Dienstag, 08 November 2016 13:14

Großer Kaninchen-Nasenbeutler

Wissenschaftlicher Name: Macrotis lagotis -

Nachdem mehr als 100 Jahre keine Kaninchennasenbeutler in europäischen Zoos gehalten wurden, soll mit aus Australien eingeführten Tieren ein neuer Anlauf gemacht werden. Dazu wurde 2016 ein EEP geschaffen. Dieses wird an der Wilhelma Stuttgart (TK) koordiniert.

 

Tiere in VDZ- Zoos: kein Datenblatt

08.11.2016

Freigegeben in G

Conservation breeding of the Northern river terrapin Batagur baska at the Vienna Zoo, Austria, and in Bangladesh.

International Zoo Yearbook 49: 39–41. London Zoological Society. ISSN 0074-9664. DOI: 10.1111/izy.12070.

Abstract:

Wild populations of the Northern river terrapin Batagur baska have been decimated to such an extent that the species can be considered as ecologically extinct. Harvesting and habitat reduction are the main reasons for the drastic demise of B. baska, which formerly inhabited rivers and estuaries in East India, Bangladesh and Myanmar. A cooperative in situ and ex situ conservation project was established to secure the survival of this large river terrapin. In 2010, at Vienna Zoo, Austria, the first two captive-bred juveniles of the project hatched and presented an opportunity to call attention to this Critically Endangered species. With combined efforts a breeding population has been assembled in Bangladesh's Bhawal National Park and 84 juveniles have been reared in the past 2 years. Project-Batagur demonstrates how zoos can play a key role in sustainable long-term conservation of threatened species.

03.06.2016

Freigegeben in W

Husbandry and Pathology of Bearded Vultures in Swiss Zoos that Particepate in the Alpine Reintroduction Project.

European Association of Zoo and Wildlife Veterinarians (EAZWV), Third scientific meeting, May 31th - June 4th, 2000, PARIS, France:

Zusammenfassung:

Fünf schweizerische Tiergärten tragen in der einen oder anderen Weise zum Projekt zur Wiederansiedlung des Bartgeiers in den Alpen bei. Die Geier werden unter Bedingungen gehalten, die der schweizerischen Tierschutzgesetzgebung und den Empfehlungen der Fachkommission Artenschutz entsprechen. Während es in allen Zoos zur Eiablage und in vier Zoos zum Schlupf von Küken kam, konnte nur ein Zoo die Jungtiere erfolgreich aufziehen und Vögel zur Wiederansiedlung oder zur Zucht in
anderen Einrichtungen an das Projekt abgeben. Im weiteren enthält der Beitrag Informationen über Fütterung, Lebenserwartung und FortpflanFortpflanzungsbiologie sowie einen Überblick über die Sektionsbefunde bei Bartgeiern in schweizerischen Zoos.

Freigegeben in D
Montag, 23 November 2015 09:00

HOLLAND, J. & PUTNAM, A. (2014)

Population Analysis and MateRx Japanese Serow (Capricornis crispus).

14 Seiten. Hrsg. Lincoln Park Zoo & Association of Zoos and Aquariums

Explanation:

Recommendations Provided from MateRx:
MateRx is analytical software developed jointly by the National Zoological Park and Lincoln Park Zoo. The primary output is a matrix of genetic ratings (Mate Suitability Indices = MSI) for every possible breeding pair in a population. MSIs allow managers to quickly discover how the genetic status of animals in their collections compare to the rest of a managed population.

Each MSI represents the genetic consequences for the population if a given pair was to produce offspring. There are seven values for MSIs: offspring of pairs rated 1, 2, or 3 would benefit the population’s genetic situation; pairs rated 4, 5, or 6 would be detrimental to the population’s genetic situation. Pairs without an MSI value (i.e., a dash [--]) should not be considered under any circumstances without consulting an advisor.

23.1.2015

Freigegeben in H
Dienstag, 14 Juli 2015 07:25

DOLLINGER, P. (2014)

Nachhaltige Zucht im Zoo – ein Zukunftsprojekt?

Seiten 71-77 in: DVG ( Hrsg., 2014): Tierschutz in Zirkus und Zoo : am 23. - 24. Mai 2014 in Duisburg / Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT), Deutschen Gesellschaft für Zootier-, Wildtier- und Exotenmedizin (DVG-ZWE) und Akademie für tierärztliche Fortbildung (ATF) Bundestierärztekammer e.V. in Zusammenarbeit mit der Zoo Duisburg AG. Gießen. 85 S. : Ill., graph. Darst. ; 21 cm. ISBN 978-3-86345-200-1

Voller Text:

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war die Lebenserwartung vieler Zootiere gering und galt die Zucht vieler Tierarten noch als schwierig. Andererseits war der Bezug von Tieren aus der Natur damals noch vergleichsweise problemlos. Es gab noch keine einschränkenden Artenschutz- und nur minimale Veterinärvorschriften für den Wildtierhandel, die Zootiere vieler Arten stammten daher ausschließlich oder hauptsächlich aus der Wildbahn. Durch die Umsetzung der Prinzipien der von Heini HEDIGER 1942 begründeten wissenschaftlichen Disziplin der Tiergartenbiologie, den weitestgehenden Verzicht auf Einzeltierhaltung und die laufende Gewinnung neuer Erkenntnisse wurde die dauerhafte Haltung und Zucht vieler Tierarten, die früher als "nicht haltbar" gegolten hatten, plötzlich selbstverständlich. Die Zahl der Tierarten, die nach 1950 erstmals gezüchtet wurden, ist deshalb außerordentlich groß. 1952 wurde der erste Guereza in Menschenobhut geboren, 1954 das erste Okapi, 1956 folgten die Erstzuchten bei Flachlandgorillas und Brauner Hyäne, 1957 bei der Giraffengazelle, 1958 beim Lippenbären, 1960 beim Koala und der Schwarzfußkatze, 1962 beim Bonobo und 1963 bei Riesenpan-da und Nebelparder, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Die Wildtierhaltung bedurfte damals keiner Tierschutzgenehmigung. Dank Wirtschaftswun-der gab es viele neue Zoos und einen florierenden Tierhandel, und es bestanden keine Bedenken, Tiere an Zirkusse oder Privatleute abzugeben. Der Absatz der Jungtiere war daher leicht möglich. Es herrschte Freude über jede Geburt, die Zoos wollten möglichst viele Tiere züchten und zogen auch bedenkenlos verwaiste Jungtiere von Hand auf.

Die Zoos waren also ab den 1960er-Jahren in der Lage, Tiere der meisten Arten erfolgreich zu züchten und aufzuziehen. Mit der Zeit wurde es aber immer schwieriger, Nachzuchttiere an geeignete Haltungen abzugeben. Da immer mehr Zoos züchteten, kam es zu einer Bedarfssättigung. In Deutschland und der Schweiz wurde überdies die Nachfrage durch den Erlass von Tierschutzgesetzen gehemmt, die zu Recht forderten, dass, wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen muss. In der Schweiz kam die Pflicht einer an Bedingungen und Auflagen gebundenen Genehmigung für das Halten von Wildtieren in öffentlichen Einrichtungen und das Halten bestimmter Wildtiere durch Private hinzu. In Deutschland wurde die Tötung überzähliger Jungtiere erschwert durch § 17 des Tierschutzgesetzes, der als Voraussetzung für eine Tötung den Nachweis eines „vernünftigen Grundes“ verlangte. Auch die allgemeine Einstellung der verstädterten Bevölkerung zum Tier änderte sich, nicht zuletzt als Folge des Bambi-Trickfilms, der in Deutschland 1950 in die Kinos kam, und der Flipper-Serie, die ab 1964 im Fernsehen zu sehen war, und die sich beide durch eine stark vermenschlichende Sichtweise von Tieren auszeichneten. Bei Tierarten mit einem hohen emotionalen Stellenwert geriet daher jeder Todesfall zum Drama. Parallel dazu verbreitete sich ab 1970, ausgehend von der Universität Oxford die Tierrechtstheorie, die eine Tierrechtsbewegung auslöste, was sich in einer zunehmend kritischen Betrachtungsweise der Zoos und ihrer Handlungen äußerte. Dass einzelne an Tierhändler verkaufte Tiere ihre Karriere auf den Tellern von Gourmet-Restaurants beendeten, wird auch heute, 50 Jahre später, noch thematisiert.

Andererseits wurde der Nachschub aus der Wildbahn ab 1975 durch internationale Artenschutzregelungen und immer strenger werdende Veterinärvorschriften der EU zunehmend eingeschränkt. Die Zoos, die zur Erfüllung ihrer Aufgaben auf einen vielfältigen Tierbestand angewiesen sind und ihren Tieren den essentiellen Verhaltenskreis der Fortpflanzung nicht vorenthalten wollen, sahen sich also mit dem Problem konfrontiert, eine Eigenversorgung aufzubauen und gleichzeitig die Zahl der nicht platzierbaren Jungtiere soweit als möglich zu minimieren. Dazu bedurfte es einerseits der Einrichtung gesamteuropäischer Erhaltungszuchtprogramme, andererseits der Erarbeitung von Entscheidungshilfen für die Regulierung von Zootierpopulationen durch die Zooverbände, wie sie etwa vom Verband Deutscher Zoodirektoren am 24. Juli 2008 in zweiter Auflage verabschiedet wurden.

Bereits 1905 war in den USA ein Zuchtbuch als Voraussetzung für die Erhaltung des Bisons geschaffen worden. 1932 wurde das erste Internationale Zuchtbuch veröffentlicht und unter die Schirmherrschaft des Internationalen Zoodirektorenverbandes (heute WAZA) gestellt, um den Wisent zu retten. Es folgten Internationale Zuchtbücher für das Urwildpferd (genehmigt 1959), die Asiatischen Wildesel (1961), Zwergflusspferd, Leierhirsch, Okapi, Gaur, Arabi-sche Oryx, Breitmaul-, Spitzmaul und Panzernashorn (1966), Bonobo, Gorilla, Orang-Utan und Tiger (1967), Vikunja und Pudu (1969). Erst 1971 kam mit dem Mandschurenkranich der erste Vogel und erst 1982 mit dem China-Alligator das erste Reptil zum Zuge.

Eine neue Dimension eröffnete sich in den 1980er Jahren, als die Zuchtbücher durch auf regionaler Basis betriebene Zuchtprogramme ergänzt wurden, zuerst 1981 durch den amerikanischen Species Survival Plan (SSP) und 1985 durch das Europäische Erhaltungszuchtpro-gramm (EEP). Währenddem es bei den Zuchtbüchern lediglich um das Sammeln von Daten ging, erlaubten die Zuchtprogramme ein aktives Management, mit der Zielsetzung, 90 % der genetischen Variabilität einer Zoopopulation über 100 Jahre oder, bei kurzlebigen Arten, über 200 Generationen hinweg zu erhalten und im Bedarfsfall Tiere für Wiederansiedlungen zur Verfügung zu stellen (SCHMIDT, 2011).

Weltweit führen die Zoos oder private Halterorganisationen heute rund 1800 internationale oder regionale Zuchtbücher und / oder betreiben regionale Zuchtprogramme für über 1'000 Tierarten. Unter der Schirmherrschaft des Weltzooverbandes (WAZA) wurden am 1.1.2013 126 aktive internationale Zuchtbücher für insgesamt 160 Arten oder Unterarten geführt. Unter dem Europäischen Zoo- und Aquarienverband (EAZA) bestehen (Stand März 2014) 190 Europäische Erhaltungszuchtprogramme (EEP) für 211 Arten oder separat gemanagten Unterarten, wovon 163 in einer höheren Gefährdungskategorie der Roten Liste eingereiht sind, und 198 Europäische Zuchtbücher (ESB) für weitere 201 Arten oder Unterarten, von denen 86 in einer höheren Gefährdungskategorie figurieren. Die Satzung und die Ethischen Richtlinien der WAZA verlangen, dass sich Mitglieder wo möglich an koordinierten Zuchtprogrammen beteiligen. EAZA-Mitglieder sollen sich an den EEP und ESB beteiligen.

82% aller von Zoos dem International Species Information System (ISIS) gemeldeten Neuzugänge an Säugetieren sind Nachzuchten, bei den Vögeln sind es 64 % und bei den Reptilien auch schon über die Hälfte. 49 Tierarten und einige Unterarten, die in der Natur ausgestorben sind oder waren, haben – die meisten dank koordinierter Zucht - in menschlicher Obhut überlebt. Etwa 20 davon konnten erfolgreich wieder in freier Wildbahn angesiedelt werden, z.B. Kalifornischer Kondor, Rotwolf, Schwarzfußiltis, Urwildpferd, Davidshirsch, Wisent, Arabische Oryx, Mendesantilope und Mhorrgazelle. Bei mindestens 200 lokal oder regional ausge-storbenen Arten wurden gezüchtete Tiere mit Erfolg für  Wiederansiedlungsprojekte verwendet, z.B. Zwergmaus, Europäischer Biber, Europäischer Nerz, Wildkatze, Luchs, Steinbock, Bartgeier, Weißstorch, Uhu, Europäische Sumpfschildkröte, Kammmolch oder Feldgrille.

Damit wäre eigentlich alles in Ordnung, und wir könnten „Nachhaltige Zucht“ als Tatsache und nicht, wie im Titel dieses Vortrags als „Zukunftsprojekt?“ bezeichnen. Leider stimmt das nicht ganz, es gibt nämlich verschiedene Probleme, die sich in Zukunft verschärfen werden.

  •  Ein EEP für Säugetiere umfasst im Mittel 128 lebende Individuen, die sich auf 27 Institutionen verteilen. Der Betrieb eines solchen Programms bedingt einen sehr hohen administrativen Aufwand. Programmkoordinatoren sind bisweilen überfordert und Programmteilnehmer nicht immer genügend kooperativ, um ein gutes Funktionieren der Programme zu gewährleisten. RÜBEL (2010) fordert deshalb eine Reduktion der intensiv bewirtschaft-ten europäischen Programme auf 100 und eine Konzentration auf weniger Zuchtstätten, die aber über größere Bestände verfügen sollten als heute.
  • Nach Untersuchungen von LEUS et al. (2011) sind manche Zoobestände so klein, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass sie aufgrund von Ereignissen, die den Gesamtbestand oder eine einzelne Zuchtstätte betreffen können, innerhalb der nächsten 100 Jahre aussterben. Dies betrifft 28 % der Säugetier- und 36 % der Vogelpopulationen, von denen weniger als 50 Individuen in europäischen Zoos gehalten werden.
  • Hinzu kommt, dass bei vielen Arten der Anteil der Individuen, die aktiv am Zuchtgeschehen teilnehmen, in 25 % der Säugetier- und 73 % der Vogelpopulationen unter einem Viertel des Bestandes liegt.
  • Bei 16% der Säugetier- und bei 37% der Vogelarten ist die Sterberate höher als die Geburtenrate.
  • 85% der Säugetier- und 94% der Vogelpopulationen gehen auf weniger als 30 Gründertiere zurück, was in der Regel den Erhalt von wenigstens 97.5 % der ursprünglichen genetischen Bandbreite über 100 Jahre nicht erlaubt.

Ein Teil dieser Probleme ist von den Zoos hausgemacht oder ist historisch vorgegeben. So führt z.B. die Abschottungspolitik der meisten EEP, die eine Teilnahme von Nicht-EAZA-Zoos oder von Privatpersonen nur in Ausnahmefällen zulassen, dazu, dass nur relativ wenige Tierplätze zur Verfügung stehen. Auch kann man die Zahl der Gründertiere nicht erhöhen, wenn die Art in der Wildbahn mittlerweile ausgestorben ist oder aus anderen Gründen keine Tiere mehr aus dem Freiland beschafft werden können.

Andere Hindernisse für eine nachhaltige Zucht sind aber durch das gesellschaftliche Umfeld oder die die Gesetzgebung bedingt.

Die Schlachtung des Giraffen-Jungbullen „Marius“ und die Tötung von vier Löwen aus Gründen des Populationsmanagements im Zoo Kopenhagen haben uns wieder einmal vor Augen geführt, wie sensibel die Öffentlichkeit auf die Tötung von Zootieren reagiert und wie der Volkszorn durch die sensationsorientierte Berichterstattung mancher Medien geschürt wird.

In Deutschland werden jährlich rund 50 Millionen domestizierte Huftiere und 600 Millionen Stück Hausgeflügel zur Verwertung getötet, 5,5 Millionen Stück Feder- oder Haarwild auf der Jagd erlegt, 200.000 Stück Gehegewild geschlachtet und 50 Millionen männliche Eintagsküken von Legerassen geschreddert oder vergast. Alles in allem werden weit über eine Milliarde Wirbeltiere aus mehr oder weniger vernünftigen Gründen absichtlich oder aber fahrlässig getötet, Fische nicht mitgerechnet. Das mag die kleine Gruppe der Tierrechtler aufregen, ist aber kein Thema in der Öffentlichkeit. Dass jedoch in den rund 600 deutschen Zoos jährlich schät-zungsweise 30-40.000 Tiere - Wildtiere, domestizierte Säugetiere (ohne Kaninchen und Nagetiere) und Hausgeflügel - ohne medizinische Indikation getötet und überwiegend im eigenen Betrieb als Tierfutter oder Nahrungsmittel verwertet werden, beansprucht viel Druckerschwärze und Sendezeit.

Die Problematik liegt bei der Wahrnehmung und der Kommunikation: manche Tierarten haben einen hohen emotionalen Stellenwert, Zootiere sind individuell bekannt und haben einen Namen, der Zoodirektor ist prominent und daher ein gutes Ziel für die Skandalpresse. Bei in der Natur bedrohten Arten wird nicht verstanden, dass das Töten von Tieren, die in der ex situ-Population überzählig sind, dem Überleben der Art nicht abträglich ist.

Im klassischen Griechenland führte XENOPHON im 4. Jahrhundert v. Chr. in Anlehnung an das Altpersische für Tiergärten die Bezeichnung παράδεισος ein. Offensichtlich sehen viele Menschen und Medien auch heute noch den Zoo als Paradies, in dem Tiere ein ewiges Leben haben. Dass Tiere auch im Zoo sterben, wird ausgeblendet. Besondere Empörung ruft hervor, wenn ein junges, gesundes Tier geschlachtet und verfüttert wird, auch wenn es den zumeist Fleisch essenden Fremdschämern nie in den Sinn käme, selbst ein steinaltes, krankes Tier zu essen, und sie verdrängen, dass das Schnitzel, das sie im Supermarkt kaufen von einem Schwein stammt, das im zarten Alter von etwa 270 Tagen „ermordet“ worden ist, oder dass ihr Brathähnchen ein „Hühnerbaby“ ist, das schon mit fünf Wochen sein Leben lassen musste.

Gar nicht als Paradies, sondern als Hölle wird der Zoo von Tierrechtlern und der Fraktion der Zoogegner innerhalb der Tierschützer gesehen. Diese wollen die Zoos zum Verschwinden bringen. Sie fordern immer größere Gehege und ein generelles Verbot der privaten Wildtierhaltung, wodurch die Zahl der Tierplätze verringert wird und die Bestände unter das kritische Minimum fallen. Sie wollen die prominentesten Arten aus den Zoos verbannen und nehmen in Kauf, dass diese „in Würde aussterben.“ Sie sind gegen eine „Breed and Cull“-Politik und verlangen, dass Zoos erst Tiere zur Paarung zulassen, wenn eine definitive Unterbringung für die prospektiven Nachkommen gewährleistet ist. Es ficht sie nicht an, dass dies gar nicht möglich ist, weil niemand weiß, welches Geschlecht die Jungtiere haben werden und wer in drei Jahren ein Tigerweibchen oder in sechs Jahren einen Elefantenbullen benötigt, oder weil bei vielen Arten die Jungenzahl enorm variiert, beim Afrikanischen Wildhund etwa von 2 – 20. Um sich nicht unzumutbarem Druck auszusetzen, der sich gelegentlich in Morddrohungen äußert, verzichten manche Zoodirektoren weitgehend oder ganz auf die Zucht bestimmter Tierarten und sehen davon ab, überalterte Tierbestände zu verjüngen. Kastrierte Tiere, die genetisch eigentlich tot sind, belegen daher wertvolle Tierplätze. Da die Lebenserwartung von Zootieren deutlich höher ist als im Freiland, werden die Zoos leicht zu Seniorenresidenzen, d.h. zu viele der knappen Tierplätze stehen postreproduktiven Tieren zur Verfügung.

Dabei stellt das Töten von Zootieren objektiv gar kein Tierschutz-Problem dar, wenn es verantwortungsbewusst gehandhabt wird: Löwen, Tiger, Wölfe fressen keine Möhren. Das Futterfleisch muss von irgendwoher kommen. Die Produktion von Fleisch von Zootieren im eigenen Betrieb ist aus Tier- und Umweltschutzgründen dem Ankauf von Fleisch aus dem Schlachthof vorzuziehen, denn die Tiere werden stress- und schmerzfrei in ihrer gewohnten Umgebung getötet, die Tötung erfolgt vorzugsweise an biologischen Schnittstellen, bei denen auch in der Natur die Sterblichkeit erhöht ist wie Geburt, Entwöhnung, Entlassung aus dem Familienverband, und der Verlust von Jungtieren ist bei Wildtieren weder für die Mütter noch für die Gruppen außergewöhnlich. Da Wildtiere Krankheitssymptome zu kaschieren versuchen, bleibt alten Tieren, die bei Nachlassen ihrer Kondition nicht eingeschläfert werden, langes Leiden oft nicht erspart. Es gibt kaum einen über 30 Jahre alten Bären, der nicht chronisch an Karies, Arthrosen, einer Nephropathie oder Leberzirrhose erkrankt ist (IPPEN et al., 1986).

Ein weiteres Problem sind Gesetzgeber, Behörden und Gerichte. Einerseits schreiben die Zoo-Richtlinie 1999/22/EG und das Bundesnaturschutzgesetz vor, dass die Zoos Maßnahmen zur ex situ Erhaltung treffen und die Tiere unter Bedingungen halten, die den biologischen und Erhaltungsbedürfnissen der Art Rechnung tragen. Auch die Nationale Strategie Deutschlands zur Biologischen Vielfalt führt als Maßnahme der Zoos auf: Erhaltung von Tierarten im Rahmen von EEP einschließlich Wiederansiedlungsprojekte.

Andererseits veröffentlicht das BMEL ohne zu erheben, wo tatsächlich Handlungsbedarf besteht, ein Säugetiergutachten, das in weiten Teilen nicht auf wissenschaftlicher Basis oder auf der Grundlage empirischer Evidenz sowie tierhalterischer und tierärztlicher Erfahrung beruht, sondern viele Mindestanforderungen an Gehegedimensionen enthält, die arbiträr, oft als Kompromiss zwischen überzogenen Forderungen der Vertreter der Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen und den auf tierhalterischer Erfahrung beruhenden Positionen der Zoovertreter, festgelegt wurden. Dies, ebenso wie die geplante konsequente Durchsetzung des Verbots, Vögel flugunfähig zu machen (DOLLINGER et al., 2014), wird die schon seit Jahren bestehende Schrumpfungstendenz der Zootierbestände beschleunigen und wird negative Auswirkungen auf die Erhaltungszuchtprogramme haben.

Eine andere Herausforderung stellt die Vorgabe des Artikels 17 TierSchG dar, wonach Tiere nicht ohne vernünftigen Grund getötet werden dürfen. Der „vernünftige Grund“ ist als Kriterium eigentlich unvernünftig, weil vernünftiges Handeln stets auf der individuellen Lebenserfahrung beruht und daher nicht objektivierbar ist. Ein kurzer Blick in die Geschichte zeigt, dass gesellschaftliche Akzeptanz bisweilen mit Vernunft wenig bis gar nichts zu tun hat. Dass sich der Staat in Deutschland herausnimmt, dem mündigen Bürger vorzuschreiben, was er als vernünftig anzusehen hat, lässt sich daher mit dem Verständnis, dass der Mensch ein vernunftbegabtes Individuum ist, kaum in Einklang bringen. Es ist schwer nachzuvollziehen, dass ein Richter einen Zoodirektor mitsamt Mitarbeitern verurteilt, der nach sorgfältiger Abwägung aller Gründe im Rahmen einer betriebsinternen Ethikkommission, nach Konsultation der einschlägigen Zooverbände, des internationalen Zuchtbuchführers und des europäischen Zuchtkoordinators, sowie vorheriger Information des Oberbürgermeisters und des Amtstierarztes drei neugeborene Tiger-Unterarthybriden hat töten lassen. Wenn man dann der Begründung entnimmt, man hätte die Tiere noch zwei Jahre leben lassen sollen und es hätte keine Rolle gespielt, wenn die an Zoos nicht vermittelbaren Tiere dann an einen Zirkus oder nach China gegangen wären, wirkt das Urteil völlig grotesk (HILDEBRANDT et al., 2012). Dass ein Richter qua officio vernünftiger ist als ein halbes Dutzend Zooleute mit Hochschulabschlüssen in Biologie oder Veterinärmedizin darf man wohl in Frage stellen.

Die Gewinnung von Fleisch oder von Tierfutter wird in aller Regel als vernünftiger Grund für die Tötung von Tieren akzeptiert. Als Folge der BSE-Krise war allerdings das Verfüttern von Zootieren an Zootiere auf Grund der Verordnung (EG) 1774/2002 verboten. Immerhin realisierte man in Brüssel, dass das Verfüttern von ganzen Tierkörpern an Zootiere, die ihrerseits nicht in den menschlichen Nahrungskreislauf gelangen, kein Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellt, und hob mit der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 vom 21. Oktober 2009 mit Hygienevorschriften für nicht für den menschlichen Verzehr bestimmte tierische Nebenprodukte das Verfütterungsverbot mit Wirkung auf den 4. März 2011 wieder auf.

Wenn eine nachhaltige Zucht im Zoo auch in Zukunft möglich sein soll, muss sich die Gesellschaft darüber im Klaren sein und akzeptieren, dass Erhaltungszucht stets auf einer Überschussproduktion beruhen muss. In der Natur werden wesentlich mehr Tiere geboren, als für die Arterhaltung notwendig sind. Wo geboren wird, wird aber auch gestorben. Dies ist erforderlich für das Aufrechterhalten des ökologischen Gleichgewichts und des Nahrungskreislaufs und ist der Motor der Evolution. Auch Erhaltungszucht im Zoo funktioniert nur, wenn mehr Tiere geboren werden, als man für die Zucht benötigt. Produktion auf den Punkt ist nicht möglich und auch ein Zoo muss selektieren können. Die Zoos bemühen sich zwar, zumindest bei Arten, die Emotionen wecken, die Zahl der nicht-platzierbaren Tiere gering zu halten. Sie stoßen aber an Grenzen: Geschlecht und bei vielen Arten Wurfgröße sind nicht vorhersehbar, bei Zuchtunterdrückung können Sterilität und soziale Dysharmonie auftreten. Weil im Zoo viele Risiken ausgeschaltet wurden, sterben nur wenige Jungtiere aus natürlichen Ursachen, ohne Interventionen verkommt aber die Alterspyramide zum Pilz und der Bestand stirbt aus demographischen Gründen aus.

Nachdem der Staat die Zoos verpflichtet, Erhaltungszucht zu betreiben, müsste das Töten von für die Zucht nicht verwendbaren, überzähligen Tieren als vernünftiger Grund gelten. Dies umso mehr, als Artikel 20a des Grundgesetzes, der oft für das Argument herhalten muss, Tierschutz hätte Verfassungsrang und habe daher Priorität gegenüber dem Artenschutz, eigentlich kein Tierschutz- sondern ein Arten- und Populationsschutzartikel ist. Denn er lautet: „Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung ….“. Eine Spitzmaus mit einer mittleren Lebenserwartung von 15 Monaten, oder einen Tiger, der vielleicht 15 Jahre alt wird, kann man als Individuen gar nicht für künftige Generationen schützen, das geht nur, wenn man Tiere nicht als Individuen, sondern als Populationen begreift.

Literatur und Internetquellen:

  • Dollinger, P. (2012) Zucht und Aufzucht. In: Dollinger, P. (Red. 2012) Gärten für Tiere - Erlebnisse für Menschen: Die Zoologischen Gärten des VDZ. J.P. Bachem Verlag, Köln. ISBN 978-3-7616-2555-2.
  • Dollinger, P., Pagel, T., Baumgartner, K., Encke, D., Engel, H. & Filz, A. (2014) Flugunfähigmachen von Vögeln – Für und Wider. Der Zoolog. Garten 82 (2013), pp. 293-339.
  • Hediger, H. (1942) Wildtiere in Gefangenschaft. Ein Grundriss der Tiergartenbiologie. Verlag Benno Schwabe, Basel.
  • Hildebrandt, G., Perret, K., Eulenberger, K., Junhold, J. & Luy, J. (2012) Individualtierschutz contra Arterhaltung - Das Dilemma der überzähligen Zootiere. Schüling Verlag, Münster. ISBN 978-3-86523-213-7.
  • Ippen , R. & Henne, D. (1986) Obduktionsbefunde bei Bären (Procyonidae, Ailuridae und Ursidae). VISZ 28: 89-98.
  • Leus, K., Bingaman Lackey, L., van Lint, W., de Man, D., Riewald, S. Veldkam, A. & Wijmans, J. (2011) Sustainability of European Association of Zoos and Aquaria Bird and Mammal Populations. WAZA Magazine 12: 11-14.
  • Rübel, A. (2010) Die Aufgaben der Zoos und die Arterhaltungsprogramme, eine kritische Sicht. In: Dollinger, P. (Hrsg.) Die Rolle der Zoos für die Erhaltung der Biodiversität. Verhandlungsbericht IV. Rigi-Symposium, 28.-30. Jan. 2010: 49-50. Zoo Office Bern.
  • Schmidt, C. R. (2010) Zuchtprogramme, ein Meilenstein der Tiergartenbiologie. In: Dollinger, P. (Hrsg.) Die Rolle der Zoos für die Erhaltung der Biodiversität. Verhandlungsbericht IV. Rigi-Symposium, 28.-30. Jan. 2010: 51-54. Zoo Office Bern.
  • EAZA: www.eaza.net;     ISIS: www2.isis.org;     VDZ: www.zoodirektoren.de

Anschrift des Verfassers:

Dr. Peter Dollinger, Zoo Office Bern, Postfach 23, CH-3097 Liebefeld,
Email: zoo_office@bluewin.ch

Freigegeben in D
Montag, 25 Mai 2015 07:26

Nachwuchs im April 2015

lineblack1px

Doppelter Nachwuchs bei den Waldbisons im Erlebnis-Zoo Hannover

PM 2015 04 29 hannover waldbison
Waldbisonkalb /Bison b. athabascae) im ErlebnisZoo Hannover © ErlebnisZoo Hannover
Hannover, 29.04.2015 - Die beiden stellen einfach alles auf den Kopf. Das fängt schon bei der Reihenfolge der Wochentage an. In Yukon Bay im Erlebnis-Zoo folgt auf Freitag Donnerstag. Nicht Samstag. Auch der Artikel wurde flugs geändert. Ab sofort heißt es „die Freitag“. Und „die Donnerstag“. Schuld ist der Nachwuchs der Waldbisons, der erst Freitag (17. April), dann am darauffolgenden Donnerstag (23. April) geboren wurde. Die Geburtstage bleiben vorerst die Arbeitstitel – bis sich Namen passend zum Charakter der Jungtiere finden.

Noch (!) sind die zwei Kälber schüchtern und machen ihrem unschuldigen Aussehen alle Ehre: Kurzes goldbraunes Fell, tiefschwarze Augen, eine große feuchte Nase und das liebe Lächeln auf den Lippen lassen nicht vermuten, dass Freitag und Donnerstag bald schon wild und ungestüm umher toben und dabei ordentlich ihre Familie aufmischen werden. Denn noch genießen sie es, im Schutz ihrer Mütter  langsam aber stetig das Außengehege zu erkunden und regelmäßige Trinkpausen einzulegen.

Die Trinkpausen werden sie auch noch etwa acht Monate lang machen, um groß und stark zu werden. Bison-Jungtiere wiegen bei ihrer Geburt im Frühsommer nämlich nur etwa 25-30 kg, ausgewachsen bringen die Weibchen schließlich bis zu 550 kg auf die Waage! Anstelle des goldbraunen Baby-Fells werden die beiden Mädchen dann (wie ihre imposanten Verwandten) ein dickes, dunkelbraunes Fell tragen.

lineblack1px

Zucht bedrohter Gänsegeier am Kaiserberg

PM 2015 04 23 DU gaensegeier ClaudiaKuster
Gänsegeier mit Jungvogel (Gyps fulvus) im Zoo Duisburg © Claudia Kuster, www.zoo-foto.de
Duisburg, 23.04.2015 -
Klar, über Erstzuchten freut sich der Tiergärtner immer. Aber das erste Küken bei den gefährdeten Gänsegeiern war 2010 doch ein Knaller. Seit Jahren vergesellschaftet der Zoo Duisburg auf einer großzügigen und naturnah gestalteten Freianlage Helmperlhühner, Stachelschweine, Afrikanische Marabus und vier Gänsegeier. Einer davon kam vor Jahren aus dem benachbarten Zoo Gelsenkirchen, die anderen drei aus einer spanischen Auffangstation. Glücklicherweise und wie erhofft fand sich aus den zwei Männchen und zwei Weibchen je ein Paar zusammen.
In Zoologischen Gärten errichtet man oft Nisthilfen aus Naturholz und animiert die Vögel zum Bau, indem – quasi als „Starter“ – Reisig eingeflochten wird. Dann passiert es hoffentlich: Ein Paar inspiziert die Nisthilfen, schleppt Nistmaterial heran und gestaltet das Nest. Die Brut setzt ein, flugs findet sich ein Ei im Nest und nach rund 50 Tagen schlüpft das Gänsegeierküken!

Nach der Erstzucht fing plötzlich auch Paar Nr. 2 mit Nestbauaktivitäten an. Allerdings waren sich die Paare nicht mehr „grün“ untereinander und so entschlossen sich die Zooverantwortlichen, Paar Nr. 2 auszuquartieren und auf eine eigene Anlage zu stellen (in der Fasanerie), wo es in Ruhe seinem Brutgeschäft nachgehen sollte. Auch dieses Paar steht kurz davor, in absehbarer Zeit erfolgreich nachzuzüchten. Die in europäischen Zoos immer noch recht seltene Naturbrut von Gänsegeiern hat auch in diesem Jahr wieder erfolgreich geklappt: Jungvogel Nr. 5 schlüpfte im März auf der Außenanlage, sehr zur Freude der Pfleger und Zooverantwortlichen.

Gänsegeier sind in weiten Teilen Europas ausgerottet. Die Zerstörung des Lebensraumes durch menschliche Erschließung und das Auslegen von Giftködern zur Bekämpfung von Füchsen sind die Hauptgründe, die zum Rückgang der Geiervögel führten. Heute bemüht man sich um ihre Wiederansiedlung, insbesondere im Alpenraum und in den Pyrenäen. Der Zoo Duisburg trägt mit seinen Zuchterfolgen mittlerweile wesentlich zur Erhaltung dieser Art bei.

lineblack1px

Aufzucht seltener Waldrapp-Küken im Tiergarten Schönbrunn

PM 2015 04 21 wien waldrapp
Junge Waldrappe werden mit Fischbrei gefüttert © Daniel Zupanc, Wien
Wien, 21.04.2015 - Füttern, streicheln, abwiegen: So sieht der Alltag von Corinna Esterer und Anne-Gabriela Schmalstieg derzeit aus. Die beiden sind Ziehmütter für 16 Waldrapp-Küken. Bis Mitte Mai können die Besucher im Tiergarten Schönbrunn mitverfolgen, wie die Vogelexpertinnen die seltenen Vögel mit der Hand aufziehen. „Die Küken sind im Tierpark Rosegg geschlüpft und sind jetzt zwischen vier und elf Tage alt. Fast rund um die Uhr kümmern sich die Ziehmütter um ihre Schützlinge. Die Vögel werden dabei auf sie geprägt“, erklärt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Eine zweite Gruppe von 16 Küken folgt in ein paar Tagen und wird außerhalb des Besucherbereichs aufgezogen.  

Die Prägung auf ihre Bezugspersonen ist entscheidend. Denn Mitte Mai übersiedeln die Ziehmütter mit den Vögeln vom Tiergarten Schönbrunn in ein Trainingscamp in Salzburg. Dort werden die Waldrappe drei Monate lang darauf trainiert, einem Ultraleicht-Fluggerät zu folgen, in dem ihre Ziehmütter sitzen. Schratter: „Der Waldrapp ist im 17. Jahrhundert in Mitteleuropa ausgestorben. Nun soll er wieder heimisch werden. Dafür muss den Küken, die in Zoos und Zuchtstationen geschlüpft sind, die Route in ihr Überwintergebiet, ein Schutzgebiet in der Toskana, gezeigt werden. Den Weg zurück nach Österreich finden die Waldrappe dann bereits selbstständig.“

Dieses ehrgeizige Artenschutzprojekt wird vom Waldrappteam, einer Gruppe österreichischer Wissenschaftler, bereits seit 2002 durchgeführt. Der Tiergarten Schönbrunn unterstützt das Projekt von Anfang an. Mittlerweile ist es ein EU LIFE+Projekt, bei dem der Tiergarten einer von acht Projektpartnern ist. Und die Erfolge sprechen für sich: Es gibt in Österreich und Deutschland bereits wieder rund 30 freilebende Waldrappe, die vor Wintereinbruch in die Toskana fliegen und im Frühjahr zurückkehren. Ziel des Projekts ist es, bis 2019 eine Population mit rund 120 Vögeln im Freiland aufzubauen.

lineblack1px

Affen-Nachwuchs im Zoo Frankfurt

PM 2015 04 16 FRA klammeraffe
Goldstirn-Klammeraffe (Ateles hybridus) mit Jungtier im Frankfurter Zoo © Zoo Frankfurt
Frankfurt, 16.04.2015 - Gleich drei Primaten-Arten im Zoo Frankfurt haben gerade alle Hände voll zu tun: Kleine Affen sind in den ersten Wochen sehr auf ihre Eltern oder Geschwister angewiesen. Sie werden getragen, gesäugt und beschützt. Wer sie sehen möchte, muss etwas Geduld mitbringen. Eng an den Körper von Mutter oder Vater geschmiegt, sind sie nicht ganz leicht auszumachen.

Der kleine Goldstirn-Klammeraffe (Ateles hybridus) ist der jüngste Affen-Nachwuchs im Frankfurter Zoo. Er wurde am 10. April geboren. Das Geschlecht ist noch nicht bekannt, da die Mutter das Jungtier liebevoll beschützt und immer nah am Körper trägt. „Wenn sich bei der Geburt und in den Tagen danach keine Auffälligkeiten ergeben, lassen wir die Jungtiere ungestört bei ihren Müttern, damit sich eine stabile Bindung entwickeln kann“, erklärt Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. Für die achtjährige Mutter ist es die dritte Geburt.

Weißkopfsakis (Pithecia pithecia) bringen, genau wie Klammeraffen, immer nur ein Jungtier zur Welt. So auch im Frankfurter Zoo am 31. März. Auch bei diesem Jungtier ist das Geschlecht noch nicht bekannt. Jungtiere der Weißkopfsakis sind zunächst grau wie ihre Mutter. Männliche Tiere erhalten ihre spezifische Fellfarbe – schwarz am Körper, weiß im Gesicht – erst im Alter von etwa zwei Monaten. Für die 10-jährige Mutter ist es die fünfte Geburt. Bei ihren ersten beiden Schwangerschaften gab es Komplikationen und die Jungtiere überlebten nicht.

Während bei Klammeraffen und sakis die Mütter ihren Nachwuchs selber tragen, helfen bei den Goldgelben Löwenäffchen (Leontopithecus rosalia) der Vater und die anderen Familienmitglieder mit. Das ist auch gut so, denn, wie für diese kleine Primatenart typisch kamen am 28. März  Zwillinge zur Welt  . Nach der Geburt übernahm der Vater den Nachwuchs, bringt ihn aber jeweils zum Stillen zur Mutter. Auch die älteren Geschwister tragen die Babys gerne, manchmal streiten sie regelrecht um das Tragerecht. Löwenäffchen müssen die Jungtieraufzucht von ihren Eltern lernen, das Trageverhalten ist nicht angeboren.

lineblack1px

Seit 49 Jahren erstmals wieder junge Giraffengazelle in Europa

PM 2015 04 10 TPB gerenuk
Familie Gerenuk (Litocranius walleri) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin
Berlin-Friedrichsfelde, 10.04.2015  - Am 27. Februar 2015 hatte die Giraffengazelle Amelia im Tierpark Berlin ein kleines Bockkitz zur Welt gebracht. Die erstgebärende Mutter versorgt ihr Junges bestens. Noch bleiben Beide im Stall. Erst wenn die Temperaturen dauerhaft auf über 16 Grad Celsius klettern, können die Tierparkbesucher das Junge und seine Familie auf der Außenanlage bewundern.

Diese Geburt ist das erste Ergebnis einer erfolgreichen, internationalen Zusammenarbeit. Im Juli 2014 haben der amerikanische Botschafter John B. Emerson gemeinsam mit Dr. Andreas Knieriem, Direktor von Zoo und Tierpark Berlin ein Memorandum of Understanding (MOU) unterzeichnet. Oberstes Ziel dieses MOU ist eine enge Kooperation zwischen dem Zoo Los Angeles und den Zoologischen Gärten Berlins auf dem Gebiet der Erhaltungszucht von ausgewählten Tierarten und gemeinsamen Fundraising für Artenschutzprojekte, aber auch Mitarbeiteraustausch.

Im Rahmen des nordamerikanischen Erhaltungszuchtprogrammes für Giraffengazellen hat der Tierpark Berlin im Mai 2013 Südliche Giraffengazellen aus den Zoologischen Gärten Los Angeles und Phoenix erhalten.  Nachdem Tod der letzten Giraffengazelle in Europa 1979 im Zoo Frankfurt, sind die Berliner Giraffengazellen derzeit die einzigen in Europa. Die letzte Geburt einer Giraffengazelle in Europa gab es 1966 im Zoo Frankfurt.
 

Das Botschafter-Ehepaar gab dem Gazellenkitz den Namen "Tayo", was bedeutet 'geboren, um glücklich zu sein'. "Wir hoffen, dass den Besuchern, die ihn sehen, die fragile Schönheit unserer Wildtiere bewusst wird und sie sich für ihren Schutz einsetzen – und Tayo tatsächlich ein glückliches Leben führen wird“. Kimberly Emerson, ehemalige Präsidentin der Los Angeles Zoo Commission, fügte hinzu: „Tayo ist ein passendes Sinnbild für den Frühling und die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen dem Los Angeles Zoo und dem Berliner Zoo und Tierpark.“

Freigegeben in Archiv 2015

lineblack1px

Ideale Lebensbedingungen für zwei neue Geparde in der Tierwelt Herberstein

PM 2015 04 29 herberstein gepard
Die neuen Geparde in Herberstein © Rebecca Stessl
Herberstein, 29.04.2015 - Die Gepardenhaltung hat eine lange Tradition in Herberstein. Gestern sind zwei weitere männliche Geparde aus dem Zoo Prag in Herberstein angekommen. Die schnellsten Säugetiere der Welt finden die besten Haltungsbedingungen, ein artgerechtes Zuhause und einen Artgenossen vor.

Die 5 jährigen Gepardengeschwister Kito und Kubango finden -  wie alle Tiere in Herberstein – einen artgemäßen Lebensraum vor, der ein Ausschnitt ihrer natürlichen Umgebung in der freien Wildbahn zeigt. Sie werden weder auf ihr Lauftraining noch auf ihre Jagdgewohnheiten verzichten müssen: Ihre „Mahlzeiten“ jagen sie auf einer der längsten Zoo-Jagdstrecken Europas!

Erster Beutesimulator für Geparde in Herberstein

Unter der fachlichen Beratung von Prof. Otto König entstand 1978 der erste Beutesimulator – eine Fütterungsvorrichtung für Geparde. An einem Schlepplift wird Fleisch durch das Gehege gezogen und von den Geparden als Beute gejagt. Eine Erfindung, die heute von zahlreichen Zoos weltweit verwendet wird und als Pioniertat auf dem Gebiet des „Behavioural Enrichment“, der artgerechten Beschäftigung, angesehen wird.

Für den zoologischen Leiter Reinhard Pichler steht fest: „Die Fütterungen bei den Geparden sind für unsere Besucher besonders beeindruckend. Sie können die schnellen Raubkatzen hautnah auf ihrer Jagd beinahe wie in freier Wildbahn beobachten, beeindruckende Szenen, die man sonst nur aus spannenden Tierdokumentationen im Fernsehen kennt.“ Geparde erreichen auf Kurzstrecken eine Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h.

In Herberstein lernen die beiden Neuankömmlinge langsam auch ihren Artgenossen, den 6 jährigen Gepard Dajan, kennen. Jeder der Katzen hält, weiß wie schwierig die Vergesell-schaftung der Tiere ist. Die ersten Tage verbringen sie im Haus, dann wird sie ein Zaun von Dajan trennen. So können sich die Tiere mit Abstand aneinander gewöhnen. Es bleibt zu hoffen, dass die Drei sich bald „riechen“ können.

lineblack1px

Neue Bewohner in der Dschungelhalle der ZOOM Erlebniswelt

PM 2015 04 17 zoom serval
Serval (Leptailurus serval) in der ZOOM Erlebniswelt © ZOOM Gelsenkirchen
Gelsenkirchen, 17.04.2015 - In der afrikanischen Dschungelhalle der ZOOM Erlebniswelt haben gleich vier neue Bewohner ein Zuhause gefunden. Neben einem männlichen Hammerkopf sind am Donnerstag auch drei neue Servale in der Erlebniswelt Afrika eingezogen.

Am Mittwoch, dem 15. April, bekam das Hammerkopfweibchen einen neuen Mann an ihre Seite. Dieser kommt aus England und hat sich sofort blendend mit seiner neuen Partnerin verstanden, die ihm sofort sein neues Reich zeigte. Dann pickten die zwei Vögel in trauter Zweisamkeit Fische von ihrer Insel im Flusspferdbecken.

Die Anlage der Servale füllte sich am Donnerstag, dem 16. April, mit neuen Vierbeinern. Neben zwei Servalkatzen aus Danzi, bezog auch ein Kater Paul aus Thüle sein neues zu Hause. Dabei machten die beiden zwei Jahre alten Schwestern zunächst den Anfang und schnupperten neugierig an allen Grashalmen und Baumstämmen herum. Der gerade einmal acht Monate alte Kater hielt sich zuerst zurück, wurde dann aber mutiger und erkundete zusammen mit seinen beiden Mitbewohnerinnen die Anlage.

In der über 2.000 Quadratmeter großen Dschungelhalle ist aus mehr als 100 Pflanzenarten ein tropisches Ökosystem gewachsen. Hier gelangen die Besucher der Erlebniswelt Afrika hinein in die Regenwälder des Kontinents, wo neben Servalen und freifliegenden Hammerköpfen eine elfköpfige Schimpansenfamilie über den Köpfen der Besucher die Baumkronen erobert. Zudem erwartet die kleinen Gäste eine große Spiel-Erlebnisanlage aus Holz und Kletterseilen sowie imposante Flusspferde und flinke Blaumaulmeerkatzen.

lineblack1px

Fischkatzen neu im Tiergarten Nürnberg

PM 2015 04 10 N fischkatze
Fischkatze (Prionailurus viverrinus) im Wasserbecken ihrer neuen anlage im Tiergarten Nürnberg © TG Nürnberg
Nürnberg, 10.04.2015 - Der Tiergarten der Stadt Nürnberg hält seit einigen Tagen Fischkatzen (Prionailurus viverrinus). Die aus Südostasien stammende Katzenart lebt in der Nähe von Gewässern und ist keinesfalls wasserscheu. Wie der Name bereits verrät, jagen Fischkatzen ihre Beute zum Teil auch schwimmend und tauchend. Diese kleinen Raubkatzen boten sich  daher ideal als Nachfolger der Brillenbären an, deren Gehege für die Haltung der Bären nicht mehr zeitgemäß war, aber für diese Katzen hervorragend geeignet ist.

Die erste Fischkatze kam am Freitag, 27. März 2015, aus dem Tierpark Berlin, wo sie am 19. Mai 2011 geboren wurde. Dieser Zoo hat die Haltung jetzt beendet, so dass in Deutschland außer im Tiergarten die Fischkatzen nur noch in München, Duisburg und Leipzig zu sehen sind. Demnächst wird dem Tiergarten über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm noch eine Partnerin zugeteilt. Nach der Zeit in der Quarantäne ist die Katze seit Mittwoch im Haus und seit heute auch auf der Außenanlage zu sehen.

Das Verbreitungsgebiet der Fischkatze ist weit, aber zersplittert und erstreckt sich über weite Teile Süd- und Südostasiens. Durch die umfangreiche Zerstörung ihres Lebensraumes werden Fischkatzen seit 2008 in der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN als stark gefährdet (endangered) geführt. Der Bestand in der Natur wird auf rund 10.000 erwachsene Tiere geschätzt.

Fischkatzen können ein Körpergewicht bis zu 15 Kilogramm und eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 75 Zentimetern erreichen. Damit werden sie etwa doppelt so groß wie eine Hauskatze. Die Umbauarbeiten des ehemaligen Brillenbären-Geheges für die Fischkatzen mit für Besucher einsehbarem Stall wurden durch den Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V. mit  gut 50.000.- € finanziert.

lineblack1px

Gorillas aus Stuttgart gut in München angekommen

PM 2015 04 08 gorilla HermannVollmer
Einer der beiden Junggorillas © Hermann Vollmer
Stuttgart – München, 08.04.2015 - Auf diese Reise haben sich am Dienstag, den 7. April zwei Westliche Flachlandgorillas gemacht. Nach einer dreistündigen Fahrt sind Tano und Okanda gut im Tierpark Hellabrunn angekommen und haben mittlerweile auch die erste Nacht in ihrem neuen Zuhause ohne Zwischenfälle verbracht. Die beiden dreijährigen Gorillajungtiere kommen aus der Aufzuchtstation für verwaiste Junggorillas in der Stuttgarter Wilhelma. Sie werden sich nun etwa eine Woche lang hinter den Kulissen an die Gegebenheiten in München gewöhnen – abseits der Anlagen, die für Hellabrunn-Besucher einsehbar sind.

Tano, der im November 2011 im Zoo Prag geboren wurde, war im Alter von einer Woche in die Wilhelma gekommen, weil seine Mutter Bikira ihn nicht annahm. Okanda kam im April 2011 im Zoo Twycross (England) auf die Welt. Obwohl seine Mutter  ihn säugte, wurde er zusehends schwächer, so dass man ihn im Januar 2012 in die Wilhelma brachte.

Die beiden Jungtiere wurden auf ihrer Fahrt von Stuttgart nach München von einer Tierpflegerin der Wilhelma begleitet. Sie verbringt auch die ersten Tage mit Tano und Okanda in München.

lineblack1px

Flusspferdbulle verlässt Opel-Zoo Richtung Hannover

PM 2015 04 02 opel flusspferd
Flusspferbulle Max noch in Kronberg © Opel-Zoo Kronberg
Kronberg/Taunus, 02.04.2015 - In freier Wildbahn leben Flusspferde in lockeren Gruppen und die Flusspferdbullen sind bestrebt, ein günstiges Revier mit genügend Wasser und nahen Nahrungsgebieten zu besitzen, damit Weibchen ins Revier kommen.

Und so hat Dr. Thomas Kauffels, der Direktor des Opel-Zoo bereits beim Tod von Flusspferd Tana im November 2014 erläutert, dass er für Max eine andere Haltung suchen werde, da er nicht alleine bleiben solle. Nun ist es soweit: Noch im April wird Max den Taunus in Richtung Norden verlassen und im Zoo Hannover mit den dortigen weiblichen Flusspferden eine neue Herde bilden. Max wurde im November 1995 im Zoo Frankfurt geboren und kam im August 1997 nach Kronberg.

„Wir geben die Haltung von Flusspferden nicht grundsätzlich auf“, so der Zoodirektor. Er ergänzt, dass die geplante Erneuerung der Anlage erst erfolgen kann, wenn die Finanzierung sichergestellt ist. „Afrika Savanne und die neue Elefantenanlage belasten uns noch einige Jahre, aber unsere Zoozielplanung sieht auf jeden Fall vor, dass in unserem Freigehege weiter Flusspferde zu sehen sein werden.“

Max war bisher das Patentier der Stadt Königstein im Taunus, während Tana von der Stadt Kronberg im Taunus unterstützt wurde und anlässlich ihres 50. Geburtstages 2010 sogar zum Ehrenflusspferd ernannt wurde.  Den Patenschaftsbeitrag wandelte die Stadt Kronberg im Taunus nach ihrem Tod um in eine Unterstützung für die Arterhaltung der im Bestand stark bedrohten Mesopotamischen Damhirsche.

lineblack1px

Mähnenwölfe aus Frankreich neu im Zoo Osnabrück

PM 2015 04 02 maehnenwolf1 OS
Neuer Mähnenwolf (Chrysocyon brachyurus)im Zoo Osnabrück © Hanna Rickert, Zoo Osnabrück
Osnabrück, 02.04.2015 - Am vergangenen Donnerstagabend zigen zwei Mähnenwölfe in die ehemalige Waldhundanlage neben den Nasenbären am Südamerikaareal ein. Die beiden kamen im Rahmen des Erhaltungszuchtprogramms aus dem französischen Zoo Amiens nördlich von Paris. Das Weibchen ist bereits etwas älter, sodass sie hier ihren Alterswohnsitz haben wird. Sie hört auch nicht mehr so gut. Deswegen müssen sich die Tierpfleger etwas lauter bemerkbar machen, wenn sie die Anlage säubern wollen. Sonst erschreckt es. Die Mähnenwölfin wurde im November 2002 geboren, der Rüde im November 2009.

Die südamerikanischen Savannenbewohner zeichnen sich durch ihre langen Beine aus, mit denen sie einen hervorragenden Überblick in den Graslandschaften haben. Ihren Namen tragen sie nur teils zu Recht: Eine Art Mähne haben sie tatsächlich, allerdings sind sie nur sehr entfernt mit dem Wolf verwandt. Die hundeartigen Raubtiere gelten durch Lebensraumzerstörung, Verkehrsunfälle und Hundeattacken als gering bedroht. Schätzungsweise gibt es noch 13.000 Individuen in der Natur.

Die beiden Tiere haben sich gut eingewöhnt. Sie verhalten sich ruhig und fressen mit viel Appetit – neben Kleinsäugern mögen sie besonders gerne süßes Obst wie Weintraube, Melone oder Papaya.

lineblack1px

Madagaskar-Hundskopfboa neu in Landau

PM 2015 04 01 Sanzinia landau
Madagaskarhundskopfboa (Sanzinia madagascariensis) im Zoo Landau © Zoo Landau
Landau, 01.04.2015 - Am 19. März haben wir aus dem Thüringer Zoopark Erfurt eine männliche Madagaskar-Hundskopfboa (Sanzinia madagascariensis) übernommen. Mit dieser neuen Schlangenart im Warmhaus beteiligt sich der Zoo Landau an einem weiteren Erhaltungszuchtprogramm der Europäischen Zoo- und Aquarienvereinigung (EAZA) und damit insgesamt an 23 Zuchtprogrammen. Das Europäische Zuchtbuch (ESB) für die Art wird im Zoo Warschau geführt. Die Madagaskar-Hundskopfboa kann maximal 2,5 m lang werden, bleibt aber meist kleiner. Von den drei madagassischen Riesenschlangen ist sie die häufigste. Sie bevorzugt als Lebensraum dichtes Unterholz, ist aber relativ variabel und auch in Steppengebieten, im Bergland und der Küstenregion zu finden. Sie ist vorwiegend nachts auf der Suche nach Futtertieren wie Vögeln, Fledermäusen, Borstenigeln und anderen Kleintieren. Wie alle Boas ist sie lebendgebärend. Dabei werden die Eier, die von einer dünnen Eihülle umschlossen sind, im Körper der Mutter für fünf bis sechs Monate "ausgebrütet". Madagaskar Hundskopfboas kommen in Farbvarianten von bläulich-grün bis beige-braun vor. Brütende Weibchen nehmen eine dunkle Färbung an, um die Sonnenergie zur Erwärmung des Körpers besser aufnehmen und speichern zu können. Das Landauer Exemplar ist eine grünliche Variante. Aufgrund ihrer großen Anpassungsfähigkeit und des großen Verbreitungsgebiets gilt die Art als nicht gefährdet und wird aktuell noch nicht auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) geführt. Es handelt sich um ein beliebtes Terrarientier, so dass der internationale Handel durch das Washingtoner Artenschutzabkommen (WA) geregelt wird. In dessen Regelwerk steht die Madagaskar Hundskopfboa in der höchsten Schutzkategorie in Anhang 1.

 

 

Freigegeben in Archiv 2015
Sonntag, 03 Mai 2015 09:02

STADLER, A. & AURICH, J. (2015)

Captive Management of the Chilean Pudu (Pudu pudu Molina 1782)

Deer Specialist Group Newsletter 27 (April 2015): 67-73-
ISSN 2312-4644

Abstract:

The Southern Pudu has long been classified as Vulnerable by Red List™, however  some  successful breeding programs are ongoing for this species. Since the introduction of the International Studbook and the  European  conservation  breeding  program  for Pudu  pudu,
a  stable  population  with  more  than  100 individuals  has  been  kept  at  zoos  in  Europe,  North  and  South  America.  Not  a  lot  is  known  about  this small deer and we will update soma data on the captive management of this species, including general husbandry, diet and reproduction. The new data is mostly very similar to that published by Schürer and
Sliwa (2002) apart from the average life-span which has increased over the years.

03.05.2015

Freigegeben in S
Freitag, 10 April 2015 16:04

Nachwuchs im März 2015

lineblack1px

Rostocks Eisbären-Junge auf Außenanlage

PM 2015-03-31 rostock fiete
Eisbär-Jungtier "Fiete" mit Mutter auf der Mutter-Kind-Anlage © Zoo Rostock
Rostock, 31.03.2015 - Nach einem Unterbruch von zehn Jahren wurde am 3. Dezember 2014 im Zoo Rostock, der bekanntlich das Internationale Zuchtbuch für den Eisbären führt,  wieder ein Eisbär geboren, wie sich herausstellte, ein Männchen. Seine Eltern sind  „Vilma“ und „Lars“, der auch der Vater des legendären Berliner „Knut“ und des 2012 in Wuppertal gheborenen Jungtiers ist.  Das Junge entwickelte sich gut und konnte am 25. März 2015 zum ersten Mal auf die Mutter-Kind-Außenanlage. Sobald es sicher schwimmen kann und allein den Weg aus dem Wasser ans rettende Ufer findet, wird es mit seiner äußerst fürsorglichen Mutter auf die größere Anlage umziehen.

Als Ergebnis einer Besucherumfrage bei der mehr als 3000 Namensvorschläge beim Zoo eingingen, erhielt der kleine Bärenmann den Namen „Fiete“. Die Namensverleihung erfolgte am 31. März durch den Rostocker Oberbürgermeister Roland Methling.  In Kooperation mit dem Kreuzfahrtunternehmen AIDA wurden auf der Taufparty über 2.000 Luftballons in die Welt geschickt. Der Absender der am weitesten zurückgesendeten Karte wird mit seiner Familie in das Erlebnisresort Van der Valk in Linstow und in den Zoo Rostock eingeladen. AIDA und das Grand Hotel Heiligendamm haben jeweils eine neue Tierpatenschaft für die Eisbären abgeschlossen. Das berühmte G8-Hotel in Deutschlands ältestem Seebad betreibt seit vielen Jahren einen „Eisbärenclub“ für Kinder. Aktuell haben über 200 Privatpersonen und Unternehmen eine Tierpatenschaft übernommen. Besonders beliebt sind die Eisbären, denen nun bereits 21 Paten zur Seite stehen.

Es wurde an diesem Tag auch die erste „Gold-Partnerschaft“ des Zoos besiegelt. Das erfolgreiche Softwareunternehmen SIV.AG aus Roggentin unterstützt den Zoo und die Eisbären neben vielen weiteren Partnern mit einem jährlichen Beitrag. Aber auch kleinere Spenden helfen. Neben der Weltkugel auf der Bärenburg im Zoo Rostock lädt eine neue Spendenwand für das POLARIUM ein, sich mit einem Beitrag zu verewigen. Ab sofort können Tatzen-Aufkleber im Wert der Spendenhöhe von 5, 25, 100 oder 500 Euro erworben, beschrieben und an der Spendentafel angebracht werden. Das Geld fließt in das POLARIUM, der künftigen Heimstätte der Eisbären und Pinguine.

Ob Fiete immer in Rostock bleiben wird, kann jetzt noch nicht gesagt werden. Zunächst bleibt er bis zur Geschlechtsreife in Rostock. Zwischendurch muss er aber mit den anderen Bären vorübergehend Rostock verlassen. Die Bärenburg wird 2016 abgerissen und ein neues „Polarium“ gebaut. Fiete wird dann mit seiner Mutter 2017 wieder nach Rostock zurückkommen und in das neue „Polarium“ einziehen. Es ist durchaus möglich, dass Fiete in Rostock bleiben wird und der neue Stammvater der Rostocker Eisbärenzucht wird.

In VdZ-Zoos leben (Stand 31.03.2015) 38 Eisbären, davon 33 in Deutschland, 2 in Wien und 3 in Tallinn. Davon ist ein vermutlich 1986 geborenes Tier ein Wildfang, alle anderen sind in 18 verschiedenen europäischen Zoos geboren.

18.04.2015

lineblack1px

Takin-Nachwuchs im Tiergarten Nürnberg

PM 2015-03-31 nuernberg takin
Mishmi-Takin-Kälber (Budorcas t. taxicolor) und ei9ne der Mütter © Tiergarten Nürnberg
Nürnberg, 31.03.2015 - Im Tiergarten der Stadt Nürnberg hat sich Nachwuchs bei den Takins eingestellt. Am 31. Januar, am 18. Februar und am 10. März 2015 wurden drei weibliche Jungtiere geboren, die prächtig heranwachsen.

Über das europäische Zuchtprogramm hat der Tiergarten am 16. Mai 2014 einen blutsfremden Bock erhalten, der im Tierpark Berlin geboren ist. So konnte nach zweijähriger Pause die erfolgreiche Zucht der Takins wieder fortgesetzt werden. Im Tiergarten Nürnberg sind seit dem Jahr 1999 insgesamt 28 Jungtiere dieser selten gezeigten Tierart aus dem Himalaya herangewachsen. Ursprünglich ging der Bestand in Europa und USA auf zwei Tiere zurück, die der Tierpark Berlin 1974 aus dem Zoo Rangun in Myanmar übernommen hat. Der Tiergarten gehörte zu den ersten Zoos die den begehrten Nachwuchs aus dem Tierpark Berlin erhalten hat. 1996 kamen ein Bulle und zwei Weibchen nach Nürnberg, 1999 begann die Zucht. Vor gut zehn Jahren gelang es dem Tierpark Berlin erneut, ein Männchen über eine Quarantänestation in Polen zu importieren. Ein Sohn, der am 20. Februar 2009 geboren wurde, kam über eine Zwischenstation im Zoo Sosto in Ungarn im letzten Jahr in den Tiergarten und sorgte prompt für Nachwuchs.

Die Fähigkeit, innerhalb von nicht einmal 40 Jahren aus drei Gründertieren einen Bestand von über 130 Tieren aufzubauen, zeigt, welches Potential und welche Fähigkeiten die Zoos beim Aufbau kleiner Populationen zur Bestandserhaltung haben. Alle, weit über zweitausend Pater-David-Hirsche der Welt, die 1920 in der Natur ausgestorben waren und heute wieder in zwei Reservaten und weiteren Gehegen in China leben (allein im Dafeng Milu Natural Reserve über 1.000 Hirsche), gehen auf nur drei Gründertiere zurück. Diese Beispiele zeigen, dass Inzucht kein Problem darstellen muss, obwohl wegen der grundsätzlichen Risiken die Inzucht so weit wie möglich vermieden werden soll.

Takin-Nachwuchs wird auch aus München und Wuppertal gemeldet.

12.04.2015

lineblack1px

Kostbarer Hirsch-Nachwuchs im Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec

PM 2015-03-27 goerlitz sika
Vietnam-Sikakuh (Cervus nippon pseudaxis) mit Kalb im Naturschutz-Tierpark Görlitz © Caatrin Hammer
Görlitz, 27.03.2015 - Seit drei Jahren lebt die kleine Gruppe der  im Freiland bereits ausgestorbenen Vietnam-Sika Hirsche bereits im Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec. Mit dem erhofften Nachwuchs sah es allerdings bislang nicht so rosig aus. Nach einigen Veränderungen im Management zieht nun endlich die erste Sika Kuh ihr gepunktetes Kalb erfolgreich auf. Die Jungtieruntersuchung ergab: Es ist ein gesundes Mädchen! Und wenn alles gut geht, dann darf sie sogar im Tierpark bleiben, dafür zieht Vater Hirsch aus...

Für den Vietnam-Sika gibt es seit 1987 ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das  bis 2012  vom Tierpark Berlin koordiniert wurde, der es dann an den Zoo von Mährisch-Ostrau übergab. Im Rahmen dieses Programms halten rund 30 Zoos etwas über 300 Hirsche.

12.04.2015

lineblack1px

Verstärkung für das EEP: Goldkatzen-Nachwuchs in Wuppertal

PM 2015-03-26 wuppertal goldkatze
Junge Asiatische Goldkatze im Grünen Zoo Wuppertal © Zoo Wuppertasl
Wuppertal, 26.03.2015 - Am 11. Februar kam im Zoo Wuppertal ein Goldkatzenkaterchen zur Welt. Asiatische Goldkatzen sind eine bedrohte Katze aus den Tropenwäldern von Nordostindien bis nach Sumatra. In Thailand werden sie auch Feuertiger genannt und gelten als Herrscher aller Katzen. Die Mutter bekam zum ersten Mal ein Jungtier. Bei Katzen ist es leider nicht unüblich, dass die erstgebärenden Katzen Ihre Jungtiere nicht annehmen.  Deswegen mussten unsere Tierpfleger das Junge in eine Handaufzucht überführen.

Für die Asiatische Goldkatze gibt es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm, das vom Zoo Heidelberg koordiniert wird. Insgesamt beteiligen sich 8 Zoos mit 27 Tieren an diesem Programm (Stand 31.12.2014). Im Zoo Wuppertal wuird eitwa ein Drittel des europöischen Gesamtbestandes gehalten.

18.04.2015

lineblack1px

Giraffenkalb im Thüringer ZooPark Erfurt

PM 2015-03-26 EF giraffe
Giraffenkalb im Thüringer ZooPark Erfurt erkundet das Außengehege ©Thüringer ZooPark Erfurt
Erfurt, 26.03.2015 - Weiterer Zuwachs für den Thüringer Zoopark Erfurt: Giraffenkuh Dhakija brachte am Mittwoch ein gesundes Kuhkalb zur Welt. Mutter und Kind sind wohlauf.

Die Hoffnung, dass Dhakija tragend ist, wurde Ende letzten Jahres durch gezielte Untersuchungen bestätigt. Seit Januar traf man im Zoopark deshalb medizinische Vorbereitungen, bereitete eine Strohmatte im Stall vor und überwachte die 4-jährige Netzgiraffe intensiv, um optimale Geburtsbedingungen zu schaffen. Gestern war es dann soweit: 9:51 Uhr erblickte das Giraffenbaby nach einer problemlosen Geburt das Licht der Welt. Auch Dhakija, für die es die erste Geburt war, verhielt sich vorbildlich: Liebevoll animierte sie ihren Sprössling zum Aufstehen, beleckte ihn und kümmerte sich von Beginn an um ihren Nachwuchs. Nach rund einer Stunde wagte sich die kleine Giraffe auf ihre staksigen Beine und fing an, die Welt zu entdecken. Ihre Entdeckungstour setzte sie heute kurz auf der Außenanlage fort. Diese wurde extra mit Absperrband gesichert, damit die Kleine sich nicht verletzt.

In den Savannen Ostafrikas ist der Bestand an Netzgiraffen auf unter 4'700 Tiere geschrumpft. Die Erfurter Giraffen sind Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms, das eine Reserbepopulation langfristig erhalten will. Dieses umfasst gegenwärtig rund 160 Tiere.

18.04.2015

lineblack1px

Hirscheber-Nachzucht in der Wilhelma geglückt

PM 2015-03-19 wilhelma babirusa
Hirscheber-Frischling mit Mutter in der Wilhelma Stuttgart © Wilhelma
Stuttgart, 19.03.2015 - Sie gehören zu den absoluten Raritäten in der Wilhelma. Und doch führen die kleinen Hirscheber in der Zuschauergunst im Zoologisch-Botanischen Garten eher ein Schattendasein zwischen ihren großen Nachbarn: den Nashörner einerseits und den Flusspferden andererseits. Dabei ist die bedrohte indonesische Schweineart etwas absolut Ungewöhnliches. Jetzt ist der Wilhelma sogar eine seltene Nachzucht dieser Tiere mit den geweihartigen Hauern gelungen. Das war zuletzt 2004 der Fall und davor 1992. Sie hält Hirscheber seit 1975. Ein Jungtier gibt es derzeit in Europa nur in Stuttgart und im englischen Chester, woher auch der Vater des Stuttgarter Nachwuchses stammt. „Von der Seltenheit und der zoologischen Bedeutung her ist die Geburt des weiblichen Ferkels gleichzusetzen mit der unseres Panzernashorn-Kälbchens Savita, das viele Fans hat“, sagt Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Ich empfehle daher unseren Besuchern, diese Gelegenheit zu nutzen, auch nebenan bei den Hirschebern vorbeizuschauen.“

Die Art kommt nur auf der indonesischen Insel Sulawesi und vorgelagerten Inseln vor und heißt dort Babirusa, zusammengesetzt aus den einheimischen Wörtern für „Hirsch“ und „Schwein“. Im Deutschen heißen beide Geschlechter Hirscheber. Den Männchen wachsen vier markante Hauer aus ihren besonders langen Schnauzen. Nicht nur die unteren Eckzähne ragen weit aus dem Maul heraus. Die oberen Eckzähne stoßen aus dem Rüssel direkt nach oben und wölben sich im Bogen zurück. Dabei können sie 30 Zentimeter lang werden. Die Zähne sind jedoch spröde und nur bedingt zum Graben oder Kämpfen geeignet. In der Wildbahn brechen sie daher häufig ab.

Die Hirscheber bleiben relativ klein mit einer Körperlänge von rund 90 bis 110 Zentimetern. Ihr Gewicht von bis zu 100 Kilo tragen sie auf recht langen dünnen Beinen und erreichen eine Schulterhöhe von 65 bis 80 Zentimetern. Damit sind sie gut angepasst an ihren Lebensraum im tropischen Regenwald. Dort treten sie Trampelpfade aus, um im dichten Unterholz flinker voran zu kommen. Mit ihren Hauer können sie nicht gut in der Erde wühlen. Sie ernähren sich von Laub, Insekten und herabgefallenen Früchten. In Indonesien werden Hirscheber, von denen rund 40.000 Jahre alte Höhlenmalereien existieren, gejagt und gezähmt. Eine Vermehrung gelingt dort aber selten. Umso bedeutsamer ist der Zuchterfolg in der Wilhelma. Die Wildpopulation wird auf 4000 Tiere geschätzt. Neben der Jagd setzt dem Babirusa die zunehmende Abholzung des Regenwaldes zu.

Sie gehören zu den absoluten Raritäten in der Wilhelma. Und doch führen die kleinen Hirscheber in der Zuschauergunst im Zoologisch-Botanischen Garten eher ein Schattendasein zwischen ihren großen Nachbarn: den Nashörner einerseits und den Flusspferden andererseits. Dabei ist die bedrohte indonesische Schweineart etwas absolut Ungewöhnliches. Jetzt ist der Wilhelma sogar eine seltene Nachzucht dieser Tiere mit den geweihartigen Hauern gelungen. Das war zuletzt 2004 der Fall und davor 1992. Sie hält Hirscheber seit 1975. Ein Jungtier gibt es derzeit in Europa nur in Stuttgart und im englischen Chester, woher auch der Vater des Stuttgarter Nachwuchses stammt. „Von der Seltenheit und der zoologischen Bedeutung her ist die Geburt des weiblichen Ferkels gleichzusetzen mit der unseres Panzernashorn-Kälbchens Savita, das viele Fans hat“, sagt Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Ich empfehle daher unseren Besuchern, diese Gelegenheit zu nutzen, auch nebenan bei den Hirschebern vorbeizuschauen.“

Nur acht europäische Zoos, drei davon VdZ-Mitglieder, halten und züchten Hirscheber im Rahmen eines Erhaltungszuchtprogramms.

16.04.2015

lineblack1px

Katta-Nachwuchs im Tierpark Bochum

PM 2015-03-25 bochum katta
Kattwzillinge im Tierpark Bochum © Tierpark Bocum
Bochum, 25.03.2015 -  Bei Familie Katta hat sich Nachwuchs eingestellt – und das im Doppelback! Im Jahr 2011 erblickte zum ersten Mal im Bochumer Tierpark ein kleiner Katta das Licht der Welt. Auch in den darauffolgenden Jahren konnte man sich über Nachwuchs freuen. Im letzten Jahr kamen ebenfalls Zwillinge zu Welt. Die beiden Männchen sind mittlerweile schon fast so groß wie die erwachsenen Tiere und neugierig auf den winzigen Familienzuwachs. Zusammen mit den zwei neusten Familienmitgliedern zählt die Katta-Gruppe mittlerweile acht Tiere. Wie es für diese Primaten üblich ist, klammern sich die kleinen Zwillinge zunächst noch an den Bauch ihrer Mutter und schauen von dort aus gespannt auf die Kletterkünste ihrer älteren Verwandten.

Die auch aus Film und Fernsehen bekannten Tiere sind sehr gesellig und leben oft in Gruppen von mehr als zehn Tieren, die von einem dominanten Weibchen angeführt werden. Kattas können in Menschenhand bis zu 30 Jahre alt werden, in freier Wildbahn selten über 15 Jahre. Die munteren Affen sind große Kletterkünstler und geschickte Weitspringer. Platz dazu finden sie ihrer Anlage im Tierpark Bochum genügend. Diese verfügt über ein modernes Haus mit einem 80 m2 großen Innenbereich und die 570 m2 große, naturnahe Außenfläche mit vielen abwechslungsreichen Klettermöglichkeiten. 

Besucher können die lebhafte Bande aus nächster Nähe betrachten. Für geführte Gruppen besteht die Möglichkeit die Katta-Außenanlage gemeinsam mit den ZoobegleiterInnen zu betreten. An Wochenenden sind geführte Begehungen der Anlage bei schönem Wetter für alle Tierpark-Besucher möglich. So bietet sich die Gelegenheit die Tiere unmittelbar, ohne Zäune und Glas zu betrachten und sich von ihnen faszinieren zu lassen.

Junge Kattas wurden auch aus dem Tiegarten Schönbrunn gemeldet.

17.04.2015

lineblack1px

Die Goldgelben Löwenäffchen im Zoo Zürich haben Nachwuchs

PM 2015-03-18 zrh loewenaeffchen
Goldgelbes Löwenäffchen mit Nachwuchs im Zoo Zürich © Peter Bolliger, Zoo Zürich
Zürich, 18.03.2015 -
Löwenäffchen sind in den brasilianischen Regenwäldern beheimatet. Es werden vier Artenunterschieden, alle sind sie durch die Zerstörung und Fragmentierung ihres Lebensraumes gefährdet. Die Goldgelben Löwenäffchen sind ein gutes Beispiel dafür, wie Zoos im Verbund mit anderen Fachleuten und Institutionen erfolgreich einen Beitrag zur Arterhaltung leisten.

Start einer neuen Zuchtgruppe im Zoo Zürich

Im Zoo Zürich wurden Goldgelbe Löwenäffchen erstmals 1931 gezeigt. Sie stammten aus einer Tierhandlung und wurden zum Preis von 130 Schweizer Franken pro Tier erworben. Am liebsten frassen sie in Milch eingelegtes Weissbrot … Trotz dieser etwas unausgewogenen Ernährung erfolgte 1939 die erste Nachzucht. Leider starben beide Jungtiere im Alter von wenigen Tagen. Nach 1950 folgte im Zoo Zürich eine Zeit ohne Goldgelbe Löwenäffchen. Sie kehrten erst 1989 in den Tierbestand zurück, mit der Eröffnung des Exotariums. Seither gab es 24 Geburten, wovon 14 Jungtiere die ersten 10 Tage überlebten. Das heutige Zuchtpärchen brachte bereits 2013 und 2014 Junge zur Welt, die aber beide Male tot geboren wurden.

Dieses Jahr hat es nun geklappt: Am 28. Februar 2015 kamen Drillinge zur Welt. Ein Junges schien von Beginn weg etwas kleiner und schwächer zu sein. Es starb nach fünf Tagen – dem Geschwister internen Konkurrenz-druck um die beiden Zitzen der Mutter war es scheinbar nicht gewachsen. Die beiden verbliebenen Jungen entwickeln sich sehr gut.

Die Population in Europa zählt gut 200 Tiere. Dies ist auch Zielgrösse des in Whipsnade geführten Europäischen Erhaltungszuchtprogramms.

Rückkehr der Goldgelben Löwenäffchen: eine Erfolgsgeschichte

Der Atlantische Küstenwald in Brasilien ist einer der weltweit wichtigsten Brennpunkte der Biodiversität. Früher erstreckte er sich über eine Fläche von rund 1.3 Mio Quadratkilometern. Mit der Ankunft der Portugiesen im 16. Jahrhundert begann seine Zerstörung: Große Flächen fielen dem Siedlungsbau und der landwirtschaftlichen Nutzung zum Opfer. Heute existieren nur noch sieben Prozent der ursprünglichen Waldfläche, aufgeteilt in viele kleine Teilflächen. Die Goldgelben Löwenäffchen besiedeln eine kleine Teilfläche dieses Waldes im Bundesstaat Rio de Janeiro.

1960 bemerkte man, dass die Goldgelben Löwenäffchen im Freiland nahezu ausgestorben waren. Nebst der Lebensraumzerstörung und -fragmentierung hatte insbesondere der Handel dazu beigetragen. So gelangten zwischen 1960 und 1965 300 Tiere in den Handel. 1967 wurden die Goldgelben Löwenäffchen in Brasilien unter Schutz gestellt, 1969 erliessen die USA ein Importverbot für die Art. Die zu dieser Zeit in Menschenobhut betreuten Bestände entwickelten sich nicht zufriedenstellend: Die Reproduktion war gering, die Sterblichkeit hoch. 1972 trafen sich deshalb Biologen aus Europa, den USA und Brasilien zu einer Konferenz, an der die Weichen für ein gezieltes Zuchtprogramm gestellt, Schutzmassnahmen formuliert und Forschungsziele definiert wurden. Der wohl wichtigste Faktor für die Förderung des Zuchtprogramms war das Verständnis des Fortpflanzungssystems der Löwenäffchen: Monogamie, kooperative Fortpflanzung (Helfer) und Unterdrückung der Fortpflanzung bei untergeordneten Weibchen (Töchtern).

Waren 1969 in einem stark fragmentierten Lebensraum noch rund 600 Tiere gezählt worden, gab es 1975 nur noch 100 bis 200 überlebende Tiere. 1974 wurde ein erstes Reservat von 5500 Hektaren für die Goldgelben Löwenäffchen geschaffen. Nebst der Erweiterung des Kenntnisstandes über diese Art durch die Haltung in Zoos und Langzeitstudien im Freiland wurde die ansässige Bevölkerung in die Information über Umweltfragen einbezogen. Als Schutzziel wurde eine Population von 2000 Individuen in einem mindestens 250 Quadratkilometer grossen, geschützten und vernetzten Lebensraum bis ins Jahr 2025 formuliert.

Um die freilebende Population langfristig zu sichern, musste einerseits die Individuenzahl und andererseits die genetische Diversität erhöht werden. Mit zwei Massnahmen wurde der freilebende Bestand diesbezüglich unterstützt: mit Wiederansiedlungen und Umsiedlungen. Zwischen 1984 und 2000 wurden insgesamt 146 in Zoos in Europa und den USA geborene Tiere ausgewildert. Sie durchliefen vor ihrer Freilassung ein «Freiland-Training». Die ausgewilderten Tiere wurden bis zur vollen Selbständigkeit mit Futter versorgt und soweit nötig veterinärmedizinisch betreut. Die Freilassungen erfolgten zunächst im Reservat zur Stärkung der dort ansässigen Population. Später wurden dann auch private Grundstücke neu mit Goldgelben Löwenäffchen besiedelt. 2005 umfasste die Population der wiederangesiedelten Tiere 589 Individuen in 87 Gruppen. Zwischen 1994 und 1998 wurden 42 Tiere in 6 Gruppen aus kleinen, isolierten Flächen heraus gefangen und in ein zweites, neugeschaffenes Reservat umgesiedelt. Aus diesen Umsiedlungen resultierte bis 2006 ein Bestand von 220 Tieren in 30 Gruppen.

Weitere Bemühungen zielen nun dahin, die verschiedenen inselartigen Lebensräume der Goldgelben Löwenäffchen mittels Waldkorridoren zu verbinden, um so einen Austausch zwischen den Teilpopulationen zu ermöglichen und weitere Lebensräume zu erschliessen. Aktuell wird der freilebende Bestand an Goldgelben Löwenäffchen in den zwei Reservaten und über 25 privaten Schutzgebieten auf einer Fläche von etwa 150 Quadratkilometern auf rund 1700 Tiere geschätzt. Über ein Drittel davon sind Nachkommen ausgewilderter zoogeborener Tiere. Von den sechs als überlebensfähig eingestuften Teilpopulationen gehen drei aus Wiederansiedlungen und eine auf Umsiedlungen zurück. Weiterhin besteht ein Zuchtprogramm für diese Tiere, das weltweit rund 560 Tiere umfasst und in das über 130 Zoos involviert sind. Die Tiere sind eine Leihgabe, sie gehören dem Brasilianischen Staat.

Gefährdung durch andere Primaten

Nebst der Lebensraumzerstörung hat sich eine neue Gefahr für die freilebenden Bestände der Goldgelben Löwenäffchen ergeben: Durch den unkontrollierten Handel mit Wildtieren wurden im Verbreitungsgebiet der Goldgelben Löwenäffchen vielerorts ortsfremde Krallenaffenarten ausgesetzt. Insbesondere Weissbüschel- und Schwarzbüscheläffchen und daraus resultierende Hybriden treten als Nahrungskonkurrenten der Goldgelben Löwenäffchen auf. Zudem stellen diese Tiere auch ein gesundheitliches Risiko für die Löwenäffchen dar, da sie ohne veterinärmedizinische Überwachung freigelassen wurden. Rund 50 Kilometer von einem Bestand Goldgelber Löwenäffchen entfernt wurden zudem Goldkopf Löwenäffchen freigesetzt. Um einer allfälligen Hybridisierung zwischen den beiden Arten vorzubeugen, wurde eine Rückführung der Goldkopf Löwenäffchen in deren Verbreitungsgebiet beschlossen.

18.04.2014

lineblack1px

Kleiner Eisbär des Tiergartens Nürnberg  ist erstmals im Freien

PM 2015-03-12 nuernberg eisbaer
Eisbärjunges Charlotte im Tiergarten Nürnberg © TG Nürnberg
Nürnberg, 12.03.2015 - Die am 21. November 2014 im Tiergarten der Stadt Nürnberg geborene kleine Eisbärin Charlotte durfte am Donnerstag, 12. März 2015, erstmals aus ihrer Geburtshöhle heraus, um das Gehege zu erkunden. Am Montag, 9. März 2015, wurde das Jungtier ein zweites Mal erfolgreich geimpft, so dass ihrem heutigen Ausflug nach draußen nichts mehr im Wege stand. Charlotte ist gut entwickelt und bringt etwa 23,3 Kilogramm auf die Waage.

Die Tierpflegerinnen und Tierpfleger füttern das Muttertier Vera (geboren am 21. November 2002 in Moskau) seit Ende Januar wieder, davor hat sie naturgemäß seit November 2014 nichts mehr gefressen. Wie in der Natur kommt jetzt die Mutter mit ihrem dreieinhalb Monate alten Nachwuchs erstmals aus der Höhle.

Mit Charlotte wird das insgesamt 31. Eisbärenjungtier in der gut hundertjährigen Geschichte des Tiergartens Nürnberg groß. Sie ist die Schwester der berühmten Nürnberger Eisbärin Flocke. Bei Flockes Aufzucht wurde Eisbärenmutter Vera gestört und hatte sich nach vier Wochen nicht mehr um ihren Nachwuchs gekümmert. Daher musste Flocke als Handaufzucht von vier Pflegerinnen und Pflegern aufgezogen werden.

Zeitgleich mit ihrer Mutter zieht Flocke jetzt selbst ihren ersten Nachwuchs in Antibes (Frankreich) erfolgreich auf, was klar belegt, dass sowohl die Handaufzucht als auch die Vergesellschaftung mit Rasputin und der Transfer nach Antibes richtige Entscheidungen waren. Der Vater von Flocke und Charlotte ist der am 24. November 2001 in Wien geborene Eisbär Felix. Felix ist seit Dienstag, 10. März 2015, in der Stuttgarter Wilhelma, wo er den Sommer verbringen wird.

18.04.2015

Weiter zu Tierankünfte und -abgaben im März 2015

Freigegeben in Archiv 2015
Freitag, 10 April 2015 16:04

Tierankünfte und -abgaben im März 2015

lineblack1px

Lüchs-Pärchen im Tiergarten Schönbrunn eingetroffen

PM 2015-03-31 wien luchs
Europäischer Luchs im Tiergarten Schönbrunn © N. Potensky / Tiergarten Schönbrunn
Wien, 31.03.2015 - Im Tiergarten Schönbrunn gab es einen Austausch bei den Eurasischen Luchsen: Die beiden Luchsmännchen, die bisher im Tiergarten gelebt haben, wurden Mitte Februar im Rahmen des Europäischen Zuchtbuches (ESB) an den Zoo Szeged in Ungarn abgegeben. Am 20. März ist im Tiergarten ein Pärchen eingezogen. „Das Weibchen wurde im Mai 2012 im Tallinn Zoo in Estland geboren. Das Männchen stammt aus dem Zoo Helsinki in Finnland und wird im Mai zwei Jahre alt“, erklärt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Natürlich hofft man im Tiergarten künftig auf Nachwuchs.  

Wegen seines großen Verbreitungsgebietes gilt der Luchs nicht als gefährdet. Im Alpenraum war er allerdings bereits ausgestorben, vor allem weil er bejagt wurde. Bei uns in Österreich wurde der Luchs 1892 ausgerottet. In den vergangenen Jahrzehnten wanderten jedoch Luchse aus den Nachbarländern ein und es wurden auch Tiere wiederangesiedelt. So ist der Luchs heute in Österreich wieder vereinzelt anzutreffen. Sein Vorkommen ist allerdings gering und die Populationen sind isoliert. Daher zählt er noch immer zu den seltensten Säugetieren des Landes.

Luchse streifen als Einzelgänger durch die Wälder. Im Dickicht sind sie mit ihrem Fell gut getarnt. Ein weiteres Merkmal dieser katzenartigen Raubtiere ist ihr beachtliches Hör- und Sehvermögen. Nicht umsonst gibt es die Redewendung „Jemand hat Augen und Ohren wie ein Luchs“. Schratter: „Luchse jagen vorwiegend in der Dämmerung und nachts. Da ihre Augen viel lichtempfindlicher sind als unsere, können sie sich im Dunkeln gut orientieren. Erstaunlich ist auch ihr Geruchssinn. Ein Luchs erkennt ein Kaninchen allein am Geruch auf eine Entfernung von bis zu 300 Metern.“

18.04.2015

lineblack1px

Zwei junge Wilhelma-Gorillas ziehen nach München

PM 2015-03-26 stuttgart gorilla
Die beiden Gorillajungen beim Rangeln © Hermann Vollmer / Wilhelma
Stuttgart, 26.03.2015 - Zwei kleine Gorillas sind in der Wilhelma dem Kindergarten entwachsen und stehen jetzt vor einem großen Schritt: Tano und Okanda ziehen im April nach München. Auf Beschluss der europäischen Artkommission werden sie in die Gorillagruppe des Tierparks Hellabrunn integriert und bewohnen einen Teil der komplett umgebauten Menschenaffenanlage, die heute eröffnet wird. Wilhelma-Gäste haben noch bis nach Ostern Gelegenheit zu einem Abschiedsbesuch.

Auch in Stuttgart haben Tano und Okanda bereits von einem Neubau profitiert. Denn das vor zwei Jahren eingeweihte Gorilla- und Bonobohaus bietet optimale Bedingungen für die Sozialisation von so genannten Handaufzuchten. Als europäische Aufzuchtstation für verwaiste Gorillakinder, die von ihren Müttern nicht aufgezogen werden können, hat die Wilhelma schon mehr als 60 Jungtieren dieser bedrohten Menschenaffen das Überleben gesichert.

Tano, der im November 2011 im Zoo Prag geboren wurde, war mit einer Woche in die Wilhelma gekommen, weil seine Mutter Bikira ihn nicht annahm. Sie hatte zuvor noch nie eine Geburt und Aufzucht bei einem anderen Gorillaweibchen miterlebt und war selbst nicht gut in die Familie integriert. Okanda, war schon im April 2011 im Zoo Twycross (England) geboren worden. Obwohl seine Mutter Ozala ihn säugte, wurde er zusehends schwächer, so dass man ihn im Januar 2012 in die Wilhelma brachte.

In der Obhut der erfahrenen Stuttgarter Pfleger haben sich Tano und Okanda seither gut entwickelt und wurden stundenweise schon mit allen Mitgliedern der Gorilla-Familiengruppe zusammengeführt – nur nicht mit Haremschef Kibo. Im Zoo besteht genau wie in der Wildnis die Gefahr, dass ein Silberrücken Jungtiere, die nicht seine eigenen sind, tötet. Daher wachsen Handaufzuchten in den ersten Jahren außerhalb der Gorilla-Familie unter ihresgleichen auf. Im Kindergarten der Wilhelma sind außer Tano und Okanda derzeit auch die zweijährigen Jungtiere Tebogo und Vana aus Wuppertal zu Hause.

Die vier Junggorillas sind direkte Gehegenachbarn der Familiengruppe und stehen durch große Fenster und Gitter von Kindesbeinen an im Kontakt zu den älteren Artgenossen. So können sie sich von den Erwachsenen arttypisches Verhalten „abgucken“, Laute, Gesten und Gerüche kennen lernen. Von Anfang an interagieren die Kleinen mit den Großen durch Scheibe und Gitter. „Auf diese Weise konnten wir Tano und Okanda bestmöglich auf den Wechsel in den Tierpark Hellabrunn vorbereiten“, erläutert die Menschenaffen-Kuratorin der Wilhelma Dr. Marianne Holtkötter, „dort gibt es derzeit keinen Silberrücken, sie können also ganztägig in der Gruppe sein und finden sogar eine Spielkameradin in der zweijährigen Nafi.“

12.04.2015

lineblack1px

Erster gemeinsamer Tag der Eisbären in Stuttgart

PM 2015-03-17 stuttgart eisbaer
Eisbären spielen zusammen in der Wilhelmas Stuttgart © Wilhelma
Stuttgart, 17.03.2015 - Einen guten Start in ihren gemeinsamen Sommer haben heute Morgen die Wilhelma-Eisbärin Corinna und „Gast-Eisbär“ Felix aus Nürnberg erlebt. Bei ihrem ersten direkten Kontakt haben sich die beiden gut verstanden und bei einem Bad miteinander im Wasser geplanscht.

Der Besuch aus dem Tiergarten Nürnberg war vor einer Woche nach Stuttgart in den Zoologisch-Botanischen Garten gekommen. Zunächst hatte er zum Eingewöhnen einen eigenen Bereich. Über ein „Schmusegitter“, das die Außengehege von Corinna und Felix verbindet, konnten sich die beiden aber schon einmal beschnuppern. Die ersten Tage nutzte der 13-jährige Felix, um sein neues Terrain zu markieren, indem er sich auf volle Körpergröße aufrichtete und seinen Rücken an allen Wänden rieb. Selbst beim Ruhen achtete darauf, dass er möglichst Corinna im Blick behielt, und er begann auch, vermehrt nach ihr zu rufen. Da die Tierpfleger beobachten konnten, dass jetzt auch die Eisbärin vermehrt Ausschau nach ihrem neuen Gefährten hielt und immer wieder die Witterung aufnahm, war heute die Zeit gekommen für ein erstes Tête-à-tête.

Die beiden Tiere sind harmonisch miteinander umgegangen, haben sich intensiv beschnuppert und etwas gebalgt, wie es sich gehört. Wenn es so stressfrei bleibt, können die beiden zusammen bleiben. Felix zeigt sich ruhiger als der letztjährige Gast-Eisbär Yoghi aus München  Damals hatten die Pfleger Corinna und Yoghi nach der Zusammenführung noch einmal trennen müssen, weil der Münchner zu draufgängerisch vorging. Es ist aber normal, dass der Eisbärmann der Eisbärfrau bis zur Paarung kaum noch von der Seite weicht. Falls Corinna auch Felix als „Kurschatten“ zu aufdringlich wird, müssen die beiden gegebenenfalls noch einmal zeitweise getrennt werden.

Vorgesehen ist, dass Felix rund ein halbes Jahr in der Wilhelma bleibt, bevor er in den Tiergarten Nürnberg zurückkehrt. Dort hat er 2014 Nachwuchs bekommen. Die Mutter Vera nutzt derweil dort die Gesamtanlage, um mit Tochter Charlotte ganz unbedrängt die ersten Ausflüge ins Freie zu unternehmen.

17.04.2015

lineblack1px

Frisches Blut für die Europäische Kudu-Zucht

PM 2015-03-11 basel kudu
Einer der drei jungen Kuduböcke aus den USA © Zoo Basel
Basel, 11.03. 2015 - Am 16. Januar sind drei männliche Kleine Kudus in den Zoo Basel gekommen. Nach der einmonatigen Quarantänezeit durften sie ihre Basler Kolleginnen kennenlernen. Jetzt sind sie im Antilopenhaus auch für das Publikum zu sehen. Die drei sind Teil eines Erhaltungszuchtprogramms und sollen die Herde genetisch bereichern.

Die Kudu-Männchen sind aus den Zoos von Kansas und San Diego in den USA angereist. Nach ihrer Ankunft waren alle drei ausgesprochen ruhig und fassten sehr schnell das Vertrauen zu ihren Tierpflegern . Diese kümmerten sich im ersten Monat ausschließlich um die Eingewöhnung der Neulinge und betreuten sie mit großer Sorgfalt. Mit einer eigens installierten Kamera wurde überwacht, dass es den scheuen und schreckhaften Antilopen jederzeit gut geht. Für Überraschung sorgte der jüngste Kudu-Bock: Schon nach wenigen Tagen fraß er den Tierpflegern aus der Hand. Das erste Rendezvous mit den Basler Kudus verlief reibungslos. Bereits am selben Nachmittag erkundeten die neuen Böcke zusammen mit der ganzen Herde die Aussenanlage, genauestens beobachtet von den Giraffen im angrenzenden Gehege.

Wichtige Zucht-Tiere

Die Drei sollen frisches Blut in die Herde bringen. Im Zoo Basel hofft man, dass sie den Basler Weibchen gefallen und bald für Nachwuchs sorgen. „Es sind besonders wertvolle Tiere“, sagt Zuchtbuchführerin Beatrice Steck, „sie haben im Stammbaum zum Teil Gene von Gründertieren, die fürs europäische Zuchtprogramm neu sind“. Längerfristig wird nur einer der Böcke im Zoo Basel bleiben, die beiden anderen werden in anderen europäischen Zoos ein Zuhause erhalten.

Die Zucht der Kleinen Kudus in Zoos ist in einem Zuchtprogramm organisiert (ESB = Europäisches Zuchtbuch). Der Zoo Basel bemüht sich seit Jahren, zur genetischen Auffrischung der Herde neue Tiere zu erhalten. Aufgrund der behördlichen Auflagen war dies eine größere Herausforderung: Die Kudus mussten bereits am Ursprungsort in einer Quarantäne auf verschiedene Krankheitserreger getestet werden. Erst als zufriedenstellende Resultate vorlagen, durfte der Transport stattfinden. In Basel war ein erneutes Absondern und Testen auf verschiedene Krankheitserreger angesagt, ehe die Quarantäne aufgehoben werden konnte.

Aufwändige Quarantäne

Die Quarantäne fand fern der Besucheraugen in einem insektensicheren, von den Zoo-Schreinern konstruierten Stall im Antilopenhaus statt. Die Quarantänetiere durften während dieser Zeit nur von Tierpflegern, die sonst nicht mit Klauentieren arbeiteten, betreut werden und der Mist musste separat entsorgt werden. Quarantänen werden durchgeführt, um sicher zu sein, dass die Tiere keine Tierseuchen einschleppen und keine Gefahr für den Tierbestand der Schweiz darstellen. Bei Klauentieren aus Übersee sind die Auflagen besonders scharf.

Kleine Kudus haben im Gegensatz zum bekannteren Grossen Kudu ein kleines Verbreitungsgebiet. Es umfasst Teile der Staaten Tansania, Kenia und Somalia. Sie bewohnen Akazienwälder und dichtes Gestrüpp und leben in Gruppen von meist vier bis zehn Tieren. Im Zoo Basel leben zurzeit drei Männchen und fünf Weibchen in der Herde. Den Import hat der Freundeverein Zoo Basel ermöglicht, der für die Transportkosten aufgekommen ist.

16.04.2015

lineblack1px

Jungtiger in Eberswalde verstehen sich prächtig

PM 2015-03-11 eberswalde tiger TPBerlin
Junge Sibirische Tiger im Zoo Eberswalde © Tierpark Berlin
Eberswalde / Berlin-Friedrichsfelde - 11.03.2015 - Ein Tatzenhieb und die Rangordnung ist geklärt, dachte Dragan und hatte nicht mit der Berliner Tigerin Alisha gerechnet. Ein kurzes Maunzen von Alisha und schon ist der stürmische Dragan gebremst und der „Welpenschutz“ aktiviert.  Die beiden Amurtiger beschnuppern sich und sind Freunde.

Am Dienstag, 10. März 2015 um 10.15 Uhr startete der Transport des knapp zehn Kilo schweren Tiger- Mädchens Alisha aus dem Tierpark Berlin in den Zoo Eberswalde. Um 11:15 Uhr trafen Tierpflegerin Angelika Berkling und Kurator Christian Kern mit Alisha in Eberswalde ein. Gleich nach der Ankunft wurde Alisha bereits mit ihrem neuen Spielkameraden, dem zwei Monate älteren Tiger Dragan, zusammen geführt.

Von der ersten Begegnung an, klappte die Zusammenführung gut. Dragan vorerst noch angeleint, beschnupperte Alisha neugierig und begrüßte sie durch erste vorsichtige Tatzenhiebe. Für Alisha ist es nicht nur der neue Spielkamerad, der ihre Neugierde weckt, sondern auch die neue Anlage. So tapst sie das erste Mal über Waldboden und schnuppert frische Luft im Freigehege.

Die Zusammenführung der beiden Tiger verlief besser als erwartet. Vorerst werden die Tiere aber nur unter Aufsicht der Pfleger zusammen im Gehege sein. Die Nächte verbringen die Tiger noch in getrennten Schlafboxen. Eine Rückkehr beider vom Aussterben bedrohten Amurtiger in den Tierpark Berlin ist für Juni 2015 geplant.

Alisha kam am 10. Dezember 2014 im Tierpark Berlin zur Welt. Leider hat die Tigermutter Aurora (5 Jahre) nicht ausreichend Milch, sodass Alisha vom Tierpfleger-Team mit der Flasche aufgezogen wird. Genauso geht es dem am 07. Oktober 2014 im Zoo Eberswalde geborenen Dragan - auch er wird von den Tierpflegern handaufgezogen.

18.04.2015

lineblack1px

Heidelberg freut sich über neuen Gorilla aus den Niederlanden

PM 2015-03-11 HD gorilla TheoKruse BurgersZoo
Gorillaweibchen "Shaila" in Arnheim © Thero Kruse, Burgers Zoo
Heidelberg, 11.03.2015 - Die Jagd auf die Menschenaffen und der Verlust des natürlichen Lebensraums durch Entwaldung dezimieren die natürlichen Vorkommen der westlichen Flachlandgorillas. Neben dem Handel mit „bushmeat“ als besondere Spezialität forderte auch Ebola zahlreiche Opfer. Um dem Aussterben der dem Menschen so nahen Verwandten entgegenzuwirken, wurden die Flachlandgorillas bereits seit vielen Jahren in das Erhaltungszuchtprogramm der EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) aufgenommen.

In Arnheim konnte der Zoo in den letzten Jahren sehr gute Zuchtergebnisse verzeichnen und freute sich regelmäßig über Nachwuchs in der Gorillagruppe.

Der Neuzugang, der am Dienstag, 10. März, in Heidelberg eintraf, wurde im Dezember 2006 in Arnheim geboren. In ihrer Geburtsgruppe wuchs das Weibchen Shaila zusammen mit Ihrer Mutter, dem Vater und weiteren Weibchen auf. Nachdem sie nun die Geschlechtsreife erreichte und ebenso wie in der Natur ihr Auszug aus der Gruppe anstand, kam die Empfehlung im Rahmen des EEP (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm), Shaila nach Heidelberg zu schicken. Aufgrund der genetischen Voraussetzungen wurde Silberrücken Bobo im Zoo Heidelberg als optimaler Partner für die Gorilladame ausgewählt.

Durch den Einzug der sozialerfahrenen Shaila wird zudem ein positiver Einfluss auf die Heidelberger Gorilla-Gruppe erwartet. Die Gewöhnung an die anderen Gorillaweibchen aber auch andas  Jungmännchen Kwame das Gruppenoberhaupt wird Schritt für Schritt erfolgen. Besonders im Umgang mit den sehr sensiblen Gorillas erfordert die Zusammenführung sehr viel Geduld und Einfühlungsvermögen. In diesem Zusammenhang war Anke Jakob, Leiterin des Affenreviers im Zoo Heidelberg, bereits seit Sonntag vor Ort in Arnheim, wo sie sich mit den Pflegern über die Bedürfnisse und Besonderheiten der Gorilladame austauschte und einen ersten persönlichen Kontakt mit Shaila aufbaute. Maurice Spikker-Hogenkamp, Tierpfleger aus dem Burgers‘ Zoo in Arnheim, wird die ersten Tage als vertrauter Kontakt die Eingewöhnungsphase in Heidelberg begleiten.

Die Kontakte zu den anderen Weibchen und den beiden männlichen Artgenossen wird zunächst abgeschirmt von den Besuchern durch ein Kontaktgitter erfolgen. Nach und nach wird Shaila mit den anderen Tieren zusammengeführt.

Nach dem Neubau der Gorilla-Außenanlage, die für 2017 geplant ist, wird es auch wieder Nachwuchs in der Heidelberger Gorillagruppe geben. Wenn Shaila sich gut eingelebt hat, wird sie hoffentlich zum ersten Mal ein Jungtier zur Welt bringen.

18.04.2015

lineblack1px

Neue seltene Tierart im Magdeburger Zoo eingetroffen

PM 2015-03-06 MD ruesselspringer
Rotbrauner Rüsselspringer im Zoo Magdeburg © Zoo Magdeburg
Magdeburg, 06.03.2015 - Seit kurzem wohnt ein Pärchen der sehr seltenen Tierart, Rotbrauner Rüsselspringer oder auch Rotbrauner Elefantenspitzmaus genannt, im Magdeburger Zoo. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie Mäuse, ernähren sich allerdings vorwiegend von Insekten. Ein besonderes Merkmal an diesen Tieren ist die ständig rotierende Rüsselnase, mit der sie Felsspalten nach Insektenbeute absuchen. Das Pärchen, dass im Jahr 2014 im Zoo Köln geboren wurde, wurde behutsam hinter den Kulissen im Zoo Magdeburg aneinander gewöhnt. Dies war ein notwendiger Schritt. Obwohl die Tiere relativ klein sind, können diese untereinander recht gewalttätig sein. Seit zwei Wochen lebt das Paar sehr friedlich im Landschaftsterrarium im Nashornhaus zusammen, was Hoffnung auf sehr erwünschten Nachwuchs macht. Der Zoo Magdeburg zählt inzwischen zu den nur fünf Zoos in Deutschland, die diese kleinen langschnäuzigen Bodenbewohner aus den Wüstengebieten Namibias beherbergen. Nur sechs Zoos in Europa halten diese seltene Tierart.

18.04.2015

Weiter zu Todesfälle im März 2015

Freigegeben in Archiv 2015
Seite 1 von 7
© Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) e.V. hyperworx