14.10.2013 - Basel. Der ehemalige Zoo-Direktor Prof. Dr. Ernst Michael Lang wird am 16. Oktober 2013 100 Jahre alt. Von 1953 bis 1978 war er Direktor des Zoologischen Gartens Basel und prägte den Zolli massgeblich. Er reiste mehrmals nach Afrika, um Elefanten, Giraffen und Somali-Wildesel zu holen, und unter seiner Führung entstanden weltweit bekannte Zuchtgruppen. Der Zolli wandelte sich zu einem Tiergarten mit internationaler Ausstrahlung, sowohl durch die Gartengestaltung von Kurt Brägger, wie auch durch die erfolgreiche Zucht und die modernisierte Tierhaltung. Weltweite Aufmerksamkeit erlangte Ernst M. Lang im Jahre 1959 durch die Aufzucht des Gorillaweibchens Goma. Ernst Michael Lang wurde am 16. Oktober 1913 in Luzern geboren. Nach dem Studium der Veterinärmedizin in Bern und Hannover leitete er eine Tierarztpraxis in Andermatt und versorgte während der Kriegsjahre die Pferde der Schweizer Armee. 1942 übernahm er eine Tierarztpraxis in Binningen und arbeitete nebenamtlich als Tierarzt im Basler Zolli. 1953 trat er die Nachfolge von Zoo-Direktor Prof. Dr. Heini Hediger an.

Tiere aus aller Welt beschafft

Ernst M. Lang war bekannt für seinen Einsatz, neue Tiere in den Zoo Basel zu holen. Selbst als Direktor unternahm er mehrere Reisen nach Afrika und brachte junge Elefanten, Giraffen, Okapis und Somali-Wildesel nach Basel. Die Tiertransporte per Schiff und Lastwagen waren äusserst aufwändig und verlangten dem Direktor einiges an Geschick und Improvisationsvermögen ab. Ernst M. Lang hatte schon früh erkannt, dass das Halten einzelner Wildtiere nicht mehr zeitgemäss war. Für eine Tierart nach der anderen beschaffte er systematisch die passenden Partner und legte damit den Grundstein für Zuchterfolge, die dem Zoo Basel internationales Ansehen brachten. Nachwuchs gab es beispielsweise bei den Wollaffen, Somali-Wildeseln, Bongos, Zwergflusspferden und den Brillenbären. Für Aufsehen sorgten der junge Elefant Ota und der Durchbruch in der Raubkatzenzucht, der dank neuartiger Aufzuchtboxen im Raubtierhaus gelang. Von der Gartengestaltung durch den Gartenarchitekten Kurt Brägger profitiert der Zoo Basel bis heute. Sie ermöglicht es den Besuchern, Tiere zu beobachten, und dann den Blick wieder im Grünen auszuruhen. Auch das Elefantenhaus, das Vivarium, das Affenhaus, die Bongo- und Somali-Wildesel-Anlagen und der Kinderzolli fielen in die Zeit von Ernst Lang. Massgeblich unterstützt wurde er durch den Direktor des Naturhistorischen Museums Basel, Prof. Urs  Rahm, und den Zoologieprofessor und Ethologen Rudolf Schenkel.

Goma zu Hause aufgezogen

Besonders in Erinnerung bleibt die Geburt des Gorillaweibchens Goma im Jahre 1959. Es war die erste erfolgreiche Gorillageburt in einem europäischen Zoo und sorgte für weltweite Medienaufmerksamkeit. Da man glaubte, dass Goma von ihrer unerfahrenen Mutter nicht richtig gepflegt werde, holten Ernst M. Lang und seine Familie Goma zu sich nach Hause und zogen sie wie ein eigenes Kind gross. Sie fütterten sie wie ein Baby, assen mit ihr im Zolli-Restaurant und nahmen sie sogar mit in die Ferien ins Tessin. Noch heute hat Ernst M. Lang eine enge Beziehung zu Goma und besucht sie jede Woche im Zolli, wo sie ihn noch immer erkennt und begrüsst.

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20.11.2012 - Landau. Mit Trauer und großem Bedauern nahmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Mitglieder des Freundeskreises des Landauer Tiergartens e.V. das Versterben von Alt-Zoodirektor Dr. Rudolf Spengler auf. Rudolf Spengler leitete als erster wissenschaftlicher Direktor den Zoo Landau in der Pfalz von 1973 bis 1994. Seinen fachlichen Kenntnissen und seinem besonderen Engagement ist es zu verdanken, dass der Zoo Landau mit der Aufnahme in den Verband Deutscher Zoodirektoren e.V. (VDZ) und in den Europäischen Zoo- und Aquarienverband (EAZA) in die obere Liga der deutschen Zoowelt aufsteigen konnte. Legendär ist seine sehr unkonventionelle und unbeirrbare Art mit der er Bau- und Erweiterungsmaßnahmen für Gehege in seiner Schaffenszeit vorangetrieben hat. Die damals signifikanten Erweiterungen der Schimpansen- und Gibbongehege sowie der Bau der mit 7.000 m² zu ihrer Zeit größten Braunbäranlage in einem deutschen Zoo und die damit verbundene Erweiterung des Zoos sind wichtige Beispiele.

Als Mitbegründer des Freundeskreises hat er bis heute eine bedeutende Grundlage für die langfristige Existenz des Zoos in Landau geschaffen. Auch die Gründung der Zooschule Landau war Spengler ein wichtiges Anliegen. Bis zuletzt nahm Dr. Spengler Anteil an der Weiterentwicklung des Zoos und war zuletzt im Sommer 2012 ein gewohnt rüstiger Gast bei der Einweihungsfeier der zweiten Zooerweiterung. Mit Dankbarkeit schauen wir auf die Lebenswerke Dr. Spenglers zurück und werden seine direkte aber herzliche Art ehrend und mit einem kleinen Schmunzeln in sehr guter Erinnerung behalten!

Vielen Dank, verehrter Dr. Spengler, herzlichen Dank, lieber Rudi!

Dr. Jens-Ove Heckel

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30.07.2009 - Berlin. Professor Ippen war einer der Gründungsväter der Disziplin der Zoo- und Wildtierkrankheiten, einer der Gründer des "Internationalen Symposium zu den Erkrankungen der Zootiere" im Jahre 1959 und hat wesentlichen Anteil am Entstehen des IZW.
        
Von 1973 bis 1991 war er stellvertretender Leiter der "Forschungsstelle für Wirbeltierforschung" der Deutschen Akademie der Wissenschaften (DDR) in Berlin-Friedrichsfelde. Nach der Wende hat er als Direktor die "Forschungsstelle" erfolgreich durch die Evaluierung durch den Wissenschaftsrat gebracht und damit wesentlichen Anteil an der Entscheidung von Bund und Land Berlin, die Forschungsstelle neu zum 1. Januar 1992 als "Institut für Zoo- und Wildtierforschung" zu gründen. Professor Ippen war Ehrenmitglied des VDZ, der European Association of Zoo and wildlife Veterinarians (EAZWV), der British Veterinary Zoological Society, der Wildlife Disease Association, korrespondierendes Mitglied der Académie Vétérinaire de France und erhielt unter anderem die Robert-Koch-Medaille (1990) und die Konrad-Lorenz-Medaille (1992).

Professor Heribert Hofer
Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin

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11.08.2009 - Wien. Am Mittwoch, den 5. August 2009 ist der frühere Direktor des Tiergartens Schönbrunn, Walter Fiedler, in seinem 87. Altersjahr friedlich entschlafen.
        
Walter Fiedler wurde am 8. 8. 1922 in Groß Harras, südwestlich von Laa an der Thaya (Österreich) geboren. 1940 bestand er sein Abitur in Wiener Neustadt mit Auszeichnung. Danach studierte er in Wien Geschichte, Geografie und Biologie. Nach seiner Zeit als Soldat und Gefangener der Amerikaner in Meran setzte Fiedler 1947 sein Studium in Wien fort, immatrikulierte sich für Zoologie und Anthropologie, studierte u.a. bei Wilhelm Marinelli und Konrad Lorenz und promovierte 1950 mit der Dissertation "Morphologie der Kiefermuskulatur der Oscines". Im Anschluss an sein Studium war Fiedler zunächst mit einem Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als Forschungsassistent am Anatomischen Institut in Frankfurt tätig, danach als Assistent am Zoologisch-anatomischen Institut Freiburg (Schweiz). Im Oktober 1951 kam er als Assistent zu Heini Hediger an den Zoologischen Garten Basel und folgte diesem 1954 an den Zoo Zürich, wo er sich mit Untersuchungen über Territoriumsmarkierung befasste.

1955 reiste Fiedler im Rahmen einer Expedition des Frankfurter Anatomischen Instituts nach Äthiopien. Hier hatte er lebensnahe Begegnungen mit der afrikanischen Säuger- und Vogelfauna und mit äthiopischen Menschen, ihrer Kultur und Geschichte. Später reiste er noch oft nach Afrika. Auch die tropische Tierfauna Südamerikas, die Galapagosinseln und Südindien hat er wiederholt an Ort und Stelle studiert.

Fiedler schuf sich einen großen Ruf als Fachmann für Vertebratenmorphologie, Säugetier-Systematiker und Primatologe. Diese Qualifikationen waren Wegbereiter für seine Anstellung am 1. 6. 1959 als Zoologischer Leiter des Tiergartens Schönbrunn, dessen Direktor er 1967 wurde. Er behielt diese Funktion bis Ende 1987. Er habilitierte sich 1969 an der Wiener Universität und erhielt 1981 den Professorentitel. 1973 wurde er mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich und 1982 mit der Goldenen Ehrennadel für Verdienste um das Land Wien gewürdigt.

Unter Walter Fiedlers Leitung wurde in Schönbrunn eine vorbildliche zoopädagogische Abteilung installiert und es wurden etliche Anlagen umgebaut oder neu erstellt. So konnte 1959 das Aquarienhaus eröffnet werden, die meisten Gitter wurden durch leichtere Geflechte oder Gräben ersetzt, die großen Greifvogelvolieren wurden erneuert und durch Brutvolieren ergänzt, Verbesserungen im Affenhaus durchgeführt und neue Anlagen für Pinguine, Robben, Hirsche und Bären gebaut. Allerdings erlaubten es die Verhältnisse damals nicht, den Tiergarten umfassend zu sanieren, obwohl Fiedler ein entsprechendes Konzept vorlegte. Die Besucherzahlen brachen ein, der Tiergarten geriet zunehmend ins Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik und es gab ernsthafte Überlegungen ihn zu schließen und am Stadtrand von Wien einen neuen Zoo zu bauen.

Neben seiner Tätigkeit am Zoo war Hofrat Universitätsprofessor Walter Fiedler von 1980 bis 1986 Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Vogelkunde und verfasste zahlreiche wissenschaftliche und populäre Veröffentlichungen, so z.B. seine große systematische Primatenmonographie, "Die Haut der Säugetiere als Ausdrucksorgan", Beiträge in "Grzimeks Tierleben" und tiergärtnerische Aufsätze und Buchbeiträge über den Tiergarten Schönbrunn. Mit Ursula Giese publizierte er ein reizvoll gestaltetes Sonderheft über die Menagerie und den Botanischen Garten des Prinzen Eugen im Belvedere.

Nach seiner Pensionierung wurde Walter Fiedler "Life Member" des Weltverbandes der Zoos und Aquarien (WAZA) und Ehrenmitglied des Deutschen Zoodirektorenverbandes (VDZ). So konnte er den Kontakt zu manchen seiner alten Kollegen aufrechterhalten. An der Jahrestagung der WAZA, die 2002 im Tiergarten Schönbrunn stattfand, traf er die Teilnehmer und ließ sich von Kollege Ernst Lang per Elektromobil durch den Tiergarten kutschieren. Seine letzten Jahre verbrachte er zurückgezogen in seiner Wohnung im Apothekertrakt des Schlosses Schönbrunn.

PD - 11.08.2009

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14.08.2009 - Liebefeld-Bern. Unser Ehrenmitglied Dr. Helmut Reichling, ehemals Direktor des Zoo Neunkirchen, verstarb kurz nach der Jahrestagung 2008. Durch ein Versehen wurde seiner an der Tagung 2009 nicht gedacht. Nachstehend bringen wir deshalb einen verspäteten Nachruf.
        
Helmut Reichling wurde am 30.3.1928 in Münster als Sohn des Biologen Dr. Hermann Reichling geboren. Nach dem Abitur studierte er an der Universität Münster Zoologie, promovierte auch in Münster und fand seine erste Anstellung im dortigen Zoo. Im Jahre 1981 kam er als Zoodirektor nach Neunkirchen, wo er seinen Vorgänger Berthold Günther, der in den Ruhestand ging, ablöste. Er war der erste Zoologe, der den Neunkircher Zoo führte bis zu seiner Pensionierung 1993. Sein umfangreiches zoologisches Fachwissen und seine Erfahrungen waren entscheidende Impulsgeber für die positive Weiterentwicklung des Neunkirchner Zoos, den er entscheidend geprägt hat. Unter anderem gründete er die Zooschule, die heute von einem fest angestellten Pädagogen geleitet wird.

Dr. Reichling war ein sehr engagierter Zoodirektor, der bei Belegschaft und Besuchern gleichermaßen beliebt war. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand war er noch zwei Jahre in der Zooführung als Vertreter seines Nachfolgers Dr.Struwe tätig. Danach blieb er aber weiterhin seinem Zoo eng verbunden. Er pflegte regen Kontakt mit seinen Nachfolgern und verfolgte mit großem Interesse jede Neubaumaßnahme.

Im Jahre 2006 zog der schwer erkrankte Dr.Reichling zu seinem Bruder und Schwägerin nach Hagen-Hohenlimburg. Dort starb er am 14.6.2008.

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19.08.2009 - Chemnitz. Der langjährige, verdienstvolle Chemnitzer Tierparkdirektor Dr. Claus C. Müller ist am 13. August im Alter von 75 Jahren verstorben. Mit großem Engagement leitete Dr. Müller bis zu seiner Pensionierung im Juli 2000 die Geschicke des Tierparks Chemnitz.
        
Bevor er 1992 zum Leiter dieser Einrichtung berufen wurde, war der gebürtige Rabensteiner bereits weit in der Welt herumgekommen. Stationen führten ihn nach Kanada, hier studierte er Zoologie und in die Vereinigten Arabischen Emirate, wo er acht Jahre als Tiergärtner tätig war. Auch in Australien wirkte Dr. Claus Müller als Zoodirektor und war ebenso in Westafrika tätig. Mit großer Beharrlichkeit hat Dr. Claus Müller die Attraktivität des Chemnitzer Tiergartens wesentlich verbessert. Unter seiner Regie konnten entscheidende Veränderungen realisiert werden, so zum Beispiel der Neubau des europaweit einzigartigen Vivariums. Dafür holte er die größte europäische Amphibiensammlung von Schleusingen nach Chemnitz.

Zahlreiche weitere Projekte konnten durch den rührigen Tierparkchef angeschoben werden, so der Umbau des früheren Elite-Diamant-Speisesaales in ein Tropenhaus sowie die Fasanerie- und Papageienanlage und ebenso das Bärengehege.

Unter Müllers Ägide wurde der Tierpark an der Nevoigtstraße um zahlreiche exotische, seltene und vom Aussterben bedrohte Tierarten reicher. Besucher können hier seither Prinz-Alfred-Hirsche, Fossas, Oman-Katzen und Somaliwildesel beobachten. Ebenso findet seit dieser Zeit der Chemnitzer Tierpark international Beachtung bei der Erhaltung bedrohter Arten, wie beispielsweise der vom Aussterben bedrohten Przewalski-Pferde.

Sein Nachfolger im Amt, Dr. Hermann Will, würdigt die Lebensleistung seines Vorgängers und hebt dabei besonders hervor, dass sich Dr. Müller auch nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst aktiv um die weitere Entwicklung des Tierparks kümmerte, etwa als Mitglied einer Arbeitsgruppe, die ein Entwicklungskonzept für den Tierpark erarbeitet hat.

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31.12.2009 - Zürich. Am 24. Dezember 2009 ist Dr. med. vet. Peter Weilenmann, Direktor des Zoo Zürich von 1974-1991, im Alter von 82 Jahren gestorben. Zum Markenzeichen des begeisterten Jazzfans und begabten Klavierspielers gehörte seine Pfeife, die er - auch für die Durchführung eines Kaiserschnitts bei einem Esel im Zoo - nur ungern ablegte. Peter Weilenmann war ein Tiernarr. Bereits als Tierarzt war er stadtbekannt, weil er in seiner Praxis nicht nur Hunde und Katzen behandelte, sondern, immer begleitet von seinem Kakadu Göggi, sich auch um unauffälligere Tiere wie Vögel und Meerschweinchen kümmerte.

Unter Prof. Heini Hediger, Begründer der Tiergartenbiologie und Vorgänger im Amt des Zoodirektors, betreute Peter Weilenmann veterinärmedizinisch auch die Tiere des Zoo Zürich. Er war der erste Zootierarzt in Zürich, der diesen Namen auch wirklich verdiente. Sein ganzer Einsatz galt dem Wohl der Tiere. So hat er auch als Direktor den Zoo namentlich in Bezug auf das Wohlergehen der Tiere in allen Bereichen soweit verbessert, wie es die finanziellen Möglichkeiten erlaubten. Eine neue Schneeleoparden-, eine Seehundanlage, eine Katzenzuchtstation und Quarantäneanlage sind entstanden, dazu neue Waldvolieren und das Exotarium, in dem noch heute ein grosser Teil der Tiere im Zoo lebt. Unter seiner Führung war Zürich der erste Zoo in der Schweiz, der einen Zoolehrer einstellte, dies als wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Zoos, der sich immer mehr von der reinen Tierschau zur Lerneinrichtung und zum Naturschutzzentrum weiterentwickelt.

Ein Markstein in seiner Direktorenzeit war der Beginn der Elefantenzucht mit der Ankunft des Bullen Maxi 1981 und der Geburt des ersten Asiatischen Elefanten im Zoo Zürich 1984. Seine ganz besondere Liebe aber galt dem Irbis, dem Schneeleoparden, und den anderen Grosskatzen. Nicht nur im Zoo kümmerte er sich um den Erhalt dieser Tiere. Manches von der Mutter nicht akzeptierte Jungtier fand seinen Weg ins Haus von Lucy und Peter Weilenmann, darunter Irbis und Leopard, Nebelparder und Känguruh, und als Höhepunkt sicherlich die Eisbärin Ludmilla, die auch der Wohnungseinrichtung ganz ordentlich zusetzte. Die Zucht der seltenen Tiere florierte. Nach der Zürcher Erstgeburt eines Schneeleoparden 1976 lebten bis zu 14 dieser Katzen im Zoo Zürich, die an Zoos in der ganzen Welt weiter gegeben wurden.

Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit zur Erhaltung bedrohter Tierarten war er Mitgründer und Stiftungsrat des Internationalen Snow Leopard Trust und Mitglied der Asian Elephant Specialist Group der internationalen Naturschutz-Organisation IUCN. Für die gefährdeten Schneeleoparden hat er sich bis zuletzt eingesetzt und auch nach seiner Pensionierung Projekte im Himalaja mit Rat und Tat gefördert.

Peter Weilenmann bleibt auch mit seiner menschlichen Wärme im Umgang mit seinen Mitarbeitern und als kollegialer Berater in bester Erinnerung.

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