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Handeln tut Not!
Winkerfrösche (Staurois guttatus) © Tiergarten Schönbrunn


Visuelle Kommunikation bei Winkerfröschen (Staurois guttatus & Staurois tuberilinguis)

Bei visueller Kommunikation bei Froschlurchen wird zB ein einzelnes oder beide Beine angehoben, langsam nach außen und hinten in einem Bogen ausgestreckt und wieder zurück an den Körper geführt, wobei die bläulich oder weiß gefärbten Schwimmhäute sichtbar werden. Das helle Signal wird von Rivalen rasch erkannt und ist von Vertretern aus fünf unterschiedlichen tropischen Froschfamilien (Hylidae, Leptodactylidae, Micrixalidae, Myobatrachidae, Ranidae) unabhängig voneinander entwickelt worden. Mittlerweile ist bekannt das insgesamt 15 Froscharten dieses optische Signal verwenden, die Gattung Staurois (Ranidae) gehört dabei zu einer der bekanntesten „Foot Flaggern“. Diese sind in ihrer Verbreitung weitgehend auf die südostasiatische Insel Borneo beschränkt. Neue Studien an Staurois latopalmatus in Sabah und S. natator in Brunei haben gezeigt, dass sowohl Männchen als auch Weibchen ein reiches Repertoire visueller Signale besitzen, wie Fußwinken, Fußheben, Fußtrommeln, Armwinken, Maul öffnen und Schallblaseninflation ohne Lautgebung. Die Untersuchungen stützen die Hypothese, dass die Rufe zum Alarmieren genutzt werden, um einen Empfänger den Standort des rufenden Frosches zu signalisieren und dessen Aufmerksamkeit auf das nachfolgende optische Signal zu lenken.  mehr

Geburtshelferkröte (Alytes onstetricans) Photo: Peter Janzen


Chytridpilz bedroht Amphibien in höheren Lagen offenbar stärker - erste Ergebnisse aus dem EU-Projekt RACE

Geburtshelferkröten im Gebirge leben gefährlich. Ihr Risiko, an der Amphibienseuche Chytridiomykose, die durch den Chytridpilz ausgelöst wird, zu erkranken und zu sterben, ist wesentlich höher als bei ihren Artgenossen im Flachland. In den höheren Lagen seien bis zu 100 Prozent der Kröten an dieser Krankheit verendet, schreibt ein internationales Wissenschaftlerteam im Fachblatt "Ecology Letters". Ob der Chytridpilz besser an kältere Regionen angepasst ist oder ob das Immunsystem der Kröten dort empfindlicher reagiert, ist jedoch noch ungeklärt.  mehr

Laubfrosch (Hyla arborea) im Natur- und Tierpark Goldau  © Peter Dollinger, Zoo Office Bern (VDZ und zooschweiz)


Artenvielfalt erhalten und Lebensräume schützen – die Zoos engagieren sich für den Amphibienschutz

Frosch, Kröte und Salamander sind in Gefahr. Die Bestände der Amphibien nehmen weltweit ab. Ein Drittel aller Arten ist gefährdet. Über 120 Arten sind in den letzten Jahren ausgestorben. Mit einem langfristigen Programm will der Verband Deutscher Zoodirektoren (VDZ) in Zusammenarbeit mit anderen Zooverbänden und der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) dazu beitragen, die Biodiversität im Bereich der Amphibien zu erhalten.  mehr

Chytridpilz weit verbreitet in Kenia
Kihansi-Gischtkröte überlebt nur in Menschenobhut
Vom VDZ 2009/2010 unterstützte Amphibienschutzprojekte
Spenden für die Frösche
Genetischer Nachweis des Chytridpilzes bei der Firma Ecogenics möglich
Lothar Philips, Präsident VZP: Wie es zu den Amphibienkampagnen kam, oder: Wer macht da eigentlich was?
Peter Dollinger, VDZ-Geschäftsstelle: Handeln tut Not!

Weitere Artikel
Zucht


Peter Janzen

Übersicht über den Stand der Erhaltungszuchten - Dezember 2009

An der Tagung im Aquazoo wurde vereinbart, Zuchtprogramme für insgesamt 11 Arten anzugehen. Dieses haben sich seitdem unterschiedlich gut entwickelt. Positiv stehen da: Neurergus kaiseri, Excidobates mysteriosusm, Agalychnis moreletii, Mantella viridis und Mantella aurantiaca sowie, mit Abstrichen, Theloderma corticale. Bei den übrigen gibt es Probleme der einen oder anderen Art.  mehr

Laubfrosch © Axel Gebauer, Naturschutz-Tierpark Görlitz
Laubfrosch © AG, Naturschutz-Tierpark Görlitz


SCHMIDT et al. (2009)

BENEDIKT R. SCHMIDT, SAMUEL FURRER, AXEL KWET, STEFAN LÖTTERS, DENNIS RÖDDER, MARC SZTATECSNY, URSINA TOBLER & SILVIA ZUMBACH (2009)
Desinfektion als Maßnahme gegen die Verbreitung der Chytridiomykose bei Amphibien. Zeitschrift für Feldherpetologie, Supplement 15: 229–241  mehr


Peter Janzen

Zuchtprogramm der Zoos und Privathalter im deutschsprachigen Raum - Priorisierte Arten

An einer Arbeitstagung beim Aquazoo Düsseldorf einigten sich die Teilnehmer darauf, dass vordringlich Zuchtprogramme für bestimmte Arten aufgebaut werden sollen.  mehr

Atelopus spumarius barbotini - Barbotin's Harlekinkröte
Excidobates mysteriosus - Marañon-Baumsteiger
Minyobates steyermarki - Steyermarks Baumsteiger
Mantella viridis - Grüne Mantella
Mantella aurantiaca - Goldfröschchen
Agalychnis moreletii - Schwarzaugenlaubfrosch
Hylomantis lemur - Lemuren-Laubfrosch
Neurergus kaiseri - Zagros-Molch
Theloderma corticale - Moosfrosch
Stacheliger Krokodilmolch: Tylotriton asperrimus
Tylototriton shanjing - Mandarin-Krokodilmolch, Orange-Schwarzer Krokodilmolch

Weitere Artikel
Schutz für heimische Amphibien
Historischer Teich © Tiergarten Schönbrunn


Amphibienkartierung im Tiergarten Schönbrunn

Im Jahr 2008 ließ der Tiergarten Schönbrunn von der Herpetologin Franziska Werba eine Amphibien- und Reptilienkartierung auf dem Tiergarten Areal und unmittelbar anschließenden Bereichen des Schlossparks Schönbrunn durchführen. Nachdem es schon abgeschlossene Arbeiten über die Vogel- und Fledermausarten im Tiergarten gibt, wurden im „Jahr des Frosches“ die Amphibienpopulationen im Tiergarten untersucht.
Ergebnisse und erste Maßnahmen: Anhand einer Literaturrecherche konnten die historischen Daten über das Artenrepertoire aus dem Untersuchungsgebiet mit den Daten aus der aktuellen Kartierung verglichen werden. Da diese die Parklandschaft mit einem kleinen Rest Laubwald, die östlichsten Ausläufer des Wienerwaldes, seit historischer Zeit nahezu keinen Veränderungen unterworfen war, ist die Artenzahl gegenüber der historischen Datenlage fast gleichgeblieben.  mehr

Kammolch-Mann (Triturus cristatus) im Zoo Nürnberg © Helmut Mägdefrau
Kammolch-Mann im Zoo Nürnberg © Helmut Mägdefrau


Tiergarten Nürnberg

Zucht und Wiederansiedlung

Der Tiergarten Nürnberg hat in den letzten Jahren Anstrengungen unternommen, um die Lebensbedingungen für Amphibien auf seinem Gelände zu verbessern. Parallel dazu wurden Jungtiere aus eingesammeltem Laich oder eigener Zucht aufgezogen, um im Zoo oder in dessen Umgebung wiederangesiedelt zu werden.
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Amphibien-Informationstafeln in Marlow - Foto Vogelpark Marlow
Amphibien-Informationstafeln in Marlow


Vogelpark Marlow

Ein Platz für Frösche und Kröten

Der Vogelpark Marlow hat einen kleinen Froschteich angelegt, in und an dem auch die ersten Lurche gesichtet wurden, nämlich Erdkröten (Bufo bufo)und Teichfrösche (Rana esculenta), die ihn als Laichgewässer nutzen. Der Park ist auch Lebensraumm für Laubfrösche (Hyla arborea), die im Früling jeden Abend zu hören sind. In unmittelbarer Nähe des Teichs wurden Informationstafeln und ein kleines Drehwürfelspiel installiert.
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Tierpark Nordhorn: Wir helfen Fröschen und Kröten auf die Sprünge!
Zoo Augsburg: Neuer Amphibien-Lebensraum im Zoo
Tiergarten Schönbrunn: Sichere Amphibienwanderung ermöglichen
Der Teichmolch – „Lurch des Jahres 2010“
Natur- und Tierpark Goldau: Schaffen neuer Lebensräume für Amphibien im Zoogelände
Kölner Zoo: Erstes lokales in situ Projekt des Kölner Zoos - Amphibienschutz im Nüssenberger Busch
Aquazoo Düsseldorf: Rund um den Aquazoo Lebensraum für Amphibien schaffen (WAZA-Projekt 08022)
Tierpark Bischofswerda: Erhalten eines wertvollen Amphibienbiotops (WAZA-Projekt 08020)
Zoo Landau: Aufwertung eines Teichgebiets als Amphibienbiotop (WAZA-Projekt 08014)
Zoo Wuppertal: Schutz der Geburtshelferkröte im Raum Wuppertal (WAZA-Projekt 08016)
Zoo Zürich: Erforschung von Risikofaktoren für das Überleben der Geburtshelferkröte (WAZA-Projekt 08002)
Wildpark Langenberg: Amphibienschutz im Wildnispark Zürich (WAZA-Projekt 08007)
Natur- und Tierpark Goldau: Wiederansiedlung des Laubfroschs am Lauerzer See (WAZA-Projekt 07007)

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