11.09.2014 – Stuttgart. Das Aquarium der Wilhelma lädt jederzeit zu einer Weltreise ein. Im Eingangsbereich, dort wo Süßwasserfische der kühleren und gemäßigten Zonen zu sehen sind, geht es seit neustem bunt her: In einem Becken tummeln sich zahlreiche Kleinfische aus Nordamerika, die durch auffällige Farben bestechen. Diamantbarsch, Regenbogen- und Rotstreifen-Elritze tragen ihre Schönheit schon im Namen. Sie teilen sich ihr Aquarium mit eher unscheinbareren, deswegen aber nicht minder interessanten Arten, wie Steinroller, Springbarsch oder Goldauge.

Wie ein kleines Schaufenster in einen nordamerikanischen Fluss oder See ist das Becken, welches in der Aquarienbeschilderung die Nummer 17 trägt. Es zeigt einen Ausschnitt aus der Unterwasserfauna und -flora des Ostens der USA. Die Bewohner sind in Gewässern zwischen New York und Florida heimisch. In Schauaquarien hingegen sind nordamerikanische Kleinfische nur selten zu sehen. Häufiger werden sie von Privatleuten im heimischen Gartenteich gehalten. Dies vor allem wegen ihrer teilweise sehr attraktiven Erscheinung.

Der auffälligste Kleinfisch ist sicherlich die Regenbogen-Elritze. Bei ihr ist der Name Programm: Das Schuppenkleid der Männchen weist eine auffällige blau-rote Färbung auf, welche sich zur Paarungszeit noch verstärkt. Diese zu den Karpfenfischen zählende, etwa acht Zentimeter messende Art, war früher ausschließlich im Mobile River im Süden der USA zu finden. Da sie in den USA als Zierfisch sehr beliebt ist, findet man die heute in weiten Teilen Nordamerikas. Auch in Europa ist die Regenbogen-Elritze immer häufiger in Gartenteichen zu finden.

Die etwa zwölf Zentimeter große Rotstreifen-Elritze ist, wie alle Elritzen, ein sehr geselliger Fisch und in Schwärmen unterwegs. Sie ist leicht an ihren auffälligen, roten Seitenstreifen erkennbar. In den Kanada und den USA ist sie vor allem in klaren Quellbereichen von Flusssystemen mit sauberem Sand- oder Kiesbett zu finden. Darum gilt sie auch als Indikator für ein sauberes, gut funktionierendes Ökosystem.

Beim Diamantbarsch ist, neben seinem Aussehen, das Fortpflanzungsverhalten bemerkenswert. Dieser, gerade einmal neun Zentimeter große Fisch betreibt aktive Brutpflege. Die Männchen, dieser zu den Sonnenbarschen zählenden Art, bauen in Wasserpflanzen versteckte Nester, in welche mehrere Weibchen ihre Eier legen. Von dem Nestbauer werden die Eier vor Fressfeinden beschützt und er fächelt ihnen frisches Wasser zu. Sein Brutpflegeinstinkt erlischt erst, wenn der Dottersack der Jungfische aufgebraucht ist und diese selbstständig auf Nahrungssuche gehen.

Neben diesen vom äußeren Erscheinungsbild auffälligsten Arten, sind natürlich die anderen nicht zu verachten. Vor allem Steinroller und Springbarsch bringen viel Leben in das Aquarium. Es lohnt sich aber auch ein Blick auf die Pflanzen zu werfen, die sich in dem Aquarium finden. Auch sie sind typische Vertreter der Unterwasserflora aus Nordamerika. Hier runden Wasserpest, Tausendblatt und Ludwigie das Bild ab.

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Mittwoch, 29 Oktober 2014 09:21

Nachwuchs beim Roten Ibis in der Wilhelma

04.09.2014 - Stuttgart. Die Roten Ibisse der Wilhelma haben Nachwuchs. Derzeit betteln zwei Jungvögel im Nest nach Futter und halten ihre Eltern mächtig auf Trab. Damit ist die kleine Kolonie, die sich gegenüber vom Wilhelma-Restaurant befindet, auf insgesamt 17 Tiere angewachsen. Weiterer Nachwuchs wird erwartet: Denn in mindestens zwei weiteren Nestern befinden sich noch Eier, die gerade von den farbenprächtigen Altvögeln bebrütet werden. Mit ihrem scharlachroten Gefieder gehören die aus Südamerika stammenden Ibisse zu den farbenfrohsten Vögeln. Die Jungvögel erkennt man deutlich an ihrem unscheinbaren, grauschwarzen Gefieder. Bis sie so rot wie ihre Eltern sind, vergehen zwei Jahre.

Weltweit gibt es 20 verschiedene Ibisarten. Der farbenprächtigste ist jedoch der leuchtend rote Scharlach- oder Rote Ibis. Zu Tausenden brüten diese Vögel auch heute noch in den Mangrovenwäldern und Sümpfen des nördlichen Südamerika. Der Anblick einer großen gemischten Kolonie mit Ibissen, verschiedenen Reihern, Löfflern und Kormoranen gehört zu den eindrucksvollsten Naturerlebnissen in diesem Teil der Welt. Nahrung finden die großen Vogelschwärme zur Genüge auf den bei Ebbe trocken fallenden Schlickflächen der Mangrovengebiete. Nach typischer Ibisart wird der weiche Boden mit dem Schnabel nach Krebsen, Muscheln, Schnecken, Würmern und kleinen Fischchen sondiert. Wie bei fast allen rot oder rosa gefärbten Vögeln kommt die scharlachrote Gefiederfarbe auch beim Roten Ibis durch Carotinoidfarbstoffe zu Stande, die mit der Nahrung aufgenommen und in die wachsenden Federn eingelagert werden. Das attraktive Erwachsenengefieder erhalten die Vögel allerdings erst nach dem zweiten Lebensjahr. Junge Scharlachibisse tragen, wie alle ihre Verwandten, als Nestlinge zunächst ein schwarzes Daunenkleid und später ein grauschwarzes, auf der Unterseite schmutzig-weißes Jugendgefieder.

Dass so spektakulär gefärbte und interessante Vögel gerne in Zoos gehalten werden, versteht sich von selbst. Auch in der Wilhelma haben die Roten Ibisse von Beginn an Heimatrecht genossen. Die Kolonie besteht ohne Unterbrechung seit 1954. Die Nachzucht der Ibisse gelingt nicht immer problemlos. Neben Jahren mit guten Fortpflanzungserfolgen galt es zwischendurch auch immer wieder, längere Durststrecken zu überwinden.

Die rote Farbe erhalten die Tiere in der Wilhelma auch über ihr Futter: Regelmäßig wird diesem ein synthetisches Carotinoidpräparat hinzugefügt. Dadurch haben die Vögel ein mindestens genauso auffälliges Gefieder, wie ihre Artgenossen in Südamerika. Jedes Jahr im Frühsommer beziehen die Vögel ihre Nistplätze in den von Schlinggewächsen umrankten Weidenbüschen in ihrer Voliere. Dann bieten sie unseren Besuchern einen kleinen Eindruck vom farbenprächtigen Bild der großen Scharlachibis-Kolonien in den Mangrovenwäldern Südamerikas.

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Donnerstag, 24 Juli 2014 15:20

STRAUBE, M. (2007)

Vorkommen von Leptospiren in Tierbeständen zoologischer Gärten

Vet. med. Dissertation

145 Seiten, 8 Abbildungen, 23 Tabellen, © 2007 by VVB LAUFERSWEILER VERLAG, Giessen

Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten der Tiere der Justus-Liebig-Universität Gießen, Betreuer: Prof. Dr. R. Bauerfeind
und Zoologisch-botanischen Garten Wilhelma, Stuttgart

Voller Text

Zusammenfassung:

Ziel der vorliegenden Arbeit war es, Informationen über das Vorkommen von Leptospira-Infektionen in Tierbeständen zoologischer Gärten in Deutschland zu gewinnen. Hierzu wurden Serum- und Nierengewebsproben von Zootieren (n = 927), Futtertieren (n = 123) und wildlebenden Tieren (n = 745) auf Leptospira-spezifische Antikörper bzw. Leptospiren und Leptospira-spezifische DNS untersucht. Die Proben stammten von Tieren in den folgenden zoologischen Gärten und Tierparks: Tierpark im Leintal, Tierpark Göppingen, Tierpark Pforzheim, Tierpark Ulm, Schwabenpark Welzheim, Nymphaea Esslingen und Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma, Stuttgart, in Baden-Württemberg sowie Zoo Landau/Pfalz in Rheinland Pfalz und Naturzoo Rheine in Nordrhein-Westfalen. Die Serumproben waren in den Jahren von 1996 bis 2003 von Zootieren im Zuge routinetierärztlichen Untersuchungen entnommen worden. Nierengewebsproben wurden in den Jahren 2002 und 2003 gewonnen. Sie stammten zum einen von Zootieren (n = 75), die in diesem Zeitraum zu Tode gekommen waren. Außerdem wurden Nierengewebsproben von wildlebenden Tieren (n = 745) entnommen, die auf dem Zoogelände bei der Schädlingsbekämpfung mit Fallen gefangen oder vergiftet, oder bei der Bejagung erlegt oder zufällig tot aufgefunden worden waren. In gleicher Weise wurden kleine Säugetiere und Vögel (n = 123) beprobt, die als Futtertiere für beutegreifende Zootiere verwendet wurden. Die Untersuchung der Serumproben auf Leptospira-spezifische Antikörper erfolgte im Mikroagglutinationstest (MAT). Nierengewebsproben wurden einem DNS-Extraktionsverfahren unterzogen und mit der LeptoF/LeptoR-PCR nach Smythe et al., 2002 untersucht. Parallel wurde versucht, Leptospiren durch Anzucht in EMJH-Medium im Nierengewebe nachzuweisen.

Bei der Untersuchung der Zootiere konnten gegen alle 10 untersuchten Leptospira-Serovare gerichtete Antikörper gefunden werden (Australis, Autumnalis, Canicola, Grippotyphosa, Copenhageni, Pomona, Hardjo, Saxkoebing, Sejroe, Tarassovi). Gegen mindestens ein Serovar gerichtete Antikörper-Titer ab einer Höhe von 1:100 kamen bei 12,6 % der Zootiere vor. In der Wilhelma waren bei 10,7 % der Zootiere gegen Leptospira gerichtete Antikörper nachweisbar, in den anderen Zoos bei 25,0 %. Dieser Unterschied war signifikant. Gegen das Serovar Copenhageni gerichtete Antikörper kamen am häufigsten vor (63,8 % der positiven Reaktionen in der Wilhelma und 31,8 % in den anderen Zoos). Am häufigsten waren gegen Leptospira gerichtete Antikörper bei den Gattungen der Raubtiere mit 30 % (n = 15) und der Unpaarhufer mit 24,0 % (n = 19) festzustellen. Jedoch wurden bei keinem einzigen Zootier Leptospiren oder Leptospiraspezifische DNS mittels Anzüchtung bzw. PCR nachgewiesen. Dagegen reagierten Proben von 3,4 % der untersuchten wildlebenden Tiere in der PCR positiv. Am häufigsten wurde Leptospira-DNS bei Wanderratten (Rattus norvegicus) nachgewiesen (9,7 % der untersuchten Tiere). Auch die Hausmaus (Mus musculus) mit 3,0 % und die Gelbhalsmaus (Apodemus flavicollis) mit 0,9 % wurden als Leptospiren-Wirte belegt. Außerdem reagierten ein Igel (Erinaceus europaeus) und eine Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) PCR-positiv. Bei keinem von 86 getesteten wildlebenden Tieren aus der Wilhelma verlief der MAT positiv. Als mögliche Ausscheider dominierten in der Wilhelma Haus- und Gelbhalsmaus. Wanderratten kamen dort aufgrund eines intensiven und effektiven Bekämpfungsprogramms nur selten vor. Diese Art war im Unterschied dazu in den anderen Tierhaltungen das häufigste Nagetier. Bei keinem Futtertier wurden Leptospiren-DNS oder gegen Leptospira gerichtete Antikörper festgestellt.

Die Häufigkeit von Leptospira-Infektionen bei Zootieren scheint mit der Höhe der Rattenpopulation zuzunehmen, weshalb die Bekämpfung gerade dieser Tierart zur Vermeidung von Leptospirosen in Zoos bedeutsam ist. Für das Zoopersonal scheint vom Tierbestand der untersuchten Tierhaltungen kein besonderes Infektionsrisiko auszugehen. Selbst bei serologisch positiven Zootieren wurde in keinem Fall in den Nieren Leptospiren-DNS gefunden. Personen mit Kontakt zu Tieren oder tierischen Ausscheidungen sollten auf das Leptospiroserisiko hingewiesen werden. Maßnahmen des Infektionsschutzes (Schutzkleidung, Desinfektionsvorrichtungen, Abfallentsorgung u.ä.) sollten in die betrieblichen Abläufe integriert sein und auch gegen Leptospiren gerichtet sein.

 Abstract:

The aim of this study was to present data about the prevalence of leptospiral infections in animal collections of German zoologic gardens. The risk of exposure and subsequent infection for zoo animals and zoo staff was assessed by serological, molecular biological, and epidemiological studies on zoo animal species as well as free roaming and feeding animals.

Blood serum samples and kidney samples from zoo animals (n = 927), feeding animals (n = 123) and free roaming animals (n = 745) were tested for antibodies against leptospires or leptospires and leptospiral DNA, respectively. Samples originated in the Zoological Botanical Garden Wilhelma, Stuttgart, and six other zoos located in Germany. Serum samples had been collected from 1996 through 2003 during routine veterinary examinations. Kidney samples were collected during 2002 and 2003. They originated from zoo animals (n = 75) that died in that period for various reasons, and from free roaming animals (n = 745) trapped or poisoned during normal pest control. Similarly, samples were taken from small birds and mammals (n = 123) used as prey for predator species. Serum samples were tested for antibodies against leptospires by the microagglutination assay (MAT). Kidney samples were submitted to an DNA extraction procedure followed by PCR analysis for leptospiral DNA with primers LeptoF and LeptoR (Smythe et al., 2002). Additionally, kidney samples were tested for leptospires by culture methods using EMJH medium.

In zoo animals, antibodies were detected against all serovars that were used as test antigen in the MAT (Australis, Autumnalis, Canicola, Grippotyphosa, Copenhageni, Pomona, Hardjo, Saxkoebing, Sejroe, Tarassovi). In summary, 12.6 % of the tested zoo animals showed antibodies (titres of ≥ 1:100) against at least one serovar. Significantly less animals proved positive in the Wilhelma (10.7 %) than in the other zoos (25 %). Most of the positive serum samples contained antibodies against serovar Copenhageni (63.8 %, Wilhelma; 31.8 %, other zoos). Antibodies against leptospires were most prevalent in tested predators (30 %) and odd-toed ungulates (24 %). However, leptospires were not detected in any zoo animal by the culture or PCR method. In contrast, leptospiral DNA was detected in 3.4 % of the free roaming animals. The rate of positive individuals (9.7 %) was highest in the brown rat (Rattus norvegicus). Leptospiral DNA was also detected in house mice (Mus musculus; 3.0 %) and yellow necked field mice (Apodemus flavicollis; 0,9 %). Interestingly, one hedgehog (Erinaceus europaeus) and one pipistrelle bat (Pipistrellus pipistrellus) tested positive as well. Antibodies against leptospires were not detected in any of the 86 samples from free roaming animals tested by the MAT. Additionally, non of the tested prey animals tested positive for leptospires or leptospiral DNA or leptospiral antibodies. In the Wilhelma Zoo, the house mice and the yellow necked field mice were observed to be the dominating potential shedders of leptospires while the brown rat was rare in this zoo due to an intensive and effective pest control program. In contrast, the brown rat was the most common rodent in the other zoos.

These results suggest that zoo animals in Germany are exposed to leptospires frequently and that this frequency positively correlates with the local population density of the brown rat. However, the risk of infection appears to be low for the staffs and visitors from the animal collections in the zoos examined. Even in kidney samples from seropositive zoo animals leptospiral DNA was never detectable. Nevertheless, people having contact to animals or their excretions should be educated about risks of infection and protective measures. It is crucial to implement and maintain strict rules of hygiene including those specifically directed against leptospires.

 

24.07.2014

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Freitag, 11 Juli 2014 07:00

HECKEL, J.-O. (1998)

Verbreitung und Epidemiologie des Hepatitis-B-Virus in Primatenbeständen

Prevalence and epidemiology of hepatitis B virus in primate stocks

Vet. med. Dissertation

130 Seiten

Institut für Medizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenmedizin der Tierärztlichen Fakultät der Universität München
Leitung: PD Dr. Dr. habil. C.-P. Czerny
Zoologisch-botanischer Garten Wilhelma, Stuttgart

Zusammenfassung:

Mit weltweit ca. 350 Millionen chronisch Infizierten stellt die Hepatitis-B eine der bedeutendsten Viruserkrankungen des Menschen dar. Systematische Untersuchungen auf  Hepatitis-B bei nichthumanen Primaten in Primatenhaltungen wurden bisher nur vereinzelt durchgeführt und natürliche Infektionen dabei nur selten nachgewiesen. Durch das Vorhandensein eines großen Bestandes an Affenseren im Zoologisch-botanischen Garten Stuttgart und durch die Ergebnisse vorbereitender Untersuchungen und Literaturrecherchen angeregt, wurde die vorliegende Arbeit zum Thema „Verbreitung und Epidemiologie des Hepatitis-B-Virus in Primatenbeständen“ angefertigt.
Es wurden 650 Serum- und Plasmaproben von 51 Spezies aus 32 Primatenhaltungen in Europa und Thailand mit kommerziell erhältlichen Mikropartikel-Enzym-Immuno-“Assays“ („MEIAs“) auf serologische HBV-Marker untersucht und der jeweilige Infektions- und Immunstatus bestimmt. Die Validierung serologischer Ergebnisse erfolgte durch Polymerase-Kettenreaktion-Untersuchungen („PCRs“) aller Hepatitis B-positiven Individuen sowie eines Teiles serologisch negativer Tiere.
Eine HBV-Infektion konnte bei 47 Kleinen und Großen Menschenaffen und bei einer Meerkatze (Cercopithecus sp.) nachgewiesen werden. Für 12 Menschenaffenartige bestand der Verdacht auf eine akute oder chronische HBV-Infektion mit hoher Infektiösität, der durch positive „PCR“-Ergebnisse bestätigt werden konnte.
Am Beispiel dreier chronisch infizierter Gibbons aus der Gruppe eines deutschen Zoos, konnte durch Sequenzanalyse von Abschnitten aus den Prä-S-, P- und X-Domänen der HBV-DNS, die aus den Seren isoliert wurde, die Infektion durch ein identisches Virus bewiesen werden. Durch Vergleich mit bekannten Gibbon-, Schimpansen- und Human-HBV-Sequenzen, ließen sich die untereinander identischen Genomsequenzen phylogenetisch am ehesten einer bereits bekannten Gibbon-HBV-Variante zuordnen. Mittlere ungewichtete Abweichungen von bis zu 8,70 pro 100 Nukleotiden lassen den Verdacht auf einen neuen Genotyp innerhalb von Gibbon-HBV-Varianten zu.
Die Ergebnisse weisen auf eine relativ weite Verbreitung von HBV in Primatenhaltungen hin. Die Bedeutung der ermittelten Befunde, daraus zu ziehende Konsequenzen und Möglichkeiten der Problemlösung sowie die Ergebnisse der Sequenzanalysen werden diskutiert.

Abstract:

With approx. 350 million chronically infected peopleworldwide, hepatitis 8 is one of the most important viraldiseases of man. Systematic examinations for hepatitis B inprimates of zoological gardens and comparable institutionshave only been conducted occasionally and naturalinfections have only rarely been detected. A large pool ofmonkey sera within the Zoological and Botanical GardenWilhelma, Stuttgart, Germany, as well as results ofpreliminary examinations and of literature review encouragedthis work.
650 serum and plasma samples of 51 primate species comingfrom 32 stocks of Europe and Thailand were tested withcommercially available micraparricle-enzym-immuno-assays(MElAs) for serological HBV-markers and evaluated for theirstatus concerning infection and immunity. Approval ofserological results was achieved by polymerase chainreactionexaminations (PCRs) of all hepatitis B-positiveindividuals and occasionally selected serological negative animals.
A hepatitis B-infection could be found in 47 small and largeapes and in 1 vervet monkey (Cercopithecus sp.). 12 apeswere suspected to suffer an acute or chronic infection withhigh danger of infection, which has been confirmed bypositive PCIR-results,The sequences of sections of hepatitis B virus-DNA, coveringparts of the pre-S-, X- and Pdomains of the virus genom,were analyzed. The DNA was isolated from the sera of 3chronically infected gibbons of a group in a German zoo.These examinations revealed that the animals had beeninfected by an identical virus.
A comparison of the sequences with known gibbon,chimpanzee and human HBVsequences showed the greatestphylogenetic homology with a published gibbon hepatitisBvariant. Mean deviations of up to 8,70 per 100 nucleotidescould be compatible with a new genotype within the gibbon-HBV-varjants.
The results of this work indicate a rather frequent occurrenceof hepatitis B in primate keeping institutions. Significance ofthese findings, resulting consequences and possibilities tosolve the problem, as well as the results of the sequenceanalysis are discussed.

11.07.2014

 

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20.06.2014 - Stuttgart. Am vergangenen Mittwoch, 18. Juni 2014, herrschte große Aufregung in der Wilhelma. Die Feuerwehr rückte mit einem so genannten Hubrettungsfahrzeug an. Ein Feuer war jedoch weit und breit nicht zu sehen. Vielmehr stand wieder einmal die Beringung der jungen Störche an. Zwei Jungvögel bekamen von Ute Reinhard, der Storchenbeauftragten des Landes Baden-Württemberg, Ringe jeweils am rechten Bein angelegt. Die diesjährige Storchenbrut ist das Ergebnis einer Liaison zwischen der langjährigen Wilhelma-Störchin und einem neuen Partner, der aus der Schweiz stammt. Der alte Storchenmann war im vergangenen Jahr gestorben.

Ganz still und unbeweglich duckt sich der Weißstorchnachwuchs in das Nest, als sich der Feuerwehrkorb über sie reckt. Die beiden Altvögel gehen auf Abstand. Beobachten das Geschehen aber argwöhnisch. In dem Korb befinden sich Ute Reinhard und ein Wilhelma-Mitarbeiter. Sie haben den Auftrag, den Jungvögeln Ringe anzulegen. Diese schwarzen Kunststoffringe tragen eine individuelle Nummer. So können sich die Wilhelma-Störche überall auf der Welt „ausweisen“, denn der Ring ist vergleichbar mit einem Personalausweis. In einer Datenbank werden Geburtsort und Geburtstag für jeden Storch gesammelt.

Neben dem Anlegen der Ringe standen Wiegen und Schnabelsäubern auf dem Programm. Mit ungefähr drei Kilogramm sind die Jungstörche schon recht groß. Ihr Alter wird auf ungefähr sechs Wochen geschätzt. Der diesjährige Nachwuchs bei den Weißstörchen stellt in gewisser Weise das Happy End einer nicht so schönen Geschichte dar: Im vergangenen Jahr machte zunächst der kalte Frühling den Wilhelma-Störchen zu schaffen. Die Brut erfror im Nest. So gab es keinen Nachwuchs bei Meister Adebar. Im Herbst wurde zudem das Männchen tot im Rosensteinpark aufgefunden. Die Störchin blieb den Winter über alleine in Stuttgart und bekam in diesem Jahr Gesellschaft von einem neuen, in der Schweiz geborenen Männchen.

Wann genau die jungen Störche geschlüpft waren und wie viele sich in dem Nest auf der Damaszenerhalle befinden, war bis Mittwoch unklar. Denn das Nest ist von unten nicht einsehbar. Nur dank des Einsatzes der Berufsfeuerwehr Stuttgart sind für dieses Jahr die Geheimnisse des Storchenpaares gelüftete. Spannend bleibt nun nur noch die Frage, ob das neue Storchenmännchen auch den Winter über bei seiner Störchin in der Wilhelma bleibt.

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13.06.2014 – Stuttgart. Brasilien liegt so nah: Im Amazonienhaus der Wilhelma kann man jeden Tag eine Reise in den brasilianischen Regenwald unternehmen. In dem großen Tropenhaus entsteht der Eindruck, man sei tatsächlich im Amazonas-Regenwald. Damit diese Illusion perfekt wird, leben hier viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten gemeinsam unter einem Dach. Seit ungefähr zwei Wochen gesellen sich zu den vielen Vögeln, Echsen und Fröschen nun auch 50 Fledermäuse. Brillenblattnasen, um genau zu sein. Um sie zu entdecken, muss man aber schon genau hinschauen. Denn richtig munter werden die kleinen, fliegenden Säugetiere erst wenn es dunkel wird.

Den Tag verschlafen sie kopfüber hängend hinter dichten Pflanzenvorhängen in künstlichen Felsnischen. Oftmals nur wenige Meter von den vorbeigehenden Besuchern entfernt. Hier bilden die Brillenblattnasen kleine Gruppen von zehn bis 15 Tieren. Meistens schart ein Männchen mehrere Weibchen samt Jungtiere um sich. Im Amazonasregenwald können diese Gruppen bis zu 100 Tiere umfassen.

Sobald die Dämmerung einbricht, werden die Blattnasen munter und schwirren dann auch um die Köpfe der Wilhelma-Besucher. Aber keine Angst. Die kleinen, tropischen Säugetiere sind vollkommen harmlos. Sie ernähren sich ausschließlich von Früchten. Diese finden die Brillenblattnasen mit Hilfe ihres ausgezeichneten Geruchssinns. Ansonsten orientieren sich Fledermäuse, auch in völliger Dunkelheit, mit einem so genannten Echoortungssystem. Sie stoßen für uns Menschen nicht hörbare Ultraschallaute aus und bekommen durch die zurückgeworfenen Echos ein sehr genaues Bild von ihrer Umgebung. Brillenblattnasen sind sehr wendige Flugkünstler. Sie können im dichten Blattwerk und auf engstem Raum manövrieren. So weichen sie jedem Hindernis, auch jedem Wilhelma-Besucher, geschickt aus.

In den Tropen Südamerikas gehören Brillenblattnasen zu den häufigsten und damit auch am besten erforschten Fledermausarten. Die Gruppe der Blattnasenfledermäuse umfasst insgesamt 150 Arten, die ihren Namen dem charakteristischen Nasenaufsatz, der wie ein Blatt aussieht, verdanken. Weltweit sind derzeit über 1200 verschiedene Fledermausarten bekannt. Regelmäßig werden jedoch neue Arten entdeckt.

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26.05.2014 – Stuttgart. Die Nordpersische Leopardenkatze der Wilhelma, die 14-jährige "Mesched", ist tot. Wegen einer Gebärmutter- und Bauchfellentzündung musste sie während einer Operation eingeschläfert werden, da es keine Heilungschancen mehr gab. Die Leopardenkatze war im Jahr 2000 im Allwetterzoo Münster zur Welt gekommen und lebte seit 2002 in Stuttgart. Hier hatte sie zwei Jungtiere von dem früheren Zuchtkater der Wilhelma aufgezogen – darunter Sadegh, der heute im Zoo Bern zuhause ist (siehe Foto).

Nordpersische Leoparden gehören zu den am stärksten bedrohten Katzenarten der Erde. Deshalb gibt es für sie ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm, das ihre Nachzucht in den Zoos fördert und koordiniert. Nach dem Tod von Saracen im Jahr 2012 war als neuer Zuchtkater "Aman" aus Köln nach Stuttgart gekommen, bislang hatten er und "Mesched" allerdings kein Interesse aneinander gezeigt. Jetzt sucht die Wilhelma zusammen mit dem EEP eine neue, genetisch passende Zuchtkatze für "Aman". Zumal es leider fraglich ist, ob die Schutzbemühungen für die schönen Katzen in ihrer Heimat, der Kaukasusregion, noch eine Chance haben und die Art im Freiland überleben wird.

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21.05.2014 – Stuttgart. Bei den Greifvögeln der Wilhelma tut sich was: Vor zehn Tagen sind drei Gänsegeier aus der Wilhelma ausgezogen und nach Bulgarien gereist, um dort auf die Auswilderung vorbereitet zu werden. Derweil ist der nächste Geier-Nachwuchs bereits geschlüpft, ein weiterer Jungvogel steht kurz davor. Und bei neuen kommentierten Fütterungen können die Besucher nicht nur über Geier jede Menge lernen, sondern auch über die anderen Greifvögel und die Eulen in der  Wilhelma.

2011 und 2012 waren die Gänsegeier Buli, Rila und Pirin geschlüpft – als drei von über dreißig, die in der Wilhelma bereits das Licht der Welt erblickten. Und schon bei ihrer Geburt stand fest, dass sie eines Tages ausgewildert werden und über dem Balkan kreisen sollten. Dort waren die Gänsegeier bis vor 50 Jahren noch heimisch, bevor vergiftete Köder für Wölfe auch ihnen den Garaus machten. Mittlerweile ist die Organisation „Green Balkans“ jedoch dabei, das Balkanmassiv als Heimat für die Geier wiederzubeleben. 2010 ließ sie die ersten 26 Vögel frei, weitere folgten. Und bald werden auch die Geier aus Stuttgart an der Reihe sein. Ihre Anreise im Lieferwagen nach Bulgarien über Österreich, Ungarn und Rumänien in nur 25 Stunden haben die drei gut überstanden, wie die Tierärzte bei der Erstuntersuchung an Ankunftsort, dem Wildlife Rescue Centre in Stara Zagora, feststellten. Hier werden die Vögel zudem markiert, bevor sie weiterreisen: Ziel ist dann die Auswilderungsstation in den Bergen, wo sie sich akklimatisieren und an die übrigen Geier aus anderen Zoos gewöhnen können, um dann Schritt für Schritt auf ein Leben in Freiheit vorbereitet zu werden. Seit für die Gänsegeier in einem ihrer letzten europäischen Refugien, in Spanien, auch immer weniger Nahrung abfällt, hat das bulgarische Wiederansiedlungsprojekt an Bedeutung gewonnen. Zwar hat der IUCN (International Union for Conservation of Nature) den Gänsegeier weltweit noch nicht als gefährdet einstuft, aber zumindest in Europa geht es dem großen Vogel mehr schlecht als recht.

Das und viel mehr über Gänse-, Bartgeier und andere Greifvögel und Eulen erfahren die Besucher künftig auch bei den neuen, kommentierten Greifvogel-Fütterungen der Wilhelma – und zwar aus erster Hand und berufenem Munde, nämlich von den Tierpflegern. Ob Bartkauz, Uhu, Seeadler, Schneeeule oder Geier: Jede Art erhält künftig täglich außer montags und freitags ab14 Uhr vor Publikum eine artgemäße Mahlzeit, während die Pfleger Wissenswertes über Lebensweise, Eigenarten und die unglaublichen Fähigkeiten dieser Vögel erzählen und dabei Fragen der Besucher beantworten. Diese können derzeit zudem einen Blick in die etwas unordentlich wirkende Kinderstube der Gänsegeier werfen – und dort, falls die Geiermutter sich nicht gerade schützend davor aufbaut, das erste geschlüpfte Küken dieses Jahres entdecken. Bis auch das zweite und derzeit intensiv bebrütete Ei aufbricht, ist es nur noch eine Frage der Zeit.

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Freitag, 27 Juni 2014 09:02

KUGLER, E.C. (1999)

Vorkommenshäufigkeit von Campylobacter jejuni -Keimträgern und Epidemiologie der Campylobakteriose in Primatenbeständen zoologischer Gärten

Prevalence of Campylobacter jejuni carriers and epidemiology of campylobacteriosis in primates kept in zoological gardens

Vet. med. Dissertation

107 Seiten

Institut für Medizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenmedizin der Tierärztlichen Faktultät, Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Anton Mayr
Ludwig-Maximilians-Universität München
Zoologisch-botanischer Garten Wilhelma, Stuttgart, Dr. med. vet. Wolfram Rietschel

Zusammenfassung:

Im Zeitraum von Juli 1998 bis Januar 1999 wurden 323 Kotproben von Primaten auf Campylobacter jejuni untersucht. 128 Proben stammten aus dem Primatenbestand der Wilhelma (zoologisch-botanischer Garten, Stuttgart), 195 Proben aus anderen Affenbeständen vierzehn zoologischer Gärten und Tierparks.

Außerdem wurden 51 weitere Proben bakteriologisch untersucht. Dazu gehörten Stuhlproben von Tierpflegern, Wasserproben, Insekten und Kotproben verschiedener Tiere, die epidemioloisch von Bedeutung waren.
In der Wilhelma wurden drei Affenarten als Ausscheider von Campylobacter jejuni identifiziert. In acht der vierzehn weiteren untersuchten Bestände konnte bei dreizehn Primatenspezies Campylobacter jejuni aus dem Kot isoliert werden.

Das heißt, von fünfzehn Zoos wurde in neun Einrichtungen Campylobacter jejuni in Kotproben von Primaten bei insgesamt sechzehn Affenarten nachgewiesen. Das entspricht 60 % aller untersuchten Primatenbestände. Es handelte sich bei diesen Tieren um Halb-, Neuwelt- und Altweltaffen einschließlich der Menschenaffen.
31 % der Affengruppen, aus deren Kot Campylobacter jejuni isoliert wurde, war laut Vorbericht klinisch erkrankt, die übrigen 69 % klinisch unauffällig.

Bei einer Fragebogenaktion, die im Rahmen des Forschungsvorhabens durchgeführt wurde, gaben fünf Zoos von achtzehn an der Aktion beteiligten an, in den letzten zehn Jahren sei Campylobacter jejuni in ihren Primatenbeständen nachgewiesen worden.
Von den übrigen dreizehn, die in den letzten zehn Jahren keine positiven Campylobacter- Befunde in ihren Beständen hatten, sandten fünf Kotproben an die Wilhelma. Mindestens eine der mitgesandten Proben jedes Zoos enthielt Campylobacter jejuni-Keime.
Von den restlichen acht Zoos stand kein Untersuchungsmaterial zur Verfügung.

Die retrospektive Auswertung der bakteriologischen Befunde von 1988-1998 der Wilhelma ließ erkennen, daß Campylobacter jejuni seit 1991 immer wieder bei Neu- und Altweltaffen, hier vor allem bei Menschenaffen, nicht jedoch bei Halbaffen des Stuttgarter Zoos, nachgewiesen worden war. Es kam zu vier zeitlich voneinander abgrenzbaren Ausbrüchen einer Campylobakteriose.

In zwei Fällen erkrankten auch Mitglieder des Pflegepersonals an einer Campylobacter- Infektion, die sie sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am Arbeitsplatz zugezogen hatten.

Durch Anfertigung eines genetischen Fingerabdrucks mittels einer PFGE konnte der Verwandtschaftsgrad einzelner Campylobacter- Stämme bestimmt werden. Sie wurden aus Kotproben der Wilhelma isoliert. Außerdem erfolgte die Analyse des Genoms eines Stammes, der aus einer Wasserprobe angezüchtet worden war.
Zwei der aus den Kotproben isolierten Stämme und der Stamm aus der Wasserprobe wiesen verwandtschaftliche Beziehungen auf. Der Stamm aus der dritten Kotprobe unterschied sich völlig im Genom. Er ist anderen Ursprungs, als die drei erst genannten.

In zoologischen Gärten sind Infektionen der Primaten mit Campylobacter jejuni weit verbreitet und durch tierärztliches Eingreifen nicht zu verhindern. Die Infektionsquellen für die Tiere sind vielfältig. Eine wechselseitige Übertragung Affe / Mensch ist möglich. Die Campylobakteriose muß als gefährliche Zoonose in Tierparks überwacht und gegebenenfalls durch geeignete Maßnahmen in Grenzen gehalten werden.

 Abstract:

In the period from July 1998 to January 1999 323 fecal samples of primates were examined for Campylobacter jejuni. 128 samples were taken from non human primates of the Stuttgart Zoo (Wilhelma), 195 samples from further primate populations of fourteen zoos.

Beside these 5 1 additional specimens were investigated bacteriologically. These were fecal samples of animal attendants, water samples, insects and fecal samples of different animals, which were of epidemiological importance.

In the Stuttgart Zoo three species of primates were identified as excreting Campylobacter jejuni. In eight of the further fourteen investigated zoos Campylobacter jejuni could be isolated from the droppings of thirteen species of primates.

This means in nine of fifteen zoos, Campylobacter jejuni was detected in troops of primates in sixteen species. This is equivalent to 60 % of all populations investigated. The species were prosimians, new and old world primates including apes.
According to the preliminary report of the primate groups from which fecal Campylobacter jejuni was isolated 31 % were clinically ill, the other 69 % asymptomatic.

A questionnaire, distributed during the investigation to different zoos, showed that Campylobacter jejuni was diagnosed in five of eighteen zoos in the primate troops in the last decade. Of the remaining thirteen, which had had no detection of Campylobacter jejuni for the last ten years, five sent fecal samples to the Stuttgart Zoo. At least one of the specimens of every zoo sent to the Wilhelma contained Campylobacter jejuni germs. From the remaining eight no material for investigation was available.

The retrospective evaluation of the bacteriological findings associated with Campylobacter jejuni in the Wilhelma from 1988 to 1998 shows, that the germ was diagnosed repeatedly among new world and old world primates, mostly among great apes, but not among prosimians of Stuttgart Zoo since 1991. Four different outbreaks of campylobacteriosis were documented. In two cases members of the zoo staff potentially contracted clinical Campylobacter-infection at their place of work.

Genetic fingerprinting with the help of pulsed field gelelectrophoresis was used to evaluate the degree of relationship of the individual Campylobacter-strains. They were isolated from fecal samples collected in the Wilhelma. Moreover the genom of one strain cultivated from a water sample taken in the Wilhelma was analized.
Two of the strains isolated from the fecal samples and the strain from the water sample turned out to be related. The strain that was isolated from the third fecal sample differed totally in the genome. It is consequently of different origin, than the other three mentioned first.

Infections of primates with Campylobacter jejuni in zoological gardens are widely spread and can not be prevented through intervention by veterinarians. The sources of infection for the animals are manifold. A mutual transmission between non human primate 1 human being is possible. Campylobacteriosis as dangerous zoonosis in zoological gardens has to be supervised and if necessary limited through suitable measures.

27.06.14

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16.04.2014 – Stuttgart. Lange mussten sich die Landschildkröten mit einem Provisorium hinter dem Bisongehege, für die Besucher der Wilhelma nicht sichtbar, zufrieden geben. Nun ziehen sie an den sonnigsten Platz in der Wilhelma um, in eine kleine aber feine mediterrane Landschaft neben der Krokodilhalle.

Die Griechischen Landschildkröten und die Breitrandschildkröten werden Augen machen, wenn sie dieses Jahr aus der Winterruhe erstmals ins Freie kommen: Statt Gitterzaun, Bisons und Betriebsstraße wartet eine mediterrane Karstlandschaft mit schildkrötengerechten Schlupflöchern und entsprechender Bepflanzung auf die urtümlichen Reptilien. Zu verdanken ist dies den zahlreichen Tierpaten der Wilhelma. Denn mit rund 50.000 Euro aus Spenden der Paten wurde diese Anlage in den vergangenen Monaten gebaut.

Der Boden besteht vorwiegend aus Kalkschotter und Bimsstein, die sich hinter der Glaswand auch mit wenig Morgensonne auf kuschelige Temperaturen erwärmen. Für die fehlenden Restgrade sorgen zwei leistungsstarke Strahler. Für den Schluck zwischendurch oder ein kleines Fußbad sind zwei flache Wasserstellen eingebaut. Bepflanzt ist die Anlage mit Korkeiche, Erdbeerbaum, Schneeball, Zistrose, Rosmarin, Thymian, Baumheide, Mäusedorn, Ginster und Gräsern – die Schildkröten sollen sich schließlich fühlen wie ihre wilden Verwandten auf dem Olymp! Ein Felsriegel teilt die Landschaft in zwei Anlagen, so dass die Tiere bei Bedarf auch nach Geschlechtern getrennt gehalten werden können. Neben den Schildkröten werden auf der Anlage auch noch Scheltopusiks gehalten, große, beinlose Echsen aus der Familie der Schleichen.

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