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Der Zoo als Bildungseinrichtung |
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Kleiner Igeltanrek in der Zooschule © Zooschule Landau
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Über 100 der in den deutschsprachigen Zooverbänden (VDZ, zooschweiz, OZO, DTG, DWV) organisierten Zoos, Tier- und Wildparks verfügen über einen zoopädagogischen Dienst, dessen Mitarbeiter im Verband deutschsprachiger Zoopädagogen (VZP) organisiert sind. Der Verband, der auch Mitglieder in Luxemburg, Tschechien und Ungarn hat, vertritt die Interessen des Berufsstandes, bietet Veranstaltungen für die Fort- und Weiterbildung an, stellt Unterrichtsmaterialien zur Verfügung (z.B. "Zoos zwischen den Fronten", "Sei kein Frosch - Hilf uns!") und trägt zum Verständnis der Institution Zoo bei.
Wesentlicher Bestandteil zoopädagogischer Arbeit ist die Erziehung zu Engagement für Umwelt-, Natur- und Artenschutz. Die Zoopädagogik weckt die Liebe zur Natur und verstärkt das naturkundliche Wissen. Neben der Arbeit mit Schulklassen gehört die Arbeit mit Zoobesuchern sowohl in der direkten Betreuung als auch über die Bereitstellung von Materialien und Medien zum Arbeitsfeld Zoopädagogik. (VZP)
Formelle und Informelle Zoopädagogik
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Am Sprachförderprogramm im Zoo Osnabrück teilnehmende Schüler - Pressefoto Zoo Osnabrück
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Formelle Zoopädagogik ist oft durch Curricula gebunden und wendet sich vornehmlich an Kinder und Jugendliche (Schulklassen). Die klassischen Zooschulthemen sind: Evolution, Sozialverhalten, Bau-Leistung, Tiergeographie, Artenkenntnis etc.
Daneben kann der Zoo auch als Lernort für andere Fächer dienen. Klassischerweise ist dies der Zeichenunterricht, aber auch im Deutschunterricht leistet er gute Dienste, wie das Beispiel der Zooschule Osnabrück zeigt: Im Schuljahr 2009/10 erprobten 165 Schüler einer benachbarten Grundschule das Konzept der Sprachförderung im Zoo. Bis zu fünf Mal kamen sie in den Zoo, um sich hier über die Tierwelt zu informieren und dabei spielend einfach neue Begriffe wie „Eber“ oder „Schwanzquaste“ zu lernen. Außerdem forderten die Zoopädagogen die Kinder immer wieder dazu auf, die Tiere und ihr Verhalten zu beschreiben – natürlich in ganzen Sätzen und so präzise wie möglich. Im regulären Unterricht wurden die Erlebnisse im Rahmen von Erzählaufsätzen, Lückentexten etc. erneut aufgegriffen, um die gelernten Begriffe und den erweiterten Wortschatz zu festigen. Erfolge waren bald zu hören und zu lesen: Sehr stille Schüler oder Kinder mit Sprachschwierigkeiten waren von den Tiererlebnissen so begeistert, dass sie diese weitererzählen oder auch aufschreiben wollten. Das Resultat begeisterte auch die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte, die das Projekt 2009 mit 3.500 Euro förderte und ihren Beitrag für 2010 verdoppelte. Damit konnte das Programm auf zwei Grundschulen mit insgesamt 261 Schülern ausgedehnt werden.
Informelle Zoopädagogik ist bemerkenswert frei und richtet sich an alle Besucher. Die Europäischen Zoopädagogen waren sich auf ihrer Konferenz im Frühjahr 2009 in Köln einig, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung (BnE), das Gebot der Stunde ist.
Zoopädagogik kann mehr als reiner Schulunterricht sein. Ihre Stärke ist die Begegnung mit dem lebenden Tier. Sie kann viele Sinne ansprechen und Menschen für die Natur begeistern. (PHILIPS, 2010)
Im Labor forschen, auf Entdeckerpfaden lernen, in Erlebniswelten eintauchen oder selbst Lebensräume retten – das Angebot in Zoos ist vielfältig. Das Buch Umweltbildung - tierisch gut! stellt insgesamt 22 Projekte aus deutschen und schweizerischen Zoos vor. Mit dabei sind unter anderem der unterirdische Zoo des Zoos Osnabrück, die Forscherwerkstatt im Allwetterzoo Münster, eine Ausstellung zum Thema „Shopping FÜR den Regenwald“ des Zoos Zürich oder der Energieparcours des Aachener Tierparks. (SIMON & PYHEL, Hrsg., 2010)
Planung und Gestaltung von Tiergehegen
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Immersion: Masoala-Regenwald im Zoo Zürich © PD, VDZ
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Damit der Zoo seine Aufgaben in der Umweltbildung optimal erfüllen kann, sind die Belange der Zoopädagogik bei der Planung und Gestaltung von Tiergehegen zu berücksichtigen. Das Design moderner Tieranlagen fokussiert längst nicht mehr ausschließlich die Haltungsbedingungen der Tiere. Verstärkt rücken die Bedürfnisse der Zoobesucher und die Absicht der Zoos, ihre Gäste für die Belange der Biodiversität zu informieren und zu sensiblisieren in das Blickfeld von Architekten und Planern. Eine Studie über Designtrends und pädagogische Einflüsse in deutschsprachigen, zoologischen Einrichtungen wurde von Britta HABBE et al. durchgeführt.
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Trickfilm |
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