Donnerstag, 18 August 2016 13:25

PAULY, A. (2016)

Deutsche Erstzucht des Halsbandmakis (Eulemur collaris).
First breeding success in the Collared brown lemur (Eulemur collaris) at a German Zoo.

Der Zoologische Garten 85 (5): 309-313

Erste Seite:

Seit dem Jahr 2012 wird im Tierpark Berlin der Halsbandmaki (Eulemur collaris) gepflegt. Die Haltung begann mit dem Männchen ,,Tonik“, welches der Tierpark vom Zoo Pilsen erhielt (Pauly, 2012). Im Jahr 2013 gelang es, 2,1 weitere Exemplare dieser Lemurenspezies über die Quarantäne im Zoo Sofia zu beziehen. Alle Tiere sind Nachzuchten aus dem Zoo Hamerton. Das Weibchen ,,Juliette“ (geb. 8.4.2012) wurde mit dem schon vorhandenen Männchen aus Pilsen verpaart. Die erste Nachzucht dieses Paares gab es bereits 2014, jedoch handelte es sich um eine Totgeburt. Das Jungtier litt an einer sogenannten Omphalozele und wurde der Embryologischen Sammlung des Museums für Naturkunde in Berlin (Leiter: Dr. P. Giere) übergeben. Am 3.4.2016 gebar "Juliette“ ein weiteres Jungtier, welches sie vorbildlich versorgte und aufzog

Hierbei handelt es sich um die erste Aufzucht eines Halsbandmakis in einem deutschen Zoo. Erwähnenswert ist die Kopffärbung des Jungtieres. Die Behaarung der Kopfplatte ist braun-orange. Der Tierpark Berlin ist nach wie vor der einzige deutsche Zoo, der diesen Vertreter der Lemuridae pflegt. Nach Hinweisen von Fachkollegen muss die Aussage von Pauly (2012), dass es sich im Tierpark Berlin auch um die erstmalige Haltung der Art in einem deutschen Zoo handelt, revidiert werden. Scherpner (2011) erwähnt die Haltung eines weiblichen Halsbandmakis im Zoo Frankfurt von 1875–1879 sowie eines weiteren Tieres, dessen Geschlecht unbekannt ist, von 1909–1916/1917. Da dem Autor kein Bildmaterial dieser Tiere bekannt ist, muss jedoch die Zugehörigkeit zur Art Eulemur collaris angezweifelt werden. Wie schon bei Pauly (2012) erwähnt, wurden Vertreter der Lemuridae selbst gegen Ende des 20. Jahrhunderts noch falsch bestimmt. Nach Recherchen des Autors im Museum für Naturkunde (Berlin) wurde mindestens ein Vertreter der Art Eulemur collaris im Zoologischen Garten Berlin gehalten.

18.08.2016

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Donnerstag, 03 März 2016 15:22

KOSEL, K. (2009)

Umgestaltung des Karl- Förster- Gartens im Tierpark Berlin- Friedrichfelde

Bachelorarbeit

64 Seiten

Ganze Arbeit

Hochschule Neubrandenburg, Studiengang Landschaftsarchitektur und Umweltplanung
Betreuung: Prof. Dr. Manfred Köhler, Prof. Dr. Helmut Lührs
Tierpark Berlin

Zusammenfassung:

Diese Bachelorarbeit befasst sich mit der Umgestaltung des Karl- Förster- Gartens im Tierpark Berlin- Friedrichsfelde. Auf der Grundlage des seit 1974 bestehenden Staudengartens im Tierpark Berlin basiert die Modifikation und das Konzept dieses Neuentwurfs. Schon seit 1962 wurde ein Plan, zusammen mit dem 1970 verstorbenen Karl Förster, von dem Gartenarchitektenteam „Bendig“ entwickelt und ausgearbeitet, welcher sich im Laufe der Zeit stark veränderte und nur teilweise umgesetzt wurde. Um die Abweichungen vom ursprünglichen Charakter des Karl- Förster- Gartens zu kompensieren, stützt sich das neue Konzept wieder auf die klassischen Grundsätze, Anregungen und Zielrichtungen des berühmten Gartenphilosophen und Staudenzüchters Karl Förster.

Abstract:

This bachelor paper contains the modification of the “Karl-Foerster-Garden” within the zoo “Tierpark Berlin-Friedrichsfelde”. The concept of the new version is based on the shrub garden, set in 1974 inside the “Tierpark Berlin”. Already in 1962 a plan was established in collaboration with Karl Foerster, who died 1970, and an architecture team under the guidance of Editha Bendig. The original plan changed throughout the time and only part of it was realized. To compensate the alteration of the original character of the “Karl-Foerster-Garden”, the new concept is drawn upon the classical principals, the encouragement and the target course of the famous Garden-philosopher and plant cultivator Karl Foerster.

03.03.2016

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05.06.2014 – Berlin-Friedrichsfelde. Nach einem Jahr Pause hat das Binturong-Pärchen des tierparks Berlin erneut Nachwuchs bekommen. Am 16. April kamen drei Jungtiere zur Welt. Es ist der neunte Wurf von diesem Paar, und die Drillinge gedeihen unter der Fürsorge des erfahrenen Muttertieres sehr gut. Mit nunmehr sieben Wochen liegt die Köpermasse der drei zwischen 970-1200 Gramm. Junge Binturongs sind – wie alle Schleichkatzen – Nesthocker und verbringen die ersten 7-8 Wochen ihres Lebens in einem geschützten Nest. Im Tierpark ist das ein Nestkasten in einer Mutterbox, welche für Besucher nicht einsehbar ist. Dieser Tage beginnen die drei Jungtiere ihren Lebensraum langsam zu erkunden und Ausflüge in die Schaubox zu unternehmen, wo sie von unseren Besuchern im Alfred-Brehm-Haus mit etwas Glück beobachtet werden können.

Der Binturong, wegen des bärenähnlichen Aussehens auch Marderbär genannt, gehört zoologisch betrachtet zur Raubtierfamilie der Schleichkatzen. Mit fast einem Meter Kopf-Rumpflänge ist der Binturong zugleich auch der größte Vertreter seiner Familie. Eine weitere Besonderheit dieser Art ist der Greif- bzw. Wickelschwanz, der dem Binturong vor allem beim Klettern als Hilfe dient. Dieser Wickelschwanz ist einmalig unter den Säugetieren der Alten Welt. In der Neuen Welt dagegen haben einige Säugetiere wie etwa der Klammeraffe oder der Wickelbär eine solche „fünfte Hand“ ausgebildet. Binturongs sind reine Baumbewohner und leben in den tropischen Wäldern Hinterindiens, Chinas, Malaysias, Borneos, Sumatra, Java und der Philippinen. Die Art ist noch nicht selten, wird aber von der Weltnaturschutzunion als verletzlich eingestuft, da der Bestand während der vergangenen 30 Jahre um vermutlich 30% zurückgegangen ist. Hauptgrund für den Rückgang ist der Verlust und die Zerstörung des Lebensraumes.

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19.05.2014 – Berlin-Friedrichsfelde. Seit nunmehr einigen Wochen gibt es eine neue Affen-WG im Tierpark Berlin. Das Trio Rote Brüllaffen teilt sich nun mit zwei männlichen Weißkopfsakis sein Gehege. Beide Arten sind in den Regenwäldern des nördlichen Südamerikas beheimatet, unterscheiden sich aber extrem in ihrer Anatomie und ihrer Ernährung.  Das auffälligste Merkmal der  Brüllaffen ist ihr verknöchertes Zungenbein und der aufgeblähte Kehlkopfapparat, mit denen das namengebende Brüllen erzeugt wird. Außerdem besitzen Brüllaffen einen echten Greifschwanz, das heißt, die Unterseite der Spitze des Schwanzes ist unbehaart und weist ein Profil auf. Der Schwanz stellt somit die fünfte Hand der Brüllaffen dar. Brüllaffen ernähren sich hauptsächlich von Blättern. Es werden aber auch Früchte verzehrt. Die Weißkopfsakis sind ernährungsphysiologisch eher Allrounder. Auf dem Speiseplan stehen hartschalige Samen, Früchte, Blätter, Pilze und Insekten. Ihre langen Eckzähne ermöglichen es ihnen, auch harte Nüsse zu knacken.

Sakis besitzen keinen Greifschwanz. Sie bewegen sich durch Laufen auf den Ästen und vertikales Springen fort. Bei den Weißkopfsakis sind die Geschlechter rein äußerlich schon gut zu unterscheiden. Die Männchen sind tief schwarz gefärbt und besitzen eine weiße Gesichtsmaske, die Weibchen sind graubraun und haben lediglich zwei weiße Streifen im Gesicht. Die beiden Männchen im Tierpark Berlin sind in Dresden geboren und leben seit Februar 2014 in Berlin. Für den Weißkopfsaki existiert ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP), welches vom Zoo Paignton in England koordiniert wird. „Da es wesentlich mehr Männchen als Weibchen in europäischen Zoos gibt, war der zuständige Koordinator uns sehr dankbar, dass wir in Berlin eine Junggesellengruppe übernommen haben“ erläutert Primatenkurator Dr. Andreas Pauly.

Die Roten Brüllaffen kamen schon im Oktober 2013 nach Berlin. Sie stammen aus dem Zoo Köln, welcher das Europäische Zuchtbuch (ESB) für diese selten in Tiergärten präsentierte Art führt. Rote Brüllaffen sind außer in Köln und Berlin nur noch in zwei niederländischen Zoos vertreten. Die Vergesellschaftung der beiden Arten verlief unproblematisch. Sie können nun in ihrer neugestalteten Anlage, welche viele Elemente zur Beschäftigung der Primaten enthält, von den Tierparkbesuchern bestaunt werden. „Es ist besonders spannend, die Affen zu beobachten, wenn sie Futter aus der eigens für sie präparierten Bambusröhre angeln müssen“ sagt Dr. Pauly.

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08.05.2014 - Berlin-Friedrichsfelde. Am Mittag des 30. April 2014 konnten die Besucher des Tierparks Berlin Augenzeuge eines ganz besonderen Ereignisses werden. „Erstmalig brachte eine unserer Uganda-Giraffen ihr Jungtier während der Besuchszeiten auf der weitläufigen Außenanlage zur Welt“, berichtet stolz der Zoo- und Tierpark Direktor Dr. Andreas Knieriem. Bei dem Jungtier handelt es sich um ein Weibchen. Seine Mutter ist die siebenjährige Giraffe „Inge“. Die zahlreichen Besucher, die die Geburt von Beginn an gespannt verfolgten, konnten beobachten, wie drei Stunden später die junge Giraffe – etwas unsanft – aus einer Höhe von zwei Metern auf die grüne Wiese fiel. Dort wurde sie von ihrer Mutter sowie den übrigen Herdenmitgliedern sogleich beschnuppert und beleckt. Bereits 40 Minuten später konnte das 1,79 Meter große Jungtier stehen und nur wenig später trank es erstmals am Euter seiner Mutter. Auch wenn seine ersten Gehversuche noch etwas wackelig waren, erkundet es inzwischen neugierig die weitläufige Außenanlage. Droht Gefahr sucht es sogleich Schutz zwischen den langen Beinen ihrer Mutter, „ganz so, wie ihre Artgenossen im natürlichen Lebensraum, wenn diese von Raubtieren wie Löwen oder Hyänen bedroht werden“, erklärt Dr. Florian Sicks dieses Verhalten.  

Die Uganda-Giraffe ist eine von neun Unterarten der Giraffe. Einst war sie von Kenia über den Sudan bis nach Uganda häufig anzutreffen. Heute existiert die letzte freilebende Population dieser Unterart mit nur noch 750 Tieren im Murchison Falls Nationalpark in Uganda. Um diese stark bedrohte Giraffen-Unterart langfristig zu erhalten, unterstützt die Fördergemeinschaft von Zoo und Tierpark Berlin ein Uganda-Giraffenschutzprojekt und lädt am 21. Juni 2014 – dem „längsten“ Tag des Jahres – alle Berlinerinnen und Berliner zum ersten Weltgiraffentag in den Tierpark ein.

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28.04.2014 – Berlin-Friedrichsefelde.  Die Bengalkatze ist eine Traditionsart im Berliner Tierpark. Der erste Vertreter dieser südostasiatischen Kleinkatzenart traf bereits 1961 aus dem Zoo Hanoi ein. Seit 1964 vermehrt sich die Bengalkatze bis heute erfolgreich. Zu Beginn 2013 gelang es dem Tierpark, zwei Paare einer nur auf der philippinischen Insel Palawan beheimateten Unterart der Bengalkatze, die sogenannte Palawan-Bengalkatze, einzuführen. Die vier jungen Tiere stammten aus der Zucht des philippinischen Zoos Avilon, welcher sich für den lokalen Artenschutz einsetzt. Ein Jahr nach ihrer Ankunft im Alfred-Brehm-Haus des Tierparks, brachte eines der beiden Weibchen erfolgreich Zwillinge in einer geschützten Baumhöhle – ähnlich wie im Freiland – zur Welt. Die Aufzucht der beiden Jungen funktioniert im Beisein des Vaters ohne Schwierigkeiten. Alle vier leben friedlich als Familie zusammen. Im Alter von acht Wochen wurden die Jungen den Standardimpfungen für Katzenkrankheiten unterzogen und dabei konnte auch das Geschlecht festgestellt werden. Es handelt sich um ein Männchen und ein Weibchen, welche von den Tierpflegern die Namen „Ilian“ und „Taytay“ erhielten. Bei den Namen handelt es sich um zwei Orte auf der Insel Palawan.

Die Palawan-Bengalkatze lebt auf den Philippinen ausschließlich auf der westlichen Insel Palawan sowie auf einigen vorgelagerten Inseln. Die Bestandsituation dieser Unterart im Freiland ist gänzlich unbekannt. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass der Bestand ähnlich wie bei anderen philippinischen Tierarten rückläufig ist. In Zoologischen Gärten außerhalb der Philippinen wird die Unterart derzeit nur im Tierpark Berlin und in einem englischen Zoo gehalten. Das Ziel ist es, eine Erhaltungszucht aufzubauen, zukünftige Nachzuchten an andere, interessierte Zoologische Gärten weiterzugeben und so einen Reservebestand außerhalb der Philippinen aufzubauen. Die Spezialistengruppe für Katzen innerhalb des Europäischen Zooverbandes (EAZA) freut sich über diese seltene Nachzucht und die beiden Jungtiere „Ilian“ und „Taytay“ werden im Herbst in die Zoologischen Gärten Prag und Pilsen übersiedeln.

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26.03.2014 – Berlin-Friedrichsfelde. Der Sumatra-Tiger zählt mit nur noch 350-450 Exemplaren in den Regenwäldern Sumatras zu den am stärksten bedrohten Großkatzen unserer Erde und wird von der Weltnaturschutz-Union als kritisch bedroht eingestuft. Der Tierpark Berlin ist mit seinem Alfred-Brehm-Haus in der Haltung und Erhaltungszucht von verschiedenen Unterarten des Tigers international anerkannt. Seit 1956 gibt es den Sumatra-Tiger - nach dem bereits ausgerotteten Bali- und Java-Tiger der letzte verbliebene Inseltiger - im Berliner Tierpark. Seit 1958 wurden im Tierpark Berlin allein beim Sumatra-Tiger insgesamt 115 Jungtiere geboren. Damit zählt der Tierpark neben dem Zoo Rotterdam zum wichtigsten und erfolgreichsten Halter weltweit. Aufgrund dieser Erfahrung vertraute das Forstministerium der Republik Indonesien dem Tierpark ein junges Paar an, die ersten seit 1972, welche die Republik Indonesien nach Europa verschickt hat. Beide Tiere sind Leihgaben und auch ihre Jungen bleiben Eigentum der Republik Indonesien. Das Ziel ist es, mit diesem Paar in Berlin zu züchten und somit genetisch unverwandte Tiere in die vergleichsweise kleine Population von etwa 100 Tieren in europäischen Zoos in die Erhaltungszucht einzubringen.

Die beiden am 23. Dezember 2013 aus Indonesien im Tierpark eingetroffenen Sumatra-Tiger sind das Männchen „Harfan“ (geb. 2008 in der Taman Safari Indonesia) und das Weibchen „Mayang“ (geb. 2011 im Zoo Jambi). Beide waren bis Februar in der Quarantäne und haben sich inzwischen im Alfred-Brehm-Haus gut eingelebt. Der neue Botschafter der Republik Indonesien, S.E. Dr. Fauzi Bowo wird nun die neuen Tiger erstmalig der Öffentlichkeit und eine Kooperation zwischen dem Forstministerium Indonesiens, der Taman Safari Indonesia und dem Tierpark Berlin zum Schutz von wilden Tigern auf Sumatra vorstellen. Außerdem begrüßen wir den früheren Direktor des Zoos Leipzig und zugleich Führer des Internationalen Zuchtbuches für den Tiger, Herrn Dipl.-Biol. Peter Müller. Er wird über den Tiger allgemein, den Sumatratiger speziell sowie über die Bedeutung der Erhaltungszucht von Tigern in Zoologischen Gärten sprechen.

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Mittwoch, 09 April 2014 19:41

Erstmals Nacktmulle im Tierpark Berlin

06.03.2014 – Berlin-Friedrichsfelde. Eine Schönheit sind sie nicht gerade, die Neuankömmlinge im Tierpark Berlin. „Eine ungemein hässliche Tierart“, urteilte gar der bedeutende Evolutionsbiologe Alfred Russel Wallace. In der Tat, der Nacktmull ist, wie sein Name verrät, nur spärlich behaart. Seine rosa-bräunliche Haut ist sogar bei der Geburt schon faltig. Große Nagezähne ragen wie Baggerschaufeln hervor, denn die Lippen verschließen den Mund erst dahinter. Dennoch – oder gerade deswegen? – zieht der Nacktmull schon jetzt die Tierparkbesucher in seinen Bann. Denn neben seinem Äußeren ist auch seine Lebensweise bemerkenswert. Der Nacktmull verbringt nicht nur den Großteil seines Lebens unter der Erde, er hat auch eine unter Säugetieren nahezu einzigartige Sozialstruktur: Ähnlich wie manche Ameisen oder Bienen, lebt der Nacktmull in einem Staat, der von einer Königin „regiert“ wird. Das bedeutet, nur sie bekommt Jungtiere. Ein bis drei Männchen stehen als Paarungspartner bereit, alle übrigen Tiere einer 70 bis 80 nacktmullstarken Kolonie, werden in ihrer Fortpflanzung unterdrückt. Sie helfen bei der Aufzucht der Jungtiere, sind für die Nahrungsbeschaffung zuständig oder kümmern sich um das Graben der Gänge.

Der natürliche Lebensraum des Nacktmulls sind die Trockensavannen und Halbwüsten Ostafrikas, wo er in Äthiopien, Kenia und Somalia zu finden ist. Dort ernährt er sich überwiegend von großen Pflanzenknollen, die er bei seiner Grabtätigkeit findet.

In Zoologischen Gärten sind Nacktmulle nur selten zu sehen. Im Tierpark Berlin, der seine Nacktmullkolonie der erfolgreichen Zucht des Zoos Dresden verdankt, gewöhnten sich die Nacktmulle schnell ein und zogen bereits ihren ersten Wurf erfolgreich auf. So können die Berlinerinnen und Berliner nun eine 22-köpfige Nacktmullkolonie im Giraffenhaus des Tierparks Berlin bei ihrem unterirdischen Treiben beobachten.

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24.02.2014 - Berlin. Am 9.2.2014 wurde nach sechsjähriger Pause wieder eine Rotscheitelmangabe im Tierpark Berlin geboren. Vater ist der am 11.10.2007 geborene „Valerius“, den der Tierpark 2011 im Rahmen des europäischen Zuchtprogramms vom Zoo Karlsruhe erhalten hat.

Die Mutter „Sina“ (geboren am 13.12.2006) ist eine Tierpark-Nachzucht. Es ist das erste Jungtier dieses Paares. Rotscheitelmangaben sind in den tropischen Regenwäldern der westafrikanischen Küste beheimatet, dringen mitunter aber auch in Pflanzungen der ansässigen Bauern ein und werden somit als Ernteschädlinge verfolgt. Mangaben halten sich häufig am Boden auf. Die weißen Augenlider und Schwanzspitze der Rotscheitelmangaben haben Signalwirkung im Dämmerlicht des Regenwaldes und dienen dem Gruppenzusammenhalt.

Für die Rotscheitelmangabe wird im Zoo Barcelona ein europäisches Zuchtbuch geführt. In Europa werden momentan nur 90 Tiere in Tiergärten gehalten (Stand: 31.12.2012). Von dieser kleinen Population sind alleine 18 Tiere Tierpark-Nachzuchten. Weitere 17 Tiere haben Väter, welche im Tierpark Berlin geboren wurden. Hieraus wird ersichtlich, dass der Tierpark Berlin eine bedeutende Stellung in der Rotscheitelmangaben-Zucht in Europa innehat. Aufgrund der oben erwähnten Bedrohungsfaktoren ist die Zahl der Rotscheitelmangaben im Ursprungsgebiet rückläufig, so dass der Aufbau einer Reservepopulation in Menschenobhut durchaus sinnvoll ist, um die Art auch für unsere Nachkommen zu erhalten.

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13.02.2014 – Berlin-Friedrichsfelde. Mit seiner röhrenförmigen Schnauze, der 40 cm langen Zunge und dem nur spärlich behaarten Greifschwanz zählt der Tamandua oder Mittlere Ameisenbär wohl zu den außergewöhnlichsten Säugetieren der Welt. Nach über 50 Jahren sind nun endlich wieder zwei Exemplare dieser Art in Berlin zu sehen. Bereits im November vergangenen Jahres kam das junge Pärchen aus Guyana in den Tierpark Berlin. Dort verbrachte es die ersten drei Monate hinter den Kulissen, wo die beiden Tamanduas an das Berliner Futter gewöhnt und erstmalig einander vorgestellt wurden. Obwohl das Weibchen zunächst etwas ablehnend auf den stürmischen Mann reagierte, harmonieren sie inzwischen prächtig und teilen sich – dicht nebeneinander liegend – die gleiche Baumhöhle.

Im Gegensatz zu dem bodenbewohnenden Großen Ameisenbär, ist der Mittlere Ameisenbär überwiegend auf Bäumen zu finden, denn dank seines Greifschwanzes kann er ausgezeichnet klettern. Hoch in den Bäumen findet der Tamandua auch seine Nahrung: baumlebende Ameisen und Termiten, die er mit seiner ca. 40 cm langen, klebrigen Zunge aufnimmt.

Die beiden im Tierpark Berlin zu sehenden Tamanduas gehören der Unterart nigra an. Anders als der Name vermuten lässt, ist das Fell der Berliner Ameisenbären jedoch nicht schwarz sondern hell gefärbt. Während das Männchen ein einheitlich blondes Fell trägt, ist das des Weibchens graublond gefärbt. Im natürlichen Lebensraum bewohnt diese Unterart die Trocken- und Regenwälder im nördlichen Südamerika. Ab sofort können die Berlinerinnen und Berliner dieses außergewöhnliche Säugetier im Dickhäuterhaus des Tierparks Berlin beobachten.

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