17.12.2012 - Berlin. Ein kleines Erdferkel zeigt sich vom morgigen Tag an ab und zu den Zoobesuchern. Der handaufgezogene Säugling wurde am 21. September im Nachttierhaus des Berliner Zoos geboren. Zum Zeitpunkt der Geburt war das rosafarbene, nackthäutige Neugeborene knapp 1600 g schwer und faltig. Bis heute ist es zu einem strammen Jungtier herangewachsen, das mit einer Körpermasse von etwa 12 kg mittlerweile so stabil ist, dass es auch den Kontakt mit seinen Eltern nicht mehr scheuen muss.
Die erwachsenen Erdwühler sind mit kräftigen Grabklauen ausgestattet und bringen ein Gewicht von 50-70 kg auf die Waage. Wer ihnen unter die „Hufe“ gerät, muss sehr robust sein. Dieses Kriterium erfüllt das Jüngste; denn im Gegensatz zu seinen beiden Geschwistern aus den Vorjahren, war das diesjährige Erdferkelchen von Anfang an gesund und munter. Trotzdem wurde es aus Sicherheitsgründen der Mutter abgenommen, da letztere ein bereits im Januar geborenes Kind zerdrückt hatte. Die Aufzucht von Erdferkeln in Zoologischen Gärten bleibt ein schwieriges Unterfangen, das nur selten reibungslos gelingt.


Die außergewöhnlichen Säugetiere, die in ihrer afrikanischen Heimat südlich der Sahara keinesfalls selten sind, verfügen über eine schweineartige Rüsselnase mit der sie Termiten aufstöbern, um sie anschließend mit langer klebriger Zunge aufzulecken. Der Kopf trägt große bewegliche „Hasenohren“ und der dicke Schwanz erinnert an ein Känguru. Da sie nachtaktiv sind, sieht man die interessanten Säugetiere im Freiland aber nur selten.


Will man Erdferkel dem Zoobesucher zeigen, so empfiehlt sich die Haltung in einem Nachttierhaus mit phasenverschobenem Tag-Nacht-Rhythmus. Deutschlandweit gibt es lediglich drei Haltungen. In Berlin leben seit dem Umbau des Nachttierhauses die Elterntiere, „Karla“ und „Plucky“, sowie deren nun drei Jungtiere der Jahre 2010, 2011 und 2012.

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