Die Zoos handeln (34)

  Das deutschsprachige Amphibienschutzprogramm

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Der Verhandlungsbericht des Amphibienkurses

Die WAZA organisierte unter Mitwirkung der DGHT und der Zooverbände vom 27.06. bis 01.07.2007 in Chemnitz einen Multiplikatorenkurs. Der Kurs war kein akademisches Symposium, sondern ein praktischer Kurs für den deutschsprachigen Raum. Teilnehmer waren Fachleute aus den Bereichen Naturschutz, Tierzucht, -haltung, Marketing und Pädagogik. Das dort verabschiedete Konsensdokument dient als Grundlage der weiteren Arbeit. Der Amphibienkurs in Chemnitz markiert somit den praktischen Beginn des breit angelegten Amphibien-Schutzprogramms der Zoos und Privathalter im deutschsprachigen Raum (DASP).

Zwar sollte der Schwerpunkt der Aktivitäten auf dem Schutz der einheimischen Amphibien liegen, wozu die Parks auf ihrem Gelände Lebensräume für Amphibien schaffen oder sich an der Pflege von Amphibienreservaten in der Umgebung beteiligen könnten. Die Schutzaktivitäten sollten aber auch zoopädagogisch begleitet werden und ihren Niederschlag in der Öffentlichkeitsarbeit finden.

Alle Parks sollten der Präsentation von Amphibien mehr Bedeutung zumessen, entsprechend eingerichtete Zoos sollten sich an Zuchtprogrammen beteiligen, wobei mit der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) zu kooperiert sei. Ferner sollte der Amphibienschutz und dem Amphibienschutz dienende Forschung auch finanziell unterstützt werden.

Zusammengefasst setzte sich das DASP folgende Ziele:


 Helfen Sie mit!

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Wiederherstellen eines Amphibienbiotops durch den Tierpark Nordhorn © Ina Deiting, Nordhorn

Vorgeschichte: Wie alles begann

Im März 2006 trafen sich die Vorstände der Zooverbände (VDZ, DWV, DTG, BdZ, VZP und GDZ) im Wildpark Schwarze Berge bei Hamburg. Dort wurde die Idee geboren, ein gemeinsames Projekt zu starten, um deutlich zu machen, dass moderne Zoos auch Naturschutzeinrichtungen sind. Man wollte beim nächsten Treffen konkrete Vorschläge unterbreiten.

Auf der VDZ-Tagung im Juni 2006 in Wuppertal hielt Dr. Alex Rübel (Direktor des Zoo Zürich) unter dem Titel "Das Schweigen der Frösche" einen beeindruckenden Vortrag, der die Zooverbände im deutschsprachigen Raum dazu bewegte, den Amphibienschutz zum Gegenstand ihres gemeinsamen Projekts zu machen.

Eine verbandsübergreifende Arbeitsgruppe "Amphibienkrise" stellte am 25. April 2007 in Heilbronn fest, dass die Mitgliedparks von DWV und DTG kaum Amphibien halten und die meisten auch keine Warmhäuser haben, die für die Haltung exotischer Amphibien geeignet sind, und deshalb kaum motiviert werden können, sich einer Kampagne anzuschließen, die vorrangig den Schutz exotischer Amphibienarten zum Ziel hat. Darüber hinaus sind weder DWV noch DTG und nur wenige der ihnen angeschlossenen Tier- und Wildparks EAZA-Mitglieder, was Voraussetzung für die Teilnahme an Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen gewesen wäre.

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Prinzessin Xenia von Sachsen küsst einen Frosch. Pressefoto Zoo Leipzig
Das Jahr des Frosches

2008 wurde vom Weltzooverband (WAZA) und dem Welt-Naturschutzbund (IUCN) zum Jahr des Frosches deklariert. Der langfristige Erfolg dieser Aktion wurde allerdings durch ein Kompetenzgerangel zwischen WAZA und den Regionalverbänden, hauptsächlich dem amerikanischen (AZA) und dem europäischen (EAZA) getrübt. Die deutschsprachigen Verbände einigten sich deshalb darauf, sich nicht an der einjährigen Kampagne zu beteiligen, die von EAZA unter der Bezeichung "Frog Alarm!" durchgeführt wurde, sondern sich den Amphibienschutz als längerfristiges Programm auf die Fahne zu schreiben. Das Jahr des Frosches, an dem teilzunehmen den einzelnen Mitgliedzoos freistand, könne aber als Startzeichen für das Programm dienen, das unter der Schirmherrschaft der WAZA laufen sollte.

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PD - 12.02.2013

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