Montag, 25 Mai 2015 07:26

Nachwuchs im April 2015

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Doppelter Nachwuchs bei den Waldbisons im Erlebnis-Zoo Hannover

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Waldbisonkalb /Bison b. athabascae) im ErlebnisZoo Hannover © ErlebnisZoo Hannover
Hannover, 29.04.2015 - Die beiden stellen einfach alles auf den Kopf. Das fängt schon bei der Reihenfolge der Wochentage an. In Yukon Bay im Erlebnis-Zoo folgt auf Freitag Donnerstag. Nicht Samstag. Auch der Artikel wurde flugs geändert. Ab sofort heißt es „die Freitag“. Und „die Donnerstag“. Schuld ist der Nachwuchs der Waldbisons, der erst Freitag (17. April), dann am darauffolgenden Donnerstag (23. April) geboren wurde. Die Geburtstage bleiben vorerst die Arbeitstitel – bis sich Namen passend zum Charakter der Jungtiere finden.

Noch (!) sind die zwei Kälber schüchtern und machen ihrem unschuldigen Aussehen alle Ehre: Kurzes goldbraunes Fell, tiefschwarze Augen, eine große feuchte Nase und das liebe Lächeln auf den Lippen lassen nicht vermuten, dass Freitag und Donnerstag bald schon wild und ungestüm umher toben und dabei ordentlich ihre Familie aufmischen werden. Denn noch genießen sie es, im Schutz ihrer Mütter  langsam aber stetig das Außengehege zu erkunden und regelmäßige Trinkpausen einzulegen.

Die Trinkpausen werden sie auch noch etwa acht Monate lang machen, um groß und stark zu werden. Bison-Jungtiere wiegen bei ihrer Geburt im Frühsommer nämlich nur etwa 25-30 kg, ausgewachsen bringen die Weibchen schließlich bis zu 550 kg auf die Waage! Anstelle des goldbraunen Baby-Fells werden die beiden Mädchen dann (wie ihre imposanten Verwandten) ein dickes, dunkelbraunes Fell tragen.

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Zucht bedrohter Gänsegeier am Kaiserberg

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Gänsegeier mit Jungvogel (Gyps fulvus) im Zoo Duisburg © Claudia Kuster, www.zoo-foto.de
Duisburg, 23.04.2015 -
Klar, über Erstzuchten freut sich der Tiergärtner immer. Aber das erste Küken bei den gefährdeten Gänsegeiern war 2010 doch ein Knaller. Seit Jahren vergesellschaftet der Zoo Duisburg auf einer großzügigen und naturnah gestalteten Freianlage Helmperlhühner, Stachelschweine, Afrikanische Marabus und vier Gänsegeier. Einer davon kam vor Jahren aus dem benachbarten Zoo Gelsenkirchen, die anderen drei aus einer spanischen Auffangstation. Glücklicherweise und wie erhofft fand sich aus den zwei Männchen und zwei Weibchen je ein Paar zusammen.
In Zoologischen Gärten errichtet man oft Nisthilfen aus Naturholz und animiert die Vögel zum Bau, indem – quasi als „Starter“ – Reisig eingeflochten wird. Dann passiert es hoffentlich: Ein Paar inspiziert die Nisthilfen, schleppt Nistmaterial heran und gestaltet das Nest. Die Brut setzt ein, flugs findet sich ein Ei im Nest und nach rund 50 Tagen schlüpft das Gänsegeierküken!

Nach der Erstzucht fing plötzlich auch Paar Nr. 2 mit Nestbauaktivitäten an. Allerdings waren sich die Paare nicht mehr „grün“ untereinander und so entschlossen sich die Zooverantwortlichen, Paar Nr. 2 auszuquartieren und auf eine eigene Anlage zu stellen (in der Fasanerie), wo es in Ruhe seinem Brutgeschäft nachgehen sollte. Auch dieses Paar steht kurz davor, in absehbarer Zeit erfolgreich nachzuzüchten. Die in europäischen Zoos immer noch recht seltene Naturbrut von Gänsegeiern hat auch in diesem Jahr wieder erfolgreich geklappt: Jungvogel Nr. 5 schlüpfte im März auf der Außenanlage, sehr zur Freude der Pfleger und Zooverantwortlichen.

Gänsegeier sind in weiten Teilen Europas ausgerottet. Die Zerstörung des Lebensraumes durch menschliche Erschließung und das Auslegen von Giftködern zur Bekämpfung von Füchsen sind die Hauptgründe, die zum Rückgang der Geiervögel führten. Heute bemüht man sich um ihre Wiederansiedlung, insbesondere im Alpenraum und in den Pyrenäen. Der Zoo Duisburg trägt mit seinen Zuchterfolgen mittlerweile wesentlich zur Erhaltung dieser Art bei.

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Aufzucht seltener Waldrapp-Küken im Tiergarten Schönbrunn

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Junge Waldrappe werden mit Fischbrei gefüttert © Daniel Zupanc, Wien
Wien, 21.04.2015 - Füttern, streicheln, abwiegen: So sieht der Alltag von Corinna Esterer und Anne-Gabriela Schmalstieg derzeit aus. Die beiden sind Ziehmütter für 16 Waldrapp-Küken. Bis Mitte Mai können die Besucher im Tiergarten Schönbrunn mitverfolgen, wie die Vogelexpertinnen die seltenen Vögel mit der Hand aufziehen. „Die Küken sind im Tierpark Rosegg geschlüpft und sind jetzt zwischen vier und elf Tage alt. Fast rund um die Uhr kümmern sich die Ziehmütter um ihre Schützlinge. Die Vögel werden dabei auf sie geprägt“, erklärt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Eine zweite Gruppe von 16 Küken folgt in ein paar Tagen und wird außerhalb des Besucherbereichs aufgezogen.  

Die Prägung auf ihre Bezugspersonen ist entscheidend. Denn Mitte Mai übersiedeln die Ziehmütter mit den Vögeln vom Tiergarten Schönbrunn in ein Trainingscamp in Salzburg. Dort werden die Waldrappe drei Monate lang darauf trainiert, einem Ultraleicht-Fluggerät zu folgen, in dem ihre Ziehmütter sitzen. Schratter: „Der Waldrapp ist im 17. Jahrhundert in Mitteleuropa ausgestorben. Nun soll er wieder heimisch werden. Dafür muss den Küken, die in Zoos und Zuchtstationen geschlüpft sind, die Route in ihr Überwintergebiet, ein Schutzgebiet in der Toskana, gezeigt werden. Den Weg zurück nach Österreich finden die Waldrappe dann bereits selbstständig.“

Dieses ehrgeizige Artenschutzprojekt wird vom Waldrappteam, einer Gruppe österreichischer Wissenschaftler, bereits seit 2002 durchgeführt. Der Tiergarten Schönbrunn unterstützt das Projekt von Anfang an. Mittlerweile ist es ein EU LIFE+Projekt, bei dem der Tiergarten einer von acht Projektpartnern ist. Und die Erfolge sprechen für sich: Es gibt in Österreich und Deutschland bereits wieder rund 30 freilebende Waldrappe, die vor Wintereinbruch in die Toskana fliegen und im Frühjahr zurückkehren. Ziel des Projekts ist es, bis 2019 eine Population mit rund 120 Vögeln im Freiland aufzubauen.

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Affen-Nachwuchs im Zoo Frankfurt

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Goldstirn-Klammeraffe (Ateles hybridus) mit Jungtier im Frankfurter Zoo © Zoo Frankfurt
Frankfurt, 16.04.2015 - Gleich drei Primaten-Arten im Zoo Frankfurt haben gerade alle Hände voll zu tun: Kleine Affen sind in den ersten Wochen sehr auf ihre Eltern oder Geschwister angewiesen. Sie werden getragen, gesäugt und beschützt. Wer sie sehen möchte, muss etwas Geduld mitbringen. Eng an den Körper von Mutter oder Vater geschmiegt, sind sie nicht ganz leicht auszumachen.

Der kleine Goldstirn-Klammeraffe (Ateles hybridus) ist der jüngste Affen-Nachwuchs im Frankfurter Zoo. Er wurde am 10. April geboren. Das Geschlecht ist noch nicht bekannt, da die Mutter das Jungtier liebevoll beschützt und immer nah am Körper trägt. „Wenn sich bei der Geburt und in den Tagen danach keine Auffälligkeiten ergeben, lassen wir die Jungtiere ungestört bei ihren Müttern, damit sich eine stabile Bindung entwickeln kann“, erklärt Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. Für die achtjährige Mutter ist es die dritte Geburt.

Weißkopfsakis (Pithecia pithecia) bringen, genau wie Klammeraffen, immer nur ein Jungtier zur Welt. So auch im Frankfurter Zoo am 31. März. Auch bei diesem Jungtier ist das Geschlecht noch nicht bekannt. Jungtiere der Weißkopfsakis sind zunächst grau wie ihre Mutter. Männliche Tiere erhalten ihre spezifische Fellfarbe – schwarz am Körper, weiß im Gesicht – erst im Alter von etwa zwei Monaten. Für die 10-jährige Mutter ist es die fünfte Geburt. Bei ihren ersten beiden Schwangerschaften gab es Komplikationen und die Jungtiere überlebten nicht.

Während bei Klammeraffen und sakis die Mütter ihren Nachwuchs selber tragen, helfen bei den Goldgelben Löwenäffchen (Leontopithecus rosalia) der Vater und die anderen Familienmitglieder mit. Das ist auch gut so, denn, wie für diese kleine Primatenart typisch kamen am 28. März  Zwillinge zur Welt  . Nach der Geburt übernahm der Vater den Nachwuchs, bringt ihn aber jeweils zum Stillen zur Mutter. Auch die älteren Geschwister tragen die Babys gerne, manchmal streiten sie regelrecht um das Tragerecht. Löwenäffchen müssen die Jungtieraufzucht von ihren Eltern lernen, das Trageverhalten ist nicht angeboren.

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Seit 49 Jahren erstmals wieder junge Giraffengazelle in Europa

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Familie Gerenuk (Litocranius walleri) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin
Berlin-Friedrichsfelde, 10.04.2015  - Am 27. Februar 2015 hatte die Giraffengazelle Amelia im Tierpark Berlin ein kleines Bockkitz zur Welt gebracht. Die erstgebärende Mutter versorgt ihr Junges bestens. Noch bleiben Beide im Stall. Erst wenn die Temperaturen dauerhaft auf über 16 Grad Celsius klettern, können die Tierparkbesucher das Junge und seine Familie auf der Außenanlage bewundern.

Diese Geburt ist das erste Ergebnis einer erfolgreichen, internationalen Zusammenarbeit. Im Juli 2014 haben der amerikanische Botschafter John B. Emerson gemeinsam mit Dr. Andreas Knieriem, Direktor von Zoo und Tierpark Berlin ein Memorandum of Understanding (MOU) unterzeichnet. Oberstes Ziel dieses MOU ist eine enge Kooperation zwischen dem Zoo Los Angeles und den Zoologischen Gärten Berlins auf dem Gebiet der Erhaltungszucht von ausgewählten Tierarten und gemeinsamen Fundraising für Artenschutzprojekte, aber auch Mitarbeiteraustausch.

Im Rahmen des nordamerikanischen Erhaltungszuchtprogrammes für Giraffengazellen hat der Tierpark Berlin im Mai 2013 Südliche Giraffengazellen aus den Zoologischen Gärten Los Angeles und Phoenix erhalten.  Nachdem Tod der letzten Giraffengazelle in Europa 1979 im Zoo Frankfurt, sind die Berliner Giraffengazellen derzeit die einzigen in Europa. Die letzte Geburt einer Giraffengazelle in Europa gab es 1966 im Zoo Frankfurt.
 

Das Botschafter-Ehepaar gab dem Gazellenkitz den Namen "Tayo", was bedeutet 'geboren, um glücklich zu sein'. "Wir hoffen, dass den Besuchern, die ihn sehen, die fragile Schönheit unserer Wildtiere bewusst wird und sie sich für ihren Schutz einsetzen – und Tayo tatsächlich ein glückliches Leben führen wird“. Kimberly Emerson, ehemalige Präsidentin der Los Angeles Zoo Commission, fügte hinzu: „Tayo ist ein passendes Sinnbild für den Frühling und die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen dem Los Angeles Zoo und dem Berliner Zoo und Tierpark.“

Freigegeben in Archiv 2015

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Ideale Lebensbedingungen für zwei neue Geparde in der Tierwelt Herberstein

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Die neuen Geparde in Herberstein © Rebecca Stessl
Herberstein, 29.04.2015 - Die Gepardenhaltung hat eine lange Tradition in Herberstein. Gestern sind zwei weitere männliche Geparde aus dem Zoo Prag in Herberstein angekommen. Die schnellsten Säugetiere der Welt finden die besten Haltungsbedingungen, ein artgerechtes Zuhause und einen Artgenossen vor.

Die 5 jährigen Gepardengeschwister Kito und Kubango finden -  wie alle Tiere in Herberstein – einen artgemäßen Lebensraum vor, der ein Ausschnitt ihrer natürlichen Umgebung in der freien Wildbahn zeigt. Sie werden weder auf ihr Lauftraining noch auf ihre Jagdgewohnheiten verzichten müssen: Ihre „Mahlzeiten“ jagen sie auf einer der längsten Zoo-Jagdstrecken Europas!

Erster Beutesimulator für Geparde in Herberstein

Unter der fachlichen Beratung von Prof. Otto König entstand 1978 der erste Beutesimulator – eine Fütterungsvorrichtung für Geparde. An einem Schlepplift wird Fleisch durch das Gehege gezogen und von den Geparden als Beute gejagt. Eine Erfindung, die heute von zahlreichen Zoos weltweit verwendet wird und als Pioniertat auf dem Gebiet des „Behavioural Enrichment“, der artgerechten Beschäftigung, angesehen wird.

Für den zoologischen Leiter Reinhard Pichler steht fest: „Die Fütterungen bei den Geparden sind für unsere Besucher besonders beeindruckend. Sie können die schnellen Raubkatzen hautnah auf ihrer Jagd beinahe wie in freier Wildbahn beobachten, beeindruckende Szenen, die man sonst nur aus spannenden Tierdokumentationen im Fernsehen kennt.“ Geparde erreichen auf Kurzstrecken eine Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h.

In Herberstein lernen die beiden Neuankömmlinge langsam auch ihren Artgenossen, den 6 jährigen Gepard Dajan, kennen. Jeder der Katzen hält, weiß wie schwierig die Vergesell-schaftung der Tiere ist. Die ersten Tage verbringen sie im Haus, dann wird sie ein Zaun von Dajan trennen. So können sich die Tiere mit Abstand aneinander gewöhnen. Es bleibt zu hoffen, dass die Drei sich bald „riechen“ können.

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Neue Bewohner in der Dschungelhalle der ZOOM Erlebniswelt

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Serval (Leptailurus serval) in der ZOOM Erlebniswelt © ZOOM Gelsenkirchen
Gelsenkirchen, 17.04.2015 - In der afrikanischen Dschungelhalle der ZOOM Erlebniswelt haben gleich vier neue Bewohner ein Zuhause gefunden. Neben einem männlichen Hammerkopf sind am Donnerstag auch drei neue Servale in der Erlebniswelt Afrika eingezogen.

Am Mittwoch, dem 15. April, bekam das Hammerkopfweibchen einen neuen Mann an ihre Seite. Dieser kommt aus England und hat sich sofort blendend mit seiner neuen Partnerin verstanden, die ihm sofort sein neues Reich zeigte. Dann pickten die zwei Vögel in trauter Zweisamkeit Fische von ihrer Insel im Flusspferdbecken.

Die Anlage der Servale füllte sich am Donnerstag, dem 16. April, mit neuen Vierbeinern. Neben zwei Servalkatzen aus Danzi, bezog auch ein Kater Paul aus Thüle sein neues zu Hause. Dabei machten die beiden zwei Jahre alten Schwestern zunächst den Anfang und schnupperten neugierig an allen Grashalmen und Baumstämmen herum. Der gerade einmal acht Monate alte Kater hielt sich zuerst zurück, wurde dann aber mutiger und erkundete zusammen mit seinen beiden Mitbewohnerinnen die Anlage.

In der über 2.000 Quadratmeter großen Dschungelhalle ist aus mehr als 100 Pflanzenarten ein tropisches Ökosystem gewachsen. Hier gelangen die Besucher der Erlebniswelt Afrika hinein in die Regenwälder des Kontinents, wo neben Servalen und freifliegenden Hammerköpfen eine elfköpfige Schimpansenfamilie über den Köpfen der Besucher die Baumkronen erobert. Zudem erwartet die kleinen Gäste eine große Spiel-Erlebnisanlage aus Holz und Kletterseilen sowie imposante Flusspferde und flinke Blaumaulmeerkatzen.

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Fischkatzen neu im Tiergarten Nürnberg

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Fischkatze (Prionailurus viverrinus) im Wasserbecken ihrer neuen anlage im Tiergarten Nürnberg © TG Nürnberg
Nürnberg, 10.04.2015 - Der Tiergarten der Stadt Nürnberg hält seit einigen Tagen Fischkatzen (Prionailurus viverrinus). Die aus Südostasien stammende Katzenart lebt in der Nähe von Gewässern und ist keinesfalls wasserscheu. Wie der Name bereits verrät, jagen Fischkatzen ihre Beute zum Teil auch schwimmend und tauchend. Diese kleinen Raubkatzen boten sich  daher ideal als Nachfolger der Brillenbären an, deren Gehege für die Haltung der Bären nicht mehr zeitgemäß war, aber für diese Katzen hervorragend geeignet ist.

Die erste Fischkatze kam am Freitag, 27. März 2015, aus dem Tierpark Berlin, wo sie am 19. Mai 2011 geboren wurde. Dieser Zoo hat die Haltung jetzt beendet, so dass in Deutschland außer im Tiergarten die Fischkatzen nur noch in München, Duisburg und Leipzig zu sehen sind. Demnächst wird dem Tiergarten über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm noch eine Partnerin zugeteilt. Nach der Zeit in der Quarantäne ist die Katze seit Mittwoch im Haus und seit heute auch auf der Außenanlage zu sehen.

Das Verbreitungsgebiet der Fischkatze ist weit, aber zersplittert und erstreckt sich über weite Teile Süd- und Südostasiens. Durch die umfangreiche Zerstörung ihres Lebensraumes werden Fischkatzen seit 2008 in der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN als stark gefährdet (endangered) geführt. Der Bestand in der Natur wird auf rund 10.000 erwachsene Tiere geschätzt.

Fischkatzen können ein Körpergewicht bis zu 15 Kilogramm und eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 75 Zentimetern erreichen. Damit werden sie etwa doppelt so groß wie eine Hauskatze. Die Umbauarbeiten des ehemaligen Brillenbären-Geheges für die Fischkatzen mit für Besucher einsehbarem Stall wurden durch den Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V. mit  gut 50.000.- € finanziert.

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Gorillas aus Stuttgart gut in München angekommen

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Einer der beiden Junggorillas © Hermann Vollmer
Stuttgart – München, 08.04.2015 - Auf diese Reise haben sich am Dienstag, den 7. April zwei Westliche Flachlandgorillas gemacht. Nach einer dreistündigen Fahrt sind Tano und Okanda gut im Tierpark Hellabrunn angekommen und haben mittlerweile auch die erste Nacht in ihrem neuen Zuhause ohne Zwischenfälle verbracht. Die beiden dreijährigen Gorillajungtiere kommen aus der Aufzuchtstation für verwaiste Junggorillas in der Stuttgarter Wilhelma. Sie werden sich nun etwa eine Woche lang hinter den Kulissen an die Gegebenheiten in München gewöhnen – abseits der Anlagen, die für Hellabrunn-Besucher einsehbar sind.

Tano, der im November 2011 im Zoo Prag geboren wurde, war im Alter von einer Woche in die Wilhelma gekommen, weil seine Mutter Bikira ihn nicht annahm. Okanda kam im April 2011 im Zoo Twycross (England) auf die Welt. Obwohl seine Mutter  ihn säugte, wurde er zusehends schwächer, so dass man ihn im Januar 2012 in die Wilhelma brachte.

Die beiden Jungtiere wurden auf ihrer Fahrt von Stuttgart nach München von einer Tierpflegerin der Wilhelma begleitet. Sie verbringt auch die ersten Tage mit Tano und Okanda in München.

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Flusspferdbulle verlässt Opel-Zoo Richtung Hannover

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Flusspferbulle Max noch in Kronberg © Opel-Zoo Kronberg
Kronberg/Taunus, 02.04.2015 - In freier Wildbahn leben Flusspferde in lockeren Gruppen und die Flusspferdbullen sind bestrebt, ein günstiges Revier mit genügend Wasser und nahen Nahrungsgebieten zu besitzen, damit Weibchen ins Revier kommen.

Und so hat Dr. Thomas Kauffels, der Direktor des Opel-Zoo bereits beim Tod von Flusspferd Tana im November 2014 erläutert, dass er für Max eine andere Haltung suchen werde, da er nicht alleine bleiben solle. Nun ist es soweit: Noch im April wird Max den Taunus in Richtung Norden verlassen und im Zoo Hannover mit den dortigen weiblichen Flusspferden eine neue Herde bilden. Max wurde im November 1995 im Zoo Frankfurt geboren und kam im August 1997 nach Kronberg.

„Wir geben die Haltung von Flusspferden nicht grundsätzlich auf“, so der Zoodirektor. Er ergänzt, dass die geplante Erneuerung der Anlage erst erfolgen kann, wenn die Finanzierung sichergestellt ist. „Afrika Savanne und die neue Elefantenanlage belasten uns noch einige Jahre, aber unsere Zoozielplanung sieht auf jeden Fall vor, dass in unserem Freigehege weiter Flusspferde zu sehen sein werden.“

Max war bisher das Patentier der Stadt Königstein im Taunus, während Tana von der Stadt Kronberg im Taunus unterstützt wurde und anlässlich ihres 50. Geburtstages 2010 sogar zum Ehrenflusspferd ernannt wurde.  Den Patenschaftsbeitrag wandelte die Stadt Kronberg im Taunus nach ihrem Tod um in eine Unterstützung für die Arterhaltung der im Bestand stark bedrohten Mesopotamischen Damhirsche.

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Mähnenwölfe aus Frankreich neu im Zoo Osnabrück

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Neuer Mähnenwolf (Chrysocyon brachyurus)im Zoo Osnabrück © Hanna Rickert, Zoo Osnabrück
Osnabrück, 02.04.2015 - Am vergangenen Donnerstagabend zigen zwei Mähnenwölfe in die ehemalige Waldhundanlage neben den Nasenbären am Südamerikaareal ein. Die beiden kamen im Rahmen des Erhaltungszuchtprogramms aus dem französischen Zoo Amiens nördlich von Paris. Das Weibchen ist bereits etwas älter, sodass sie hier ihren Alterswohnsitz haben wird. Sie hört auch nicht mehr so gut. Deswegen müssen sich die Tierpfleger etwas lauter bemerkbar machen, wenn sie die Anlage säubern wollen. Sonst erschreckt es. Die Mähnenwölfin wurde im November 2002 geboren, der Rüde im November 2009.

Die südamerikanischen Savannenbewohner zeichnen sich durch ihre langen Beine aus, mit denen sie einen hervorragenden Überblick in den Graslandschaften haben. Ihren Namen tragen sie nur teils zu Recht: Eine Art Mähne haben sie tatsächlich, allerdings sind sie nur sehr entfernt mit dem Wolf verwandt. Die hundeartigen Raubtiere gelten durch Lebensraumzerstörung, Verkehrsunfälle und Hundeattacken als gering bedroht. Schätzungsweise gibt es noch 13.000 Individuen in der Natur.

Die beiden Tiere haben sich gut eingewöhnt. Sie verhalten sich ruhig und fressen mit viel Appetit – neben Kleinsäugern mögen sie besonders gerne süßes Obst wie Weintraube, Melone oder Papaya.

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Madagaskar-Hundskopfboa neu in Landau

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Madagaskarhundskopfboa (Sanzinia madagascariensis) im Zoo Landau © Zoo Landau
Landau, 01.04.2015 - Am 19. März haben wir aus dem Thüringer Zoopark Erfurt eine männliche Madagaskar-Hundskopfboa (Sanzinia madagascariensis) übernommen. Mit dieser neuen Schlangenart im Warmhaus beteiligt sich der Zoo Landau an einem weiteren Erhaltungszuchtprogramm der Europäischen Zoo- und Aquarienvereinigung (EAZA) und damit insgesamt an 23 Zuchtprogrammen. Das Europäische Zuchtbuch (ESB) für die Art wird im Zoo Warschau geführt. Die Madagaskar-Hundskopfboa kann maximal 2,5 m lang werden, bleibt aber meist kleiner. Von den drei madagassischen Riesenschlangen ist sie die häufigste. Sie bevorzugt als Lebensraum dichtes Unterholz, ist aber relativ variabel und auch in Steppengebieten, im Bergland und der Küstenregion zu finden. Sie ist vorwiegend nachts auf der Suche nach Futtertieren wie Vögeln, Fledermäusen, Borstenigeln und anderen Kleintieren. Wie alle Boas ist sie lebendgebärend. Dabei werden die Eier, die von einer dünnen Eihülle umschlossen sind, im Körper der Mutter für fünf bis sechs Monate "ausgebrütet". Madagaskar Hundskopfboas kommen in Farbvarianten von bläulich-grün bis beige-braun vor. Brütende Weibchen nehmen eine dunkle Färbung an, um die Sonnenergie zur Erwärmung des Körpers besser aufnehmen und speichern zu können. Das Landauer Exemplar ist eine grünliche Variante. Aufgrund ihrer großen Anpassungsfähigkeit und des großen Verbreitungsgebiets gilt die Art als nicht gefährdet und wird aktuell noch nicht auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) geführt. Es handelt sich um ein beliebtes Terrarientier, so dass der internationale Handel durch das Washingtoner Artenschutzabkommen (WA) geregelt wird. In dessen Regelwerk steht die Madagaskar Hundskopfboa in der höchsten Schutzkategorie in Anhang 1.

 

 

Freigegeben in Archiv 2015
Montag, 25 Mai 2015 07:20

Todesfälle im April 2015

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Tapir Ronja im Zoo Berlin gestorben

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Tapirweibchen "Ronja" im Berliner Zoo © Zoo Berlin
Berlin, 10.04.2015 - Das 15 Jahre alte Flachlandtapir-Weibchen Ronja ist gestorben. Das Tier war schon seit mehreren Jahren wegen einer chronischen Erkrankung der Atemwege und Lunge medikamentös behandelt worden. Aufgrund der Verschlechterung ihres Zustandes in den vergangenen Wochen wurde sie gestern einer tierärztlichen Untersuchung und Bronchoskopie unterzogen, während der sie leider noch in der Narkose verstarb. Die pathologische Untersuchung des Tieres wird im Institut für Tierpathologie der FU Berlin vorgenommen. Mit Ergebnissen ist in der nächsten Woche zu rechnen.

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Bonobo-Mann im Zoo Wuppertal gestorben

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Bonobo "Lusambo" im Zoo Wuppertal © Zoo Wuppertal
Wuppertal, 2. April 2015 - Am 2. April ist der 34 Jahre alte Bonobo „Lusambo“ des Wuppertaler Zoos plötzlich verstorben. Am Nachmittag des 1. April hatte das Tier erste Auffälligkeiten gezeigt das  und die Nahrungsaufnahme eingestellt. Am Morgen des 2. April hatte sich der Zustand weiter verschlechtert und „Lusambo“ lag lethargisch im Gehege. Um 12:00 wurde, zusammen mit drei Humanmedizinern aus der Chirurgie des Bethesda-Krankenhauses, eine diagnostische Notfall-Narkose eingeleitet. Leider erbrachte dies nicht die erhoffte Diagnose. In der Aufwachphase verstarb das Tier trotz intensiver medizinischer Behandlung. Nun hofft der Zoo durch die pathologischen Untersuchungen des Tieres mehr Erkenntnisse zu diesem riesigen Verlust für alle Mitarbeiter und Zoobesucher zu bekommen.

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Elefantenkalb des Leipziger Zoos war nicht überlebensfähig

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Das Tierärzte- und Tierpflegerteam des Leipziger Zoo bemüht sich um das lebensschwache Elefantenkalb © Zoo Leipzig
Leipzig, 02.04.2015 - Das Elefantenjungtier im Zoo Leipzig musste am Nachmittag des 31. März eingeschläfert werden. Trotz intensiv-medizinischer Behandlung, künstlicher Ernährung und der ununterbrochenen Betreuung durch die Mitarbeiter des Zoo Leipzig sowie durch externe Spezialisten ist es nicht gelungen, das Überleben des am 25. März geborenen Elefantennachwuchses zu retten. Bereits ab dem 30. März war das Jungtier sehr schwach und konnte trotz Infusionen und medikamentöser Behandlung nicht stabilisiert werden. Zudem hat es nicht angefangen, selbstständig Nahrung aufzunehmen. In den vergangenen Stunden haben sich der Allgemeinzustand sowie die Blutwerte des kleinen Elefanten extrem verschlechtert, so dass die Entscheidung gefallen ist, das Jungtier zu erlösen.

Die Hauptbefunde der pathologischen Untersuchung des Elefantenjungtieres im Zoo Leipzig verifizieren die Annahme, dass mehrfache Organschäden vorlagen. Die Blut- und Urinwerte hatten bereits darauf hingewiesen, dass die Nierenfunktion eingeschränkt und die Sauerstoffversorgung des kleinen Elefanten nicht ausreichend war. Zudem waren auch Teile des Verdauungssystems betroffen. Der Korpus des Elefanten wurde bei einer Untersuchung im Computer Tomographen (CT) vollständig gescannt.

Sowohl Knochen- als auch Gewebe- und Organstrukturen wurden so sichtbar gemacht und entsprechend ausgewertet. Neben den organischen Befunden wurde eine äußerlich nicht sichtbare Schädelverletzung festgestellt. „Bei einem derart multifaktoriellen Geschehen waren wir machtlos“, schätzt Zoodirektor Prof. Jörg Junhold. „Die Befunde belegen, dass wir trotz aller Therapieversuche keine Chance hatten, das Jungtier zu retten. Es war mit diesen komplexen Schädigungen nicht überlebensfähig.“ Die Enttäuschung und Trauer aller Beteiligten lindert das nur wenig. Auch Mutter Hoa und die bei der Geburt anwesenden Elefantenkühe Don Chung und Trinh durften Abschied von dem toten Jungtier nehmen. Für die Elefantengruppe war dies ein wichtiger Abschluss der Geschehnisse der vorangegangen Woche.

Trotz des Rückschlages wird der Zoo Leipzig alle Bemühungen für den Aufbau einer erfolgreichen Zuchtgruppe fortsetzen. So wird bereits Anfang nächsten Jahres eine weitere Geburt im Elefantentempel erwartet. „Asiatische Elefanten sind hochbedroht. Als Zoo im 21. Jahrhundert haben wir unter anderem die Aufgabe, bedrohte Arten vor dem Aussterben zu bewahren. Deshalb setzen wir unsere Anstrengungen fort“, blickt Zoodirektor Prof. Junhold nach vorn.

Freigegeben in Archiv 2015
Freitag, 10 April 2015 16:04

Nachwuchs im März 2015

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Rostocks Eisbären-Junge auf Außenanlage

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Eisbär-Jungtier "Fiete" mit Mutter auf der Mutter-Kind-Anlage © Zoo Rostock
Rostock, 31.03.2015 - Nach einem Unterbruch von zehn Jahren wurde am 3. Dezember 2014 im Zoo Rostock, der bekanntlich das Internationale Zuchtbuch für den Eisbären führt,  wieder ein Eisbär geboren, wie sich herausstellte, ein Männchen. Seine Eltern sind  „Vilma“ und „Lars“, der auch der Vater des legendären Berliner „Knut“ und des 2012 in Wuppertal gheborenen Jungtiers ist.  Das Junge entwickelte sich gut und konnte am 25. März 2015 zum ersten Mal auf die Mutter-Kind-Außenanlage. Sobald es sicher schwimmen kann und allein den Weg aus dem Wasser ans rettende Ufer findet, wird es mit seiner äußerst fürsorglichen Mutter auf die größere Anlage umziehen.

Als Ergebnis einer Besucherumfrage bei der mehr als 3000 Namensvorschläge beim Zoo eingingen, erhielt der kleine Bärenmann den Namen „Fiete“. Die Namensverleihung erfolgte am 31. März durch den Rostocker Oberbürgermeister Roland Methling.  In Kooperation mit dem Kreuzfahrtunternehmen AIDA wurden auf der Taufparty über 2.000 Luftballons in die Welt geschickt. Der Absender der am weitesten zurückgesendeten Karte wird mit seiner Familie in das Erlebnisresort Van der Valk in Linstow und in den Zoo Rostock eingeladen. AIDA und das Grand Hotel Heiligendamm haben jeweils eine neue Tierpatenschaft für die Eisbären abgeschlossen. Das berühmte G8-Hotel in Deutschlands ältestem Seebad betreibt seit vielen Jahren einen „Eisbärenclub“ für Kinder. Aktuell haben über 200 Privatpersonen und Unternehmen eine Tierpatenschaft übernommen. Besonders beliebt sind die Eisbären, denen nun bereits 21 Paten zur Seite stehen.

Es wurde an diesem Tag auch die erste „Gold-Partnerschaft“ des Zoos besiegelt. Das erfolgreiche Softwareunternehmen SIV.AG aus Roggentin unterstützt den Zoo und die Eisbären neben vielen weiteren Partnern mit einem jährlichen Beitrag. Aber auch kleinere Spenden helfen. Neben der Weltkugel auf der Bärenburg im Zoo Rostock lädt eine neue Spendenwand für das POLARIUM ein, sich mit einem Beitrag zu verewigen. Ab sofort können Tatzen-Aufkleber im Wert der Spendenhöhe von 5, 25, 100 oder 500 Euro erworben, beschrieben und an der Spendentafel angebracht werden. Das Geld fließt in das POLARIUM, der künftigen Heimstätte der Eisbären und Pinguine.

Ob Fiete immer in Rostock bleiben wird, kann jetzt noch nicht gesagt werden. Zunächst bleibt er bis zur Geschlechtsreife in Rostock. Zwischendurch muss er aber mit den anderen Bären vorübergehend Rostock verlassen. Die Bärenburg wird 2016 abgerissen und ein neues „Polarium“ gebaut. Fiete wird dann mit seiner Mutter 2017 wieder nach Rostock zurückkommen und in das neue „Polarium“ einziehen. Es ist durchaus möglich, dass Fiete in Rostock bleiben wird und der neue Stammvater der Rostocker Eisbärenzucht wird.

In VdZ-Zoos leben (Stand 31.03.2015) 38 Eisbären, davon 33 in Deutschland, 2 in Wien und 3 in Tallinn. Davon ist ein vermutlich 1986 geborenes Tier ein Wildfang, alle anderen sind in 18 verschiedenen europäischen Zoos geboren.

18.04.2015

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Takin-Nachwuchs im Tiergarten Nürnberg

PM 2015-03-31 nuernberg takin
Mishmi-Takin-Kälber (Budorcas t. taxicolor) und ei9ne der Mütter © Tiergarten Nürnberg
Nürnberg, 31.03.2015 - Im Tiergarten der Stadt Nürnberg hat sich Nachwuchs bei den Takins eingestellt. Am 31. Januar, am 18. Februar und am 10. März 2015 wurden drei weibliche Jungtiere geboren, die prächtig heranwachsen.

Über das europäische Zuchtprogramm hat der Tiergarten am 16. Mai 2014 einen blutsfremden Bock erhalten, der im Tierpark Berlin geboren ist. So konnte nach zweijähriger Pause die erfolgreiche Zucht der Takins wieder fortgesetzt werden. Im Tiergarten Nürnberg sind seit dem Jahr 1999 insgesamt 28 Jungtiere dieser selten gezeigten Tierart aus dem Himalaya herangewachsen. Ursprünglich ging der Bestand in Europa und USA auf zwei Tiere zurück, die der Tierpark Berlin 1974 aus dem Zoo Rangun in Myanmar übernommen hat. Der Tiergarten gehörte zu den ersten Zoos die den begehrten Nachwuchs aus dem Tierpark Berlin erhalten hat. 1996 kamen ein Bulle und zwei Weibchen nach Nürnberg, 1999 begann die Zucht. Vor gut zehn Jahren gelang es dem Tierpark Berlin erneut, ein Männchen über eine Quarantänestation in Polen zu importieren. Ein Sohn, der am 20. Februar 2009 geboren wurde, kam über eine Zwischenstation im Zoo Sosto in Ungarn im letzten Jahr in den Tiergarten und sorgte prompt für Nachwuchs.

Die Fähigkeit, innerhalb von nicht einmal 40 Jahren aus drei Gründertieren einen Bestand von über 130 Tieren aufzubauen, zeigt, welches Potential und welche Fähigkeiten die Zoos beim Aufbau kleiner Populationen zur Bestandserhaltung haben. Alle, weit über zweitausend Pater-David-Hirsche der Welt, die 1920 in der Natur ausgestorben waren und heute wieder in zwei Reservaten und weiteren Gehegen in China leben (allein im Dafeng Milu Natural Reserve über 1.000 Hirsche), gehen auf nur drei Gründertiere zurück. Diese Beispiele zeigen, dass Inzucht kein Problem darstellen muss, obwohl wegen der grundsätzlichen Risiken die Inzucht so weit wie möglich vermieden werden soll.

Takin-Nachwuchs wird auch aus München und Wuppertal gemeldet.

12.04.2015

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Kostbarer Hirsch-Nachwuchs im Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec

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Vietnam-Sikakuh (Cervus nippon pseudaxis) mit Kalb im Naturschutz-Tierpark Görlitz © Caatrin Hammer
Görlitz, 27.03.2015 - Seit drei Jahren lebt die kleine Gruppe der  im Freiland bereits ausgestorbenen Vietnam-Sika Hirsche bereits im Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec. Mit dem erhofften Nachwuchs sah es allerdings bislang nicht so rosig aus. Nach einigen Veränderungen im Management zieht nun endlich die erste Sika Kuh ihr gepunktetes Kalb erfolgreich auf. Die Jungtieruntersuchung ergab: Es ist ein gesundes Mädchen! Und wenn alles gut geht, dann darf sie sogar im Tierpark bleiben, dafür zieht Vater Hirsch aus...

Für den Vietnam-Sika gibt es seit 1987 ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das  bis 2012  vom Tierpark Berlin koordiniert wurde, der es dann an den Zoo von Mährisch-Ostrau übergab. Im Rahmen dieses Programms halten rund 30 Zoos etwas über 300 Hirsche.

12.04.2015

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Verstärkung für das EEP: Goldkatzen-Nachwuchs in Wuppertal

PM 2015-03-26 wuppertal goldkatze
Junge Asiatische Goldkatze im Grünen Zoo Wuppertal © Zoo Wuppertasl
Wuppertal, 26.03.2015 - Am 11. Februar kam im Zoo Wuppertal ein Goldkatzenkaterchen zur Welt. Asiatische Goldkatzen sind eine bedrohte Katze aus den Tropenwäldern von Nordostindien bis nach Sumatra. In Thailand werden sie auch Feuertiger genannt und gelten als Herrscher aller Katzen. Die Mutter bekam zum ersten Mal ein Jungtier. Bei Katzen ist es leider nicht unüblich, dass die erstgebärenden Katzen Ihre Jungtiere nicht annehmen.  Deswegen mussten unsere Tierpfleger das Junge in eine Handaufzucht überführen.

Für die Asiatische Goldkatze gibt es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm, das vom Zoo Heidelberg koordiniert wird. Insgesamt beteiligen sich 8 Zoos mit 27 Tieren an diesem Programm (Stand 31.12.2014). Im Zoo Wuppertal wuird eitwa ein Drittel des europöischen Gesamtbestandes gehalten.

18.04.2015

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Giraffenkalb im Thüringer ZooPark Erfurt

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Giraffenkalb im Thüringer ZooPark Erfurt erkundet das Außengehege ©Thüringer ZooPark Erfurt
Erfurt, 26.03.2015 - Weiterer Zuwachs für den Thüringer Zoopark Erfurt: Giraffenkuh Dhakija brachte am Mittwoch ein gesundes Kuhkalb zur Welt. Mutter und Kind sind wohlauf.

Die Hoffnung, dass Dhakija tragend ist, wurde Ende letzten Jahres durch gezielte Untersuchungen bestätigt. Seit Januar traf man im Zoopark deshalb medizinische Vorbereitungen, bereitete eine Strohmatte im Stall vor und überwachte die 4-jährige Netzgiraffe intensiv, um optimale Geburtsbedingungen zu schaffen. Gestern war es dann soweit: 9:51 Uhr erblickte das Giraffenbaby nach einer problemlosen Geburt das Licht der Welt. Auch Dhakija, für die es die erste Geburt war, verhielt sich vorbildlich: Liebevoll animierte sie ihren Sprössling zum Aufstehen, beleckte ihn und kümmerte sich von Beginn an um ihren Nachwuchs. Nach rund einer Stunde wagte sich die kleine Giraffe auf ihre staksigen Beine und fing an, die Welt zu entdecken. Ihre Entdeckungstour setzte sie heute kurz auf der Außenanlage fort. Diese wurde extra mit Absperrband gesichert, damit die Kleine sich nicht verletzt.

In den Savannen Ostafrikas ist der Bestand an Netzgiraffen auf unter 4'700 Tiere geschrumpft. Die Erfurter Giraffen sind Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms, das eine Reserbepopulation langfristig erhalten will. Dieses umfasst gegenwärtig rund 160 Tiere.

18.04.2015

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Hirscheber-Nachzucht in der Wilhelma geglückt

PM 2015-03-19 wilhelma babirusa
Hirscheber-Frischling mit Mutter in der Wilhelma Stuttgart © Wilhelma
Stuttgart, 19.03.2015 - Sie gehören zu den absoluten Raritäten in der Wilhelma. Und doch führen die kleinen Hirscheber in der Zuschauergunst im Zoologisch-Botanischen Garten eher ein Schattendasein zwischen ihren großen Nachbarn: den Nashörner einerseits und den Flusspferden andererseits. Dabei ist die bedrohte indonesische Schweineart etwas absolut Ungewöhnliches. Jetzt ist der Wilhelma sogar eine seltene Nachzucht dieser Tiere mit den geweihartigen Hauern gelungen. Das war zuletzt 2004 der Fall und davor 1992. Sie hält Hirscheber seit 1975. Ein Jungtier gibt es derzeit in Europa nur in Stuttgart und im englischen Chester, woher auch der Vater des Stuttgarter Nachwuchses stammt. „Von der Seltenheit und der zoologischen Bedeutung her ist die Geburt des weiblichen Ferkels gleichzusetzen mit der unseres Panzernashorn-Kälbchens Savita, das viele Fans hat“, sagt Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Ich empfehle daher unseren Besuchern, diese Gelegenheit zu nutzen, auch nebenan bei den Hirschebern vorbeizuschauen.“

Die Art kommt nur auf der indonesischen Insel Sulawesi und vorgelagerten Inseln vor und heißt dort Babirusa, zusammengesetzt aus den einheimischen Wörtern für „Hirsch“ und „Schwein“. Im Deutschen heißen beide Geschlechter Hirscheber. Den Männchen wachsen vier markante Hauer aus ihren besonders langen Schnauzen. Nicht nur die unteren Eckzähne ragen weit aus dem Maul heraus. Die oberen Eckzähne stoßen aus dem Rüssel direkt nach oben und wölben sich im Bogen zurück. Dabei können sie 30 Zentimeter lang werden. Die Zähne sind jedoch spröde und nur bedingt zum Graben oder Kämpfen geeignet. In der Wildbahn brechen sie daher häufig ab.

Die Hirscheber bleiben relativ klein mit einer Körperlänge von rund 90 bis 110 Zentimetern. Ihr Gewicht von bis zu 100 Kilo tragen sie auf recht langen dünnen Beinen und erreichen eine Schulterhöhe von 65 bis 80 Zentimetern. Damit sind sie gut angepasst an ihren Lebensraum im tropischen Regenwald. Dort treten sie Trampelpfade aus, um im dichten Unterholz flinker voran zu kommen. Mit ihren Hauer können sie nicht gut in der Erde wühlen. Sie ernähren sich von Laub, Insekten und herabgefallenen Früchten. In Indonesien werden Hirscheber, von denen rund 40.000 Jahre alte Höhlenmalereien existieren, gejagt und gezähmt. Eine Vermehrung gelingt dort aber selten. Umso bedeutsamer ist der Zuchterfolg in der Wilhelma. Die Wildpopulation wird auf 4000 Tiere geschätzt. Neben der Jagd setzt dem Babirusa die zunehmende Abholzung des Regenwaldes zu.

Sie gehören zu den absoluten Raritäten in der Wilhelma. Und doch führen die kleinen Hirscheber in der Zuschauergunst im Zoologisch-Botanischen Garten eher ein Schattendasein zwischen ihren großen Nachbarn: den Nashörner einerseits und den Flusspferden andererseits. Dabei ist die bedrohte indonesische Schweineart etwas absolut Ungewöhnliches. Jetzt ist der Wilhelma sogar eine seltene Nachzucht dieser Tiere mit den geweihartigen Hauern gelungen. Das war zuletzt 2004 der Fall und davor 1992. Sie hält Hirscheber seit 1975. Ein Jungtier gibt es derzeit in Europa nur in Stuttgart und im englischen Chester, woher auch der Vater des Stuttgarter Nachwuchses stammt. „Von der Seltenheit und der zoologischen Bedeutung her ist die Geburt des weiblichen Ferkels gleichzusetzen mit der unseres Panzernashorn-Kälbchens Savita, das viele Fans hat“, sagt Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Ich empfehle daher unseren Besuchern, diese Gelegenheit zu nutzen, auch nebenan bei den Hirschebern vorbeizuschauen.“

Nur acht europäische Zoos, drei davon VdZ-Mitglieder, halten und züchten Hirscheber im Rahmen eines Erhaltungszuchtprogramms.

16.04.2015

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Katta-Nachwuchs im Tierpark Bochum

PM 2015-03-25 bochum katta
Kattwzillinge im Tierpark Bochum © Tierpark Bocum
Bochum, 25.03.2015 -  Bei Familie Katta hat sich Nachwuchs eingestellt – und das im Doppelback! Im Jahr 2011 erblickte zum ersten Mal im Bochumer Tierpark ein kleiner Katta das Licht der Welt. Auch in den darauffolgenden Jahren konnte man sich über Nachwuchs freuen. Im letzten Jahr kamen ebenfalls Zwillinge zu Welt. Die beiden Männchen sind mittlerweile schon fast so groß wie die erwachsenen Tiere und neugierig auf den winzigen Familienzuwachs. Zusammen mit den zwei neusten Familienmitgliedern zählt die Katta-Gruppe mittlerweile acht Tiere. Wie es für diese Primaten üblich ist, klammern sich die kleinen Zwillinge zunächst noch an den Bauch ihrer Mutter und schauen von dort aus gespannt auf die Kletterkünste ihrer älteren Verwandten.

Die auch aus Film und Fernsehen bekannten Tiere sind sehr gesellig und leben oft in Gruppen von mehr als zehn Tieren, die von einem dominanten Weibchen angeführt werden. Kattas können in Menschenhand bis zu 30 Jahre alt werden, in freier Wildbahn selten über 15 Jahre. Die munteren Affen sind große Kletterkünstler und geschickte Weitspringer. Platz dazu finden sie ihrer Anlage im Tierpark Bochum genügend. Diese verfügt über ein modernes Haus mit einem 80 m2 großen Innenbereich und die 570 m2 große, naturnahe Außenfläche mit vielen abwechslungsreichen Klettermöglichkeiten. 

Besucher können die lebhafte Bande aus nächster Nähe betrachten. Für geführte Gruppen besteht die Möglichkeit die Katta-Außenanlage gemeinsam mit den ZoobegleiterInnen zu betreten. An Wochenenden sind geführte Begehungen der Anlage bei schönem Wetter für alle Tierpark-Besucher möglich. So bietet sich die Gelegenheit die Tiere unmittelbar, ohne Zäune und Glas zu betrachten und sich von ihnen faszinieren zu lassen.

Junge Kattas wurden auch aus dem Tiegarten Schönbrunn gemeldet.

17.04.2015

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Die Goldgelben Löwenäffchen im Zoo Zürich haben Nachwuchs

PM 2015-03-18 zrh loewenaeffchen
Goldgelbes Löwenäffchen mit Nachwuchs im Zoo Zürich © Peter Bolliger, Zoo Zürich
Zürich, 18.03.2015 -
Löwenäffchen sind in den brasilianischen Regenwäldern beheimatet. Es werden vier Artenunterschieden, alle sind sie durch die Zerstörung und Fragmentierung ihres Lebensraumes gefährdet. Die Goldgelben Löwenäffchen sind ein gutes Beispiel dafür, wie Zoos im Verbund mit anderen Fachleuten und Institutionen erfolgreich einen Beitrag zur Arterhaltung leisten.

Start einer neuen Zuchtgruppe im Zoo Zürich

Im Zoo Zürich wurden Goldgelbe Löwenäffchen erstmals 1931 gezeigt. Sie stammten aus einer Tierhandlung und wurden zum Preis von 130 Schweizer Franken pro Tier erworben. Am liebsten frassen sie in Milch eingelegtes Weissbrot … Trotz dieser etwas unausgewogenen Ernährung erfolgte 1939 die erste Nachzucht. Leider starben beide Jungtiere im Alter von wenigen Tagen. Nach 1950 folgte im Zoo Zürich eine Zeit ohne Goldgelbe Löwenäffchen. Sie kehrten erst 1989 in den Tierbestand zurück, mit der Eröffnung des Exotariums. Seither gab es 24 Geburten, wovon 14 Jungtiere die ersten 10 Tage überlebten. Das heutige Zuchtpärchen brachte bereits 2013 und 2014 Junge zur Welt, die aber beide Male tot geboren wurden.

Dieses Jahr hat es nun geklappt: Am 28. Februar 2015 kamen Drillinge zur Welt. Ein Junges schien von Beginn weg etwas kleiner und schwächer zu sein. Es starb nach fünf Tagen – dem Geschwister internen Konkurrenz-druck um die beiden Zitzen der Mutter war es scheinbar nicht gewachsen. Die beiden verbliebenen Jungen entwickeln sich sehr gut.

Die Population in Europa zählt gut 200 Tiere. Dies ist auch Zielgrösse des in Whipsnade geführten Europäischen Erhaltungszuchtprogramms.

Rückkehr der Goldgelben Löwenäffchen: eine Erfolgsgeschichte

Der Atlantische Küstenwald in Brasilien ist einer der weltweit wichtigsten Brennpunkte der Biodiversität. Früher erstreckte er sich über eine Fläche von rund 1.3 Mio Quadratkilometern. Mit der Ankunft der Portugiesen im 16. Jahrhundert begann seine Zerstörung: Große Flächen fielen dem Siedlungsbau und der landwirtschaftlichen Nutzung zum Opfer. Heute existieren nur noch sieben Prozent der ursprünglichen Waldfläche, aufgeteilt in viele kleine Teilflächen. Die Goldgelben Löwenäffchen besiedeln eine kleine Teilfläche dieses Waldes im Bundesstaat Rio de Janeiro.

1960 bemerkte man, dass die Goldgelben Löwenäffchen im Freiland nahezu ausgestorben waren. Nebst der Lebensraumzerstörung und -fragmentierung hatte insbesondere der Handel dazu beigetragen. So gelangten zwischen 1960 und 1965 300 Tiere in den Handel. 1967 wurden die Goldgelben Löwenäffchen in Brasilien unter Schutz gestellt, 1969 erliessen die USA ein Importverbot für die Art. Die zu dieser Zeit in Menschenobhut betreuten Bestände entwickelten sich nicht zufriedenstellend: Die Reproduktion war gering, die Sterblichkeit hoch. 1972 trafen sich deshalb Biologen aus Europa, den USA und Brasilien zu einer Konferenz, an der die Weichen für ein gezieltes Zuchtprogramm gestellt, Schutzmassnahmen formuliert und Forschungsziele definiert wurden. Der wohl wichtigste Faktor für die Förderung des Zuchtprogramms war das Verständnis des Fortpflanzungssystems der Löwenäffchen: Monogamie, kooperative Fortpflanzung (Helfer) und Unterdrückung der Fortpflanzung bei untergeordneten Weibchen (Töchtern).

Waren 1969 in einem stark fragmentierten Lebensraum noch rund 600 Tiere gezählt worden, gab es 1975 nur noch 100 bis 200 überlebende Tiere. 1974 wurde ein erstes Reservat von 5500 Hektaren für die Goldgelben Löwenäffchen geschaffen. Nebst der Erweiterung des Kenntnisstandes über diese Art durch die Haltung in Zoos und Langzeitstudien im Freiland wurde die ansässige Bevölkerung in die Information über Umweltfragen einbezogen. Als Schutzziel wurde eine Population von 2000 Individuen in einem mindestens 250 Quadratkilometer grossen, geschützten und vernetzten Lebensraum bis ins Jahr 2025 formuliert.

Um die freilebende Population langfristig zu sichern, musste einerseits die Individuenzahl und andererseits die genetische Diversität erhöht werden. Mit zwei Massnahmen wurde der freilebende Bestand diesbezüglich unterstützt: mit Wiederansiedlungen und Umsiedlungen. Zwischen 1984 und 2000 wurden insgesamt 146 in Zoos in Europa und den USA geborene Tiere ausgewildert. Sie durchliefen vor ihrer Freilassung ein «Freiland-Training». Die ausgewilderten Tiere wurden bis zur vollen Selbständigkeit mit Futter versorgt und soweit nötig veterinärmedizinisch betreut. Die Freilassungen erfolgten zunächst im Reservat zur Stärkung der dort ansässigen Population. Später wurden dann auch private Grundstücke neu mit Goldgelben Löwenäffchen besiedelt. 2005 umfasste die Population der wiederangesiedelten Tiere 589 Individuen in 87 Gruppen. Zwischen 1994 und 1998 wurden 42 Tiere in 6 Gruppen aus kleinen, isolierten Flächen heraus gefangen und in ein zweites, neugeschaffenes Reservat umgesiedelt. Aus diesen Umsiedlungen resultierte bis 2006 ein Bestand von 220 Tieren in 30 Gruppen.

Weitere Bemühungen zielen nun dahin, die verschiedenen inselartigen Lebensräume der Goldgelben Löwenäffchen mittels Waldkorridoren zu verbinden, um so einen Austausch zwischen den Teilpopulationen zu ermöglichen und weitere Lebensräume zu erschliessen. Aktuell wird der freilebende Bestand an Goldgelben Löwenäffchen in den zwei Reservaten und über 25 privaten Schutzgebieten auf einer Fläche von etwa 150 Quadratkilometern auf rund 1700 Tiere geschätzt. Über ein Drittel davon sind Nachkommen ausgewilderter zoogeborener Tiere. Von den sechs als überlebensfähig eingestuften Teilpopulationen gehen drei aus Wiederansiedlungen und eine auf Umsiedlungen zurück. Weiterhin besteht ein Zuchtprogramm für diese Tiere, das weltweit rund 560 Tiere umfasst und in das über 130 Zoos involviert sind. Die Tiere sind eine Leihgabe, sie gehören dem Brasilianischen Staat.

Gefährdung durch andere Primaten

Nebst der Lebensraumzerstörung hat sich eine neue Gefahr für die freilebenden Bestände der Goldgelben Löwenäffchen ergeben: Durch den unkontrollierten Handel mit Wildtieren wurden im Verbreitungsgebiet der Goldgelben Löwenäffchen vielerorts ortsfremde Krallenaffenarten ausgesetzt. Insbesondere Weissbüschel- und Schwarzbüscheläffchen und daraus resultierende Hybriden treten als Nahrungskonkurrenten der Goldgelben Löwenäffchen auf. Zudem stellen diese Tiere auch ein gesundheitliches Risiko für die Löwenäffchen dar, da sie ohne veterinärmedizinische Überwachung freigelassen wurden. Rund 50 Kilometer von einem Bestand Goldgelber Löwenäffchen entfernt wurden zudem Goldkopf Löwenäffchen freigesetzt. Um einer allfälligen Hybridisierung zwischen den beiden Arten vorzubeugen, wurde eine Rückführung der Goldkopf Löwenäffchen in deren Verbreitungsgebiet beschlossen.

18.04.2014

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Kleiner Eisbär des Tiergartens Nürnberg  ist erstmals im Freien

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Eisbärjunges Charlotte im Tiergarten Nürnberg © TG Nürnberg
Nürnberg, 12.03.2015 - Die am 21. November 2014 im Tiergarten der Stadt Nürnberg geborene kleine Eisbärin Charlotte durfte am Donnerstag, 12. März 2015, erstmals aus ihrer Geburtshöhle heraus, um das Gehege zu erkunden. Am Montag, 9. März 2015, wurde das Jungtier ein zweites Mal erfolgreich geimpft, so dass ihrem heutigen Ausflug nach draußen nichts mehr im Wege stand. Charlotte ist gut entwickelt und bringt etwa 23,3 Kilogramm auf die Waage.

Die Tierpflegerinnen und Tierpfleger füttern das Muttertier Vera (geboren am 21. November 2002 in Moskau) seit Ende Januar wieder, davor hat sie naturgemäß seit November 2014 nichts mehr gefressen. Wie in der Natur kommt jetzt die Mutter mit ihrem dreieinhalb Monate alten Nachwuchs erstmals aus der Höhle.

Mit Charlotte wird das insgesamt 31. Eisbärenjungtier in der gut hundertjährigen Geschichte des Tiergartens Nürnberg groß. Sie ist die Schwester der berühmten Nürnberger Eisbärin Flocke. Bei Flockes Aufzucht wurde Eisbärenmutter Vera gestört und hatte sich nach vier Wochen nicht mehr um ihren Nachwuchs gekümmert. Daher musste Flocke als Handaufzucht von vier Pflegerinnen und Pflegern aufgezogen werden.

Zeitgleich mit ihrer Mutter zieht Flocke jetzt selbst ihren ersten Nachwuchs in Antibes (Frankreich) erfolgreich auf, was klar belegt, dass sowohl die Handaufzucht als auch die Vergesellschaftung mit Rasputin und der Transfer nach Antibes richtige Entscheidungen waren. Der Vater von Flocke und Charlotte ist der am 24. November 2001 in Wien geborene Eisbär Felix. Felix ist seit Dienstag, 10. März 2015, in der Stuttgarter Wilhelma, wo er den Sommer verbringen wird.

18.04.2015

Weiter zu Tierankünfte und -abgaben im März 2015

Freigegeben in Archiv 2015
Freitag, 10 April 2015 16:04

Tierankünfte und -abgaben im März 2015

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Lüchs-Pärchen im Tiergarten Schönbrunn eingetroffen

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Europäischer Luchs im Tiergarten Schönbrunn © N. Potensky / Tiergarten Schönbrunn
Wien, 31.03.2015 - Im Tiergarten Schönbrunn gab es einen Austausch bei den Eurasischen Luchsen: Die beiden Luchsmännchen, die bisher im Tiergarten gelebt haben, wurden Mitte Februar im Rahmen des Europäischen Zuchtbuches (ESB) an den Zoo Szeged in Ungarn abgegeben. Am 20. März ist im Tiergarten ein Pärchen eingezogen. „Das Weibchen wurde im Mai 2012 im Tallinn Zoo in Estland geboren. Das Männchen stammt aus dem Zoo Helsinki in Finnland und wird im Mai zwei Jahre alt“, erklärt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Natürlich hofft man im Tiergarten künftig auf Nachwuchs.  

Wegen seines großen Verbreitungsgebietes gilt der Luchs nicht als gefährdet. Im Alpenraum war er allerdings bereits ausgestorben, vor allem weil er bejagt wurde. Bei uns in Österreich wurde der Luchs 1892 ausgerottet. In den vergangenen Jahrzehnten wanderten jedoch Luchse aus den Nachbarländern ein und es wurden auch Tiere wiederangesiedelt. So ist der Luchs heute in Österreich wieder vereinzelt anzutreffen. Sein Vorkommen ist allerdings gering und die Populationen sind isoliert. Daher zählt er noch immer zu den seltensten Säugetieren des Landes.

Luchse streifen als Einzelgänger durch die Wälder. Im Dickicht sind sie mit ihrem Fell gut getarnt. Ein weiteres Merkmal dieser katzenartigen Raubtiere ist ihr beachtliches Hör- und Sehvermögen. Nicht umsonst gibt es die Redewendung „Jemand hat Augen und Ohren wie ein Luchs“. Schratter: „Luchse jagen vorwiegend in der Dämmerung und nachts. Da ihre Augen viel lichtempfindlicher sind als unsere, können sie sich im Dunkeln gut orientieren. Erstaunlich ist auch ihr Geruchssinn. Ein Luchs erkennt ein Kaninchen allein am Geruch auf eine Entfernung von bis zu 300 Metern.“

18.04.2015

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Zwei junge Wilhelma-Gorillas ziehen nach München

PM 2015-03-26 stuttgart gorilla
Die beiden Gorillajungen beim Rangeln © Hermann Vollmer / Wilhelma
Stuttgart, 26.03.2015 - Zwei kleine Gorillas sind in der Wilhelma dem Kindergarten entwachsen und stehen jetzt vor einem großen Schritt: Tano und Okanda ziehen im April nach München. Auf Beschluss der europäischen Artkommission werden sie in die Gorillagruppe des Tierparks Hellabrunn integriert und bewohnen einen Teil der komplett umgebauten Menschenaffenanlage, die heute eröffnet wird. Wilhelma-Gäste haben noch bis nach Ostern Gelegenheit zu einem Abschiedsbesuch.

Auch in Stuttgart haben Tano und Okanda bereits von einem Neubau profitiert. Denn das vor zwei Jahren eingeweihte Gorilla- und Bonobohaus bietet optimale Bedingungen für die Sozialisation von so genannten Handaufzuchten. Als europäische Aufzuchtstation für verwaiste Gorillakinder, die von ihren Müttern nicht aufgezogen werden können, hat die Wilhelma schon mehr als 60 Jungtieren dieser bedrohten Menschenaffen das Überleben gesichert.

Tano, der im November 2011 im Zoo Prag geboren wurde, war mit einer Woche in die Wilhelma gekommen, weil seine Mutter Bikira ihn nicht annahm. Sie hatte zuvor noch nie eine Geburt und Aufzucht bei einem anderen Gorillaweibchen miterlebt und war selbst nicht gut in die Familie integriert. Okanda, war schon im April 2011 im Zoo Twycross (England) geboren worden. Obwohl seine Mutter Ozala ihn säugte, wurde er zusehends schwächer, so dass man ihn im Januar 2012 in die Wilhelma brachte.

In der Obhut der erfahrenen Stuttgarter Pfleger haben sich Tano und Okanda seither gut entwickelt und wurden stundenweise schon mit allen Mitgliedern der Gorilla-Familiengruppe zusammengeführt – nur nicht mit Haremschef Kibo. Im Zoo besteht genau wie in der Wildnis die Gefahr, dass ein Silberrücken Jungtiere, die nicht seine eigenen sind, tötet. Daher wachsen Handaufzuchten in den ersten Jahren außerhalb der Gorilla-Familie unter ihresgleichen auf. Im Kindergarten der Wilhelma sind außer Tano und Okanda derzeit auch die zweijährigen Jungtiere Tebogo und Vana aus Wuppertal zu Hause.

Die vier Junggorillas sind direkte Gehegenachbarn der Familiengruppe und stehen durch große Fenster und Gitter von Kindesbeinen an im Kontakt zu den älteren Artgenossen. So können sie sich von den Erwachsenen arttypisches Verhalten „abgucken“, Laute, Gesten und Gerüche kennen lernen. Von Anfang an interagieren die Kleinen mit den Großen durch Scheibe und Gitter. „Auf diese Weise konnten wir Tano und Okanda bestmöglich auf den Wechsel in den Tierpark Hellabrunn vorbereiten“, erläutert die Menschenaffen-Kuratorin der Wilhelma Dr. Marianne Holtkötter, „dort gibt es derzeit keinen Silberrücken, sie können also ganztägig in der Gruppe sein und finden sogar eine Spielkameradin in der zweijährigen Nafi.“

12.04.2015

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Erster gemeinsamer Tag der Eisbären in Stuttgart

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Eisbären spielen zusammen in der Wilhelmas Stuttgart © Wilhelma
Stuttgart, 17.03.2015 - Einen guten Start in ihren gemeinsamen Sommer haben heute Morgen die Wilhelma-Eisbärin Corinna und „Gast-Eisbär“ Felix aus Nürnberg erlebt. Bei ihrem ersten direkten Kontakt haben sich die beiden gut verstanden und bei einem Bad miteinander im Wasser geplanscht.

Der Besuch aus dem Tiergarten Nürnberg war vor einer Woche nach Stuttgart in den Zoologisch-Botanischen Garten gekommen. Zunächst hatte er zum Eingewöhnen einen eigenen Bereich. Über ein „Schmusegitter“, das die Außengehege von Corinna und Felix verbindet, konnten sich die beiden aber schon einmal beschnuppern. Die ersten Tage nutzte der 13-jährige Felix, um sein neues Terrain zu markieren, indem er sich auf volle Körpergröße aufrichtete und seinen Rücken an allen Wänden rieb. Selbst beim Ruhen achtete darauf, dass er möglichst Corinna im Blick behielt, und er begann auch, vermehrt nach ihr zu rufen. Da die Tierpfleger beobachten konnten, dass jetzt auch die Eisbärin vermehrt Ausschau nach ihrem neuen Gefährten hielt und immer wieder die Witterung aufnahm, war heute die Zeit gekommen für ein erstes Tête-à-tête.

Die beiden Tiere sind harmonisch miteinander umgegangen, haben sich intensiv beschnuppert und etwas gebalgt, wie es sich gehört. Wenn es so stressfrei bleibt, können die beiden zusammen bleiben. Felix zeigt sich ruhiger als der letztjährige Gast-Eisbär Yoghi aus München  Damals hatten die Pfleger Corinna und Yoghi nach der Zusammenführung noch einmal trennen müssen, weil der Münchner zu draufgängerisch vorging. Es ist aber normal, dass der Eisbärmann der Eisbärfrau bis zur Paarung kaum noch von der Seite weicht. Falls Corinna auch Felix als „Kurschatten“ zu aufdringlich wird, müssen die beiden gegebenenfalls noch einmal zeitweise getrennt werden.

Vorgesehen ist, dass Felix rund ein halbes Jahr in der Wilhelma bleibt, bevor er in den Tiergarten Nürnberg zurückkehrt. Dort hat er 2014 Nachwuchs bekommen. Die Mutter Vera nutzt derweil dort die Gesamtanlage, um mit Tochter Charlotte ganz unbedrängt die ersten Ausflüge ins Freie zu unternehmen.

17.04.2015

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Frisches Blut für die Europäische Kudu-Zucht

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Einer der drei jungen Kuduböcke aus den USA © Zoo Basel
Basel, 11.03. 2015 - Am 16. Januar sind drei männliche Kleine Kudus in den Zoo Basel gekommen. Nach der einmonatigen Quarantänezeit durften sie ihre Basler Kolleginnen kennenlernen. Jetzt sind sie im Antilopenhaus auch für das Publikum zu sehen. Die drei sind Teil eines Erhaltungszuchtprogramms und sollen die Herde genetisch bereichern.

Die Kudu-Männchen sind aus den Zoos von Kansas und San Diego in den USA angereist. Nach ihrer Ankunft waren alle drei ausgesprochen ruhig und fassten sehr schnell das Vertrauen zu ihren Tierpflegern . Diese kümmerten sich im ersten Monat ausschließlich um die Eingewöhnung der Neulinge und betreuten sie mit großer Sorgfalt. Mit einer eigens installierten Kamera wurde überwacht, dass es den scheuen und schreckhaften Antilopen jederzeit gut geht. Für Überraschung sorgte der jüngste Kudu-Bock: Schon nach wenigen Tagen fraß er den Tierpflegern aus der Hand. Das erste Rendezvous mit den Basler Kudus verlief reibungslos. Bereits am selben Nachmittag erkundeten die neuen Böcke zusammen mit der ganzen Herde die Aussenanlage, genauestens beobachtet von den Giraffen im angrenzenden Gehege.

Wichtige Zucht-Tiere

Die Drei sollen frisches Blut in die Herde bringen. Im Zoo Basel hofft man, dass sie den Basler Weibchen gefallen und bald für Nachwuchs sorgen. „Es sind besonders wertvolle Tiere“, sagt Zuchtbuchführerin Beatrice Steck, „sie haben im Stammbaum zum Teil Gene von Gründertieren, die fürs europäische Zuchtprogramm neu sind“. Längerfristig wird nur einer der Böcke im Zoo Basel bleiben, die beiden anderen werden in anderen europäischen Zoos ein Zuhause erhalten.

Die Zucht der Kleinen Kudus in Zoos ist in einem Zuchtprogramm organisiert (ESB = Europäisches Zuchtbuch). Der Zoo Basel bemüht sich seit Jahren, zur genetischen Auffrischung der Herde neue Tiere zu erhalten. Aufgrund der behördlichen Auflagen war dies eine größere Herausforderung: Die Kudus mussten bereits am Ursprungsort in einer Quarantäne auf verschiedene Krankheitserreger getestet werden. Erst als zufriedenstellende Resultate vorlagen, durfte der Transport stattfinden. In Basel war ein erneutes Absondern und Testen auf verschiedene Krankheitserreger angesagt, ehe die Quarantäne aufgehoben werden konnte.

Aufwändige Quarantäne

Die Quarantäne fand fern der Besucheraugen in einem insektensicheren, von den Zoo-Schreinern konstruierten Stall im Antilopenhaus statt. Die Quarantänetiere durften während dieser Zeit nur von Tierpflegern, die sonst nicht mit Klauentieren arbeiteten, betreut werden und der Mist musste separat entsorgt werden. Quarantänen werden durchgeführt, um sicher zu sein, dass die Tiere keine Tierseuchen einschleppen und keine Gefahr für den Tierbestand der Schweiz darstellen. Bei Klauentieren aus Übersee sind die Auflagen besonders scharf.

Kleine Kudus haben im Gegensatz zum bekannteren Grossen Kudu ein kleines Verbreitungsgebiet. Es umfasst Teile der Staaten Tansania, Kenia und Somalia. Sie bewohnen Akazienwälder und dichtes Gestrüpp und leben in Gruppen von meist vier bis zehn Tieren. Im Zoo Basel leben zurzeit drei Männchen und fünf Weibchen in der Herde. Den Import hat der Freundeverein Zoo Basel ermöglicht, der für die Transportkosten aufgekommen ist.

16.04.2015

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Jungtiger in Eberswalde verstehen sich prächtig

PM 2015-03-11 eberswalde tiger TPBerlin
Junge Sibirische Tiger im Zoo Eberswalde © Tierpark Berlin
Eberswalde / Berlin-Friedrichsfelde - 11.03.2015 - Ein Tatzenhieb und die Rangordnung ist geklärt, dachte Dragan und hatte nicht mit der Berliner Tigerin Alisha gerechnet. Ein kurzes Maunzen von Alisha und schon ist der stürmische Dragan gebremst und der „Welpenschutz“ aktiviert.  Die beiden Amurtiger beschnuppern sich und sind Freunde.

Am Dienstag, 10. März 2015 um 10.15 Uhr startete der Transport des knapp zehn Kilo schweren Tiger- Mädchens Alisha aus dem Tierpark Berlin in den Zoo Eberswalde. Um 11:15 Uhr trafen Tierpflegerin Angelika Berkling und Kurator Christian Kern mit Alisha in Eberswalde ein. Gleich nach der Ankunft wurde Alisha bereits mit ihrem neuen Spielkameraden, dem zwei Monate älteren Tiger Dragan, zusammen geführt.

Von der ersten Begegnung an, klappte die Zusammenführung gut. Dragan vorerst noch angeleint, beschnupperte Alisha neugierig und begrüßte sie durch erste vorsichtige Tatzenhiebe. Für Alisha ist es nicht nur der neue Spielkamerad, der ihre Neugierde weckt, sondern auch die neue Anlage. So tapst sie das erste Mal über Waldboden und schnuppert frische Luft im Freigehege.

Die Zusammenführung der beiden Tiger verlief besser als erwartet. Vorerst werden die Tiere aber nur unter Aufsicht der Pfleger zusammen im Gehege sein. Die Nächte verbringen die Tiger noch in getrennten Schlafboxen. Eine Rückkehr beider vom Aussterben bedrohten Amurtiger in den Tierpark Berlin ist für Juni 2015 geplant.

Alisha kam am 10. Dezember 2014 im Tierpark Berlin zur Welt. Leider hat die Tigermutter Aurora (5 Jahre) nicht ausreichend Milch, sodass Alisha vom Tierpfleger-Team mit der Flasche aufgezogen wird. Genauso geht es dem am 07. Oktober 2014 im Zoo Eberswalde geborenen Dragan - auch er wird von den Tierpflegern handaufgezogen.

18.04.2015

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Heidelberg freut sich über neuen Gorilla aus den Niederlanden

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Gorillaweibchen "Shaila" in Arnheim © Thero Kruse, Burgers Zoo
Heidelberg, 11.03.2015 - Die Jagd auf die Menschenaffen und der Verlust des natürlichen Lebensraums durch Entwaldung dezimieren die natürlichen Vorkommen der westlichen Flachlandgorillas. Neben dem Handel mit „bushmeat“ als besondere Spezialität forderte auch Ebola zahlreiche Opfer. Um dem Aussterben der dem Menschen so nahen Verwandten entgegenzuwirken, wurden die Flachlandgorillas bereits seit vielen Jahren in das Erhaltungszuchtprogramm der EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) aufgenommen.

In Arnheim konnte der Zoo in den letzten Jahren sehr gute Zuchtergebnisse verzeichnen und freute sich regelmäßig über Nachwuchs in der Gorillagruppe.

Der Neuzugang, der am Dienstag, 10. März, in Heidelberg eintraf, wurde im Dezember 2006 in Arnheim geboren. In ihrer Geburtsgruppe wuchs das Weibchen Shaila zusammen mit Ihrer Mutter, dem Vater und weiteren Weibchen auf. Nachdem sie nun die Geschlechtsreife erreichte und ebenso wie in der Natur ihr Auszug aus der Gruppe anstand, kam die Empfehlung im Rahmen des EEP (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm), Shaila nach Heidelberg zu schicken. Aufgrund der genetischen Voraussetzungen wurde Silberrücken Bobo im Zoo Heidelberg als optimaler Partner für die Gorilladame ausgewählt.

Durch den Einzug der sozialerfahrenen Shaila wird zudem ein positiver Einfluss auf die Heidelberger Gorilla-Gruppe erwartet. Die Gewöhnung an die anderen Gorillaweibchen aber auch andas  Jungmännchen Kwame das Gruppenoberhaupt wird Schritt für Schritt erfolgen. Besonders im Umgang mit den sehr sensiblen Gorillas erfordert die Zusammenführung sehr viel Geduld und Einfühlungsvermögen. In diesem Zusammenhang war Anke Jakob, Leiterin des Affenreviers im Zoo Heidelberg, bereits seit Sonntag vor Ort in Arnheim, wo sie sich mit den Pflegern über die Bedürfnisse und Besonderheiten der Gorilladame austauschte und einen ersten persönlichen Kontakt mit Shaila aufbaute. Maurice Spikker-Hogenkamp, Tierpfleger aus dem Burgers‘ Zoo in Arnheim, wird die ersten Tage als vertrauter Kontakt die Eingewöhnungsphase in Heidelberg begleiten.

Die Kontakte zu den anderen Weibchen und den beiden männlichen Artgenossen wird zunächst abgeschirmt von den Besuchern durch ein Kontaktgitter erfolgen. Nach und nach wird Shaila mit den anderen Tieren zusammengeführt.

Nach dem Neubau der Gorilla-Außenanlage, die für 2017 geplant ist, wird es auch wieder Nachwuchs in der Heidelberger Gorillagruppe geben. Wenn Shaila sich gut eingelebt hat, wird sie hoffentlich zum ersten Mal ein Jungtier zur Welt bringen.

18.04.2015

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Neue seltene Tierart im Magdeburger Zoo eingetroffen

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Rotbrauner Rüsselspringer im Zoo Magdeburg © Zoo Magdeburg
Magdeburg, 06.03.2015 - Seit kurzem wohnt ein Pärchen der sehr seltenen Tierart, Rotbrauner Rüsselspringer oder auch Rotbrauner Elefantenspitzmaus genannt, im Magdeburger Zoo. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie Mäuse, ernähren sich allerdings vorwiegend von Insekten. Ein besonderes Merkmal an diesen Tieren ist die ständig rotierende Rüsselnase, mit der sie Felsspalten nach Insektenbeute absuchen. Das Pärchen, dass im Jahr 2014 im Zoo Köln geboren wurde, wurde behutsam hinter den Kulissen im Zoo Magdeburg aneinander gewöhnt. Dies war ein notwendiger Schritt. Obwohl die Tiere relativ klein sind, können diese untereinander recht gewalttätig sein. Seit zwei Wochen lebt das Paar sehr friedlich im Landschaftsterrarium im Nashornhaus zusammen, was Hoffnung auf sehr erwünschten Nachwuchs macht. Der Zoo Magdeburg zählt inzwischen zu den nur fünf Zoos in Deutschland, die diese kleinen langschnäuzigen Bodenbewohner aus den Wüstengebieten Namibias beherbergen. Nur sechs Zoos in Europa halten diese seltene Tierart.

18.04.2015

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Freigegeben in Archiv 2015
Freitag, 10 April 2015 16:03

Todesfälle im März 2015

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Betagter Löwenkater in der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen gestorben

PM 2015-03-25 gelsenkn loewen
Löwen in der ZOOM Erlebniswelt © ZOOM Gelsenkirchen
Gelsenkirchen, 25.03.2015 -  Nach längerer Krankheit verstarb am Montag Löwe Maro aus der ZOOM Erlebniswelt Afrika im Alter von stolzen 16 Jahren an Leukämie und daraus resultierenden Tumoren.

Maro war seit langem wegen einer zunehmenden Niereninsuffizienz und einem schlechten Allgemeinbefinden in Behandlung von Frau Dr. Pia Krawinkel. Krawinkel und ihr Team hatten Maro während der letzten Wochen mit großer Sorgfalt und Intensität behandelt und betreut. Trotz der medizinscher Intensivbetreuung und liebevoller Pflege der Tierpfleger konnte der einzige Löwenkater in „Afrika“ nicht gerettet werden. Sein Zustand verschlimmerte sich und da seine Prognose sehr schlecht war, wurde er am Montag erlöst.

Die Obduktion zeigte Tumore in der Milz und in den Leberlymphknoten. Außerdem hatte er eine geplatzte Schlagader in der Brusthöhle, hervorgerufen durch eine krankhafte Erweiterung der Arterie. Die Nieren waren wie bei vielen Großkatzen deutlich chronisch verändert. Alle drei Erkrankungen hätten bereits einzeln zum Tode führen können.

Maro war der letzte Löwenkater, der 2002 mit seinen Brüdern aus Spanien nach Gelsenkirchen gekommen ist. Nach dem Tod der anderen beiden 2009 und 2010 lebte er als Rudelführer zuletzt mit den beiden Löwinnen Kiara und Itombi zusammen.

Löwenkater haben keine lange Lebenserwartung, mit seinen 16 Jahren war Maro bereits älter als der Durchschnitt.  Zwölf bis 15 Jahre gilt  bei Großkatzen als senil.

18.04.2015

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Okapi-Jungtier in Wuppertal gestorben

PM 2015-03-19 wuppert okapi
Das Wuppertaler Okapikalb © Barbara Scheer
Wuppertal, 19.03.2015 - Plötzlich und völlig überraschend verstarb am gestrigen Mittwochabend unser Okapi-Jungtier Zia an akutem Herzversagen. Bislang hatte sich das Okapikalb seit seiner Geburt am 4. Oktober 2014 gut entwickelt und keinerlei Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung gezeigt. Vor etwa einer Woche lief Zia zwar vorübergehend etwas steif und schien Muskelkater zu haben, war aber nach wenigen Tagen wieder völlig unauffällig. Am Mittwoch war sie dann bereits tagsüber auffallend unruhig und zittrig, so dass die Tierärzte sie am Abend eingehender untersuchen und behandeln wollten. Bei den Vorbereitungen zu der Untersuchung fiel das Jungtier plötzlich um und war sofort tot. Ein Eingreifen der Veterinäre war nicht mehr möglich. Die genaue Ursache für das Herzversagen kann bislang noch nicht benannt werden.

16.04.2015

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Freigegeben in Archiv 2015
Freitag, 27 Februar 2015 08:58

Nachwuchs im Februar 2015

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Mini-Äffchen mit besonderem Familienmodell

PM 2015-02-27 stuttgart cebuella
Zwergeidenäffchen (Cebuella pygmaea) mit Jungtier in der Wilhelma Stuttgart. Pressefoto Wilhelma w
Stuttgart, 27.02.2015 - Nicht nur die größten Affen der Welt, die Gorillas, auch die kleinsten „eigentlichen Affen“ haben in der Wilhelma derzeit Nachwuchs: Der Unterschied könnte kaum größer sein. Selbst erwachsene Zwergseidenäffchen bringen nur rund 140 Gramm auf die Waage, also gerade einmal 0,07 Prozent eines gestandenen Gorillamanns.

Zwergseidenäffchen zählen zu den Krallenaffen und werden bloß 15 Zentimeter lang. Allerdings misst ihr Schwanz noch einmal bis zu 23 Zentimeter. Bei den Winzlingen ist der Nachwuchs zunächst lediglich daumengroß.

Im Jungtieraufzuchthaus lässt sich derzeit gut beobachten, wie die Familienbande funktionieren. Das ist bei den Seidenäffchen speziell: Die frischgebackene Mutter Ica überlässt ihrem Mann Chico und den schon älteren Jungtieren das Babysitten. Die ganze Sippe trägt die Neuankömmlinge abwechselnd auf dem Rücken. Meist werden Zwillinge geboren. Da müssen sich die Kleinen ordentlich festhalten, denn bei der quirligen Truppe geht es ständig die Bäume hoch und runter und oft in einem Satz von Ast zu Ast. Nur zum Säugen bringen die Verwandten dem Muttertier die Babys. Dass alle mithelfen, optimiert die Chancen, den Nachwuchs durchzubringen. Er muss schnell selbstständig werden. Schon nach drei Monaten wird er entwöhnt. Und bereits weitere drei Monate später könnte der nächste Nachwuchs kommen. Das System Familienpflege funktioniert, weil in jeder Gruppe allein das ranghöchste Weibchen Junge bekommt.

Die Zwergseidenäffchen sind Südamerikaner. Sie leben ursprünglich in den Regenwäldern des westlichen Amazonasbeckens und ernähren sich in erster Linie von Baumsaft. Dafür zapfen sie die Rinde mit ihren unteren Eckzähnen an. Aber auch Insekten und Spinnen, Blüten und Früchte verschmähen sie nicht. So stehen in der Wilhelma für sie neben Akaziensaft, Heuschrecken und Mehlwürmer auf der Speisekarte. Hinzu kommen Süßobst, Paprika, Tomaten und Sellerie. Die Zwergseidenäffchen werden mehrmals am Tag gefüttert, was auch für die Besucher nett anzuschauen ist. Die Leichtgewichte haben einen gesegneten Appetit. Denn üblicherweise brauchen kleinere Tiere relativ zum Körpergewicht gesehen mehr Nahrung. Umgekehrt gilt: Im Verhältnis brauchen die großen Affen weniger Futter – zum Glück, sonst würden die Gorillas wohl nie mit dem Fressen fertig.

09.03.2015

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Zoo Basel: Giftfrösche nehmen ihren Nachwuchs Huckepack

PM 2015-02-26 basel froschlaich
Laich des Dreistreifen-Baumsteigers (Epipedobates anthonyi)
Basel, 26.02.2015 - Im Juni 2014 wurde das Terrarium für die südamerikanischen „Pfeilgift-“ oder Baumsteiger-Frösche im Vivarium neu eingerichtet und bereits sind die ersten Erfolge zu verzeichnen: Von einer Art, den „Gestreiften Blattsteigern“, fanden die Tierpfleger letzte Woche im Terrarium hinter den Kulissen Kaulquappen und auch die „Dreistreifen-Blattsteiger“ haben zur selben Zeit gelaicht. Dies ist das erste Mal seit 15 Jahren, dass es im Vivarium bei den Baumsteiger-Fröschen Nachwuchs gibt. Eltern und Jungtiere dieser in der Natur extrem giftigen Frösche sind im Zoo völlig harmlos.

Baumsteiger- Frösche sind so bunt, wie sie es treiben: In den süd- und mittelamerikani-schen Regenwäldern leben viele Arten ihr ganzes Leben lang im Geäst von Bäumen. Frösche sind Amphibien. Diese müssen zur Eiablage normalerweise ein Gewässer aufsuchen - nicht so die Baumsteiger-Frösche. Sie laichen hoch oben in den Bäumen. Das Männchen lockt mit Trällern und Zirpen das Weibchen an. Findet sie daran Gefallen, so suchen die beiden einen geeigneten Platz für die Eiablage auf. Meist werden die Eier auf ein feuchtes Laubblatt oder in eine kleine Baumhöhle gelegt und gleichzeitig vom Männchen befruchtet. Das Männchen bewacht danach auch das Gelege, das Weibchen macht sich von dannen. Bei manchen Arten benetzt das Männchen die Eier gelegentlich mit Urin, um sie feucht zu halten.

Kinderzimmer in schwindelnder Höhe

Kaum sind die Kaulquappen aus dem Ei geschlüpft, klettern sie auf den Rücken des Vaters. Der trägt sie danach huckepack an einen anderen Ort, meist eine kleine Pfütze zwischen den Blättern von Bromelien, wo sie vor Räubern und Trockenheit geschützt in einem „Miniaquarium“ aufwachsen. Hoch oben auf den Bäumen ist das Futter für die Kaulquappen nicht immer in Hülle und Fülle vorhanden. Die Weibchen einiger Arten füttern die Kaulquappen mit unbefruchteten Nähreiern, bei anderen ernähren sich die frisch geschlüpften Larven bereits selbstständig von Algen oder Insekten.

Hochgiftig oder völlig harmlos?

Mit knalligen Farben signalisieren die Pfeilgiftfrösche ihre Giftigkeit. Schon geringste Mengen des Giftes in ihrem Hautsekret reichen bei manchen Arten aus, selbst grössere Tiere schnell zu töten. In Menschenobhut geborene Nachzuchten besitzen in den meisten Fällen kein Hautgift mehr. Dessen Hauptbestandteile nehmen die Frösche in der Natur über ihre Nahrung im Regenwald auf. Diese Nahrung fehlt in Europa. Übrigens ist der Name „Pfeilgiftfrosch“ recht irreführend: Lediglich drei von 170 Arten werden von südamerikanischen indigenen Völkern verwendet, um für die Jagd Blasrohrpfeile mit Froschgift zu imprägnieren.

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Im Leipziger Zoo sind  die ersten Jungtiere des Jahres geboren

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Junger Zwergflamingo (Phoeniconaias minor) im Zoo Leipzig © Zoo Leipzig
Leipzig, 20.02.2015 - In Asien, Afrika und Gondwanaland hat es Nachwuchs gegeben. Wer die Jungtiere zu Gesicht bekommen möchte, muss nun aber weder auf Weltreise gehen noch in die Vergangenheit reisen. Ein Besuch im Zoo Leipzig macht es möglich.

In der Themenwelt Afrika wächst seit neun Tagen ein Zwergflamingo heran. Der junge Vogel ist das erste Jungtier, das aus den mehr als 20 gelegten Eiern geschlüpft ist. In den kommenden Wochen hofft der Zoo Leipzig auf weiteren Nachwuchs bei der schwierigen Zucht. Bisher ist es in Zoos nur selten gelungen, Zwergflamingo-Nachwuchs aufzuziehen. Eine europäische Expertengruppe hat sich der Problematik angenommen – und erzielt erste Erfolge. „Es ist gelungen, die Anzahl gelegter Eier deutlich zu erhöhen. Im nächsten Schritt müssen wir es schaffen, dass mehr Jungtiere schlüpfen“, erklärt Kurator Ruben Holland. Bereits in dieser Zuchtsaison sollen auch im Zoo Leipzig weitere Zwergflamingos schlüpfen.

Kontinuierlich erfolgreich läuft die Zucht bei den südamerikanischen Kugelgürteltieren, die in der Themenwelt Asien untergebracht sind, und den Kirks Dikdiks in der Tropenerlebniswelt Gondwanaland. Das Elternpaar bei den Kugelgürteltieren hat das vierte Jungtier bekommen. Die inzwischen erfahrene Mutter kümmert sich gut um die kleine Kugel, die meist geschützt in einer unterirdischen Höhle liegt. Sehr gut zu beobachten ist der sechste Dikdik-Nachwuchs in Gondwanaland. Das Anfang des Monats geborene weibliche Jungtier tobt ausgelassen durch das Gehege, das die Dikdiks mit den Eulenkopfmeerkatzen teilen.

18.03.2015

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Nachwuchs bei den Kurzohrrüsselspringern der Wilhelma

PM 2015-02-18 stuttgart macroscelides
Kurzohr-Rüsselspringer (Macroscelides proboscideus) in der Wilhelma Stuttgart © Wilhelma
Stuttgart, 18.02.2015 - Er gehört zu den originellsten Tieren der Wilhelma: Oft wird der kleine Südafrikaner mit einer Maus verwechselt, dabei ist der Kurzohrrüsselspringer weder mit Nagetieren noch Spitzmäusen verwandt. Ein genauer Blick offenbart, dass bei ihm so manches anders ist. Der Name ist Programm. Seine Ohren fallen klein aus, dafür ist seine lange bewegliche Nase sehr markant. Seltener sieht man die außerordentliche Länge der zierlichen Hinterbeine, die er meist unter sich vergräbt. In voller Aktion flitzt er jedoch äußerst flink auf allen Vieren durch die trockenen Graslandschaften und Buschsteppen Südwestafrikas. Auf seiner Schnellstraße zwischen Bau und Futterplatz kommt er auf Spitzengeschwindigkeiten von 20 Kilometern pro Stunde.

Unter den Rüsselspringern, die eine eigene Ordnung unter den Säugetieren darstellen, ist das Rüsselhündchen mit einer Körperlänge von 30 Zentimetern von Kopf bis Hinterteil der größte Vertreter, der Kurzohrrüsselspringer ist der kleinste. Er bringt es nur auf elf Zentimeter. Der Schwanz ist etwa noch mal so lang. Die Waage zeigt bei ihm nur 30 bis 50 Gramm an – und das bei ausgewachsenen Tieren. Derzeit ist in der Wilhelma auch ein Baby-Rüsselspringer zu sehen, der am 4. Februar geboren wurde: als kleines flauschiges Fellknäuel mit langer Nase. Der zwei Wochen alte Knirps steht fast im Wortsinne im Schatten des aktuellen Publikumslieblings in der Wilhelma. Denn die Kurzohrrüsselspringer bewohnen eine Vitrine im Giraffenhaus vor dem Gehege von Kiburi und ihrem knapp drei Wochen alten Kälbchen Dschibuto, das fast täglich Besuch von Fotografen und Kamerateams erhält. Jede Tierart ist für sich einen Besuch wert: die große mit dem langen Hals und die kleine mit dem langen Rüssel.

Dabei ist ein Blick in die Kinderstube der Kurzohrrüsselspringer etwas für Kurzentschlossene. Denn ihre Jungtiere sind natürlich schneller ausgewachsen als ein Giraffenkind. Mit rund einem Monat sind die so groß wie ihre Eltern. Geschlechtsreif ist ein Kurzohrrüsselspringer nach gerade einmal sechs Wochen, eine Giraffe braucht dafür etwa vier bis fünf Jahre. Während die Rüsselspringer in der Natur dämmerungs- und nachtaktiv sind, kann man sie im Zoo tagsüber beim Wärmetanken auf einem Stein oder dem aufgeheizten Sand antreffen. Der interessierte Beobachter entdeckt sie aber auch sonst oft in Felsspalten, Bodennischen und Höhlen.

18.03.2015

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Pelikannachwuchs im Tierpark Cottbus - Graue Küken, rosa Eltern

PM 2015-02-18 cottbus pelikan
Junger Brillenpelikan (Pelecanus conspicillatus) im Tierpark Cottbus © E. Weichert/Tierpark Cottbus
Cottbus,  18.02.2015 - Die Pelikane im Tierpark Cottbus schwimmen im Sommer auf dem Wassergraben der Afrikaanlage – jeder kennt sie von der täglichen Fütterung. In der kalten Jahreszeit sind sie im Winterquartier hinter den Kullissen. Hier kommen sie in Brutstimmung. Zum Jahresende sind bereits die ersten zwei Rosapelikane geschlüpft, die inzwischen grau gefiedert sind. Ende Januar kämpfte sich sich nun auch ein Brillenpelikan aus seinem Ei.

Pelikane gehören, wie Kormorane und Tölpel, zur Ordnung der Ruderfüßer. Im Tierpark Cottbus werden drei Pelikanarten gezeigt: der auch in Südosteuropa lebende Rosapelikan, der australische Brillenpelikan und der nordamerikanische Nashornpelikan. Brillenpelikane und Nashornpelikane sind in europäischen Tiergärten eine große Seltenheit. Pelikane fressen überwiegend Fisch, der mit ihrem sackartigen Schnabel aus dem Wasser geschöpft wird. Die Küken schlüpfen nach einer Brutdauer von 30 - 36 Tagen als Nesthocker nackt und blind und sind vollständig auf die Fürsorge der Eltern angewiesen. In den ersten Lebenswochen werden sie aus dem Schlund der Elternvögel gefüttert.

 

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Nachwuchs bei den Lippenbären im NaturZoo Rheine!

PM 2015-02-17 rheine lippenbaer
Lippenbär-Jungtier “Niko“ bei der Erstuntersuchung mit Tierpfleger Timo Thole
Rheine, 17.02.2015 -  Aufmerksame Zoobesucher haben es schon bemerkt, und nun wird es offiziell bekannt gegeben: Bei den Lippenbären im NaturZoo Rheine hat sich Nachwuchs eingestellt! Die Geburt fand bereits am 6. Dezember 2014 statt.

Wie bei allen Bärenarten sind die Neugeborenen vergleichsweise wenig entwickelt: Gerade einmal so groß wie ein Meerschweinchen, blind und nur wenig behaart werden sie von der Mutter in der Wurfhöhle intensiv betreut. Im Zoo steht den Weibchen ein spezieller, dunkler und schallisolierter Raum, die „Mutterstube oder Wurbox, zur Verfügung.  Bären-Mütter sind nach der Geburt besonders störanfällig, und eine Kontrolle der Wurfbox findet nur von außen über einen Kamera statt. Die Bilder zeigten, dass eine Geburt stattgefunden hatte, und unzweifelhaft ließen auch kräftigen Rufgeräusche auf das Vorhandensein eines Bären-Babys schließen. Bewusst wurde die Nachricht vom – sehr!  – freudigen Ereignis nicht früher öffentlich verkündet, um auch mögliche Aufregungen und Störungen von außen zu vermeiden. Deshalb bleibt auch der Einblick in den Innenraum, in dem der junge Bär nun gelegentlich die Umgebung außerhalb seiner Geburtsstätte erkundet, etwas weiträumiger abgesperrt.

Vor einer Woche fanden eine Untersuchung und eine prophylaktische Parasitenbehandlung statt. Dabei stellte man auch das Geschlecht des zu dem Zeitpunkt 5 Kilogramm schweren Bärchens fest: Es ist ein Junge! Und entsprechend seines Geburtstages erhielt es den Namen „Niko“.

Nach einem toten Jungen im Dezember 2013 (wie damals berichtet) ist dies nun der erste Nachwuchs der Lippenbärin „Devi“, der bisher ohne Zwischenfälle heranwächst. Und es ist der erste Lippenbär überhaupt, der im NaturZoo Rheine groß wird. Nachwuchs bei dieser in Indien, Nepal und auf Sri Lanka vorkommenden, seltenen Bärenart ist in Zoologischen Gärten eine große Besonderheit. Zum einen gilt ihre Pflege als anspruchsvoll, zum anderen werden ohnehin derzeit nur rund 25 Lippenbären in allen europäischen Zoos gehalten. Außer dem Jungtier in Rheine gibt es in dieser Saison Lippenbär-Nachwuchs nur noch im Zoo Leipzig, dem erfahrensten Halter und Züchter dieser Bärenart.
Die Eltern von „Niko“ sind selbst Zoonachzuchten: Vater „Franz“ kam im Jahr 2005 im Zoo Leipzig zur Welt, „Devi“ wurde 2008 im Zoo Berlin geboren.

Jungtieraufzucht ist bei Bären alleinige Sache der Mutter. Der Vater muss abgetrennt bleiben, würde er doch sogar eine Bedrohung für den eigenen Nachwuchs darstellen. Mit den ersten Ausflügen in das Außengehege kann ab Mitte März gerechnet werden. Bis dahin muss man sich also noch etwas gedulden bzw. aus etwas Distanz und mit ein wenig Glück Mutter und Bärenkind durch die Glasscheiben im Innenraum des Bärenhauses beobachten.

18.03.2015

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Eisbärin Flocke ist Mutter

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Eisbärin Flocke aus Nürnberg ist in Antibes Mutter geworden © Marineland Antibes
Nürnberg, 09.02.2015 - Die im Tiergarten der Stadt Nürnberg geborene und aufgewachsene Eisbärin Flocke hat in ihrem jetzigen Zoo Marineland in Antibes (Frankreich) am 26. November 2014 Nachwuchs zur Welt gebracht. Flocke, die 2008 als Handaufzucht einen wahren Medienhype auslöste, zieht ihr mit Rasputin gezeugtes Junges „aufmerksam und liebevoll“ auf, wie die Verantwortlichen von Antibes mitteilen.

Flocke ist am 11. Dezember 2007 in Nürnberg geboren. Ihre Eltern sind die beiden Nürnberger Eisbären Vera und Felix. Flocke musste ab dem 8. Januar 2008 von Pflegerinnen und Pflegern betreut werden, da ihre Mutter Vera bei der Aufzucht gestört wurde. Das große Medieninteresse an Flocke bescherte dem Tiergarten Nürnberg einen Besucherrekord und das Jahr 2008 ging als „Flockejahr“ in die Zoogeschichte ein. Auch Vera zieht seit dem 21. November 2014 wieder Nachwuchs auf.

Mit Flockes Verhalten als Mutter zeigt sich, dass eine behutsame Handaufzucht nicht zu Verhaltensdefiziten führen muss. Der Tiergarten Nürnberg hat bei Flocke – wie bei anderen Tierarten auch – mit Spiegeln gearbeitet, damit der junge Eisbär einen Artgenossen sieht. Die menschliche Zuwendung wurde so dosiert, dass einerseits die nötige Geborgenheit für das Jungtier gegeben war, andererseits aber eine Fehlprägung auf den Menschen vermieden wurde. Sowohl die frühzeitige Vergesellschaftung mit dem gleichaltrigen Eisbären Rasputin nach schon einem Jahr als auch die Abgabe des Paars an den Zoo von Antibes an der Côte d’Azur am 23. April 2010 im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) sieht der Tiergarten somit als durchaus gelungen.

18.03.2015

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Giraffen-Jungtier in der Wilhelma geboren

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Giraffenkalb (Giraffa camelopardalis) in der Wilhelma Stuttgart. Pressefoto Wilhelma w
Stuttgart, 04.02.2015 - Kiburi war zwar sehr in die Breite gegangen. Doch wer die Giraffenkuh in den letzten Wochen gesehen hatte, kann sich trotzdem kaum vorstellen, dass aus ihrem Bauch ein so hochgewachsenes Kälbchen kommen konnte. Seit Samstag hat die Herde der Netzgiraffen der Wilhelma einen neuen Spross in ihrer Mitte. „Man fragt sich, wie der da reingepasst hat“, sagt Tierpflegerin Elena Kemmler, die die Geburt miterlebt hat. Seit gestern ist klar, dass es ein Bulle ist. Ab heute Nachmittag, Mittwoch, 4. Februar, können die Wilhelma-Besucher selbst einen Blick auf den gar nicht so Kleinen werfen.

Das Jungtier legte einen spektakulären Auftritt hin: Bei der Stehendgeburt glitt es langsam aus zwei Metern Höhe zu Boden. Nach dem letzten kräftigen Rutsch rappelte es sich auf und machte sich bald bereits auf die Suche nach dem ersten Schluck bei der Mama. Das gibt das raue Leben in der Savanne vor: „Sie müssen schnell startklar sein, um weglaufen zu können“, erklärt Kemmler. Wer zu lange liegen bleibt, dem lauern die ersten Fressfeinde, wie Löwen oder Leoparden, auf.

„Es hat alles wunderbar geklappt“, berichtet Revierleiter Daniel Wenning. „Bei der Stehendgeburt tun sich die Babygiraffen nie etwas, sie haben noch ganz weiche Knochen. Außerdem polstern wir vorher die Box mit Stroh aus.“ 50 bis 60 Kilo wiegt das „Kleine“ und misst von Huf bis Hörnchen rund 1,65 Meter – wobei die buschigen Hörnchen zunächst noch ganz weich sind, um bei der Geburt nicht zu stören. Die Wilhelma hatte das Giraffenhaus zunächst einige Tage geschlossen, um den beiden Ruhe zu gönnen. Mutter und Kind müssen erstmal eine innige Bindung aufbauen und die Mutter ist bei jeder Störung auf der Hut, um das Jungtier zu beschützen. „Kiburi ist nach ihrer vierten Geburt viel entspannter als früher“, sagt Wenning. „Und das Jungtier ist ungewöhnlich aktiv. Es ist selten, eine Giraffe schon in den ersten Tagen so umherlaufen zu sehen.“ Deshalb hat die Wilhelma entschieden, dass sie das Giraffenhaus jetzt für die Besucher öffnen kann, die bisher nur einen langen Hals machen konnten, um durch die geschlossene Tür einen Blick zu erhaschen. Solange keine Unruhe aufkommt, kann ab sofort jeder Besucher zuschauen, wie auf das putzige Giraffenkind noch recht x-beinig durch das Innengehege wackelt und mit seinen großen dunklen Augen die neue Welt betrachtet.

Giraffen-Nachwuchs auch in Duisburg

Duisburg, 12.03.2015 - Rekorde und Superlative im Tierreich werden immer gerne zitiert. Da darf die Giraffe nicht fehlen, die mit einer Körpergröße von bis zu 6 Metern das höchste Tier der Welt ist. Einzigartig ist auch, dass Giraffenmütter im Stehen gebären. Und das aus gutem Grund, denn die Babygiraffen stehen spätestens nach einer Stunde, wenn auch wackelig, auf ihren Beinen, um der vor Fressfeinden Schutz bietenden Mutter zu folgen. Derart bilderbuchmäßig steht im Zoo Duisburg nun seit gestern eine frisch geborene weibliche Netzgiraffe neben ihrer 15jährigen Mutter MALINDI. Das Jungtier wurde nach der für Giraffen typischerweise sehr langen Tragzeit von rund 14 Monaten in der Nacht zu Mittwoch geboren und präsentierte sich morgens topfit den gerade zum Dienstbeginn startenden Pflegern. 

Den Geburtsvorgang hatten Mutter und Jungtier offenbar bestens überstanden. Schließlich fallen letztere aus einer Höhe von fast 2 Metern zu Boden. Entsprechend wurde die Innenlauffläche im Giraffenhaus dick mit Stroh eingestreut, um die Wucht des Aufpralls abzufangen. Der Vater muss sich aus Sicherheitsgründen noch etwas gedulden, bis er vollen Kontakt zu seiner Tochter aufnehmen darf.

Das Kindchenschema schlägt bei einer Babygiraffe auch bei hartgesottenen Zoomitarbeitern immer wieder voll durch. Mit riesigen Augen und langen Wimpern steht das mit 1,70-1,80 m durchaus als zierlich geltende Jungtier neben der Mutter. Dabei kommt die ganze Eleganz einer Giraffe schon beim Nachwuchs durch, wenn er über die Innenlauffläche stolziert. Das Namen gebende, netzartige braune Fleckenmuster trägt zur grazilen Erscheinung bei. Im Übrigen erkennen sich Giraffen gegenseitig an der individuellen Musterung. Die Mutter  kümmert sich bestens um ihren Nachwuchs, der nicht müde wird, sich an die Zitzen zu hängen und sich satt zu trinken. Mit diesem Energieschub wird die kleine Netzgiraffe mindestens 1 cm pro Woche wachsen.

09.03.2015

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Schneereiche junge Liebe - Schneeleopardenpaare genießen die schneereiche Zeit

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Das prospektive Schneeleoparden-Zuchtpaar im Zoo Neunkirchen © Monsieur de Maurice
Neunkirchen, 03.02.015 - Der derzeit schneereiche Winter im Saarland ist nicht bei jedem so beliebt. Ganz anders bei den Schneeleoparden im Neunkircher Zoo. Das junge knapp drei Jahre alte Paar SAGAR und LUISA genießt die weiße Farbenpracht in der Schneeleopardenschlucht. Nach intensiver Kennenlernphase haben die beiden trotz Schnee und Kälte pünktlich zur derzeitigen Paarungszeit zueinander gefunden. Nachwuchs wird ausdrücklich vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für diese stark gefährdete Tierart gewünscht. Zum einen als Beitrag zum Arterhalt, zum anderen aber auch als Botschafter ihrer wilden Verwandten und deren Gefährdung.


Das Schneeleopardenmännchen SAGAR, geboren am 30. Mai 2012 im ungarischen Zoo Szeged, und das Weibchen LUISA, geboren 23. Juni 2012 im Zoo Helsinki in Finnland, leben seit Herbst 2013 unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer als einzige Schneeleoparden in einem saarländischen Zoo in der Kreisstadt Neunkirchen.

 18.03.2015

Auch im Magdeburger Zoo herrscht Paarungszeit bei den Schneeleoparden

Magdeburg, 03.02.2015 - Auf „Schmusekurs“ ist auch das Zuchtpaar VALO und DINA sehr agil auf der Außenanlage unterwegs, denn DINA ist gerade „rollig“. Mit etwas Glück können die Besucher sogar derzeitig die Deckversuche  beobachten. Sollten diese fruchtbar sein, stehen die Chancen gut auf Nachwuchs schon im Mai oder Juni. Bereits sechs Jungtiere hat das Schneeleoparden-Paar erfolgreich aufgezogen. Somit konnte der Zoo Magdeburg das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für Schneeleoparden unterstützen. Im Rahmen der „Aktion Naturschutz“ unterstützt der Zoo das Schneeleoparden-Schutzprojekt des Snow Leopard Trust in Indien auch finanziell mit bisher 21.644 Euro. 

18.03.2015

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Weiter zu Tierankünfte und -abgaben im Februar 2015

Freigegeben in Archiv 2015
Freitag, 27 Februar 2015 08:58

Tierankünfte und -abgaben im Februar 2015

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Mäuse im Zoo Zürich

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Streifengrasmaus (Lemniscomys barbarus) im Zoo Zürich © Enzo Franchini, Zoo Zürich
Zürich,  18.02.2015 -  Wenn Zootiere zum Thema werden, stehen in der Regel charismatische Arten wie Elefant, Giraffe, Tiger oder Menschenaffe im Vordergrund. Doch zum Tierbestand eines Zoos gehören auch kleinere, auf den ersten Blick weniger spektakuläre Tiere. Hierzu zählen unter anderem Vertreter der Nagetiere, der mit über 2000 Arten artenreichsten Ordnung der Säugetiere. Drei Nagetier-Vertreter stehen im Folgenden im Fokus: die Streifengrasmaus, eine neue Art im Tierbestand des Zoo Zürich, die Eurasische Zwergmaus, eines der kleinsten Nagetiere, und die Hausmaus, ein ungebetener Gast im Zoo.

Dank Streifen im Gras gut getarnt

Streifengrasmäuse bewohnen in elf Arten weite Teile Afrikas. Neu im Tierbestand des Zoo Zürich ist die Berber-Streifengrasmaus. Obwohl sie im Englischen auch «Zebramaus» genannt wird, besteht ihre charakteristische Fellzeichnung aus Längsstreifen. Die schmale, längliche Maus hat eine Kopf-Rumpf-Länge von rund 10 Zentimetern und einen Schwanz von etwa 10 bis 13 Zentimetern Länge. Ihr Gewicht beträgt rund 30 Gramm. Die Berber- Streifengrasmaus bewohnt einen schmalen, mediterranen Küstenstreifen in Marokko, Algerien und Tunesien. Hier besiedelt sie trockene Lebensräume mit dichter Gras- oder Krautschicht wie Buschland, offene Wälder, Grasland oder bewachsene, mit Felsen durchzogene Dünenbereiche. Die Streifengrasmaus ist tag- und dämmerungsaktiv. In Anpassung an diese Lebensweise hat sie in der Netzhaut ihrer Augen auch Zapfen als Fotorezeptoren, was ihr ein Farbensehen ermöglicht. In der Vegetation legen die Mäuse ein Wegnetz an, das ihre meist aus Gras gefertigten, kugelförmigen Nester mit den Futterplätzen verbindet. Die Nahrung besteht aus Gräsern, Blättern, Sämereien und gelegentlich erbeuteten Insekten. Die Streifengrasmäuse leben in Kolonien. Nach einer Tragzeit von 21 Tagen bringt das Weibchen 4 bis 6 Jungtiere zur Welt. Die Jungen sind bei der Geburt 2 bis 3 Gramm schwer und zeigen bereits das typische Fellmuster. Die Männchen werden mit 8 bis 10 Wochen geschlechtsreif, bei den Weibchen dauert es ein paar Wochen länger. Die Lebenserwartung in Menschenobhut wird mit bis zu 4.5 Jahren angeben, was um ein Mehrfaches höher sein dürfte als im Freiland. Als natürliche Feinde treten insbesondere tagaktive Greifvögel in Erscheinung. Den Grundstock der Streifengrasmaus-Kolonie im Zoo Zürich bilden Tiere aus den Zuchten des Zoo Basel und einer Privatperson in Kronberg (D).

Akrobatischer Zwerg zwischen Grashalmen

Sie ist nicht der absolute Zwerg unter den Zwergen, aber sie gehört zu den kleinsten Nagern: die Eurasische Zwergmaus. Sie ist an wenigen Orten wie am Neuenburgeroder Genfersee auch in der Schweiz heimisch. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Europa über Mittelasien bis nach Südostasien und zu den Japanischen Inseln. Ihre Masse fallen mit einer Kopf-Rumpf- und Schwanzlänge von je etwa 50 bis 70 Millimetern und einem Gewicht von 5 bis 10 Gramm bescheiden aus. Zum Vergleich: Ein Stück Würfelzucker wiegt 4 Gramm. Schilf-, Röhricht- und Seggenbestände, hochstehende Wiesen, Getreidefelder, Brombeerbestände und Hecken bilden den Lebensraum der Zwergmaus. Sie ist ein hochspezialisierter Halmkletterer, ausgestattet mit Greiffüssen und einem greiffähigen Schwanz. Sie ernährt sich von Sämereien, Beeren und Insekten. Dabei gelingt es dem kleinen Zwerg, selbst grosse Insekten wie das Grüne Heupferd zu erbeuten. Wenn auch ein grosser Teil der Aktivität nachts erfolgt, sind Zwergmäuse doch auch am Tag aktiv. Ihre Anwesenheit ist aber nicht leicht zu entdecken: Sie haben ein feines Gehör und reagieren auf kleinste Erschütterungen. Wittern sie Gefahr, frieren sie ihre Bewegungen ein oder lassen sich zu Boden fallen, um in der dichten Vegetation zu verschwinden. Am ehesten entdeckt man ihre kugelförmigen Nester. Diese werden etwa 30 bis 130 Zentimeter über dem Boden aus fein verwobenen Pflanzenteilen errichtet. Dabei werden Halme und Stengel – ohne sie abzutrennen – längs aufgespaltet und ineinander verflochten. Mit fein zernagten Pflanzenteilen werden die Nester ausgepolstert. Im Winter werden die Nester zum besseren Schutz vor der Witterung in Bodennähe oder in bestehenden Höhlen angelegt. Zwergmäuse leben solitär, können aber auch in grösserer Dichte vorkommen. Vor der Geburt ihrer 4 bis 6 Jungen baut das Weibchen ein neues Nest. Mit etwa 9 Tagen beginnen die Jungen, feste Nahrung zu sich zu nehmen, mit 16 bis 18 Tagen sind sie selbständig. Die Geschlechtsreife tritt mit 40 bis 50 Tagen ein. Die kleinen Säuger haben eine Lebenserwartung von etwa 6 bis 18 Monaten. Greifvögel, Wiesel, Fuchs, Krähen und Katzen stellen ihnen nach. Nasskaltes Wetter sorgt für grössere Ausfälle. Mit dem Rückgang der Feuchtgebiete und damit der Riedwiesen, Schilf- und Röhrichtbestände haben die Zwerge zudem Lebensräume verloren. Die Eurasischen Zwergmäuse im Zoo Zürich sind im Stallgebäude der Lamas in der Region «Anden» untergebracht.

Trotz aller Bemühungen: Fast kein Haus ohne Maus

Die sesshafte Lebensweise des Menschen mit Ackerbau und der Vorratshaltung von Nahrungsmitteln hat neue Nischen für Tiere geschaffen. Einer dieser «Profiteure» ist die Hausmaus. Ursprünglich in Steppen und Halbwüsten lebend, haben Hausmäuse eine enge Bindung an menschliche Siedlungen entwickelt. Der Mensch hat dann für die weltweite Verbreitung dieser Tiere gesorgt, unter anderem auf dem Schiffsweg. Von der Hausmaus werden verschiedene Unterarten beschrieben. Die einen sind mehr, die anderen weniger stark an den Menschen gebunden. Die «klassische» Hausmaus ist ein Kommensale des Menschen, eine «Tischgenossin», die ganzjährig menschliche Siedlungen bewohnt. Dabei wird die grosse Anpassungsfähigkeit dieser Tiere an extreme Umweltbedingungen sichtbar: So wurden sich fortpflanzende Hausmäuse selbst in Kühlräumen bei -6 und -10 Grad Celsius oder in Kohlengruben gefunden. Die Hausmaus ist auch die Stammform der «Labormaus», die als Versuchstier in der Forschung eine grosse Bedeutung erlangt hat, und ebenso als Futtertier in der Tierhaltung dient. Wo es ein regelmässiges Nahrungsangebot hat – und das ist im Zoo Zürich der Fall – finden sich auch Hausmäuse ein. Hausmäuse sind dämmerungs- und nachtaktiv. Sämereien, Futterwürfel, Früchte und Gemüse nehmen sie als Futter gerne an. Und da sie gute Kletterer sind, ist es gar nicht so einfach, dieses Futter ausserhalb ihrer Reichweite zu plazieren. Kommt dazu, dass sie aufgrund ihrer sprichwörtlichen Fruchtbarkeit (die sie unter anderem zum idealen Labortier macht) ein hartnäckiger und weit verbreiteter Gast im Zoo ist. Die Weibchen bringen nach einer Tragzeit von 19 bis 21 Tagen 4 bis 12 Junge zur Welt. Diese werden mit 30 bis 40 Tagen geschlechtsreif. Die Hausmäuse leben in hierarchisch strukturierten Familienverbänden mit einem dominanten Männchen, mehreren adulten Weibchen und Jungtieren. Ihr Territorium markieren die Mäuse mit Harn und verteidigen es gegen Fremde. So putzig Hausmäuse auch aussehen mögen, und so amüsant es sein mag, wenn sie zwischen anderen Tieren herumspringen und aus deren Futternapf fressen: Hausmäuse sind ungebetene Gäste. Es ist dabei nicht so sehr das von ihnen vertilgte Futter, das ins Gewicht fällt. Vielmehr können Mäuse verschiedene Krankheiten und Parasiten übertragen. Sie sind deswegen aus hygienischer Sicht eine Herausforderung. Zudem verursachen Mäuse immer wieder Schäden an technischen Installationen. So ist die Mausbekämpfung, oder besser Populationskontrolle, eine Daueraufgabe. Im Zoo Zürich leben von Labormäusen abstammende Hausmäuse im Kaeng Krachan Elefantenpark in einem «Mäusepalast» unterhalb der Lodge. Sie sind dort im Zusammenhang mit der Frage zu sehen, ob Elefanten Angst vor Mäusen haben.

18.03.2015

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Berliner Tierpark wird insgesamt drei ältere Elefantenkühe an den Zoo Karlsruhe abgeben

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RANI und SHANTI im Zoo Karlsruhe © Zoo Karlsruhe
Karlsruhe, 16.02.2015 - Der Karlsruher Zoo übernimmt aus dem Berliner Zoo insgesamt drei ältere Elefantenkühe. Ohne Zeitdruck soll der Transfer der Asiatischen Elefantenkühe Louise, Astra und Frosja vorbereitet werden. Auf diesen Weg haben sich bei einem Workshop letzte Woche im Karlsruher Zoo die Verantwortlichen des Zoos Berlin, des Zoos Karlsruhe sowie des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für Asiatische Elefanten verständigt.

Anlass, über die zeitliche Umsetzung nochmals  nachzudenken, waren aktuelle Entwicklungen im Tierpark Berlin. Das dortige Elefantenhaus soll modernisiert werden. Das Projekt gehört zum Ziel- und Entwicklungsplan, den der Tierpark Berlin gerade erarbeitet. Im Zuge dieser Gesamtbetrachtung wird sich der Umbau der Elefantenanlage verzögern. Daher wurde nun entschieden, dass der Umzug der Elefanten warten soll, bis diese Planungen abgeschlossen sind. Zeit, die wiederum der Karlsruher Zoo gut nutzen kann für den erhöhten Pflegebedarf insbesondere der hochbetagten Rani. Ursprünglich sollten zwei Elefantenkühe bereits Anfang des Jahres aus Berlin nach Karlsruhe übersiedeln.

Dr. Andreas Knieriem (Direktor Zoo und Tierpark Berlin), der für Elefanten zuständige EEP-Koordinator Martin van Wees (Zoo Rotterdam), weitere Elefantenexperten aus Berlin sowie aus Leipzig der Vertreter der "EEP-Art-Kommission für Asiatische Elefanten", Gerd Nötzold, hatten sich vom kommissarischen Zooleiter Dr. Clemens Becker und seinem Team ausführlich die Karlsruher Tiere Rani, Shanti und Jenny, das tierpflegerische Konzept insbesondere auch für Tiere mit altersbedingten Erkrankungen sowie die bestehende Elefantenanlage zeigen und erläutern lassen. Gemeinsame Intention war, sich auf gute Rahmenbedingungen sowohl für die Karlsruher Gruppe als auch die Berliner Herde mit derzeit zehn Asiatischen Elefanten (sowie weitere sechs Afrikanische Elefanten) auch mit Blick auf eine stabile Sozialstruktur unter den Tiere zu verständigen.

Weitere Vor-Ort-Treffen der Pflegerteams aus Berlin und Karlsruhe

Einig war sich die Runde, dass die 42 Jahre alte Louise, die 34 Jahre alte Astra und die 34 Jahre alte Frosja als nicht züchtende Kühe in die Karlsruher Altersresidenz für Elefanten einziehen sollen. Wann genau der Transfer die Berliner Tiere sein wird, wird nun im engen Kontakt zwischen Berlin und Karlsruhe unter Beteiligung des EEP-Koordinators vorbereitet. Kontakt halten auch die Elefantentierpfleger aus Karlsruhe und Berlin. Hier wurden weitere Vor-Ort-Treffen der den Tieren vertrauten und neuen Bezugspersonen vereinbart. In das weitere Vorgehen eingebunden war letzte Woche auch das im Ordnungs- und Bürgeramt angesiedelte Veterinäramt. Es ist zuständig für die Einhaltung der Anforderungen des Tierschutzgesetzes. In diesem Zusammenhang ist für den Transfer von Elefanten in den Karlsruher Zoo die Zustimmung des Veterinäramts notwendig.

Dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm steuere Karlsruhe mit der Altersresidenz für ältere asiatische Elefanten-Weibchen auf Dauer einen wertvollen Baustein bei - ein Engagement, das den Karlsruher und Berliner Tieren zugute kommt. „Nach dem jederzeit zu erwartenden Tod von Rani werden wir“, so Becker, „kurzfristig die neuen Gegebenheiten gemeinsam besprechen.“ Die alte Anlage mit seinen zwei sehr alten Elefanten sei, fügt Becker an, nur in der derzeit in Karlsruhe praktizierten Haltungsform „Hands-On“ möglich (direkter Kontakt zwischen Tierpfleger und Elefanten). Ein neues Elefantenhaus berücksichtige baulich Anforderungen für „Protected-Contact“ (Mensch und Tier sind durch ein Schutzgitter getrennt) - wobei sich für die den direkten Kontakt gewohnte Bewohnerinnen der Altersresidenz in der Haltungsform nichts ändern müsste.

18.03.2015

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Jetzt ein Paar Kleinfleck-Ginsterkatzen im Zoo in der Wingst

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Kleinfleck-Ginsterkatze (Genetta genetta) im Zoo in der Wingst © T. Klöfkorn
Wingst, 15.02.2015 - Im Frühjahr 2014 zog mit der Kleinfleck-Ginsterkatze (Genetta genetta) ‚Ginger‘ eine wahre Rarität in den Zoo in der Wingst ein. In keinem anderen deutschsprachigen Zoo kann man diese Tierart zurzeit bewundern. Ginger bezog eine Anlage in den Tropenhäusern und wurde schnell zu einem der Besucherlieblinge. Im Dezember sollte dann allerdings Schluss sein mit dem alleinigen Ruhm. Aus dem polnischen Zoo Zamosc reiste die männliche Kleinfleck-Ginsterkatze ‚Gaffel‘ an, um der Mann an Gingers Seite zu werden. Und um Ginger war es sofort geschehen. Gaffel bezog zwar erst mal eine rückwärtige Anlage, um sich in Ruhe an seine neue Heimat zu gewöhnen. Ein Sichtgitter ermöglichte aber den ersten vorsichtigen Kontakt zwischen den Beiden. Und dies nutzte vor allem Ginger, die sich fast ausschließlich hier aufhielt und sehnsüchtig Richtung Gaffel schaute. Sogar ihren Schlafplatz verlegte sie direkt ans Gitter.

Kurz vor Silvester war es dann soweit. Ginger durfte Gaffel treffen und suchte sofort den Kontakt zu ihrem neuen Mann. Inzwischen sind die beiden nun seit fast zwei Monaten ein Paar und verstehen sich prächtig. Und jetzt darf gehofft werden, dass hoffentlich bald kleine Ginsterkatzen zusammen mit ihrem Eltern Leben in die Anlage bringen.
 
Kleinfleck-Ginsterkatzen gehören zur großen Familie der Schleichkatzen, die jedoch nur selten in Zoos gezeigt werden. Kleinfleck-Ginsterkatzen stammen ursprünglich aus Afrika. Durch Einführung durch den Menschen können allerdings auch Bestände im südlichen Europa angetroffen werden.

18.03.2015

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Geckos und Schlange zeigen im Tierpark Bochum was sie können

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Madagaskar Hundskopfboa (Sanzinia madagascariensis) im Tierpark Bochum ©TPBO
Bochum, 12.02.2015 - Der Tierpark Bochum hat drei neue Bewohner: In der frisch renovierten Madagaskar-Anlage des Aquarien- und Terrarienhauses tummeln sich seit wenigen Tagen zwei Standings Taggeckos Phelsuma standingi und eine Madagaskar Hundskopfboa Sanzinia madagascariensis. Beide Tierarten sind wahre Superhelden, denn sie verfügen über einzigartige Fähigkeiten, die sie für die Anpassung an ihre Umwelt entwickelt haben.

Die zwei weiblichen Geckos haben sich bereits gut im Tierpark Bochum eingelebt. Beide stammen aus einer privaten Haltung und finden nun im naturnah gestalteten Terrarium ausreichend Platz, Abwechslung und einen tiergerechten Lebensraum. Bei Besuchern sind die Neuzugänge schon jetzt beliebt, da sie oft gut sichtbar an der Glasscheibe des Terrariums auf und ab laufen. Taggeckos haben Lamellen auf der Unterseite ihrer Füße, die es ihnen ermöglichen, sich selbst an glatten Oberflächen wie Glas festzuhalten und zu bewegen. Die Lamellen bestehen aus Milliarden einzelner Härchen, die sich an die Oberfläche anschmiegen. Durch die Berührung entstehen elektrostatische Kräfte, die sogenannten Van-der-Waals-Kräfte, durch die sich der Gecko praktisch an der Oberfläche festsaugen aber problemlos wieder lösen kann. Diese Besonderheit der Geckos dient auch der Industrie als Vorbild! So versuchen Forscher beispielsweise ein besonders stark haftendes Klebeband zu entwickeln, das zum einen belastbar aber zum anderen auch ohne Rückstände lösbar ist.

Nicht weniger besonders ist die Fähigkeit des Mitbewohners der Gecko-Weibchen. Die Madagaskar Hundskopfboa verfügt wie auch andere Boa-Arten über einen Infrarotsinn, der es ihr ermöglicht, die Wärmestrahlen ihrer Beutetiere zu sehen und diese so selbst in Verstecken leichter aufzuspüren. Die beiden Geckos gehören natürlich nicht in das Beuteschema des Boa-Männchens. Zudem sind Taggeckos, wie ihr Name verrät, bei Tageslicht aktiv, während die Hundskopfboa erst in der Dämmerung ihren Ruheplatz verlässt. „Bei der Planung der Anlage haben wir die unterschiedlichen Lebensweisen beider Tierarten berücksichtigt.“, erklärt der zuständige Tierpfleger Dominik Töller und fügt hinzu. „Durch ihren unterschiedlichen Rhythmus kommen sich beide Tierarten nicht in die Quere, obwohl sie sich wie in der Natur den gleichen Lebensraum teilen“.  Wie die meisten tierischen Bewohner des afrikanischen Inselstaats Madagaskar wurde auch die Hundskopfboa in das Washingtoner Artenschutzabkommen aufgenommen und hat höchsten Schutzstatus!

ür die Zoopädagogik des Tierparks spielen die Neuzugänge eine wichtige Rolle, wie Kerstin Schulze, Leiterin der Zooschule, erklärt: „Aufgrund ihrer besonderen Anpassung an die Umwelt, sind sowohl die Geckos als auch die Hundskopfboa tolle Beispiele für unser Bionik-Lernprojekt, das wir für Schulklassen und andere Grppen anbieten. Ziel der Bionik ist die Übertragung von Problemlösungen der Natur in den Bereich der Technik. Hier im Tierpark haben wir viele Tiere, die der Technik als Vorbild dienen.“

17.03.2015

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Quirlige Untermieter bei den Krallenaffen in der Wingst

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Degu (Octodon degus) im Zoo In der Wingst © Torben Klöfkorn
Wingst, 09.02.2015 - Sie sind klein, flink und äußerst putzig. Seit vergangener Woche bevölkern elf  Degus (Octodon degus) eine Anlage gemeinsam mit den Weißohrpinselaffen. Die Raumaufteilung ist dabei deutlich abgegrenzt. Während sich die drei kleinen Affen in der oberen Region aufhalten, haben die Degus den Boden und die unteren Kletteräste in Beschlag genommen, wo sie ordentlich für Trubel sorgen und immer wieder die Aufmerksamkeit der neugierigen Affen auf sich ziehen.
 
Degus stammen ursprünglich aus Chile, wo sie halbtrockene Strauchlandgebiete in kleinen Gruppenverbänden bewohnen. Die 12 bis 17 cm großen und 170 bis 300 g schweren Nagetiere können als Kulturfolger allerdings auch in menschlichen Siedlungen angetroffen werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Nagern sind die Degus, wie ihre Mitbewohner, ausgesprochen tagaktiv.
 
Die Degus siedelten von der niederländischen Stichting AAP in den Zoo in der Wingst. Diese Auffangstation nimmt im Auftrag des niederländischen Staates beschlagnahmte Tiere auf und vermittelt diese in artgerechte Haltungen weiter. So stammen auch die Degus, wie auch ihre Mitbewohner die Weißohrpinselaffen, aus solchen Beschlagnahmungen und erhalten jetzt ein artgerechtes Leben im Zoo in der Wingst.

17.03.2015

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Berliner Orang-Utan-Mädchen bekommt in England einen Spielgefährten

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Junger Orangutan (Pongo p. abelii) im Zoo Berlin. Pressefoto Zoo berlin
Berlin, 06.02. 2015 - Am 12. Januar 2015 wurde im Zoo Berlin ein kleines Orang-Utan-Mädchen geboren. Da die Mutter das Jungtier nicht annahm, wurde dieses von einem Tierpfleger-Team mit der Flasche aufgezogen und entwickelt sich sehr gut. Seit seiner Geburt hat es schon mehr als 400 g zugenommen, so dass sie jetzt stolze 2.290 g wiegt.

Gemeinsam mit dem Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für Orang-Utans in Karlsruhe, Dr. Clemens Becker, hat das Team des Berliner Zoos entschieden, dass Jungtier so schnell wie möglich ins englische Ape Rescue Center Monkey World reist. In Monkey World bekommt es einen Spielgefährten, einen fünf Monate alten Sumatra-Orang-Utan, der seit Dezember 2014 in Monkey World lebt. Er wurde am 4. September 2014 im Zoo Budapest geboren. Kurz nach der Geburt verstarb seine Mutter, so dass er ebenfalls mit der Hand aufgezogen werden musste.

In Monkey World leben die meisten Orang-Utans. Der Zoo gilt als die Kinderkrippe für verwaiste Orang-Utans. Zoologische Einrichtungen, die am EEP teilnehmen und in denen Orang-Utans zur Welt kommen, die nicht von ihrer Mutter akzeptiert werden oder als Waisenkinder aufwachsen, können ihre Orang Utans in Monkey World von erfahrenen Ammen und Pflegern aufziehen lassen. Aktuell leben 17 Borneo und Sumatra-Orang-Utans in drei Gruppen in Monkey World zusammen. Die jüngsten Tiere stammen aus Basel, Moskau, Paris und Budapest.

Außer dem Spielgefährten kann das Berliner Jungtier auf ein Orang-Utan-Weibchen, das als Amme bei der Aufzucht von Orang-Utan-Babys hilft, freuen. Die Amme trägt die Babys wie eine Mutter am Körper und gibt sie nur ab, wenn der Nachwuchs Nahrung braucht.

Wann der Umzug erfolgt steht noch nicht fest. Im Moment werden alle nötigen Papiere zusammengestellt und der Transport vorbereitet. Der Zoo wird höchstwahrscheinlich im PKW durch den Eurotunnel das Orang-Mädchen auf die Insel bringen.

17.03.2015

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Im Freiland ausgestorbene Taube im Schönbrunner Wüstenhaus zu sehen!

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Socorrotaube (Zenaida graysoni) im Wüstenhaus des Tiergartens Schönbrunn © Dainel Zupanc, TG Schönbrunn
Wien, 04.02.2015 - In der freien Wildbahn ist die rötlichbraune Socorro Taube ausgestorben. Im Wüstenhaus vor den Toren des Tiergarten Schönbrunn ist sie nun zu sehen. „Socorro Tauben lebten ausschließlich auf der Pazifikinsel Socorro vor der mexikanischen Küste. Ursprünglich hatten sie keine natürlichen Feinde. Das machte die zutraulichen Vögel zu einer leichten Beute für verwilderte Hauskatzen, die mit Gründung einer Militärbasis auf die Insel eingeschleppt wurden. Im Freiland wurden sie zuletzt 1972 beobachtet“, erklärt der zoologische Abteilungsleiter Anton Weissenbacher. Mit etwa 100 Tieren, die in Menschenobhut überlebt haben, wurde von Zoos ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) aufgebaut, an dem auch der Tiergarten Schönbrunn teilnimmt. In naher Zukunft ist die Wiederansiedlung der Socorro Taube in ihrer ursprünglichen Heimat geplant.

Aber nicht nur für Tierfreunde, auch für Pflanzenliebhaber gibt es im Wüstenhaus derzeit eine Besonderheit. Mitten in der 2.000 Quadratmeter großen, authentischen Wüstenlandschaft blüht gerade eine Agave americana. Und das ist nicht zu übersehen. „Die Agave americana hat einen sechs Meter hohen, gelben Blütenstand. Erst mit rund 30 Jahren blüht diese Pflanze das erste und auch das letzte Mal. Nach der Blüte treibt die Mutterpflanze Jungpflanzen als Ausläufer und stirbt dann ab“, erklärt Brigitte Mang, Direktorin der Österreichischen Bundesgärten. Ursprungsheimat der Agave ist Mexiko. Durch Forschungsreisen kam die Pflanze im 18. bzw. 19. Jahrhundert nach Europa. Heute ist sie im Mittelmeerraum weit verbreitet. Die imposante Blüte ist in den nächsten Wochen im Schönbrunner Wüstenhaus zu bewundern.

09.03.3025

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Hoyerswerdaer Schopfmangaben werden vom Zuchtbuchführer angefordert

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Schopfmangabe (Cercocebus aterrimus) im Zoo Hoyerswerda © Kathrin Witzenberger
Hoyerswerda, 01.02.2015 - Die beiden Schopfmangabenweibchen im Zoo Hoyerswerda wurden am Mittwoch den 28.01.2015 an den Zoo in der Wingst abgegeben. Im dortigen Zoo lebte bis vor kurzem ein Schopfmangabenpärchen mit einem Jungtier, welches im vergangenen Dezember geboren wurde. Da das Zuchtweibchen in der Wingst unerwartet starb, musste nun dringend ein neues Weibchen gefunden werden, welches die optimale Aufzucht des Jungtieres mit Kontakt zu Artgenossen gewährleistet. Der Koordinator für das Erhaltungszuchtprogramm der Schopfmangaben hat die beiden Hoyerswerdaer Weibchen nun dringend für den Zoo in der Wingst angefordert. Im Sinne des Zuchtbuches und der betroffenen Individuen ist es also sinnvoll, die Tiere schnellstmöglich zusammen zu führen. Für den Zoo Hoyerswerda war es eine schwere aber im Sinne einer erfolgreichen Zucht auch notwendige Entscheidung.

Um die Schopfmangabenanlage im Zoo wieder zu beleben, sollen künftig die Haubenkapuzineraffen umziehen. Diese können sich dann auf ein größeres und attraktiveres Gehege freuen. In das bisherige Kapuzinergehege sollen dann die Aras einziehen, welchen somit ebenfalls deutlich mehr Platz geboten werden kann. Zu guter Letzt wird anschließend das Ara-Gehege für eine Erweiterung der bisherigen Krallenaffengehege genutzt. Für alle 3 Umzüge müssen die Gehege allerdings zuvor noch renoviert und an die Haltungsbedingungen der neuen Bewohner angepasst werden.

Von den Umzugsplänen profitieren am Ende alle beteiligten Tiere und sicherlich auch die Zoobesucher, welche die Tiere beim Erkunden ihrer geräumigeren Gehege beobachten können.

 12.02.2015

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Weiter zu Todesfälle im Februar 2015

Freigegeben in Archiv 2015
Freitag, 27 Februar 2015 08:58

Todesfälle im Februar 2015

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Eisbär-Mann Troll im Tierpark Berlin gestorben

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Eisbär (Ursus maritimus) "Troll" im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin
Berlin-Friedrichsfelde, 20.02.2015 - Heute Morgen zu Dienstbeginn fanden die Bärenpfleger im Tierpark Eisbär Troll tot im Innengehege der  Eisbärenanlage vor. Troll litt schon seit längerem an einer Leberkarzinomatose und war aufgrund dessen in den vergangenen Tagen schon nicht mehr auf der Außenanlage zu sehen.

Heute früh erlag der Eisbären-Mann, der mit 28 Jahren bereits ein stattliches Alter erlangt hat, seinem Leiden. Er wurde am 15.11.1986 im Zoo Schwerin geboren und lebte seit dem 1997 im Tierpark Berlin zusammen mit den Eisbären Aika (*24.11.80), Tonja (*14.11.09) und seit 2013 Wolodja (*27.11.11). Auch wenn  Troll die vergangenen Jahre im Tierpark in weiblicher Gesellschaft verbrachte, hat er keine Nachkommen gezeugt.

Troll wurde bereits dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) übergeben, wo erfahrene Pathologen die Todesursache Leberkrebs feststellten.

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 Ältester Rotbüffel der Welt im Dresdener Zoo gestorben

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Die im Dresdener Zoo gestorbene Rotbüffelkuh (Syncerus caffer nanus)
Dresden, 12.02.2015 - Am 11. Februar 2015 verstarb die fast 33jähriges Rotbüffel-Kuh "Jarpa" des Dresdener Zoos. Sie wurde frühen Morgen von ihren Pflegern tot im Stall aufgefunden wurde. Jarpa wurde am 20. April 1982 im Dresdner Zoo geboren und erreicht ein sehr beachtliches Alter. Nach unserem Kenntnisstand war sie der älteste Rotbüffel der Welt. Der bisherige publizierte Altersrekord lag bei 29 Jahren und 8 Monaten, für Kaffernbüffel bei 29 Jahren und 9 Monaten

 

11.02.2015

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Freigegeben in Archiv 2015
Mittwoch, 11 Februar 2015 18:58

Nachwuchs im Januar 2015

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Seltener Tiger-Nachwuchs im Tierpark Berlin

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Jungtiger als Flaschenkind im Tierpark Berlin © Tierpark berlin
Berlin-Friedrichsfelde, 30.01.2015 - Am 10. Dezember 2014 kamen im Tierpark Berlin Amurtiger-Drillinge zur Welt. Für das Zuchtpaar des Tierparks war es bereits der dritte gemeinsame Wurf. Leider hatte die Tigermutter nicht ausreichend Milch, sodass zwei der drei Jungtiere nach 11 Tagen starben. Auch das dritte weibliche Jungtier hatte stark abgenommen. Am 24. Dezember 2014 haben Zoologen und Tierpfleger entschieden, das Tigermädchen vom Tierpfleger-Team mit der Flasche aufzuziehen.

Die Tierpfleger haben das Tigermädchen Alisha genannt. Dreimal täglich bekommt Alisha etwa 300 ml Ersatzmilch. Sie probiert schon erste Fleischstücke. Seit dem 24. Dezember hat das Tigermädchen schon gut drei Kilo zugenommen und wiegt mittlerweile 5.660 g. Den größten Teil des Tages verbringt das Tigermädchen mit Schlafen. Langsam wird Alisha aktiver und ist deshalb ab sofort täglich von 12-13 Uhr gemeinsam mit ihrem Tierpfleger bei der Fütterung zu beobachten.

Der Tierpark hat eine lange Tradition in der Erhaltungszucht von Sibirischen Tigern. Bereits 1969 gab es die erste Geburt im Tierpark Berlin. Alisha ist das 130. geborene Jungtier bei dieser kritisch bedrohten Tigerunterart. Der Tierpark Berlin unterstützt auch den Schutz von freilebenden Tigern in Indonesien. Aktuell hilft der Tierpark Berlin in der Provinz Jambi auf Sumatra eine Rescue-Station für verletzte wilde Sumatra-Tiger aufzubauen.

Im Tierpark Berlin leben acht Tiger in drei Unterarten: zwei Hinterindische Tiger, drei Sumatra-Tiger und mit dem Jungtier drei Amurtiger.

12.02.2015

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Zahlreicher Nachwuchs bei bedrohten Froscharten im Bergzoo Halle

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Zweimal Schokoladenfrosch: Links live, rechts als Erzeugnis der Halloren-Schokoladenfabrik © Zoo Halle
Halle, 22.01.2015 - Im Bergzoo haben die Schokoladenfrösche und ihre Artgenossen wieder Nachwuchs. Das Patentier der Halloren Schokoladenfabrik, welches es auch als Kinderschokolade und Plüschtier gibt, zählt zu den populärsten Vertretern seiner Art im halleschen Zoo. Der verführerische Name sollte jedoch nicht über den „wahren Charakter“ dieser kleinen und stark bedrohte Pfeilgiftfroschart aus Peru hinwegtäuschen. Bei giftigen Tieren denkt man im Allgemeinen an Schlangen, Spinnen und Skorpione, aber zum Beispiel der Schreckliche Pfeilgiftfrosch (Phyllobates terribilis als unmittelbarer „Verwandter“ des Schokoladenfrosches, trägt seinen Namen zu Recht. Das Gift des knallgelben, nur 4-5 cm kleinen Frosches ist eine der giftigsten natürlichen Substanzen überhaupt und kann einen Menschen problemlos töten, wenn es in die Blutbahn gelangt. Die Indianer in Kolumbien benutzen das Hautgift für ihre Blasrohrpfeile. Aber keine Sorge, die Exemplare im halleschen Bergzoo sind harmlos. Pfeilgiftfrösche nehmen die giftigen Bestandteile mit ihrer natürlichen Nahrung im Regenwald auf und deshalb verliert sich die Giftigkeit nach 6-12 Monaten in menschlicher Obhut. Die Zoobesucher finden den Schokoladenfrosch im Affenhaus zusammen mit Goldbaumsteigern und Schrecklichen Pfeilgiftfröschen. Momentan ist der Bergzoo bei der Nachzucht dieser Tiere sehr erfolgreich. Mit etwas Glück können die Frösche mit kleinen dunklen Quappen auf dem Rücken beobachtet werden, die diese mit sich herumtragen oder in Bromelien sowie kleinen Plastedosen ablegen. Die kleinen Kaulquappen werden dann später von den Pflegern eingesammelt und einzeln aufgezogen. Bevor es soweit ist, legen die Frösche ihre Eier anfangs im Wasser und nach etwa 10 Tagen schlüpft eine winzige Kaulquappe. Diese durchläuft dann über etwa 3 Monate mehrere Metamorphosen bis zum fertigen kleinen Frosch. Die Quappen entwickeln sich ausschließlich sich im Wasser, wobei sie sich in der freien Natur von zumeist pflanzlichen Überesten ernähren. Im Zoo werden sie ersatzweise vor allem mit Fischfutter gefüttert. Als fertige Frösche verlassen sie dann sofort das Wasser und stellen ihre Nahrung auf winzige Insekten um. Ab diesem Zeitpunkt dauert es etwa weitere 18 Monate, bis die anfangs nur 5 mm kleinen Jungfrösche geschlechtsreif und dann mit 2 bis 2,5 cm Größe bei den Schokoladenfröschen sowie mit 4 bis 5 cm bei den Schrecklichen Pfeilgiftfröschen als ausgewachsen gelten. Der hallesche Zoo hält derzeit 15 erwachsene Schokoladenfrösche sowie 35 Jungfrösche und 20 Kaulquappen. Bei den Schrecklichen Pfeilgiftfröschen sind es 9 erwachsene Frösche, 32 Jungfrösche und 20 Kaulquappen. Inzwischen sind weltweit die meisten Froscharten bedroht, so auch die zahlreichen Arten der knallbunten oder schokoladig braun-weiß gefleckten Pfeilgiftfrösche. Schuld daran ist leider, wie bei vielen anderen Umweltbedrohungen auch, unsere eigene Spezies. Diesmal nicht, weil wir wie so oft in anderen Fällen den Lebensraum der Tiere zerstören, sondern weil ein winziger Krankheitserreger durch den Menschen bis in den dichtesten Dschungel verschleppt wurde. Es ist der Chytridpilz, der schon ganze Froschpopulationen dahin gerafft hat. Zoos, Natur- und Artenschutzorganisationen sind daher weltweit aufgerufen, Erhaltungszuchtprogramme für Amphibien zu etablieren, sozusagen eine Arche für Frösche. Mit der erfolgreichen Nachzucht und Abgabe der Frösche an andere Zoos, leistet der Zoo Halle somit einen wichtigen Beitrag im Rahmen Europäischer Erhaltungszuchtprogramme.

14.02.2015

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Junges Spitzmaulnashorn im Zoo Zürich

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Spitzmaulnashornkalb im Zoo Zürich © Peter Bolliger, Zoo Zürich
Zürich, 21.01.2015 - Das junge Ostafrikanische Spitzmaulnashorn OLMOTI entwickelt sich erfreulich. Es hat bereits kräftig an Gewicht zugelegt. Nach einem Unterbruch von 18 Jahren ist im Zoo Zürich wieder ein Spitzmaulnashorn geboren worden: Die knapp 14-jährige Nashornkuh SAMIRA brachte am 28. Dezember 2014 ihr erstes Jungtier zur Welt. Vater des jungen Weibchens ist der 15-jährige Bulle JEREMY. Die Geburt erfolgte kurz vor Mitternacht in den von den Besuchern etwas abgeschirmten, im Hintergrund gelegenen Boxen des Afrikahauses. Das Jungtier trägt den Namen OLMOTI, in Anlehnung an einen Krater im Umfeld des Ngorongo Kraters in Tansania, dem Herkunftsland von OLMOTIS Ur-Urgrossvater.

Dem neuerlichen Zuchterfolg gingen langjährige Bemühungen voraus. Nach einem eigentlichen «Generationenwechsel» im Bestand brachten zwei nach Zürich geholte Bullen keinen Fortpflanzungserfolg. Und dem dritten, aktuell in Zürich lebenden Bullen JEREMY fehlte die «technische» Erfahrung für eine erfolgreiche Paarung. Zahlreiche Paarungsversuche scheiterten an seinem Unvermögen, bei diesem Akt eine potentiell erfolgreiche Stellung einzunehmen. Mit einer Ausnahme: Am 23. September 2013 paarte JEREMY sich erfolgreich mit SAMIRA. Die Analyse der Hormonwerte in den regelmässig gesammelten Kotproben zeigte einige Wochen später die Schwangerschaft an.

OLMOTI entwickelt sich sehr erfreulich. Ausgehend von einem geschätzten Geburtsgewicht von etwa 25 bis 30 Kilogramm hat sie schon kräftig zugelegt. Im Alter von fünf bis sechs Wochen wird sie dieses Gewicht bei einer Kost von täglich rund 20 Litern fettarmer Milch verdoppelt haben. In klassischer Nashornmanier nutzt sie zur Kotabgabe bereits die Kotstelle der Mutter und zeigt auch schon die Scharrbewegungen der Hinterbeine, mit denen Nashörner den Kot zur besseren Duftverbreitung am Boden verreiben. Wenn OLMOTI ruht, steht ihre Mutter SAMIRA ruhig daneben. Wieder wach, erkundet OLMOTI neugierig alles Mögliche und «attackiert» zuweilen spielerisch undleichtfüssig den geduldig hingehaltenen Kopf der Mutter.

Anfang und Ende

Die ersten Spitzmaulnashörner kamen 1948 nach Zürich, in Tansania gefangen vom Schweizer Getreidefarmer und Tierhändler August Künzler. Diese Tiere, BILLI und FARU, waren zunächst im Hauptgebäude untergebracht. 1965 wechselten sie in das neu erstellte Afrikahaus. Hier gesellte sich ein weiteres Spitzmaulnashorn hinzu, das Weibchen SUSI. 1970 kam aus der Verbindung von BILLI und SUSI das erste Jungtier zur Welt, MTOTO. MTOTO gebar ihrerseits in Zürich insgesamt fünf Kälber. Die zwei Männchen und drei Weibchen wurden an andere Zoos weitergegeben. Eines der Männchen hat sich in den USA sehr erfolgreich fortgepflanzt, die anderen blieben in Europa und haben hier ebenfalls für Nachwuchs gesorgt – mit Ausnahme von WANDA, die kürzlich nach Rotterdam abgegeben wurde.

Das zweite Männchen, KIFARU I, ist der Vater von SAMIRA. Hier schliesst sich der Kreis: SAMIRA ist die Urenkelin von BILLI, das neugeborene Jungtier damit dessen Ur-Urenkelin. Und was an den Anfang der Nashornhaltung im Zoo Zürich führt, führt auch gleichzeitig an deren (temporäres) Ende: Dies war die neunte und zugleich letzte Nashorngeburt im Afrikahaus.

Afrikahaus: Geschichte und Zukunft

Das Afrikahaus wurde nach den Vorstellungen Heini Hedigers vom Architekten Rudolf Zürcher erstellt und am 16. Juni 1965 eröffnet. Wie die Natur nicht rechtwinklig angelegt ist, sollten auch die Tieranlagen in diesem Haus keine rechten Winkel aufweisen. Zudem wollte Hediger die grossen Säuger wie im Freiland mit Vögeln vergesellschaften. Zu den ersten Bewohnern des Hauses gehörten ein Schuhschnabel (sein Partner war kurz zuvor verstorben), ein männliches und zwei weibliche Spitzmaulnashörner, ein junges Paar Breitmaulnashörner und ein Paar Nilpferde. Bereits im September des Eröffnungsjahres wurde das erste von insgesamt 27 Nilpferden geboren. 1970 kam das erste Spitzmaulnashorn zur Welt.

Die Platzverhältnisse im Afrikahaus waren mit diesem Tierbesatz allerdings prekär. Deshalb wurden 1973 zwei weitere Boxen für die Nashörner angebaut. 1980 wurde das Breitmaulnashorn-Paar an den Zoo Augsburg abgegeben. 1993 erfolgte die Abgabe der Flusspferde. An ihrer Stelle zogen die Zwergflusspferde ein. Im Afrikahaus gelang 1973 zudem die Welterstzucht bei den Rotschnabel-Madenhackern.

Im nunmehr 40-jährigen Haus kann die Nashornhaltung nicht mehr nach modernem Kenntnisstand weiter entwickelt werden. SAMIRA und ihr Junges sowie dessen Vater JEREMY werden deshalb im Lauf des Jahres 2015 das Haus verlassen und an andere Institutionen abgegeben. Die Planung zur Umnutzung des Gebäudes ist bereits angelaufen. Thema ist künftig nicht mehr Afrika sondern Australien. Mit einem Umbau sollen neue Anlagen insbesondere für Tierarten aus der australischen Region geschaffen werden. Im Vordergrund stehen dabei Beuteltiere wie Koala und Känguruh, eine grosse Waranart und – in einem separaten Gebäude – ein Schwarm farbenprächtiger Loris. Diese sollen von den Besuchern auch gefüttert werden können.

Die Nashörner sollen in ein paar Jahren im Zusammenhang mit der sich ebenfalls in Planung befindlichen Afrikanischen Savanne im Erweiterungsgelände auf den Zürichberg zurückkehren.

Bestand und Bedrohung

Im 19. Jahrhundert zählte der Bestand an Spitzmaulnashörnern einige 100‘000 Individuen. 1970 wurde er noch auf 70‘000 Tiere geschätzt. Heute bevölkern weniger als 5000 Spitzmaulnashörner Afrika. Vier Unterarten werden unterschieden, wobei eine Unterart heute als ausgerottet gilt. Die Tiere des Zoo Zürich gehören zum Östlichen Spitzmaulnashorn. Die Unterart wird in einem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) gemanagt. Es umfasste Anfang Jahr 2014 66 Tiere in 17 Institutionen.

Die grösste Bedrohung der Nashorn-Bestände geht weiterhin von der Wilderei aus. Diese wird insbesondere von der Nachfrage nach Nashorn-Hörnern im asiatischen Raum angekurbelt und von den Gewinnen, die mit dem illegalen Handel möglich sind. Der Zoo Zürich unterstützt im Rahmen seines Engagements für den Nashorn-Schutz die Lewa Wildlife Conservancy, ein privates Reservat in Kenia, das auch Spitzmaulnashörner beherbergt und erfolgreich schützt. Die vom Zoo Zürich zur Verfügung gestellten Mittel tragen unter anderem zur Finanzierung und Ausrüstung der für den Schutz der Nashörner notwendigen Überwachungsteams bei.

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Tierpark Hellabrunn: Frisch auf die Welt gehüpft

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Der jüngste Spross des Münchner Känguru-Rudeols © Marc Mükker, TP Hellabrunn
München, 15.01.2015 - Im Münchner Tierpark Hellabrunn entdeckt neugieriger Nachwuchs die Anlage der Flinkwallabys. Erst vor wenigen Tagen ist das kleine Känguru endgültig aus dem schützenden Beutel seiner Mutter hinausgesprungen.

Fünf Meter von Mama weggehüpft, dann geht´s schnurstracks wieder zu ihr zurück. Das funktioniert schon prima. Zur Belohnung gibt´s einen Schluck Muttermilch für das Mini-Beuteltier: Der Nachwuchs rückt ganz nah an seine Mutter heran, steckt seinen Kopf in ihren Beutel und trinkt genüsslich.

Die Känguru-Eltern sind beide echte Münchner. Ursprünglich stammen Flinkwallabys aber aus Australien und Neuguinea. In ganz Deutschland wird diese Wallaby-Art nur im Münchner Tierpark gezeigt. Der am 7. Januar geborene Nachwuchs Weibchen. Es ist etwa 25 Zentimeter groß und erst wenig mehr als ein Kilogramm schwer. Ausgewachsene Männchen können bis zu 85 Zentimeter groß werden.

Anders als Menschen verbringen Flinkwallabys nicht neun Monate im Mutterleib. Sie kommen gewissermaßen zwei Mal zur Welt: Im Alter von 33 Tagen kriecht das noch unfertige, gummibärchengroße und nur ein Gramm schwere Jungtier vom Geburtskanal in die Beutelöffnung der Mutter. Der winzige Embryo ist taub, blind und völlig nackt. Den Weg zur Zitze und damit zur Muttermilch findet er vor allem dank seines Geruchssinns. Hat er die Milchbar gefunden, saugt er sich dort etwa zwei bis drei Monate fest. Wenn ein kleines Flinkwallaby aus dem Beutel herausschaut, ist es schon mindestens fünf Monate alt. Nach etwa sechs Monaten verlassen die Jungtiere erstmals den Beutel. Im Alter von rund acht Monaten passen sie endgültig nicht mehr hinein, werden aber noch etwa ein halbes Jahr gesäugt.

12.02.2015

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 Orang-Utan Nachwuchs im Zoo Berlin - Mutter nimmt Jungtier nicht an

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Zwei Tage altes Orang-Jungtier im Zoo Berlin © Zoo Berlin
Berlin, 14.01.2015 - Am 12. Januar 2015 wurde in den frühen Morgenstunden im Zoo Berlin ein kleines Orang-Utan-Weibchen geboren. Die Pfleger fanden das ca. 1.800 g schwere Jungtier bei Dienstbeginn allein im Gehege vor. Es ist gesund und bereits sehr kräftig.        

Für Mutter Djasinga (11 Jahre alt) ist es das erste Jungtier. Leider nimmt die unerfahrene Mutter das Kleine nicht an. Versuche, Mutter und Jungtier zusammenzubringen, und aneinander zu gewöhnen, sind nach mehreren Stunden gescheitert, so dass das Jungtier der Mutter weggenommen wurde und derzeit von den erfahrenen Menschenaffen-Tierpflegern versorgt wird.

Die Orang-Utan Mutter lebt gemeinsam in einer Gruppe mit dem Vater des neugeborenen Weibchens, dessen 8 Jahre alten Tochter, und deren 24 Jahre alten Mutter.  In der Wildbahn sind Orang-Utans Einzelgänger. Im Zoo Berlin gibt es insgesamt 8 Orang-Utans, die in zwei Gruppen zusammenleben. Das zwei Tage alte Jungtier bekommt alle 2-3 Stunden, wie ein Säugling, Frühchen-Milch. Es wird in den Zoo-Wohnungen der Tierpfleger versorgt und ist für die Besucher nicht zu sehen.

Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem: „Ob das Tier im Zoo Berlin bleibt oder in eine andere Einrichtung wechselt, entscheidet das zuständige Team des Berliner Zoos gemeinsam mit dem Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für Orang-Utans in Karlsruhe, Clemens Becker, in den kommenden Wochen. Wir stehen im engen Austausch mit anderen Zoologischen Einrichtungen und informieren uns über die verschiedenen Möglichkeiten der Aufzucht. Dabei steht das Wohl des Tieres im Vordergrund.“

12.02.2015

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Doppeltes Mutterglück bei den Gorillas der Wilhelma

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Neugeborener Gorilla in der Wilhelma © Nicolas Herdin
Stuttgart, 07.01.2015 - Ein solcher Jahreswechsel hat Seltenheitswert: Nachdem Gorillafrau Tuana an Weihnachten ihr erstes Kind zur Welt gebracht hatte, wurde am Dreikönigstag ein weiteres Gorillababy in Stuttgarts zoologisch-botanischem Garten geboren. Diesmal ist die 28-jährige Kolo Mutter geworden. Sie hat bereits zwei Söhne. Einer von ihnen, der fünfjährige Kimbali, lebt noch mit in der Familie rund um Silberrücken Kibo.

Um kurz vor acht Uhr morgens war Tierpfleger Maik Denli noch an den Rückzugsgehegen vorbeigelaufen, in denen die Gorillas sich aufhalten, während die Hauptgehege gereinigt werden. Dort saßen auch Kolo und Kimbali. Als der Pfleger nur zehn Minuten später zurückkam, um wie jeden Morgen am Gitter den Frühstückstee zu reichen, traute er seinen Augen kaum, denn Kolo hielt ihr soeben geborenes Baby bereits im Arm.

Ungewöhnlich früh ist bekannt, welches Geschlecht die Jungtiere haben. Gorillamütter halten ihre Neugeborenen normalerweise Bauch an Bauch mit einer Hand fest an sich gedrückt, so dass sich das Rätselraten auch für die Pfleger im täglichen Umgang über Wochen hinziehen kann. Unter den Stammbesuchern des neuen Menschenaffenhauses sind aber einige Hobby-Fotografen, denen mit Glück und vor allem Geduld immer wieder schöne Aufnahmen gelingen. Sie sind dann auf den Informationstafeln im Affenhaus, in Zeitungsartikeln oder auf der Internetseite der Wilhelma zu bewundern. Zwei dieser „Paparazzi“ drückten genau im richtigen Moment ab, als die Mütter ihre Kinder gerade „umbetteten“. Die Fotos gaben es preis: Tuana und Kolo haben Söhne geboren!

Bis die beiden Buben so selbstständig sind, dass ihre Mütter sie miteinander spielen lassen, werden allerdings noch einige Monate vergehen. Bis dahin sorgen die anderen sieben Gorillakinder für Leben in der Bude: Kimbali und seine Schwestern Mawenzi und Milele sowie ihre vier Artgenossen aus anderen Zoos im Gorilla-Kindergarten gleich nebenan.

12.02.2015

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Elftes Jungtier bei den Giraffen in der ZOOM-Erlebniswelt "Afrika"

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Das elfte Giraffenkalb in der Afrika-Erlebniswelt © ZOOM Gelsenkirchen © ZOOM Gelsenkirchen
Gelsenkirchen, 02.01.2015 - Der erste Nachwuchs des Jahres 2015 in der ZOOM Erlebniswelt ist eine Rothschild-Giraffe. Am 2. Januar um 09:16 Uhr brachte die dreizehnjährige Mary ihr viertes Giraffen-Jungtier zur Welt. Beide sind wohlauf.

Gegen 06:00 Uhr entdeckte Dr. Pia Krawinkel via Webcam, dass die Geburt des Giraffennachwuchses kurz bevor stand: Die Giraffenkuh lief unruhig im Stall umher und nur kurze Zeit später waren die Klauen des Kalbs schon zu sehen. Nach ungefähr 2,5 Stunden Geburtsvorgang plumpste schließlich das jüngste Familienmitglied der nun 10-köpfigen Giraffenfamilie aus etwa zwei Metern Höhe auf den gut gepolsterten Boden des Stalles.

Die fürsorgliche Mutter verhält sich gegenüber ihrem Neugeborenen sehr souverän und ruhig. Nach der Geburt leckte sie das Kleine sofort liebevoll und fürsorglich von Kopf bis Fuß trocken und brachte damit den Kreislauf in Schwung. So konnte der jüngste Spross in der Giraffenfamilie bereits nach einer Dreiviertelstunde seinen ersten Aufstehversuch wagen. Das Jungtier stand das erste Mal sicher um 09:57 Uhr und nach einer weiteren Stunde trank es die für ihn wichtige Erstmilch. Das Jungtier ist rund 1,70 Meter groß und 65 Kilogramm schwer.

Der Rest der jetzt zehnköpfigen Giraffenfamilie erlebte die Geburt im Stall und bestaunte den neuen Bewohner erst einmal ausgiebig über eine Absperrung, nachdem alles gut verlaufen war. Mutter und Kind werden für die Eingewöhnungszeit in den nächsten Tagen einen abgetrennten Bereich des Giraffenhauses bewohnen. Erst nach und nach wird das Jungtier alle Familienmitglieder kennen lernen. Zurzeit ist das Junge durch die großen Glasscheiben des Giraffenhauses in einem gemütlichen „Strohbett“ in der Mutterbox zu beobachten.

Der kleine Giraffennachwuchs ist das elfte Kalb der Herde seit Eröffnung der ZOOM Erlebniswelt Afrika im Jahr 2006.

11.02.2015

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