Südliches Afrika (14)

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Tankwa-Karoo in Blüte, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
(4) Trockenwälder, Savannen und Dickicht

(7) Trockensavannen und Grasländer

(8) Wüsten und Halbwüsten

(10) Kapregion

(9) Subtropische Feuchtwälder

(11) Gewässer und Feuchtgebiete

(12) Gebirge

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Die Länder des südlichen Afrika. Stepmap
Zum Südlichen Afrika zählen Angola, Botswana, Lesotho, Madagaskar, Malawi, Mosambik, Namibia, Sambia, Simbabwe, Südafrika (wobei die Kapregion hier gesondert behandelt wird) und Swasiland. Das Klima ist tropisch bis subtropisch. Im Westen ist es durch den Einfluss des Benguelastromes trockener, im Osten, wo der Agulhasstrom einwirkt, feuchter und wärmer. Im Subtropengürtel können die Tag-Nacht- und saisonalen Temperaturunterschiede erheblich sein. In den höheren Lagen von Lesotho, Namibia, Südafrika und Swasiland kann es zu Frost SAF-00-00-02 rappen cornwallis
Rappenantilope (Hippotragus niger) von Captain W. Cornwallis Harris im Dezember 1836 am Magaliesberg erlegt
und Schneefällen kommen.

Wegen der unterschiedlichen klimatischen Bedingungen ist die Biodiversität hoch. SINCLAIR et al. (1997) geben für die Region über 900 Vogelarten an, darunter 134 endemische, wobei Angola und Sambia nicht berücksichtigt sind. Die Sukkulenten-Karoo wird zu den Brennpunkten der Biodiversität gezählt. Hier wurden 4849 Gefäßpflanzen nachgewiesen, wovon 1940 endemische.
        
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Schädel von gewildertem Nashorn (Diceros bicornis), Gonarezhou-Nationalpark, Simbabwe © Peter Dollinger, VDZ
Die vom Kap ausgehende, frühe Besiedlung des Landes durch die Europäer hatte nachhaltige negative Auswirkungen auf die Großtierfauna Südafrikas. Löwen, Elefanten, Nashörner, Weißschwanzgnu und andere Arten wurden beinahe SAF-00-00-05 mammutbaum gonarezhou
Von Elefanten beschädigter Mammutabaum (Adansonia digitata). Gonatezhou-Nationalpark, Simbabwe © Peter Dollinger, VDZ
ausgerottet. In den dicht besiedelten Königreichen von Lesotho und Swasiland und in dem von Deutschen bewohnten Farmgebiet Namibias war die Situation ähnlich. In Simbabwe wurden im Zuge der Bekämpfung der Rinderseuche Nagana Hunderttausende von Großtieren getötet, was insofern nicht zielführend war, als sich der Überträger, die Tsetsefliege, auch vom Blut von Kleintieren ernähren kann. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte ein Umdenken ein. 1897 wurde das Hluhluwe-Schutzgebiet in Natal gegründet, um die letzten zwei Dutzend Breitmaulnashörner zu erhalten. 1898 folgte das Sabie-Schutzgebiet und etwas später das Shingwedzi-Schutzgebiet im Transvaal, die 1926 zum Krüger-Nationalpark vereint wurden. 1931, als nördlich von Port Elizabeth gerade noch elf Elefanten lebten, wurde der Addo-Nationalpark gegründet. 1937 folgte der Bergzebra-Nationalpark. 1907 erklärte der Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika, Friedrich von Lindequist, ein Gebiet von 99.526 km² des heutigen Namibia zum Wildreservat. In der Folge wurde die Fläche des Schutzgebiets mehrfach verkleinert, 1964 wurde die verbleibende Fläche zum Etoscha-Nationalpark erklärt, der letztlich noch eine Fläche von 22.275 km² hatte. Das ist immerhin halb so groß wie die Schweiz. In Süd-Rhodesien, dem heutigen Simbabwe, wurden 1928 das Wankie-Reservat (heute Hwange National Park) gegründet, und so weiter.
        
Heute gibt es in der Region zahlreiche Nationalparks und vergleichbare staatliche Schutzgebiete, zusätzlich wurden viele private Reservate eingerichtet. Viele dieser Reservate sind eingezäunt, um Konflikte zwischen Wildtieren und Menschen zu verhindern. Dies bedingt manchenorts Maßnahmen für das Populationsmanagement, die jenen der Zoos vergleichbar sind. Bürgerkriege in Angola und Mosambik und die Auswirkungen des Mugabe-Regimes in Simbabwe haben zwar zu Rückschlägen geführt, insgesamt ist aber die Situation für die Wildtiere im Südlichen Afrika vielversprechender als in anderen Regionen.

Mit gegen 350'000 Individuen verfügt das Südliche Afrika über den größten Elefantenbestand. Einzig in Angola haben sich die Bestände noch nicht von den Folgen des Bürgerkriegs erholt. Im Krüger-Nationalpark im Norden Botswanas und Namibias sowie im Südwesten Simbabwes hat es heute mehr Elefanten, als für den Lebensraum gut ist. Währenddem das Nördliche Breitmaulnashorn praktisch ausgerottet ist, gibt es vom Südlichen wieder über 17'000 Tiere, und auch über 80 % aller Spitzmaulnashörner und über 50 % aller Flusspferde leben im Südlichen Afrika.


Typische Tiere in VDZ-Zoos: Leider sind manche typischen Tierarten des Südlichen Afrika in den letzten Jahren aus den Zoos im deutschsprachigen Raum verschwunden, so etwa Bärenpavian, Weißschwanzgnu, Buntbock, Kuhantilope oder Schabrackenschakal. Andere wurden nie oder nie über längere Zeit gehalten, wie Kap-Bergzebra, Rehantilope, Stein- und Greisböckchen, Buschmannhase, Felsenratte oder Brandts-Pfeifratte.

Das vorhandene Artenspektrum ist aber immer noch beachtlich, und manche potenzielle Botschafterarten, wie Löffelhund, Erdmännchen, Zwergmanguste, Gepard, Dikdik oder Kurzohrrüsselspringer erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Diese können hervorragend eingesetzt werden, um für Schutzprojekte in der Region zu werben, etwa für den Brillenpinguin oder den Buschmannhasen, für die sich einige Zoos engagieren.

Grüne Meerkatze, Afrikanischer Wildhund, Löffelhund, Honigdachs, Zebramanguste, Zwergmanguste, Fuchsmanguste, Weißschwanzmanguste, Erdmännchen, Tüpfelhyäne, Braune Hyäne , Erdwolf, Schwarzfußkatze, GepardKarakal, ServalLöwe, Leopard, Erdferkel, Südafrikanischer Seebär , Klippschliefer, Buschschliefer, Afrikanischer Elefant, Steppenzebras, Hartmann-Bergzebra, Breitmaulnashorn, Spitzmaulnashorn, Flusspferd, Warzenschwein, Giraffe, Kaffernbüffel, Elenantilope, Großer Kudu, Tiefland-Nyala, Rotducker , Südafrikanische Oryx, Pferdeantilope, Rappenantilope, Streifengnu, Blessbock, Ellipsenwasserbock, Litschi-Wasserbock, Bergriedbock, Kirk-Dikdik, Klippspringer, Impala, Springbock, Kap-Borstenhörnchen, Springhase, Tüpfelgrasmaus, Akazienratte, Ansell-GraumullSüdafrikanisches Stachelschwein, Kurzohr-Rüsselspringer.

Südafrikanischer-Strauß, Zwergtaucher, Rosapelikan, Rötelpelikan, Kormoran, Graureiher, Goliathreiher, Kuhreiher, SeidenreiherKüstenreiher, Nachtreiher, Zwergdommel, Schuhschnabel, Hammerkopf, Weißstorch, Abdimstorch, Wollhalsstorch, Afrikanischer Marabu, Brauner Sichler, Heiliger Ibis, Löffler, Zwergflamingo , Rosaflamingo , Gelbbrustpfeifgans, Witwenpfeifgans, Nilgans, Kapente, Rotschnabelente, Gelbschnabelente,, Helmperlhuhn, Steppenadler, Glanzgans, Schreiseeadler, Bartgeier, Schmutzgeier, SperbergeierGaukler, Sekretär, Wanderfalke, Koritrappe , Paradieskranich , Grauhals-Kronenkranich, Stelzenläufer , Waffenkiebitz,Teichhuhn, Afrikanisches Blätterhühnchen, Stelzenläufer, Säbelschnäbler, Kaptriel, Sandregenpfeifer, Langzehenkiebitz, Großer Brachvogel, Kampfläufer, Rotschenkel, Kap-Uhu, MilchuhuStrichelracke, Gabelracke, Wiedehopf, Scharlachspint, Weißstirnspint, Südlicher Hornrabe, Rotschnabeltoko, Braunflügel-Mausvogel, Elsterwürger, Oryxweber, Tahaweber, Siedelweber, Paradieswitwe;

Pantherschildkröte, Riesengürtelschweif, Zwerggürtelschweif, Puffotter, Kapkobra (Naja nivea), Nilkrokodil, Afrikanischer Krallenfrosch; Afrikanischer Lungenfisch, Korallenwels, Schlammspringer, Afrikanische Buntbarsche

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(4.1) Miombo-Trockenwald (4.2) Mopani-Trockenwald (4.3) Gemischter Trockenwald (4.4) Savanne, Bushveld (4.5) Maputaland-Pondoland-Albany-Buschland Es gibt unterschiedliche Definitionen des Begriffs "Trockenwald". TIMBERLAKE et al. (2010) verstehen darunter Gesellschaften von Holzpflanzen, deren Kronen…
Der Miombo-Trockenwald erstreckt sich von der Ostafrikanischen Region bis nach Zentral-Simbabwe, Nordost-Botswana und Angola in frostfreien Gebieten mit einem Jahresniederschlag von 650 – 1500 mm. Er bedeckt 2.57 Millionen km²,…
Der Mopani-Trockenwald schließt südlich an den Miombo an und reicht bis in den Norden Namibias, den Norden und Osten Botswanas und die Limpopo-Provinz Südafrikas. Er findet sich in Zonen mit…
Gemischter Trockenwald kommt in trockenen Gebieten der Miombo-Zone sowie südlich davon in der Nordhälfte Namibias, in Botswana und im nördlichen Südafrika (Nordkap, Nordwest-Provinz, Limpopo, Mpumalanga, nördliches Kwazulu-Natal) vor. Im Grenzgebiet…
Wie einleitend festgehalten, gehören Trockenwälder und Savannen zum selben Biom und eine klare Abgrenzung gibt es nicht. Als "Bushveld" bezeichnet man in Südafrika eine gemischte Savanne mit niedrigen Bäumen, von…
Diese natürlicherweise fragmentierte Ökoregion liegt zwischen den Drakensbergen und dem Küstenwald. Sie reicht vom Ostkap bis in den Süden Mpumalangas und Mosambiks und bildet ein Mosaik mit Savanne und anderen…
(7.1) Kalahari (Trockensavanne)  (7.2) Dornsavannen Zentral-Namibias   (7.3) Mopani-Strauchsavanne   (7.4) Namibia-Grasland   (7.5) Südafrikanische Grasländer Die Trockensavannen der Region liegen hauptsächlich im südlichen und zentralen Kalaharibecken. Ferner gehören dazu die durch Akazien…
(8.1) Namib (8.2) Sukkulenten-Karoo (8.3) Nama-Karoo (mit Vornamib) (8.4) Südwest-Kalahari (auf Karte auch Teile der Trockensavanne  sowie die Dornsavannen Zentral-Namibias) Die Namibwüste erstreckt sich entlang der Küste von Benguela in…
Die Namib ist eine extrem trockene Wüste. Von West nach Ost lassen sich drei Zonen unterscheiden: Die Küstenzone mit nur 5-20 mm Niederschlag pro Jahr, jedoch dickem Nebel an über…
Die Sukkulentenkaroo gilt als einer der Brennpunkte der Biodiversität. Das Gebiet umfasst eine Fläche von 112'000 km², ist also etwa so groß wie Österreich und die Schweiz zusammen, und weist…
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