und Wildkatze bilden die Grundlage für die Teilnahme an europäischen Auswilderungsprojekten für diese Tierarten.

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Tierpark Herberstein

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Damwild, die Traditionsart im Tierpark Herberstein; überwiegend wildfarbene, starke Schaufler - Bild aus altem Zooführer
Die Anfänge des Schlosses Herberstein gehen auf das frühre 12. Jahrhundert zurück. Um 1290 wurde das Anwesen von der Familie Herberstein erworben und in der Folge ausgebaut. Zwischen 1648 und 1667 erhielt Schloss Herberstein seine heutige Gestalt. Nach italienischem Vorbild entstand der Florentinerhof mit der Zisterne und dem prächtigen Hauptportal. Der damalige Schlossherr, Johann Maximilian Reichsgraf zu Herberstein, ließ auch aus der italienischen Heimat seiner Mutter „ThHistZoo 1-7-3-5 Herberstein
Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.Edelkastanie (Castanea sativa) im Tierpark Herberstein © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
amhürschen“ kommen und war somit der Begründer des ältesten „Thuergarttens“ Österreichs. Ende der 1960er Jahre beschloss der damalige Besitzer, Dipl. Ing. Johann Otto Graf zu Herberstein, die Tierparkidee weiter zu verfolgen. Zusätzlich zu den vorhandenen Damhirschen wurden anfänglich einheimische, später auch exotische Tierarten eingesetzt.
       
Turbulente Zeiten erlebte der Betrieb nach dem Tod von Otto Herberstein im Jahr 1994. Erst Jahre später konnten die damals noch minderjährigen Kinder Catherine, Maximilian und Felicitas ihr Erbe antreten unHistZoo 1-7-3-6 Herberstein
Ungarische Steppenrinder im Tierpark Herberstein © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
d die „Herberstein OEG“ gründen. Ihre Mutter, Andrea Herberstein, unterstützte sie dabei, indem sie die Konzeption und den kontinuierlichen Ausbau des Unternehmens in die Hand nahm. Ein Masterplan gültig für 10 Jahre für den Ausbau des Tierparks wurde erstellt und fand im Jahr 1998 allgemeine Zustimmung. Der Finanzbedarf von120 Millionen Schilling hätte durch Fördermittel des Landes gedeckt werden sollen. Die Umsetzung der Förderzusage erfolgte aber nur teilweise durch die Stille Beteiligung des Landes in Höhe von 40 Millionen Schilling (2,9 Millionen €) im Juni 2002. Daher mussten privat Mittel vorgeschossen und Anleihen aufgenommen werden.

In der Folge kam es zu Streitigkeiten zwischen der Eigentümerfamilie und dem Land Steiermark, indem den Herbersteins die missbräuchliche Verwendung von Fördermitteln und grob fahrlässigen Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen vorgeworfen wurde. Die Sache wurde zum Politikum und endete in einem lange andauernden Prozess mit erstinstanzlichen Urteilen im Jahr 2009. Bereits zuvor gingen der stark defizitäre Tierpark und das Schloss in die Pacht des Landes Steiermark über. Am 11. September 2006 wurde der Betrieb des Tierparks der gemeinnützigen "Steirischen Landestiergarten GmbH" übertragen. Diese betrieb den 45 ha großen Park fortan unter dem Namen "Steirischer Landestiergarten - Tierwelt Herberstein".

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Tiergarten Weilburg

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Die historische Tiergartenmauer in Weilburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Bereits 1590 wurden zur Versorgung des Hofes mit frischem Wildbret in einem Gatter Damhirsche gehalten, die Graf Albrecht II. von Nassau-Weilburg und Saarbrücken-Ottweiler aus Holland eingeführt hatte. Graf Johann Ernst von Nassau-Weilburg ließ 1685-1688 einen herrschaftlichen Jagdpark auf dem Gelände des heutigen Tiergartens anlegen.

Dieser Jagdpark war anfänglich von einem Plankenzaun umgeben, den sein Sohn und Nachfolger Fürst Karl August 1732 durch eine Bruchsteinmauer von 3.800 m Länge und bis zu 2 m Höhe ersetzen lieHistZoo 1-7-3-8 weilburg
Das „Hessenhaus“ im Tiergarten Weilburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
ß, die ein 93 Hektar großes Wald- und Wiesengelände umschließt.Der gesamte Arbeitsaufwand und die Kosten (der Hof stellte nur den Kalk) wurde den Dörfern der Ämter Weilburg, Weilmünster, Merenberg und Löhnberg auferlegt, die bisher schon alle Aufwendungen für die Unterhaltung des Plankenzaunes hatten erbringen müssen, danach aber von weiteren Unterhaltsarbeiten befreit wurden. An manchen Stellen (Wildwechsel) wurden an der Außenmauer Erdaufschüttungen vorgenommen, so dass Tiere die Mauer überwinden, von innHistZoo 1-7-3-9 weilburg
Wildkatze im Tiergarten Weilburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
en jedoch nicht mehr nach außen gelangen konnten. Fürst Karl August von Nassau-Weilburg ließ in den Jahren 1732-1736 ein kleines Jagdschloss errichten, das nach einem Brand 1916 durch ein Forsthaus ersetzt wurde.

Auch errichtete Fürst Karl August an Stelle des 50 Jahre alten Tiergärtnerhauses einen geräumigen Gutshof. Der Pächter des landwirtschaftlichen Betriebs war zugleich auch Aufseher und Heger des Wildparks. Man nannte ihn „Tiergärtner“. Der Hof diente auch Jagdgästen als Unterkunft. Herzog Wilhelm zu Nassau schloss 1808 mit dem Tierarzt Peter Lieser einen Pachtvertrag, in dem festgelegt war, dass das Pachtrecht erst mit dem Weggang oder Tod des letzten Abkömmlings der Familie Lieser erlischt. Dieser Fall trat 1934 ein. 1936 wurde der Erbpachthof abgerissen.
Seit 1816 war der Tiergarten nur forstwirtschaftlich genutzt und landschaftlich umgestaltet worden. Erst 1969 beschloss die hessische Forstverwaltung die Anlage eines öffentlichen Wildparks, der 1970 eröffnet wurde. Im Zuge des Ausbaus wurde 1972 als Gaststätte das „Hessenhaus“ errichtet. Hierbei handelt es sich um ein ehemaliges Bauernhaus aus dem Westerwald. 1980 wurde auf den Grundmauern des Erbpachthofs ein Dillhäuser Bauernhaus errichtet, das als Bauernmuseum, sowie Ausstellungs- und Seminargebäude dient.

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Tiergarten Hannover-Kirchrode

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Parklandschaft mit alten Bäumen. Aus Broschüre Tiergarten Hannover
1678/79 legte Herzog Johann-Friedrich bei Hannover einen Tiergarten für die Hofjagd an und ließ 120 Stück Damwild aussetzen. 1680, kurz nach dem Tod Johann-Friedrichs, fand die erste Jagd statt. 1751 wurde die heute noch bestehende Wildscheune erbaut. 1799 öffnete König Georg II den Tiergarten für die Bevölkerung. Dieser entwickelte sich rasch zu einem beliebten Ausflugsziel. Bis 1866 fanden noch kleinere Hofjagden statt. Danach übernahm die preußische Forstverwaltung die Pflege des Gartens und des Wildbestandes. 1903 kaufte die Stadt Hannover das Areal für 520.000 Mark. Damit ist der heute noch fast unverändert existierende Park eines der ältesten Wildgehege Deutschlands. Hauptbewohner sind etwa 150 Stück Damwild, die völlig frei durch das Gelände ziehen, daneben gibt es etwas Rehwild. Ferner werden Wildschweine und Rothirsche in weitläufigen Gehegen gehalten. Die Anlage hat bis heute nicht von ihrer Attraktivität eingebüßt: An schönen Wochendenden wird sie von über 30'000 Menschen besucht.

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Tiergarten Braunfels

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Schloss Braunfels © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Der heute noch bestehende Fürstliche Tiergarten von Schloss Braunfels wurde schon im Jahre 1704 von Graf Wilhelm Moritz Solms-Braunfels als Hofjagdrevier angelegt. 1716 kam ein zweiter Tiergarten beim Hofgut Magdalenenhausen bei Wetzlar dazu, der heute nicht mehr existiert. Auch das Wirtshaus "Forsthaus Tiergarten" stammt aus dieser Zeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Wildbestand durch Besatzungssoldaten dezimiert und Bauern aus der Umgebung ließen ihre Schweine frei auf dem Gelände herumlaufen, um sie der Beschlagnahmung zu entziehen.

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Damwild im Tiergarten Braunfels © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
1954 wurde ein Förderverein gegründet und der Tiergarten wieder der öffentlichkeit zugänglich gemacht, zunächst gegen eine Gebühr, später bei freiem Eintritt. Der Tiergarten liegt einige Kilometer vom Schloss entfern, hat eine Fläche von 70 ha und beherbergt etwa 40 Stück freilaufendes Dam- und Muffelwild und - in einem Gehege bei der Wildscheune - Schwarzwild. Gelegenheit, das Wild aus nächster Nähe zu erleben, bietet sich bei der Wildfütterung, die je nach Jahreszeit zwischen 16 und 17 Uhr an Wochenenden und Feiertagen stattfindet. Betrieben wird der Park von der Fürstlichen Forstverwaltung.

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Alte Fasanerie Klein-Auheim (Hanau)

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Rothirsch in der Alten Fasanerie Hanau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
1705 errichtete der Mainzer Erzbischof Lothar Franz von Schönborn eine Fasanerie von rund 40 ha Wiesengelände und ein Jagdhaus. Die stets wiederkehrenden Hochwasser in dieser "Unteren Fasanerie" veranlassten 1746 den damals residierenden Kurfürsten Karl Friedrich von Ostein die "Obere Fasanerie" zu gründen und das 107 ha große Gebiet mit einer 3'800 m langen Basaltsteinmauer einzufrieden. Wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen wurde die Fasanerie im Jahr 1772 aufgelöst. 1803 fiel das Gelände durch den Reichsdeputationsbeschluss an den Landgrafen von Hessen-Darmstadt, Großherzog Ludwig I., und wurde bis Ende des Ersten Weltkriegs als Hofjagdrevier für Dam-, Reh- und Schwarzwild genutzt. Nach 1945 gelangte die Anlage in den Besitz des Landes Hessen und wurde der Landesforstverwaltung unterstellt. Mit kommunaler Unterstützung erfolgte die Umgestaltung in einen Wildpark, der 1967 erstmals der Öffentlichkeit übergeben wurde (Wildparkführer). Heute werden hier etwa 350 Tiere in 41 Arten gezeigt. Die "Unteren Fasanerie" ist heute Naturschutzgebiet.

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Fasanerie bzw. Tierpark Köthen

Bereits im 17. Jahrhundert ließ das Anhalt-Köthener Fürstenhaus das Sumpfgebiet "Welsche Breite" erschließen und zu einem Landschaftspark mit Teichen und Vogelvolieren umgestalten. 1711 wurde ein Fasanenhaus errichtet. 1872 erwarb die Stadt Köthen das Gelände mit Fasanenwärterhaus für 30 000 Taler. 1884 wurden neue Volieren für verschiedene Fasanenarten erstellt. Dieses Jahr gilt als offizielles Gründungsjahr des heutigen Tierparks von 4 ha, in dem hauptsächlich heimische Arten gezeigt werden. Der überwiegende Teil der ehemaligen Fasanerie ist heute Naturschutzgebiet.

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Tiergehege Sondershausen

Seit 1670 ist ein Jagdhaus mit dem Namen „Zum neuen Jagdhaus auf dem Oberspierschen Forste“ urkundlich belegt. Dieses wurde von 1732-38 von Fürst Günther I. von Schwarzburg-Sondershausen umgebaut und hieß danach „Zum Possen“. Unter dem Fürsten Günther Friedrich Carl II. (Regierungszeit 1835 – 1880) entstanden eine Reithalle und ein Wildgehege und 1870 wurde der erste, heute noch erhaltene (aber nicht mehr für die Tierhaltung benutzte) Bärenzwinger eröffnet. Dessen erster Besatz waren junge Bären, die 1867 von den Prinzen des Fürstenhofes aus einem Jagdgebiet in den Karpaten geholt wurden, nachdem man 3 Muttertiere erlegt hatte. Zu DDR-Zeiten wurden die Bären erstmals umgesiedelt und 1998 haben sie ein erweitertes Gehege erhalten. Daneben werden heute in Sondershausen Damwild, Rotwild, Muffelwild, Wildschweine sowie diverse Vögel und Haustiere gehalten.

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Tierpark Rosegg

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Rotwild im Tierpark Rosegg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Schloss Rosegg wurde 1772 vom Fürsten Orsini-Rosenberg erbaut. Der zweite Besitzer des Schlosses war Peter Ritter von Bohr, Finanzberater des Kaisers und seines Zeichens auch ein lange gesuchter Geldfälscher. Er erwarb das Schloss 1829 und ließ 1830 einen Tierpark anlegen. Hiezu liess er die nahegelegene alte Burg Rosegg abtragen und aus den Steinen die Tierparkmauer errichten, welche heute noch die Begrenzung des Tierparks ist. Reste der Burg sind heute noch vorhanden. 1831 erwarb der Feldmarschall Johann Fürst von und zu Liechtenstein den Besitz. Sowohl der Tierpark mit Burgruine als auch das benachbarte Schloss gehören noch heute seiner Familie. Im Tierpark werden etwa 400 Tiere in über 35 zum Teil exotischen Arten gehalten.

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Wildgehege Putbus

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Das Affenhaus von Putbus im Originalzustand
1804 begann der spätere Generalgouverneur von Schwedisch-Pommern, Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus (auf Rügen), der nach dem Studium in Greifswald und Göttingen sein Schloss umgebaut, Putbus zum ersten Badeort auf Rügen ausgebaut, Schloß Spycker angekauft und das Jagdschloss Granitz errichtet hatte, mit der Umgestaltung seines 75 ha großen Schlossparks. 1830 liess er auf Wunsch von Fürstin Luise ein erstes Affenhaus bauen. 1833 kam das Wildgehege dazu. 1835 folgte ein Vogelhaus.

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Das Affenhaus von Putbus heute © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
1836 - 1837 wurde das erste Vogelhaus durch den Neubau eines zweistöckiges Fasanenhauses über achteckigem Grundriss nach Plänen des Berliner Architekten Johann Gottfried Steinmeyer ersetzt. 1848 wurde ein klassizistisches Affenhaus mit rückwärtigem Anbau und zwei Seitenpavillons ebenfalls nach Plänen von Steinmeyer errichtet. Das Schloss, das nach dem Zweitenweltkrieg zweckentfremdet als Lagerhalle genutzt wurde und zunehmend zerfiel, wurde 1962 aus ideologischen und finanziellen Gründen aberissen.

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Rothirsch im Bast im Wildgehege von Putbus © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Das Fasanenhaus ist heute eine Ruine, das Affenhaus dient als Museum. Nach wie vor in Gebrauch ist das 1833 eingerichtete Wildgehege von 8 ha. Hier werden heute um die 100 Stück Rot- und Damwild gehalten.

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Ferner:


Wildpark Donsbach, Dillenburg

Bereits um 1640 wurde durch die Nassau-Dillenburger Grafen in diesem Areal Damwild gehalten. Um 1713 liefen auf dem Gelände "allerlei Wildpret, sowie rothem und schwarzem, davon wenigstens dissmalen an 1000 Stück sind". 1970 wurde dier zwischenzeitlich stillgelegte Tierhaltung als Wildpark Donmsbach neu eröffnet.

Tiergarten am Schloss Raesfeld

Die historische Schloßanlage Raesfeld wurde 2005 saniert und mit einem modernen, stark kontrastierenden Besucherzentrum versehen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der um 1650 im Renaissance-Stil angelegt "Tiergarten", zugleich Landschaftspark und Jagdgatter, wieder hergestellt und mit Rot- und Damhirschen besetzt.

Tiergarten Groß-Gerau

Die Fasanerie in Groß-Gerau ist ein ehemaliges Jagdgatter der Darmstädter Herzöge. Ein Großteil der Mauersteine der Fasaneriemauer stammt aus der Ruine des 1689 während des Pfälzischen Erbfolgekrieges von französischen Truppen zerstörten Dornberger Schlosses. Die heutige Anlage innerhalb der Mauern der historischen Fasanerie wurde 1958 von einem Kleintierzüchterverein gegründet.

Wildgehege Schloß Duttenstein, Dischingen

Rund um das 1564 erbaute Jagdschloß Duttenstein ließen im Jahre 1817 die Fürsten von Taxis 506 Hektar einzäunen, um einen riesigen Wildpark anlegen. Der Wildpark mit seinem schönen alten Baumbestand, in dem heute Rot- und Damhirsche sowie Wildschweine gehalten werden, kann auf einem gut ausgebauten Wegenetz erkundet werden.

Fasanerie Wiesbaden

Der Name des Parks stammt aus dem 18. Jahrhundert, als die Fürsten zu Nassau eine jagdliche Fasanenzucht anlegten. 1744 wurde dort ein Jagdschloß erbaut, 1954 richtete die Stadt hier den Tierpark ein.

Wildpark Josefslust, Sigmaringen

Das Waldgebiet Josefslust war das Jagdrevier des Fürstenhauses Hohenzollern-Sigmaringen. 1727 ließ Fürst Josef-Friedrich hier ein Jagdschlösschen erbauen, das 1830 durch ein größeres Schloss ersetzt wurde. Zur Vermeidung von Konflikten mit der bäuerlichen Bevölkerung ließ Fürst Anton Aloys von Hohenzollern-Sigmaringen im Jahr 1790 eine Fläche von rund 14 km² als Wildpark einzäunen. Später wurde die Fläche des Wildparks auf 720 ha verkleinert. Der Wildpark ist nach wie vor im Besitz des Fürstenhauses und ist dem Publikum frei zugänglich.

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Literatur und Internetquellen:
SOLMS-LAUBACH, Rudolph Graf zu (1865)
Diverse Wildparkführer
www.weilburg-lahn.info
und Schautafeln im Tiergarten Weilburg
www.forsthaus-tiergarten-braunfels.de
www.dillenburg.de

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Gelesen 9265 mal Letzte Änderung am Sonntag, 18 Dezember 2016 08:45
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