Zur Geschichte der Zoos

Frühgeschichte

Gezähmte Mendesantilope aus Grab in Saqqara, ca. 2600 v. Chr. Louvre, Paris. Gezähmte Mendesantilope aus Grab in Saqqara, ca. 2600 v. Chr. Louvre, Paris.

Bereits 3000 Jahre vor unserer Zeitrechnung gab es in den Kulturen zwischen Euphrat und Zentralchina Tierparks. Die Pharaonen Ägyptens, wo schon im Alten Reich (2707-2216 v. Chr.) viele Wildtiere als Gottheiten verehrt, aber auch als Jagdhelfer oder zu Schlachtzwecken gehalten  worden waren, hielten  exotische Tiere in Käfigen bei ihren Palästen. Im Grab des Mer-Ib in Gizeh fand man ein Besitzverzeichnis von 1400 Oryxantilopen, und die Herrscherin Hatschepsut (Regierungszeit 1479-1458 v. Chr.) hielt neben ihrer großen Tempelanlage in Theben Indische Elefanten, Giraffen, Antilopen und Strauße. (LOISEL, G., 1912; POLEY, D., 1993)

Der Chinesische Kaiser WEN-WANG besaß, um 1150 v. Chr., Tiger, Nashörner, Schabrackentapire, Riesenschlangen und allerlei Fische. Die kulturelle Bedeutung dieser 400 Hektar großen, "Park des Wissens" genannten Einrichtung war nachhaltig: 1833 schrieb FRIEDRICH RÜCKERT die deutsche Adaptation eines Gedichts in Zusammenhang mit dem Park aus der Sammlung von K'UNG-FU-TZU. Der Park soll übrigens bis zum Boxeraufstand 1899/1900 bestanden und  die letzte Herde des Miluhirschs beherbergt haben (KUNZE, G., 2000; POLEY, D., 1993), was allerdings von REICHENBACH (1998) als Irrtum dargestellt wird.

Rückert: Wen Wangs Ruhe

883 bis 859 v. Chr. unterhielt der assyrische König ASSURNASIPAL einen seinem Volk zugänglichen Zoologischen Garten, wo. u.a. Löwen und die heute ausgestorbenen Syrischen Halbesel (Equus hemionus hemippus) gezüchtet wurden. (GORGAS, M. & SCHWEINBERGER, W., 1986)

Literatur:
GORGAS, M. & SCHWEINBERGER, W. (1986)
KUNZE, G. (2000)
LOISEL, G. (1912)
POLEY, D. (1993)

18.05.2015

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Gelesen 4450 mal Letzte Änderung am Montag, 18 Mai 2015 17:49
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