Montag, 02 Januar 2017 15:31

SPOHRER, S. (2016)

Besucherverhalten im Zoo Heidelberg -
Wissen, Einstellung und Interesse von Zoobesuchern an der Forschung im Zoo.

Wissenschaftliche Arbeit für das Lehramt am Gymnasium im Hauptfach Biologie

98 Seiten

Fakultät für Biowissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Leitung: Prof. Dr. Thomas Braunbeck und Dr. Vanessa Schmitt
Zoo Heidelberg

Ganze Arbeit

Zusammenfassung:

Menschenaffen sind durch die Zerstörung ihres Lebensraumes und die noch immer weit verbreitete Jagd vom Aussterben bedroht. Um ihren Schutz zu fördern und ihren Lebensraum zu erhalten, ist es notwendig, dass ein Umdenken innerhalb der Gesellschaft stattfindet und mehr Menschen für Schutzprojekte gewonnen werden. Zoos bieten hierfür eine besondere Möglichkeit: Sie können eine große Anzahl von Menschen erreichen und ermöglichen eine Auseinandersetzung mit der Lebensumwelt. Dadurch fördern sie eine Veränderung der Einstellung und begünstigen zukünftige Umweltschutzaktionen. Gleichzeitig leisten Zoos durch ihre Zuchtprogramme einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der gefährdeten Arten. Viele Forschungsprojekte beschäftigen sich deshalb mit der Verbesserung der Haltungsbedingungen. Neue Enrichment-Methoden wie Kognitionsspiele an Touchscreen-Computern für die intelligenten Menschenaffen sind ein Teil davon. Zudem erlauben sie eine nicht invasive Kognitionsforschung. Allerdings sind Studien, die den Eindruck, den Besucher auf die Interaktion von Menschenaffen mit technischen und daher naturfernen Gegenständen untersuchen, noch selten. Seit 2015 wird im Zoo Heidelberg ebenfalls unter der Leitung von Dr. Vanessa Schmitt eine Kognitionsstudie mit Hilfe von Touchscreen-Computern im Großen Affenhaus durchgeführt. Bereits davor wurde durch Johansson (2015) mit Hilfe eines Fragebogens eine erste Erhebung zu Einstellung, Wissen und Interesse der Heidelberger Zoobesucher an den Menschenaffen und der Forschung im Zoo erhoben. Ein Jahr nach Anlaufen der Kognitionsforschung im Heidelberger Zoo wird in dieser Arbeit untersucht, wie sich die Kenntnisse und Einstellungen verändert haben. Hierzu wurde neben einem Fragebogen auch ein visitor focal sampling durchgeführt, welches Auskunft über das Besucherverhalten im Großen Affenhaus geben soll. Die dabei aufgenommenen Daten wurden mit denen von Schmitt (pers. Komm. April 2016) aus einer ersten Datenerhebung 2015 verglichen.

Es zeigte sich, dass die Besucher ein großes Wissen über die Menschenaffen aufweisen und ein hohes Interesse an ihnen haben. Die Wissensfragen wurden durchschnittlich zu über 80 % richtig beantwortet. Ebenso verhielt es sich mit ihrem Interesse an der Forschung im Zoo. Allerdings konnten sie nur selten Forschungsprojekte des Zoos nennen. Und obwohl Touchscreen-Computer in einem Menschenaffen-Gehege als naturfern gelten können, zeigten die Besucher keine negative Einstellung zur Interaktion der Affen mit den Touchscreens. Im Gegenteil, ihre Einstellung veränderte sich positiv, wenn sie die Interaktion während ihres Zoo-Aufenthaltes beobachten konnten. Generell ließ sich im Vergleich zu Johansson (2015) eine Steigerung in Interesse und Wissen der Besucher an der Forschung im Heidelberger Zoo feststellen.

Ihren Aufenthalt verbrachten die Besucher meistens mit dem passiven Beobachten der Tiere. Die angebrachten Informationstafeln wurden in Relation zur Aufenthaltsdauer nur kurz gelesen, wobei die Informationstafel bei den Gorillas am häufigsten und längsten gelesen wurde. Die Anwesenheit von Jungtieren wie dem Orang-Utan-Jungen Berani und dem Gorilla-Jüngling Kwame führte zu einer Verlängerung der Aufenthaltsdauer in den jeweiligen Gehege-Bereichen. Trotz der Neugestaltung des Katta-Geheges fand sich in diesem Bereich hingegen keine längere Aufenthaltsdauer.

31.12.2016

Freigegeben in B
Freitag, 22 Mai 2015 07:11

LAMETER, K.A. (2015)

Analyse der unterschiedlichen Dominanzstrukturen der Menschenaffen (Hominidae) im Tierpark Hellabrunn

Bachelor's Thesis

79 Seiten

Ganzer Text

Technische Universität München
Leitung: Prof. Dr. Gerstmeier
Tierpark Hellabrunn

Zusammenfassung:

Diese Bachelorarbeit befasste sich mit den Dominanzstrukturen der Menschenaffenarten. Hierbei konnten folgende Ergebnisse festgestellt werden:
1. Die beobachteten Verhaltensweisen waren bei den jeweiligen Arten und einzelnen Individuen einer Art unterschiedlich stark ausgeprägt.
2. Das Auftreten der Alpha-Tiere unterschied sich zwischen den Arten.
3. Das Sozialleben der Schimpansen unterschied sich deutlich von dem der beiden anderen Menschenaffenarten. Die Schimpansen zeigten insbesondere als einzige Art Allogrooming.
4. Die Orang-Utans ließen am wenigsten Interaktionen beobachten.
5. Die Art der Annäherungen unterschied sich vor allem zwischen den Schimpansen und den beiden anderen Arten.
6. Allen Arten war gemein, dass die jeweilige Gruppe ein Alpha-Männchen und ein Alpha-Weibchen, sowie ein Omega-Weibchen hatte.
7. Der Vergleich von Zoo- und Freilandstudien ist stark durch unterschiedliche Umweltfaktoren belastet.
8. Der Vergleich der Dominanzstrukturen der drei Menschenaffen ist aufgrund der unterschiedlichen Lebens- und Verhaltensweisen schwer möglich.

22.05.2015

Freigegeben in L
Donnerstag, 07 August 2014 06:50

SCHREINER, C. (2011)

Environmental Enrichment bei drei Menschenaffen-Arten im Zoo Krefeld - eine Untersuchung etablierter Methoden zur Tierbeschäftigung
Environmental enrichment in three great ape species at the Zoo Krefeld - a study of established methods of animal occupation

Bachelor - Thesis

96 Seiten

AG Verhaltensbiologie und Didaktik der Biologie der Ruhr-Universität Bochum (Betreuung: Prof. Dr. W.H. Kirchner) und
Zoo Krefeld (Betreuung Dr. W. Dressen)

Veröffentlicht als: Environmental Enrichment bei drei Menschenaffen-Arten im Zoo Krefeld - eine Untersuchung etablierter Methoden zur Tierbeschäftigung. Zool. Garten N.F. 81 (2012), Heft 4:161-174 Link, um Arbeit zu kaufen: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0044516912000421

Zusamenfassung:

Environmental Enrichment hat einen festen Platz in der modernen Zootierhaltung und wird von der WAZA (2005) von ihren Mitgliedern erwartet. Es gibt viele Aspekte, die den Einsatz von Environmental Enrichment rechtfertigen bzw. eindringlich fordern. Ange-fangen bei einer optimalen Haltung des einzelnen Tieres, über die positive Resonanz der Besucher bis hin zu einem erfolgreichen Management der einzelnen Arten. Die Möglichkeiten, Environmental Enrichment einzusetzen, sind vielfältig und müssen jeweils auf die Fähigkeiten der einzelnen Individuen zugeschnitten werden. Für Menschenaffen bieten sich u.a. Gegenstände an, aus welchen mit Hilfe von Werkzeug Futter entnommen werden kann. Die Auswirkungen von Environmental Enrichment auf Tiere sind bekannt, allerdings wird oftmals nicht näher beschrieben, wie aufwändig einerseits die Vorbereitung solcher Maßnahmen ist, und wie lange sich andererseits ein Tier bzw. eine Gruppe von Tieren mit den angebotenen Beschäftigungsmethoden befasst. Das Ziel dieser Studie ist es, diesen zeitlichen Kosten-Nutzen-Aspekt in Bezug auf Vorbereitungszeit der Tierpfleger und die Beschäftigungszeit der Tiere herauszustellen. Hierzu wurden erprobte Beschäfti-gungsmethoden modifiziert und bei Borneo Orang-Utan (Pongo p. pygmaeus), Schimpanse (Pan troglodytes) sowie westlichem Flachlandgorilla (Gorilla g. gorilla) im Zoo Krefeld getestet. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass zeitlich effiziente Tierbeschäftigung möglich ist und erlauben es den Tierpflegern, Tierbeschäftigung in den Arbeitsablauf effektiv zu integrieren. Außerdem ermöglichen die Ergebnisse den Verantwortlichen, zu entscheiden, welche Neuanschaffungen sich auf längere Zeit lohnen.

Abstract:

Environmental enrichment has a fixed place in modern animal husbandry in zoos und is expected of WAZA (2005) and its members. There are many aspects which justify or claim vividly the use of environmental enrichment: Beginning with an ideal husbandry of the individual animal, extending to the positive feedback of the visitors, up to a successful management of the species. The possibilities to use environmental enrichment are versatile and have to be adjusted to the abilities of the individuals. For great apes the use of items, from which food can be extracted with the help of tools, offers itself. The impacts of environmental enrichment on animals are known. On the other hand, the effort for the preparation of those procedures and how long the animal or a group of animals is using the offered method of environmental enrichment are not described. The aim of this study is to point out the time efficiency defined as the time needed for preparation of the keepers versus the time of occupation for the animals. Approved methods of environmental enrichment were modified and tested on Borneo orangutans (Pongo p. pygmaeus), chimpanzees (Pan troglodytes) and Western lowland gorillas (Gorilla g. gorilla) at the zoo Krefeld. The results of the study show, that time efficient environmental enrichment is possible which allows keepers to integrate environmental enrichment in their daily routine work efficiently. The results offer to decide which new acquisitions are worth to be made on a long term scale to the persons in charge.

07.08.2014

Schreiner. Christian (2011)

Environmental Enrichment bei drei Menschenaffen-Arten im Zoo Krefeld - eine Untersuchung etablierter Methoden zur Tierbeschäftigung

Environmental enrichment in three great ape species at the Zoo Krefeld - a study of established methods of animal occupation

 

Bachelor - Thesis

96 Seiten

AG Verhaltensbiologie und Didaktik der Biologie, Prof. Dr. W.H. Kirchner

 

Ruhr-Universität Bochum

Zoo Krefeld

Environmental Enrichment hat einen festen Platz in der modernen Zootierhaltung und wird von der WAZA (2005) von ihren Mitgliedern erwartet. Es gibt viele Aspekte, die den Einsatz von Environmental Enrichment rechtfertigen bzw. eindringlich fordern. Ange-fangen bei einer optimalen Haltung des einzelnen Tieres, über die positive Resonanz der Besucher bis hin zu einem erfolgreichen Management der einzelnen Arten. Die Möglichkeiten, Environmental Enrichment einzusetzen, sind vielfältig und müssen jeweils auf die Fähigkeiten der einzelnen Individuen zugeschnitten werden. Für Menschenaffen bieten sich u.a. Gegenstände an, aus welchen mit Hilfe von Werkzeug Futter entnommen werden kann. Die Auswirkungen von Environmental Enrichment auf Tiere sind bekannt, allerdings wird oftmals nicht näher beschrieben, wie aufwändig einerseits die Vorbereitung solcher Maßnahmen ist, und wie lange sich andererseits ein Tier bzw. eine Gruppe von Tieren mit den angebotenen Beschäftigungsmethoden befasst. Das Ziel dieser Studie ist es, diesen zeitlichen Kosten-Nutzen-Aspekt in Bezug auf Vorbereitungszeit der Tierpfleger und die Beschäftigungszeit der Tiere herauszustellen. Hierzu wurden erprobte Beschäfti-gungsmethoden modifiziert und bei Borneo Orang-Utan (Pongo p. pygmaeus), Schimpanse (Pan troglodytes) sowie westlichem Flachlandgorilla (Gorilla g. gorilla) im Zoo Krefeld getestet. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass zeitlich effiziente Tierbeschäftigung möglich ist und erlauben es den Tierpflegern, Tierbeschäftigung in den Arbeitsablauf effektiv zu integrieren. Außerdem ermöglichen die Ergebnisse den Verantwortlichen, zu entscheiden, welche Neuanschaffungen sich auf längere Zeit lohnen.

Environmental enrichment has a fixed place in modern animal husbandry in zoos und is expected of WAZA (2005) and its members. There are many aspects which justify or claim vividly the use of environmental enrichment: Beginning with an ideal husbandry of the individual animal, extending to the positive feedback of the visitors, up to a successful management of the species. The possibilities to use environmental enrichment are versatile and have to be adjusted to the abilities of the individuals. For great apes the use of items, from which food can be extracted with the help of tools, offers itself. The impacts of environmental enrichment on animals are known. On the other hand, the effort for the preparation of those procedures and how long the animal or a group of animals is using the offered method of environmental enrichment are not described. The aim of this study is to point out the time efficiency defined as the time needed for preparation of the keepers versus the time of occupation for the animals. Approved methods of environmental enrichment were modified and tested on Borneo orangutans (Pongo p. pygmaeus), chimpanzees (Pan troglodytes) and Western lowland gorillas (Gorilla g. gorilla) at the zoo Krefeld. The results of the study show, that time efficient environmental enrichment is possible which allows keepers to integrate environmental enrichment in their daily routine work efficiently. The results offer to decide which new acquisitions are worth to be made on a long term scale to the persons in charge.

Forschungsarbeit – Environmental Enrichment - Tierbeschäftigung - Zeiteffizienz - Borneo Orang-Utan - Schimpanse - westlicher Fachland-Gorilla

 

Freigegeben in S

19.01.2014 – Magdeburg. Endemische Tierarten, die nur in Madagaskar vorkommen und dort zunehmend von der Ausrottung bedroht sind, rücken jetzt im Zoo stärker in den Fokus. Der Förderverein Zoofreunde Magdeburg e.V. macht es möglich: er spendet die immense Summe von 120 000 Euro für die Madagaskar-Anlage, die im Sommer 2014 fertig sein soll. Kattas, Rotstirnmakis und einer weitere neue Halbaffenart sollen zukünftig in einer naturnah gestalteten Anlage in einer Wohngemeinschaft leben. Hohe Bäume bieten den Halbaffen dann vielfältige Möglichkeiten zum ausgiebigen Klettern und Toben. Auch bei diesem Projekt entwickelt der Zoo das TIERISCH NAH-Konzept weiter: Die Anlage ist für die Besucher begehbar, die Tierpräsentationen gibt es auch hier in erweiterter Form und die vorhandene überdachte Sitztribühne kann wieder genutzt werden.

Projektdaten

Kosten:120 000 Euro (Komplettfinanzierung durch Förderverein "Zoofreunde Magdeburg e.V.")
Größe: 800 qm Außenanlage und 130 qm einsehbares Tierhaus
Voraussichtlicher Fertigstellungstermin: Sommer 2014
Tierarten: Kattas, Rotstirnmakis, eine weitere Halbaffenart

Das Oberverwaltungsgericht hat den Baustopp für das Affenhaus aufgehoben. Es entschied, dass das Bauvorhaben bauliche und betriebliche Änderungen aufweist, die zu einer erheblichen Minderung der Lärmbelästigung führen. Ein Anwohner hatte im vergangenen Jahr ein Eilrechtsschutzantrag beim Verwaltungsgericht Magdeburg gestellt, weil er Lärmbelästigungen befürchtete. Das Verwaltungsgericht Magdeburg sprach einen Baustopp für das Affenhaus aus. Das Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt hat auf die Beschwerde des Magdeburger Zoos diese erstinstanzliche Entscheidung aufgehoben. An einen seit Jahrzehnten bestehenden Zoo seien die üblicherweise ausgehenden Tiergeräusche grundsätzlich von den Anwohnern hinzunehmen, urteilte das Gericht.

Inmitten tropischer Vegetation unter der transparenten Hülle eines Glashauses wird zukünftig Platz für bis zu 15 Schimpansen sein. Ziel ist, eine intakte Familiengruppe mit verschiedenen Altersstufen in einer mit Kletterbäumen reich strukturierten Umwelt beobachten zu können. Auf zwei Ebenen können die Besucher das Treiben am Waldboden und in den Baumwipfeln aus nächster Nähe mitverfolgen.

Zwei Außenanlagen mit über 1000 qm Fläche wird den Schimpansen reichlich Gelegenheit bieten, frische Luft zu schnappen. Während die volierenartig übernetzte „Winteranlage“ ganzjährig nutzbar ist, wird die größere, offene und durch Wasserflächen begrenzte „Sommeranlage“ während der Frostperiode für Schimpansen geschlossen bleiben müssen. Aussichtsterrassen entlang von Schilfgürteln und Ponton-Stege gewähren Einblicke in die Anlage, an großen Sichtscheiben besteht die Möglichkeit, den Primaten von Angesicht zu Angesicht gegenüberzutreten.

Freigegeben in Archiv 2014

27.08.2013 – Stuttgart. Im März, Mai und Juli waren bereits drei Bonobo-Babys in der Wilhelma geboren worden, am 15. August erblickte nun auch „Nummer vier“ das Licht der Welt. Damit ist die Bonobo-Truppe innerhalb von nur fünf Monaten um vier Tiere auf 16 angewachsen. Und die Besucher können in den Innen- und Außengehegen der neuen Menschenaffenanlage gleich vier Mütter samt ihren unterschiedlich alten Babys bobachten. Während dabei der fünf Monate alte Erstgeborene, Lubao, schon neben Mama Liboso im Gras umherkrabbelt und neugierig an Kleeblättchen knabbert, ist das jüngste Kind hinter den schützenden Armen seiner Mutter Haiba bislang kaum zu sehen. Da sich somit sein Geschlecht noch nicht bestimmen ließ, hat es bislang auch noch keinen Namen erhalten.

Im Gegensatz zu den hierarchisch organisierten Gorillas, bei denen ein Silberrücken der Chef und alleiniger Vater allen Nachwuchses in der Familie ist, sieht das bei Bonobos anders aus. Bei diesen herrscht eher ein Matriarchat und damit in gewisser Weise auch Damenwahl – jeder Mann in der Gruppe könnte somit der Vater sein. Während bei den drei zuletzt geborenen Bonobo-Babys wohl noch eine Weile im Dunkeln bleiben wird, wer jeweils der Vater ist, wurde dieser bei dem Ende März geborenen Lubao schon identifiziert: Es ist Kasai, der Sohn von Chipita, und mit achteinhalb Jahren der jüngste Mann bei den Wilhelma-Bonobos. Weitere Anwärter auf die noch nicht geklärten Vaterschaften sind die jeweils etwa 33-jährigen Männer Mobikisi und Zorba.

Dass bei Lubao der Vater schon ermittelt werden konnte, ist allerdings nur dem Umzug ins neue Affenhaus zu verdanken. Da die erwachsenen Tiere für diesen ohnehin in Narkose gelegt werden mussten, bot sich die Chance, dem Sohn der schlafenden Liboso unbemerkt ein paar Haare samt Wurzeln für einen DNA-Test zu stibitzen – sprich, auszureißen. Wäre die Mutter wach gewesen, hätte sie den kurzen Wehschrei ihres Babys den Pflegern als Vertrauensbruch übelgenommen. Außerdem wurden bei den Untersuchungen damals auch Ultraschallaufnahmen von allen Tieren erstellt – und so die Schwangerschaften drei weiterer Bonobofrauen entdeckt. Nach fünf Jahren Kinderlosigkeit kündigte sich in der Gruppe also ein regelrechter Babyboom an.

Jetzt, vier Monate nach dem Umzug, ist das erwartete Baby-Quartett endlich komplett. Dabei sind alle vier Kleinen offenbar nicht nur gesund, sondern haben auch Glück mit ihren Müttern: Alle vier kümmern sich bestens um ihren Nachwuchs – jede auf ihre Art abhängig von der jeweiligen Erfahrung als Mutter und dem Alter des Babys. Liboso etwa, deren ältere Tochter Nayembi ebenfalls in Stuttgart lebt, lässt ihrem fünf Monate alten und immerhin schon acht Zähne tragenden Lubao mittlerweile recht viel Spielraum. Auch Hermien, der Mutter des im Juli geboren Bobali, merkt man durch ihre gelassene Art an, dass sie bereits mehrere Kinder aufgezogen hat. Die frischgebackenen Erst-Mütter, die beiden elf- und zwölfjährigen Frauen Banbo und Haiba dagegen, sind noch deutlich vorsichtiger und tragen ihre Kinder, die kleine Alima und das noch namenlose Kind, sichtbar enger am Körper.

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Freigegeben in Archiv 2013

Environmental Enrichment bei drei Menschenaffen-Arten im Zoo Krefeld - eine Untersuchung etablierter Methoden zur Tierbeschäftigung.
Zool. Garten N.F. 81 (2012), Heft 4:161-174 Link, um Arbeit zu kaufen: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0044516912000421

Bachelorarbeit von V. SCHREINER

Ruhr-Universität Bochum, AG Verhaltensbiologie und Didaktik der Biologie (Betreuuung: Prof. Dr. W.H. Kirchner) und
Zoo Krefeld (Betreuung Dr. W. Dressen)

Abstract:

Environmental enrichment has a fixed place in modern animal husbandry in zoos und is expected of WAZA (2005) and its members. There are many aspects which justify or claim vividly the use of environmental enrichment: Beginning with an ideal husbandry of the individual animal, extending to the positive feedback of the visitors, up to a successful management of the species. The possibilities to use environmental enrichment are versatile and have to be adjusted to the abilities of the individuals. For great apes the use of items, from which food can be extracted with the help of tools, offers itself. The impacts of environmental enrichment on animals are known. On the other hand, the efford for the preparation of those procedures and how long the animal or a group of animals is using the offered method of environmental enrichment are not described. The aim of this study is to point out the time efficiency defined as the time needed for preparation of the keepers versus the time of occupation for the animals. Approved methods of environmental enrichment were modified and tested on Borneo orangutans (Pongo p. pygmaeus), chimpanzees (Pan troglodytes) and Western lowland gorillas (Gorilla g. gorilla) at the zoo Krefeld. The results of the study show, that time efficient environmental enrichment is possible which allows keepers to integrate environmental enrichment in their daily routine work efficiently. The results offer to decide which new acquisitions are worth to be made on a long term scale to the persons in charge.

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Samstag, 29 Juni 2013 14:48

HESS, J. (1996)

Menschenaffen – Mutter und Kind.

352 Seiten, 614 s/w Abbildungen, Hardcover mit Schutzumschlag. Echtzeit Verlag, Basel (ursprünglich Reinhard Verlag, Basel). ISBN 3-7245-0882-4.

Verlagstext:

Menschenaffen unterscheiden sich, innerhalb der Arten, nicht nur äusserlich voneinander, sondern auch von ihrem Wesen. Sie sind individuelle Persönlichkeiten. Sie können denken, einsichtig und geplant handeln, sie besitzen ein Selbstbewusstsein und sind fähig, ihren räumlichen und sozialen Alltag erfinderisch mitzugestalten. Es darf uns darum nicht wundern, dass die Mutter-Kind-Beziehung der Menschenaffen in vielen Dingen mit der menschlichen übereinstimmt. Doch es gibt auch Unterschiede. Das Menschenaffenkind wächst sozusagen in einer «Mutterhülle» heran. Von der Geburt an wird es von seiner Mutter mehrere Monate, rund um die Uhr, am Körper getragen. Es steht in dieser Zeit mit der Mutter in einem ständigen, nie abbrechenden Dialog, der über alle Sinne geführt wird. Die ersten frühen Lebenstage entscheiden darüber, ob das Neugeboren und seine Mutter sich gegenseitig finden und eine Beziehung aufbauen können, die dem Kind allmählich, über viel Jahre der Abhängigkeit, den Weg zum selbständigen Leben ebnet. Diese Beziehung des Kindes zu seiner Mutter ist im Leben der Menschenaffen die engste, tiefste und entscheidneste aller sozialen Bindungen.

Das Buch behandelt die frühe Kindheit bei den Gorillas, geht aber in vielen Beispielen und Vergleichen auch auf die der Schimpansen und Orang-Utans ein. Dem Buch liegen Beobachtungen und fotografische Dokumente zu Grunde, die vom Autor während mehr als vier Jahrzehnten zusammengetragen wurden.

19.12.2016

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05.06.2013 - Stuttgart. Es tut sich was im neuen Menschenaffenhaus: Am Freitag, den 24. Mai, kam bei den Bonobos der erste Nachwuchs im neuen Domizil zur Welt, und am Dienstag, dem 4. Juni, die achtjährige Gorillafrau „Tuana“ aus dem Erlebnis-Zoo Hannover an. Während die Besucher die kleine Tochter der Bonobo-Frau „Banbo“ bereits sehen können, wird Tuana die erste Zeit in Quarantäne hinter den Kulissen verbringen müssen – aber dank der Konstruktion des Hauses immerhin von Anfang an mit Sichtkontakt zu ihrer zukünftigen Familie.

Das erste Bonobo-Baby, das im neuen Haus geboren wurde, ist ein Mädchen – vom Tierpflegerteam wurde es Alima genannt. Die Mutter ist Banbo: Alima ist ihr erstes Kind und sie selbst wurde ursprünglich in Twycross, England zusammen mit ihrer Schwester von Hand aufgezogen. Trotzdem hat sich Banbo von Anfang an anstandslos und sehr fürsorglich selbst um ihren Nachwuchs gekümmert. Die kleine Alima ist zudem die Erstgeborene von drei Bonobo-Babys, die während des Umzugs ins neue Affenhaus beim Gesundheits-Check auf Ultraschallbildern entdeckt wurden. Zwei weitere werden somit folgen und hoffentlich ebenfalls gesund zur Welt kommen. Bereits kurz vor dem Umzug hatte Bonobofrau Liboso zudem ihren Sohn Lubao zur Welt gebracht. Ein kleiner Baby-Boom also, der umso spannender erscheint, als es bei den Bonobos davor fünf Jahre lang gar keinen Nachwuchs gegeben hatte – als hätten alle damit bis zum Umzug in ein größeres Zuhause gewartet. Wer jeweils die Väter der Babys sind, lässt sich nur per DNA-Analyse herausfinden. In Frage kommen drei Männer: Mobikisi, Zorba oder gar der jüngste im Bunde, Chipitas neunjähriger Sohn Kasai.

Auch bei den Gorillas gab es Zuwachs, allerdings ist dieser schon erwachsen und kam am 4.6. wohlbehalten aus Hannover an: die achtjährige Gorillafrau Tuana. Etwa zehn bis 14 Tage muss sie im Quarantänebereich bleiben, bevor die Integration in die Familie beginnen kann. Die Eingliederung erfolgt Schritt für Schritt – vom ersten Schnupperkontakt durchs Gitter bis zur Zusammenführung mit einzelnen Familienmitgliedern. Ihr Wechsel nach Stuttgart kam auf Empfehlung des EEP (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm) für Gorillas zustande. Da Tuana bereits geschlechtsreif ist, musste in Hannover zuletzt verhütet werden, um Inzucht mit Vater Buzandi zu vermeiden. Auf ihrer Reise in die Wilhelma begleitet haben die Gorillafrau drei vertraute Pfleger, darunter Klaus Meyer, der Tuana von klein auf kennt. Er und seine Kollegen attestieren Tuana ein ruhiges, freundliches und kinderliebes Wesen, das auch bei Kibo und seinen Damen hoffentlich schnell auf Gegenliebe und weniger auf Eifersucht stoßen wird. Und noch einen Vorteil hat Tuana im Gepäck: Im Gegensatz zu den meisten Stuttgarter Gorillas kennt sie Freiluftgehege mit Grasboden und Wassergraben bereits, sie könnte also bei der Gewöhnung der anderen an die neue Außenanlage eine vertrauensbildende Vorreiterrolle einnehmen. Bevor die Gruppe aber dieses „Neuland“ betritt, sollte Tuana integriert sein. Zudem hat die feuchtkalte Witterung im Mai das Anwachsen der Neupflanzungen verzögert – es wird also noch dauern, bis die Gorilla-Außenanlage in Betrieb genommen werden kann. Etwas schneller gehen könnte es dafür bei den Bonobos und den Handaufzuchten. Aber auch sie werden in ihren Außenanlagen voraussichtlich nicht vor Ende Juni zu sehen sein.

 


 

Aus der „Schwäbischen“

Was für ein Affenleben – in der Wilhelma

Von Herbert Beck

16.05.2013 – Stuttgart. Sogar Luboa, das sechs Wochen alte Bonobo-Äffchen, zeigte sich kurz auf dem Arm seiner Mutter Liboso. Alles andere hätte dem Festtag in der Wilhelma aber auch ein wenig den Reiz genommen. Schließlich stand auf der anderen Seite der Verglasung im neuen Menschenaffenhaus der stellvertretende Ministerpräsident Nils Schmid. Der SPD-Mann und Finanzminister, bekennender Zoofreund, ist seit gestern mit seinem Haus offizieller Pate des kleinen Affenjungen, über dessen Vater noch gerätselt wird. Gleich drei Mitbewohner könnten es sein.

Nils Schmid, körperlich seit Tagen angeschlagen, riss sich Dienstag zusammen, um als Herr über die baden-württembergischen Finanzen den Neubau offiziell an Wilhelma-Direktor Dieter Jauch zu übergeben. Dieser im Vergleich mit anderen Pflichten doch sehr schönen Aufgabe komme er gerne nach, obwohl der Neubau ihm und seinen Vorgängern nicht nur Freude bereitet hat. Die Kosten kletterten auf zuletzt 22 Millionen Euro, von denen der Förderkreis der Wilhelma 9,5 Millionen Euro zusammenbrachte. 14 Millionen Euro waren zunächst kalkuliert worden.

Nun stellten die im Landtag vertretenen Parteien die Modernisierung im landeseigenen Zoo nicht grundsätzlich infrage. Jauch aber ging unverblümt darauf ein, dass zumindest Lehren aus den Verzögerungen und Verteuerungen gezogen werden könnten. Nicht jeder günstigste Anbieter habe sich wirklich bezahlt gemacht. Nun träumen die Wilhelma-Freunde schon von einem besseren, voraussichtlich ebenfalls nicht billigen neuen Elefantenhaus. Folglich rät Jauch, der zum Jahresende den Ruhestand antritt, in die Jury mehr Architekten mit Zoo-Erfahrung zu berufen. Auch daran mangelte es wohl. So viel Ernst musste sein, „und jetzt ist das Ergebnis gut, und nur das zählt“.

Jetzt genießen Bonobos und Gorillas ihr neues Domizil, in das die ersten schon Anfang Mai eingezogen sind. Mobikisi, der Senior der 13 Bonobos, hatte in der Anfangsphase besonders laut geschrien. Die Kuratorin für Menschenaffen in der Wilhelma, Marianne Holtkötter, bezeichnete das als völlig normal: „Für Bonobos gehören Schreien und Sex zum Stressabbau“. Schon nach den ersten Tagen sei der Lärmpegel stark gesunken.

Eigener Kindergarten

Im zweiten Block der neuen Anlage, die sich auf 11 000 Quadratmeter erstreckt, residieren die zwölf Gorillas, zu deren Areal sogar ein Affenkindergarten und eine Aufzuchtstation zählen. „Mütterliches Versagen, eine instabile Gruppe oder Krankheiten“ seien die Hauptursachen dafür, Jung-Affen von Menschen großziehen zu lassen. Aber Nachwuchs und Altsemester können sich jetzt nicht nur sehen sondern auch riechen. In der Zoowelt gilt die Wilhelma, was Affen angeht, als besonders renommiert.

Der Anführer der Gorillas, der 23 Jahre alte und im Kölner Zoo geborene Kibo, saß Dienstag eher gelangweilt in seiner Kletterlandschaft. Nun verrät sein Lebenslauf, er sei generell gutmütig, verspielt und fürsorglich. Ein Traummann, kein Macho. Die 19 Jahre ältere Undi, irgendwo in Afrika geboren, jedenfalls umgarnte ihn nicht immer mit Schmeicheleien. Häufig wurde sie wegen ihres grauen Rückens als heimliche Chefin des Clans wahrgenommen. Über sie ist zu erfahren, als Affentante sei sie sehr sozial eingestellt, die eigenen Kinder habe sie dagegen eher vernachlässigt. Affendame Mimi wiederum, die seit dem 14. Oktober 1965 in der Wilhelma lebt, werden elf Kindern, 18 Enkel, 18 Urenkel und drei Ururenkel zugeschrieben, wenn das Familienbuch richtig geführt ist.

So viel Info muss sein. Gerade die Affenhorde spielt in den wirtschaftlichen Planungen der Wilhelma eine entscheidende Rolle. 2012 besuchten 2,24 Millionen Menschen den einzigen zoologisch-botanischen Garten Europas, 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch deshalb mussten zur laufenden Saison die Preise erhöht werden. Das neue Affenhaus soll in diesem Jahr die große Attraktion sein. Jetzt muss nur noch ein neuer Direktor gefunden werden. Der gute Ruf hat zwar die Bewerbungsliste beim Finanzministerium auf etwa 30 Posten ansteigen lassen. Allerdings verdienen Chef oder Chefin der Wilhelma deutlich weniger als die Kollegenschaft etwa in Berlin.

(Aktualisiert: 15.05.2013 18:49)

Freigegeben in Archiv 2013

24.05.2013 - Münster. In den zurückliegenden Monaten sind die Freianlagen der Gorillas und Schimpansen im Allwetterzoo grundlegend saniert worden: Es wurden Palisaden und Glasscheiben ausgetauscht, neue, sehr viel höhere Kletterbäume errichtet, Sträucher gepflanzt, Rollrasen verlegt und eine Sprinkleranlage installiert. Am Haus der Rotscheitelmangaben, der kleinen Mitbewohner der Gorillas, ist die Kunstfels-Fassade erneuert worden. Auch im Bereich des Wasserfalls war der Betonskulpteur aktiv und hat die Kunstfelsen überarbeitet, so dass sie wieder „wie neu“ aussehen.

Die grundlegende Sanierung der beiden Anlagen war notwendig, weil die Palisaden zunehmend an Stabilität verloren, das Holz drohte morsch zu werden. Aus Sicherheitsgründen mussten sie ersetzt werden. Gleichzeitig hat der Zoo Verbesserungen vorgenommen: So entstand vor der Schimpansen-Anlage ein neuer Besucherantritt. Den Gorillas steht nun eine weitere Höhle zur Verfügung, die die Tiere vor Regen und Hitze schützt. Dort gibt es jetzt erstmalig eine sogen. Nippeltränke, an der die großen Menschenaffen jederzeit frisches Wasser trinken können. In Arbeit sind noch neue witterungsbeständige Beschäftigungs­kästen für die Affen, aus denen sie Futter fummeln können.

Die Schimpansen konnten ihre Freianlage bereits Ende April beziehen, die Gorillas und Mangaben mussten knapp drei Wochen länger warten. Seit Pfingsten wagt sich nun auch das Gorillaweibchen Changa-Maidi mit ihrem im Januar geborenen Sohn Demba nach draußen. Dabei beeindruckt sie nicht nur die Zoobesucher mit ihrer Waghalsigkeit: Auch die Tierpfleger staunen, wenn die Gorillamutter mitsamt Sohn über schwankende Seile von einem hohen Baum zum anderen balanciert.

Freigegeben in Archiv 2013
Sonntag, 24 Februar 2013 11:11

Afrikanischer Elefant

Auf Artniveau wird der Afrikanische Elefant als gefährdet angesehen. Es gibt aber erhebliche regionale Unterschiede: die zentralafrikanischen Bestände gelten als stark gefährdet (ENDANGERED), die Populationen West- und Ostafrikas als gefährdet (VULNERABLE) und jene im südlichen Afrika als nicht gefährdet (LEAST CONCERN). Nebst der nicht-nachhaltigen Elfenbeinjagd tragen Mensch-Elefantkonflikte und die zunehmende Verinselung des Artareals zur Gefährdung bei.

Bau eines Elefantenkorridors von Lewa zum Mount Kenya

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Elefant kreuzt Straße © Lewa Conservancy
Das Lewa Wildlife Conservancy ist ein 250 km² großes Reservat im Norden Kenias und zugleich UNESCO Weltnaturerbe. Der Zoo Zürich engagiert sich zusammen mit verschiedenen Stiftungen an Projekten zur Minderung des Mensch-Wildtier Konfliktes. Mithilfe von Schutzzäunen wird ein problemloses Nebeneinander von Landwirtschaft und Wildtierschutzgebieten sichergestellt. Von 1998-2014 hat der Zoo Zürich das Schutzgebiet mit 550'000 CHF unterstützt.

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Der "Mount Kenya Underpass" führt unter einer dicht befahrenen Straße durch © Lewa Conservancy
Ein Projekt, das vom Zoo Zürich gefördert wurde, ist der Bau eines 90'000 US$ teuren Elefanten-Korridors, der vom Mount Kenya Trust und dem Lewa Conservancy gemeinsam mit anderen lokalen Partnern realisiert wurde. Es handelt sich um eine 14 Kilometer lange eingezäunte Schneise, welche die historischen Elefantenwanderungen durch das Lewa Wildlife Conservancy zwischen den Wäldern an den Hängen des Mount Kenya Nationalparks und den im Norden gelegenen Savannen-Reservaten der Samburu-Ebene wieder ermöglicht. Dank dem Korridor wird einerseits der genetische Austausch AFR-2015-10 elefant lewa 3
Der "Mount Kenya Underpass" wird von den Elefanten fleißig benützt © Lewa Conservancy
zwischen den zusehends isolierten Herden gesichert. Andererseits hilft der Korridor mit, den Konflikt zwischen Kleinbauern und Elefanten zu entschärfen, die die Felder der Bauern plünderten. Die Elefanten haben den Korridor, der sie entlang einem Flussbett und mittels einer Unterführung unter einer Nationalstraße hindurch führt, schnell angenommen.

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Situationsplan
Da in der Unterführung eine Fotofalle installiert ist, konnte festgestellt werden, dass der Korridor im Jahr 2012 384x, 2013 698x und 2014 gar 1069x von Elefanten - Bullen oder Familiengruppen - benützt worden war. Eine weitere Unterführung zur Unterquerung einer zweiten Straße sowie stellenweise eine Verstärkung des Zauns sind geplant.

Literatur und Internetquellen:
Lewa Wildlife Conservancy, Annual Report 2014. 24 Seiten
Mount Kenya Elephant Corridor Final Report Prepared for Zurich Zoo 

Lewa Wildlife Conservancy    
Mount Kenya Trust  
Zoo Zürich

Tierart-Datenblatt: Afrikanischer Elefant (Loxodonta africana)

Lebensraum: Ostafrika, hier Dornsavanne

01.05.2015

Freigegeben in Feldprojekte in Afrika
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