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Prof. Dr. Dr. Bernhard Grzimek |
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(24. April 1909- 13. März 1987)
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Prof. Dr. Dr. Bernhard Grzimek
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"Guten Abend, meine lieben Freunde" begrüßte Prof. Dr. Bernhard Grzimek – immer zusammen mit einem handzahmen Wildtier – von 1956 bis 1987 im Fernsehen sein Millionenpublikum und wurde zum bekann-testen Zoodirektor Deutschlands. Noch heute ist der Zoo Frankfurt, den er von 1945 bis 1974 leitete, untrennbar mit dem Namen Bernhard Grzimek verbunden.
Schon als Junge in seiner oberschlesischen Heimat brachte er viele Tiere in die Schule und erhielt daher den Spitznamen "Igel". Den Igel behielt er sein Leben lang als Symboltier bei. Nach dem Veterinärstudium in Leipzig und Berlin beschäftigte er sich im Ernährungsministerium u. a. mit Hühnern und im Heer macht er tierpsychologische Versuche mit Pferden. 1945 wurde er - nach eigener Darstellung - von den Amerikanern als Polizeipräsident nach Frankfurt geholt. Diese Position nutzte er, um eine Strasse zu schliessen, wodurch eine Zooerweiterung ermöglicht wurde. Den Beschluss der Militärregierung, den Zoo aufzulösen, ignorierte er und kümmerte sich um die 20 überlebenden Zootiere. Als selbsternannter Direktor eröffnete er dann den Zoologischen Garten wieder und widmete sich dessen Wiederaufbau.
Nach SEWIG (2009) stellt sich die Sache allerdings etwas anders dar: Nachdem er aus der Wehrmacht desertiert war, setzt sich Grzimek zusammen mit seiner Geliebten und ihrer gemeinamen Tochter nach Detmold ab. Von dort schlägt er sich nach Frankfurt zu seinem Freund, dem Verleger Hollbach durch. Dieser war von der Besatzungsmacht zum vorläufigen Oberbürgermeister der Stadt ernannt worden und stellt Grzimek zuerst als persönlichen Referenten, dann als Zoodirektor ein. Diese Einstellung wurde später infrage gestellt, und erst nach seiner Entnazifizierung im März 1948 kann sich Grzimek, der - wohl aus Karrieregründen - seit 1937 NSDAP-Mitglied gewesen, sich aber nie im Sinne der Partei betätigt hatte, seiner Position als Frankfurter Zoodirektor sicher sein.
Ungeachtet dieser Probleme und eines langandauernden Streits mit dem Münchner Zoodirektor Heinz Heck gelang es Grzimek mit zum Teil unkonventionellen Mitteln den völlig zerstörten Zoo innert kürzester Zeit zu einer Besucherattraktion ersten Ranges zu machen. An grössere Investitionen war zwar vorerst nicht zu denken, weil eine Verlegung des Zoos zur Diskussion stand. 1951 beschloss die Stadt jedoch, den Zoo am bestehenden Standort zu erweitern und ab 1953 gingen die Baumassnahmen mit grossen Schritten voran. So entstanden 1953 das Giraffenhaus. 1954 die Löwenfreianlage, 1961 die Vogelhallen und 1978 das weltbekannte Grzimekhaus für Nachttiere und Kleinsäuger. Grzimek holte seltenste Tierarten nach Frankfurt wie Okapis und Bonobos und erreichte zahlreiche deutsche, europäische oder weltweite Erstzuchten. Eine wegweisende Grosstat war die Gründung der ersten Zooschule in Kontinentaleuropa.
Bekannt wurde Berhard Grzimek aber auch durch seine Feldforschungen in Afrika, sein Engagement für den Naturschutz und die daraus resultierenden Bücher und preisgekrönten Filme "Kein Platz für wilde Tiere" und "Serengeti darf nicht sterben". Jahrzehntelang hat er darum gekämpft, dass in Afrika - und anderswo - rechtzeitig geräumige, von Wildtieren bevölkerte Gebiete zu Nationalparks erklärt wurden. Durch seine Popularität als Zoodirektor konnte er den weltweiten sanften Naturtourismus initiieren, indem er in einer Fernsehsendung behauptete, man könne für 2.000 DM in die Serengeti reisen. Der Tourismusindustrie blieb nichts anderes übrig, als entsprechende Angebote zu machen, und diese sind heute ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für viele Drittweltländer.
Grzimek hat der Zoowelt vorgemacht, wie durch einen guten Zoo als wichtige Grundlage für Erhaltungszucht und Naturschutzwerbung und Naturschutz vor Ort die so genannte ex-situ mit dem in-situ Naturschutz vernetzt werden. Folgerichtig hat Grzimek dem von ihm gegründeten Zooförderverein Zoologische Gesellschaft Frankfurt die zweite Aufgabe Naturschutz beigefügt mit der Abteilung "Hilfe für die bedrohte Tierwelt".
Literatur:
GRZIMEK, B. (1980)
KLÖS, U. & KLÖS, H.G. (1988)
Internetauftritt Zoo Frankfurt
SEWIG, C (2009)
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