Donnerstag, 18 August 2016 13:25

PAULY, A. (2016)

Deutsche Erstzucht des Halsbandmakis (Eulemur collaris).
First breeding success in the Collared brown lemur (Eulemur collaris) at a German Zoo.

Der Zoologische Garten 85 (5): 309-313

Erste Seite:

Seit dem Jahr 2012 wird im Tierpark Berlin der Halsbandmaki (Eulemur collaris) gepflegt. Die Haltung begann mit dem Männchen ,,Tonik“, welches der Tierpark vom Zoo Pilsen erhielt (Pauly, 2012). Im Jahr 2013 gelang es, 2,1 weitere Exemplare dieser Lemurenspezies über die Quarantäne im Zoo Sofia zu beziehen. Alle Tiere sind Nachzuchten aus dem Zoo Hamerton. Das Weibchen ,,Juliette“ (geb. 8.4.2012) wurde mit dem schon vorhandenen Männchen aus Pilsen verpaart. Die erste Nachzucht dieses Paares gab es bereits 2014, jedoch handelte es sich um eine Totgeburt. Das Jungtier litt an einer sogenannten Omphalozele und wurde der Embryologischen Sammlung des Museums für Naturkunde in Berlin (Leiter: Dr. P. Giere) übergeben. Am 3.4.2016 gebar "Juliette“ ein weiteres Jungtier, welches sie vorbildlich versorgte und aufzog

Hierbei handelt es sich um die erste Aufzucht eines Halsbandmakis in einem deutschen Zoo. Erwähnenswert ist die Kopffärbung des Jungtieres. Die Behaarung der Kopfplatte ist braun-orange. Der Tierpark Berlin ist nach wie vor der einzige deutsche Zoo, der diesen Vertreter der Lemuridae pflegt. Nach Hinweisen von Fachkollegen muss die Aussage von Pauly (2012), dass es sich im Tierpark Berlin auch um die erstmalige Haltung der Art in einem deutschen Zoo handelt, revidiert werden. Scherpner (2011) erwähnt die Haltung eines weiblichen Halsbandmakis im Zoo Frankfurt von 1875–1879 sowie eines weiteren Tieres, dessen Geschlecht unbekannt ist, von 1909–1916/1917. Da dem Autor kein Bildmaterial dieser Tiere bekannt ist, muss jedoch die Zugehörigkeit zur Art Eulemur collaris angezweifelt werden. Wie schon bei Pauly (2012) erwähnt, wurden Vertreter der Lemuridae selbst gegen Ende des 20. Jahrhunderts noch falsch bestimmt. Nach Recherchen des Autors im Museum für Naturkunde (Berlin) wurde mindestens ein Vertreter der Art Eulemur collaris im Zoologischen Garten Berlin gehalten.

18.08.2016

Freigegeben in P
Donnerstag, 25 Februar 2016 08:51

RUDOLPH, F. (2013)

Studie über das Sozial- und Brutverhalten der Zwergflamingos Phoeniconaias minor (Saint-Hilaire, 1798) im Zoologischen Garten Leipzig

Masterarbeit

122 S. : Ill., graf. Darst.

Ganze Arbeit

Fakultät für Lebenswissenschaften, Universität Wien
Leitung: Ao. Univ.-Prof. Dr. Helmut Kratochvil
Zoo Leipzig

Kurzfassung:

Der Zwergflamingo (Phoeniconaias minor) wird global als „gering gefährdet“ eingestuft. Obwohl einige Populationen als stabil gelten, wird ein weiterer Rückgang vermutet. Viele zoologische Einrichtungen weisen nach jahrzehntelanger Flamingohaltung keine stabilen und selbst-reproduzierenden Zwergflamingopopulationen auf. Folglich sind Importe von tansanischen Zwergflamingos stets erforderlich, was ein weiteres Eingreifen in die Wildpopulationen darstellt und den Druck auf die Etablierung selbst-reproduzierender Zoopopulationen erhöht. Der Zoologische Garten Leipzig hält seit 2004 eine Zwergflamingokolonie. Kontinuierliche Zuchterfolge konnten bis Dato nicht erzielt werden. Der Bruterfolg beschränkt sich auf eine Handaufzucht im Jahr 2008. Auf Grund dieser Tatsachen und dem stets ungeklärten Phänomen des sporadischen Bruterfolges von Zwergflamingos in Gefangenschaft, wurde eine verhaltensbiologische Studie über das Sozial- und Brutverhalten der Zwergflamingos im Zoo Leipzig durchgeführt. Ziel dieser Studie war es, das Sozial- und Brutverhalten mit dem zusätzlichen Aspekt des ausbleibenden Bruterfolges der Zwergflamingos zu dokumentieren und etwaige Unterschiede zu Freilandstudien aufzuzeigen. Die grundlegenden Aspekte des sozialen Verhaltens, Partnerfindung, Nestbau und Bautätigkeit stimmen mit den Aussagen der zitierten Literatur überein. Diskrepanzen wurden bei der Balz und der Kopulation festgestellt. So konnte die Stimulierung der Schar und die stattfindenden Balzzeremonien nur selten beobachtet werden. Dabei nahmen vermutlich die zu geringe Gruppendynamik, eine zu kleine Anlage bzw. das Fehlen eines separaten Landteils Einfluss auf das Balzverhalten. Eine unzureichende Stimulation zur Brut ist das Ergebnis einer zu kleinen Kolonie und führt zu einem verminderten Bruterfolg. Zusätzlich reagieren die Vögel, bei einer nicht ausreichenden Koloniegröße, sehr empfindlich gegenüber ungewohnten Störungen und brechen das Brüten leichter ab. Diskutabel ist die Eventualität, dass die Haltung von Brutpaaren in einer Innenraumzuchtanlage, welche den Gedrängefaktor erhöht, visuelle Komponenten enthält und Schutz gegen Prädatoren bietet, zum Zuchterfolg der Zwergflamingos beiträgt. Die Flugunfähigkeit führte zu übermäßig fehlgeschlagenen Kopulationen und damit zum Misserfolg der Brut. Der in der Literatur beschriebene Ablauf der Kopulation konnte selten vollständig beobachtet werden. Die Männchen waren größtenteils nicht in der Lage, die Balance auf dem Rücken des Weibchens zu halten. Der Einfluss der Flugunfähigkeit sowie der Geschlechtsreife auf die Erfolgsrate der Brut, werden in dieser Studie diskutiert. Zusammenfassend wurde das Sozial- und Brutverhalten der Vögel analysiert und eine Vielzahl von Stress- und Störfaktoren, welche auf haltungsbedingte Umstände, Wetterverhältnisse oder anthropogene Einflüsse zurückzuführen sind, dokumentiert. Die dargelegten Verbesserungsvorschläge in der Haltung sowie Möglichkeiten zur Optimierungen des Bruterfolges sind das Ergebnis dieser Arbeit.

Abstract:

The Lesser Flamingo (Phoeniconaias minor) is globally classified as “near threatened” in the wild and its population trend is decreasing. Flamingos are kept for hundreds of years in zoos, but the Lesser Flamingo population is still not selfsustaining and regular importations from Tanzania are required to fill the demand of birds. These operation frequently result in high levels of mortality, which adds to the urgency of establishing a selfsustaining captive population. The Zoo Leipzig keeps a Lesser Flamingo colony since 2004. The breeding success is limited to one hand-raising in 2008. Based on these facts and the still unexplained sporadic breeding success of Lesser Flamingo in captivity, a study about the social- and breeding behaviour of the Lesser Flamingos in Zoo Leipzig was conducted. The aim of this study was to document the social- and breeding behaviour of captive Lesser Flamingos in addition to the lack of breeding success and to identify differences to the field research. Basic aspects of social behaviour, partner determination, nest building and construction activities met the common literature. Changes could be detected during courtship and copulation. The stimulation of the flock and courtship displays were observed slightly. A probably too small enclosure or the lack of a separate land space can influence the courtship behaviour. The lack of adequate stimulation for breeding is the result of a too small colony. The individuals are very sensitive for disturbance and rapidly breaking off the breeding by an insufficient flock size. It is likely that an indoor breeding facility, which increased bird density because of its size, contained mirrors, and provide security, contributed to the successful breeding program. The inability to fly and the resulting excessive abort of copulation is an additional reason for the failure of breeding. The complete copulation was observed rarely. In most instances the males were not able to keep the balance on the back of the females. The impact of the flightless as well as the sexual maturity on the breeding success were discussed in this study. Despite a lot of conformity with existing field data and literature there have been a number of negative impacts on the breeding success, which are discussed in detail in this study. Finally the social- and breeding behaviour of Lesser Flamingo in Zoo Leipzig were analysed and a variety of stress and disturbance factors, which based on husbandry condition, weather or anthropogenic influences, were documented. The argue improvements of husbandry conditions and optimising of the breeding success are the result of this study.

25.02.2016

Freigegeben in R
Montag, 25 Mai 2015 07:26

Nachwuchs im April 2015

lineblack1px

Doppelter Nachwuchs bei den Waldbisons im Erlebnis-Zoo Hannover

PM 2015 04 29 hannover waldbison
Waldbisonkalb /Bison b. athabascae) im ErlebnisZoo Hannover © ErlebnisZoo Hannover
Hannover, 29.04.2015 - Die beiden stellen einfach alles auf den Kopf. Das fängt schon bei der Reihenfolge der Wochentage an. In Yukon Bay im Erlebnis-Zoo folgt auf Freitag Donnerstag. Nicht Samstag. Auch der Artikel wurde flugs geändert. Ab sofort heißt es „die Freitag“. Und „die Donnerstag“. Schuld ist der Nachwuchs der Waldbisons, der erst Freitag (17. April), dann am darauffolgenden Donnerstag (23. April) geboren wurde. Die Geburtstage bleiben vorerst die Arbeitstitel – bis sich Namen passend zum Charakter der Jungtiere finden.

Noch (!) sind die zwei Kälber schüchtern und machen ihrem unschuldigen Aussehen alle Ehre: Kurzes goldbraunes Fell, tiefschwarze Augen, eine große feuchte Nase und das liebe Lächeln auf den Lippen lassen nicht vermuten, dass Freitag und Donnerstag bald schon wild und ungestüm umher toben und dabei ordentlich ihre Familie aufmischen werden. Denn noch genießen sie es, im Schutz ihrer Mütter  langsam aber stetig das Außengehege zu erkunden und regelmäßige Trinkpausen einzulegen.

Die Trinkpausen werden sie auch noch etwa acht Monate lang machen, um groß und stark zu werden. Bison-Jungtiere wiegen bei ihrer Geburt im Frühsommer nämlich nur etwa 25-30 kg, ausgewachsen bringen die Weibchen schließlich bis zu 550 kg auf die Waage! Anstelle des goldbraunen Baby-Fells werden die beiden Mädchen dann (wie ihre imposanten Verwandten) ein dickes, dunkelbraunes Fell tragen.

lineblack1px

Zucht bedrohter Gänsegeier am Kaiserberg

PM 2015 04 23 DU gaensegeier ClaudiaKuster
Gänsegeier mit Jungvogel (Gyps fulvus) im Zoo Duisburg © Claudia Kuster, www.zoo-foto.de
Duisburg, 23.04.2015 -
Klar, über Erstzuchten freut sich der Tiergärtner immer. Aber das erste Küken bei den gefährdeten Gänsegeiern war 2010 doch ein Knaller. Seit Jahren vergesellschaftet der Zoo Duisburg auf einer großzügigen und naturnah gestalteten Freianlage Helmperlhühner, Stachelschweine, Afrikanische Marabus und vier Gänsegeier. Einer davon kam vor Jahren aus dem benachbarten Zoo Gelsenkirchen, die anderen drei aus einer spanischen Auffangstation. Glücklicherweise und wie erhofft fand sich aus den zwei Männchen und zwei Weibchen je ein Paar zusammen.
In Zoologischen Gärten errichtet man oft Nisthilfen aus Naturholz und animiert die Vögel zum Bau, indem – quasi als „Starter“ – Reisig eingeflochten wird. Dann passiert es hoffentlich: Ein Paar inspiziert die Nisthilfen, schleppt Nistmaterial heran und gestaltet das Nest. Die Brut setzt ein, flugs findet sich ein Ei im Nest und nach rund 50 Tagen schlüpft das Gänsegeierküken!

Nach der Erstzucht fing plötzlich auch Paar Nr. 2 mit Nestbauaktivitäten an. Allerdings waren sich die Paare nicht mehr „grün“ untereinander und so entschlossen sich die Zooverantwortlichen, Paar Nr. 2 auszuquartieren und auf eine eigene Anlage zu stellen (in der Fasanerie), wo es in Ruhe seinem Brutgeschäft nachgehen sollte. Auch dieses Paar steht kurz davor, in absehbarer Zeit erfolgreich nachzuzüchten. Die in europäischen Zoos immer noch recht seltene Naturbrut von Gänsegeiern hat auch in diesem Jahr wieder erfolgreich geklappt: Jungvogel Nr. 5 schlüpfte im März auf der Außenanlage, sehr zur Freude der Pfleger und Zooverantwortlichen.

Gänsegeier sind in weiten Teilen Europas ausgerottet. Die Zerstörung des Lebensraumes durch menschliche Erschließung und das Auslegen von Giftködern zur Bekämpfung von Füchsen sind die Hauptgründe, die zum Rückgang der Geiervögel führten. Heute bemüht man sich um ihre Wiederansiedlung, insbesondere im Alpenraum und in den Pyrenäen. Der Zoo Duisburg trägt mit seinen Zuchterfolgen mittlerweile wesentlich zur Erhaltung dieser Art bei.

lineblack1px

Aufzucht seltener Waldrapp-Küken im Tiergarten Schönbrunn

PM 2015 04 21 wien waldrapp
Junge Waldrappe werden mit Fischbrei gefüttert © Daniel Zupanc, Wien
Wien, 21.04.2015 - Füttern, streicheln, abwiegen: So sieht der Alltag von Corinna Esterer und Anne-Gabriela Schmalstieg derzeit aus. Die beiden sind Ziehmütter für 16 Waldrapp-Küken. Bis Mitte Mai können die Besucher im Tiergarten Schönbrunn mitverfolgen, wie die Vogelexpertinnen die seltenen Vögel mit der Hand aufziehen. „Die Küken sind im Tierpark Rosegg geschlüpft und sind jetzt zwischen vier und elf Tage alt. Fast rund um die Uhr kümmern sich die Ziehmütter um ihre Schützlinge. Die Vögel werden dabei auf sie geprägt“, erklärt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Eine zweite Gruppe von 16 Küken folgt in ein paar Tagen und wird außerhalb des Besucherbereichs aufgezogen.  

Die Prägung auf ihre Bezugspersonen ist entscheidend. Denn Mitte Mai übersiedeln die Ziehmütter mit den Vögeln vom Tiergarten Schönbrunn in ein Trainingscamp in Salzburg. Dort werden die Waldrappe drei Monate lang darauf trainiert, einem Ultraleicht-Fluggerät zu folgen, in dem ihre Ziehmütter sitzen. Schratter: „Der Waldrapp ist im 17. Jahrhundert in Mitteleuropa ausgestorben. Nun soll er wieder heimisch werden. Dafür muss den Küken, die in Zoos und Zuchtstationen geschlüpft sind, die Route in ihr Überwintergebiet, ein Schutzgebiet in der Toskana, gezeigt werden. Den Weg zurück nach Österreich finden die Waldrappe dann bereits selbstständig.“

Dieses ehrgeizige Artenschutzprojekt wird vom Waldrappteam, einer Gruppe österreichischer Wissenschaftler, bereits seit 2002 durchgeführt. Der Tiergarten Schönbrunn unterstützt das Projekt von Anfang an. Mittlerweile ist es ein EU LIFE+Projekt, bei dem der Tiergarten einer von acht Projektpartnern ist. Und die Erfolge sprechen für sich: Es gibt in Österreich und Deutschland bereits wieder rund 30 freilebende Waldrappe, die vor Wintereinbruch in die Toskana fliegen und im Frühjahr zurückkehren. Ziel des Projekts ist es, bis 2019 eine Population mit rund 120 Vögeln im Freiland aufzubauen.

lineblack1px

Affen-Nachwuchs im Zoo Frankfurt

PM 2015 04 16 FRA klammeraffe
Goldstirn-Klammeraffe (Ateles hybridus) mit Jungtier im Frankfurter Zoo © Zoo Frankfurt
Frankfurt, 16.04.2015 - Gleich drei Primaten-Arten im Zoo Frankfurt haben gerade alle Hände voll zu tun: Kleine Affen sind in den ersten Wochen sehr auf ihre Eltern oder Geschwister angewiesen. Sie werden getragen, gesäugt und beschützt. Wer sie sehen möchte, muss etwas Geduld mitbringen. Eng an den Körper von Mutter oder Vater geschmiegt, sind sie nicht ganz leicht auszumachen.

Der kleine Goldstirn-Klammeraffe (Ateles hybridus) ist der jüngste Affen-Nachwuchs im Frankfurter Zoo. Er wurde am 10. April geboren. Das Geschlecht ist noch nicht bekannt, da die Mutter das Jungtier liebevoll beschützt und immer nah am Körper trägt. „Wenn sich bei der Geburt und in den Tagen danach keine Auffälligkeiten ergeben, lassen wir die Jungtiere ungestört bei ihren Müttern, damit sich eine stabile Bindung entwickeln kann“, erklärt Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. Für die achtjährige Mutter ist es die dritte Geburt.

Weißkopfsakis (Pithecia pithecia) bringen, genau wie Klammeraffen, immer nur ein Jungtier zur Welt. So auch im Frankfurter Zoo am 31. März. Auch bei diesem Jungtier ist das Geschlecht noch nicht bekannt. Jungtiere der Weißkopfsakis sind zunächst grau wie ihre Mutter. Männliche Tiere erhalten ihre spezifische Fellfarbe – schwarz am Körper, weiß im Gesicht – erst im Alter von etwa zwei Monaten. Für die 10-jährige Mutter ist es die fünfte Geburt. Bei ihren ersten beiden Schwangerschaften gab es Komplikationen und die Jungtiere überlebten nicht.

Während bei Klammeraffen und sakis die Mütter ihren Nachwuchs selber tragen, helfen bei den Goldgelben Löwenäffchen (Leontopithecus rosalia) der Vater und die anderen Familienmitglieder mit. Das ist auch gut so, denn, wie für diese kleine Primatenart typisch kamen am 28. März  Zwillinge zur Welt  . Nach der Geburt übernahm der Vater den Nachwuchs, bringt ihn aber jeweils zum Stillen zur Mutter. Auch die älteren Geschwister tragen die Babys gerne, manchmal streiten sie regelrecht um das Tragerecht. Löwenäffchen müssen die Jungtieraufzucht von ihren Eltern lernen, das Trageverhalten ist nicht angeboren.

lineblack1px

Seit 49 Jahren erstmals wieder junge Giraffengazelle in Europa

PM 2015 04 10 TPB gerenuk
Familie Gerenuk (Litocranius walleri) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin
Berlin-Friedrichsfelde, 10.04.2015  - Am 27. Februar 2015 hatte die Giraffengazelle Amelia im Tierpark Berlin ein kleines Bockkitz zur Welt gebracht. Die erstgebärende Mutter versorgt ihr Junges bestens. Noch bleiben Beide im Stall. Erst wenn die Temperaturen dauerhaft auf über 16 Grad Celsius klettern, können die Tierparkbesucher das Junge und seine Familie auf der Außenanlage bewundern.

Diese Geburt ist das erste Ergebnis einer erfolgreichen, internationalen Zusammenarbeit. Im Juli 2014 haben der amerikanische Botschafter John B. Emerson gemeinsam mit Dr. Andreas Knieriem, Direktor von Zoo und Tierpark Berlin ein Memorandum of Understanding (MOU) unterzeichnet. Oberstes Ziel dieses MOU ist eine enge Kooperation zwischen dem Zoo Los Angeles und den Zoologischen Gärten Berlins auf dem Gebiet der Erhaltungszucht von ausgewählten Tierarten und gemeinsamen Fundraising für Artenschutzprojekte, aber auch Mitarbeiteraustausch.

Im Rahmen des nordamerikanischen Erhaltungszuchtprogrammes für Giraffengazellen hat der Tierpark Berlin im Mai 2013 Südliche Giraffengazellen aus den Zoologischen Gärten Los Angeles und Phoenix erhalten.  Nachdem Tod der letzten Giraffengazelle in Europa 1979 im Zoo Frankfurt, sind die Berliner Giraffengazellen derzeit die einzigen in Europa. Die letzte Geburt einer Giraffengazelle in Europa gab es 1966 im Zoo Frankfurt.
 

Das Botschafter-Ehepaar gab dem Gazellenkitz den Namen "Tayo", was bedeutet 'geboren, um glücklich zu sein'. "Wir hoffen, dass den Besuchern, die ihn sehen, die fragile Schönheit unserer Wildtiere bewusst wird und sie sich für ihren Schutz einsetzen – und Tayo tatsächlich ein glückliches Leben führen wird“. Kimberly Emerson, ehemalige Präsidentin der Los Angeles Zoo Commission, fügte hinzu: „Tayo ist ein passendes Sinnbild für den Frühling und die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen dem Los Angeles Zoo und dem Berliner Zoo und Tierpark.“

Freigegeben in Archiv 2015
Freitag, 10 April 2015 16:04

Nachwuchs im März 2015

lineblack1px

Rostocks Eisbären-Junge auf Außenanlage

PM 2015-03-31 rostock fiete
Eisbär-Jungtier "Fiete" mit Mutter auf der Mutter-Kind-Anlage © Zoo Rostock
Rostock, 31.03.2015 - Nach einem Unterbruch von zehn Jahren wurde am 3. Dezember 2014 im Zoo Rostock, der bekanntlich das Internationale Zuchtbuch für den Eisbären führt,  wieder ein Eisbär geboren, wie sich herausstellte, ein Männchen. Seine Eltern sind  „Vilma“ und „Lars“, der auch der Vater des legendären Berliner „Knut“ und des 2012 in Wuppertal gheborenen Jungtiers ist.  Das Junge entwickelte sich gut und konnte am 25. März 2015 zum ersten Mal auf die Mutter-Kind-Außenanlage. Sobald es sicher schwimmen kann und allein den Weg aus dem Wasser ans rettende Ufer findet, wird es mit seiner äußerst fürsorglichen Mutter auf die größere Anlage umziehen.

Als Ergebnis einer Besucherumfrage bei der mehr als 3000 Namensvorschläge beim Zoo eingingen, erhielt der kleine Bärenmann den Namen „Fiete“. Die Namensverleihung erfolgte am 31. März durch den Rostocker Oberbürgermeister Roland Methling.  In Kooperation mit dem Kreuzfahrtunternehmen AIDA wurden auf der Taufparty über 2.000 Luftballons in die Welt geschickt. Der Absender der am weitesten zurückgesendeten Karte wird mit seiner Familie in das Erlebnisresort Van der Valk in Linstow und in den Zoo Rostock eingeladen. AIDA und das Grand Hotel Heiligendamm haben jeweils eine neue Tierpatenschaft für die Eisbären abgeschlossen. Das berühmte G8-Hotel in Deutschlands ältestem Seebad betreibt seit vielen Jahren einen „Eisbärenclub“ für Kinder. Aktuell haben über 200 Privatpersonen und Unternehmen eine Tierpatenschaft übernommen. Besonders beliebt sind die Eisbären, denen nun bereits 21 Paten zur Seite stehen.

Es wurde an diesem Tag auch die erste „Gold-Partnerschaft“ des Zoos besiegelt. Das erfolgreiche Softwareunternehmen SIV.AG aus Roggentin unterstützt den Zoo und die Eisbären neben vielen weiteren Partnern mit einem jährlichen Beitrag. Aber auch kleinere Spenden helfen. Neben der Weltkugel auf der Bärenburg im Zoo Rostock lädt eine neue Spendenwand für das POLARIUM ein, sich mit einem Beitrag zu verewigen. Ab sofort können Tatzen-Aufkleber im Wert der Spendenhöhe von 5, 25, 100 oder 500 Euro erworben, beschrieben und an der Spendentafel angebracht werden. Das Geld fließt in das POLARIUM, der künftigen Heimstätte der Eisbären und Pinguine.

Ob Fiete immer in Rostock bleiben wird, kann jetzt noch nicht gesagt werden. Zunächst bleibt er bis zur Geschlechtsreife in Rostock. Zwischendurch muss er aber mit den anderen Bären vorübergehend Rostock verlassen. Die Bärenburg wird 2016 abgerissen und ein neues „Polarium“ gebaut. Fiete wird dann mit seiner Mutter 2017 wieder nach Rostock zurückkommen und in das neue „Polarium“ einziehen. Es ist durchaus möglich, dass Fiete in Rostock bleiben wird und der neue Stammvater der Rostocker Eisbärenzucht wird.

In VdZ-Zoos leben (Stand 31.03.2015) 38 Eisbären, davon 33 in Deutschland, 2 in Wien und 3 in Tallinn. Davon ist ein vermutlich 1986 geborenes Tier ein Wildfang, alle anderen sind in 18 verschiedenen europäischen Zoos geboren.

18.04.2015

lineblack1px

Takin-Nachwuchs im Tiergarten Nürnberg

PM 2015-03-31 nuernberg takin
Mishmi-Takin-Kälber (Budorcas t. taxicolor) und ei9ne der Mütter © Tiergarten Nürnberg
Nürnberg, 31.03.2015 - Im Tiergarten der Stadt Nürnberg hat sich Nachwuchs bei den Takins eingestellt. Am 31. Januar, am 18. Februar und am 10. März 2015 wurden drei weibliche Jungtiere geboren, die prächtig heranwachsen.

Über das europäische Zuchtprogramm hat der Tiergarten am 16. Mai 2014 einen blutsfremden Bock erhalten, der im Tierpark Berlin geboren ist. So konnte nach zweijähriger Pause die erfolgreiche Zucht der Takins wieder fortgesetzt werden. Im Tiergarten Nürnberg sind seit dem Jahr 1999 insgesamt 28 Jungtiere dieser selten gezeigten Tierart aus dem Himalaya herangewachsen. Ursprünglich ging der Bestand in Europa und USA auf zwei Tiere zurück, die der Tierpark Berlin 1974 aus dem Zoo Rangun in Myanmar übernommen hat. Der Tiergarten gehörte zu den ersten Zoos die den begehrten Nachwuchs aus dem Tierpark Berlin erhalten hat. 1996 kamen ein Bulle und zwei Weibchen nach Nürnberg, 1999 begann die Zucht. Vor gut zehn Jahren gelang es dem Tierpark Berlin erneut, ein Männchen über eine Quarantänestation in Polen zu importieren. Ein Sohn, der am 20. Februar 2009 geboren wurde, kam über eine Zwischenstation im Zoo Sosto in Ungarn im letzten Jahr in den Tiergarten und sorgte prompt für Nachwuchs.

Die Fähigkeit, innerhalb von nicht einmal 40 Jahren aus drei Gründertieren einen Bestand von über 130 Tieren aufzubauen, zeigt, welches Potential und welche Fähigkeiten die Zoos beim Aufbau kleiner Populationen zur Bestandserhaltung haben. Alle, weit über zweitausend Pater-David-Hirsche der Welt, die 1920 in der Natur ausgestorben waren und heute wieder in zwei Reservaten und weiteren Gehegen in China leben (allein im Dafeng Milu Natural Reserve über 1.000 Hirsche), gehen auf nur drei Gründertiere zurück. Diese Beispiele zeigen, dass Inzucht kein Problem darstellen muss, obwohl wegen der grundsätzlichen Risiken die Inzucht so weit wie möglich vermieden werden soll.

Takin-Nachwuchs wird auch aus München und Wuppertal gemeldet.

12.04.2015

lineblack1px

Kostbarer Hirsch-Nachwuchs im Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec

PM 2015-03-27 goerlitz sika
Vietnam-Sikakuh (Cervus nippon pseudaxis) mit Kalb im Naturschutz-Tierpark Görlitz © Caatrin Hammer
Görlitz, 27.03.2015 - Seit drei Jahren lebt die kleine Gruppe der  im Freiland bereits ausgestorbenen Vietnam-Sika Hirsche bereits im Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec. Mit dem erhofften Nachwuchs sah es allerdings bislang nicht so rosig aus. Nach einigen Veränderungen im Management zieht nun endlich die erste Sika Kuh ihr gepunktetes Kalb erfolgreich auf. Die Jungtieruntersuchung ergab: Es ist ein gesundes Mädchen! Und wenn alles gut geht, dann darf sie sogar im Tierpark bleiben, dafür zieht Vater Hirsch aus...

Für den Vietnam-Sika gibt es seit 1987 ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das  bis 2012  vom Tierpark Berlin koordiniert wurde, der es dann an den Zoo von Mährisch-Ostrau übergab. Im Rahmen dieses Programms halten rund 30 Zoos etwas über 300 Hirsche.

12.04.2015

lineblack1px

Verstärkung für das EEP: Goldkatzen-Nachwuchs in Wuppertal

PM 2015-03-26 wuppertal goldkatze
Junge Asiatische Goldkatze im Grünen Zoo Wuppertal © Zoo Wuppertasl
Wuppertal, 26.03.2015 - Am 11. Februar kam im Zoo Wuppertal ein Goldkatzenkaterchen zur Welt. Asiatische Goldkatzen sind eine bedrohte Katze aus den Tropenwäldern von Nordostindien bis nach Sumatra. In Thailand werden sie auch Feuertiger genannt und gelten als Herrscher aller Katzen. Die Mutter bekam zum ersten Mal ein Jungtier. Bei Katzen ist es leider nicht unüblich, dass die erstgebärenden Katzen Ihre Jungtiere nicht annehmen.  Deswegen mussten unsere Tierpfleger das Junge in eine Handaufzucht überführen.

Für die Asiatische Goldkatze gibt es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm, das vom Zoo Heidelberg koordiniert wird. Insgesamt beteiligen sich 8 Zoos mit 27 Tieren an diesem Programm (Stand 31.12.2014). Im Zoo Wuppertal wuird eitwa ein Drittel des europöischen Gesamtbestandes gehalten.

18.04.2015

lineblack1px

Giraffenkalb im Thüringer ZooPark Erfurt

PM 2015-03-26 EF giraffe
Giraffenkalb im Thüringer ZooPark Erfurt erkundet das Außengehege ©Thüringer ZooPark Erfurt
Erfurt, 26.03.2015 - Weiterer Zuwachs für den Thüringer Zoopark Erfurt: Giraffenkuh Dhakija brachte am Mittwoch ein gesundes Kuhkalb zur Welt. Mutter und Kind sind wohlauf.

Die Hoffnung, dass Dhakija tragend ist, wurde Ende letzten Jahres durch gezielte Untersuchungen bestätigt. Seit Januar traf man im Zoopark deshalb medizinische Vorbereitungen, bereitete eine Strohmatte im Stall vor und überwachte die 4-jährige Netzgiraffe intensiv, um optimale Geburtsbedingungen zu schaffen. Gestern war es dann soweit: 9:51 Uhr erblickte das Giraffenbaby nach einer problemlosen Geburt das Licht der Welt. Auch Dhakija, für die es die erste Geburt war, verhielt sich vorbildlich: Liebevoll animierte sie ihren Sprössling zum Aufstehen, beleckte ihn und kümmerte sich von Beginn an um ihren Nachwuchs. Nach rund einer Stunde wagte sich die kleine Giraffe auf ihre staksigen Beine und fing an, die Welt zu entdecken. Ihre Entdeckungstour setzte sie heute kurz auf der Außenanlage fort. Diese wurde extra mit Absperrband gesichert, damit die Kleine sich nicht verletzt.

In den Savannen Ostafrikas ist der Bestand an Netzgiraffen auf unter 4'700 Tiere geschrumpft. Die Erfurter Giraffen sind Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms, das eine Reserbepopulation langfristig erhalten will. Dieses umfasst gegenwärtig rund 160 Tiere.

18.04.2015

lineblack1px

Hirscheber-Nachzucht in der Wilhelma geglückt

PM 2015-03-19 wilhelma babirusa
Hirscheber-Frischling mit Mutter in der Wilhelma Stuttgart © Wilhelma
Stuttgart, 19.03.2015 - Sie gehören zu den absoluten Raritäten in der Wilhelma. Und doch führen die kleinen Hirscheber in der Zuschauergunst im Zoologisch-Botanischen Garten eher ein Schattendasein zwischen ihren großen Nachbarn: den Nashörner einerseits und den Flusspferden andererseits. Dabei ist die bedrohte indonesische Schweineart etwas absolut Ungewöhnliches. Jetzt ist der Wilhelma sogar eine seltene Nachzucht dieser Tiere mit den geweihartigen Hauern gelungen. Das war zuletzt 2004 der Fall und davor 1992. Sie hält Hirscheber seit 1975. Ein Jungtier gibt es derzeit in Europa nur in Stuttgart und im englischen Chester, woher auch der Vater des Stuttgarter Nachwuchses stammt. „Von der Seltenheit und der zoologischen Bedeutung her ist die Geburt des weiblichen Ferkels gleichzusetzen mit der unseres Panzernashorn-Kälbchens Savita, das viele Fans hat“, sagt Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Ich empfehle daher unseren Besuchern, diese Gelegenheit zu nutzen, auch nebenan bei den Hirschebern vorbeizuschauen.“

Die Art kommt nur auf der indonesischen Insel Sulawesi und vorgelagerten Inseln vor und heißt dort Babirusa, zusammengesetzt aus den einheimischen Wörtern für „Hirsch“ und „Schwein“. Im Deutschen heißen beide Geschlechter Hirscheber. Den Männchen wachsen vier markante Hauer aus ihren besonders langen Schnauzen. Nicht nur die unteren Eckzähne ragen weit aus dem Maul heraus. Die oberen Eckzähne stoßen aus dem Rüssel direkt nach oben und wölben sich im Bogen zurück. Dabei können sie 30 Zentimeter lang werden. Die Zähne sind jedoch spröde und nur bedingt zum Graben oder Kämpfen geeignet. In der Wildbahn brechen sie daher häufig ab.

Die Hirscheber bleiben relativ klein mit einer Körperlänge von rund 90 bis 110 Zentimetern. Ihr Gewicht von bis zu 100 Kilo tragen sie auf recht langen dünnen Beinen und erreichen eine Schulterhöhe von 65 bis 80 Zentimetern. Damit sind sie gut angepasst an ihren Lebensraum im tropischen Regenwald. Dort treten sie Trampelpfade aus, um im dichten Unterholz flinker voran zu kommen. Mit ihren Hauer können sie nicht gut in der Erde wühlen. Sie ernähren sich von Laub, Insekten und herabgefallenen Früchten. In Indonesien werden Hirscheber, von denen rund 40.000 Jahre alte Höhlenmalereien existieren, gejagt und gezähmt. Eine Vermehrung gelingt dort aber selten. Umso bedeutsamer ist der Zuchterfolg in der Wilhelma. Die Wildpopulation wird auf 4000 Tiere geschätzt. Neben der Jagd setzt dem Babirusa die zunehmende Abholzung des Regenwaldes zu.

Sie gehören zu den absoluten Raritäten in der Wilhelma. Und doch führen die kleinen Hirscheber in der Zuschauergunst im Zoologisch-Botanischen Garten eher ein Schattendasein zwischen ihren großen Nachbarn: den Nashörner einerseits und den Flusspferden andererseits. Dabei ist die bedrohte indonesische Schweineart etwas absolut Ungewöhnliches. Jetzt ist der Wilhelma sogar eine seltene Nachzucht dieser Tiere mit den geweihartigen Hauern gelungen. Das war zuletzt 2004 der Fall und davor 1992. Sie hält Hirscheber seit 1975. Ein Jungtier gibt es derzeit in Europa nur in Stuttgart und im englischen Chester, woher auch der Vater des Stuttgarter Nachwuchses stammt. „Von der Seltenheit und der zoologischen Bedeutung her ist die Geburt des weiblichen Ferkels gleichzusetzen mit der unseres Panzernashorn-Kälbchens Savita, das viele Fans hat“, sagt Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Ich empfehle daher unseren Besuchern, diese Gelegenheit zu nutzen, auch nebenan bei den Hirschebern vorbeizuschauen.“

Nur acht europäische Zoos, drei davon VdZ-Mitglieder, halten und züchten Hirscheber im Rahmen eines Erhaltungszuchtprogramms.

16.04.2015

lineblack1px

Katta-Nachwuchs im Tierpark Bochum

PM 2015-03-25 bochum katta
Kattwzillinge im Tierpark Bochum © Tierpark Bocum
Bochum, 25.03.2015 -  Bei Familie Katta hat sich Nachwuchs eingestellt – und das im Doppelback! Im Jahr 2011 erblickte zum ersten Mal im Bochumer Tierpark ein kleiner Katta das Licht der Welt. Auch in den darauffolgenden Jahren konnte man sich über Nachwuchs freuen. Im letzten Jahr kamen ebenfalls Zwillinge zu Welt. Die beiden Männchen sind mittlerweile schon fast so groß wie die erwachsenen Tiere und neugierig auf den winzigen Familienzuwachs. Zusammen mit den zwei neusten Familienmitgliedern zählt die Katta-Gruppe mittlerweile acht Tiere. Wie es für diese Primaten üblich ist, klammern sich die kleinen Zwillinge zunächst noch an den Bauch ihrer Mutter und schauen von dort aus gespannt auf die Kletterkünste ihrer älteren Verwandten.

Die auch aus Film und Fernsehen bekannten Tiere sind sehr gesellig und leben oft in Gruppen von mehr als zehn Tieren, die von einem dominanten Weibchen angeführt werden. Kattas können in Menschenhand bis zu 30 Jahre alt werden, in freier Wildbahn selten über 15 Jahre. Die munteren Affen sind große Kletterkünstler und geschickte Weitspringer. Platz dazu finden sie ihrer Anlage im Tierpark Bochum genügend. Diese verfügt über ein modernes Haus mit einem 80 m2 großen Innenbereich und die 570 m2 große, naturnahe Außenfläche mit vielen abwechslungsreichen Klettermöglichkeiten. 

Besucher können die lebhafte Bande aus nächster Nähe betrachten. Für geführte Gruppen besteht die Möglichkeit die Katta-Außenanlage gemeinsam mit den ZoobegleiterInnen zu betreten. An Wochenenden sind geführte Begehungen der Anlage bei schönem Wetter für alle Tierpark-Besucher möglich. So bietet sich die Gelegenheit die Tiere unmittelbar, ohne Zäune und Glas zu betrachten und sich von ihnen faszinieren zu lassen.

Junge Kattas wurden auch aus dem Tiegarten Schönbrunn gemeldet.

17.04.2015

lineblack1px

Die Goldgelben Löwenäffchen im Zoo Zürich haben Nachwuchs

PM 2015-03-18 zrh loewenaeffchen
Goldgelbes Löwenäffchen mit Nachwuchs im Zoo Zürich © Peter Bolliger, Zoo Zürich
Zürich, 18.03.2015 -
Löwenäffchen sind in den brasilianischen Regenwäldern beheimatet. Es werden vier Artenunterschieden, alle sind sie durch die Zerstörung und Fragmentierung ihres Lebensraumes gefährdet. Die Goldgelben Löwenäffchen sind ein gutes Beispiel dafür, wie Zoos im Verbund mit anderen Fachleuten und Institutionen erfolgreich einen Beitrag zur Arterhaltung leisten.

Start einer neuen Zuchtgruppe im Zoo Zürich

Im Zoo Zürich wurden Goldgelbe Löwenäffchen erstmals 1931 gezeigt. Sie stammten aus einer Tierhandlung und wurden zum Preis von 130 Schweizer Franken pro Tier erworben. Am liebsten frassen sie in Milch eingelegtes Weissbrot … Trotz dieser etwas unausgewogenen Ernährung erfolgte 1939 die erste Nachzucht. Leider starben beide Jungtiere im Alter von wenigen Tagen. Nach 1950 folgte im Zoo Zürich eine Zeit ohne Goldgelbe Löwenäffchen. Sie kehrten erst 1989 in den Tierbestand zurück, mit der Eröffnung des Exotariums. Seither gab es 24 Geburten, wovon 14 Jungtiere die ersten 10 Tage überlebten. Das heutige Zuchtpärchen brachte bereits 2013 und 2014 Junge zur Welt, die aber beide Male tot geboren wurden.

Dieses Jahr hat es nun geklappt: Am 28. Februar 2015 kamen Drillinge zur Welt. Ein Junges schien von Beginn weg etwas kleiner und schwächer zu sein. Es starb nach fünf Tagen – dem Geschwister internen Konkurrenz-druck um die beiden Zitzen der Mutter war es scheinbar nicht gewachsen. Die beiden verbliebenen Jungen entwickeln sich sehr gut.

Die Population in Europa zählt gut 200 Tiere. Dies ist auch Zielgrösse des in Whipsnade geführten Europäischen Erhaltungszuchtprogramms.

Rückkehr der Goldgelben Löwenäffchen: eine Erfolgsgeschichte

Der Atlantische Küstenwald in Brasilien ist einer der weltweit wichtigsten Brennpunkte der Biodiversität. Früher erstreckte er sich über eine Fläche von rund 1.3 Mio Quadratkilometern. Mit der Ankunft der Portugiesen im 16. Jahrhundert begann seine Zerstörung: Große Flächen fielen dem Siedlungsbau und der landwirtschaftlichen Nutzung zum Opfer. Heute existieren nur noch sieben Prozent der ursprünglichen Waldfläche, aufgeteilt in viele kleine Teilflächen. Die Goldgelben Löwenäffchen besiedeln eine kleine Teilfläche dieses Waldes im Bundesstaat Rio de Janeiro.

1960 bemerkte man, dass die Goldgelben Löwenäffchen im Freiland nahezu ausgestorben waren. Nebst der Lebensraumzerstörung und -fragmentierung hatte insbesondere der Handel dazu beigetragen. So gelangten zwischen 1960 und 1965 300 Tiere in den Handel. 1967 wurden die Goldgelben Löwenäffchen in Brasilien unter Schutz gestellt, 1969 erliessen die USA ein Importverbot für die Art. Die zu dieser Zeit in Menschenobhut betreuten Bestände entwickelten sich nicht zufriedenstellend: Die Reproduktion war gering, die Sterblichkeit hoch. 1972 trafen sich deshalb Biologen aus Europa, den USA und Brasilien zu einer Konferenz, an der die Weichen für ein gezieltes Zuchtprogramm gestellt, Schutzmassnahmen formuliert und Forschungsziele definiert wurden. Der wohl wichtigste Faktor für die Förderung des Zuchtprogramms war das Verständnis des Fortpflanzungssystems der Löwenäffchen: Monogamie, kooperative Fortpflanzung (Helfer) und Unterdrückung der Fortpflanzung bei untergeordneten Weibchen (Töchtern).

Waren 1969 in einem stark fragmentierten Lebensraum noch rund 600 Tiere gezählt worden, gab es 1975 nur noch 100 bis 200 überlebende Tiere. 1974 wurde ein erstes Reservat von 5500 Hektaren für die Goldgelben Löwenäffchen geschaffen. Nebst der Erweiterung des Kenntnisstandes über diese Art durch die Haltung in Zoos und Langzeitstudien im Freiland wurde die ansässige Bevölkerung in die Information über Umweltfragen einbezogen. Als Schutzziel wurde eine Population von 2000 Individuen in einem mindestens 250 Quadratkilometer grossen, geschützten und vernetzten Lebensraum bis ins Jahr 2025 formuliert.

Um die freilebende Population langfristig zu sichern, musste einerseits die Individuenzahl und andererseits die genetische Diversität erhöht werden. Mit zwei Massnahmen wurde der freilebende Bestand diesbezüglich unterstützt: mit Wiederansiedlungen und Umsiedlungen. Zwischen 1984 und 2000 wurden insgesamt 146 in Zoos in Europa und den USA geborene Tiere ausgewildert. Sie durchliefen vor ihrer Freilassung ein «Freiland-Training». Die ausgewilderten Tiere wurden bis zur vollen Selbständigkeit mit Futter versorgt und soweit nötig veterinärmedizinisch betreut. Die Freilassungen erfolgten zunächst im Reservat zur Stärkung der dort ansässigen Population. Später wurden dann auch private Grundstücke neu mit Goldgelben Löwenäffchen besiedelt. 2005 umfasste die Population der wiederangesiedelten Tiere 589 Individuen in 87 Gruppen. Zwischen 1994 und 1998 wurden 42 Tiere in 6 Gruppen aus kleinen, isolierten Flächen heraus gefangen und in ein zweites, neugeschaffenes Reservat umgesiedelt. Aus diesen Umsiedlungen resultierte bis 2006 ein Bestand von 220 Tieren in 30 Gruppen.

Weitere Bemühungen zielen nun dahin, die verschiedenen inselartigen Lebensräume der Goldgelben Löwenäffchen mittels Waldkorridoren zu verbinden, um so einen Austausch zwischen den Teilpopulationen zu ermöglichen und weitere Lebensräume zu erschliessen. Aktuell wird der freilebende Bestand an Goldgelben Löwenäffchen in den zwei Reservaten und über 25 privaten Schutzgebieten auf einer Fläche von etwa 150 Quadratkilometern auf rund 1700 Tiere geschätzt. Über ein Drittel davon sind Nachkommen ausgewilderter zoogeborener Tiere. Von den sechs als überlebensfähig eingestuften Teilpopulationen gehen drei aus Wiederansiedlungen und eine auf Umsiedlungen zurück. Weiterhin besteht ein Zuchtprogramm für diese Tiere, das weltweit rund 560 Tiere umfasst und in das über 130 Zoos involviert sind. Die Tiere sind eine Leihgabe, sie gehören dem Brasilianischen Staat.

Gefährdung durch andere Primaten

Nebst der Lebensraumzerstörung hat sich eine neue Gefahr für die freilebenden Bestände der Goldgelben Löwenäffchen ergeben: Durch den unkontrollierten Handel mit Wildtieren wurden im Verbreitungsgebiet der Goldgelben Löwenäffchen vielerorts ortsfremde Krallenaffenarten ausgesetzt. Insbesondere Weissbüschel- und Schwarzbüscheläffchen und daraus resultierende Hybriden treten als Nahrungskonkurrenten der Goldgelben Löwenäffchen auf. Zudem stellen diese Tiere auch ein gesundheitliches Risiko für die Löwenäffchen dar, da sie ohne veterinärmedizinische Überwachung freigelassen wurden. Rund 50 Kilometer von einem Bestand Goldgelber Löwenäffchen entfernt wurden zudem Goldkopf Löwenäffchen freigesetzt. Um einer allfälligen Hybridisierung zwischen den beiden Arten vorzubeugen, wurde eine Rückführung der Goldkopf Löwenäffchen in deren Verbreitungsgebiet beschlossen.

18.04.2014

lineblack1px

Kleiner Eisbär des Tiergartens Nürnberg  ist erstmals im Freien

PM 2015-03-12 nuernberg eisbaer
Eisbärjunges Charlotte im Tiergarten Nürnberg © TG Nürnberg
Nürnberg, 12.03.2015 - Die am 21. November 2014 im Tiergarten der Stadt Nürnberg geborene kleine Eisbärin Charlotte durfte am Donnerstag, 12. März 2015, erstmals aus ihrer Geburtshöhle heraus, um das Gehege zu erkunden. Am Montag, 9. März 2015, wurde das Jungtier ein zweites Mal erfolgreich geimpft, so dass ihrem heutigen Ausflug nach draußen nichts mehr im Wege stand. Charlotte ist gut entwickelt und bringt etwa 23,3 Kilogramm auf die Waage.

Die Tierpflegerinnen und Tierpfleger füttern das Muttertier Vera (geboren am 21. November 2002 in Moskau) seit Ende Januar wieder, davor hat sie naturgemäß seit November 2014 nichts mehr gefressen. Wie in der Natur kommt jetzt die Mutter mit ihrem dreieinhalb Monate alten Nachwuchs erstmals aus der Höhle.

Mit Charlotte wird das insgesamt 31. Eisbärenjungtier in der gut hundertjährigen Geschichte des Tiergartens Nürnberg groß. Sie ist die Schwester der berühmten Nürnberger Eisbärin Flocke. Bei Flockes Aufzucht wurde Eisbärenmutter Vera gestört und hatte sich nach vier Wochen nicht mehr um ihren Nachwuchs gekümmert. Daher musste Flocke als Handaufzucht von vier Pflegerinnen und Pflegern aufgezogen werden.

Zeitgleich mit ihrer Mutter zieht Flocke jetzt selbst ihren ersten Nachwuchs in Antibes (Frankreich) erfolgreich auf, was klar belegt, dass sowohl die Handaufzucht als auch die Vergesellschaftung mit Rasputin und der Transfer nach Antibes richtige Entscheidungen waren. Der Vater von Flocke und Charlotte ist der am 24. November 2001 in Wien geborene Eisbär Felix. Felix ist seit Dienstag, 10. März 2015, in der Stuttgarter Wilhelma, wo er den Sommer verbringen wird.

18.04.2015

Weiter zu Tierankünfte und -abgaben im März 2015

Freigegeben in Archiv 2015
Montag, 23 März 2015 08:09

SCHÜRER, U. (2012)

Erstzuchten in Zoologischen Gärten des Verbands Deutscher Zoodirektoren seit 1975

BONGO Berlin 43: 39-78.

Einleitung:

Erstzuchten in Zoos oder Aquarien, seien es solche, die im VDZ- Bereich (VDZ), in Europa (E) oder weltweit (W) gelungen sind, sind ein Nachweis für die tiergärtnerische Leistungsfähigkeit dieser Einrichtungen. Da es sie immer noch gibt, sind sie aber auch ein Hinweis darauf, dass wir noch nicht alles wissen und können. Noch sind nicht alle Arten in unserer Obhut auch nachgezogen worden. Schuhschnäbel (Abb.1) z. B. noch nicht im VDZ- Bereich und nur einmal in Belgien und in den USA.

Weltweit haben sich die Zoos und Schauaquarien die Erhaltung der Biodiversität auf ihre Fahnen geschrieben, oder wenigstens die Botschaft an ihr Publikum, dass diese wichtig und wertvoll ist. Dabei müssen wir feststellen, dass die Diversität unserer eigenen Tierbestände aus verschiedenen Gründen, die jetzt nicht unser Thema sein können, eher rückläufig als zunehmend ist.

Eine Erstzucht an sich ist noch keine Garantie dafür, dass es gelingt, eine Art in Zoos längerfristig zu erhalten. Sie ist aber Voraussetzung für ein koordiniertes erfolgreiches Zuchtbemühen, insbesondere wenn die Erfahrungen auch publiziert werden, vorzugsweise natürlich in unserem eigenen Verbandsorgan, dem „Zoologischen Garten“. Wir sehen Erstzuchten als Meilensteine und Bestätigung des tierpflegerischen Könnens an.

Änderungen in der Taxonomie, wie wir sie 2011 bei den Huftieren zu verzeichnen hatten (Groves & Grubb 2011, Wilson & Grubb 2011), beeinflussen natürlich auch den Status von Nachzuchten. Sie bleiben in diesem Vortrag unberücksichtigt.

Wenn man zurückblickt auf Welterstzuchten, z. B. die des Afrikanischen Elefanten am 11.4.1943 im Münchner Tierpark Hellabrunn oder die des Zwergschimpansen am 22.12.1963 im Zoo Frankfurt, so erkennt man, dass Zoologische Gärten inzwischen große Fortschritte beim Aufbau sich selbst erhaltender Zuchtgruppen gemacht haben (Abb. 2 Afrikanische Elefanten,  Abb.3 Bonobo mit Zwillingen). Das gilt auch für viele andere Arten von großen und mittelgroßen Säugetieren und Vögeln (Abb.4  Großer Ameisenbär, Abb.5 Geparden). Hier haben auch die Europäischen Erhaltungszuchtprogramme, die EEPs, segensreich gewirkt, viele davon, aber immer noch zu wenige EEPs, mit unseren Verbandsmitgliedern als Koordinatoren.

Wir sollten aber auch nicht übersehen, dass bei manchen Tiergruppen, z.B. Kleinsäugern, Wassergeflügel, Fasanen, Papageien, Tauben, Sperlingsvögeln, Reptilien Amphibien und Fischen viele Erstzuchten bei kenntnisreichen privaten Tierliebhabern gelungen sind, so z. B. die des Japanischen Riesensalamanders 1995 bei einem Privatmann in NRW. Auch hier gibt es durch Zusammenarbeit noch viel zu lernen. Vor allem für die Tiergruppen, die häufig in Privathand gehalten werden, sind die nun folgenden Listen mit Vorbehalt zu bewerten.

Etwa die Hälfte der Kolleginnen und Kollegen haben auf meine Anfrage vom Dezember 2011 geantwortet und wertvolle Mitteilungen gemacht. Einiges habe ich der Literatur entnommen. Wenn Sie sich wundern, dass Ihr Zoo in den Listen nicht erscheint, so liegt das an der fehlenden Rückmeldung, die aber gerne nachgeholt werden kann. Besonders dankbar bin ich denen, die mich mit schönen Fotos versorgt haben. Es war nicht meine Absicht, die Bildauswahl allzu „Wuppertal- lastig“ zu gestalten, ich hatte aber nicht genug Bilder aus anderen Zoos. Die Listen sind sicher nicht vollständig, ebenso wenig das Literaturverzeichnis.

23.03.2015

Freigegeben in S
Freitag, 27 Februar 2015 08:58

Nachwuchs im Februar 2015

lineblack1px

Mini-Äffchen mit besonderem Familienmodell

PM 2015-02-27 stuttgart cebuella
Zwergeidenäffchen (Cebuella pygmaea) mit Jungtier in der Wilhelma Stuttgart. Pressefoto Wilhelma w
Stuttgart, 27.02.2015 - Nicht nur die größten Affen der Welt, die Gorillas, auch die kleinsten „eigentlichen Affen“ haben in der Wilhelma derzeit Nachwuchs: Der Unterschied könnte kaum größer sein. Selbst erwachsene Zwergseidenäffchen bringen nur rund 140 Gramm auf die Waage, also gerade einmal 0,07 Prozent eines gestandenen Gorillamanns.

Zwergseidenäffchen zählen zu den Krallenaffen und werden bloß 15 Zentimeter lang. Allerdings misst ihr Schwanz noch einmal bis zu 23 Zentimeter. Bei den Winzlingen ist der Nachwuchs zunächst lediglich daumengroß.

Im Jungtieraufzuchthaus lässt sich derzeit gut beobachten, wie die Familienbande funktionieren. Das ist bei den Seidenäffchen speziell: Die frischgebackene Mutter Ica überlässt ihrem Mann Chico und den schon älteren Jungtieren das Babysitten. Die ganze Sippe trägt die Neuankömmlinge abwechselnd auf dem Rücken. Meist werden Zwillinge geboren. Da müssen sich die Kleinen ordentlich festhalten, denn bei der quirligen Truppe geht es ständig die Bäume hoch und runter und oft in einem Satz von Ast zu Ast. Nur zum Säugen bringen die Verwandten dem Muttertier die Babys. Dass alle mithelfen, optimiert die Chancen, den Nachwuchs durchzubringen. Er muss schnell selbstständig werden. Schon nach drei Monaten wird er entwöhnt. Und bereits weitere drei Monate später könnte der nächste Nachwuchs kommen. Das System Familienpflege funktioniert, weil in jeder Gruppe allein das ranghöchste Weibchen Junge bekommt.

Die Zwergseidenäffchen sind Südamerikaner. Sie leben ursprünglich in den Regenwäldern des westlichen Amazonasbeckens und ernähren sich in erster Linie von Baumsaft. Dafür zapfen sie die Rinde mit ihren unteren Eckzähnen an. Aber auch Insekten und Spinnen, Blüten und Früchte verschmähen sie nicht. So stehen in der Wilhelma für sie neben Akaziensaft, Heuschrecken und Mehlwürmer auf der Speisekarte. Hinzu kommen Süßobst, Paprika, Tomaten und Sellerie. Die Zwergseidenäffchen werden mehrmals am Tag gefüttert, was auch für die Besucher nett anzuschauen ist. Die Leichtgewichte haben einen gesegneten Appetit. Denn üblicherweise brauchen kleinere Tiere relativ zum Körpergewicht gesehen mehr Nahrung. Umgekehrt gilt: Im Verhältnis brauchen die großen Affen weniger Futter – zum Glück, sonst würden die Gorillas wohl nie mit dem Fressen fertig.

09.03.2015

lineblack1px

Zoo Basel: Giftfrösche nehmen ihren Nachwuchs Huckepack

PM 2015-02-26 basel froschlaich
Laich des Dreistreifen-Baumsteigers (Epipedobates anthonyi)
Basel, 26.02.2015 - Im Juni 2014 wurde das Terrarium für die südamerikanischen „Pfeilgift-“ oder Baumsteiger-Frösche im Vivarium neu eingerichtet und bereits sind die ersten Erfolge zu verzeichnen: Von einer Art, den „Gestreiften Blattsteigern“, fanden die Tierpfleger letzte Woche im Terrarium hinter den Kulissen Kaulquappen und auch die „Dreistreifen-Blattsteiger“ haben zur selben Zeit gelaicht. Dies ist das erste Mal seit 15 Jahren, dass es im Vivarium bei den Baumsteiger-Fröschen Nachwuchs gibt. Eltern und Jungtiere dieser in der Natur extrem giftigen Frösche sind im Zoo völlig harmlos.

Baumsteiger- Frösche sind so bunt, wie sie es treiben: In den süd- und mittelamerikani-schen Regenwäldern leben viele Arten ihr ganzes Leben lang im Geäst von Bäumen. Frösche sind Amphibien. Diese müssen zur Eiablage normalerweise ein Gewässer aufsuchen - nicht so die Baumsteiger-Frösche. Sie laichen hoch oben in den Bäumen. Das Männchen lockt mit Trällern und Zirpen das Weibchen an. Findet sie daran Gefallen, so suchen die beiden einen geeigneten Platz für die Eiablage auf. Meist werden die Eier auf ein feuchtes Laubblatt oder in eine kleine Baumhöhle gelegt und gleichzeitig vom Männchen befruchtet. Das Männchen bewacht danach auch das Gelege, das Weibchen macht sich von dannen. Bei manchen Arten benetzt das Männchen die Eier gelegentlich mit Urin, um sie feucht zu halten.

Kinderzimmer in schwindelnder Höhe

Kaum sind die Kaulquappen aus dem Ei geschlüpft, klettern sie auf den Rücken des Vaters. Der trägt sie danach huckepack an einen anderen Ort, meist eine kleine Pfütze zwischen den Blättern von Bromelien, wo sie vor Räubern und Trockenheit geschützt in einem „Miniaquarium“ aufwachsen. Hoch oben auf den Bäumen ist das Futter für die Kaulquappen nicht immer in Hülle und Fülle vorhanden. Die Weibchen einiger Arten füttern die Kaulquappen mit unbefruchteten Nähreiern, bei anderen ernähren sich die frisch geschlüpften Larven bereits selbstständig von Algen oder Insekten.

Hochgiftig oder völlig harmlos?

Mit knalligen Farben signalisieren die Pfeilgiftfrösche ihre Giftigkeit. Schon geringste Mengen des Giftes in ihrem Hautsekret reichen bei manchen Arten aus, selbst grössere Tiere schnell zu töten. In Menschenobhut geborene Nachzuchten besitzen in den meisten Fällen kein Hautgift mehr. Dessen Hauptbestandteile nehmen die Frösche in der Natur über ihre Nahrung im Regenwald auf. Diese Nahrung fehlt in Europa. Übrigens ist der Name „Pfeilgiftfrosch“ recht irreführend: Lediglich drei von 170 Arten werden von südamerikanischen indigenen Völkern verwendet, um für die Jagd Blasrohrpfeile mit Froschgift zu imprägnieren.

lineblack1px

Im Leipziger Zoo sind  die ersten Jungtiere des Jahres geboren

PM 2015-02-20 LPZ zwergflamingo
Junger Zwergflamingo (Phoeniconaias minor) im Zoo Leipzig © Zoo Leipzig
Leipzig, 20.02.2015 - In Asien, Afrika und Gondwanaland hat es Nachwuchs gegeben. Wer die Jungtiere zu Gesicht bekommen möchte, muss nun aber weder auf Weltreise gehen noch in die Vergangenheit reisen. Ein Besuch im Zoo Leipzig macht es möglich.

In der Themenwelt Afrika wächst seit neun Tagen ein Zwergflamingo heran. Der junge Vogel ist das erste Jungtier, das aus den mehr als 20 gelegten Eiern geschlüpft ist. In den kommenden Wochen hofft der Zoo Leipzig auf weiteren Nachwuchs bei der schwierigen Zucht. Bisher ist es in Zoos nur selten gelungen, Zwergflamingo-Nachwuchs aufzuziehen. Eine europäische Expertengruppe hat sich der Problematik angenommen – und erzielt erste Erfolge. „Es ist gelungen, die Anzahl gelegter Eier deutlich zu erhöhen. Im nächsten Schritt müssen wir es schaffen, dass mehr Jungtiere schlüpfen“, erklärt Kurator Ruben Holland. Bereits in dieser Zuchtsaison sollen auch im Zoo Leipzig weitere Zwergflamingos schlüpfen.

Kontinuierlich erfolgreich läuft die Zucht bei den südamerikanischen Kugelgürteltieren, die in der Themenwelt Asien untergebracht sind, und den Kirks Dikdiks in der Tropenerlebniswelt Gondwanaland. Das Elternpaar bei den Kugelgürteltieren hat das vierte Jungtier bekommen. Die inzwischen erfahrene Mutter kümmert sich gut um die kleine Kugel, die meist geschützt in einer unterirdischen Höhle liegt. Sehr gut zu beobachten ist der sechste Dikdik-Nachwuchs in Gondwanaland. Das Anfang des Monats geborene weibliche Jungtier tobt ausgelassen durch das Gehege, das die Dikdiks mit den Eulenkopfmeerkatzen teilen.

18.03.2015

lineblack1px

Nachwuchs bei den Kurzohrrüsselspringern der Wilhelma

PM 2015-02-18 stuttgart macroscelides
Kurzohr-Rüsselspringer (Macroscelides proboscideus) in der Wilhelma Stuttgart © Wilhelma
Stuttgart, 18.02.2015 - Er gehört zu den originellsten Tieren der Wilhelma: Oft wird der kleine Südafrikaner mit einer Maus verwechselt, dabei ist der Kurzohrrüsselspringer weder mit Nagetieren noch Spitzmäusen verwandt. Ein genauer Blick offenbart, dass bei ihm so manches anders ist. Der Name ist Programm. Seine Ohren fallen klein aus, dafür ist seine lange bewegliche Nase sehr markant. Seltener sieht man die außerordentliche Länge der zierlichen Hinterbeine, die er meist unter sich vergräbt. In voller Aktion flitzt er jedoch äußerst flink auf allen Vieren durch die trockenen Graslandschaften und Buschsteppen Südwestafrikas. Auf seiner Schnellstraße zwischen Bau und Futterplatz kommt er auf Spitzengeschwindigkeiten von 20 Kilometern pro Stunde.

Unter den Rüsselspringern, die eine eigene Ordnung unter den Säugetieren darstellen, ist das Rüsselhündchen mit einer Körperlänge von 30 Zentimetern von Kopf bis Hinterteil der größte Vertreter, der Kurzohrrüsselspringer ist der kleinste. Er bringt es nur auf elf Zentimeter. Der Schwanz ist etwa noch mal so lang. Die Waage zeigt bei ihm nur 30 bis 50 Gramm an – und das bei ausgewachsenen Tieren. Derzeit ist in der Wilhelma auch ein Baby-Rüsselspringer zu sehen, der am 4. Februar geboren wurde: als kleines flauschiges Fellknäuel mit langer Nase. Der zwei Wochen alte Knirps steht fast im Wortsinne im Schatten des aktuellen Publikumslieblings in der Wilhelma. Denn die Kurzohrrüsselspringer bewohnen eine Vitrine im Giraffenhaus vor dem Gehege von Kiburi und ihrem knapp drei Wochen alten Kälbchen Dschibuto, das fast täglich Besuch von Fotografen und Kamerateams erhält. Jede Tierart ist für sich einen Besuch wert: die große mit dem langen Hals und die kleine mit dem langen Rüssel.

Dabei ist ein Blick in die Kinderstube der Kurzohrrüsselspringer etwas für Kurzentschlossene. Denn ihre Jungtiere sind natürlich schneller ausgewachsen als ein Giraffenkind. Mit rund einem Monat sind die so groß wie ihre Eltern. Geschlechtsreif ist ein Kurzohrrüsselspringer nach gerade einmal sechs Wochen, eine Giraffe braucht dafür etwa vier bis fünf Jahre. Während die Rüsselspringer in der Natur dämmerungs- und nachtaktiv sind, kann man sie im Zoo tagsüber beim Wärmetanken auf einem Stein oder dem aufgeheizten Sand antreffen. Der interessierte Beobachter entdeckt sie aber auch sonst oft in Felsspalten, Bodennischen und Höhlen.

18.03.2015

lineblack1px

Pelikannachwuchs im Tierpark Cottbus - Graue Küken, rosa Eltern

PM 2015-02-18 cottbus pelikan
Junger Brillenpelikan (Pelecanus conspicillatus) im Tierpark Cottbus © E. Weichert/Tierpark Cottbus
Cottbus,  18.02.2015 - Die Pelikane im Tierpark Cottbus schwimmen im Sommer auf dem Wassergraben der Afrikaanlage – jeder kennt sie von der täglichen Fütterung. In der kalten Jahreszeit sind sie im Winterquartier hinter den Kullissen. Hier kommen sie in Brutstimmung. Zum Jahresende sind bereits die ersten zwei Rosapelikane geschlüpft, die inzwischen grau gefiedert sind. Ende Januar kämpfte sich sich nun auch ein Brillenpelikan aus seinem Ei.

Pelikane gehören, wie Kormorane und Tölpel, zur Ordnung der Ruderfüßer. Im Tierpark Cottbus werden drei Pelikanarten gezeigt: der auch in Südosteuropa lebende Rosapelikan, der australische Brillenpelikan und der nordamerikanische Nashornpelikan. Brillenpelikane und Nashornpelikane sind in europäischen Tiergärten eine große Seltenheit. Pelikane fressen überwiegend Fisch, der mit ihrem sackartigen Schnabel aus dem Wasser geschöpft wird. Die Küken schlüpfen nach einer Brutdauer von 30 - 36 Tagen als Nesthocker nackt und blind und sind vollständig auf die Fürsorge der Eltern angewiesen. In den ersten Lebenswochen werden sie aus dem Schlund der Elternvögel gefüttert.

 

lineblack1px

Nachwuchs bei den Lippenbären im NaturZoo Rheine!

PM 2015-02-17 rheine lippenbaer
Lippenbär-Jungtier “Niko“ bei der Erstuntersuchung mit Tierpfleger Timo Thole
Rheine, 17.02.2015 -  Aufmerksame Zoobesucher haben es schon bemerkt, und nun wird es offiziell bekannt gegeben: Bei den Lippenbären im NaturZoo Rheine hat sich Nachwuchs eingestellt! Die Geburt fand bereits am 6. Dezember 2014 statt.

Wie bei allen Bärenarten sind die Neugeborenen vergleichsweise wenig entwickelt: Gerade einmal so groß wie ein Meerschweinchen, blind und nur wenig behaart werden sie von der Mutter in der Wurfhöhle intensiv betreut. Im Zoo steht den Weibchen ein spezieller, dunkler und schallisolierter Raum, die „Mutterstube oder Wurbox, zur Verfügung.  Bären-Mütter sind nach der Geburt besonders störanfällig, und eine Kontrolle der Wurfbox findet nur von außen über einen Kamera statt. Die Bilder zeigten, dass eine Geburt stattgefunden hatte, und unzweifelhaft ließen auch kräftigen Rufgeräusche auf das Vorhandensein eines Bären-Babys schließen. Bewusst wurde die Nachricht vom – sehr!  – freudigen Ereignis nicht früher öffentlich verkündet, um auch mögliche Aufregungen und Störungen von außen zu vermeiden. Deshalb bleibt auch der Einblick in den Innenraum, in dem der junge Bär nun gelegentlich die Umgebung außerhalb seiner Geburtsstätte erkundet, etwas weiträumiger abgesperrt.

Vor einer Woche fanden eine Untersuchung und eine prophylaktische Parasitenbehandlung statt. Dabei stellte man auch das Geschlecht des zu dem Zeitpunkt 5 Kilogramm schweren Bärchens fest: Es ist ein Junge! Und entsprechend seines Geburtstages erhielt es den Namen „Niko“.

Nach einem toten Jungen im Dezember 2013 (wie damals berichtet) ist dies nun der erste Nachwuchs der Lippenbärin „Devi“, der bisher ohne Zwischenfälle heranwächst. Und es ist der erste Lippenbär überhaupt, der im NaturZoo Rheine groß wird. Nachwuchs bei dieser in Indien, Nepal und auf Sri Lanka vorkommenden, seltenen Bärenart ist in Zoologischen Gärten eine große Besonderheit. Zum einen gilt ihre Pflege als anspruchsvoll, zum anderen werden ohnehin derzeit nur rund 25 Lippenbären in allen europäischen Zoos gehalten. Außer dem Jungtier in Rheine gibt es in dieser Saison Lippenbär-Nachwuchs nur noch im Zoo Leipzig, dem erfahrensten Halter und Züchter dieser Bärenart.
Die Eltern von „Niko“ sind selbst Zoonachzuchten: Vater „Franz“ kam im Jahr 2005 im Zoo Leipzig zur Welt, „Devi“ wurde 2008 im Zoo Berlin geboren.

Jungtieraufzucht ist bei Bären alleinige Sache der Mutter. Der Vater muss abgetrennt bleiben, würde er doch sogar eine Bedrohung für den eigenen Nachwuchs darstellen. Mit den ersten Ausflügen in das Außengehege kann ab Mitte März gerechnet werden. Bis dahin muss man sich also noch etwas gedulden bzw. aus etwas Distanz und mit ein wenig Glück Mutter und Bärenkind durch die Glasscheiben im Innenraum des Bärenhauses beobachten.

18.03.2015

lineblack1px

Eisbärin Flocke ist Mutter

PM 2015-02-09 antibes flocke
Eisbärin Flocke aus Nürnberg ist in Antibes Mutter geworden © Marineland Antibes
Nürnberg, 09.02.2015 - Die im Tiergarten der Stadt Nürnberg geborene und aufgewachsene Eisbärin Flocke hat in ihrem jetzigen Zoo Marineland in Antibes (Frankreich) am 26. November 2014 Nachwuchs zur Welt gebracht. Flocke, die 2008 als Handaufzucht einen wahren Medienhype auslöste, zieht ihr mit Rasputin gezeugtes Junges „aufmerksam und liebevoll“ auf, wie die Verantwortlichen von Antibes mitteilen.

Flocke ist am 11. Dezember 2007 in Nürnberg geboren. Ihre Eltern sind die beiden Nürnberger Eisbären Vera und Felix. Flocke musste ab dem 8. Januar 2008 von Pflegerinnen und Pflegern betreut werden, da ihre Mutter Vera bei der Aufzucht gestört wurde. Das große Medieninteresse an Flocke bescherte dem Tiergarten Nürnberg einen Besucherrekord und das Jahr 2008 ging als „Flockejahr“ in die Zoogeschichte ein. Auch Vera zieht seit dem 21. November 2014 wieder Nachwuchs auf.

Mit Flockes Verhalten als Mutter zeigt sich, dass eine behutsame Handaufzucht nicht zu Verhaltensdefiziten führen muss. Der Tiergarten Nürnberg hat bei Flocke – wie bei anderen Tierarten auch – mit Spiegeln gearbeitet, damit der junge Eisbär einen Artgenossen sieht. Die menschliche Zuwendung wurde so dosiert, dass einerseits die nötige Geborgenheit für das Jungtier gegeben war, andererseits aber eine Fehlprägung auf den Menschen vermieden wurde. Sowohl die frühzeitige Vergesellschaftung mit dem gleichaltrigen Eisbären Rasputin nach schon einem Jahr als auch die Abgabe des Paars an den Zoo von Antibes an der Côte d’Azur am 23. April 2010 im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) sieht der Tiergarten somit als durchaus gelungen.

18.03.2015

lineblack1px

Giraffen-Jungtier in der Wilhelma geboren

PM 2015-02-04 stuttgart Giraffe
Giraffenkalb (Giraffa camelopardalis) in der Wilhelma Stuttgart. Pressefoto Wilhelma w
Stuttgart, 04.02.2015 - Kiburi war zwar sehr in die Breite gegangen. Doch wer die Giraffenkuh in den letzten Wochen gesehen hatte, kann sich trotzdem kaum vorstellen, dass aus ihrem Bauch ein so hochgewachsenes Kälbchen kommen konnte. Seit Samstag hat die Herde der Netzgiraffen der Wilhelma einen neuen Spross in ihrer Mitte. „Man fragt sich, wie der da reingepasst hat“, sagt Tierpflegerin Elena Kemmler, die die Geburt miterlebt hat. Seit gestern ist klar, dass es ein Bulle ist. Ab heute Nachmittag, Mittwoch, 4. Februar, können die Wilhelma-Besucher selbst einen Blick auf den gar nicht so Kleinen werfen.

Das Jungtier legte einen spektakulären Auftritt hin: Bei der Stehendgeburt glitt es langsam aus zwei Metern Höhe zu Boden. Nach dem letzten kräftigen Rutsch rappelte es sich auf und machte sich bald bereits auf die Suche nach dem ersten Schluck bei der Mama. Das gibt das raue Leben in der Savanne vor: „Sie müssen schnell startklar sein, um weglaufen zu können“, erklärt Kemmler. Wer zu lange liegen bleibt, dem lauern die ersten Fressfeinde, wie Löwen oder Leoparden, auf.

„Es hat alles wunderbar geklappt“, berichtet Revierleiter Daniel Wenning. „Bei der Stehendgeburt tun sich die Babygiraffen nie etwas, sie haben noch ganz weiche Knochen. Außerdem polstern wir vorher die Box mit Stroh aus.“ 50 bis 60 Kilo wiegt das „Kleine“ und misst von Huf bis Hörnchen rund 1,65 Meter – wobei die buschigen Hörnchen zunächst noch ganz weich sind, um bei der Geburt nicht zu stören. Die Wilhelma hatte das Giraffenhaus zunächst einige Tage geschlossen, um den beiden Ruhe zu gönnen. Mutter und Kind müssen erstmal eine innige Bindung aufbauen und die Mutter ist bei jeder Störung auf der Hut, um das Jungtier zu beschützen. „Kiburi ist nach ihrer vierten Geburt viel entspannter als früher“, sagt Wenning. „Und das Jungtier ist ungewöhnlich aktiv. Es ist selten, eine Giraffe schon in den ersten Tagen so umherlaufen zu sehen.“ Deshalb hat die Wilhelma entschieden, dass sie das Giraffenhaus jetzt für die Besucher öffnen kann, die bisher nur einen langen Hals machen konnten, um durch die geschlossene Tür einen Blick zu erhaschen. Solange keine Unruhe aufkommt, kann ab sofort jeder Besucher zuschauen, wie auf das putzige Giraffenkind noch recht x-beinig durch das Innengehege wackelt und mit seinen großen dunklen Augen die neue Welt betrachtet.

Giraffen-Nachwuchs auch in Duisburg

Duisburg, 12.03.2015 - Rekorde und Superlative im Tierreich werden immer gerne zitiert. Da darf die Giraffe nicht fehlen, die mit einer Körpergröße von bis zu 6 Metern das höchste Tier der Welt ist. Einzigartig ist auch, dass Giraffenmütter im Stehen gebären. Und das aus gutem Grund, denn die Babygiraffen stehen spätestens nach einer Stunde, wenn auch wackelig, auf ihren Beinen, um der vor Fressfeinden Schutz bietenden Mutter zu folgen. Derart bilderbuchmäßig steht im Zoo Duisburg nun seit gestern eine frisch geborene weibliche Netzgiraffe neben ihrer 15jährigen Mutter MALINDI. Das Jungtier wurde nach der für Giraffen typischerweise sehr langen Tragzeit von rund 14 Monaten in der Nacht zu Mittwoch geboren und präsentierte sich morgens topfit den gerade zum Dienstbeginn startenden Pflegern. 

Den Geburtsvorgang hatten Mutter und Jungtier offenbar bestens überstanden. Schließlich fallen letztere aus einer Höhe von fast 2 Metern zu Boden. Entsprechend wurde die Innenlauffläche im Giraffenhaus dick mit Stroh eingestreut, um die Wucht des Aufpralls abzufangen. Der Vater muss sich aus Sicherheitsgründen noch etwas gedulden, bis er vollen Kontakt zu seiner Tochter aufnehmen darf.

Das Kindchenschema schlägt bei einer Babygiraffe auch bei hartgesottenen Zoomitarbeitern immer wieder voll durch. Mit riesigen Augen und langen Wimpern steht das mit 1,70-1,80 m durchaus als zierlich geltende Jungtier neben der Mutter. Dabei kommt die ganze Eleganz einer Giraffe schon beim Nachwuchs durch, wenn er über die Innenlauffläche stolziert. Das Namen gebende, netzartige braune Fleckenmuster trägt zur grazilen Erscheinung bei. Im Übrigen erkennen sich Giraffen gegenseitig an der individuellen Musterung. Die Mutter  kümmert sich bestens um ihren Nachwuchs, der nicht müde wird, sich an die Zitzen zu hängen und sich satt zu trinken. Mit diesem Energieschub wird die kleine Netzgiraffe mindestens 1 cm pro Woche wachsen.

09.03.2015

lineblack1px

Schneereiche junge Liebe - Schneeleopardenpaare genießen die schneereiche Zeit

PM 2015-02-03 nkn irbis
Das prospektive Schneeleoparden-Zuchtpaar im Zoo Neunkirchen © Monsieur de Maurice
Neunkirchen, 03.02.015 - Der derzeit schneereiche Winter im Saarland ist nicht bei jedem so beliebt. Ganz anders bei den Schneeleoparden im Neunkircher Zoo. Das junge knapp drei Jahre alte Paar SAGAR und LUISA genießt die weiße Farbenpracht in der Schneeleopardenschlucht. Nach intensiver Kennenlernphase haben die beiden trotz Schnee und Kälte pünktlich zur derzeitigen Paarungszeit zueinander gefunden. Nachwuchs wird ausdrücklich vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für diese stark gefährdete Tierart gewünscht. Zum einen als Beitrag zum Arterhalt, zum anderen aber auch als Botschafter ihrer wilden Verwandten und deren Gefährdung.


Das Schneeleopardenmännchen SAGAR, geboren am 30. Mai 2012 im ungarischen Zoo Szeged, und das Weibchen LUISA, geboren 23. Juni 2012 im Zoo Helsinki in Finnland, leben seit Herbst 2013 unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer als einzige Schneeleoparden in einem saarländischen Zoo in der Kreisstadt Neunkirchen.

 18.03.2015

Auch im Magdeburger Zoo herrscht Paarungszeit bei den Schneeleoparden

Magdeburg, 03.02.2015 - Auf „Schmusekurs“ ist auch das Zuchtpaar VALO und DINA sehr agil auf der Außenanlage unterwegs, denn DINA ist gerade „rollig“. Mit etwas Glück können die Besucher sogar derzeitig die Deckversuche  beobachten. Sollten diese fruchtbar sein, stehen die Chancen gut auf Nachwuchs schon im Mai oder Juni. Bereits sechs Jungtiere hat das Schneeleoparden-Paar erfolgreich aufgezogen. Somit konnte der Zoo Magdeburg das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für Schneeleoparden unterstützen. Im Rahmen der „Aktion Naturschutz“ unterstützt der Zoo das Schneeleoparden-Schutzprojekt des Snow Leopard Trust in Indien auch finanziell mit bisher 21.644 Euro. 

18.03.2015

lineblack1px

Weiter zu Tierankünfte und -abgaben im Februar 2015

Freigegeben in Archiv 2015
Mittwoch, 11 Februar 2015 18:58

Nachwuchs im Januar 2015

lineblack1px

Seltener Tiger-Nachwuchs im Tierpark Berlin

PM 2015-01-30 TPB tiger
Jungtiger als Flaschenkind im Tierpark Berlin © Tierpark berlin
Berlin-Friedrichsfelde, 30.01.2015 - Am 10. Dezember 2014 kamen im Tierpark Berlin Amurtiger-Drillinge zur Welt. Für das Zuchtpaar des Tierparks war es bereits der dritte gemeinsame Wurf. Leider hatte die Tigermutter nicht ausreichend Milch, sodass zwei der drei Jungtiere nach 11 Tagen starben. Auch das dritte weibliche Jungtier hatte stark abgenommen. Am 24. Dezember 2014 haben Zoologen und Tierpfleger entschieden, das Tigermädchen vom Tierpfleger-Team mit der Flasche aufzuziehen.

Die Tierpfleger haben das Tigermädchen Alisha genannt. Dreimal täglich bekommt Alisha etwa 300 ml Ersatzmilch. Sie probiert schon erste Fleischstücke. Seit dem 24. Dezember hat das Tigermädchen schon gut drei Kilo zugenommen und wiegt mittlerweile 5.660 g. Den größten Teil des Tages verbringt das Tigermädchen mit Schlafen. Langsam wird Alisha aktiver und ist deshalb ab sofort täglich von 12-13 Uhr gemeinsam mit ihrem Tierpfleger bei der Fütterung zu beobachten.

Der Tierpark hat eine lange Tradition in der Erhaltungszucht von Sibirischen Tigern. Bereits 1969 gab es die erste Geburt im Tierpark Berlin. Alisha ist das 130. geborene Jungtier bei dieser kritisch bedrohten Tigerunterart. Der Tierpark Berlin unterstützt auch den Schutz von freilebenden Tigern in Indonesien. Aktuell hilft der Tierpark Berlin in der Provinz Jambi auf Sumatra eine Rescue-Station für verletzte wilde Sumatra-Tiger aufzubauen.

Im Tierpark Berlin leben acht Tiger in drei Unterarten: zwei Hinterindische Tiger, drei Sumatra-Tiger und mit dem Jungtier drei Amurtiger.

12.02.2015

lineblack1px

Zahlreicher Nachwuchs bei bedrohten Froscharten im Bergzoo Halle

PM 2015-01-22 Halle schokofrosch
Zweimal Schokoladenfrosch: Links live, rechts als Erzeugnis der Halloren-Schokoladenfabrik © Zoo Halle
Halle, 22.01.2015 - Im Bergzoo haben die Schokoladenfrösche und ihre Artgenossen wieder Nachwuchs. Das Patentier der Halloren Schokoladenfabrik, welches es auch als Kinderschokolade und Plüschtier gibt, zählt zu den populärsten Vertretern seiner Art im halleschen Zoo. Der verführerische Name sollte jedoch nicht über den „wahren Charakter“ dieser kleinen und stark bedrohte Pfeilgiftfroschart aus Peru hinwegtäuschen. Bei giftigen Tieren denkt man im Allgemeinen an Schlangen, Spinnen und Skorpione, aber zum Beispiel der Schreckliche Pfeilgiftfrosch (Phyllobates terribilis als unmittelbarer „Verwandter“ des Schokoladenfrosches, trägt seinen Namen zu Recht. Das Gift des knallgelben, nur 4-5 cm kleinen Frosches ist eine der giftigsten natürlichen Substanzen überhaupt und kann einen Menschen problemlos töten, wenn es in die Blutbahn gelangt. Die Indianer in Kolumbien benutzen das Hautgift für ihre Blasrohrpfeile. Aber keine Sorge, die Exemplare im halleschen Bergzoo sind harmlos. Pfeilgiftfrösche nehmen die giftigen Bestandteile mit ihrer natürlichen Nahrung im Regenwald auf und deshalb verliert sich die Giftigkeit nach 6-12 Monaten in menschlicher Obhut. Die Zoobesucher finden den Schokoladenfrosch im Affenhaus zusammen mit Goldbaumsteigern und Schrecklichen Pfeilgiftfröschen. Momentan ist der Bergzoo bei der Nachzucht dieser Tiere sehr erfolgreich. Mit etwas Glück können die Frösche mit kleinen dunklen Quappen auf dem Rücken beobachtet werden, die diese mit sich herumtragen oder in Bromelien sowie kleinen Plastedosen ablegen. Die kleinen Kaulquappen werden dann später von den Pflegern eingesammelt und einzeln aufgezogen. Bevor es soweit ist, legen die Frösche ihre Eier anfangs im Wasser und nach etwa 10 Tagen schlüpft eine winzige Kaulquappe. Diese durchläuft dann über etwa 3 Monate mehrere Metamorphosen bis zum fertigen kleinen Frosch. Die Quappen entwickeln sich ausschließlich sich im Wasser, wobei sie sich in der freien Natur von zumeist pflanzlichen Überesten ernähren. Im Zoo werden sie ersatzweise vor allem mit Fischfutter gefüttert. Als fertige Frösche verlassen sie dann sofort das Wasser und stellen ihre Nahrung auf winzige Insekten um. Ab diesem Zeitpunkt dauert es etwa weitere 18 Monate, bis die anfangs nur 5 mm kleinen Jungfrösche geschlechtsreif und dann mit 2 bis 2,5 cm Größe bei den Schokoladenfröschen sowie mit 4 bis 5 cm bei den Schrecklichen Pfeilgiftfröschen als ausgewachsen gelten. Der hallesche Zoo hält derzeit 15 erwachsene Schokoladenfrösche sowie 35 Jungfrösche und 20 Kaulquappen. Bei den Schrecklichen Pfeilgiftfröschen sind es 9 erwachsene Frösche, 32 Jungfrösche und 20 Kaulquappen. Inzwischen sind weltweit die meisten Froscharten bedroht, so auch die zahlreichen Arten der knallbunten oder schokoladig braun-weiß gefleckten Pfeilgiftfrösche. Schuld daran ist leider, wie bei vielen anderen Umweltbedrohungen auch, unsere eigene Spezies. Diesmal nicht, weil wir wie so oft in anderen Fällen den Lebensraum der Tiere zerstören, sondern weil ein winziger Krankheitserreger durch den Menschen bis in den dichtesten Dschungel verschleppt wurde. Es ist der Chytridpilz, der schon ganze Froschpopulationen dahin gerafft hat. Zoos, Natur- und Artenschutzorganisationen sind daher weltweit aufgerufen, Erhaltungszuchtprogramme für Amphibien zu etablieren, sozusagen eine Arche für Frösche. Mit der erfolgreichen Nachzucht und Abgabe der Frösche an andere Zoos, leistet der Zoo Halle somit einen wichtigen Beitrag im Rahmen Europäischer Erhaltungszuchtprogramme.

14.02.2015

lineblack1px

Junges Spitzmaulnashorn im Zoo Zürich

PM 2015-01-21 zrh olmoti
Spitzmaulnashornkalb im Zoo Zürich © Peter Bolliger, Zoo Zürich
Zürich, 21.01.2015 - Das junge Ostafrikanische Spitzmaulnashorn OLMOTI entwickelt sich erfreulich. Es hat bereits kräftig an Gewicht zugelegt. Nach einem Unterbruch von 18 Jahren ist im Zoo Zürich wieder ein Spitzmaulnashorn geboren worden: Die knapp 14-jährige Nashornkuh SAMIRA brachte am 28. Dezember 2014 ihr erstes Jungtier zur Welt. Vater des jungen Weibchens ist der 15-jährige Bulle JEREMY. Die Geburt erfolgte kurz vor Mitternacht in den von den Besuchern etwas abgeschirmten, im Hintergrund gelegenen Boxen des Afrikahauses. Das Jungtier trägt den Namen OLMOTI, in Anlehnung an einen Krater im Umfeld des Ngorongo Kraters in Tansania, dem Herkunftsland von OLMOTIS Ur-Urgrossvater.

Dem neuerlichen Zuchterfolg gingen langjährige Bemühungen voraus. Nach einem eigentlichen «Generationenwechsel» im Bestand brachten zwei nach Zürich geholte Bullen keinen Fortpflanzungserfolg. Und dem dritten, aktuell in Zürich lebenden Bullen JEREMY fehlte die «technische» Erfahrung für eine erfolgreiche Paarung. Zahlreiche Paarungsversuche scheiterten an seinem Unvermögen, bei diesem Akt eine potentiell erfolgreiche Stellung einzunehmen. Mit einer Ausnahme: Am 23. September 2013 paarte JEREMY sich erfolgreich mit SAMIRA. Die Analyse der Hormonwerte in den regelmässig gesammelten Kotproben zeigte einige Wochen später die Schwangerschaft an.

OLMOTI entwickelt sich sehr erfreulich. Ausgehend von einem geschätzten Geburtsgewicht von etwa 25 bis 30 Kilogramm hat sie schon kräftig zugelegt. Im Alter von fünf bis sechs Wochen wird sie dieses Gewicht bei einer Kost von täglich rund 20 Litern fettarmer Milch verdoppelt haben. In klassischer Nashornmanier nutzt sie zur Kotabgabe bereits die Kotstelle der Mutter und zeigt auch schon die Scharrbewegungen der Hinterbeine, mit denen Nashörner den Kot zur besseren Duftverbreitung am Boden verreiben. Wenn OLMOTI ruht, steht ihre Mutter SAMIRA ruhig daneben. Wieder wach, erkundet OLMOTI neugierig alles Mögliche und «attackiert» zuweilen spielerisch undleichtfüssig den geduldig hingehaltenen Kopf der Mutter.

Anfang und Ende

Die ersten Spitzmaulnashörner kamen 1948 nach Zürich, in Tansania gefangen vom Schweizer Getreidefarmer und Tierhändler August Künzler. Diese Tiere, BILLI und FARU, waren zunächst im Hauptgebäude untergebracht. 1965 wechselten sie in das neu erstellte Afrikahaus. Hier gesellte sich ein weiteres Spitzmaulnashorn hinzu, das Weibchen SUSI. 1970 kam aus der Verbindung von BILLI und SUSI das erste Jungtier zur Welt, MTOTO. MTOTO gebar ihrerseits in Zürich insgesamt fünf Kälber. Die zwei Männchen und drei Weibchen wurden an andere Zoos weitergegeben. Eines der Männchen hat sich in den USA sehr erfolgreich fortgepflanzt, die anderen blieben in Europa und haben hier ebenfalls für Nachwuchs gesorgt – mit Ausnahme von WANDA, die kürzlich nach Rotterdam abgegeben wurde.

Das zweite Männchen, KIFARU I, ist der Vater von SAMIRA. Hier schliesst sich der Kreis: SAMIRA ist die Urenkelin von BILLI, das neugeborene Jungtier damit dessen Ur-Urenkelin. Und was an den Anfang der Nashornhaltung im Zoo Zürich führt, führt auch gleichzeitig an deren (temporäres) Ende: Dies war die neunte und zugleich letzte Nashorngeburt im Afrikahaus.

Afrikahaus: Geschichte und Zukunft

Das Afrikahaus wurde nach den Vorstellungen Heini Hedigers vom Architekten Rudolf Zürcher erstellt und am 16. Juni 1965 eröffnet. Wie die Natur nicht rechtwinklig angelegt ist, sollten auch die Tieranlagen in diesem Haus keine rechten Winkel aufweisen. Zudem wollte Hediger die grossen Säuger wie im Freiland mit Vögeln vergesellschaften. Zu den ersten Bewohnern des Hauses gehörten ein Schuhschnabel (sein Partner war kurz zuvor verstorben), ein männliches und zwei weibliche Spitzmaulnashörner, ein junges Paar Breitmaulnashörner und ein Paar Nilpferde. Bereits im September des Eröffnungsjahres wurde das erste von insgesamt 27 Nilpferden geboren. 1970 kam das erste Spitzmaulnashorn zur Welt.

Die Platzverhältnisse im Afrikahaus waren mit diesem Tierbesatz allerdings prekär. Deshalb wurden 1973 zwei weitere Boxen für die Nashörner angebaut. 1980 wurde das Breitmaulnashorn-Paar an den Zoo Augsburg abgegeben. 1993 erfolgte die Abgabe der Flusspferde. An ihrer Stelle zogen die Zwergflusspferde ein. Im Afrikahaus gelang 1973 zudem die Welterstzucht bei den Rotschnabel-Madenhackern.

Im nunmehr 40-jährigen Haus kann die Nashornhaltung nicht mehr nach modernem Kenntnisstand weiter entwickelt werden. SAMIRA und ihr Junges sowie dessen Vater JEREMY werden deshalb im Lauf des Jahres 2015 das Haus verlassen und an andere Institutionen abgegeben. Die Planung zur Umnutzung des Gebäudes ist bereits angelaufen. Thema ist künftig nicht mehr Afrika sondern Australien. Mit einem Umbau sollen neue Anlagen insbesondere für Tierarten aus der australischen Region geschaffen werden. Im Vordergrund stehen dabei Beuteltiere wie Koala und Känguruh, eine grosse Waranart und – in einem separaten Gebäude – ein Schwarm farbenprächtiger Loris. Diese sollen von den Besuchern auch gefüttert werden können.

Die Nashörner sollen in ein paar Jahren im Zusammenhang mit der sich ebenfalls in Planung befindlichen Afrikanischen Savanne im Erweiterungsgelände auf den Zürichberg zurückkehren.

Bestand und Bedrohung

Im 19. Jahrhundert zählte der Bestand an Spitzmaulnashörnern einige 100‘000 Individuen. 1970 wurde er noch auf 70‘000 Tiere geschätzt. Heute bevölkern weniger als 5000 Spitzmaulnashörner Afrika. Vier Unterarten werden unterschieden, wobei eine Unterart heute als ausgerottet gilt. Die Tiere des Zoo Zürich gehören zum Östlichen Spitzmaulnashorn. Die Unterart wird in einem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) gemanagt. Es umfasste Anfang Jahr 2014 66 Tiere in 17 Institutionen.

Die grösste Bedrohung der Nashorn-Bestände geht weiterhin von der Wilderei aus. Diese wird insbesondere von der Nachfrage nach Nashorn-Hörnern im asiatischen Raum angekurbelt und von den Gewinnen, die mit dem illegalen Handel möglich sind. Der Zoo Zürich unterstützt im Rahmen seines Engagements für den Nashorn-Schutz die Lewa Wildlife Conservancy, ein privates Reservat in Kenia, das auch Spitzmaulnashörner beherbergt und erfolgreich schützt. Die vom Zoo Zürich zur Verfügung gestellten Mittel tragen unter anderem zur Finanzierung und Ausrüstung der für den Schutz der Nashörner notwendigen Überwachungsteams bei.

lineblack1px

Tierpark Hellabrunn: Frisch auf die Welt gehüpft

PM 2015-01-15 Hellabrunn agilis SebastianWidmann
Der jüngste Spross des Münchner Känguru-Rudeols © Marc Mükker, TP Hellabrunn
München, 15.01.2015 - Im Münchner Tierpark Hellabrunn entdeckt neugieriger Nachwuchs die Anlage der Flinkwallabys. Erst vor wenigen Tagen ist das kleine Känguru endgültig aus dem schützenden Beutel seiner Mutter hinausgesprungen.

Fünf Meter von Mama weggehüpft, dann geht´s schnurstracks wieder zu ihr zurück. Das funktioniert schon prima. Zur Belohnung gibt´s einen Schluck Muttermilch für das Mini-Beuteltier: Der Nachwuchs rückt ganz nah an seine Mutter heran, steckt seinen Kopf in ihren Beutel und trinkt genüsslich.

Die Känguru-Eltern sind beide echte Münchner. Ursprünglich stammen Flinkwallabys aber aus Australien und Neuguinea. In ganz Deutschland wird diese Wallaby-Art nur im Münchner Tierpark gezeigt. Der am 7. Januar geborene Nachwuchs Weibchen. Es ist etwa 25 Zentimeter groß und erst wenig mehr als ein Kilogramm schwer. Ausgewachsene Männchen können bis zu 85 Zentimeter groß werden.

Anders als Menschen verbringen Flinkwallabys nicht neun Monate im Mutterleib. Sie kommen gewissermaßen zwei Mal zur Welt: Im Alter von 33 Tagen kriecht das noch unfertige, gummibärchengroße und nur ein Gramm schwere Jungtier vom Geburtskanal in die Beutelöffnung der Mutter. Der winzige Embryo ist taub, blind und völlig nackt. Den Weg zur Zitze und damit zur Muttermilch findet er vor allem dank seines Geruchssinns. Hat er die Milchbar gefunden, saugt er sich dort etwa zwei bis drei Monate fest. Wenn ein kleines Flinkwallaby aus dem Beutel herausschaut, ist es schon mindestens fünf Monate alt. Nach etwa sechs Monaten verlassen die Jungtiere erstmals den Beutel. Im Alter von rund acht Monaten passen sie endgültig nicht mehr hinein, werden aber noch etwa ein halbes Jahr gesäugt.

12.02.2015

lineblack1px

 Orang-Utan Nachwuchs im Zoo Berlin - Mutter nimmt Jungtier nicht an

PM 2015-01-14 Zooberlin orang
Zwei Tage altes Orang-Jungtier im Zoo Berlin © Zoo Berlin
Berlin, 14.01.2015 - Am 12. Januar 2015 wurde in den frühen Morgenstunden im Zoo Berlin ein kleines Orang-Utan-Weibchen geboren. Die Pfleger fanden das ca. 1.800 g schwere Jungtier bei Dienstbeginn allein im Gehege vor. Es ist gesund und bereits sehr kräftig.        

Für Mutter Djasinga (11 Jahre alt) ist es das erste Jungtier. Leider nimmt die unerfahrene Mutter das Kleine nicht an. Versuche, Mutter und Jungtier zusammenzubringen, und aneinander zu gewöhnen, sind nach mehreren Stunden gescheitert, so dass das Jungtier der Mutter weggenommen wurde und derzeit von den erfahrenen Menschenaffen-Tierpflegern versorgt wird.

Die Orang-Utan Mutter lebt gemeinsam in einer Gruppe mit dem Vater des neugeborenen Weibchens, dessen 8 Jahre alten Tochter, und deren 24 Jahre alten Mutter.  In der Wildbahn sind Orang-Utans Einzelgänger. Im Zoo Berlin gibt es insgesamt 8 Orang-Utans, die in zwei Gruppen zusammenleben. Das zwei Tage alte Jungtier bekommt alle 2-3 Stunden, wie ein Säugling, Frühchen-Milch. Es wird in den Zoo-Wohnungen der Tierpfleger versorgt und ist für die Besucher nicht zu sehen.

Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem: „Ob das Tier im Zoo Berlin bleibt oder in eine andere Einrichtung wechselt, entscheidet das zuständige Team des Berliner Zoos gemeinsam mit dem Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für Orang-Utans in Karlsruhe, Clemens Becker, in den kommenden Wochen. Wir stehen im engen Austausch mit anderen Zoologischen Einrichtungen und informieren uns über die verschiedenen Möglichkeiten der Aufzucht. Dabei steht das Wohl des Tieres im Vordergrund.“

12.02.2015

lineblack1px

Doppeltes Mutterglück bei den Gorillas der Wilhelma

PM 2015-01-07 wilhelma gorilla  NicolasHerdin
Neugeborener Gorilla in der Wilhelma © Nicolas Herdin
Stuttgart, 07.01.2015 - Ein solcher Jahreswechsel hat Seltenheitswert: Nachdem Gorillafrau Tuana an Weihnachten ihr erstes Kind zur Welt gebracht hatte, wurde am Dreikönigstag ein weiteres Gorillababy in Stuttgarts zoologisch-botanischem Garten geboren. Diesmal ist die 28-jährige Kolo Mutter geworden. Sie hat bereits zwei Söhne. Einer von ihnen, der fünfjährige Kimbali, lebt noch mit in der Familie rund um Silberrücken Kibo.

Um kurz vor acht Uhr morgens war Tierpfleger Maik Denli noch an den Rückzugsgehegen vorbeigelaufen, in denen die Gorillas sich aufhalten, während die Hauptgehege gereinigt werden. Dort saßen auch Kolo und Kimbali. Als der Pfleger nur zehn Minuten später zurückkam, um wie jeden Morgen am Gitter den Frühstückstee zu reichen, traute er seinen Augen kaum, denn Kolo hielt ihr soeben geborenes Baby bereits im Arm.

Ungewöhnlich früh ist bekannt, welches Geschlecht die Jungtiere haben. Gorillamütter halten ihre Neugeborenen normalerweise Bauch an Bauch mit einer Hand fest an sich gedrückt, so dass sich das Rätselraten auch für die Pfleger im täglichen Umgang über Wochen hinziehen kann. Unter den Stammbesuchern des neuen Menschenaffenhauses sind aber einige Hobby-Fotografen, denen mit Glück und vor allem Geduld immer wieder schöne Aufnahmen gelingen. Sie sind dann auf den Informationstafeln im Affenhaus, in Zeitungsartikeln oder auf der Internetseite der Wilhelma zu bewundern. Zwei dieser „Paparazzi“ drückten genau im richtigen Moment ab, als die Mütter ihre Kinder gerade „umbetteten“. Die Fotos gaben es preis: Tuana und Kolo haben Söhne geboren!

Bis die beiden Buben so selbstständig sind, dass ihre Mütter sie miteinander spielen lassen, werden allerdings noch einige Monate vergehen. Bis dahin sorgen die anderen sieben Gorillakinder für Leben in der Bude: Kimbali und seine Schwestern Mawenzi und Milele sowie ihre vier Artgenossen aus anderen Zoos im Gorilla-Kindergarten gleich nebenan.

12.02.2015

lineblack1px

Elftes Jungtier bei den Giraffen in der ZOOM-Erlebniswelt "Afrika"

PM 2015-01-02 GK giraffe
Das elfte Giraffenkalb in der Afrika-Erlebniswelt © ZOOM Gelsenkirchen © ZOOM Gelsenkirchen
Gelsenkirchen, 02.01.2015 - Der erste Nachwuchs des Jahres 2015 in der ZOOM Erlebniswelt ist eine Rothschild-Giraffe. Am 2. Januar um 09:16 Uhr brachte die dreizehnjährige Mary ihr viertes Giraffen-Jungtier zur Welt. Beide sind wohlauf.

Gegen 06:00 Uhr entdeckte Dr. Pia Krawinkel via Webcam, dass die Geburt des Giraffennachwuchses kurz bevor stand: Die Giraffenkuh lief unruhig im Stall umher und nur kurze Zeit später waren die Klauen des Kalbs schon zu sehen. Nach ungefähr 2,5 Stunden Geburtsvorgang plumpste schließlich das jüngste Familienmitglied der nun 10-köpfigen Giraffenfamilie aus etwa zwei Metern Höhe auf den gut gepolsterten Boden des Stalles.

Die fürsorgliche Mutter verhält sich gegenüber ihrem Neugeborenen sehr souverän und ruhig. Nach der Geburt leckte sie das Kleine sofort liebevoll und fürsorglich von Kopf bis Fuß trocken und brachte damit den Kreislauf in Schwung. So konnte der jüngste Spross in der Giraffenfamilie bereits nach einer Dreiviertelstunde seinen ersten Aufstehversuch wagen. Das Jungtier stand das erste Mal sicher um 09:57 Uhr und nach einer weiteren Stunde trank es die für ihn wichtige Erstmilch. Das Jungtier ist rund 1,70 Meter groß und 65 Kilogramm schwer.

Der Rest der jetzt zehnköpfigen Giraffenfamilie erlebte die Geburt im Stall und bestaunte den neuen Bewohner erst einmal ausgiebig über eine Absperrung, nachdem alles gut verlaufen war. Mutter und Kind werden für die Eingewöhnungszeit in den nächsten Tagen einen abgetrennten Bereich des Giraffenhauses bewohnen. Erst nach und nach wird das Jungtier alle Familienmitglieder kennen lernen. Zurzeit ist das Junge durch die großen Glasscheiben des Giraffenhauses in einem gemütlichen „Strohbett“ in der Mutterbox zu beobachten.

Der kleine Giraffennachwuchs ist das elfte Kalb der Herde seit Eröffnung der ZOOM Erlebniswelt Afrika im Jahr 2006.

11.02.2015

Freigegeben in Archiv 2015
Sonntag, 18 Januar 2015 15:33

Nachwuchs im Dezember 2014

lineblack1px

Frisch geborenes Giraffenkalb aus dem Allwetterzoo braucht noch Ruhe!

PM 2014-12-30 muenster giraffe
Das neugeborene Giraffenkalb im Allwetterzoo Münster © Allwetterzoo
Münster, 30.12.2014. Nach einer Tragzeit von gut 15 Monaten erblickte am Montagmorgen (29. Dezember) das dritte Jungtier von Netzgiraffe Makena aus dem Allwetterzoo das Licht der Welt. Als die Tierpfleger gegen acht Uhr das Giraffenhaus betraten lag ein hübsches Bullkalb im Stall, noch feucht von der Geburt, aber schon mit aufrechtem Hals. Der Kleine war bei der Geburt bereits um die 1,70 m groß und wog ca. 45 kg.  

Das Jungtier kam ähnlich wie das Erstgeborene vor gut vier Jahren nicht so schnell auf die Beine. Erst gegen Mittag am 29. Dezember stand es und zwar noch sehr wackelig auf allen Vieren. Erste Erkundungsgänge hat er auf seinen wackeligen Beinchen auch schon durch das dick mit Stroh gepolsterte Gehege unternommen. Allerdings waren alle Saugversuche bei Mutter Makena bislang ohne Erfolg. Die beiden müssen sich erst noch aneinander gewöhnen, daher hofft die Zooleitung auf das Verständnis und die Geduld der Besucher.

lineblack1px

Nashorngeburt im Zoo Zürich

PM 2014-12-30 zuerich nashorn PeterBolliger
Das am 28.12.2014 in Zürich geborene Nashornkalb © Peter Bolliger, Zoo Zürich
Zürich, 30.12.2014. In der Nacht auf Montag ist im Zoo Zürich ein Spitzmaulnashorn auf die Welt gekommen. Es ist die erste Nashorngeburt seit 1996.

Nach einem Unterbruch von 18 Jahren ist im Zoo Zürich wieder ein Spitzmaulnashorn geboren worden: Die knapp 14-jährige Nashornkuh SAMIRA brachte am späten Abend des 28. Dezembers 2014 ihr erstes Jungtier zur Welt. Es ist ein Weibchen. Sein Name lautet Olmoti, in Referenz an einen Krater im Ngorongoro-Gebiet in Tansania. Vater des Jungen ist der 15-jährige Bulle JEREMY. Die Geburt erfolgte im Hintergrundbereich des Afrikahauses, der von den Besuchern abgeschirmt ist. Sobald sich die Bindung zwischen SAMIRA und ihrem Kalb gefestigt hat, werden die beiden Zugang zu den entsprechend vorbereiteten Boxen im Besucherbereich erhalten. Dies wird voraussichtlich am 2. Januar 2015 der Fall sein. Der Zoo Zürich nimmt am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für Spitzmaulnashörner teil. Dieses umfasste Anfang 2014 66 Tiere in 17 Institutionen. In Zürich sind mit dieser Geburt bis anhin neun Jungtiere auf die Welt gekommen.

Am Rande der Ausrottung

Im 19. Jahrhundert zählte der Bestand der Spitzmaulnashörner einige 100‘000 Tiere. Heute gibt es weniger als 5000 Spitzmaulnashörner. Die Hauptbedrohung geht von der Wilderei aus. Sie wird vor allem durch die Nachfrage nach dem Nasenhorn der Tiere im asiatischen Raum angekurbelt. Im illegalen Handel werden damit hohe Gewinne erzielt.
Der Schutz des Nashorns ist eines der sieben Naturschutzschwerpunktprojekte des Zoo Zürich. Er unterstützt hierzu die Lewa Wildlife Conservancy (www.lewa.org), ein privat geführtes Schutzgebiet in Kenia. Lewa bietet Lebensraum für insgesamt 130 Nashörner, davon 67 Spitzmaulnashörner. Der Zoo Zürich trägt unter anderem Kosten für Löhne und Ausrüstung der Wildhüter und hilft bei der Finanzierung von Nashorn-Translokationen.

lineblack1px

Freudige Weihnachtsüberraschung in der Wilhelma: Gorillababy geboren

PM 2014-12-29 wilhelma gorilla matthias besant
Der neugeborene Gorilla in der Wilhelma Stuttgart © Matthias Besant, Stuttgart
Stuttgart, 29.12.2014. Eine Bescherung der besonderen Art gab es am Morgen des zweiten Weihnachtstages im neuen Menschenaffenhaus der Wilhelma: Gorillafrau Tuana brachte problemlos ihr erstes Kind zur Welt. Das insgesamt 33ste in der Wilhelma nachgezogene Gorillababy ist das erste Jungtier seiner Art, das im neuen Haus geboren wurde. Bei den Bonobos, hatte es noch im Jahr des Umzuges in die neue Anlage 2013 mehrfach Nachwuchs gegeben.

Tuana ist die jüngste Frau im Harem von Silberrücken Kibo: Sie kam im Juni 2013 auf Empfehlung des Zucht-Koordinators aus dem Zoo Hannover nach Stuttgart. Ihre Eingliederung in die Gruppe war – was bei Gorillas durchaus üblich ist – von einigen „Machtdemonstrationen“ des Familien-Oberhauptes und Eifersüchteleien der anderen vier Gorilladamen begleitet. Tuana reagierte klug: Sie ordnete sich klaglos unter. Ihre Tierpfleger aus Hannover hatten mitgeteilt, dass sie den dortigen Silberrücken um den Finger zu wickeln wusste. So hat sie es offensichtlich auch mit Kibo gemacht, dem Vater ihres Neugeborenen. Während sie sich nach ihrer Ankunft in der Gorilla-Großfamilie der Wilhelma zunächst „hinten anstellen“ musste und einige Blessuren davontrug, kann sie jetzt, nach Geburt ihres ersten Kindes, mit dem besonderen Schutz des Clanchefs rechnen – und auch mit einem höheren Rang in der Gruppe.
Das Geschlecht des Babys ist übrigens noch ein Geheimnis, denn seine Mutter hält es vorbildlich dicht am Körper. Allerdings gestattet sie den anderen Gruppenmitgliedern schon einen näheren Blick auf den Familienzuwachs. Besonders interessiert zeigt sich dabei die fünfjährige Mawenzi. Sie hatte auch als erste freundschaftliche Bande zu Tuana geknüpft. Mit fünf Jahren sind sie und ihr gleichaltriger Bruder Kimbali sowie die bald dreijährige Milele allerdings eigentlich zu alt, um geeignete Spielkameraden für den Neuzugang abzugeben. Für das neue Jahr wünscht man sich in der Wilhelma daher weiteren Gorilla-Nachwuchs – Platz genug ist im neuen Haus jedenfalls vorhanden!

lineblack1px

Mehr als ein Dutzend Riesen-Zwerge im Zoo Zürich 

Die Zucht der Galapagos-Riesenschildkröten war im Jahr 2014 so erfolgreich wie noch (fast) nie zuvor

PM 2014-12-17 ZRH riesenschild Jean-LucGrossmann
Der Galápagos-Riesenschildkrötenmann im Zoo Zürich und ein Jungtier © Jean-Luc Grossmann, Zoo Zürich
Zürich, 17.12.2014. Rund 1000 Kilometer vom ecuadorianischen Festland entfernt, erhebt sich eine Vulkankette aus dem Pazifik. Die erdgeschichtlich sehr jungen Galapagosinseln sind die Heimat von Riesenschildkröten. Riesenformen dieser Reptilien finden sich heute zudem auf den Seychellen-Inseln und auf Aldabra.

Vor einigen Jahrhunderten lebten Riesenschildkröten im indischen Ozean auch noch auf Madagaskar, Mauritius, Reunion und Rodriguez, bevor sie durch menschliche Einflüsse ausgerottet wurden. Die Chronologie der Ausrottungen verlief auf allen Inseln ähnlich: Mit dem Zeitalter der Seefahrt wurden die kleinen Inselngruppen von Wal- und Robbenfängern, von Piraten und Siedlern «entdeckt»  – und mit ihnen auch das wohlschmeckende Schildkrötenfleisch. Zu Tausenden wurden die Riesenreptilien in Schiffe verladen, wo sie aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit als «lebende Konserven» eine willkommene Abwechslung zum Schiffszwieback darstellten. Zusätzlich brachten die Menschen Schweine, Hunde, Katzen und Ratten auf die Inseln, die sich an den Gelegen und an den frischgeschlüpften Schildkröten gütlich tun. Verwilderte Esel und vor allem Ziegen stellen überlegene Nahrungskonkurrenten für die pflanzenfressenden Riesenschildkröten dar.

Vier Arten der Galapagos-Riesenschildkröte wurden durch menschliche Einflüsse bereits ausgerottet. Vor zwei Jahren ist auch der berühmte «Lonesome George» gestorben. Er war der letzte seiner Art, der Pinta-Riesenschildkröte.

Kompetenzzentrum für Riesenschildkröten

Ausserhalb des Galapagos-Archipels erfolgen Meldungen über erfolgreiche Nachzuchten leider immer noch sehr sporadisch. Der Zoo Zürich ist in der Alten Welt die einzige Institution, in der sich die Galapagos-Riesenschildkröte fortpflanzt. Dank unserer langjährigen Erfahrung in der Haltung (NIGRITA, das Zuchtweibchen, kam im Jahr 1946 nach Zürich, JUMBO im Jahr 1962) und den zahlreichen Forschungsarbeiten, deren Resultate laufend umgesetzt werden, wurde der Zoo Zürich ein international gefragtes Kompetenzzentrum für Riesenschildkröten.

Die Zuchtsaison 2014 war hervorragend. Aus 24 gelegten Eiern sind 16 Jungtiere geschlüpft. Erst einmal, im Jahr 1995, konnten wir uns an noch mehr Jungen erfreuen, nämlich 19. Seit 1989 sind 81 Schildkröten geschlüpft. Und die Hoffnung ist durchaus berechtig, dass auch im Jahr 2015 junge Galapagos-Riesenschildkröten schlüpfen werden. Am 30. November 2014 hat NIGRITA nämlich bereits wieder Eier abgelegt.

Die Eiablage findet meistens während der Nacht statt. Um die Eier am nächsten Morgen sicher zu lokalisieren, wird der Eiablagebereich mittels Infrarottkamera überwacht. Nach Konsultation der Aufzeichnungen graben die Tierpfleger die Eier aus und überführen sie vorsichtig in den Brutkasten. Rund fünf Monate später schlüpfen die Jungtiere.

Sieben «Zwerge» können momentan im «Kinderhort» in der Innenanlage bei den Galapagos-Riesenschildkröten beobachtet werden. Zusammen mit einem Jungtier aus dem Jahr 2013 wachsen sie abgetrennt von den adulten Tieren in Ruhe und Sicherheit auf. Ihr Futter besteht hauptsächlich aus Heu, Kräutern und Laub. Diese energiearme Ernährung ist sehr wichtig, um ein möglichst natürliches (sprich langsames) Wachstum zu erzielen. Vergleiche mit Wachstumsdaten von den Galapagos-Inseln haben gezeigt, dass die Zürcher Tiere auch so noch ein rasantes Wachstum zeigen. Alle Tiere sind individuell mit Nagellack markiert und werden regelmässig gewogen. So haben die Kleinen ihr Gewicht seit dem Schlupf verdoppelt und bringen aktuell rund 160 Gramm auf die Waage. Ausgewachsene Weibchen sind rund 80 bis 100 Kilogramm schwer. Adulte Männchen können problemlos doppelt so schwer werden.

Das europäische Zuchtbuch wird durch Samuel Furrer, Kurator im Zoo Zürich, geführt. Derzeit werden darin 88 Tiere in 15 Institutionen aufgeführt.

lineblack1px

Nürnberger Delphinkalb putzmunter

PM 2014-12-17 nuernbf nami spiel
Delfinkalb Nami spielt mit seiner Mutter. Pressefoto TG Nürnberg
Nürnberg, 17.12.2014.
Das gut sechs Wochen alte weibliche Delphinkalb im Tiergarten der Stadt Nürnberg entwickelt sich gut. Es hat jetzt einen Namen: Es heißt Nami, japanisch für die Welle, mit der Betonung auf dem „i“.

Nami wurde am 31. Oktober 2014 in Nürnberg geboren und wird von ihrer Mutter Sunny sehr gut aufgezogen. Seit Montag, 15. Dezember 2014, lernt sie auch andere Delphine und Becken kennen. Das Delphinkalb wird regelmäßig tierärztlich untersucht. Dafür werden Blutproben genommen und ausgewertet. Im Blutbild vom Montag bewegt sich die Anzahl der weiße Blutzellen (Leukozyten) im Normalbereich. Die Immunglobuline, die anzeigen, dass das Jungtier ein eigenes Immunsystem aufbaut, steigen langsam und altersgemäß. Um Risiken auszuschließen, wird Nami weiterhin tierärztlich behandelt.

Die übrige Delphingruppe nutzt die ganze Lagune, sowohl die Außenbecken als auch die beiden unter der Traglufthalle befindlichen Becken. Die anderen Delphine wird Nami nach und nach kennenlernen.

lineblack1px

Seltener Nachwuchs bei Zwergflusspferden im Zoo Duisburg

PM 2014-12-12 Duisburg zwergflusspferd
Das neugeborene Zwergflusspferd im Zoo Duisburg © Zoo Duisburg
Duisburg, 12.12.2014. Generationenwechsel oder vielmehr Zucht-„Ablöse“ bei den seltenen Zwergflusspferden: das greise, etwa 40 Jahre alte und noch aus der Wildbahn stammende Weibchen QUIRLE wurde am 12. Dezember  Oma: ihre im Jahre 2007 geborene Tochter gebar um 17:30 h ein Kalb.

Der 5jährige Zuchtbulle kam 2011 an den Kaiserberg, aber erste Annäherungsversuche zwischen den beiden waren so gar nicht von Erfolg gekrönt. Das ältere Weibchen wies den Jüngling anfangs in die Schranken und wollte lange Zeit nichts von ihm wissen. Das hatte sich nun glücklicherweise schlagartig geändert, das lebende Resultat wird sich in absehbarer Zeit in Form eines Mini-Miniflusspferdes nach einer Tragzeit von 6-7 Monaten zeigen.

Die in Westafrika beheimateten Zwergflusspferde wurden aufgrund anhaltender Zerstörung ihres Lebensraumes an den Rand der Ausrottung gebracht. Mit vielen Nachzuchten hat sich der Zoo Duisburg maßgeblich um den Erhalt der Art in Menschenobhut verdient gemacht.
Der Umstand, dass unverhältnismäßig häufig Weibchen anstatt Männchen geboren werden, gibt den Fachleuten bislang immer noch Rätsel auf. Geforscht wird an allen Fronten! Im Erhaltungszuchtprogramm freut man sich daher, dass der Nachwuchs im Zoo Duisburg männlichen Geschlechts ist.

lineblack1px

Junge Hüpfer im Zoo Heidelberg - Auch das zweite Jungtier ist jetzt aus dem Sack

PM 2014-12-05 Heidelberg kaenguru
Beuteljunges Rotes Riesenkänguru im Zoo Heidelberg © Zoo Heidleberg
Heidelberg, 05.12.2014. „Waren das etwa zwei Füße? Ist das ein Ohr oder ein Schwanz, der aus dem Beutel ragt?“ In der letzten Woche war es endlich soweit: Das zweite Jungtier verließ den Beutel seiner Känguru-Mutter und erkundete mit ersten kleinen Hüpfern das Gehege. Immer ganz dicht in der Nähe der Mutter sichert es sich den Rückweg und nutzt die Möglichkeit, blitzschnell wieder zurück in die schützende Beutelhöhle zu schlüpfen.

Wissenschaftlich als Macropodiae, "Großfüßer", bezeichnet, erklärt sich auch durchaus die Tatsache, dass mit zunehmender Größe des Jungtieres häufig mal die Füße aus dem Beutel schauten. Wenn es sich ebenso gut entwickelt wie das bereits etwas ältere Jungtier, wird es bald ebenfalls nur noch den Kopf in den Beutel seiner Mutter strecken, um zu trinken. Speziell die kräftigen, langen Hinterbeine mit dem muskulösen Schwanz als Stabilisator, ermöglichen Kängurus, weite Sprünge von bis zu 10 Meter zu machen. Dabei benötigen Sie nur minimalen Kraftaufwand und können so weite Strecken zurücklegen. In ihrer australischen Heimat vertreten Kängurus die grasfressenden Huftiere anderer Kontinente, wie beispielsweise in Afrika die Antilopen, und füllen somit diese ökologische Nische. Und auch wenn manche der Kängurus im Zoo Heidelberg eine graue Fellfarbe besitzen, gehören dort allesamt der Familie der Roten Kängurus an. „Hier im Zoo stehen die hübschen Tiere mit den von langen Wimpern umrandeten Augen stellvertretend für die Ordnung der Beuteltiere.“ berichtet Sandra Reichler, wissenschaftliche Assistentin und Kuratorin im Zoo Heidelberg. Bemerkenswert sei bei Beuteltieren vor allem die besondere Embryonalentwicklung. Nach einer für die Größe der Tiere außergewöhnlich kurzen Tragezeit von vier bis fünf Wochen, kommt der Nachwuchs bereits auf die Welt. Noch blind kriecht der nur etwa 2-3 cm großes Embryo (vergleichbar mit einem Gummibärchen), vom Geruchssinn geleitet, selbständig den Bauch hinauf in den Beutel der Mutter. Dies geschieht meist nahezu unbemerkt und lässt sich lediglich an der „Schleimspur/Kriechspur“ auf dem Bauch des Muttertiers erkennen. Im Beutel angekommen, sucht sich der Embryo eine der vier Zitzen, die in seinem Mund anschwillt und so eine feste Verbindung zwischen Mutter und Jungtier herstellt.

Erst nach weiteren vier Monaten, in der das Jungtier nahezu konstant gesäugt wird, schauen die ersten Körperteile aus dem Beutel heraus. Dies erklärt auch, dass nicht jede Geburt von den Tierpflegern sofort bemerkt wird. Das Geschlecht des Neuzugangs in der Känguruherde steht noch nicht fest. Ob es wie das ältere Jungtier ebenfalls ein Weibchen wird und selbst später einen Beutel besitzen wird, stellt sich erst in einigen Monaten heraus. Interessierte Tierpaten werden hierzu gerne informiert, denn wie einige der anderen Kängurus im Zoo Heidelberg auch, suchen diese beiden jungen Roten Riesenkängurus noch liebevolle Tierpaten.

In der Natur wäre eine solche Patenschaft durchaus ebenfalls nützlich, da dort ein eigenartiges Verhalten der Fluchttiere beobachtet werden kann. Bei extremer Gefahr wird auf der Flucht durchaus mal eines der Jungtiere „unsanft vor die Tür gesetzt“ und erst später mit etwas Glück wieder eingesammelt. Zum Glück kommt das jedoch sehr selten vor, da Riesenkängurus seit der Ausrottung des Beutelwolfes keine natürlichen Feinde haben. Der größte Feind ist der Mensch und sein Auto. Andere Tiere trauen sich nicht heran, da die Fußschläge der Riesenkängurus sehr präzise und sehr kräftig sein können. Dennoch sind auch diese genügsamen Grasfresser von Hunger aufgrund von Hitze- und Trockenheitsperioden in ihrer Heimat ebenfalls bedroht.

lineblack1px

Kleiner Eisbär im Tiergarten Nürnberg entwickelt sich gut

PM 2014-12-04 Nuernberg eisbaer
Infrarotaufnahme aus der Eisbärenwurfbox im Tiergarten Nürnberg © Tiergarten Nürnberg
Nürnberg, 04.12.2014.
Einer der beiden am Freitag, 21. November 2014, im Tiergarten der Stadt Nürnberg geborenen kleinen Eisbären entwickelt sich prima. Eisbärenmutter Vera kümmert sich vorbildlich um ihr Jungtier. Auf den Monitoraufnahmen ist zu sehen, wie sich das Kleine in die Armbeuge seiner Mutter kuschelt. Vera hält es mit ihrem Körper und ihrem Atem warm. Die Eisbärenmilch ist sehr nahrhaft und hat einen durchschnittlichen Fettgehalt von etwa 33 Prozent, es wurden aber auch schon Werte von knapp 50 Prozent gemessen. Im Laufe der Stillzeit nimmt der Fettgehalt ab.

Das Geschwister des Jungtiers wurde am Dienstag, 25. November 2014, letztmalig auf den Aufzeichnungen der Höhlenkamera gesehen. Es ist wahrscheinlich nicht mehr am Leben.
Weitere Informationen über Eisbären stehen im Internet: www.tiergarten.nuernberg.de/zoowissen-co/arten-und-naturschutz/eisbaeren.html

lineblack1px

Ein junger Delfin wächst heran – exklusiv auf der Homepage des Zoo Duisburg 

PM 2014-12-01 Duisburg delfin
Ultraschallaufnahme eines Delfinfötus im Zoo Duisburg © Zoo Duisburg
Duisburg, 01.12.2014. Seit dem Start der Delfinariumhomepage des Duisburger Zoo am 28.September 2014 erfreut sich die Seite größter Beliebtheit. Rund 28.000 Besucher aus über 50 Ländern haben die Seite bislang besucht, um Informationen aus erster Hand aus dem Duisburger Delfinarium zu erfahren.

Nun wird die Homepage um eine Attraktion reicher – das Duisburger Delfinweibchen PEPINA ist tragend und ihre Schwangerschaft kann auf der Homepage des Zoos begleitet werden.
PEPINA ist mit 33 Jahren das älteste Weibchen im Zoo am Kaiserberg und hat dort bereits mehrfach erfolgreich Jungtiere aufgezogen. Zusammen mit dem Zuchtmännchen IVO und ihrer Tochter DAISY, ihrem Sohn DIEGO und ihrem Enkelsohn DARWIN lebt sie in einem „Mehrgenerationenhaushalt“ im Duisburger Delfinarium.

Bei einer routinemäßigen Blutuntersuchung wurde nunmehr festgestellt, dass PEPINA abermals tragend ist. Im Rahmen wöchentlicher Ultraschalluntersuchungen wird nun die Trächtigkeit von den Tierärzten des Zoos überwacht. Diese Ultraschalluntersuchungen finden beim regelmäßigen medizinischen Training statt, bei dem PEPINA bereitwillig und freiwillig mitmacht. Mit einem mobilen Ultraschallgerät kann die Tierärzteschaft des Zoos um Dr. Kerstin Ternes die Entwicklung des Fötus im Mutterleib verfolgen.

Dieses soll nun auch den Delfininteressierten präsentiert werden. Jede Woche wird es auf der Homepage des Delfinariums ein aktuelles Ultraschallbild oder einen kleinen Film geben. „So können wir unseren Besuchern interessante Informationen über die Trächtigkeit des Delfins geben, zeigen, wie das kleine Leben heranwächst, und wie sich das Baby in Größe und Form entwickelt“, freut sich Dr. Kerstin Ternes. Alle Interessierten können sich ab Montag, den
1. Dezember 2014 wöchentlich und weltweit bislang einmalig auf der Homepage über den aktuellen Stand von PEPINAs Trächtigkeit informieren. Darüber hinaus kann man sich bei den täglichen Vorführungen im Delfinarium live einen Eindruck davon verschaffen, wie der Bauch der werdenden Mutter langsam wächst.

Freigegeben in Archiv 2014
Sonntag, 07 Dezember 2014 08:15

Nachwuchs im November 2014

 lineblack1px

Junger Königspinguin in Hellabrunn

PM 2014-11-28 MUC pinguin
Königspinguine mit Jungvogel im Tierpark Hellabrunn. Pressefoto TP Hellabrunn
28.11.2014 - München. Den erwachsenen Pinguinen mit ihren farbigen Köpfen stielt momentan ein graues, pelziges Jungtier die Show: Im Münchner Tierpark gibt es seit elf Jahren wieder Nachwuchs bei den Königspinguinen!

Brav watschelt der kleine, graue Pinguin zwischen seinen Eltern durch die winterliche Pinguin-Landschaft der Hellabrunner Polarwelt. Vater Nautilus, 22 Jahre alt, und die elfjährige Mutter Rocio haben ihr grau bepelztes Jungtier immer bestens im Auge. Als wüssten sie, wie besonders der Baby-Königspinguin ist: Nach elf Jahren gibt es nun wieder Nachwuchs in Hellabrunn!

Zwei Königspinguine , die vor zwei Jahren aus dem Zoo Madrid-Faunia nach Hellabrunn kamen, sind am 11. Oktober das erste Mal Eltern geworden. Die Nachzucht bei Königspinguinen ist recht schwierig, da erst die richtigen Partner zusammengebracht werden müssen, die sich dann auch beide ums Brüten, die Aufzucht und das Füttern des Jungtieres kümmern. In diesem Fall Nautilus klappte die Aufgabenteilung von Anfang an perfekt: Etwa 55 Tage haben sie das Ei abwechselnd bebrütet. Vom ersten Tag an nach dem Schlüpfen füttern beide Eltern das Kleine mit vorverdautem Fisch - bis zu zwanzigmal am Tag. Lustige Laute gibt der Baby-Königspinguin ab, wenn er Hunger hat und bei den Eltern bettelt: Dann singt er wie ein Kanarienvogel!

Das Gefieder des kleinen Königspinguins wird täglich länger und dichter, bis es bald einem grauen Pelzmantel gleicht. Bis zur Mauser in etwa fünf bis sechs Monaten geht er nicht ins Wasser. Erst danach bekommt der Nachwuchs ein Federkleid wie die erwachsenen Königspinguine, das perfekt vor Kälte und Nässe schützt. Dann kann man auch eine Federprobe entnehmen, um das Geschlecht zu bestimmen. Im Alter von etwa zehn Monaten wird das Jungtier selbstständig.

lineblack1px

Wieder Nachwuchs bei den Nürnberger Eisbären

PM 2014-11-25 N eisbaer
Eisbärin mit Jungtier in der Wurfbox. Infrarotaufnahme TG Nürnberg
25.1.2014 - Nürnberg. An ihrem zwölften Geburtstag am Freitag, 21. November 2014, hat das Eisbärenweibchen Vera gegen 3 Uhr nachts zwei Jungtiere zur Welt gebracht. Die Eisbärin versorgt ihre Jungen gut. Sie zeigt normales Verhalten und wird die nächste Zeit, wie in der Natur, ungestört in ihrer Höhle verbringen. Die Video- und Tonaufnahmen der Gehegekamera lassen die beiden Jungtiere deutlich erkennen.(Nachtrag: Eines der Jungtiere wurde nach dem 25.11.2014 nicht mehr beobachtet. Es dürfte gestorben und danach von der Mutter gefressen worden sein.)

Veras letzte Jungen waren im Dezember 2010 Gregor und Aleut. Alle ihre Geburten lagen bisher zwischen dem 21. November und dem 11. Dezember, obwohl die Paarungen zu sehr unterschiedlichen Zeiten erfolgten. Diesmal paarte sie sich bereits Mitte Februar, was durch die vom Muttertier gesteuerte Keimruhe aber keine Auswirkungen auf den Geburtstermin hatte.

Erst in sechs bis zehn Wochen wird Vera die Höhle zum ersten Mal verlassen. Sie macht sich bemerkbar, wenn sie nach der Winterruhe wieder fressen will. Bis dahin sind die Aufnahmen der Video- und Ton-Anlage die einzigen Informationen, die zur Verfügung stehen.

lineblack1px

Erstmals junge Kleingraumulle im Zoo Wuppertal

PM 2014-11-19 Wuppertal Graumull
Junger Kleingraumull im Zoo Wuppertal. Pressefoto Zoo Wuppertal
19.11.2014 - Wuppertal. 2014 scheint ein sehr erfolgreiches Jahr für den Zoo Wuppertal zu werden. Neben den sensationellen Nachzuchterfolgen "Jogi", unserem Elefantenjungtier, dem Bonobonachwuchs "Akeena" und dem Okapinachwuchs "Zia" kam am 10.10.2014 ein weiteres seltenes Jungtier im Zoo Wuppertal zur Welt. Erstmalig in der Geschichte des Zoo Wuppertals konnten die Sambischen Kleingraumulle nachgezogen werden. Viele Jahre versuchte das Team des Zoos durch Neuzusammenstellungen der Gruppe, neue Gehege oder spezielle Nachzuchtboxen diese urtümlichen Tiere, welche aus dem südlichen Afrika stammen, zur Fortpflanzung zur bringen. Erst eine Narkose der Tierärztin und der damit möglich gewordenen korrekten Geschlechtsbestimmung brachte den Durchbruch. Nach 110 Tagen Tragzeit kam ein gesundes Jungtier, zur Welt. Graumulle kommen aus der Gattung der Sandgräber und sind hervorragend an die unterirdische und grabende Lebensweise angepasst. Auffälligstes Merkmal sind sicherlich die Schneidezähne, welche außerhalb des Mundes liegen.

lineblack1px

Endlich wieder Nachwuchs bei den Bongos der Wilhelma

PM 2014-11-19 stuttgart bongo
Bongokuh mit Kalb in der Wilhelma Stuttgart. Pressefoto Wilhelma
19.11.2014 - Stuttgart. Die Bongos in der Wilhelma, eindrucksvolle Waldantilopen aus Afrika, haben erstmals seit sechs Jahren wieder Nachwuchs bekommen. Der Zuchterfolg ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt dieser höchst seltenen Art, die nur noch im Osten Kenias vorkommt. Für die jungen Eltern ist „Kaamu“ der Erstgeborene. Mutter Wilma wurde 2008 in Stuttgart geboren, Vater Tambo kam 2012 aus dem Duisburger Zoo an den Neckar. Zuvor hatten drei Jahre lang nur Weibchen in der Wilhelma gelebt.

Kaamu wurde am 27. Oktober geboren, demselben Tag wie Nashornbaby Savita – lebt aber noch im Verborgenen. Denn die Kälbchen der Bongos sind so genannte Ablieger: Sie bleiben die ersten Wochen fast immer alleine im Stroh der Wurfbox liegen. Die Mutter schaut nur zum Säugen vorbei. Erst Ende des zweiten Monats beginnt das Jungtier, der Mutter zu folgen. Was die öffentliche Aufmerksamkeit angeht, steht Kaamu daher noch im Schatten von Savita, die bereits keck das Außengehege erkundet. Doch der kleine Bongo wird sicher bald eine eigene Fangemeinde erobern. Zum knuddeligen Nashornkind ist Kaamu ein echtes Gegenstück: mit seinem zierlichen Körper, den staksigen Beinen und im Verhältnis zum Kopf riesigen Lauschern.
Zwischen diesen Ohren werden ihm prächtige gedrehte Hörner wachsen: bis zu einen Meter lang. Den wuchtigen Kopfschmuck können Bongos eng an den Körper anlegen, indem sie ihren keilförmigen Kopf vorstrecken. So schlüpfen sie flink selbst durch dichtes Unterholz. Diese Fähigkeit ist wichtig für sie als Buschflüchter. Im Regenwald sind die Bongos dank ihrer rotbraunen Farbe und der Zeichnung ihres Fells, die Licht und Schatten imitiert, kaum zu entdecken.

Für Wilhelma-Besucher ist es dagegen leicht, die scheuen Tiere zu beobachten. Was im Dschungel gute Tarnung ist, sticht im Außengehege als Blickfang hervor. Und da sind Wilma und Tambo mit ihren Gefährtinnen Asante und Cindy – und bald auch mit dem kleinen Kaamu – edle Erscheinungen. Die feinen, fast parallelen weißen Linien machen die Bongos zu Nadelstreifen-Trägern. Eine besondere Zier ist der getrimmt wirkende Bürstenkamm, der ihnen über den ganzen Rücken läuft.

Die Zerstückelung ihres Lebensraums und Wilderei haben die Waldantilopen extrem rar gemacht. Von den ostafrikanischen Bongos gibt es im Freiland geschätzt nicht mehr als 150 Tiere. Dank des Erhaltungszuchtprogramms ist der Bestand in Tierparks weltweit mittlerweile auf mehr als 300 angewachsen. Sie werden zum Teil ausgewildert, wie zum Beispiel seit 2004 am Mount Kenya, wo das Vorkommen bereits erloschen war.

lineblack1px

Quoll-Jungtiere im Leipziger Gondwanaland zu sehen

PM 2014-11-14 Leipzig quoll
Tüpfelbeutelmarder mit Jungem im Zoo Leipzig. Pressefoto Zoo Leipzig
14.11.2014 - Leipzig. Die Nachwuchsbilanz bei den Quolls (Dasyurus viverrinus) ist für den Zoo Leipzig ein Quell steter Freude: In den vier erfolgreichen Würfen dieses Jahres sind insgesamt 19 Jungtiere zur Welt gekommen. Ein Weibchen zieht ihre sechs Nachkömmlinge nun in einem der Schaugehege der Tropenerlebniswelt Gondwanaland im Zoo Leipzig auf. Damit können Besucher in Leipzig ab sofort wieder Jungtiere dieser seltenen Tierart, die nur noch in Tasmanien freilebend vorkommt, beobachten. In den vergangenen Jahren kamen bereits mehr als 50 Quolls in Gondwanaland zur Welt, die zumeist hinter den Kulissen aufgezogen wurden. „Als wir 2011 sechs Tiere aus Australien importiert haben, waren wir die einzigen Halter in Europa. Seitdem haben wir viel Erfahrung bei der Zucht der Quolls gesammelt und freuen uns, den Besuchern den neuerlichen Nachwuchs zeigen zu können“, sagt Zoodirektor Prof. Jörg Junhold. Mit den Zuchterfolgen dieses Sommers hat bereits die vierte Generation in Leipzig das Licht der Welt erblickt.

Mit der kontinuierlichen Nachzucht bestätigt der Nachwuchs die hervorragenden Haltungsbedingungen in Gondwanaland. Die Tüpfelbeutelmarder leben im Nachttierbereich, dem Vulkanstollen, in dem sowohl der Tag-Nacht-Rhythmus als auch die Jahreszeiten entgegengesetzt zum normalen Wechsel laufen, um die dämmerungsaktiven Tiere während der Zoo-Öffnungszeiten in Aktion erleben zu können.

Tüpfelbeutelmarder sind in der Haltung sehr anspruchsvoll und die Zucht der scheuen Tiere gilt in der Fachwelt als schwierig. Damit Quolls langfristig außerhalb Australiens gezeigt werden können, sind regelmäßige Zuchterfolge äußerst wichtig. Bei einer Lebenserwartung von etwa drei bis maximal fünf Jahren ist die Fortpflanzungszeit auf die ersten beiden Jahre beschränkt. Das Weibchen mit den sechs Jungtieren in der Schau kam im Jahr 2012 selbst in Leipzig zur Welt.

Freigegeben in Archiv 2014
Donnerstag, 04 Dezember 2014 16:24

Nachwuchs im Oktober 2014

lineblack1px

Delphinkalb im Tiergarten Nürnberg geboren

PM 2014-10-31 N delphin AlinaLoth
Das Delphinkalb im Alter von etwa einem Monat © Alina Loth, Nürnberg
31.10.2014 - Nürnberg. In der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober hat das Delphinweibchen Sunny im Tiergarten Nürnberg ein Kalb geboren. Die Geburt verlief ohne jegliche Komplikationen. Sunny hat sich sofort um das Kalb gekümmert. Der eigentliche Geburtsvorgang dauerte zwei Stunden und wurde von allen Gruppenmitgliedern neugierig von außen durch die Gitterschieber beobachtet.
Sunny ist 1999 in Soltau geboren und lebt seit 2005 in Nürnberg. Den Beobachtungen während der Brunft nach zu urteilen ist der 1993 in Nürnberg geborene Noah wahrscheinlich der Vater des Kalbes. Damit wäre dieses Kalb der erste in zweiter Generation in Nürnberg geborene Delphin und damit ein sogenanntes F2-Tier.

Die frühe Lebensphase der ersten zwei Wochen eines Delphins ist die kritischste Phase in der Delphinaufzucht. Daher kann der Tiergarten vorerst keinen Zutritt zum Becken von Mutter und Kalb gewähren, um unnötige Störungen der Mutter zu vermeiden.

lineblack1px

Junges Panzernashorn in der Wilhelma geboren

PM 2014-10-28 S nashorn
Panzernashornkalb in der Wilhelma © Wilhelma Stuttgart
28.10.2014 Stutgart. Nach einer sehr langen Tragzeit ging es am Schluss sehr schnell: Mehr als 16 Monate war Sani schwanger gegangen – innerhalb von nur etwas mehr als einer Viertelstunde hat die Nashornkuh gestern Abend, 27. Oktober, in der Wilhelma ein Kalb auf die Welt gebracht. Weltweit gibt es nur noch rund 1500 Panzernashörner. Die zunehmende Wilderei droht, die Art komplett auszurotten. Die Wilhelma hat deshalb in der Vergangenheit immer wieder junge Nashörner an andere Zoos abgegeben. Zum Beispiel ist Nashornkuh Shikari, die 2006 in Stuttgart geboren wurde, derzeit an den Warschauer Zoo ausgeliehen. Zeitlicher Zufall: Shikari hat gerade erst am vergangenen Donnerstag selbst Nachwuchs bekommen. Damit ist Sani also innerhalb von wenigen Tagen sowohl Oma als auch Mutter geworden.
Für Sani, die 1993 als ein Geschenk des Königreichs Nepal zur Wilhelma kam, war es jetzt die sechste Geburt. Bei Panzernashörnern variiert die Tragzeit zwischen 460 und 490 Tagen. Doch diesmal ließ sich Sani Zeit. Die Hormonwerte hatten alle gepasst,aber da Sani inzwischen schon auf 498 Tage kam, begannen die Pfleger langsam  zu zweifeln. Am 27. Oktober war es so weit. Gegen 20.15 Uhr platzte die Fruchtblase geplatzt, die Geburt verlief problemlos. Kurz nach 20.30 Uhr war bereits alles vorüber.

lineblack1px

Nachwuchs bei Tüpfelhyänen und Wasserschweinen im Zoo Osnabrück

PM 2014-10-23 OS hyaene hannahRickert
Hyänenwelpen im Zoo Osnabrück © Hanna Rickert
23.10.2014 - Osnabrück. Auch wenn der Herbstwind schon kräftig bläst, gibt es bei den Tieren im Zoo Osnabrück noch Nachwuchs zu vermelden. Dank Höhlen, einem warmen Swimmingpool und viel Kuscheln macht dem Nachwuchs von Wasserschweinen und Tüpfelhyänen die Jahreszeit nichts aus.

Bei den südamerikanischen Wasserschweinen, auch Capybara genannt, erblickten zwei Jungtiere am 28.09.2014 das Licht der Welt. Für ihre Mutter  ist es bereits der zweite Nachwuchs in diesem Jahr. Die älteren Geschwister, die im Frühjahr zur Welt kamen, freuen sich sicherlich über die neuen Spielkameraden. Bei schönem Herbstwetter herrscht in der Kinderstube richtig Trubel und der Nachwuchs jagt über die Anlage. Wird es etwas kühler und nasser, verziehen sich die größten lebenden Nagetiere der Welt in ihr beheiztes Häuschen, wo sie auch ein warmes Schwimmbecken haben.

Auch bei den Tüpfelhyänen in der Afrikalandschaft „Takamanda“ gibt es zweifachen Nachwuchs: Hier sichteten die Tierpfleger am 12.10.2014 die Jungtiere von Mutter Lulonga, als sie erstmals aus der Höhle kamen. Die Jungen schlafen noch recht viel und kuscheln natürlich mit ihrer Mutter. Auffällig dabei ist, dass ein Jungtier aus dem vorherigen Jahr den neuen Geschwistern besonders nah kommen und bei ihnen liegen darf. Der Vater muss dagegen Abstand halten.

Leider hat sich in den letzten Tagen eines der Jungtiere am Rücken verletzt. Das Jungtier steht unter tierärztlicher Beobachtung. Eine Behandlung ist zurzeit nicht möglich, da ein Eingreifen zu viel Stress und ein großes Risiko für die gesamte Familie bedeuten würde. Während der Wasserschweinnachwuchs auch schon Obst und Gemüse zu sich nimmt, ernähren sich die Hyänenjungtiere nur von Muttermilch. Aber wenn Mutter Lulonga sich stärkt, begleiten die Jungen sie und liegen zu ihren Pfoten. Übrigens ist das Fell der jungen Hyänen noch ganz schwarz, erst in den nächsten Wochen erscheinen nach und nach die charakteristischen Punkte der Tüpfelhyänen.

lineblack1px

Erstmals Nacktmull-Nachwuchs im Wüstenhaus des Tiergartens Schönbrunn

PM 2014-10-23 VIE-nacktmull DZupanc
Nacktmull mit Jungtieren im Tiergarten Schönbrunn © Daniel Zupanc, Wien
23.10.2014 - Wien. Sie zählen sicher nicht zu den schönsten, aber zweifellos zu den spannendsten Tieren: die Nacktmulle. Bei der Umgestaltung des Wüstenhauses, das vor den Toren des Tiergarten Schönbrunn liegt, haben sie im Vorjahr eine neue spektakuläre Anlage bezogen - ein 70 Meter langes Glasröhrenlabyrinth. Es ist dem unterirdischen Höhlensystem nachempfunden, das sich diese Nagetiere in den Halbwüsten Ostafrikas graben. „In Anlagen hinter den Kulissen züchten wir Nacktmulle regelmäßig, nun ist erstmals die Zucht in der Schauanlage geglückt und die kleinen Nacktmulle sind somit auch für die Besucher zu sehen“, erklärt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter.

Am 21. August sind vier Jungtiere zur Welt gekommen. Die ersten vier Wochen wurden sie gesäugt, mittlerweile fressen sie bereits Knollen- und Wurzelgemüse. Die jungen Nacktmulle sind bereits etwa fünf Zentimeter und damit fast halb so groß wie die erwachsenen Tiere. Ihre Mutter ist die Königin der Nacktmull-Kolonie. Schratter: „Wie Ameisen und Bienen leben Nacktmulle in einem Staat zusammen. Für Säugetiere ist dieses Sozialsystem einzigartig. Angeführt wird die Kolonie von einer Königin. Sie ist deutlich größer als die anderen Weibchen und als einzige fruchtbar. Sie bestimmt das Männchen, das sich mit ihr paaren darf."

Wie bei den Insekten gibt es auch bei den Nacktmullen eine hoch spezialisierte Arbeitsteilung. Es gibt "Soldaten", die an den Höhlenausgängen Wache schieben, „Babysitter“, die bei der Aufzucht der Jungtiere helfen, und "Arbeiter", die Gänge bauen. Nacktmulle graben mit ihren außergewöhnlich langen Schneidezähnen, die sie wie Schaufeln einsetzen. Ihr auffälligstes Merkmal, der nackte Körper, ist eine Anpassung an den warmen, unterirdischen Lebensraum. Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht sieht, sind Nacktmulle aber nicht völlig unbehaart: Sie haben feine, kurze Härchen und relativ lange Tasthaare, die den fast blinden Tieren helfen, sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden.

lineblack1px

Junger Andenkondor im Tiergarten Nürnberg

PM 2014-10-22 N kondor
Junger Andenkondor im Tiergarten Nürnberg © TG Nürnberg
22.10.2014 - Nürnberg. Im Tiergarten der Stadt Nürnberg ist nun ein am 30. April 2014 geschlüpfter Andenkondor zu sehen. Das junge Weibchen ist die dritte natürliche erfolgreiche Nachzucht eines per Hand aufgezogenen Elternpaares. Daher ist es bemerkenswert, wie perfekt sich die Eltern um ihren Nachwuchs kümmern. Hier zeigt es sich, dass eine behutsame Handaufzucht nicht zu Verhaltensdefiziten führen muss.

Der 25-jährige Muttervogel wurde mit einem Spiegel am Nest aufgezogen. So hatte er immer einen „Artgenossen“ bei sich und wurde nicht auf Menschen geprägt. Das im Juni 1989 geschlüpfte Weibchen blieb im Tiergarten Nürnberg und bekam 1992 Gesellschaft von einem ebenfalls von Hand aufgezogenen Männchen aus dem Zoo Berlin. Über die Aufzucht des Muttertieres berichtete der Tiergarten bei einem Pressetermin vor 25 Jahren am 29. Juni 1989 und zeigte das Tier mit dem Spiegel.

Insgesamt wurden am Schmausenbuck bereits 14 Kondore nachgezüchtet. Damit trug der Tiergarten Nürnberg wesentlich zum Aufbau der Population im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm bei.

lineblack1px

Wie im Wimmelbuch - Zebramangusten in Görlitz

PM 2014-10-16 goerlitz mangusten
Zebramanhuste mit Jungen im Naturschutz-Tierpark Görlitz © TP Görlitz
16.10.2014 - Görlitz. Es geht hoch her in der Zebramangusten-Anlage des Naturschutz-Tierparks Görlitz- Zgorzelec: Im April fand das Junggesellenleben der zwei Mangustenmänner ein jähes Ende durch die Ankunft zweier Weibchen. Im Juli legte „Guste I“ mit der Geburt von Vierlingen bereits den Grundstein für eine florierende Gruppe. Mitte September setzte „Guste II“ noch nach. Sie brachte gleich sechs Jungtiere zur Welt!
Wie in den beliebten Kinder-Wimmelbüchern spielen, raufen, streiten, kuscheln und fressen nun gleich vierzehn der quirligen Schleichkatzen in verschiedenen Größen um die Wette...

Von zwei auf vierzehn in weniger als sechs Monaten, alle Achtung, nun muss die neue Mangustenanlage doch schneller gebaut werden als geplant…

lineblack1px

Zwei Mal Nachwuchs bei den stark bedrohten Spitzmaulnashörnern im Zoo Berlin

PM 2014-10-14 B-Nashorn
Junges Spizumaulnashorn im Zoo Berlin © Zoo Berlin
14.10.2014 - Berlin. Noch ganz ohne Horn, dafür aber mit kurzen, strammen Beinen und sehr neugierig schaut  der kleine Spitzmaulnashorn-Bulle auf die Nashornanlage im Berliner Zoo. Seine Mama „Maburi“ (geb. 2002) sind die vielen Fotografen nicht geheuer, so dass sie es vorzieht, im sicheren Nashornstall zu bleiben.

Am 2. Oktober 2014, um 9:30 Uhr brachte Spitzmaulnashorn „Maburi“ im Zoo Berlin ihr zweites, gesundes Jungtier auf die Welt. Schon nach gut einer Stunde konnte der clevere Nashorn-Junge stehen und fand nach sensationellen vier Stunden Mamas Milchbar. Andere Nashorn-Jungtiere haben dafür bis zu 11 Stunden benötigt.

„Der Berliner Zoo ist weltberühmt für seine erfolgreiche Spitzmaulnashornzucht. Der kleine Bulle ist bereits das 18. Spitzmaulnashorn, das in Berlin geboren wurde. Wir freuen uns sehr über den erneuten Zuchterfolg bei dieser stark bedrohten Tierart“, so Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem.

Der Zoo Berlin beteiligt sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Das Internationale Zuchtbuch (IZB) wird im Tierpark Berlin geführt. Bedrohte Tierarten werden im Zoo gezüchtet, um ihren Bestand langfristig zu sichern und die Tiere nach Möglichkeit später wieder in geeigneten Lebensräumen anzusiedeln. Auch für die Spitzmaulnashörner gibt es ein solches Erhaltungszuchtprogramm. Nach Angaben des IUCN leben nur noch etwa 5.000 dieser Nashörner in Afrika. In menschlicher Obhut in Europa leben etwa 80 Spitzmaulnashörner.

Inklusive des neugeborenen Männchens leben im Berliner Zoo insgesamt sieben Spitzmaulnashörner: derZuchtbulle (geb. 1991), der neugeborene Bulle sowie fünf Spitzmaulnashornkühe.

Hinweis für die Besucher: Wie bei Neugeborenen üblich hat der kleine Bulle noch nicht so viel Kraft, um längere Zeit Mama „Maburi“ hinterher zu laufen. Die Mutter passt genau auf, dass sich ihr Jungtier nicht verkühlt, Liegen ist derzeit nur im Stall erlaubt. „Maburi“ und ihr Nachwuchs werden stundenweise bei schönem Wetter (kein Regen und Temperaturen über 10°C) auf der Nashornanlage zu sehen sein.

lineblack1px

Kuhkalb bei den Frankfurter Okapis


PM 2014-10-09 F Okapi
Okapikuh mit Nachwuchs im Zoo Frankfurt © Zoo Frankfurt
09.10.2014 - Frankfurt. Am 21. September 2014 wurde ein kleines Okapi-Mädchen geboren. Noch ist der wertvolle Nachwuchs nicht zu sehen. Allerdings kann man über einen Bildschirm im Giraffenhaus einen Blick auf das Jungtier erhaschen, wenn es seine Deckung verlässt, um bei seiner Mutter zu trinken.

Okapi-Babys sind Ablieger, das heißt, sie halten sich in den ersten Monaten ihres Lebens die meiste Zeit des Tages in einem Versteck auf. Hier im Zoo Frankfurt ist dies der geschützte Okapi-Stall. "Ein Strohbett, angewärmt von einer Fußbodenheizung und geschützt durch einen Blättervorhang, dient dem zweieinhalb Wochen alten Jungtier als Nest", erläutert Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. Das Okapikalb ist deshalb für die Zoobesucherinnen und Zoobesucher nur über einen Bildschirm im Giraffenhaus zu sehen.

Die elfjährige Mutter kümmert sich gut um das Junge. Die Geburt verlief problemfrei und schnell, sie konnte von den Pflegern über einen Bildschirm beobachtet werden.Kurz nach seiner Geburt wog das Kalb 22 kg".Okapis werden bis zu einem Jahr lang gesäugt. In Frankfurt ist dies das 21. Jungtier. Okapis werden seit 1954 im Zoo Frankfurt gehalten, der damalige Direktor Prof. Bernhard Grzimek brachte die erste "Waldgiraffe" nach Frankfurt.

Jede Okapi-Geburt ist von herausragender Bedeutung für das Überleben der relativ kleinen Zoopopulation. Das Internationale Zuchtbuch sowie das Europäischen Erhaltungszucht-Programms EEP werden vom Zoo Antwerpen aus gemanagt.

lineblack1px

Nachwuchs bei den Faultieren in der Wilhelma

PM 2014-10-09 S faultier
Faultier mit Jungem in der Wilhelma Stuttgart © Wilhelma
09.10.2014 - Stuttgart. Bei den Faultieren in der Wilhelma, den Experten der Langsamkeit, ist viel in Bewegung geraten. Im August sind sie aus dem Kleinsäuger- und Vogelhaus, das bald neu gebaut wird, ausgezogen und teilen sich ein Gehege mit ihren südamerikanischen Genossen, den Goldagutis und einem Weißgesichtseidenaffen. In ihrem neuen Domizil, dem so genannten Jungtieraufzuchthaus, stellt zudem seit kurzem Nachwuchs ihre Welt auf den Kopf.
Erst zog der letztjährige Sprößling des Faultier-Paares Marlies und Mike von der Wilhelma in die weite Welt. Er ist jetzt im Loro Parque auf Teneriffa zu Hause. Gleich darauf galt die Aufmerksamkeit sofort dem nächsten Neuankömmling. Denn die vermeintlichen Faulpelze sind sehr produktiv als Zuchtpaar und haben der Wilhelma nun schon das zehnte Jungtier geschenkt. Mike lebt seit 1994 in dem Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart, Marlies ist 2001 zugezogen. Ob der Familienzuwachs ein Weibchen oder Männchen ist, weiß bisher so recht keiner. Das Geschlecht ist bei den Zotteltieren schwer festzustellen. Noch trägt der Winzling den Kopf oben, wenn er auf dem Bauch der Mutter liegt. Die ungewöhnliche Perspektive der Faultiere, die ihr Leben fast komplett kopfüber von Ästen hängend verbringen, lernt das Kleine erst später kennen.

Die Zweifingerfaultiere leben im tropischen Regenwald des Flach- und Berglands Südamerikas. Die Bäume verlassen sie nur einmal pro Woche, um ihr Geschäft zu verrichten. Das reicht aus, weil ihre Verdauung extrem langsam verläuft. Damit verwerten die Verwandten des Ameisenbärs ihre nährstoffarme Rohkost aus Blättern und Blüten gründlich. Ihr Energiesparmodus hat ihnen den Ruf der größtmöglichen Gemütlichkeit eingetragen. Oft hängen sie regungslos vom Ast. Wer sich nicht rührt, wird ohnehin seltener von Fressfeinden entdeckt. Damit während dieser Hängepartie der Regen besser abläuft, hat sogar ihr Fell den Scheitel auf dem Bauch. Teilweise wachsen den Tieren Algen im Fell, die es grünlich färben und die Tarnung perfektionieren. Wenn sich Faultiere fortbewegen, legen sie in den Bäumen bis zu 40 Meter am Tag zurück – auf der Flucht sind sie aber auch deutlich schneller.

Der Umzug der Faultiere ist Vorbote einer größeren baulichen Veränderung: Das Kleinsäuger- und Vogelhaus muss für den Neubau nach den Herbstferien geschlossen werden. Die dort bisher gezeigten Tiere kommen zum Teil an anderen Orten in der Wilhelma unter, einige Arten werden an andere Zoos abgegeben. Die Fertigstellung des neuen Kleinsäuger- und Vogelhauses, das dann auch fleischfressende Pflanzen beherbergen soll, ist für das Frühjahr 2016 vorgesehen.

lineblack1px

Vierlinge bei den Geparden im Basler Zoo

PM 2014-10-08 BSL-gepard
Drei der vier Gepardenwelpen im Zoo Basel © Zoo Basel
08.10.2014 - Basel. Im Zoo Basel sind nach fünf Jahren wieder junge Geparde geboren. Mutter Alima brachte die vier weiblichen Jungtiere am 24. Juli zur Welt. Da die Nachzucht von Geparden ein schwieriges Unterfangen ist, darf die Geburt als Erfolg gewertet werden. Geparden sind in der Natur gefährdet, deshalb unterstützt der Zoo Basel ein Projekt zum Schutz von Raubtieren. Die vier Jungen im Zoo Basel sind Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP). Sie sind auf der Anlage neben dem Etoscha-Haus zu sehen.

Am 24. April dieses Jahres beobachteten die Tierpfleger, wie die Geparde Alima (3) und Gazembe (8), statt sich wie üblich durch das Trenngitter anzufauchen, mit lautem Schnurren ihr Interesse aneinander bekundeten. Alima rollte sich auf dem Rücken hin und her, ein sicheres Zeichen, dass Herrenbesuch erwünscht ist. Die Pfleger liessen sie mit dem grossen Kater zusammen und die beiden paarten sich sofort. Nach genau drei Monaten brachte Alima vier gesunde, putzmuntere Junge zur Welt. Zu Beginn blieben die jungen Geparde in der Höhle, bis sie sich im Alter von sechs Wochen zum Spielen auf die Anlage wagten. Die nun fast drei Monate alten Welpen sind auf der Anlage neben Etoscha zu sehen. Häufig spielen sie, bis sie müde umfallen und sich zu einem Erholungsschlaf in ihre Höhle zurückziehen.

Schwierige Partnersuche

Die Zucht von Geparden ist eine der schwierigsten Aufgaben im Zoo. Weibliche Geparde sind Einzelgänger. Lediglich zur Paarungszeit erlauben sie die Nähe eines Partners. Im Zoo werden deshalb Männchen und Weibchen abwechslungsweise in verschiedenen Anlagen gehalten. So hinterlässt der potentielle Partner seinen Geruch, was im Idealfall das Interesse des anderen weckt. Zeigt eine Gepardin Gefallen am Kater, muss der Pfleger die beiden sofort zusammen lassen. Nur durch mehrfache Kopulation kommt es bei Katzen zu Eisprung und Befruchtung. Trennt man die Tiere zu früh, gibt es möglicherweise keinen Nachwuchs; trennt man sie zu spät, kann es zu aggressivem Verhalten kommen. Die Pfleger müssen ihre Schützlinge also nicht nur genau kennen, sondern ihr Verhalten auch deuten können.

In der Natur gefährdet

Geparde werden auf der roten Liste der IUCN als „gefährdet“ aufgeführt. Nach einer Schätzung der IUCN lebten 2008 nur noch 7500 von ihnen in ganz Afrika. Seither ist ihre Zahl auf geschätzte 5000 zurückgegangen. Seit 2013 unterstützt der Zoo Basel die Big Life Foundation in Kenia - ein erfolgreiches Schutzprojekt für Raubtiere im Amboseli-Schutzgebiet. Dort hat der Bestand an Geparden seit Beginn des Projektes wieder zugenommen. Auch Zuchtprogramme in Zoos sind erfolgreich. Trotzdem ist die Nachzucht von Geparden in Menschenobhut immer noch ein seltenes Ereignis. In den 85 Haltungen, die mit etwa 329 Tieren dem EEP (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm) der EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) angeschlossen sind, gab es nur in rund zehn Zoos Nachwuchs.

lineblack1px

Gefährdete Rothalsstrausse im ZOOM Gelsenkirchen geschlüpft

PM 2014-10-07 GKN strauss
Junger Nordafrikanischer Rothalsstrauss in der ZOOM-Erlebniswelt Gelsenkirchen © ZOOM Gelsenkirchen
Gelsenkirchen – 07.10.2014. In der ZOOM Erlebniswelt sind mit der Hilfe von Tierärztin Dr. Pia Krawinkel zwei Nordafrikanische Rothalsstrauße aus ihren Eiern geschlüpft. Da dies die erste erfolgreiche Nachzucht in Gelsenkirchen und die zweite überhaupt in ganz Deutschland ist, kann man die zwei Jungtiere durchaus als kleine Sensation bezeichnen. Diese Straußenunterart ist vom Aussterben bedroht, somit leistet die ZOOM Erlebniswelt einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.

Die Nordafrikanischen Rothalsstrauße gehören zu einem EEP-Artenschutzprojekt, das der Zoo Hannover ins Leben gerufen hat. 2011 wurden die jetzigen Elterntiere Dörthe und Harald als befruchtete Eier aus Marokko nach Deutschland eingeführt und im Zoo Hannover ausgebrütet. Sie kamen in einem Alter von einem halben Jahr als Jungvögel nach Gelsenkirchen. Erst in diesem Jahr wurden sie geschlechtsreif und die Henne begann zum ersten Mal mit dem Eierlegen.

Der erste gefiederte Nachwuchs schlüpfte nach rund sechs Wochen im Brutapparat unter Hilfe von Tierärztin Pia Krawinkel am 17. September aus seinem Ei. Nachdem dieses am 5. August von Straußen-Mama Dörthe gelegt und daraufhin sofort von Tierpflegern und Tierärztin in den Brutkasten gelegt wurde, entwickelte sich der Mini-Strauß in seinem Ei prächtig und mauserte sich zu einem Geburts-Gewicht von rund 1400 Gramm.

Das zweite befruchtete Ei wurde am 13. August gelegt und folgte seinem Geschwisterchen am 15. August in den Brüter. Es war etwas komplizierter, allerdings kämpfte sich auch Straußenbaby Nummer Zwei nach einem zweitägigen Schlupfakt mit der Hilfe der Tierärztin am 28. September auf die Welt. Der gefiederte Nachwuchs wog bei seiner Geburt rund 1200 Gramm.

Auch in der Natur helfen die Straußen-Eltern beim Schlupfakt ihrer Jungtiere nach. Da Strauße die einzigen Vögel ohne Eizahn sind und ihre Schale somit nur durch Muskelkraft sprengen können, benötigen die Küken oftmals Hilfe von außen. In der ZOOM Erlebniswelt wurden die Eier aufgrund ihrer Seltenheit künstlich bebrütet, nachdem Mutter Dörthe sie gelegt hatte. Da es das erste Gelege des Pärchens und bei diesem noch keine Brutstimmung erkennbar war, entschied sich Pia Krawinkel für diesen Schritt.

Ersatz-Mama Pia Krawinkel, die bereits ihre Doktorarbeit über die Zucht von Straußen geschrieben hat, hat jetzt alle Hände voll zu tun. Bei ihrer Arbeit in der Veterinärstation folgen ihr die beiden jungen Vögel auf ihren starken Beinchen auf Schritt und Tritt. Ob es sich bei den beiden kleinen Straußen um männliche oder weibliche Tiere handelt, kann erst nach 3 bis 4 Wochen bestimmt werden. Bereits jetzt haben beide Vogelküken gut an Gewicht zugelegt. Sie fressen Spezial-Straußenaufzucht-Pellets und Salat.

Wenn sie ausgewachsen sind, werden Rothalsstrauße, die zur größten Art innerhalb der Straußenfamilie gehören, bis zu 3 Meter groß und bis zu 150 Kilo schwer.

lineblack1px

Okapigeburt  im Zoo Wuppertal

PM 2014-10-05 WTAL okapi aStadler
Das Wuppertaler Okapikalb im Alter von etwa zwei Wochen © André Stadler, Zoo Wuppertal
05.10.2014 – Wuppertal. Am Abend des. 4.Oktobers um 20:12 gab es bei den Okapis im Zoo Wuppertal Nachwuchs. Nach ungefähr 13 Monaten Tragzeit kam ein gesundes Jungtier zur Welt. Die Geburt erfolgte völlig entspannt im Okapistall. Mit großem Stolz und einer gehörigen Portion Freude wird seitdem auf installierten Kameras beobachtet, wie sich das Kleine entwickelt. Nach 40 Minuten stand das Jungtier bereits auf eigenen Beinen und hat in der Nacht angefangen Milch zu trinken. Es ist die sechste Okapigeburt im Wuppertaler Zoo, leider aber sind die ersten Jungtiere nicht groß geworden. Dem entsprechend aufgeregt dokumentieren und beobachten wir die bisher so erfreuliche Entwicklung des Jungtiers. Die ersten Tage nach der Geburt sind nämlich eine wichtige Prägungsphase zwischen der Mutter und dem Nachwuchs. Aus diesem Grund möchten wir die Tiere so wenig wie möglich stören. Mutter und Jungtier sind deshalb in einem für das Publikum nicht einsehbaren Bereich.

lineblack1px

Brauen-Glattstirnkaimane im Tierpark Bochum

PM 2014-10-02 BOC kaiman
Junger Brauen-Glattstirnkaiman im Tierpark Bochum © Tierpark Bochum
02.10.2014 – Bochum. Der Tierpark Bochum freut sich über Nachwuchs im Terrarienhaus. Am 30. Juli sind in der Anlage der Brauen-Glattstirnkaimane vier scharfzähnige Jungtiere geschlüpft.

Mittlerweile sind die Kaimane bereits rund 20 Zentimeter groß und werden getrennt von den erwachsenen Tieren, in separaten Terrarien, von den Tierpflegern großgezogen, wo sie sich prächtig entwickeln. Es dauert jedoch fast vier Jahre bis die Reptilien vollständig ausgewachsen sind. Besucher können die Jungtiere im Terrarienhaus gegenüber des großen Riffaquariums beobachten.

Wie auch bei einer Naturbrut, legen die Weibchen im Frühjahr ihre Eier in einem Hügelnest aus Laub und Planzenteilen ab. Danach werden die Eier von den Tierpflegern vorsichtig aus der Anlage geholt und von einem Inkubator ausgebrütet, um eine risikofreie Entwicklung der Tiere gewährleisten zu können. Bei Reptilien hat die Temperatur, der die Eier ausgesetzt sind, Einfluss auf die Entwicklung des Geschlechts: Weibchen entwickeln sich bei einer Bruttemperatur bis zu 30°C, für die Entwicklung von Männchen muss es etwas wärmer sein.
Während der Brutzeit sind Kaimane sehr aggressiv und wollen ihr Nest um jeden Preis verteidigen. Deswegen ist von den Tierpflegern äußerste Vorsicht geboten, wenn sie das Gehege betreten. Ein doppeltes Schleusensystem sowie ein Arbeitsweg oberhalb der Anlage, von dem aus die Tiere gefüttert werden können, sorgen für die nötige Sicherheit.

Seit 1986 leben insgesamt vier ausgewachsene Brauen-Glattstirnkaimane im Terrarienhaus des Tierparks – ein Männchen und drei Weibchen. Die Anlage ist dem natürlichen Lebensraum der Reptilien nachempfunden und verfügt neben einer großen Wasserfläche mit unterschiedlichen Ebenen und einem Wasserfall auch über einen Landteil, auf dem die Tiere ihre Hügelnester bauen können. Nistmaterial finden die Tiere ebenfalls in der Anlage. Kaimane sind wie alle Reptilien wechselwarme Tiere und benötigen daher eine technisch anspruchsvolle Ausstattung der Anlage. So gibt es im Gehege unterschiedliche Temperaturzonen, damit sie ihre Körpertemperatur bei Bedarf abkühlen oder aufwärmen können. Eine automatische Beregnungsanlage hält die nötige Luftfeuchtigkeit aufrecht.

Brauen-Glattstirnkaimane (Paleosuchus palpebrosus) sind eine Unterfamilie der Alligatoren innerhalb der Ordnung der Krokodile. Mit einer Körperlänge von bis 1,50 Metern sind Kaimane eher kleine Krokodile. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die dichten Regenwälder des Amazonas- und Orinokobeckens in Südamerika. Der Brauen-Glattstirnkaiman trägt seinen Namen aufgrund des fehlenden knöchernen Grates zwischen den auffallenden braunen Augen. Was ihnen zwischen den Augen fehlt findet man dafür im gesamten restlichen Körper. Die starken Knochenplatten in der Haut schützen die kleinen Krokodile vor Feinden. Ihre kleinen, spitzen Zähne eignen sich gut, um kleine Krebse und andere Wasserlebewesen zu fangen, die typisch für ihren Lebensraum sind. Aber auch Insekten und sogar kleine Säugetiere stehen auf der Speisekarte der Reptilien. Kaimane sind Lauerjäger, d.h. sie verharren oft stundenlang bewegungslos im Wasser, bevor sie ihre Beute blitzschnell erfassen. Brauen-Glattstirnkaimane stehen unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutzabkommens.

Die Brauen-Glattstirnkaimane spielen auch in der Zoopädagogik eine wichtige Rolle. Kerstin Schulze, Leiterin der Zooschule des Tierparks, erklärt: „Kaimane und Krokodile im Allgemeinen sind sehr ursprüngliche Reptilien und deshalb bedeutend für Führungen mit dem Schwerpunktthema Evolution. Außerdem sind sie ein wichtiger Bestandteil des beliebten Reptiliencamps – ein Programm, das für Kindergeburtstage im Tierpark gebucht werden kann.“ 

lineblack1px

Leoparden in Nordhorn

PM 2014-10-02 NOR leopard FFrieling
Stark gefährdeter Nordpersischer Leopard wird im Tierpark Nordhirn tierärztlich betreut © Franz Frieling, TP Nordhorn
02.10.2014 – Nordhorn. Putzmunter und aufgeweckt – Die beiden Leoparden, die vor kurzem im Tierpark Nordhorn das Licht der Welt erblickt haben, sind bei bester Gesundheit. Mitte dieser Woche stand der erste große Gesundheitscheck der beiden Jungtiere an, deren Geschlecht bis dato unbekannt war. Auch wenn die beiden Jungtiere nur etwas größer als eine stabile Hauskatze sind, haben sie doch schon jetzt ungleich mehr Kraft und Power, sodass Tierpfleger Tom ten Tusscher und Tierärztin Dr. Heike Weber ganz schön ins Schwitzen kamen als sie die beiden bändigen mussten. Neben der allgemeinen Untersuchung, dem impfen und chippen zur späteren Identifizierung stand bei dieser Aktion auch der erste öffentliche Auftritt der Tiere an. Um den für die Erhaltungszucht so wichtigen Jungtieren und ihrer Mutter eine ungestörte Aufzucht zu gewährleisten, waren sie bisher nur über eine Livekamera in der Wurfbox für die Öffentlichkeit zu sehen. Nun nahmen zahlreiche Medienvertreter die Gelegenheit wahr um über diese vom Aussterben bedrohten Tiere zu berichten. Ab sofort sind der kleine Kater und die kleine Katze zusammen mit ihrer Mutter „Scharjh“  in der Leopardenanlage im Tierpark Nordhorn auch für die Besucher zu sehen.

„Wir sind überglücklich, zwei so kerngesunde und starke Jungtiere zu haben!“, so eine erschöpfte, aber glückliche Tierärztin nach der Untersuchung.

Eine wahre Sensation sind die beiden Jungtiere auch deshalb, weil sie der krönende Abschluss eines langjährigen Forschungsprojektes des Tierpark Nordhorn und seiner Partner wie dem Institut für Wildtierforschung (IZW) Berlin und den Experten von Geolifes sind.
 „Ein riesiger Erfolg! Wir sind froh einen wertvollen Beitrag für die Arterhaltung leisten zu können!“ freute sich Zoodirektor Dr. Nils Kramer. „Dies gilt natürlich für die beiden Jungtiere, aber auch für das entwickelte Verfahren! Ein kleines bisschen Hoffnung für die letzte noch frei lebende Großkatze Europas.“

Eine genaue Zahl der noch in freier Wildbahn vorkommenden Nordpersischen Leoparden ist aufgrund der sehr heiklen politischen Situation in Ländern wie Tschetschenien oder dem Iran nicht bekannt. Gerade mal 850 bis 1300 Tiere ziehen dort noch ihre Bahnen. Im Rahmen eines Europäischen Zuchtprogrammes (EEP) koordinieren die Zoos in Europa die Erhaltungszucht. In Absprache mit diesem Zuchtbuch hat deshalb auch der Tierpark Nordhorn große Anstrengungen unternommen um die Erhaltungszucht zu verbessern. Nur durch die Erhaltungszucht in Menschenhand hat diese Art eine Chance zum Überleben.

Zum ersten Mal weltweit sind nun in Nordhorn zwei junge nordpersische Leoparden nach einer künstlichen Besamung zur Welt gekommen. Der Vater der beiden Kleinen stellt dabei den genetisch wichtigsten Kater in Europa da. Umso erfreuter zeigte sich das ganze Zooteam, dass die Forschungsarbeit mit der Geburt der beiden jungen Leoparden zu einem wahren Happy End führte.

lineblack1px

Königspinguin in Schönbrunn

PM 2014-10-01 VIE pinguin DZupanc
Junger Königspinguin mit seinen Eltern im Tiergarten Schönbrunn © Daniel Zupanc, Wien
01.10.2014 – Wien. Er hat ein braunes Federkleid, ist flauschig und immer hungrig: Im Tiergarten Schönbrunn ist bereits am 24. August ein Königspinguin geschlüpft. Inzwischen ist das Küken rund 30 Zentimeter groß und kann sich nicht mehr unter der Bauchfalte seiner Eltern verstecken. “Königspinguine bauen keine Nester. Die Eltern tragen das Ei abwechselnd auf den Füßen und bebrüten es in ihrer Bauchfalte. Auch nach dem Schlüpfen wird das Kleine noch eine Zeit lang in die wärmende Hautfalte gebettet, weil es nur ein sehr spärliches Gefieder hat“, erklärt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter.

Weniger als 20 Zoos in Europa halten Köngispinguine, noch weniger züchten die zweitgrößte Pinguinart regelmäßig. Umso größer ist die Freude in Schönbrunn, dass es nach dem Küken im Vorjahr auch heuer wieder mit Nachwuchs geklappt hat. Schratter: “Der Bestand der Königspinguine in der Subantarkis wird auf rund zwei Millionen Tiere geschätzt. Sie zählen somit nicht zu den bedrohten Tierarten, doch der Klimawandel wirkt sich bereits negativ auf ihre Bruterfolge aus. Im Zoo ist die Zucht dieser flugunfähigen Vögel sehr schwierig. Viele unterschiedliche Faktoren müssen stimmen und nicht zuletzt ist auch viel Fingerspitzengefühl von Nöten.“

Der fünf Wochen alte Pinguin entwickelt sich jedenfalls prächtig. Kein Wunder, er hat nur eines im Sinn: fressen. Mit aufgerissenem Schnabel wartet er, bis seine Eltern ihn mit vorverdauten Fischen füttern. Die ersten Schwimmversuche wird das Küken erst im Alter von rund zehn Monaten unternehmen. Dann verliert es mit der ersten Mauser sein flauschiges Dunenkleid, das sich mit Wasser vollsaugen würde, und bekommt ein voll entwickeltes Gefieder. Mittels Federproben, die genetisch untersucht werden, wird das Geschlecht des Jungtieres festgestellt. Äußerlich unterscheiden sich Weibchen und Männchen nämlich nicht. Die Männchen sind nur meist etwas größer.

lineblack1px

Kindersegen bei den Basler Schimpansen

PM 2014-10-01 BSL-schimpanse
Schimpansin mit Jungtier im Zoo Basel © Zoo Basel
01.10.2014 - Basel.
Am 28. August ist in der Basler Schimpansen-Gruppe bereits das zweite Kind in diesem Jahr geboren worden. Der kleine Laini erblickte um zwölf Uhr mittags das Licht der Welt. Die Tierpfleger hatten viel Glück und konnten die Geburt beobachten. Mutter Kitoko war erst im September 2013 nach Basel gekommen.

Für Kitoko (21) war es die erste Geburt, ihre Aufgaben als Mutter meisterte sie aber so routiniert, als hätte sie viel Erfahrung. Nur einen Monat zuvor hatte Benga (35) ein Mäd-chen zur Welt gebracht hatte. Da Kitoko mit Benga befreundet ist, durfte sie den Um-gang mit einem Neugeborenen aus nächster Nähe miterleben. Seltenes Glück hatten die Tierpfleger, sie konnten die Geburt beobachten. In den meisten Fällen kommen Schim-pansenkinder nachts zur Welt.

Kitoko hatte Anschauungsunterricht

Kitoko ist im Zoo Leipzig in einer grossen Familie umgeben von ihren Eltern, Tanten, Onkeln, Brüdern, Schwestern, Cousins und Cousinen aufgewachsen. So lernte sie, sich in einer Grossfamilie zurechtzufinden und hatte von Kindesbeinen an Unterricht im Grossziehen von Kindern. Im September 2013 kam Kitoko mit ihrer gleichaltrigen Halbschwester Fifi nach Basel. Sie lebte sich gut in die Gruppe ein, fand ihren Platz am unteren Ende der Hierarchie und freundete sich mit Benga an. Gleichzeitig mit Kitoko war auch Kume (11) aus Osnabrück nach Basel gekommen. Er schien ihr gut zu gefallen und bereits im Dezember wurde sie von ihm schwanger.

Aufwachsen in der Großfamilie

Die Schimpansen der Basler Gruppe interessieren sich zurzeit brennend für den doppel-ten Familienzuwachs. Kitoko musste sich an die manchmal fast aufdringliche Aufmerk-samkeit erst gewöhnen. Der kleine Laini wird wie seine Mutter seinerzeit auch in einer Schimpansen-Grossfamilie aufwachsen. Mit ihm zusammen leben noch der greise Eros (52), Jacky (46), die Mütter Xindra (39), Benga (35), Fifi (21) und Kitoko (21), die jungen Männchen Kume (11) und Colebe (9), der Junge Fahamu (6), das Mädchen Garissa (5) sowie die neugeborene Lazima in der Gruppe.

Schimpansen sind stark gefährdet

Für alle Menschenaffenarten unterhält die EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) Erhaltungszuchtprogramme (EEPs), an denen sich auch der Zoo Basel beteiligt. In der Natur ist die Situation der Schimpansen schwierig. Menschenaffen stehen vor dem Aussterben. Ursachen sind Lebensraumzerstörung und –zerstückelung, vom Men-schen eingeschleppte Krankheiten, Jagd und Bushmeat-Handel. Schimpansen werden von der IUCN als stark gefährdet (endangered) gelistet. Zuverlässige Schätzungen über die Populationsgrössen gibt es jedoch nicht. Fast nur in Zoos haben Menschen die Gele-genheit, Menschenaffen zu begegnen. Der Zoo Basel möchte damit seine Besucherinnen und Besucher für die schwierige Situation unserer nächsten Verwandten sensibilisieren.

Freigegeben in Archiv 2014
Seite 1 von 23
© Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) e.V. hyperworx