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Carl Hagenbeck
(10. Juni 1844 - 14. April 1913)

Carl Hagenbeck, Hagenbecks Tierpark, Hamburg-Stellingen
Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.Carl Hagenbeck
Carl Hagenbecks Vater, Gottfried Clas Carl Hagenbeck betrieb in der Hamburger Vorstadt St. Pauli ein Fischgeschäft, wobei er auf dem Volksfest „Hamburger Dom“ jeweils auch seltene oder merkwürdige Erscheinungen aus der Tierwelt auszustellen pflegte. Als im Sturmjahr 1848 die von Hagenbeck sen. für den Störfang verpflichteten Fischer auch sechs Seehunde ablieferten, begann das Fischgeschäft sich zur Tierschau und Tierhandlung umzuwandeln.

1862 besuchte Carl Hagenbeck mit seinem Vater erstmals die Antwerpener Tierauktion wo er verschiedene Kontakte knüpfen konnte. Auf der Reise nach Antwerpen besuchte er auch den Kölner Zoo und schloss dort mit Heinrich Bodinus einige Tausch- und Kaufgeschäfte ab. 1864 knüpfte er Kontakt zum Afrikareisenden Lorenzo Casanova, der von nun an Tiere hauptsächlich aus dem Sudan beschaffte. 1866 übernahm Carl das Geschäft von seinem Vater und baute es weiter aus. aus. Legendär ist in diesem Zusammenhang die Geschichte von den Elefanten, die er auf dem Transport nach Wien von einer Kolik befreien musste (mehr).

Der Import einer Rentierherde im Jahr 1874, die von einer Lappländer-Familie begleitet waren, führte zur ersten Völkerschau. Solche Völkerschauen wurden während einiger Jahrzehnte mit Erfolg organisiert und gastierten in einer Vielzahl von Zoos.

Afrika-Panorama im Tierpark Hagnbeck - Foto Goetz Berlik
Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.Afrika-Panorama im Tierpark Hagnbeck - Foto Goetz Berlik
1874 verlegt Hagenbeck sein Domizil an den Neuen Pferdemarkt, wo er ein Haus mit einem 76'000 Quadratfuss grossen Garten für seinen immer grösser werdenden, wechselnden Tierbestand erwarb. 1887 stieg er mit seinem Circus Carl Hagenbeck ins Zirkusgeschäft ein, und revolutionierte alsbald die Dressur von Wildtieren durch die Einführung der „zahmen“ Tierdressur. Im Hinblick auf die Eröffnung eines Zoos begann er, sich mit der gitterlosen Tierhaltung zu befassen, auf die er 1896 ein Patent erwarb. Nach langer Suche fand er in Stellingen ein paar für die Anlage eines Zoos geeignete Parzellen. 1902 konnte mit den Erdbewegungen und dem Bau eines Zentralgebäudes begonnen werden, und 1907 eröffnete Carl Hagenbeck seinen „ganz neuartigen Zoologischen Garten“ mit dem Ziel „Tiere in grösstmöglicher Freiheit vorzuführen und damit gleichzeitig zu zeigen, was die Akklimatisation zu tun vermag.“ Hagenbecks zoogeografisches Konzept beeinflusste die Präsentation von Zootieren nachhaltig und weltweit. Seine unter Denkmalschutz stehende Panoramen prägen die Zooarchitektur bis heute.

Literatur:
HAGENBECK, C. (1908)


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