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Nachruf

Zum Gedenken an Alt-Zoodirektor Dr. Peter Weilenmann

Am 24. Dezember 2009 ist Dr. med. vet. Peter Weilenmann, Direktor des Zoo Zürich von 1974-1991, im Alter von 82 Jahren gestorben. Zum Markenzeichen des begeisterten Jazzfans und begabten Klavierspielers gehörte seine Pfeife, die er - auch für die Durchführung eines Kaiserschnitts bei einem Esel im Zoo - nur ungern ablegte.

Alt-Zoodirektor Dr. Peter Weilenmann, Zoo Zürich - Pressefoto Zoo Zürich
Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.Dr. Peter Weilenmann - Zoo Zürich
Peter Weilenmann war ein Tiernarr. Bereits als Tierarzt war er stadtbekannt, weil er in seiner Praxis nicht nur Hunde und Katzen behandelte, sondern, immer begleitet von seinem Kakadu Göggi, sich auch um unauffälligere Tiere wie Vögel und Meerschweinchen kümmerte.

Unter Prof. Heini Hediger, Begründer der Tiergartenbiologie und Vorgänger im Amt des Zoodirektors, betreute Peter Weilenmann veterinärmedizinisch auch die Tiere des Zoo Zürich. Er war der erste Zootierarzt in Zürich, der diesen Namen auch wirklich verdiente. Sein ganzer Einsatz galt dem Wohl der Tiere. So hat er auch als Direktor den Zoo namentlich in Bezug auf das Wohlergehen der Tiere in allen Bereichen soweit verbessert, wie es die finanziellen Möglichkeiten erlaubten. Eine neue Schneeleoparden-, eine Seehundanlage, eine Katzenzuchtstation und Quarantäneanlage sind entstanden, dazu neue Waldvolieren und das Exotarium, in dem noch heute ein grosser Teil der Tiere im Zoo lebt. Unter seiner Führung war Zürich der erste Zoo in der Schweiz, der einen Zoolehrer einstellte, dies als wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Zoos, der sich immer mehr von der reinen Tierschau zur Lerneinrichtung und zum Naturschutzzentrum weiterentwickelt.

Ein Markstein in seiner Direktorenzeit war der Beginn der Elefantenzucht mit der Ankunft des Bullen Maxi 1981 und der Geburt des ersten Asiatischen Elefanten im Zoo Zürich 1984. Seine ganz besondere Liebe aber galt dem Irbis, dem Schneeleoparden, und den anderen Grosskatzen. Nicht nur im Zoo kümmerte er sich um den Erhalt dieser Tiere. Manches von der Mutter nicht akzeptierte Jungtier fand seinen Weg ins Haus von Lucy und Peter Weilenmann, darunter Irbis und Leopard, Nebelparder und Känguruh, und als Höhepunkt sicherlich die Eisbärin Ludmilla, die auch der Wohnungseinrichtung ganz ordentlich zusetzte. Die Zucht der seltenen Tiere florierte. Nach der Zürcher Erstgeburt eines Schneeleoparden 1976 lebten bis zu 14 dieser Katzen im Zoo Zürich, die an Zoos in der ganzen Welt weiter gegeben wurden.

Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit zur Erhaltung bedrohter Tierarten war er Mitgründer und Stiftungsrat des Internationalen Snow Leopard Trust und Mitglied der Asian Elephant Specialist Group der internationalen Naturschutz-Organisation IUCN. Für die gefährdeten Schneeleoparden hat er sich bis zuletzt eingesetzt und auch nach seiner Pensionierung Projekte im Himalaja mit Rat und Tat gefördert.

Peter Weilenmann bleibt auch mit seiner menschlichen Wärme im Umgang mit seinen Mitarbeitern und als kollegialer Berater in bester Erinnerung.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen der Zoo Zürich gerne zur Verfügung: 0041-44 254 25 00; medien@zoo.ch, www.zoo.ch
 


http://www.zoodirektoren.de
erstellt am 31.12.2009

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