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Tiergarten Bernburg |
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Waldwärterhaus mit Fasanenvoliere - Archiv TG Bernburg
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1897 liess die Stadt Bernburg im "Krumbholz" ein Waldwärterhaus errichten, dem man 1909 zur Erbauung der Kurgäste ein Fasanenhaus beigesellte, das mit einem von der Nachbarstadt Köthen geschenkten Paar Goldfasanen bevölkert wurde. Dies war die Keimzelle des späteren Tiergartens. 1935 wurde eine neue Fasanerie gebaut und das alte Fasanenhaus wurde für die Haltung von Kaninchen und Meerschweinchen umgestaltet. 1936 kamen freilaufende Pfauen hinzu, sowie ein Paar Seehunde, die vom Publikum mit Heringen und Schellfischen gefüttert werden durften. 1937 wurde zur Aufnahme von zwei geschenktem Meerkatzen und einem Rhesusaffen ein kleiner Affenkäfig errichtet, 1938 folgte eine Teichanlage für Flamingos und 1939 wurden Magellanpinguine angeschafft.
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Huftiergehege im Tiergarten Bernburg
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Im Gegensatz zu seinen Seehunden und Pinguinen, die mangels geeigneten Futters eingingen, überlebte das Tiergehege den Krieg, wenn auch nur mit knapper Not. Am 15. Oktober 1945 wurde der aus dem Sudetenland geflüchtete Förster Johann Drexler neuer Waldwärter und damit Leiter des Tiergeheges. Unter seiner Ägide wurden neue Anlagen errichtet, so ein Vogelhaus, Raubtierkäfige und Huftiergehege, und der Tierbestand wuchs erheblich an. Am 13. Oktober 1951 wurde die vergrößerte Anlage in Anwesenheit der Zoodirektoren von Leipzig, Halle, dresden und Magdeburg offiziell als „Tiergarten“ eingeweiht. Ein erster Tiergartenführer erschien und Drexler wurde in Anerkennung seiner Verdienste in den Verband Deutscher Zoodirektoren aufgenommen.
Spätestens ab 1954 geriet Drexler unter Druck seitens der Kommission für Tiergärten beim Ministerium für Kultur, die für Bernburg eine wissenschaftliche Leitung forderte. Drexler sah sich allen möglichen Vorwürfen ausgesetzt und entzog sich 1955 dem Mobbing durch Flucht in den Westen. Danach torpedierte aber dieselbe Kommission die Anstellung eines Diplombiologen, ebenso wie die Angliederung einer privaten Reptiliensammlung, die alsbald im Tierpark Berlin zu bewundern war. Neuer Direktor wurde am 1. April 1956 Hans Warnat, während dessen Amtszeit der Tiergarten zur Saale hin erweitert, die Infrastruktur verbessert und zahlreiche Tiergehege und Einrichtungen für die Besucher neu gebaut wurden.
1962 ging die Tiergartenleitung an René Koppera über und der Zoo sollte sich als "Heimattiergarten" weiterentwickeln. Allerdings verhielt sich der Bernburger Stadtrat unbotmäßig und dachte nicht daran, die Haltung von Exoten aufzugeben. Nachdem während eines Jahrzehnts nur langsame Fortschritte möglich waren, brachten die Beschlüsse des VIII. Parteitags der SED zur Hebung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus des Bevölkerung einen erneuten Entwicklungsschub. Die Fläche des Parks wurde verdoppelt und ein Entwicklungsplan wurde in Auftrag gegeben, allerdings - vom rechtwinkligen Wegnetz einmal abgesehen - nur zum kleinsten Teil umgesetzt. 1972 wurde der Tiergarten in den neu gegründeten Volkseigenen Betrieb Naherholung integriert.
Am 8. Oktober 1972 wurde mit einem Volksfest das Erweiterungsgelände mit Gehegen für Hirsche und Lamas eingeweiht. In den Jahren danach entstanden u.a. Vogelhaus, Ententeich, Flamingoanlage, Nandugehege großzügige Anlagen für Huftiere, ein Streichelgehege, die Tiergartenschenke, eine Scheune im Betreibshof und ein neues Kassengebäude. 1976/77 konnten einem lange gehegten Wunsch enstsprechend die ersten Wisente angeschafft werden. Die Besucherzahl stige bis 1988 kontinuierlich auf 157'796 an.
Nach der politischen Wende wurde der Tiergarten an die Stadtverwaltung rückübertragen. Es war eine schwierige Zeit, als Folge der Reisefreiheit und der Entvölkerung der Stadt fiel die Besucherzahl auf 56'320 im Jahr 1992 ab. 1993 wurde die Bernburger Freizeit GmbH gegründet, an die der Tiergarten überging. Der Agrar- und Veterinäringenieur Manfred Teichmann, der die Geschicke des Tiergartens von 1992 bis 2002 leitete, hatte sich einerseits damit zu befassen, den Tiergarten an die bundesdeutschen Vorschriften anzupassen, andererseits sollte er seine Attraktivität steigern. Es wurden Grevyzebras angeschafft, ein Kinderspielplatz und ein Gehege mit Wassergraben für Meerkatzen gebaut, die Tennisplätze aus dem Zooareal verlegt und an ihrer Stelle eine großzügige Bärenanlage errichtet sowie das Vogelhaus renoviert.
Literatur:
(FILZ, A., 2009)
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Trickfilm |
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