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Dr. Heinrich Bodinus |
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(29. Juli 1814 - 23. Nov. 1884)
Heinrich (Karl August) Bodinus studierte in Greifswald und Berlin Medizin und Natuwissenschaften. 1836 promovierte er in Berlin zum Dr. med., danach ließ er sich zunächst auf Rügen als praktischer Arzt nieder. 1852 zog er nach Greifswald, wo er sich neben seiner Praxis mit Zoologie beschäftigte und sich seiner Liebhaberei, der Geflügelzucht widmete.
Am 24. April 1859 wurde er zum Direktor des Zoologischen Gartens Köln bestellt. Danach reiste er sofort nach Holland und Belgien, um dort eingehende Studien über Zoo-Bauten zu machen. 1860 wurde der Kölner Zoo eröffnet. Mit Ausnahme der Bärenburg waren alle Bauten leichte Fachwerkkonstruktionen, da man davon ausging, dass sie im Kriegsfalle abgerissen werden müssten, um freies Schussfeld für die Verteidung der Stadt zu haben. Bodinus leitete den Zoo während eines Jahrzehnts mit viel Geschick und baute einen beachtlichen Tierbestand auf. Allein an Hühner- und Entenvögeln waren im Jahr nach der Eröffnung gegen 600 Stück zu sehen. Auch konnte er zahlreiche Zuchterfolge verzeichnen, so bei verschiedenen Hirschen, Agutis, Stachelschweinen und Makaken. Der preussische Generalleutnant Graf Moltke, der den Zoo 1861 besuchte, konnte nach Hause vermelden: "Sehr hübsch ist auch der neue Zoologische Garten vor dem Kunibertstor. Die Tiere scheinen sich viel wohler zu befinden als in Berlin." Bodinus war auch bei der Kölner Bevölkerung sehr beliebt. Man liess ihn nur ungern ziehen, als er 1969 als Zoodirektor nach Berlin berufen wurde.
Bodinus trat sein Berliner Amt am 1. Oktober an. Als Erstes ging er daran, den feuchten Boden zu drainieren, den zu dichten Baumbestand auszulichten und die im Sommer übelriechenden Zooweiher zu sanieren. Damit wurde die Grundlage für eine tiergerechtere Tierhaltung gelegt. Mit der Anlage neuer Teiche mit "Cascaden und Fontainen... welche das Auge wohlgefällig berühren und Kühlung und Frische überall hin verbreiten", eines Musikpavillons und eines komfortablen Restaurants steigerte er die Attraktivität des Parks für die Besucher. Dann ging er daran, die vorhandenen Tierhäuser zu verlegen und auszubauen. Für Hirsche und Rinder baute er neue Stallungen und Gehege. Die Kängurus erhielten ein heizbares Haus. Das alte Affenhaus wurder erweitert und zum Vogelhaus umgebaut. Die Affen kamen ins frühere Raubtierhaus und die Grosskatzen konnten ein neues Raubtierhaus beziehen. Danach entstanden eine Greifvogelanlage und eine Bärenburg, die fast ein Jahrhundert lang in Gebrauch sein sollte. Die während der Amtszeit von Bodinus errichteten Stilbauten prägten den Berliner Zoo während vieler Jahrzehnte. Das heute noch bestehende Antilopenhaus wurde im Stil einer minarettgeschmückten Moschee errichtet. Die monumentale Elefantenpagode war 70 Jahre lang in Betrieb, bis sie während des Zweiten Weltkriegs bei einem Bombenangriff zerstört wurde (Bild).
Entsprechend entwickelte sich der Tierbestand. Die Antilopen- und Dickhäutersammlungen galten als die reichhaltigsten und schönsten in ganz Europa. Im 1884 eröffneten neuen Affenhaus wurden nicht weniger als 26 Arten von Affen und Halbaffen gehalten. Wie in anderen Zoos auch, wurden in Zusammenarbeit mit Carl Hagenbeck (mehr) Völkerschauen mit Eskimos, Nubiern, Feuerländern, Kalmücken, Singhalesen, Samen und anderen Gruppen veranstaltet.
Am 23. November 1884 starb Dr. Bodinus unerwartet an einer Herzschwäche. In fünfzehnjähriger Arbeit hatte er den Berliner Zoo zu einem der bedeutendsten Tiergärten Europas gemacht.
Literatur:
HÄSSLIN, J.J. (1960)
KLÖS, H.G. (1969)
KLÖS, H.G. (1985a)
KLÖS, H.G. & KLÖS, U. (Hrsg., 1990)
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