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Dr. Dr. h.c. Katharina Heinroth
(4. Feb. 1897- 20. Okt. 1989)

Katharina Heinroth
Am späten Nachmittag des 1. Mai stürmten Soldaten der Roten Armee den Berliner Reichstag. Am 2. Mai setzte sich der Berliner Zoodirektor Lutz Heck mit einigen seiner engen Mitarbeiter ab und liess den völlig zerstörten Zoo führungslos zurück. Nach hitzigen politischen Debatten übernahm schliesslich der Zoo-Chauffeur die Führung und liess sich sein Amt als Leiter der Aufräumarbeiten vom Bürgermeister des Bezirks Tiergarten bestätigen. Ende Juni erschien ein zweiter Leiter auf der Szene, ein Aushilfskellner des Hauptrestaurants, der sich vom Hauptmagistrat die Anweisung hatte geben lassen, sich des Zoos anzunehmen. Natürlich gab es Machtkämpfe zwischen den beiden Leitern, die lautstark ausgetragen wurden, und bald einmal beschwerten sich die Besatzungsmächte beim Magistrat wegen Trunkenheit der beiden Herren, worauf der Magistrat diese ab- und Frau Dr. Katharina Heinroth als kommissarische Leiterin einsetzte.

Katharina Bertha Charlotte Berger hatte in Breslau Zoologie, Botanik, Geographie und Geologie studiert und 1924 bei Otto Köhler mit einer Arbeit über das Hörvermögen von Reptilien mit summa cum laude promoviert. Nach verschiedenen Anstellungen in München, Hohenheim und Halle und einer kurzen, gescheiterten Ehe hatte sie 1933 nach Berlin gewechselt und am 13. Dezember den Ornithologen und Kurator des Aquariums im Berliner Zoo Oskar Heinroth geheiratet, und dessen Forschungsarbeit bis zu seinem Tod im Mai1945 unterstützt.

Die 1943 durch Sprengbomben zerstörte Elefantenpagode - Bild Zooarchiv Berlin
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Kurz nach dem Tod ihres Mannes wurde Katharina Heinroth also damit betraut, aus einem Ruinenfeld mit 91 überlebenden Tieren wieder einen einer Grossstadt würdigen Zoo zu machen. Sie packte diese Aufgabe mit viel Elan an, räumte mit 200 unentgeltlich zur Verfügung gestellten Frauen den Garten die Trümmer weg, so gut es ging, versah die wenigen besetzten Käfige und Gehege mit handschrftlicher Beschilderung und öffnete den Garten bereits am 1. Juli wieder für das Publikum. Schon am 31. Juli hatte sich der Tierbestand durch Geschenke aus der Bevölkerung mehr als verdoppelt. Am 26. September wurde sie vom neuen Aufsichtsrat offiziell als Direktorin eingestellt.

In der Folge wurden Tierhäuser vorerst notdürftige repariert, ab 1951 konnten dann das Antilopenhaus
Das 1954 von Katharina Heinroth in Betrieb genommene Elefantenhaus - Bild Zooarchiv Berlin
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und das Aquarium wieder aufgebaut, und das Elefantenhaus und das Flusspferdhaus neu gebaut werden. Am 31. Dezember 1956, als Katharina Heinroth pensioniert wurde, zählte der Zoo wieder 924 Säugetiere in 196 Arten und 1004 Vögel in 270 Arten.

Am 9. April 1957 wurde Katharina Heinroth das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Die Universität Bielefeld verlieh ihr die Ehrendoktorwürde und das Land Berlin den Verdienstorden.

Literatur:
KLÖS, H.G. (1969)
KLÖS, U. & KLÖS, H.G. (1990)


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