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Zoo Berlin |
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Zoo Berlin - Das erste Affenhaus (1844)
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Die Initiative zur Gründung des Berliner Zoos ging aus von Martin Hinrich Lichtenstein, Professor für Zoologie an der 1810 gegründeten Berliner Universität und Direktor des Museums für Naturkunde in Berlin (Biographie). 1833 hatte er eine Studienreise unternommen, um sich den dortigen Zoologischen Garten anzusehen. Gleich danach unterbreitete er dem Gartendirektor Lenné den Plan, inmitten des Tiergartens, etwa in der Gegend der Rousseau-Insel einen Zoologischen Garten zu errichten. Das Grundanliegen, einen Zoo zu errichten, fand zwar im Prinzip offene Ohren, praktisch tat sich aber zu Lebzeiten König Friedrich Wilhelms III. nichts. Nach dessen Tod im Jahr 1840 unternahm Lichtenberg einen neuen Versuch, bei dem er auch darauf drängte, dass der Zoo als Privatunternehmen zu konstituieren sei. Am 31. Januar 1841 erhielt er eine positive Antwort von Friedrich Wilhelm IV, der verfügte, es sei eine Arbeitsgruppe bestehend aus Lichtenberg, von Humboldt, Lenné und dem Staatsminister von Ladenberg zu bilden, um das Projekt auszuarbeiten.
In der Folge verlegte der König seine Fasanerie nach Sanssouci und verfügte am 6. September 1841 die Abtretung von 86 Morgen - etwa 22 Hektar - des alten Königlichen Fasanerie-Geländes, genehmigte die Errichtung einer privaten Gesellschaft unter Oberaufsicht des Ministeriums der geistlichen Angelegenheiten, stellte dieser einen für fünf Jahre zinsfreien Kredit von 15'000 Thalern zur Verfügung und trat auf der Pfaueninsel gehaltene Tiere "und Behältnisse" an sie ab. Die Sache ging nun zügig voran. 1842 wurde mit den Erdarbeiten begonnen. Bereits im Frühjahr 1843 konnte gepflanzt und die Wege angelegt werden. Noch während die Tierhäuser im Bau waren, wurden erste Tiere aus Hamburg und Le Havre angeaschafft und provisorisch auf der Pfaueninsel untergebracht.
Am 1. August 1844 wurde der Garten eröffnet. Erst danach wurde als Trägerschaft ein Actien-Verein konstituiert, dessen Statuten am 7. Mai 1845 durch Kabinettsorder genehmigt wurden. Der Zoo selbst war bei seiner Eröffnung alles andere als fertig. Trotzdem war die Besuchfrequenz erfreulich. 1845 erschien der erste Zooführer, ein vierseitiges Blättchen, in dem der "gegenwärtige Bestand der Thiere" verzeichnet war. Daraus ist zu entnehmen, dass z.B. in den "offenen Thierbehältern in fünf Abteilungen" 2 Nasenbären, 3 Polarfüchse, 1 Schakal, 2 Dachse und " Drei junge Halsbandbären aus Sibirien, Geschenk Sr. Durchlaucht des Fürsten Wittgenstein" und im Affenhaus 24 Affen, "theils (die böseren) in den ineren Zellen, theils (die verträglichen) im Freien". 1946 war dann auch "die Löwen- und Tigerhalle gefüllt" und "der Seehund auf das fließende Wasser gebracht" worden.
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Kleines Raubtierhaus im Zoo Berlin (1865)
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Wie andere Gärten auch, hatte der Berliner Zoo bald einmal mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Es waren weniger Aktien gezeichnet worden, als erwartet und durch Krankeiten kam es zu bedeutenden Tierverlusten. Durch staatlich Zuschüsse wurde die prekäre finanzielle Situation gemildert und der Garten konnte weiterwachsen. Innerhalb von zehn Jahren erhöhte sich sein Tierbestand um fast das Dreifache: Am 1. Juni 1855 wurden 247 Säugetiere, 359 Vögel und 60 Reptilien und Amphibien gehalten, was nicht zuletzt zahlreichen Tiergeschenken von Freunden und Gönnern zu verdanken war. 1857, kurz vor seinem Tod, konnte Lichtenstein als große Sensation den ersten Elefanten für 2500 Thaler erwerben.
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Straussenhaus im Zoo Berlin
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Als Nachfolger wurde der Inhaber des Lehrstuhls für Zoologie der Berliner Universität, Prof. Dr. Peters, berufen. In seinem ersten Amtsjahr zählte der Zoo 112'500 Besucher. 1861 kam das erste Zebra nach Berlin, das im Elefantenhaus untergebracht wurde. Im folgenden Jahr zog dort auch ein weiblicher "weißer" siamesischer Elefant namens "Robert" [sic!] ein. An Neubauten entstanden ein Geflügelhaus (1862), das Kleine Raubtierhaus (1866) und eine neue Restauration. Ansonsten war die Bilanz dieser Ära eher durchzogen: die Sterblichkeit der Tiere war relativ hoch und die Organisationsstruktur des Garten mit drei königlichen Kommissaren erwies sich zunehmend als Hemmschuh. Peters forderte deshalb eine Reorganisation, insbesondere die Einsetzung eines allein verantwortlichen Direktors. Nach Intervention von Königin Augusta und Abklärungen des Finanzministeriums, fand am 14. Mai Juni 1869 eine außerordentliche Generalversammlung statt, an der die Statuten geändert wurden. An der ordentlichen Versammlung desselben Jahres wurde ein neuer Vorstand unter dem Vorsitz von Peters konstituiert. Dieser berief wenige Tage später den Leiter des Zoologischen Gartens Köln, Heinrich Bodinus, zum ersten vollamtlichen Direktor.
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Elefantenpagode im Zoo Berlin
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Unter Bodinus erlebte der Zoo eine eigentliche Blütezeit, in der zahlreiche exotische Stilbauten entstanden. 1869 wurde er um knapp eine Hektar erweitert, ein neues, riesiges Restaurant mit Terrassen wurde errichtet und Affen und Raubtierhaus wurden umgebaut. 1870 gab es eine neue Adlervoliere und einen Bärenzwinger. 1871 wurde das prachtvolle Antilopenhaus mit seinen 4 Minaretten eröffnet, das als eine der Hauptsehenswürdigkeiten Berlins wenige Monate später sogar den Rahmen für das "Drei-Kaiser-Treffen" abgab, bei dem sich Kaiser Wilhelm I. mit Kaiser Franz-Joseph von Österreich-Ungarn und dem russischen Zaren Alexander II traf.Es folgten das Elefantenhaus in indischem Stil, das ägyptische Straußenhaus, das japanische Stelzvogelhaus, das malerische Elefantentor und die Häuser für Einhufer in arabischem Stil. In jene Zeit des stürmischen Aufbaus fällt auch der Bau zahlreicher Musikpavillons.
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Milus im Zoo Berlin, Zeichung Paul Meyerheim, 1877
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Unter der Leitung von Dr. Ludwig Heck, der sein Amt 1888 antrat, erlebte der Tierbestand eine unglaubliche Blüte. Heck wollte den Besuchern einen möglichst umfassenden Überblick über die Vielgestaltigkeit des Tierreiches geben. Die Zahl der in Berlin gezeigten Säugetiere und Vogelarten konnte sich schon bald mit der des altehrwürdigen Londoner Zoos messen. Der Höhepunkt war erreicht, als 1913 das große Aquarium eröffnet wurde. In seinen drei Stockwerken beherbergte es Süßwasser- und Meeresfische, Reptilien, Amphibien und eine Vielzahl von wirbellosen Tieren. Mosaik- und Halbreliefs, welche die Fassaden des großen Bauwerks schmückten, stellten die ausgestorbenen Saurier dar.
Der Erste Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise brachten Einschränkungen mit sich, der Zoo erholte sich aber schnell. Unter Prof. Dr. Lutz Heck (1932 - 1945) veränderte der Garten sein Gesicht. Er wurde um 2.1 Hektar erweitert. An die Stelle der prunkvollen Bauten traten nun naturalistisch anmutende Freianlagen nach dem Muster von Hagenbecks Tierpark: Robben- und Pinguinfelsen, Pavianfelsen, Löwensteppe, Bergtierfelsen und, dem Zeitgeist folgend, ein "Deutscher Zoo" mit heimischen Tierarten. Vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieg umfasste der Säugetierbestand 1.196 Tiere in 385 Arten. Die 2.519 Vögel waren in 926 Arten vertreten. Der Krieg war für den Zoo verhängnisvoll. Die ersten Bomben fielen 1941. Weitere schwere Angriffe gab es 1943 und 1944. Ein Großteil der Bauten war zerstört. Fast die gesamte Infrastruktur vernichtet. Lediglich 91 Tiere überlebten das Chaos - darunter der berühmte Flusspferdbulle "Knautschke. Heck setzte sich in den Westen ab und liess den völlig zerstörten Zoo im Chaos zurück. .
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Elefantenhaus im Zoo Berlin
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Die Nachkriegsjahre waren durch finanzielle Nöte, Futter- und Personalmangel, die Berliner Blockade und andere Widrigkeiten gekennzeichnet. Lediglich dem unermüdlichen Einsatz von Dr. Katharina Heinroth (1945 - 1956) und Werner Schröder (1952 - 1977) ist es zu verdanken, dass die Grundlagen für den Wiederaufbau gelegt werden konnten. Die Trümmer wurden geräumt, Gebäude instand gesetzt, und es entstanden ein neues Elefantenhaus und ein neues Flusspferdhaus. Gelände an der Hardenberg- und Budapester Strasse wurde abgetreten und durch neues Areal zum Landwehrkanal hin kompensiert.
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Eisbärenanlage im Zoo Berlin © Peter Dollinger, VDZ
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In der Amtszeit von Prof. Dr. Heinz-Georg Klös (1956 - 1991) wurde der Garten planmäßig wiederauf- und ausgebaut. Es entstanden die Affenhäuser, das Vogelhaus, der Wirtschaftshof, die Bärenfreianlagen, das Raubtierhaus mit seiner Nachttierabteilung, der Anbau an das Aquarium und das Erweiterungsgelände im ehemaligen Diplomatenviertel, mit dem der Zoo nun eine Fläche von 32.6 ha erreichte. Der Grundstein für viele blühende Zuchtgruppen wurde in dieser Periode gelegt. Hinzu kamen umfangreiche Baumpflegemaßnahmen, die originalgetreue Wiederherstellung historischer Bauten, die Aufstellung vieler Tierskulpturen und die Gründung der Zooschule.
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Das neue Flusspferdhaus im Zoo Berlin © PD, VDZ-Geschäftsstelle
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Der Fall der Mauer 1989 und die Wiedervereinigung Deutschlands bedeuteten für den Zoo einen neuerlichen Einschnitt. Berlin, in dessen Ostteil 1955 der Tierpark gegründet worden war, hatte plötzlich zwei Zoologische Gärten. Allen politisch Verantwortlichen war klar, dass sie erhalten bleiben und sich ergänzen müssten. Es wurde ein Kooperationsvertrag geschlossen, der bis heute die Basis für eine enge Zusammenarbeit bildet. Angestrebt wird darin besonders, dass jeder Zoo seinen ganz spezifischen Charakter behalten und ausbauen soll: Hier der Innenstadt-Zoo mit seinen vielen Tierhäusern und dem großen Aquarium, dort der weiträumige Landschaftspark mit Großgehegen, wobei sich die Tierbestände möglichst ergänzen und nicht duplizieren sollten.
Literatur:
KLÖS, H.G. (1969)
KLÖS, H.G. & KLÖS, U. (Hrsg., 1990)
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Trickfilm |
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