Kapregion (6)

SAF-10-0-01 Kapregion ramskop
Kapflora, Ramskop, Western Cape © Peter Dollinger, VDZ
In der Kapregion unterscheidet man folgende Hauptlebensräume:

Fynbos
Renosterveld
Grasland-Fynbos
Karoo
Immergrüne Feuchtwälder
Gewässer und Feuchtgebiete

 


SAF-10-0-02 CapeFloralKingdom
Die Kapregion - ein Mosaik unterschiedlichster Lebensräume (nach Cowling & Richardson, 1995)
Ferner gibt es noch Busch (Thicket), oft an Gewässern oder in Verbindung mit anderen Vegetationstypen, insbesondere dem Fynbos der West- und Südküste. Dieser ist ornithologisch interessant, ähnlich wie bei uns die Hecken, ist aber natürlicherweise fragmentiert und wird daher erst seit Kurzem als Biom angesehen. Da der Übergang zwischen dem Albany-Buschland des Ostkaps und dem Maputaland-Pondoland-Buschland Kwazulu-Natals fließend ist, wird das Buschland unter Trockenwälder und Savannen abgehandelt.

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Küsten-Fynbos mit Buntböcken (Damaliscus p. pygargus), Tafelberg-Nationalpark, Western Cape © Peter Dollinger, VDZ
Mit, je nachdem, wie sie abgegrenzt wird, 74'000 bis knapp 90'000 km² bildet die Kapflora das flächenmäßig kleinste der sechs kontinentalen Florenreiche der Erde. In einem Gebiet etwa so groß wie Österreich gedeihen hier etwa 8'600 Pflanzenarten (Österreich 3165 Arten), wovon 5'800 endemisch sind (Österreich 150 Arten).

Die Kapregion ist vor allem wegen ihrer botanischen Vielfalt ein Brennpunkt der Biodiversität. Ferner leben hier mindestens 11'000 Arten von Meerestieren, davon sind 3'500 endemisch. Weil sich aber unter den 560 terrestrischen Arten relativ wenig Endemiten befinden, bildet die Kapregion kein eigenes Faunenreich, sondern gehört zur Äthiopischen Region.
        
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Blaubock (Hippotragus leucophaeus) † aus SMITHERS, nach MOHR, 1967
Als Folge der frühen Besiedlung durch die Europäer verarmte die Großtierfauna. Eine Antilopenart, der Blaubock (Hippotragus leucophaeus), ein Verwandter von Pferde- und Rappenantilope, wurde um 1800 ausgerottet. Alles, was von ihm übrig geblieben ist, sind vier Stopfpräparate in den Naturhistorischen Museen von Wien, Leiden, Stockholm und Paris, ein Schädel in Glasgow und ein paar mehr oder weniger zutreffende Beschreibungen und Abbildungen.SAF-10-0-05 quagga
Quagga (Equus quagga quagga) † aus CORNWALLIS HARRIS (1840)
Ursprünglich relativ weit verbreitet, beschränkte sich sein Areal schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts auf das Renosterveld zwischen den Hottentot-Holland-Bergen und Swellendam.
        
Das Quagga (Equus quagga quagga), die südlichste Form des Steppenzebras, die im Küstenfynbos, dem Renosterveld und der Karoo zuhause war und ein rückgebildetes Streifenkleid und eine gelbbraune Grundfarbe hatte, überlebte am Schluss nur noch in Menschenobhut, wo die letzten Tiere 1875 im Berliner und 1883 im Amsterdamer Zoo starben. Grund für die Ausrottung war einersSAF-10-0-06 KapderGutenHoffnung
Das Kap der Guten Hoffnung, heute Teil de Tafelberg-Nationalparks © Peter Dollinger, VDZ
eits eine nicht nachhaltige Bejagung, hauptsächlich zur Gewinnung der Häute, und Weidekonkurrenz durch Schafe. Löwen, Elefanten, Nashörner und Giraffen wurden weit nach Norden abgedrängt.
        
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Strandveld bei de Mond, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, VDZ
Rund ein Viertel des Gebiets der floristischen Kapregion.ist noch einigermassen intakt, etwa ein Fünftel steht unter Schutz. Trotzdem gelten etwa 1'700 Pflanzenarten als gefährdet oder potenziell gefährdet, namentlich durch die Expansion der Städte, die Intensivierung der Landwirtschaft, die Einschleppung invasiver Pflanzen oder durch Brände, die zur falschen Zeit oder zu häufig gelegt werden. Im Bereich der Fauna ergeben sich Probleme dadurch, dass Tiere aus anderen Gebieten des südlichen Afrikas in Naturschutzgebieten angesiedelt wurden, so etwa Steppenzebra, Springbock, Blessbock, Spießbock oder Streifengnu.

In jüngster Zeit ist als Folge eines überbordenden Tourismus ein Wildwuchs zu beobachten, weil private Lodges ihren Gästen die "Big Five" zeigen wollen, auch wenn diese in den betreffenden Lebensräumen nie vorgekommen sind.

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Typische Tiere in VDZ-Zoos:
Grüne Meerkatze (Cercopithecus = Chlorocebus aethiops), Karakal (Caracal caracal), Leopard (Panthera pardus) , Fuchsmanguste (Cynictis penicillata), Erdwolf (Proteles cristatus), Löffelhund (Otocyon megalotis), Honigdachs (Mellivora capensis), Südafrikanischer Seebär (Arctocephalus pusillus), Erdferkel (Orycteropus afer), Klippschliefer (Procavia capensis), Afrikanischer Elefant (Loxodonta africana), Flusspferd (Hippopotamus amphibius)Elenantilope (Taurotragus (Tragelaphus) oryx)Grosser Kudu (Tragelaphus strepsiceros)Bergriedbock (Redunca fulvorufula)Klippspringer (Oreotragus oreotragus)Rotducker (Cephalophus natalensis), Kurzohr-Rüsselspringer (Macroscelides proboscideus), Südafrikanischer Strauß (Struthio camelus australis)Brillenpinguin (Spheniscus demersus), Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis)Rosapelikan (Pelecanus onocrotalus)Rötelpelikan (P. rufescens), Heiliger Ibis (Threskiornis aethiopicus), Hammerkopf (Scopus umbretta), Weißstorch (Ciconia ciconia), Zwergflamingo (Phoeniconaias minor), Rosaflamingo (Phoenicopterus (ruber) roseus)Nilgans (Alopochen aegyptiacus), Kapente (Anas capensis), Rotschnabelente (Anas erythrorhyncha), Gelbschnabelente (Anas undulata), Graukopfkasarka (Tadorna cana)Sporngans (Plectropterus gambensis), Sekretär (Sagittarius serpentarius), Helmperlhuhn (Numida meleagridis), Paradieskranich (Anthropoides paradisea), Afrikanisches Blätterhühnchen (Actophilornis africanus), Stelzenläufer (Himantopus himantopus), Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta), Kaptriel (Burhinus capensis), Waffenkiebitz (Vanellus armatus), Kronenkiebitz (Vanellus coronatus), Kap-Turteltaube (Streptopelia capicola), Kap-Uhu (Bubo capensis), Braunflügel-Mausvogel (Colius striatus), Oryxweber (Euplectes orix), Kapweber (Ploceus capensis), Pantherschildkröte (G. (= Stigmochelys) pardalis), Afrikanische Eierschlange (Dasypeltis scabra), Puffotter (Bitis arietans), Kapkobra (Naja nivea), Afrikanischer Krallenfrosch (Xenopus laevis)

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Literatur:
BRANCH, B. (1988)   
CORNWALLIS HARRIS, W. (1840)
COWLING, R. & RICHARDSON, D. (1995) 
MILLS, G & HES, L. (1999)
MITTERMEIER, R.A., MYERS, N. & GOETTSCH-MITTERMEIER, C. (1999) 
REBELO, T. (1995)
SINCLAIR, I., HOCKEY, P. & TARBOTON, W. (1997)
SMITHERS, R. H. N. (1983) 
VAN WYK, B.-E. & SMITH, G. (1996)

PD - 22.07.2012; 14.03.2014

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Wo der Jahresniederschlag zwischen 250 und 600 mm liegt und entsprechende Böden vorhanden sind, entwickelt sich das Renosterveld, in dem etwa 1’000 Pflanzenarten gedeihen. Sind die Niederschläge höher, waschen die…
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