Donnerstag, 07 Januar 2016 09:07

WEBER, A. (2000)

Spielverhalten der Bonobos: Fallstudie über die Ontogenese des Spiels und über Spielaufforderungen im Berliner Zoo

Diplomarbeit

154 Seiten

Math.-Nat. Fakultät, Universität zu Köln
Leitung: Prof. Dr. G. Nogge
Zoo Köln

Zusammenfassung:

Im Rahmen dieser Diplomarbeit wurden deskriptive quantitative und qualitative altersspezifische Daten zum Sozialspiel, Objektspiel und Bewegungsspiel eines weiblichen Bonoboinfants und eines weiblichen Bonobojuvenils im Zoologischen Garten Berlin aufgenommen und miteinander verglichen.
Das Infant spielt am meisten Bewegungsspiel (Anteil an Gesamtspielzeit 69%, Frequenz 57.6 n/h), weniger sozial (Anteil 22%, Freqenz 13.3 n/h) und am wenigsten mit Objekten. Das Juvenil spielt zu gleichem Anteil Bewegungs- und Sozialspiel (45 und 44 %), jedoch Bewegungsspiel mit einer höheren Frequenz von 43.8 n/h gegenüber 19.6 n/h. Objektspiel zeigt das Juvenil mit geringstem Anteil und geringster Frequenz von allen drei Spieltypen (Anteil 11%, Frequenz 3.8 n/h). Somit zeigt das Juvenil mehr Sozialspiel als das Infant, hingegen das Infant mehr Bewegungsspiel. Objektspeil zeigen Infant und Juvenil zu gleichem Anteil, jedoch das Infant mit höherer Frequenz. Der Anteil und die Frequenz des Sozialspiels von Djanoa als Juvenil sind höher als Freder (1997) für Djanoa als Infant herausfand. Der Anteil des Objektspiel ist kleiner und die Frequenz gleich. Der Anteil des Sozialspiel des Infant Maringa entspricht dem Anteil des Infant Djanoa; jedoch die Frequenz des Sozialspiel vom Infant Maringas ist höher.
Das Juvenil Djanoa spielt mit gleichen Anteilen mit dem männlichen Adult Santi und mit dem Infant Maringa, jedoch häufiger mit dem Infant. Das Infatn Maringa spielt am meisten mit dem Juvenil Djanoa.
Das Juvenil fodert am häufigsten das andere Jungtier der Gruppe auf, genauso wie das Infant am häufigsten das Juvenil auffordert. Die adulten Tiere fordern häufiger das Juvenil auf als das Infant.
Auf die Spielaufforderungen von dem Juvenil reagieren alle Tiere, ausser das männliche Adult Simon in über 50% positiv. Auf die Spielaufforderungen von dem Infant reagieren das Juvenil und die Mutter in über 50% positiv, jedoch die adulten Männchen in über 80% negativ.
Jedes Tier der Gruppe bevorzugt unterschiedliche Aufforderungen, die sich je nach dem welcher Speilpartner Rezipient ist unterscheiden. Dabei wählen die Jungtiere gegenüber den Adulten vermehrt Spielaufforderungen mit Körperkontakt, aber die Adulten gegenüber den Jungtieren häufiger Spielaufforderungen ohne Körperkontakt. Die Wahl der Spielaufforderungen wird nicht davon beeinflusst, ob mit dem Rezipienten kurz vorher schon ein Spiel oder eine Spielaufforderung stattgefunden hat.
Zwischen Infant und Juvenil, sowie zwischen Infant und den adulten Männchen treten am häufigsten Verfolgungsspiele auf. Mit der Mutter hingegen konnten am meisten Kitzelspiele beobachtet werden. Das Juvenil spielt am häufigsten mit allen drei adulten Tieren Verfolgungsspiele. Im Verfolgungsspiel sind die Rollen nicht gleichmässig verteilt. Am häufigsten verfolgt das ältere Tier das jüngere.
Bewegungsspiel tritt für beide Fokustiere am häufigsten über dem Boden auf, wobei das Infant häufiger klettert und das Juvenil häufiger hangelt.
Infant und Juvenil bevorzugen unterschiedliche Objekte zum Spiel. Beide Fokustiere bewegen sich am häufigsten mit dem Objekt fort. Das Infant zeigt mehr Neugierverhalten, indem es das Objekt untersucht.

07.01.2016

Freigegeben in W
Freitag, 20 November 2015 12:58

HABEKOST, W. (1981)

Die Tierhäuser im Berliner Zoo des 19. Jahrhunderts. Studien.

Schriftliche Hausarbeit zur Magisterprüfung

166 Seite

Technische Universität Berlin, Fachbereich 1, Institut für Geschichtswissenschaft, Fachgebiet Kunstwissenschaft
Leitung: Prof. Dr. D. Heikamp
Zoo Berlin

Zusammenfassung:

Diese Arbeit, die in erster Linie als eine Dokumentation der hervorragenden Berliner Zoogebäude der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geplant war, hatte selbstverständlich auch die historischen und gesellschaftspolitischen Faktoren zu berücksichtigen. Da es in der Mitte des Jahrhunderts zu einer Häufung von Gründungen Zoologischer Gärten kam, lag es nahe, den ursachen, die diese Entwicklung gefördert hatten, nachzugehen. Hierbei bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass die Überführung der Tiere aus der Menagerie von Versailles in den Gardin des Plantes bei Paris und durch eine damit verbundene tendenzielle Verbürgerlichung der Träger von Tiersammlungen eine Schlüsselrolle darstellt. Unterstützt wurde diese Entwcklung durch die Integration der Menagerie von Lord Derby in die Zoologische Gesellschaft in London, der zögernd die ersten Gründungen von Zoologischen Gärten folgten. Der Anstieg der Zahlen der Neugründungen von Zoologischen Gärten in den sechziger und siebziger Jahren lässt sich durch die Zunahme von Wissenschaft und Forschung, von Reiseberichten und vor allem durch die stark vermehrten Publikationen dieser Ergebnisse in den Fach- und Familienzeitschriften seit der Mitte des Jahrhunderts erklären.

Ein anderer Faktor, der berücksichtigt werden musste, war die Entstehung der Zoogebäude in orientalischen und exotischen Stilen. Antwerpen stellt in diesem Zusammenhang einen Sonderfall dar, da dieses Haus schon vor der Masse der Gründungen von Zoologischen Gärten errichtet wurde und ein Einzelfall bis 1873 blieb. Die historische Entwicklung lässt sich auch hier in erster Linie nach Frankreich zurückverfolgen, besonders durch die Ägyptenmode als Folge der Ägyptenexpedition Napoleons. Bei den Zoogebäuden in orientalischen und exotischen Stilen lässt sich eine sprunghafte Zunahme erst seit Anfang der siebziger Jahre feststellen. Es kann hier nicht endgültig geklärt werden, welche Einflüsse explizit zu dieser Entwicklung führten. Ohne Zweifel war die Ägyptenmode ein Ergebnis der Wissenschaften, die bis zur Mitte des Jahrhunderts erhebliche Fortschritte sowohl auf archäologischem als auch auf ethnograhischem Gebiet verzeichnen konntne. Als Ergebnis dieser Forschungen lassen sich wohl auch die orientalischen und exotischen Anlagen und Gebäude und auchdie Völkerschauen bei den Weltausstellungen werten. Der ägyptische Park der Pariser WEltausstellung von 1867 fand, soweit feststellbar, in den offiziellen Weltausstellungsberichten kaum Beachtung. Auf der Wiener Weltausstellung von 1872/73 gab es kleinere und ein grösseres Gebäude in orientalischen und exotischen Stilen. Jedoch schon ein Jahr früher entstand das Berliner Antilopenhaus mit maurischen Eingangshallen. Meiner Ansicht nach hatten die Weltausstellungen zu Anfang der siebziger Jahre noch keinen grossen Einfluss auf die Zooarchitektur, zumal in Berlin schon ein "maurischer Stil" zu verzeichnen war. Es ist aber anzunehmen, dass die Weltausstellungen ab Mitte der siebziger Jahre zunehmend die Entstehung von orientalischen und exotischen zoobauten forcierten.

Weiterhin war es von Interesse, zu wissen, welche Resonanz der Zoologische Garten und damit auch seine Stilbauten bei der Bevölkerung hervorriefen, was am Beispiel Berlin mittels einiger Zitate dargestellt werden konnte.

Erschwerend für die Arbeit war, dass das Zooarchiv im 2. WEltkrieg grösstenteils vernichtet wurde und somit kein zusammenhängendes Material über die Berliner Zoobauten vorlag. Die Pläne im Bauaufsichtsamt stellen - mit einigen Ausnahmen - nur die nackte Architektur dar, nicht aber die dekorativen Ausschmückung, so dass ich auf vereinzelte Abbildungen und Informationen, die in populärwissenschaftlichen Zoobüchern erschienen, angewiesen war. Dies gilt in noch stärkerem Masse für die Vergleichsobjekte aus anderen Zoologischen Gärten, für die von Berlin aus keine Literatur ermittelt werden konnte, demzufolge die stilistischen Vergleiche zum Teil entfallen mussten. Aus diesem Gründen kann diese Arbeit keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

Die Stilbauten, die durch ihre exotische Ausstrahlung und durch ihren Bildungswert eine absolute Berechtiung hatten, lassen sich nicht als Historismusarchitektur im negativen Sinne bezeichnen. Die Architekten griffen zwar auf historische Baformen zurück und bemühten sich teilweise um die Authentizität, orientierten sich aber nicht an den grossen europäischen Baustilen, sondern wollten einem ethnologischen Anspruch genügen, was ihnen zum Teil auch bestens gelang. Daher ist es sehr bedauerlich, dass  bis auf das Antilopenhaus - alle im Krieg zerstörten Berliner Stilbauten abgetragen wurden. Selbst für den Fall, dass diese Gebäude nicht mehr wiederhergestellt und restauriert werden konnte, wären meiner Meinung nach noch ein paar konsevierte Ruinen - z.B. eine Turmgruppe des Elefantenhauses, der Eingangspylon des Straussenhauses u.a. - auch heute noch für den Besucher interessant und Attraktionen. Leider vermisst man heute beim Zoobesuch den Eindruck des Besonderen, des Exotischen, speziell angesichts mancher extrem nüchterner Neubauten. Aus diesem Grund ist es mir auch unverständlich, dass die Bärenburg von Ende & Böckman 1968 einfach abgerissen wurde, da sie als einziges unzerstörtes Gebäude von der ersten blütezeit des Berliner Zoologischen Gartens Zeugnis ablegen konnte.

20.11.2015

Freigegeben in H
Dienstag, 05 August 2014 09:14

FRANCKE, R. (1989)

Ein Beitrag zur Gewinnung, Beurteilung und Konservierung von Sperma nicht domestizierter Paar- und Unpaarhufer

Observations in the collection, evaluation and preservation of semen of non domestic even-toed and odd –toed ungulates

Vet. med. Dissertation

132 S.

Klinik f. Klauentierkrankheiten und Fortpflanzungskunde, Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin und
Zoo Berlin

Zusammenfassung:

Im Berliner Zoo wurden bei Tieren aus den Ordnungen der Paarhufer (Artiodactyla) und der Unpaarhufer (Perissodactyla) Spermagewinnungsversuche mittels Elektroejakulation durchgeführt. Die Elektroejakulationen erfolgten, wenn Tiere aufgrund einer Routineuntersuchung, einer Behandlung oder Umsetzaktion ohnehin anästhesiert werden mussten. Als Samenspender standen aus der Familie der Hornträger (Bovidae) 18 Individuen zwölf verschiedener Spezies, aus der Familie der Hirsche (Cervidae) elf Individuen zehn verschiedener Spezies, aus der Familie der Kamele (Camelidae) fünf Individuen aus zwei Arten und aus der Familie der Altweltschweine (Suidae) ein Hirscheber zur Verfügung. Ferner wurde eine Elektroejakulation bei einem Grevy-Zebra aus der Familie der Pferde (Equidae) und bei einem Schabrackentapir aus der Familie der Tapire (Tapiridae) durchgeführt.

Bei dem Reizgerät handelte es sich um einen Wechselstromgenerator, der sinus-artige Reizwellen über eine Frequenz von 22 Hertz erzeugte. Die Untersuchungser-gebnisse der Ejakulate und der Morphologie der Spermien der Einzeltiere werden angegeben. Betrug der Anteil vorwärtsbeweglicher Spermien in einem Ejakulat mehr als 50%, wurde das Sperma geteilt, mit Tris- und Lactose-Verdünner konfektioniert und kryokonserviert.

Hinsichtlich der Auftauergebnisse des Gefrierspermas der Hirsche ergab der Ver-gleich der beiden Verdünner keine deutlichen Unterschiede. Bei den Hornträgern fiel in mit Lactose-Verdünner konfektioniertem Sperma der Verlust an intakten Kopfkap-pennach dem Auftauen in elf von zwölf Fällen gegenüber dem Tris-Verdünner geringer aus.

Summary:

At Berlin Zoo semen collection by electroejaculation was examined in artiodactylids and perissodactylids. As semen donator were available out of the family of bovids 18 specimen (12 species)w. out of the family of deers 11 specimen (10 species), out of the family of camelids 5 specimen (2 species), one babirusa (Suids), one Grevy’s Zebra (Equids) and one Malayan Tapitr (Tapirs).

The stimulator delivered sine-wave alternating current at a frequency of 22 Hertz. The results of the evaluation of semen and of the morphology of the spermatozoa were specified. Semen was split into two equal parts if progressive motility of the spermatozoa was classified more than 50%. The portions were diluted in Tris- and Lactose-extender.

Postthaw evaluation of the frozen semen of deer showed no distinct difference between both extenders. Spermatozoa of horned ungulates showed minor acro-some damages in eleven of twelve cases if semen was preserved with Lactose-diluent.

05.08.2014

Freigegeben in F
Samstag, 26 Juli 2014 10:44

BIELEFELDT, P. (2010)

Analyse der Todesursachen von Vögeln des Zoologischen Garten Berlins anhand der Sektionsbefunde des Institutes für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen Berlin, Zentrum für Infektionsdiagnostik, aus den Jahren 1986 bis 2007

Analysis of the causes of death in birds from the Zoological Garden Berlin on the basis of the autopsy records performed by the Institut für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen (ILAT) Berlin from 1985 to 2007

Vet. med. Dissertation

237 Seiten, 41 Abbildungen, 51 Tabellen, 1 Anhang. ISBN: 978-3-86664-970-5

Institut für Tierpathologie des Fachbereichs Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin (Betreuung: Prof. Dr. A.D. Gruber), Institut für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen Berlin,
Zoologischer Garten Berlin (Betreuung: Dr. A. Ochs)

Volltext

Zusammenfassung:

Dieser Arbeit liegen 5.097 Sektionsprotokolle von Vögeln 34 verschiedener Ordnungen des Zoologischen Garten Berlins zugrunde. Die Obduktionen wurden im Zeitraum von 1985 bis 2007 im Zentrum für Infektionsdiagnostik des Institutes für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen (ILAT) Berlin durchgeführt. Es wird ein Überblick über das Vorkommen und die Häufigkeit sowohl infektiöser als auch nicht-infektiöser Erkrankungen und Todesursachen der entsprechenden Vögel gegeben.Im Untersuchungsmaterial nehmen mit insgesamt 61,8% Vögel der Ordnungen Passeriformes (23,3%), Anseriformes (18,8%), Ciconiiformes (9,9%) und Galliformes (9,8%) den größten Anteil ein.

Bei der Auswertung der postmortalen Befunde wird eine Einteilung der Erkrankungen in acht Gruppen, gewichtet nach deren Häufigkeit, sowie in Haupt- und Nebenbefunde vorgenommen. Unterschiede zwischen den einzelnen Vogelordnungen hinsichtlich der Inzidenz der Erkrankungen werden herausgearbeitet und teilweise in tabellarischer Form dargestellt. Weiterhin werden Geschlechts- sowie Altersprädispositionen, jahreszeitliche Häufungen und die Entwicklung des Vorkommens der einzelnen Erkrankungen über den Untersuchungszeitraum analysiert und mögliche Ursachen angeführt. Die Ergebnisse werden mit anderen Untersuchungen verglichen.

Die Analyse wird durchgeführt, um eventuelle Veränderungen in den Todesursachen der Vögel des Zoologischen Garten Berlins feststellen zu können. Dabei geht es unter anderem um betroffene Vogelordnungen, die Häufigkeit des Auftretens einzelner Erkrankungen, das mögliche Vorkommen von Zoonosen oder Emerging Diseases.
Nach einem Anstieg der jährlichen Rate an Todesfällen bezogen auf sämtliche im Zoo gehaltenen Vögel in der ersten Hälfte der 1990er Jahre auf bis zu 15,0% lässt sich ein Rückgang der Todesfälle auf 1,9% am Ende des Untersuchungszeitraumes verzeichnen. Einerseits ist dies auf fortwährende Verbesserungen in der Haltung der Vögel sowie auf die Weiterentwicklung der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten zurückzuführen. Andererseits stellen postmortale Untersuchungen einzelner Tiere eine weitere wichtige Komponente der Gesunderhaltung der Bestände dar, weshalb hier die gute Zusammenarbeit zwischen dem Zoologischen Garten und dem ILAT Berlin von großem Nutzen ist.

Die größte Bedeutung als Verlustursache kommt insgesamt mit 34,9% den Infektionskrankheiten zu, hier insbesondere jenen bakterieller Genese. Im Vordergrund stehen dabei Infektionen mit Mycobacterium spp. oder Salmonella spp., die 6,5% beziehungsweise 3,6% der Gesamtverluste ausmachen. Eine Parasitose führte bei 7,3% aller Vögel zum Tod. Hierbei fielen über 50% der Fälle auf Vögel der Ordnung Passeriformes. Am häufigsten wurden mit 2,0% Filarien und mit 1,5% eine Infektion mit Syngamus trachea festgestellt. Innerhalb der Mykosen dominiert mit einem Anteil an den Gesamtverlusten von 4,1% die Aspergillose. Einen ebenfalls hohen Stellenwert haben mit 24,9% die Organerkrankungen ohne spezifische Erregerätiologie, innerhalb derer mit 6,7% die des Verdauungsapparates und mit 4,7% die des Herz-Kreislauf-Apparates vorherrschen, sowie mit 17,8% die Traumata und weiteren physikalischen Todesursachen. Stoffwechselerkrankungen sind für 10,5% der Abgänge verantwortlich, wobei hier mit 4,6% die Gicht im Vordergrund steht. Neoplasien, Missbildungen und Intoxikationen führten seltener zu Verlusten.

Erkrankungen mit zoonotischem Potential können in 847 Fällen, 16,6%, gesehen werden. Dazu zählen 460 Infektionen mit Mycobacterium avium, 279 mit Salmonella spp., 100 mit Chlamydophila psittaci und acht mit Erysipelothrix rhusiopathiae. Infektionen mit Mykobakterien kamen in den untersuchten 22 Jahren mit einer gleich bleibenden Häufigkeit vor. Dagegen traten 84,0% der Salmonelleninfektionen in der ersten und 76,9% der Chlamydien- Infektionen in der zweiten Untersuchungshälfte auf.

Von den 5097 Vögeln wurden 309 euthanasiert, am häufigsten aufgrund eines Traumas oder einer bakteriellen Infektion. Insgesamt entsprechen die Ergebnisse weitestgehend den Angaben in der Literatur. Bei einigen Erkrankungen konnten jedoch innerhalb einzelner Ordnungen auch Abweichungen festgestellt werden.

Die Resultate können dem Zootierarzt aufgrund der Schwierigkeit der klinischen Diagnostik bei Vögeln für die Ergreifung zielgerichteter prophylaktischer und therapeutischer Maßnahmen zur letztendlichen Minimierung der Verluste der Zoovögel von Nutzen sein.

Abstract:

This thesis is based on 5.097 autopsy records of birds belonging to 34 orders from the Zoological Garden of Berlin. The postmortem examinations were performed by the Institut für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen (ILAT) Berlin during the period 1985 to 2007. The investigation gives an overview on the occurrence and incidence of both infectious and non-infectious diseases as well as causes of death of the respective birds. With a total share of 61.8% birds of the orders Passeriformes (23.3%), Anseriformes (18.8%), Ciconiiformes (9.9%) and Galliformes (9.8%) are the most frequent animals in the investigation material.

The post-mortem findings’ evaluation includes a division of the diseases into eight different categories as well as into clinically relevant and incidental findings. They were weighted according to their frequency of occurrence. Different incidences of these diseases in the various orders are illustrated and partially shown in tables. Furthermore the sex- and agepredispositions, seasonal incidences as well as the occurrence development of the losses are discussed and possible causes are mentioned. The results are compared to other investigations. The analysis is executed to see possible changes in the causes of death of the birds in the Zoological Garden Berlin for example the affected orders, the frequency of occurrence of some diseases, the appearance of zoonosis or emerging diseases.

In the early 1990s an increase in the annual mortality rate up to 15.0% was seen if one regards all the birds lived in the zoo. But thereafter a decrease to 1.9% at the end of the period of examination could register. On the one hand it is due to the enhancement in birds-keeping and to the further development in diagnostics and therapy. On the other hand post-mortem findings of individual animals are an important element in connection with the maintenance of the livestock’s health. Therefore a good cooperation between the Zoological Garden and the ILAT of Berlin is of a great usefulness.

With 34.9% infectious diseases, mainly due to bacteria, are the most significant causes of death. In this connection tuberculosis and salmonellosis with 6.5% and 3.6% respectively were prime causes of mortality. Parasitical infections were lethal in 7.3% of all birds. More than 50.0% of them regard the order of Passeriformes. Most frequently Filaria and Syngamus trachea were found out with a percentage of 2.0% and 1.5%. The aspergillosis as the dominant mycosis accounted for 4.1% out of the 5097 birds examined.

In 24.9% of the cases an organic disease led to death, especially pathological alteration of the digestive tract with 6.7% and the cardiovascular system with 4.7%. In 17.8% the dissolutions were elicited by traumatic and other physical causes of death. Metabolic disorders as diagnoses, ostensibly gout with 4.6%, were reported in 10.5% of the autopsies. Neoplasms, deformities and intoxications were less in frequency.

847 cases of illness, 16.6% of all birds examined, had potential for zoonotic importance. 460 birds were infected with Mycobacterium avium, 279 with Salmonella spp., 100 with Chlamydophila psittaci and eight with Erysipelothrix rhusiopathiae. The frequency of occurrence of the infections with Mycobacterium avium is nearly constant over the 22 years. In contrast the salmonellosis was more often seen in the first part of the period of examination, infections with Chlamydophila psittaci in the second part. 309 birds were euthanized mainly due to traumatic injuries or bacterial infections.

All in all the findings are similar to other examinations but show in several diseases some differences. The results may help the veterinarian during the clinical diagnostics and so contribute to reduce the avian losses by taking prophylactic and therapeutic measures.

26.07.2014

Analyse der Todesursachen von Vögeln des Zoologischen Garten Berlins anhand der Sektionsbefunde des Institutes für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen Berlin, Zentrum für Infektionsdiagnostik, aus den Jahren 1986 bis 2007
Freigegeben in B

06.06.2014 – Berlin. Heute gegen 7:30 Uhr wurde das 1998 in Wuppertal geborene und seit acht Jahren in Berlin beheimatete Zwergschimpansenweibchen „Opala“ zum zweiten Mal in ihrem Leben Mutter. Da sie sich ganz ruhig und entspannt zeigt und ihr Baby vorbildlich behütet, bleibt das Menschenaffenhaus vorerst auch für die Zoobesucher geöffnet. Sollten Mutter und Kind beunruhigt wirken, behält sich der Zoo eine kurzfristige Schließung vor. Als Vater des Neugeborenen kommen sowohl der gebürtige Stuttgarter „Limbuko“ (19) als auch der schon länger in Berlin lebende, bereits 33jährige „Santi“ in Frage.

Auch die übrigen Mitbewohner scheinen sich über den Neuzugang, bei dem es sich höchstwahrscheinlich um ein kleines Mädchen handelt, kaum zu wundern.

Zwergschimpansen, die auch Bonobos genannt werden, sind noch stärker vom Aussterben bedroht, als die kräftigeren eigentlichen Schimpansen, da sich ihr Verbreitungsgebiet rein auf die Demokratische Republik Kongo beschränkt. Insbesondere in dieser durch Bürgerkriege zerrütteten Region ist die Bejagung der Affen nur schwer zu verhindern. Ihre Nutzung als „Buschfleisch“ stellt neben der Urwaldzerstörung eine der größten Gefahren für die Bonobos dar. Die Zucht dieser sehr nahe mit uns verwandten Menschenaffenart wird international koordiniert.

Freigegeben in Archiv 2014
Samstag, 05 Juli 2014 22:23

SCHÜLE, A. (2008)

Seroepidemiologische Studie zum Nachweis von Antikörpern gegen Coxiella burnetii und Chlamydophila psittaci bei Zootieren und den betreuenden Personen

Seroepidemiologic study for detection of antibodies against Coxiella burnetii and Chlamydophila psittaci in zoo animals and their keepers

Vet. med. Diss. FU Berlin

IV + 163 Seiten, Tabellen, Grafiken

Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen des Fachbereichs Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin und Zoologischer Garten Berlin AG, Direktor Bernhard Blaszkiewitz

Voller Text

Zusammenfassung:

In der vorliegenden Arbeit wurden im Laufe eines Jahres von 85 Tieren (6 Rentiere, 11 Ceylon-Hutaffen, 11 Kirk Dik-Diks, eine Gruppe von 34 unterschiedlichen Haustieren, 11 Aras sowie 12 Hühnervögel) aus dem Zoologischen Garten Berlin insgesamt 1.739 Serumproben gewonnen, von denen alle auf Antikörper gegen C. psittaci und 1.223 auf Antikörper gegen C. burnetii untersucht wurden. Von 13 Tierpflegern, die im selben Zeitraum mit den untersuchten Tieren arbeiteten, und einer Kontrollgruppe von 20 Personen aus dem Charité Campus Benjamin Franklin, gelangten 69 Serumproben zur Untersuchung des C. psittaci-Antikörpertiters. Ziel war es, aktuelle Daten über den Antikörperstatus gegen C. psittaci und C. burnetii bei den Tiergruppen zu erlangen. Weiterhin sollte durch die Untersuchung der Pfleger und einer humanen Kontrollgruppe auf C. psittaci-Antikörper das Risiko der Tierpfleger, sich mit C. psittaci zu infizieren, eingeschätzt werden.

Alle Serumproben wurden mit einem Coxiellen- bzw. Chlamydien-Antikörper-ELISA des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes (CVUA) Stuttgart untersucht. Um zu klären, ob dieser ELISA-Test mit dem verwendeten Konjugat auch für serologische Untersuchungen bei Zoo- und Wildtieren anwendbar ist, wurden C. burnetii - bzw. C. psittaci-positive Seren von Bovidae, Capridae, Ovidae, Equidae, Cervidae, Anatidae, Phasianidae und von Primaten aus dem Stuttgarter Zoo Wilhelma mit dem Konjugat in verschiedenen Verdünnungsstufen untersucht. Die Nachweisempfindlichkeit erwies sich bei allen Säugetieren als sehr gut, jedoch konnten beim C. burnetii-Antikörper-ELISA keine Reaktionen auf Immunglobuline in Vogelseren festgestellt werden. Die Seren der Hühnervögel konnten mittels des C. psittaci-Antikörper-ELISA des CVUA Stuttgart untersucht werden, zur Untersuchung der Papageiseren wurde der RIDASCREEN C. psittaci ELISA der Firma r-biopharm verwendet.

Die Tiere der untersuchten Gruppen zeigten im ELISA-Test unterschiedlich deutliche Antikörperreaktionen gegen C. burnetii und hatten somit Kontakt mit dem Erreger, was allerdings keine Aussage über eine mögliche Erregerausscheidung oder den Zeitpunkt einer Infektion zuließ. Innerhalb der Gruppen gab es Tiere, die ganzjährig keine oder nur sehr geringe Antikörperreaktionen hatten, sowie Tiere, die im Laufe des Jahres vereinzelt erhöhte Indexwerte hatten und Tiere, die über das gesamte Untersuchungsjahr hohe Antikörperindexwerte gegen C. burnetii aufwiesen. Darüber hinaus gab es Tiergruppen, bei denen im gesamten Untersuchungszeitraum die Antikörperreaktionen in nur unverdächtigen Bereichen lagen. Eine 100%ige Infektion mit C. burnetii einer gesamten Gruppe, die man bei positiven Indexwerten aller Gruppenmitglieder über das gesamte Jahr vermuten würde, war nie festzustellen.

Chronische symptomlose C. burnetii-Infektionen wurden als möglicher Grund für das Auffinden der „seropositiven“ Tiere angesehen, die durch Stressoren wie Geburten, Druck innerhalb der Gruppe oder ähnlichem zu den beschriebenen Aborten oder anderen Krankheitsgeschehen geführt haben könnten. Die Tatsache, dass zwischen Antikörperbildung und Antigennachweis kein direkter Zusammenhang bestehen muss, konnte durch den Antigennachweis bei Tieren erbracht werden, die im Untersuchungszeitraum verstorben waren, während der gesamten Zeit aber keine erhöhten Indexwerte gegen C. burnetii ausgebildet hatten. Auch konnte durch die erhöhten Indexwerte der Haustiergruppe zur Ablammsaison gezeigt werden, dass in diesem Jahresabschnitt der Infektionsdruck für die zusammenlebenden Tiere besonders hoch zu sein schien.

In allen untersuchten Tiergruppen wurden C. psittaci-Antikörperindexwerte festgestellt, allerdings in unterschiedlicher Höhe, sodass von einem Kontakt mit dem Erreger ausgegangen werden konnte. Da die „seropositiven“ Tiere während des gesamten Untersuchungsjahres ein ungestörtes Allgemeinbefinden zeigten, wurde vermutet, dass symptomlose Verlaufsformen der Infektion dominierten. Stress, den die Tiere untereinander hatten, und andere immunsuppressive Faktoren wie Geburten oder das Führen von Jungtieren, könnten zu erhöhten C. psittaci-Antikörperindexwerten geführt haben. Während der Ablammsaison im Frühjahr des Untersuchungsjahres wurde ein gehäuftes Auftreten „seropositiver“ Tiere in der Haustiergruppe festgestellt. Der Kontakt der Zootiere mit Wildvögeln und –säugern in den Innen- und Außengehegen könnte als eine weitere Ursache für Antikörperreaktionen angesehen werden.

Die serologischen Untersuchungsergebnisse der Hühnergruppen mit hohen Antikörperindexwerten im gesamten Jahr zeigten eine klinisch inapparente Infektion des Gesamtbestandes. Auch die Gruppe der Aras wies einen hohen Grad an C. psittaci-Antikörpern auf. Dieser Antikörpernachweis gelang sowohl parallel zu einem Antigennachweis, als auch zu den Zeiten, in denen kein Antigen mehr festgestellt werden konnte.

Trotz des regelmäßigen Kontaktes der Tierpfleger zu Zootieren mit erhöhten C. psittaci-Antikörpertitern und mit immer wiederkehrenden C. psittaci-Antigennachweisen, war der Anteil der AK-positiven-Reagenten unter den Tierpflegern (3 AK-positive-Reagenten von 13) im Vergleich zur Kontrollgruppe (16 AK-positive-Reagenten von 20) geringer. Weder klinische noch serologische Auffälligkeiten konnten bei den untersuchten Tierpflegern festgestellt werden. Eine Aussage über ein erhöhtes Risiko der Pfleger, sich durch die Arbeit mit den Zootieren an C. psittaci zu infizieren, konnte durch die vorliegende Arbeit nicht getroffen werden.

Anhand der vorliegenden Untersuchung wurden erstmalig in diesem Umfang in einem Zoologischen Garten einzelne Tiergruppen auf Coxiellen- bzw. Chlamydien-Antikörper über einen längeren Zeitraum hin untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass mit den verwendeten ELISA IgG-Antikörper nachweisbar sind und sich Verläufe der Antikörperentwicklungen in den Tiergruppen darstellen lassen. In zukünftigen Studien sollten Vergleichsuntersuchungen über den Nachweis der Ig-Klassen IgM und IgG vorgenommen werden, um eindeutige Aussagen über die Antikörperentwicklung treffen zu können. Zur besseren Bewertung der Antikörperentwicklungen empfiehlt sich darüber hinaus für weiterführende Arbeiten der gleichzeitige Antigennachweis.

Aufgrund der Ergebnisse kann beim Verdacht einer Coxiellen- bzw. Chlamydien-Infektion innerhalb einer Tiergruppe einer zoologischen Einrichtung eine serologische Untersuchung auf Antikörper gegen die Erreger bei einigen Tieren (Rentiere, Ceylon-Hutaffen, Kirk Dik-Diks, unterschiedliche Haustiere, Aras sowie Hühnervögel) zur Bestandsdiagnostik empfohlen werden. Hierbei stellen die verwendeten Tests des CVUA Stuttgart eine Möglichkeit dar. Eine einheitliche Vorgehensweise und Bewertung der Ergebnisse für alle Tierarten ist jedoch nicht zu empfehlen, da sich der Grenzwert von 0,4, wie ihn der Hersteller der Tests für die Verwendung bei Rind, Schaf und Ziege vorsieht, nicht für alle überprüften Tiergruppen als geeignet herausstellte. Weitere Studien, die eine eventuelle Anpassung des Cut-offs an die Untersuchung von Wildtieren ermöglichen, fehlen bislang und bleiben zukünftigen Studien vorbehalten.

Summary

In the present study, 1.739 serum samples were obtained from 85 animals (6 reindeers, 11 Toque Macaque, 11 Kirk Dik-Diks, a group of  34 farm animals, 11 Aras, and 12 chickens) from the Berlin Zoo during one year. All samples were tested for the presence of antibodies against C. psittaci, and 1.223 samples were  tested for the presence of antibodies against C. burnetii. Sixty-nine serum samples for serologic tests for antibodies against C. psittaci were also obtained from 13 keepers during the same timeframe and from 20 persons from the campus of the Charité Benjamin Franklin, serving as control group. The first aim of the present study was to obtain data determining the immunologic status in regards to C. psittaci and C. burnetii of the different animal groups. The second aim of the study was to evaluate the risk of infection with C. psittaci for the keepers.

All serum samples were tested using a Coxiella - or Chlamydia-antibody ELISA provided by the CVUA Stuttgart. In order to determine the usefulness of this ELISA test for serologic testing of serum from zoo- and wildlife animals, serial dilutions of C. burnetii - and C. psittaci-positiv sera from Bovidae, Capridae, Ovidae, Equidae , Cervidae, Anatidae, Phasianidae and from primates from the Stuttgart Zoo Wilhelma were examined. Results showed a high sensitivity for mammalian species. However, no response to immunoglobulins utilizing the
C. burnetii-antibody-ELISA was observed in sera obtained from avian species. The serum samples of the chickens therefore were tested using the C. psittaci -antibody-ELISA of the CVUA Stuttgart whereas the RIDASCREEN C. psittaci ELISA (r-biopharm) was used to test sera from parrots.

Utilizing the ELISA, results revealed that animals of the different groups developed antibodies against C. burnetii and therefore had exposure to the agent. However, no conclusions were possible regarding possible shedding of the agent or time of infection. Within the groups were animals that had none or just a very small antibody response during the year, animals that had multiple peaks of antibody titers, and animals that showed high amounts of antibodies against C. burnetii
all year around. In some animal groups antibody titers were considered insignificant during the time of the study. In none of the animal groups, 100% of the animals were infected during the entire year. Chronic, subclinical infections with C. burnetii were considered the cause of abortions or other symptoms evolving in seropositive animals, when stress like birth or social stress within the group occurred. Antigen was found in animals that died during the study period, but prior to death had never developed antibodies against C. burnetii. Therefore, no correlation was found between presence of antibodies and antigen. Increase in antibody titers within the farm animal group during lambing season showed increased infection risk for animals living together during this time of the year.
 
In all animal groups examined, various antibody titers against C. psittaci were detected, suggesting exposure to the agent. All serologically positive animals showed no clinical signs of infection during the study period, suggesting predominantly subclinical infections. Social stress within a group or other immunosuppressive factors such as births or raising the young could be the cause for elevated C. psittaci antibody titers. During lambing season in spring, an increased rate of serologically positive animals was noted within the farm animal group. Additionally, contact between zoo- and wildlife within inside and outside housing facilities could be another cause for the antibody responses seen.

Serologic results of the chicken groups showed high antibody titers during the entire year, indicating subclinical infection of the entire group. The group of Aras showed a high prevalence of antibody titers against C. psittaci. Antibodies were found correlating with antigen detection, and found as well as at times, where no antigen could be found.

Despite the regular contact between keepers and zoo animals with increased antibody titers against C. psittaci and detected antigen, the antibody prevalence among the keepers was considerably lower (3/13) compared to the control group (16/20). No clinical abnormalities could be detected in any of the keepers. The present study allowed no conclusions about a higher risk for the keepers for infection with C. psittaci. For the first time, this study investigated different groups of animals from a zoo for the presence of antibodies against C. burnetii and C. psittaci for one year.
 
The ELISA test utilized was sensitive to detect IgG- antibodies. Serial titers could be evaluated in the different animal groups. Further studies comparing IgM and IgG would be helpful to further elicit the serologic changes associated with those infections. For a better interpretation of the serological changes a simultaneous antibody detection is recommended for further studies.

The results of this study suggest, that if an infection with C. burnetii or C. psittaci is suspected within a group of zoo animals, serologic testing of some animals species (reindeers, Toque Macaque, Kirk Dik-Diks, different farm animals, Aras as well as chickens) could be useful to estimate the immunological state within a group. The tests utilized in the present study provide a valuable tool to detect these antibodies in the different species examined.

Evaluation of the results need to be adjusted for different species, because the recommended cut-off-value of 0.4 for use in cattle, sheep and goats has shown to be invalid for other species. Further studies to develop a cut-off for the examination of wildlife would be beneficial.

05.07.2014

http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000011277/Schuele.pdf?hosts=
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11.05.2014 - Berlin. Häufig sind es die Jungtiere, die die Zoobesucher in ihren Bann ziehen und sie fasziniert vor den Gehegen stehen lassen. Doch darf man dabei nicht vergessen, dass viele der Zootiere ein deutlich höheres Alter in Menschenobhut erreichen, als ihre Artgenossen im Freiland. Eine dieser „tierischen Seniorinnen“, das Flachlandgorillaweibchen „Fatou“, vollendet an diesem Wochenende ihr  57. Lebensjahr.  1957 in Westafrika geboren, kam Fatou als Jungtier im Reisegepäck eines französischen Matrosen in der Hafenstadt Marseille an. Dieser Matrose musste den kleinen Gorilla zum Zahlen seiner Zeche an die Besitzerin einer Hafenkneipe abgeben, über die Fatou dann  im Mai 1959 in den Zoo Berlin gelangte.

Seit nun schon 55 Jahren lebt sie also im Menschenaffenrevier des Zoologischen Gartens  Berlin, brachte hier 1974 den ersten in Berlin gezüchteten Gorilla zur Welt und lebt noch heute auf einer Anlage neben ihrer 29 jährigen Enkeltochter “M‘penzi“. Der Rummel in der Gorillagruppe wäre der betagten Fatou mittlerweile zu viel und so lebt sie seit einiger Zeit in ihrem eigenen Gehege und genießt die intensive Betreuung ihrer Pfleger. Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem erklärt: „Es ist ein besonderes Geschenk mit Fatou, einen wichtigen tierischen Botschafter in unserem Zoo zu haben und es freut uns, dass sie trotz ihres sehr hohen Alters in einem so guten gesundheitlichen Zustand ist. In freier Wildbahn haben die Wilderei, Krankheiten wie Ebola und die fortschreitende Zerstörung des Lebensraumes der Gorillas allein in den letzten 20 bis 25 Jahren zu einem dramatischen Rückgang dieser Spezies um etwa 60 % geführt. Gorillas sind somit zu einer Leitart für die vom Aussterben bedrohten Tiere geworden¸“ erläutert der Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem.

„Wenn es einem Zoo gelingt, dank der guten Gene von Fatou und der fachmännischen Betreuung durch das Personal einen Gorilla über so viele Jahre erfolgreich zu halten, dann ist das schon etwas, worauf man stolz sein kann. Uns, die wir täglich bei Fatou arbeiten dürfen und mit ihr leben, macht sie jeden Tag aufs Neue Freude,“ sagt Zootierarzt und Menschenaffenkurator Dr. André Schüle.

Anmerkung: Auch der älteste Gorilla der Welt wurde am 22. Dezember 1956 im Zoo von Columbus, Ohio geboren. Der drittälteste ist die am 22. September 1959 im Zoo Basel geborene Goma. In der Wildbahn werden Gorilla kaum je älter als 35 Jahre.

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07.04.2014 - Berlin. Als am 20. März nach einjähriger Zuchtunterbrechung und 90tägiger Brutzeit wieder ein Streifenkiwi geschlüpft war, wurde der Jungvogel zunächst gewohnheitsgemäß in der Obhut seines Vaters gelassen, der nach Kiwisitte allein für das Brutgeschäft zuständig ist. In Berlin hatte man in den Jahren zuvor festgestellt, dass sich die Kiwiküken in den ersten Lebenstagen besser entwickeln, wenn man sie nicht wegnimmt, sondern vom Vater hudern lässt. Doch in diesem Fall fand man den Schlüpfling bei einer Kontrolle wenige Stunden später ausgekühlt und apathisch abseits des Vaters, der fest ein zweites Ei bebrütete – sein erstes Küken hatte er wohl aussortiert. Nachdem der völlig kraftlose und auf einem Auge blind scheinende Jungvogel in ein wärmendes Kükenheim überführt wurde, konnte er sich in den folgenden Tagen nur sehr langsam erholen. Das Ergebnis der ersten Wiegung nach dem Schlupf war ebenfalls nicht sehr verheißungsvoll ausgefallen; denn mit einem Gewicht von nur 225 g war es der leichteste jemals in Berlin geschlüpfte Jungvogel. Seine 13 zwischen 2003 und 2012 geschlüpften Geschwister hatten im Durchschnitt 310 g auf die Waage gebracht und im Mittel haben Kiwis in ihrer neuseeländischen Heimat ein um weitere 50 g höheres Schlupfgewicht.

Doch wider alle Erwartungen entwickelte sich das Miniküken immer besser. Nachdem sein Körpergewicht zwischenzeitlich unter 200 g gefallen war, frisst der Jungvogel nun bereits selbständig Würmer und kleine Insekten und konnte so sein Gewicht auf 235 g steigern. Auch sein Auge ist mittlerweile wieder hergestellt und insgesamt macht das Küken einen sehr munteren und fitten Eindruck.

Aus diesem Grund konnte der seltene Jungvogel jetzt in einen Schauaufzuchtraum neben der Futterküche der Fasanerie gesetzt werden, wo man ihm über einen Monitor allerdings meist nur beim Schlafen zusehen kann; denn Kiwis sind nachtaktive Vögel, die bei Tageslicht in Höhlen verborgen ruhen.

Kiwis sind die kleinsten flugunfähigen Laufvögel, die ausschließlich in Neuseeland beheimatet sind. Durch eingeschleppte Raubtiere, die vor allem die Eier erbeuten, wurden die Bestände aller insgesamt fünf Kiwiarten dramatisch reduziert. Strengste Schutzmaßnahmen verhinderten nur mancherorts die Ausrottung der Wappenvögel des Inselstaates.

Weltweit gibt es nur etwa 50 Individuen außerhalb Neuseelands, von denen mit dem Jüngsten allein neun im Berliner Zoo leben. Das nordamerikanische und europäische Zuchtbuch für die Art, bei der es sich um den Nördlichen Streifenkiwi handelt, wird vom Smithsonian National Zoological Park (Washington, USA) geführt. Die Zucht der Kiwis muss äußerst sorgfältig gemanagt werden, da es langfristig nicht mehr möglich sein wird, Artgenossen von ihnen aus Neuseeland zu importieren.

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03.04.2014 – Berlin. Von Vaterfreuden keine Spur, Böhm-Zebrahengst „Ole“ sorgt sich nicht um seine jüngst geborenen Fohlen und lässt den vier Zebrastuten keine Ruhe. Welche Fortpflanzungsstrategie hinter diesem Verhalten steckt, ist nicht zu erklären. Normalerweise leben die sozialen Steppenzebras in kleinen Familiengruppen, die aus einem einzelnen Hengst, mehreren Stuten sowie deren Nachwuchs bestehen. Jede Herde ist zwar hierarchisch strukturiert, der Zusammenhalt zwischen ihren Mitgliedern im Allgemeinen aber sehr stark, sodass verloren gegangene Mitglieder sogar über längere Zeit gesucht werden. Das ranghöchste Tier der Gruppe ist in der Regel eine Stute, während der Hengst sich meist zurückhält. Doch im Berliner Zoo ist „Ole“ in die Rolle des Tyrannen geschlüpft.

Folglich kann der Hengst derzeit nur sporadisch zur Herde gelassen werden, damit die am 4. sowie 23. März geborenen Fohlen mit ihren Müttern keinen Schaden nehmen.

Ist ihr Vater nicht mit auf der Freianlage, spielen die beiden männlichen Jungtiere zuweilen schon ganz ausgelassen miteinander. Selbst die Gesellschaft von sieben Elenantilopen stört keines der Zebras, nur der eigene Vater stiftet Unfrieden auf der Gemeinschaftsanlage.

Bei den im Berliner Zoo gezeigten Böhm-Steppenzebras handelt es sich um Vertreter einer kompakten, bis über den Bauch gestreiften ostafrikanischen Unterart, die vielleicht am weitestgehenden mit dem allgemeinen Zebrabild übereinstimmt. Die breiten schwarzen Streifen kontrastieren stark mit dem weißen Untergrund. Die Streifen der Fohlen sind allerdings noch eher bräunlich, was aber normal und jungtiertypisch ist.

Während das Steppenzebra (Equus quagga) insgesamt nicht als bedroht eingestuft werden muss, sind einzelne geographische Unterarten jedoch bereits ausgestorben. Hier ist vor allem das Quagga selbst zu nennen, das namengebend in der wissenschaftlichen Bezeichnung der Art steckt, von dem ansonsten in Berlin aber nur noch ein ausgestopftes Exemplar im Naturkundemuseum zu sehen ist.

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20.03.2014 – Berlin. In den Gehegen des kleinen Raubtierhauses leben seit Dezember 1997 Vertreter der madagassischen Schmalstreifenmungos, die wir als Dank für unsere vielfältige Hilfe bei der Verbesserung der Haltungsbedingungen der Tiere in unserem Partnerzoos Tsimbazaza in Antananarivo erhalten haben. Es waren seit Jahrzehnten die ersten Tiere, die aus Madagaskar nach Europa gelangten. Mit großem Erfolg konnten wir im Laufe der Jahre die Art erfolgreich nachzüchten und in vielen europäischen Tierhaltungen Tochterkolonien gründen. Am 26. Februar wurde das 30. Jungtier im Zoo Berlin geboren und von seiner Mutter erfolgreich aufgezogen. Das knapp 50 g schwere Jungtier wird von der Mutter in den ersten Wochen mit dem Maul im Nacken gepackt und immer mitgeschleppt. Schon bald aber beginnen sie die Umgebung tobend und spielend zu erkunden.

Die in den Trockenwäldern lebenden Mungos sind durch die zunehmende Umweltzerstörung auf Madagaskar stark bedroht. Nur in wenigen Naturschutzgebieten erhalten sie Schutz. Tagsüber durchstreifen sie den Trockenwald und suchen nach Kleintieren, wie Insekten, kleinen Wirbeltieren, Eiern und Wirbellosen.

An die sandigen, offenen Savannen und Trockenwälder sind sie mit ihrer mit leichten Tupfen versehenden grau-bräunlichen Fellfarbe gut getarnt. Zehn bis zwölf schmale, rötlich braune Längsstreifen auf dem Rücken und an den Seiten gaben ihnen ihren Namen.

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