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Hirschengräben |
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Hirsche im Stadtgraben von Augsburg
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Schon 1410 setzte der Rat der Stadt Augsburg zur Ergötzung der Bürger sechs Hirsche im Stadtgraben aus, der sich vom Roten Tor bis zum heutigen Königsplatz hinzog. Sie waren bei Verhängung hoher Strafen streng geschützt und hielten sich dort, bis sie in den Koalitionskriegen 1796 von den Franzosen abgeschossen wurden. (www.zoo-augsburg.de)
Ab etwa 1400 hielt die Stadt Frankfurt Hirsche in einem Graben, der sich vom Katharinenkloster zum Weißfrauenkloster erstreckte. Von 1438 bis 1539 veranstaltete der Rat der Stadt alljährlich ein großes Hirschessen für die städtischen Beamten. Der Hirschgraben wurde als letzter Teil des alten Stadtgrabens zwischen Alt- und Neustadt im Jahr 1584 zugeschüttet.
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Nürnberger Stadtgraben beim Tiergärtnertor - Alte Postkarte
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In Nürnberg weist heute noch das seit der Errichtung der vorletzten Stadtbefestigung im 13. Jahrhundert bestehende Tiergärtnertor auf ein Wildgehege des Burggrafen hin, das sich im 12 m tiefen und bis 20 m breiten Stadtgraben befand. Zu den Pflichten des ab 1464 wirkenden Stadtbaumeisters Endres Tucher († 1507) gehörte, dass er sich um Stadtgraben, Hirsch- und Rehgehege zu kümmern hatte.
In Dresden wurden Hirsche ab Mitte des 15. Jahrhunderts im Schlossgraben gehalten.
Zur Hirschhaltung in Regensburg berichtet Carl Theodor Gemeiner (1821) auf der Grundlage der Stadt Regensburgischen Jahrbücher aus dem Jahr 1442: "Einige Wochen später, um Jacobi, war des Pfalzgrafen Sohn vom Rhein, Heerzog Friedrich der jüngere, mit der Gemahlin des Heerzogs Johann nach Regensburg gekommen. Es ward ihr ein Ehrentanz veranstaltet, und vielleicht ihm die Hirschjagd, die durch den Jäger von Stauf im Stadtgraben gehalten worden war. Seit unvordenklicher Zeit, und noch zu unseren Lebzeiten, wurden nach alter städtischer Sitte Hirsche und Rehe im Stadtgraben unfern dem Jakobsthor auf öffentliche Kosten unterhalten. In den alten Rechnungen dieser Zeit wurde manches Jahr 15 Schaff Haber, 7 Fuder Heus und jezuweilen Raben (Ruben) für ihren Unterhalt der Gemeinde verrechnet."
Auch in Wien befand sich die älteste Wildtierhaltung in einem Stadtgraben. Sie war 1452 von Bürgermeister Oswald Reicholf für König Ladislaus Postumus errichtet worden und diente vor allem Hirschen als Aufenthalt. Sie bestand allerdings nur zehn Jahre. Dann wurden die Tiere abgeschossen und eingesalzen. Die Rechnung für Fuhrmann und Salz sind im Wiener Stadtarchiv erhalten. (FIEDLER, W., 1966; KUNZE, G., 2000)
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Rotwild im Basler Stadtgraben - nach Aquarell von Franz Feyerabend
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In Basel hält die Obrigkeit seit dem 15. Jahrhundert im fast neun Meter breiten Stadtgraben Rotwild, das für festliche Anlässe erlegt wird. Das Futter wird aus der Stadtkasse bezahlt. "Den 11. thut ein Hirsch Schaden und stosst einen anderen zu Tode. Deswegen wird diesem auf Befehl unserer Gnädigen Herren den 12. Dezember 1670 auf der Fallbruck unter dem Steinentor durch den Kopf geschossen, so dass er in den Weiher fällt, worauf ihm noch drei Schüsse gegeben werden. Das Fleisch wird hernach den Herren Häuptern und Stadt- und Ratschreibern verschickt."
Im Vogelschauplan von Mattäus Merian aus dem Jahr 1615 sind Rothirsche im St. Albangraben eingezeichnet. Um das Jahr 1790 werden Hirsche im Graben zwischen Spalen- und Steinentor gehalten (siehe Abbildung; HUCK, H.J., 2006)
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Hirsche im Stadtgraben von Bern
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Der - heute aufgefüllte - "Hirschengraben" der Stadt Bern diente von 1757 bis 1877 der Haltung von Hirschen und anderen Tieren, die im Zuge der Elimination der Stadtbefestigung in den Tierpark Engehalde übersiedelt wurden. (SÄGESSER & ROBIN, 1987)
In einer Veröffentlichung eines Straßburger Schriftstellers wurden 1623 als Besonderheit die im 1613/14 trockengelegten Stadtgraben der Stadt Luzern gehaltenen "Damhirtzen" hervor gehoben - offenbar schon damals eine touristische Attraktion. 1665 schenkte die Stadt St. Gallen den Luzernern zwei Hirschkühe. Später kamen noch Hirsche aus Basel, Bremgarten und Kreuzlingen dazu. Um 1840 lebten im Graben offensichtlich Rothirsche. 1860 wurde der letzte Teil des Grabens aufgeschüttete. Die Hirsche wurden vorerst in den Gletschergarten und danach auf das Areal des alten Gaswerks verlegt. 1906 wurde der heute noch bestehende Hirschpark auf Reussport eröffnet, wo auf rund 0.65 ha 20-30 Stück Rot- und Damwild gehalten werden (Internetseite des Hirschparkvereins Luzern, http://www.hirschpark-luzern.ch)
Der Graben der Artilleriefestung Munot der Stadt Schaffhausen dient seit 1905 bis heute zur Haltung eines Rudels Damhirsche. Der Bock trägt den Namen des jeweiligen Stadtpräsidenten und bleibt solange beim Rudel, wie dieser im Amt ist. (Visit Nr. 1, Februar 2010 - Magazin von pro senectute Kanton Zürich). Im "Hirschengraben" der Stadt Zürich wurden von 1533 bis 1784 Hirsche gehalten, die sich bei der lokalen Bevölkerung großer Beliebtheit erfreuten. Auch im Hirschengraben und im Unteren Graben der Stadt St. Gallen wurden früher Hirsche gehalten.
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Trickfilm |
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