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Wisent
Bison bonasus
Engl.: The European Bison - Franz.: Le bison d'Europe

Ordnung: Paarzeher (Artiodactyla)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Echte Rinder (Bovinae)








Wisentkuh, Bison bonasus im Tierpark Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern (VDZ und zooschweiz)
Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.Wisentkuh im Tierpark Bern © PD, VDZ-Geschäftsstelle
Gefährdete Tierart (Rote Liste: VULNERABLE). Die Art war in freier Wildbahn ausgestorben und wurde mit Tieren aus Zoobeständen wieder angesiedelt.

Die Art fällt nicht unter CITES.

Verbreitung: Litauen, Polen, Rumänien, Russland, Slowakei, Ukraine, Weissrussland, ausserhalb des natürlichen Verbreitungsgebiets in Kirgistan

Haltung in VDZ-Zoos: Berlin-TP, Berlin-Zoo, Bern, Bernburg, Chemnitz, Duisburg, Goldau, Innsbruck, Karlsruhe-Oberwald,
Wisente im Tierpark Bayerwald © Peter Dollinger, Zoo Office Bern (VDZ und zooschweiz)
Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.Wisente im Tierpark Bayerwald © PD, VDZ-Geschäftsstelle
Köln, Kronberg, Leipzig, München, Münster, Neumünster, Nürnberg, Rostock, Stralsund, Straubing, Stutgart, Wien.

Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) seit 1995.

Besonderes: BIs in die Völkerwanderungszeit war der Wisent in Euiropa weit evrbreitet. Mit der intensivierten rodungstätigkeit ab dem Frühmittelalter wurde das Areal rasch auf die vom Menshcen dünner besiedelten Gebiete Osteuropas eingeengt. Im Süden des deutschen sprachgebiets kam die art bis ins 11. Jahrhundert vor, wie die "Benedictiones ad Mensas" des Klosters Sankt Gallen und etwa der Ortsname
Wisente, Bison bonasus im Tierpark Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern (VDZ und zooschweiz)
Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.Wisente im Tierpark Bern © PD, VDZ-Geschäftsstelle
"Wiesendangen" (Kanton Zürich), ursprünglich "Wisuntwang" - Wisent-Aue - bezeugen. (KLEINLOGEL, 2009)

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in Europa noch zwei freilebende Wisentpopulationen: Den Flachlandwisent im Urwald von Bialowieza an der polnisch-weissrussischen Grenze und den Kaukasuswisent. Vom Flachlandwisent gab es bei Ausbruch des 1. Weltkriegs 737 Tiere. Der Bestand litt stark während der Kriegswirren, und als die Deutschen 1916 die Verwaltung des Bialowieza-Waldes übernahmen, waren nur 150 Tiere übrig. Dank strengem Schutz wuchs der Bestand bis 1918 wieder auf 200 Tiere an. Währen der letzten Kriegstage
Wisentkuh, Bison bonasus im Tierpark Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern (VDZ und zooschweiz)
Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.Wisentkuh im Tierpark Bern © PD, VDZ-Geschäftsstelle
erschossen jedoch die auf dem Rückzug befindlichen deutschen Truppen alle Wisente bis auf 20 Stück, die anschliessend polnischen Wilderern zum Opfer fielen. Am 9. Februar 1921 wurde der letzte freilebende Flachlandwisent getötet.

Im Kaukasus wurde der Wisent von bolschewistischen Revolutionären verfolgt, weil er als ein Symbol der Aristokratie galt. 1925 wurde der letzte Kaukasuswisent getötet und damit war die Art in freier Wildbahn ausgestorben.

Zum Glück hatten einige Wisente in menschlicher Obhut
Wisentkuh /European Bison; Bison bonasus) im Tierpark Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern ( VDZ und zooschweiz)
Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.Wisentkuh im Tierpark Goldau © PD, VDZ-Geschäftsstelle
überlebt. Der damalige Direktor des Frankfurter Zoos, Dr. Kurt Priemel, erstellte ein Inventar der Überlebenden und hatte mit Stichtag 15. Oktober 1922 56 Tiere (27 Bullen und 29 Kühe) registriert. Vom 25.-26. August 1923 fand dann in Berlin eine Tagung aller Wisenthalter statt, an der die “Internationale Gesellschaft zur Erhaltung des Wisents” gegründet wurde. Kurt Priemel wurde zum ersten Präsidenten gewählt und der Direktor des Tierparks Hellabrunn, Heinz Heck, übernahm die Funktion des Zuchtbuchführers.

Das erste Internationale Zuchtbuch wurde 1932 veröffentlicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg, der dem Wisentbestand arg
Quelle: Yvonne Kleinlogel 2009 bzw. Krasinska & Krasinski 2008, modifiziert
Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.Verbreitung des Wisents 2004
zugesetzt hatte, nahmen Dr. Jan Zabinski vom Warschauer Zoo und Dr. Erna Mohr vom Zoologischen Museum Hamburg die Arbeit am Zuchtbuch wieder auf, das dann der Schirmherrschaft des Internationalen Zoodirektorenverbandes (heute WAZA) unterstellt wurde. 1951 gab es wieder 135 Wisente, davon 65 in Polen, 22 in der Sowjetunion, 24 in drei Haltungen in Schweden und 24 in sechs anderen Europäischen. 1956 erfolgte die erste Wiederansiedlung im Białowieski Nationalpark. 1974 überschritt der Wisentbestand die Marke von 1500 Tieren. 25 % der Wisente lebten in Zoos, 30 % in Wildgattern 45 % in freier Wildbahn. (MOHR, 1952).

Für 2007 wies das Internationale Zuchtbuch 1817 reine Flachlandwisente und 1993 Tiere der Kaukasus-Flachland-Linie aus. Davon lebten 1443 Tiere in Gehegen und 2367 in 31 freilebenden und 4 halbfreien Herden. Heute gibt es wieder etwa 4000 Tiere. Die Art wird aber immer noch als gefährdet (VULNERABLE) eingestuft. Die größten wilden Bestände leben in Polen und Weißrußland, aber freilebende Wisente gibt es mittlerweile auch in Rußland, Litauen, der Slowakei, der Ukraine und – außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebiets – in Kirgistan.

Literatur:
GRIMMBERGER & RUDLOFF (2009)


PD . 22.02.2009 - 12.10.2009
 


http://www.zoodirektoren.de


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